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Nr. 259 Erst« Mast

177. Zastrqo»?

§restag, 4. November 1927

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Ueets-Bewiprffo:

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rn|pifd)anld)lälle: 51, M enb 112.

lefdbnft für Drohhta*- n*tm iRjdfft Tietze».

vesfcheckkonto:

fron Hirt 0« 8!»tn H6M.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick rmd Versatz: Vrühl'fche UnhxrfiNrts-BB*' Stdnömrferel R. lange ti Stetzen. Sd^rlftleHwig und SeschLstrftele^ ZchvIRratze 7.

3bm|m mi liyciäee ftr He lagrineerweT bH rwr 5io*wrtttag vorher.

prrii ftr 1 mm hsh< ftr Wnjeigm von 27 mm Brette frrtfi* H, awemört» 10 9M**ptrnm<i; ftr TU- ntameawtefgen non 70 mm Breite 36 Beid'»r<mtq, Tlaftix*rtonf1 20' mehr.

(T^etrtbelrtrwr

Dr. ftnebr. tüilb. 12 enge. Trrxintmortlid) ftr Dolnill Dr fr. WiN». Lanae: ftr Feuilleton Dr. ^.lopriot; für den übrigen Teil ifm|t Blvmschein. ftr ben Sn« leigenleil Änrl fMHmonn, 'Amtlich tn (Kir ien

pilsudskis Dittatur in Polen.

Ter Landtag erneut vertagt.

warfcha«. 1 Ree. (WB.) Der polnische Canbtofl. der heute nachmittag za feiner ordentlichen wrfafhinflt.mdbifl vorgesehenen lagung jukmmen- getrrtrn Ist. wurde einige Minuten nach Eröffnung der Sitjang. durch ein Betret de» Präsidenten, da» 00m Vizepräsidenten Vr. Bartet verlesen wurde, bl» zum 28 6 TU. also di» tu dem läge de» AdIanse » der CegII0turperI06e oee- lagl Wie in parlamentarischen Kreisen erflärl wird, dürfte die Regierung offenbar fürchten, dasz der «usfdiuh. an den der Voranschlag verwie­sen werden full, da» von der Regierung einaebrachtr. stark abgekürzte und nicht in die Ltnzei- hellen gehende Budget al» nicht geeig­net für eine Beratung angesehen werde. Vie Ver­tagung Ist von den Abgeordneten aller Parteien mit Entrüstung ausgenommen worden. AI» Vr Bartet da» Dekret verlesen hatte, sprangen die Abgeordneten von Ihren Sitzen und man hörte Rufe wie ...Teiglinge!, Ihr fürchtet Euch vor der Kontrolle über Eure Zlnanzwirtschast!"

Kurswechsel in Moskau?

Neue Annähcrungopolitik in Europa

Romn 0. 3. Rod. (TU.) Die au» Moskau ge­meldet nnrd. h ! bu» politische Bureau dem Außen- fommiflur Tschitscherin neue Vollmachten für Irnu- e .iropapohtif regeben. Augenscheinlich ist e» zwischen Tschitscherin und Stalin zu einem Rom- proml b gefonimcn. Unter dem Druck der Ver­hältnisse hn Stalin die Abwehr der inneren (Befuh­ren übernommen, wahrend 7'chitscherin die euro« väifche Politik in die 5>and genommen hat. Die Beteiligung der Lowsetregienmg nn der (Benfe r flbrüftungtfonferenj zeigt, wie informierte Rreste wisten wollen, daß die toorofet- regle rung neue« Untere fk an Amerika und England gnuonnen £at. Man glaubt in maß- gebenden Br ifen der sowietnmon, daß versucht werden wird, die Verbindung mit diesen Vänöem wieder a u f zu ne h m e n. Wie e» heißt, wird die Sorojetregiening auch mit China die Verbindung wieder anzuknüpicn versuchen. Die Perfonalverände- rungen in ben 1 rssischen biploinatiiitwn Posten deu- mit Anhängern be^ ^entnalfomitee« ju besehen. E» heißt, bah bi<'c Personalverandenmgen noch nicht abgeschlofsen sind. Die verlautet hat Tfchitscherm besondere Vollmachten für Bcrbmblungen mit Frankreich erhalten.

