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lebens. Die wertvollsten Stücke Oer Siebener Sammlung sind Rechtsurkunden in Tonhüllen, die archäologisch und religionsgeschichtlich recht inter­essante Siegelabrollungen tragen und dos Frag­ment einer Urkunde mit dem gut erhaltenen, mit Ramensinschrift versehenen Abdruck des ältesten assyrischen Königsfiegels, das sich bis jetzt ge­sunden hat.

Ein vorläufiger Ueberblick über die Bedeu- aj-jja-miuiiiw uwiiBmiaragg

tung vieler uralten Quellen zur Geschichte Ana­toliens wird demnächst in den Rachrichten der Hochschulgesellschaft erscheinen, die keilschriftliche Edition der Texte mit Llebersetzungen und Er­klärungen ist in Vorbereitung.

Reicher Beifall belohnte die Vortragenden für ihre interessanten Ausführungen. Der Vor­sitzende gab dem Danke der -Zuhörer noch in Worten Ausdruck.

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Aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens, das die Gießener R u d e r gese l l s ch a f t 1877 im Januar mit einem eindrucksvollen Festakt und einer großen gesellschaftlichen Veranstaltung bereit s "beging, brachte sie am Samstag und gestern auch ein außerordentli ches rudersportliches Ereignis in Gestalt der großen Jubiläumsregatta (17. Re­gatta des Lahn-Regottaverbandes) unter dem Ehrenprotektorat des Reichspräsidenten, General- feldmarschal! von Hindenburg, heraus. Diese sportliche Darbietung gehört wegen ihrer reichen Beschickung, ihrer hervorragenden Leistung und chrer ausgezeichneten Durchführung zu den in der Sportgeschichte unserer Stadt bedeutsam­sten Ereignissen. Leider war das Wetter an beiden Tagen nicht besonders günstig: am Sams- tagnachmitcag hotte der Regattabetrieö und-besuch unter Regen zu leiden, am gestrigen Sonntag blieb wenigstens bis zum Schluß der Regatta abgesehen von einigen leichten Spriherchen das himmlische Rah dem Regattatreiben fern, jedoch war bei dem trüben, dunstigen Wetter den zahl­reichen Besuchern die Sicht ziemlich behindert.

Die Wettkämpfe der Ruderer sanden an beiden Tagen das rege Interesse der Zuschauer: besonders waren es diegroßen Sachen", bei deren Abwickelung die Begeisterung des Llfer- volkes mitunter hochaufschäumcnde Wogen schlug. Am Samstaguachmittag wurde bei dem Wett- > rudern auch insofern etwas ganz Besonderes ge­boten, als die Mannschaft eines Mar- bur g e r B o o t e s k o m p l e t t in dieLahn kippte und dergestalt zu dem Regenbad von oben noch ein Flußbad hinzufügte. Erfreu­licherweise ging das Malheur aber ohne weite­ren Schaden ab. Die Sensation des gestrigen Sonntagnachmittags war der Kampf um den Großen Achter, den die Gießener Ru­dergesellschaft 1 877 als besonderen Ju­biläumsgewinn nach hartem Kampfe sich sichern konnte: ein einziges Mal war der Verein im Jahre 1908 im Besitze dieses Preises, eines Ehrenwanderpreises des früheren Grohherzogs von Hessen. Auch in verschiedenen anderen Ren­nen konnten die Gießener erfreulicherweise er­folgreich sein.

Für die Unterhaltung auf dem Regattaplatz sorgte die Kapelle Topp mit einem sehr ge­fälligen Programm, das in bekannter vortreff­licher Weise zu Gehör gebracht wurde. Den Dar­bietungen der Kapelle sei auch hier ein besonderes Wort der Anerkennung gewidmet.

Abschließend ist zu sagen, daß die Jubi- läumsregatte der G. R.G. allgemein in hohem Maße befriedigte und zu den sportlichen Ereignissen gehört, an die man sich immer gerne erinnern wird.

Rachstehend lassen wir die Ergebnisse der Hauptrennen an beiden Tagen folgen:

Länge der Dahn ca. 2000 Meter. Start: Am Felsen. Ziel: Bootshaus der Gießener Ruder- Gesellschaft.

