Am ForellenwaMr.
Von Erwin Hesse.
Ueber den goldgelben Teppich des blühenden Hahnenfußes gehe ich am rauschenden, plätschernden Bach stromaufwärts. Froh schlägt der Zaunkönig in den wispernden Ufercrlen, und die Schwarzdrossel grüßt mich vom alten überhängenden Weide nbaum.
Von hier, wo der Bach weißschäumend und mit scharfem Knick aus dem Bergwald heraustritt, bis zür Nevierarenze darf ich angeln, und manche starke Forelle habe ich schon aus dem Wildwasser geholt, das bald flach und rasch zu Tal strömt, bald tosend stürzt und bald kristallklar oder grünschinnnernd in tiefen Kolken steht.
Prüfend blicke ich auf die dünne Seidenschnur, den langen wasserhellen Vorschlag und die künstliche Fueae mit dem winzigen Haken, dann fällt der tuckrsche Koder leicht auf die ruhige, dunkle Stelle vor dem unentwirrbar verschlungenen Wurzelwerk der Schwarzerlen, zittert über der Strömung und ruht auf dem blitzenden, smaragdfarbenen Spiegel, über dem ein Mückenschwarm im Sonnenglanz den Hochzeitsreigen tanzt. Ich gehe weiter, und lasse die schnür nach dem gischtsprühenden Wirbel drüben norm Ufer fliegen, nach der glucksenden Strom- amelle vor dem großen Haselstrauch und dahin, wo .ine Forelle nach Fliegen aufging. Doch umsonst.
Aber dann, gerade vor den mürrischen, algen- überwucherten Steinen schnellt sich eine funkelnde .Forelle nach den täuschenden Härchen und Federchen empor und will damit in ihre Uferburg zurück doch svät! Anhieb, Rutenschuranken, Rollenrasseln', und -ch hebe eine mittelstarke Bachforelle aus dem durchsichtigen Wasser. Wenige Griffe und sie sitzt im Fischkasten, aus dem ihr Wut lmd Wildheit nicht heraushelfen.
Wieder fällt die schillernde Fliege auf das schwor,zfilberne Wasser, hierhin und dorthin, je nachdem es zwischen den hindernden Zweigen möglich
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den
Ehrenpreis erhielt Hirzenhain. Rach-mittags bewegte sich ein ansehnlicher Zug nach dem Sportplatz, wo die Gäste empfangen wurden.
]:[ Usenborn, 3. August. Am Sonntag wurde zum ersten Male nach dem Jahre 1912 in unserem Orte eine regelrechte Kirchweih gehalten.
Kreis Schotten.
errungen haben, in dieser Beziehung unter Kulturnationen an erster Stelle zu stehen.
'undheitlichen Verhältnisse der Kleinkinder, 7Q)vlkinder und Jugendlichen, wie sie im Jahre 9 ..4 nach den vrrangegangenea schlimmen Zeiten d; angebahnt hatte, cmzuhalten. Diese günstige v/ikrenitmdlung ist aber in der zweiten Hälfte 1:5 wahres 1925 durch die wiedereingetretens Verschlechterung der Wirtschaftslage erheblich gehemmt, ja vereinzelt sogar rückgängig gk° , acht worden, besonders in den großen Jndustrie- ntren. Bemerkenswert ist, daß vielerorts, na- ! deutlich bei den älteren Schulkindern, dieDurch- amitlszahlen für Länge und Gewicht zum Teil recht erheblich hinter den Rormolzahlen zurück- bleiben. Die Sauberkeit der Schulkinder wird fast । beraH als erheblich gebessert angegeben. Obwohl die Tuberkulose in diesem Alter im ganzen zurückgegangen ist, kommen an einzelnen Stellen immer noch mehr oder weniger zahlreiche Erkrankungen und auch Todesfälle vor. Auch der Kropf ist, teils infolge der Zodkalibehandlung, an verschiedenen Stellen auch ohne eine solche, im allgemeinen im Rückgang.
Heber den Zu st and der Zähne liegen zwar nur wenige Beobachtungen vor, doch scheint Zahnkaries noch recht häufig beobachtet zu werden. Die ungünstigsten Verhältnisse zeigten hinsichtlich der Zahnbeschaffenheit die elf- bis zwölfjährigen Kinder.