Sin AeichsverwaliungSgerichl.

Ein weiterer Lchritt zurBerwaitungsrefornt

Berlin. 3. Ron (WTB > Unter dem Borfiß de» Reichskanzler» sand am 3. d. M. in der 'Reichskanzlei eine Besprechung über die Schaffung eine» 'Rei.hsverivaltiingsgerichte- statt, an der her preußische Ministerpräsident, die betei­ligten Reich Minister, der preußische IVinifter be» (Innern unb die Keicrenl. n de preußischen Ober- Verwaltungsgerichte, sowie der Reich» spar- f 0 m m I f i a r teiliwbinen. Vie eingehende Aus- < du, Der preußische Vorschlag, da.- preußische Ober- oerwaltungsgericht in dem in Berlin zu s.haffenden R> ichSDerwaltung^gericht auf geben yi tasten und die 3ultänbiafeit diese» Reichsverwal- inngsgerichte» auch für die Sachen zu brgninben. für welche bisher dos preußische Vdrrverwaltung»- (Kridyt zuständig war. wurde allfeitig begrüßt. Der Reich»mmister des Innern wird fofort auf der so gewonnenen (BninNage gemeinsam mit allen bc- uiligten Stellen die noch erforderlichen Schritte vor- nehmen.

Vie Bejpredjnng über die Errichtung eine» Reich«vcrwSiNingsgerichte> >'t insofern von beson­derer Bedeutung, als sie neben der gestern bekannt- gegebenen Neuordnung der Landes- arbeitsam ter die erst, größere Aktion des Ausschusses hir die Berwaltungsreform ist. den die Reirbsregierung unter Zuziehung bet Spar- kommistar» aus Mitgliedern bes Kabinett einge­legt hat. In den heutigen Besprechungen ist aller- drng» mit Preußen zunächst nur eine grunds 8 ß - 11 ehe Emigiina erzielt v den Tie weiteren Ver­handlungen über d>e Errichtung des Reichsvermal- führt werden einmal find 1 och VmvlDerbanblimgcn mit den zuständigen pre ißi'chcn Stellen über ZV- tailfragen notwendig. Es besteht der Plan, daß da » Reich das preuhifd)e_ Oberverroal- tungsgericht das seinen Sitz in der stzarden bergifrahe ha' unb die dazugehörigen Beamten übernimmt Tie Verhandlui gen mit Preußen durften also unter anderem die finanziellen, perso- ncllen. ferner Zustündigkeitsfraaen ..mfasien. Dazu kommen dann noch die Peri,and'.:ingen mit den übrigen Ländern, soweit diele Verwaltungs- grrichte haben. Cs ist anzunehmen. daß das Reich diese Besprechungen unverzüglich einleiten wird. Das Reichsverwaltungsg«richt würde sich sinngemäß auf den Kreis der Aufgaben dieses Gebietes erstrecken, die jetzt be den Ländern liegen.

Oie Besoldungsresorm im Haushaliausschuß.

Berlin. 3 Rot». (V. D. Z.) Vachdem ber ^au^frj'tc utfidruf; ix-S !Rc;<betc ,t3 am Mittwoch die allgeme in Aus-'rrachv über die Finanzlage des Aeichcs t>ecmset hatte, trat er am Donnerstag in die "Beratung des neuen Del oldungs - gesetzes selbst unb der damit verbundenen Entwürfe und Anträge ein.

Oie Yankees in Südamerika.

3ur Eröffnung des panamerikanischen Kongreffes in Havanna.