Rachdem in den Dorrennen zahlreiche Ver­eine ausgeschieden waren, andere Vereine ihre QHetoungen zurückgezogen hatten, sah man fol­gende

Ergebnisse der HaupLrennen:

Samstag nachmittag:

Jean-Kirch - Gedächtnis-Rennen. Vierer: 1. Lintburger Rv. v. 1895: 7.28,4; 2. Gießener R.^G. 1877: 7.30,2. Scharfer Bord- an-Bord-Kampf mit wechselnder Führung; im

Endspurt siegt Limburg mit 3/4 Längen Vor­sprung.

Junior-Vierer: 1. Rv. Kassel: 7.50; 2. Limburger R.-Kl. 1907: 8.04,4. Kassel geht sofort in Führung, Limburg versteuert sich. Kassel siegt mit etwa 4 Längen.

Akademischer Vierer: 1. Gießener R.-G. 1877: 8.15; 2. Marburger Rv. 1911: 8.31. Marburg steuert ziemlich schlecht. Gießen führt das Rennen mit etwa 3 Längen Vorsprung sicher nach Hause.

Jungmann-Vierer. Gefallene n« Gedächtnis-Rennen: 1. Eisenacher R.-Kl.: 8.06; 2. Rv. Kassel 8.35; Offenbacher R.-Ges. Unöine gibt bei 1500 Meter auf. Eisenach geht sofort an die Spitze. Kassel holt etwas auf, ver­steuert sich aber. Eisenach gewinnt mit 4 Längen.

Jungmann-Einer: 1. Cochemer R.-G. (Karl Hausmann): 8.49; 2. Rv. Kassel (Erich Jeep): 9.05; Der. Rudersport 1913 Gießen (Lud­wig Plank) bei 1300 Meter aufgegeben. Haus­mann- Cochem gewinnt überlegen.

Vierer (Wanderpreis der Stadt Gießen): Gießener R.-G. 1877: 7.40,4. Alleingang über die Bahn.

tt-Vierer: 1. Rv. Gelsenkirchen 1920: 7.43; 2. Cochemer R.-G.: 7.58. Gelsenkirchen gewinnt nach Belieben.

Junior-Achter: Gießener R.-G. 1877: 7.40. Alleingang über die Bahn.

Zweiter Vierer: Rv. Kostheim-Gustavs- burg drückt nach dem Start und führt eine Kolli­sion n 11 Limburger Rv. v. 1895 herbei. Kost- heim'Custavsburg wird deswegen ausgeschlossen. Cs findet ein neuer Start statt. Limburger Rv. v. 1895 geht jetzt in 8.16 allein über die Bahn.

Zweiter Jungmannen - Vierer: 1. Rv. Kassel: 7.47; 2. Offenbacher R.-G. älndine: 7.52. Wetzlarer R.-K1.1880 gibt bei 1000 Meter auf. Scharfes Rennen zwischen Kassel und Lln- dine, bis Kassel kurz vor dem Ziel forsch vor­bricht und das Rennen mit einer Länge voraus getoimrt.

Zweiter Einer: 1. Gießener R.-G. 1877 (Willi Müller): 8.24; 2. Offenbacher Rv. 1874 (Fritz Wagner): 8.32. Mit gut drei Längen Vorsprung sicher gewonnen.

Anfänger-Vierer: 1. Der. Rudersport 1913 Gießen: 8.10. Dahinter liegt Marburger Rv. 1911. Scharfes Rennen über den größten Teil der Bohn, wobei Rudersport in klarer Führung liegt. Je mehr sich die Boote dem Ziel nähern, desto energischer wird der Kampf um den Sieg. Etwa 200 Meter vor dem Ziel, zwischen den beiden Bootshäusern, stoppt Marburg Plötzlich ab, denn es kippt der zweite Dugmann im Mar­burger Boot infolge der großen Anstrengung um, er sinkt auf die Seite, seine DootÄameraden neigen sich (vermutlich zum Helfen) in gleicher Richtung, und sofort schlägt das Boot um, wobei die ganze Mannschaft in den Fluß stürzt. Zwei Ruderer wurden vom Schiedsrichterbovt Ißto. von einem herbeieilenden Kahn ausge­nommen, die anderen treiben, an ihrem Boote hängend, unterstützt vom Motorboot des Schieds­richters, bis zum Landungssteg der R.-G. Zum Glück 'hat die Affäre, die sehr ernst aussah, einen guten Ausgang genommen.