Wie sähe es wohl in Deutschland auf gesundheitlichem Gebiete aus, wenn wir nicht über den grandiosen Aufbau der Fürsvrgemaßnohmen sowie der Einrichtungen der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege verfügten? Wenn auch ein großer Teil der gesundheitlichen Fortschritte der zrrnehmenden Beachtung zu danken ist, die seit mehreren Jahren der körperlichen Ertüchtigung durch Leibesübungen, Sport und Wandern geschenkt wird, so gebührt der öffentlichen unb privaten Hilfstätigkeit in erster Linie der Dank für das im allgemeinen erfreuliche Bild. Was ein Volk für seine Gesuirdheitssürsorge ausgibt, ist ein Maßstab für seine Kulturstufe überhaupt. Möchte Deutschland recht bald wieder den Ruhm
□ Laubach, 3. Aug. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde zunächst über die Erbauung einer Försterwohnung (für Förster Neuß) beraten. Zur Erbauung durch den Staat joll ein entsprechender Zuschuß seitens der Gemeinde gebeben werden. Weiter wurde der S t a a t s v 0 r a n- fchlag betr. Realschule beraten. Der Beitrag der Gemeinde wird sich auf 6881 Mk. belaufen. Sodann wurde die G e m e i n d e st e u e r für 1927 in ihrer Zusammensetzuna besprochen und auf 10 329 Mark festgesetzt. In Ausführung $C5 Pachtvertrags zwischen dem gräflichen Hause und der Stadt bezüglich des Ziegelwerks wird die Bewertung der Gebäudeteile der gräflichen Ziegelei erörtert. In Erledigung einer Eingabe des Försters Stotz und Gen. wegen Pflasterung des Kirchplatzes wird beschlossen, den Platz um die Kirche zu pflastern und den übrigen Teil zu beschottern. Die Festsetzung der V e r äs' stä d t. Baumwärters und des F____
Wärters wird einer Kommission übertragen.
□ Laubach, 2. Aug. Dieser Tage unternahm der Zweigverein La ubach des Vogelsberger Höhenclubs einen Ausflug in das idyllische Feldatal. — Am gleichen Tage hielt im „Solmser Hof" zu Laubach Kreisobstbauinspektor Metternich (Büdingen) einen sehr anziehenden, lehrreichen Vortrag über die Frage: „Wie müssen wir jetzt Obstbau treiben?" Der Vortrag war leider nicht so besucht, wie er wegen seiner wertvollen Ausführungen, die viel Neues boten, verdient hätte. — Wie bereits gemeldet, hat die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft am hiesigen Bahnhof verschiedene Gebäude errichtet, da die bisherigen Räume nicht mehr genügten. Die neuen Bauten wurden nunmehr bezogen. An (Betreibe, Futter und Düngemittel wurden gegen 13 500 Zentner im Werte von über 60 000 Mk. im vorigen Geschäftsjahr abgesetzt. Der erzielte Reingewinn von 620 Mk. wurde je zur Hälfte dem Reserve- und dem Betriebsfonds überwiesen.
(I) Köddingen, 3. Aug. Gestern fand die Beerdigung unseres früheren Lehrers Richard Bechtold in Ober-Lais statt. Der hiesige Gesangverein und das halbe Dorf fuhren mit Postautos zur Begräbnisstätte. Am Trauerhause sangen zunächst die Schüler des Verstorbenen unter Leitung ihres früheren Lehrers Karl (Ortenberg). Der Musikverein Eckartsborn spielte ergreifende Trauerweisen auf dem Wege zum Gottesacker. Hier sang zunächst der Gesangverein zu Eckartsborn. Dann hielt Pfarrer Weidner die Grabrede an Hand des Textes „Wahrlich, so wahr der Herr lebet, es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode". Weiter sang noch„ -er Gesangverein Köddingen. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt- 3n jedem Aachruf wurde die Pflichttreue, der Fleiß, die Kollegialität, der aufrichtige Charakter und das herrliche Wesen des Verstorbenen hervorgehvben.