Demnächst beginnt in Havanna ein neuer panamerikanischer Kongreß, besten Ver­lauf von allen amerikanischen Ändern. nicht zum wenigsten in den Bereinigten Staaten mit lebhafter Spannung entgegengesehen wird. Die (Einrichtung dieses panamerikanischen Kongresse» ist eine recht alte. Sie reicht zurück bi» zu der Zeit, da der sehr bekannte amerikanische Staatsmann James G Blalne während der zweiten Präsidentschaft Harrison» in der Zeit von 1R89 bi» 93 Staats- fclretär unb Leiter der auswärtigen Politik war. Er fetzte den Gedanken einer allameritanl- (eben Eisenbahn und einer amerikani­schen Union in die Dell zwei Gedanken, die heute noch von ihrer Verwirklichung weit entfernt sind, aber noch lebendig sind und manche Verwand­lung diirchgemacht haben. Die amerikanische Union al» solche besteht freilich und besitzt sogar einen prunkvollen Palast in Washington, in dem Vertreter aller amerikanischen Länder hausen und es sich wohl lein lasten. Don Zeit zu Zeit werden auch an ver­schiedenen Orten des gewaltigen Doppelkontinents panamerikanische Kongresse abgehalten, auf denen man im allgemeinen In Verbrüderung.festen schwelgt, gelegentlich aber auch den Nordamerikanern sehr derbe Wahrheiten sagt.

Weniger durch geschickte Diplomatie als durch eine teil - geschickte teils brutale Wirtschafts­politik haben sich die Bereinigten Staaten aller­dings eine Art von Vorherrschaft auch über Süd­amerika v« erringen verstanden. Freilich haben sie sich damit auch heftige Gegner geschossen. In früheren Iahrrehnten ließen sich die schwächeren mittel- und südamerikanischen Staaten den Schutz Nordamerikas auf Grund der Monroe-Doktrin gern gefallen und versteckten sich dahirfter. wenn sie glaub­ten sich europäischen Schuldverpflichtungen auf diese 'Weise entziehen zu können. Aber diese» Schutzver- hältnls hat doch auch sehr starke Trübungen durckh gemacht. Von dem mexikanischen Krieg gegen die Mitte bes vorigen Jahrhunderts, her ein reiner Eroberungskrieg war unb den Bereinigten Staaten den Bestfi von Texas unb Niederkalifornien embrachte. ganz abgesehen, sei an die Losreißung der heutigen Republik Panama von Rofumbia er­innert Das war bas Vorspiel zum Bau des Pa­nama-Kanals. und die Revolutton war von Ame­rika au» in Szene gesetzt worden, heute ist Panama nichts weiter als eine amerikanische Kolonie. Voran- gegangen war der spanisch-amerikanische Krieg im Jahre 1898, der mit dem Ucbergang der Insel Porto Rico in den Besitz der Bereinigten Staaten und deren Protektorat über Havanna endete Zwar genießt heute fiaoannn nach außen hin Selbständigkeit tatsächlich jedoch befiehl das amerikanisch? Protektorat in verhüllter txorm fort. Sehr viel böses Blut hot in ganz Mittel- und Sud- omeiika bas Eingreifen der Bereinigten Staaten in dir inneren Wirren der mittelamerikanischen Re­publik Nicaragua gemacht, was wohl noch frisch in der Erinnerung ist. Schließlich haben sich die Ame­rikaner durch die Art. wie sie das Schiedsamt in dem Streit zwischen Chile und Bern um das Gebiet von Tacna Arica ausübten, in beiden Ländern keine freunbe erworben. Die «x-lpannt bas V hältnis zwischen Nordamerika unb Mexiko heute unb seit langem ist. dürste bekannt sein.

Wie diese Angelegenheiten sollcn auf dem Kongreß in Havanna zur Sprache gebracht wer­den. und den Nordamerikanern liegt sehr viel daran, gar zu fdy.idc Angriffe zu verhindern. SS geht eine sehr starke Delegation unter Führung deS Staatssekretärs Kellogg hin. und cS ist togar ein Betuch deS Präsidenteit E v v I i d g e in AuSticht gestellt worden: ob eS dazu kommt, ist allerdings noch zweit^-uft. Ader auS diesen Vordem tun gen ist ersichtlich, wie eifrig die Ame­rikaner bestrebt lind, nach außen hin möglichst die Einigkeit und Einheitlichkeit des ganzen ame- rikani'chen Kontinents zu betonet Aur im Dar­udergehen ki erwähnt, daß auch in dezug auf tte geographische Bezeichnung cm Unter!chd befiehl. Man sprich jenseits des Wtamischen Cscans nich von zwei selbständige'. Kontinenten Rprf*- unb Südamerika, sondern mir vc" dem amerikanischen Kontinent.