6 - Achter: 1. Cochemer R.-G.: 7,05; 2. R.- D. Bad Ems: 7,15. Zunächst wechselnde Füh­rung, dann zieht Cochem vor und gewinnt mit zwei Längen voraus.

Zweiter Achter: 1. Rg. Trier: 7,39,8; 2. Rv. Kostheim-Gustavsburg: 7,40. Das schärfste

Maßnahmen, die im Gegensatz standen zu den großen Versprechungen und Reden, hätten ein Erwachen der Kräfte der Reform in Indien ver­ursacht. Allerdings sei Indien dadurch entwurzelt worden und Ha6? den Halt verloren, wodurch es England möglich gewesen sei, Indien ein Jahrhundert zu beherrschen.

Mit Einführung von Bildung in Indien, die nach Ansicht der Engländer ein Kapital­sehler war, machten intelligente Köpfe in In­dien auf, die in Kongressen usw. eine Reihe von Forderungen stellten, denen Versprechungen der Engländer folgten, ohne daß man dort die Absicht hatte, etwas zu halten. Als man später unter dem Druck der Verhältnisse diese Ver­sprechungen einlösen wollte, cvar es zu spät. Ter Redner schilderte weiter die damaligen poli- tischen Ereignisse außerhalb Indiens, erläuterte die Entwicklung des lveiteren älmschwunges und ihre Llrsacheir und kam dann auf den Arosbruch der Revolution in Indien zu sprechen, die mit einer religiösen Bewegung verbunden war. Rach schweren geistigen Kämpfen mit England machte sich allmählich ein teilweiser Umschwung zu­gunsten Englairds bemerkbar, der dazu führte, daß nach Ausbruch des Weltkrieges Indien eine Million Freiwillige England zur Ver­fügung stellte, auch cm Mitteln alles bewilligte, was England wünschte. Das Jahr 1917 brachte eine unter schwerem Druck abgegebene Erklärung Englands Indien gegenüber. Die günsttge Eitt- wicklung der Industrie in Indien erzeugte ein industrielles Proletariat, wozu sich die bolsche­wistische Gefahr gesellte, außerdem verstärkten Hungersnot, Epidemien, ungerechte Gesetzgebung gegen Farmer usw. den Gedanken der Abschütte- lunq der Herrschaft. Obwohl England nun den Jnd ern weitgehende Rechte ernräumte, trat dort feine Ruhe ein. Das Jahr 1922 brachte Auf­stände und religiöse Kämpfe, während in 1924 der Kampf innerhalb der gesetzgebenden Körper­schuften einsehte. Man verlangte Jndisierung des höheren Verwaltungsdienstes und der Armee, eigene indische Flotte usw. Leider gestatteten die Zwistigkeiten im eigenen Lande, insbesondere die religiösen und pvlittschen Kämpfe, keine durchgreifenden Maßnahmen der Inder gegen­über den Engländern, im Gegenteil, man rief bei diesen Kämpfen im Innern des Landes die Hilfe der Engländer an. Redner besprach dann die Frage:Was soll mit Indien werden welche Macht soll diese widerstrebenden Kräfte zusammenfassen?" Bleiben die Kräfteverhältnisse so, wie sie augenblicklich sind, so wird die Macht Englands nicht zusammenbrechen. Unerwartetes kann aber auch die Macht Englands über Rächt vernichten, was dann geschieht, ist schwer zu sagen. Die Engländer sind uns im politischen! Lchen überlegen, wenn die Verhältnisse einfach liegen, im anderen Falle versagen sie. Sie er­kennen nicht die wirklichen Verhältnisse. Augen­blicklich herrscht England in Indien nicht, es balanziert nur. Trotzdem kann Indien mit Eng­land zufrieden fein, wer weiß, wie es Indien bei seiner Eigenart ohne England gehen würde.