Kreis Alsfeld.
v Homberg, 3. Aug. Im Basaltwerk der Mitteldeutschen Haristeinindustrie ereignete sich dieser Tage ein Unglücksfall. Während der Arbeiter F. Carl aus Nieder-Gemünden auf der Sole des Steinbruchs beschäftigt war, stürzte eine Basaltsäule ab und schlug auf einen Dasaltblock. Durch den wuchtigen Aufschlag sprang ein Splitter von beträchtlicher Größe ab und traf den Arbeiter so stark am Hinterkopf, daß er sofort zusammensank. In schwerverletztem Zustand wurde der Verunglückte im Auto nach Haufe geschafft.
x» Nieder-Gemünden, 3. Aug. An einem Postkraftwagen, der eine Anzahl von Einwohnern unseres Ottes am letzten Sonntag nach der Ederial- sperre gebracht hatte, erfolgte auf der Rückfahrt kurz hinter Waldeck ein Achsenbruch, der die Heimkehr der Ausflügler erheblich verzögerte, sonst aber ohne schlimme Folgen blieb.
L Ober-Ohmen, 3. Aug. Don einer großen Firma der chemischen Industrie wurde unserer Schule eine schöne Sammlung von Mitteln zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft, im Garten- und Obstbau zur Verfügung gestellt. Die Präparate sind teilweise in besonders anschaulicher Weise in eigens dazu her gestellte Gläser gefüllt und teilweise in den Originalpackungen enthalten. Ergänzt wird die^Sanrmlung durch zahlreiche zum Teil farbige Tafeln, aus denen bte Schädlinge in Wort und Bild erläutert sind.
ist' und wieder hascht eine arglose Forelle danach. Diesmal ist es schwierig, sie heranzuholen, denn überall sind Erlenäste und Geißblattranken im Weg, aber schließlich glückt es doch, und ein Schwung mirft sie auf das braune, sonnenlichtüberschüttete Fallaub des hohen Ufers.
Inzwischen ist es schwül geworden. Ich glaube, es gibt ein Vormittagsgewitter. Nur herrisches Buchfinkenschmettern und ferner Wildtaubenruf unterbrechen zuweilen die Stille ringsum, und um die flimmernden Blätter spielen die Mücken.
Unablässig werfe ich die Kunstfliege auf das eilige Waldwasser, immer dorthin, wo ich Forellen vermute, unter Erlenbüsche und zwischen schaum- umbranbete Klippen, vor glitzernde Strudel und auf klare Kolke, doch kein dritter Räuber geht danach hoch- So vertausche ich denn die rötliche Fliege gegen die Heuschrecke und versuche von neuem mein Glück.
2In der schmalen, aber tiefen, dunkelgrünen Stelle dort im Schatten der fast fchwarzstämmigen, überhängenden Zwillingshainbuche steht eine schwere Standforelle, die den angebotenen Köder nie an- nahm, denn sie findet überreiche Nahrung. Gerade vor ihrem Kolk stürzt der Bach mit rasender Eile durch einen engen Spalt zwischen riesigen, moos- imd algenbedeckten Granitbrocken, und Dem drunten im schattigen, schwarzgrünen Versteck lauernden Raubfisch muß aüte zum Opfer werden, was der Bach hinabspült: Fischbrut imb Würmer, Schnecken, Larven, Flohkrebse, Falter und Käfer, mitunter auch eine Maus oder ein von der Niststätte heruntergepurzelter Jungvogel und mancher vorüberschwim- wende Fisch.
Vorsichtig suche ich mir eine Stelle, an der mich die Zweige nicht am Wurf hindern, vier Schritt oberhalb, wo der Waldbach auf den eigensinnigen Granit stößt, der sich seiner Hast hemmend entgegenstellt. Aber vergeblich werfe ich die Heuschrecke auf den grünen Spiegel. —
3m Westen grollt ein Gewitter. Immer matter wird der Glanz des von dunklen Hainbuchenstäm-
Oderhessen.
Landkreis Gietzen.