T:c eigciuhdKn Führer in her Berocgan^ geg.n die absolute Bochernchoft der Bereinigten Staate 1 inb die drei :1bc Länder, nämlich Argen

linier Brasilien und Chile, d:c sich gele- arnttid» schon <ruber in diesem Sinn zuiammenge icblofien hatten. E» kommt hinzu, haft gerade in Ar- a-mmirn unb Brasilien die wirtschaftliche

Adg. Silenbcrgcr (Bayer. Bauernbund 1 beantragte die DuochuyruTig der Be^oldungs- rcgclung zurückzusteUen und nur eine Hilfe für die unteren Beamten einzuleiten.

Beschürffen wird, die Beamtenorgani- 1 a; 1 onen zu hören. Es soll hd) aber feine Erörnerung an'chteßeir Geladen werben 14 Or- ganiianonen der Beamten, AuHesta^ds eamten, der .Kr:egsdc'chädiglen und Offi-ziere.

Berichcerstat ter Abg. Steinkop' tSoz., skizziert den Inhalt der Borlage Das OrtS- klaffenVerzeichnis werde neu aufgefieih. Pic Rcgrcrung wolle aber erst einmal eine ge­wisse Stabilität der Mieten abwanen. Die unterichedliche Behandlung der Sedigen beim Vrhnun^geldzuschuß bringe gemifk ilnqc- reehtigkeiten. Die 'Reuorbmmg bringe den Spä­teren c.nc Berschechterung. Dee ^^»ersicheTi über die Beioldungsgruvven feien jetzt schwierig.

VormachtstellunHi der Bereinigten Staaten durch den Weltkrieg und besten folgen einen starken Stoß erlitten hot. Diele beiden Länder sinb ebenso, roie Chile an der Westküste, finanziell unb wirtschaft­lich ungemein erftarft und in schnellem Huf- Ichwung begriffen Da ist e» nur selbstverständlich, baß sich bei ihnen bei» Macht- und Selbstbewußtsein immer schärfer durchsetzt. Eine gewisse Vormacht- stellung wird natürlich Nordamerika dank feiner wirtschiftlichen Uebertegenheit immer behalten. Aber gerade der demnächst ftatthnbenbe ollarnertkanische Kongreß wirb vielleicht wiederum den Beweis dafür liefern, daß die Bäume nicht in den 5stnnnel wach­sen. (Fine Lehre sollte Europa daraus ziehen. Die großen südamerikanifchen Republiken werden immer unabhängiger von Europa in wirtschastspolitifcher Beziehung. Es gehen bort langsam der europäischen Industrie Absatzgebiete verloren, die mir bann eini­germaßen gehalten werden können, wenn sich die europäischen Mächte u n t e r e l na n be r über Ihre

Wirtschast»- unb Produktionsverhältnisse bester unb gründlicher verständigen, al» die» zur Zeit der «fall ist Die amerikanische Eesahr. die (rüber nur von Nordamerika drohte, ist jetzt viel mehr Im Begriff, xu einer südamerikanifchen zu merten. Infolgedessen sollte man bei un» diesen Vorgängen mehr Aufm.rk- samkelt widmen, al» e» hn allgemeinen ZU geschehen pW-

Mexiko hebt den Boykott amei-ikanischek- Daren ans.

Washington. 3. Nov (XU ) Nach einer Un­terredung bes neuen Botschafter» Mr. Morrow mit bem Prasibenten Talles hob Der Präsident bas Verbot für alle mexikanischen Beljorben unb Beamten auf, Waren iiorbamerikanifchen Ursprungs zu kaufen. Es wirb barin eine Entspann ung ber Beziehungen zwischen ben Bereinigten Staaten unb Mexiko erblickt.

Italiens Mitielmeeransprüche.