Im zweiten Vortrag sprach Prof. Dr. Lewy, der Orientalist unserer Landesuniversi­tät, über

die 57 allassyrischen kcilschriftlasely, welche die Hochschulgesellschaft in den Jahren 1925 bis 1927 für die Universität erworben hat. Die Tontafeln, die nach einem längeren einleiten­den Vortrag teils im Lichtbild, teils im Original vorgeführt wurden, entstammen Raubgrabungen, die anatolische Dauern im Hügel Kultepe bei Kaisarije im einstigen Kappadokien etwa 350 Kilometer südlich von Angora ausgeführt haben, und stellen zusammen mit gleichartigen Texten, die in die großen Museen Europas und Rordamerikas gekommen sind, eine besonders wertvolle Quelle zur altorientalischen Geschichte dar. Sie lassen erkennen, daß die Assyrer in den Jahrzehnten um die Wende des 3. zum 2. Jahr­tausend v. Ehr. von Assur am Tigris bis nach dem oberen Halysgebiet Kleinasiens gedrungen waren, und zeigen uns eine überraschend hohe Entwicklung der allgemeinen Kultur sowohl, wie insbesondere auch des Rechts- und Wirtschafts- gwatUJuu^.uijLirn.iiUAWMim^« [ihiiiiiiui

Von Papageien, Äffen und Hunden.

Don Dr. Hanns Meyer, Bremen. Copyright bh Manuscriptkanzlei Der Kreis, Bremen.

Jeden Tag begrüßt mich Lora ein Grau­papagei mit einem freundlichenGuten Mor­gen". Auch ruft sie mich mit Ramen und weiß mancherlei Sprüche aufzusagen. 51n£> doch zweifle ich an einem wirklichen Sprachverständnis von Lora. Die Papageien besitzen eine außerordent­liche Begabung für Rachahmung menschlicher Laute und Wortze. Wenn sie danach aufgelegt sind, plaudern sie ftunöenlang ein höchst amü­santes Potpourri von Tönen, Ausrufen, Sätzen. Sie wenden die gelernten Worte auch nicht selten verblüffend richtig an. Ebenso häufig zwar geben die gefiederten Freunde Veranlassung zu höchst komischen Situationen, indem sie ihre Ge­lehrsamkeit an falscher Stelle auspacken. Es bleibt trotz aller Plauderkunst bei den Papa­geien doch zweifelhaft, ob sie die geplapperten Worte auch wirklich verstehen, nämlich ihrer Bedeutung, ihrem gedanklichen Inhalt nach. Ein langjähriger Vogelzüchter und bekannter Vogel- forscher, der Danziger Fritz Braun, ist der An­sicht, daß die Papageien alles Getön stimmungs- haft und nicht begriffetreu verwenden. Und ein anderer Tierpsychologe, der Herausgeber des neuen Brehm, Prof, zur Strassen, meint kürz und bündig: die Papageien können nicht sprechen im menschlichen Sinne, sie verstehen die Be­deutung der von ihnen nachgeahmten Wörter nicht und sind nicht imstande. Sähe zu erfinden und zu gliedern. Demnach wäre die Sprachfähig­leit lediglich eine Folge äußerer Dressur. Einem Vogel wird z. D. immer und immer wieder beim Fortgehen zugerufen:Auf Wiedersehen", nach einer gewissen Zeit greift dann seine Rach- ahmungssucht diese Lautreihe aus und wieder­holt sie von sich auch besonders dann wenn die äußeren Umstände, unter denen er die Worte gelernt hat, wiederkLhren, also hier beim je­weiligen Fortgehen seines Herrn. Tatsächlich wird ja auch auf diese Weise den Papageien das Sprechen beigebracht. Spricht man beispielsweise einem Papagei bei dem Hinhalten eines Stück­chens Zucker immer das Wort Zucker vor, so ruft er schließlichZucker", wenn er dieses Rasch­werk nur sieht, ja unter Umständen auch, wenn er eS wünscht. In dem letzten Falle muß zwar angenommen werden, daß der Papagei allmäh. lich auch die Bedeutung des Wortes ,,-3uder gelernt hat. Also so ganz einfach sagen: Papa­geien seien lediglich ein: Art lebendiger Gram­