OO Klein-Linden, 3. Aug. Schon einige Wochen lagern am Viadukt der Umgehungsbahn und am Südende der Frankfutter Straße etwa vierzig Fässer mit Teer, vermutlich, um der furchtbaren Staubplage in der Frankfurter Straße Einhalt zu tun. Es würde nun von den Bewohnern der Frankfurter Sttaße mit Freuden begrüßt werden, wenn endlich mit der Arbeit der Teerung begonnen würde, denn unsere Jugend hat zu ihrer großen Freude und zum noch größeren Merger der Eltern Mittel und Wege gesunden, die verschlossenen Fässer auf ihren Inhalt zu untersuchen und einige sogar anzuzapfen. Die ßeibtragenben sind natürlich die Eltern, die vergeblich versuchen, die Kinder von dem Teer abzuhalten. Die Anwohner der Frankfutter Sttaße wäre also der Straßenverwaltung doppelt dankbar, wenn die Teerung der Sttaße baloigst vorgenommen würde.
ck. Heuchelheim, 3. Aug. Di« Korn- ' ernte ist hier bereits beendet und man fängt schon mit dem Schneiden der Gommersrucht an. Die Ernte ist in der hiesigen Gegend sehr gut geraten. Der Halm des Kornes ist lang und kräftig und auch die Aelhre ist dadurch, daß sich das Korn kaum gelegt hat, schr gut entwickelt. Allmählich gehen unsere in ihren Berufsangelegenheiten sehr konservativen Landwirte bei der Aberntung des Getreides zu dem modernen maschinellen Betrieb über. Man sieht in diesem Jahr öfters, daß das Korn mit der Grasmähmaschine beigeschnitten wird. Der Anschauungsunterricht, den die hiesigen Landwirte durch das in der Bähe gelegene Llniversitäts-Ver- suchsgut genießen, hat sicher zur Verbreitung moderner Auffassung viel beigetragen. Die Som- merfrucht, von der in der hiesigen Gemarkung hauptsächlich Hafer und Weizen gezogen wird, steht ebenfalls gut auf dem Halm und verspricht einen guten Ertrag. Auch bei den Hackfrüchten ist infolge des nassen Jahres ein gutes Wachstum zu verzeichnen, und man kann bei weiterer günstiger Witterung auf eine gute Ernte rechnen. Die Obsternte verspricht ebenfalls sehr gut zu werden. Aepfel und Dirnen zeigen einen) guten Behang.
Kreis Büdingen.
]•( Gelnhaar, 3. August. Am letzten Sonntag hielt der hiesige Sportverein „Eintracht" sein diesjähttges Sportfest ab. Es waren ungefähr 10 Vereine erschienen, die sich im friedlichen Wettkampfe ihre Preise holten. Den
Die
stehen zu lassen. Die Jnbetttebnahme kann erst im Frühjahr nächsten Jahres erfolgen.
. , vom Tv. 1860 Dad-Äauheim, mit
21,33 Meter an die zweite Stelle. Den (Stein-
stoß (befiarmig) gewann Wolf. Tgm. Biblis, mit 9,18 Meter, den: beidarmigen Stei-nstotz Groh,
beidarmigen Kugelstoßen kam der Hessenturner Ä. Langsdorf
Kreismeisterschaften in den ©onrnTerffielen. Aach sehr spannenden Spielen wurden die folgenden Kreismeister festgestellt: F a u st b a l l der Männer (bis 39 Jahre: Licht-Luftbad Frankfurt a. M.
hessisches Landestheater.