Lin Leitartikel be» ..Lavoro b Italia" entwickelt die Auffassung Italiens gegenüber den verfchiedenen Seiten, bic bas Marokkoproblem zeigen könne, von aktueller Debeutung sei vorläufig nur bas Ian- gerproblem. bas Jranfrelch absichtlich ver­schleppe. Da» einzige Mittel, bas langerproblem zu lösen, fei burch Einberufung einer ttonserenz zwischen Frankreich, Spanien. Englanb unb Italien. Frankreich aber wolle nichts von einer berartlgen Lösung wissen. Frankreich allein trage die Verant­wortung für ble a n 0 r m a I e Lage von langer unb blc Folgen, die sich daraus entwickeln könnten. Da» französische Ministerium des Auswärttgen fc.che, Ita­lien den Weg im Mittelmeer zu versper­ren. Tkicht nur In Marokko, sondern überall. In Tanger, Tunis, auf dem Volkan unb im Donau­becken bekämpfe ble französische Politik teil» offen, teils heimlich bic italienische. Icßt spreche man wiederum baoon. baß Frankreich vor dem 15. No­vember einen französisch - fngosiawischen Pakt unterschreiben werde, um Iugostawien zum Angelpunkt der französischen Politik auf dem Vol­kan zu machen. Lin solcher Pakt wäre, solange die italienisch-fugoslawifchen veziehungen nicht geklärt seien, sehr bezeichnend für den Geist, ber in Pari» gegenüber Italien herrsche Frankreich könne die­jenige Politik einschlagen, die ihm beliebe, aber man sollte die Heimlichtuerei beiseite lassen und nicht be­haupten. daß die Freundschaft mit Italien sich ver­tragen könne mit einer solchen politifdxn Richtung. Sollte sich Frankreich auf diesen Weg begeben, bann wäre ber Weg Italiens gleichfalls ge - kennzeichnet.

England sekundiert.

Die französisch-spanischen Bcrhandlnngrn über Tanger.

London. 3 Aov. (XU.) Der Zweck beS iraiienilchen ZlortenbesucheS in Tanger, für den die ..Times" in ihrem heutigen Leitartikel den verichiedentlich gemachten Vergleich mit dem Beiuch des früheren deutschen Kaisers im Jahre 1905 oder der Entsendung deS ^Panther" nach Agadir im Jahre 1911 ganz entlchieden ablehnt, ist nach Ansicht des Blat­tes der deutliche Hinweis an die Mächte, daß Italien daS 1923 vereinbarte Abkommen über Tanger a l s wichtigste Mittelrneer- macht nicht annehmen kann. Die ..TimeS" unterstreichen heute noch einmal die Auffassung der britifchen Auhenpe^itik. daß Italien einen Rechtsanspruch daraus Hal. in der Tanger­verwaltung gebührend vertreten zu fein, meint aber gleichzeitig, daß -m gegenwärtigen Augenblick lär die Verhandlungen -weichen Frankreich und Spanien weder di« Be- teiligung Italiens noch Großbritanniens vrn irgendwelchem Autzc: wäre. Vach britischer An­sicht ki bereits viel gewonnen, wenn zwischen den beiden Ländern ein Abkommen über die Gendarmerie unb andere ausstehend« Fra­gen erreicht werde. Das gegenwärtige

V e r w a 11 u n g s s h st e m in Tanger bare unter k-htoiertgen Umständen bowiesen. daß es leistungs- fähig sei. Wenn es erweilert werden fön nie. sollt« Tanger in her Lag« sein Q tarne Verwaltung zu verfügen, um dann ein« Politik der offenen Tür für den Inter­nationalen Handel in Zeiten des Friedens und der absoluten VeutralitÄ im Salle des Krieges zu betreiben.

Frankreichs Bündnisplöne aus dem Balkan.

Paris, 3. Vvv. (WB.) 3u der von dem Pariser Korrespondenten des .Dailp Heia Id" brr breiteten Nachricht, daß ble französische Re­gierung am 15. November ei wen Bll ndnis« vertrag mit Slldslawien abschließen und damit dieses Land zum Pfeiler der französischen Batkanpolittk machen werde, erklärt die Havas- a gen für, die Regierungen von Parts unb Bel­grad verhandelten feit mehreren 71 ton al en über den Abschluß eines Schiebsgervchrs- unb .^reundschaftsvorstrages. doch sei ber ^Zeitpunkt für die llnterzeichrung noch nicht fcflylebi. Diese Verhandlungen formten übrigens weder 31 a l i en noch England beunruhigen, da beibe Länder durch Frankreich über den Eharakter und den (Gegenstand der Verband- lungen auf dem laufenden gehalten wordea seien.