mophone. die mechanisch wiedergeben, was der Mensch in sie hineingesprochen hat, geht doch wohl nicht an. Ein großes eigenes geistiges Leben darf man ihnen indes nicht zutrauen, ihr Ausdrucksvermögen ist in der Hauptsache beschränkt auf Empfindungen der Freude, des Schmerzes, der Liebe, des Zornes, eben auf Stimmungen im weitestchen Sinne des Wortes, die ja auch dem Gezwitscher und Gesang anderer Vögel zugrunde liegen. Ein sprechender Papagei wird von seinem Pfleger geliebt wie ein Kind, das auch plötzliach Worte sagt, deren Sinn ihm zumeist verschlossen ist, die es irgendwo aufge­schnappt hat und nun in der drolligsten Weise an den Mann bringt. Der Unterschied ist nur, daß ein Kind sich zu einem selbständig denken­den und sprechenden Menschen entwickelt, wäh­rend ein Papagei sozusagen immer Kind bleibt. Papageien, wie alle Vögel, sind letzten Endes dem Menschen wesensfremd, was ihnen an In­telligenz fehlt, ersetzen sie durch Triebe, durch Instinkte. Ein Sprechen im menschlichen Sinne kann man deshalb von ihnen raum erwarten.

Viel näher stehen dem Menschen die Affen, besonders die hochentwickelten Menschenafften, von allem die Schimpansen. Alle Affen besitzen men­schenähnliche Stimmwerkzeuge; zwar sprechen sie nie wie die Papageien dem Menschen ein Wort nach, aber so sagt der Amerikaner Garner das haben sie auch nicht nöitg, sie haben ja ihre eigene Sprache". Dieser amerikanische Forscher hat sogar eineDramatik" der Affensprache ge­schrieben. Aber ttoh aller Mühen, die Herr Gar­ner sich mit der Erforschung der Affensprache ge­macht hat, indem er die Affentöne im Grammo­phon aufgefangen hat, und dann die Assen wie- deruni aus dem Grammophontrichter mit ihren eigenen Lauten angeredet hat, ist unsere Kenntnis von der Konversation dieser Tiere noch recht dürf­tig. Ja, es besteht auch wenig Aussicht, daß sich das in Zukunft bessern wird. Die Assen soviel ist sicher verfügen Wohl über eine Anzahl Vokabeln, aber diese bezeichnen keine Gegenstände, sondern immer nur Gemütsbewegungen; es sind immer nur Freudenschreie, Schrecklaute, Warn­rufe. Die verschiedenen Affenarten haben für die­selben Affekte verschiedene Lautgebungen. Die Kapuziner-Affen z. D. kennen neun Laute, von denen einige durch verschiedene Betonung zwei oder drei Bedeutungen haben, hintereinander ver­stehen sich die Artgenossen sofort; läßt man etwa durch einen Grammophon einen Laut erklingen, ber für die Affen einen Schreckruf darstellt, so wenden sich sämtliche Tiere umgehend zu schleu­niger Fluch!, läßt man dagegen ihren Freßton er­rungen, so eilen sie herbei, um auf Futter zu war- ten. Bringt man verschiedene Affenarten zusam­

men in einen Käfig, so verstehen sie sich zuerst nicht untereinander, deuten die Laute falsch und kommen leicht in Streit. Erst allmählich lernen sie die verschiedenen Stimmlaute in ihrer richttgen Bedeutung kennen. Aber niemals bezeichnen sie mit einem bestimmten Laut einen bestimmten Gegenstand, niemals kommen sie auf den Gedan­ken, etwa die von ihnen als Leckerbissen geschätzte Dananne durch einen gewissen Ton zu bennen, immer lassen sie nur ihren Freßton hören. Ein Gebrauch von Worten, wie wir Menschen sie üben, ist ihnen frcirtb. Sie begnügen sich mit Kund­gebung von Drohungen, Mahnungen, Warnungen, Liebesbeteuerungen, Eifersuchtsanwandlungen, Furchtempfindungen. Unterstützt werden die Laut- gebungen in der Regel durch ein höchst beweg­liches Mienen- und Gebärdenspiel, das zmn Teil andere Bedeutung als beim Menschen hat. Kopf­nicken ist z. B. bei den Pavianen ein Zeichen des Zorns. Beim Schimpansen bedeutet Vorhalten des Armes in gebeugter Stellung eine Bitte um Mit­leid oder Verzeihung, An ter ducken mit Zukehren deS Teiles, den man auch bet Schimpansen nicht gern nennt, dient als Zeichen freundschaftlicher Untergebenbeit. So wird Weinen durch ein durmpfes u ausgedrückt, ä gilt als Warnton, bei Furcht werden ganz hohe iii-Laute ausgestoßen.