Gegen Ende Juni hat das große Haus des Hessilchen L a n de s t h e a t e r s in Darmstadt seine Pforten bis zur Winterspielzeit geschlossen, im Kleinen Haus finden dann alljährlich unter der Leitung von Direktor Adalbert Steffter Aufführungen von Operetten, gelegentlich auch von Lustspielen und Possen statt, die durchweg statt besucht sind. Sehr beliebt sind, neben den abendlichen, auch Aachtvotttellungen, die auf die Samstage und (Sonntage fallen. Die seltsame Erscheinung, daß während der warmen Ja^eszeit sich ein so großes Theaterbedürfnis m Darmstadt geltend macht, ist durch die ungenügende Berücksichtigung der ilnterhaltungskunst un Spielplan des Landestheaters zu erklären. Direktor Steffter. der schon seit Jahren nach Darmstadt kommt, ist Leiter des Stadttheaters m Bonn: er besitzt eine große Bühnenerfahrung, sich in der Zusammenstellung seines Ensembles, d.r Aufstellung des Spielplans und m den Inszenierungen bekundet, (sein Ensemble Ast eh t aus Bonner Kräften, die durch Darmstadter und durch andere Künstler ergänzt sind. Außerdem werden namhafte Gäste zur Mitwirkung herangezogen. So gewann die Ausführung der „Rose von St a mb ul" durch die Mit- wittung von Erik Wirk (Berlin) ein besonderes Interesse, und ein mehrmaliges Gastspiel des Kammettängers Karl Jörn in Lehars „P a- g a n i n i“ brachte stets vollbesetzte Häuser. Einen durchschlagenden Erfolg hatte auch Bruno H v r* brecht, der früher dem Landestheater als sehr geschätztes Mitglied angehötte und jetzt einer der erften Darsteller des Hamburger Schauspielhauses ist: er trat hier in den Possen „Wie einst im Mai" und „Meisterboxer" auf. Bei allen Aufführungen hatte Direktor Steffter die Spielleitung uni) verdiente sich auch auf diesem Gebiete seiner künstlerischen ‘Betätigung die volle Anerkennung des Publikums. E B.
men und ihren Schatten schwarz vergittetten, grüngoldenen Blattwerks. Plötzlich wird es fast Nacht, und im nächsten Augenblick öffnen sich donnernd die Hirnrnelsschleusen. Das rauscht und klatscht und trommelt auf das dichte Blätterdach, läßt nach und schwillt um so stärker an, und flüchtig sehe ich durch Wipfellücken arellzuckende Blitze. Bald steigt ein warmer Dunst von der nassen schwarzen Walderde auf.
Jetzt wird er wohl beißen, der alte Räuber drunten auf dem ftetnigen, von braunen Algen überzogenen Grund.
Rasch gehe ich zurück, und gleich darauf wippt die Rute, rasselt die Rolle, und bis zum Zerreißen spannt sich die dünne feste Schnur, so daß eine leise Drehung des Handgelenks statt des Anhiebs genügt. Rasend schnell schießt der Fisch hin und her und sucht loszukommen. Nur mühsam kann ich die Schnur straff halten, damit es ihm nicht gelingt.
Dreimal bleibt die Forelle scheinbar ermattet unter den dornigen Ranken des Wildrosenstrauchs stehen, aber dreimal versuche ich vergebens, sie zu landen und beim eierten Male schießt sie hinter die von weißen Schaumflocken umsprühten Klippen. Wenn das nur gut geht! Aber es geht, denn das feine Vorfach ist stätter als ich dachte.
Noch etwas Angst und schwierige Parterre- gymnastik auf den schlüpfrigen Uferfteinen, dann ist der Fisch so matt, daß er sich müde heranholen läßt, aber wütend schnappt'er nach der Hand, die ihm den Hakeu aus dem grimmig bewehrten Rachen lösen will.
Der Regen ist verrauscht. Das nasse Laub glänzt in der wiederkehrenden Sonne, und toller als zuvor geht der unterbrochene Mückenwirbeltanz weiter.
Nur wenig hat der Regen den Bergbach getrübt, der über Kies und Stein zieht, und noch drei gute Forellen, die gierig die nasse Fliege annehmen, werfe ich zwischen karminrote Waldnelkenblüten ins triefende Gras, während hinter mir irgendwo im Forst der Kuckuck ruft
Turnen, Sport und Spiet
Letzte Ergebnisse vom Kreislurnsest.
Faustball der Aelteren: Tgm. Eintracht Frankfutt a.M.
Trommel ball der Männer: Turnerschafk Güdingen.
Schleuderball: Mtv. Saarbrücken.
Schlagball: Tv. 1848 Saarbrücken.
Trvmmelball der Frauen: Allgem. Tv. Dudweiler.
Die Freundschaftsspiele im Handball der Männer hatten die folgenden Ergebnisse: Tgm. Dessungen - Tv. Eberstadt 4:4 (1:2); Gauturnerschaft Frankfurt — Main-Rheingau 6:1 (4:1). Im Handball der Frauen: Tgm. Ein-, ttacht Franfurt a. M. — Tv. Mainz 7:0 (2:0).