Oie römische Frage.

(Stinc (Srflnriinfl des spanischen Botschafters beim Batikan.

Aom, 3. Iloo. (XU.) Der spanische Bot­schafter denn Vatikan, Admiral Magaz, der traditionell der römischen Kurie sehr nah steht, hat einige bead>t end Urne Aeußerunacn zum Stand der römischen Frage getan. Der Bot­schafter erklärt, daß feinem Votssen genwih im Vatikan in der Xat dem italienischen Sta ite gegenüber ein Gefühl der Dankbarkei t be­stände da u. a. der Aeligions unter­richt wieder als obligatorisch angeführt und das Kreuz in den Schulen unb anderen öffentlichen Gebäuden ausgestellt worden sei Aber bis eS zu einer vollen Aussöhnung zwischen dem Vatikan und Quirtnal kommen könne, sei -och ein langer Weg zurückzulegcm dem ständen noch manche Fragen im Wege0 vor iIlern auch das Problem der weltlichen Macht bes Papstes Ss käme dem Papst nicht auf eine kleineres ober größeres Gebiet an. sagt der Botschafter, sondern formell und effektiv mülle bte weltl i che Souveränität des hel- ligwi Stuhles wiederherg'steilt werden

Der König von Spanien in Neapel.

Avm. Z.Aov. lTU.) Heute morgen traf der König von Spanien zur Teilnahme an bet? 5)ochzcii Der Prinzessin Anna von Frank, ich mit dem Herzog von. Apulien an Bord des Kreuzern .Infante Alfonso" in Aeapel ei". Ein ttalientlches Geschwader fuhr dem 5<önig entgegen. Der König ist mit dem Sinnig vnn Belgien Trauzeuge für die Prinzessin A>ma.

Sei er Meenung nach fd bi? Beiotdungsorbnunu von 1923 nicht Io mangelhaft gewesen, daß s hätte umgearbeitet werden müssen- So würden die Kämpfe um die Besoldung nicht aufhören, i andern verschärft fortgesetzt werden. Ale 2rgcorbncter stelle er ben Zlntrag. darüber cb^j' armen, ob man von der Ordnung vo 1920 ober ber neuen Vorlage ausgehen wolle 211 berichtetftartcr Abg. Dauer lBV.? bittet um Aufklärung, weshalb für die Deh rmacht und bi« Pottzei eine besondere Beioldungs- orbunng ausgestellt werde. Gr forbert weiter L'ck-erheit für die Beamten der Aeichsbahn, bat sie nicht schlechter als andere Beamte be­handelt würden. Die Sntlche dung darüber, ob der Beratung die Vorlage zugrunde zu legen oder ob man von der Besoldung von 1920 ausgehen soll, wird auf Zreitag vertagt.

OerSaU ^uchs.

Darmstadt. 3 Aon. < Wolff.) .su bet einstweiligen Amtsenthebung des Aegierunas» rates Fuchs erfährt das tDTB von amt­licher Stelle, der Oberreich-anwalt habe die Ausdehnung des ^K^itertuchungsoer^ahrens auf Reglernngsrat Fuchs, der ' ch nach we rar auf freiem Fuße befindet, abgclehnt unb lediglich die Einleitung eines p o11) et I chen Ermittlungsverfahrens verfugt, indem sich bis jetzt neue verdacht-Momente gegen 'Ke- gierungörat Fuchs nicht ergeben haben. Die durch die Presie gegangene Vachncht, daß bei der einen verhafteten wichtige Geheim- alten gesunde!' worden seien, die sie vom Regier an gerat m hessischen Mniftenum erhal­ten habe unb offenbar an die Franzosen Habs auölie^cm tro.ien, entbehrt nach dieser amt- lichen Derleiutoarung jeder Begründung.