Ratürlich haben die Sprachwissenschaftler viel darüber disputiert, wie weit die menschliche Sprache schon bei den Tieren vorgebildet ist. Max Müller, der bekannte Sprachforscher, ist schnell mit dieser Frage fertig, wenn er sagt: Kein Tier spricht. Das ist richtig, soweit es sich um die artikulierte Sprache des heutigen Menschen han­delt. Aber irgendwie muh doch auch diese sich entwickelt haben, denn daß der Mensch einmal aus tierähnlichen Vorfahren heroorgegangen ist. ist trotz des amerikanischen Affenprozesses der Wissenschaft keine Frage mehr. Wie nun der Mensch im einzelnen zu seiner Sprache gekommen ist, wissen wir nicht, nur daß die Vorläufer des Menschen sich ähnlicher Lautgebungen wie viele Tiere zur Mitteilung von Gemütsbewegungen bedient haben, ist wohl sicher. Roch heute erinnern an diese Stufe der Menschwerdung die unartiku- lierten Laute, die jeder von uns einmal bei plötzlichen Gefühlsausbrüchen ausstößt. Vielfach zwar kleiden wir auch solche Angstschreie und äleberraschungsrufe in wortähnliche Lautgebär- den: etwaOh",Au",He".Ha"! Aber da liegt eben die Grenze zwischen Sier und Mensch: das Sier kommt nirgends von sich aus über die Stufe der Affektlaute hinaus, während der Mensch als einziges Lebewesen Wortzeichen für Gegenstände und Gedankenbildungen erfindet und anwendet.

Man beachte auch einmal, was die Hunde

Rennen des Tages. Bord-an-Bord-Kamps vvm Start bis zum Ziel. Trier liegt dabei immer ganz leicht in Führung. Je näher die Boote dem Ziel kommen, desto schärfer wird daS Rin­gen. Schließlich gewinnt Trier mit guter Luft­kastenlänge den (Sieg.

Sonntag nachmittag.

Adolf Fischer-Gedächtnis-Ren- nen. Jungmann-Vierer: 1. Limburger R.-V. v. 1895: 7,26,4; 2. Marburger R.-V. 1911: 7,40,2. Limburg führt ganz überlegen und ge­winnt sein Rennen beliebig mit etwa 5 Gängen Vorsprung.

Einer (Lahn-Pokal): Cochemer R.--G. (Carl Hausmann): 8,19. Alleingang über die Bahn.

Jungmann-Achter: 1. Rv. Kassel: 6,31; 2. Offenbacher Rg. Ändine: 6,37,4. Kassel führt über den größten Teil der Bahn und gewinnt mit etwa li/2 Längen Vorsprung.

Vierer: 1. Kölner Rv. v. 1877: 6,59,8; 2. Gießener R.-G. 1877: 7,00. Ein fesselndes, scharfes Rennen. Bis zum Schluß. liegen die Gegner Bord an Bord. Mit knapper Luftkasten- länge entscheidet schließlich Köln den Kampf für sich.

Dritter Vierer: 1. Rkl. Kurhessen: Kassel: 7,09; 2. Rv. Kostheim-Gustavsburg: 7,15; 3. Wetzlarer Rkl. 1880: 7,31,4. Kassel führt vom Start ab, von 1000 Meter ab geht das Renneni nur noch zwischen Kassel und Kostheim, wäh­rend Wetzlar da schon nichts mehr zu bestellen hat. Kassel geht immer stärker in Führung und gewinnt schließlich mit 2 Gängen voraus.

Junior-Einer: 1. Offenbacher Rv. 1874 (Hermann Braun): 7.38; 2. Cochemer R.-G. (Karl Hausmann): 7.44. Braun-Offenbach liegt vom Start ab in Führung, die er immer mehr vergrößert. Er getoinnt das Rennen mit 3 Gängen. R.-Kl. Hansa von 1898 Dortmund (Erich Curt) bei 1500 Meter aufgegeben.