Die volkstümlichen K r e is Meisterschaften. In fast allen Wettbewerben Eonntem die Leistungen gegen die vorjährigen Kreis- meisterschaftskämpfe verbessett werden, ausgenommen in den Langstreckenläufen. Die 100 und die 200 Meter gewann wie feit Jahren! A. Halbig vom Tv. 1817 Maiüz in 11 bzw. 22,4 Sek. Die 400 Meter gewann der Altmeister Gg. Braun vom Tv. Homburg v. d. H. in der glänzenden Zeit von 51,6 Sek. knapp vor dem Hessenturner Kuno May vom Tv. 1860 Bad- Rauheim (52,4 Sek.). Die 800 Meter gewann Kuno May vom Tv. 1860 Bad-Ti anheim tn 2 Min. 1,8 Sek., einer Zeit, die bei keiner; Kreismeisterschaft der D.T. in diesem Jahre bis jetzt gelaufen wurde. Im 1500-Meter-Laus siel die Meisterschaft Hofmann vom Tv. 1860 Frankfurt a. M. zu (4 Mim 20 Sek.). Die 110-Meter-Hürden gewann Prieß vom Tv. Kreuznach in .16,3. In den Staffeln wurden! spannende Kämpfe geliefert. Sieger blieben: 4mal-100»Meter-Stafsel Tgs. Sachsenhausen, 45 4 Sek.: 3mal-1000-Meier-Staffel: Tv. 1817Mainz, 8 Min. 22,2 Sek.: 4mal-400°-Meter-cStaffel: Tgst Sachsenhausen, 3,35 Min.
Recht beachtenswerte Ergebnisse wurden im den Sprung konkurrenzen erzielt. Der Hochsprung von Stieb, Tgm. Bornheim, mit 1.77 Meter, der Weitsprung von Prieß, Tv. Kreuznach, mit 6,70 Meter, der Stabhochsprung von Kern, T.-u. Spv. Mainz, mit 3,50 Meter sind Leistungen, die bald an die D. T.-Höchsllei- stungen herankommen.
Das Kugelstoßen best- und beidarmig gewann, wie vorauszusehen war, der bekannte Mehrkämpser Wengenroth, vom Tv. 1860 Bad-Rauheim, mit 12,50 bzw. 22,99 Meter. Im
160 jähriges Jubiläum der Hess» Brandverficherungskammer.
Lpd. D a r in st a d t, 3. Aug. Heute vormittag fand im Festsaal der Bereinigten Gesellschaft aus Anlaß des 150jährigen Jubiläums der Hessischen Brandversicherungskammer eine akademische Feier in Anwesenheit von Aegie- rungs- und Parlamentsvertretern statt, der auch Vertreter zahlreicher anderer öffentlich-rechtlicher Körperschaften beiwohnten. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Chor der Madrigal-Vereinigung unter Leitung von Prof. Dr. R 0 a ck, Frankfurt. In der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Kammer, Oberregierungsrats Dr. v. H a h n, kam die Freude und der Dank für das innige Zusammenarbeiten zwischen der Kammer und den zahlreichen öffentlichen Instanzen während der gesamten Entwickelungszett zum Ausdruck. Anschließend überbrachten die Vertreter die Glückwünsche ihrer Verwaltungen. Minister des Innern, Kirnberger, übermittelte die Glückwünsche der Regierung und ließ der Brandkammer insofern eine besondere Ehrung zuteil werden, als der Vorsitzende mit dem Titel eines Präsidenten der Brandversicherungskammer ausgezeichnet wurde. Präsident von Hahn gab dann einen historischen Lieberblick über die Entwicklung des Instituts, sowie über ihre Bedeutung auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens.
ck W e 11 f a a f e n, 3. August. Wir haben in diesem Jahre eine sehr reiche Himbeerernte zu verzeichnen. Tagtäg'^ch gehen Erwachsene und Kinder in, Scharen mit Töpfen und Eimern in den nahegelegenen Keilskopf zum Beerenpflücken.
Z Appenrod, 3. Aug. Sein diesjähriges Preisscheibenschießen wird der hiesige Kriegerverein am 7. August auf dem neuerrichteten Schießstande an der Ziegelhütte, an der Straße nach Maulbach gelegen, abyalten.
Starkenburg.
* Darmstadt, 3. Aug. Die Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz wurde während des Mittelrheinifchen Kreisturnfestes in über 300 Fällen in Anspruch genommen. Es sind nur wenige turnerische Unfälle zu erzeichnen: diese beschränken sich auf Arm- oder Beinbrüche. In den meisten Fällen handelt es sich um Hilfeleistung bei den Zuschauern am Festzug: zumeist waren es Ohnmachtsanfälle und leichte Hitzschläge. — Während der Schwimmwettkämpfe im Woog sind sechs Brieftaschen und Geldbörsen mit erheblichen Beträgen gestohlen worden: auch sind noch einige ändere unbedeutendere Diebstähle auf dem Festplatz zu verzeichnen.
Rheinhessen.
LPD. Mainz, 3. Aug. (TU.) Ein 18jähriges Mädchen wird seit drei Tagen vermißt. Es verließ am Morgen die elterliche Wohnung, angeblich, um mit dem Zug nach Rüsselsheim a. M. zu fahren. Von dieser Zeit an fehlt jegliche Spur.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
Garbenheim, 3. Aug. Aus Anlaß sttnes 60jähttgen Bestehens veranstaltete der hiesige Männergesangverein „Borus- s,'i a.“ um Sonntag ein S ä n g e r f e st, an dem über 20 auswärtige Gesangvereine teilnahmen. Am Vormittag ehrte der Verein das Andenken der Gefallenen am Kriegerdenkmal. Ortspfarver Superintendent Wieder hielt eine eindrucksvolle Gedächtnisrede, die von Gesangsvorttägen des Männergesangvereins unter Leitung des Dirigenten Bromacher begleitet wurde. Rach einem stattlichen Festzug am Rachmittag hielt auf dem Festplatz Vereinsvorsihender Kr 0 mbach die Fest- und Begrüßungsansprache, ,in welcher er eingehend die Entwickelung .des Dereiirs schilderte. Im weiteren ,Verlauf des Rachmittags fanden Gesangsvorträge der auswättigen Gast- Vereine statt, die von den Zuhörern beifällig ausgenommen wurden.
Kreis Marburg.
WER. Marburg. 3. August. Die vom Kur- hessischen Verein für Luftfahrt erworbene und in den Afföllerwieser. ausgestellte neue Flugzeughalle wurde gestern in Beisein der Mitglieder des Vereins und zahlreicher Gäste ein- S. Die Festrede hielt der Bottitzende des ; Geheimrat © ürber, wobei er auf Zweck und Ziel des Flugwesens und auf seine Förderung durch Ausbildung von Flugschülern einging.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 3. Aug. Im Gymnafium und in der Volksschule wurde eingebrochen. Die Diebe haben Schränke und Tffchladen erbrochen, anscheinend in der Hoffnung. Gelder vorzufinden. Nachdem sie Bücher und sonstige Gegenstände um» heraeroorfen hatten, mußten sie unverrichteter Dinge wieder abziehen. Von ihnen hat man noch keine Spur.
WSN. Herborn, 3. Aug. Am Montag, dem 1. August, waren 25 Jahre verflossen, seitdem die Eisenbahnstrecke Herborn — Niederwal g e r n in Betrieb genommen wurde. In allen an der Strecke liegenden Ortschaften fanden aus diesem Anlasse kleinere Festlichkeiten statt.
bl. M e r k e n b a ch, 3. Aug. Am 13. August findet hier bas 32. B e z i r k s t u r n f e st statt. Der hiesige Turnverein verbindet hiermit die Feier des 25jährigen Bestehens.
Neue Lahnbrücke bei Nievern.
LPD. R i e v e r n. 3. Aug. Am Sonntag wurde in feierlicher Weise auf dem Bauplatz der erste Spatenstich zu dem neuen Brückenbau getan. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung der neuen Brücke in wirtschaftlicher Beziehung für die untere Lahn hinwies. Eine Ramm-Maschine ist auf der alten Ponte aufgestellt und nimmt ebenfalls ihre Tätigkeit jetzt auf. Man hofft, die neue Drücke noch in kürzerer Zeil wie die Lahnbrücke bei Lahnstein. nämlich in 4 Monaten, er