Zweiter Junior-Vierer: L Rv. Kassel: 7.04; 2. A.-V. Gelsenkirchen 1920 : 7.05,4; Eisenacher R.-Kl. vor dem Ziel abgestoppt. Zu­nächst wechselnde Führung zwischen Kassel und' Gelsenkirchen, bis Kassel sich stärker vorschiebk und die Führung auch bis zuletzt behält. In scharfem Endkampf siegt Kassel mit 5/4 Gängen.

Achter: Limburger Rv. v. 1895: 7.04. Alleingang über die Bahn.

8-Jungmannen-Vierer: 1. R.-D. Gelsenkirchen 1920: 7.18; Flörsheim er R.-V. 1908: 7.22,4; 3. Cochemer R.-G.: 7.31. Ein flottes Rennen, das von Gelsenkirchen geführt wird. Gelsenkirchen gewinnt mit lx/2 Längen.

Ermunterungs-Vierer: Das Ren­nen wird vom Schiedsrichter bei 1800 Meter, also 200 Meter vor dem Ziel, wegen Kollision zwischen Rg. Hnbine, Offenbach und Rv. Kastel abge­brochen, während Rg. Trier unterwegs auf­gegeben hat. Es findet ein neuer Start bei 1000 Meter statt. Dieser Lauf wird von älndine Offenbach in 3.25 sicher gewonnen, während Rv. Kassel 3.47 braucht.

Dritter Achter: 1. Kölner Rv. v. 1877: 6.27; 2. Rv. Kvstheim-Gustavsburg: 6.32; 3. Lim­burger Rv. v. 1895: 6.35. Bei 1000 Meter liegt Kostheim in Führung, an zweiter Stelle Lim­burg. Runmehr setzt ein scharfer Kampf zwischen Kostheim und Köln um die Spitze ein, während Limburg zurückfällt. Das Reimen wird schließlich von Köln nach scharfem Gndkampf mit knapper Gänge gewonnen.

Großer Achter: 1. Gießener R.-G. 1877: 6.27; 2. Offenbacher Rg. ilnöinc 6.40. Auch hier gibt es zwei Läufe. Der erste Kamps wird vom Schiedsrichter etwa 100 Meter vor dem Ziel abgebrochen, da Kölner Rv. v. 1877 mit Undine Offenbach kollidiert. Wegen Behinderung wird Köln vom Schiedsrichter ausgeschlossen, der ein neues Rennen zwischen älndine, Offenbach und Gießener R G. v. 1877 anordnet. Der zweite Lauf geht wieder über die ganze 2000-Meter- Strecke. Gießener R.-G. v. 1877 (Ludwig Klaus, Hans Petermann, Willi Müller, Willi Schmidt, Theo Schneider, Willi Decker, Willi Michel, Curt Georgi, Steuer Willi Roloff) liegt durchweg in

durch ihre Saute ausdrücken. Schnell kann freu­diges Dellen in warnendes, drohendes Knurren übergehen, dieses verwandelt sich in zorniges, böses Kläffen, wozu beim Beißen noch schmerz­haft wütende Laute kommen können. Die Hunde- spräche steht immer im Dienst der Kundgebung von Gemütsbewegungen, von Stimmungen, über­haupt seelischen Zuständen. Nie konnte beobachtet werden, daß Hunde sich über Dinge ihrer Um* weit, über logische Zusammenhänge verständigen. Das Bellen ist Ausdruck subjätider Empfin­dungen, es wird niemals benutzt, um Begriffe, Sachbezüge mitzuteilen.

llebrigens wird vielfach angenommen, das Bellen des Hundes sei eine Rachahmung der menschlichen Stimme: Wölfe bellten nicht und lernten es nur hier und da von den Haushunden. Aber wir wissen heute, daß auch Wölfe bellerche Töne ausstoßen, ja es konnte festgestellt wer^ den, daß dem Wolf zehn verschiedene vtimm- laute zur Verfügung stehen, von denen allein 6ie Hälfte Gefühle der Wut ausdrücken. Das Hunde­gebell ist ein Erbteil der wilden Vorfahren, des Wolfsbluts, nur daß der Hund seine Stimmittel häufiger anwendet, da er nicht mehr wie der Wolf in der Wildnis, Gefahr läuft, sich zu ver­raten. Auch hat der Hund im Zusammenleben: mit dem Menschen gelernt, durch sein Bellen manigfacheren freundschaftlichen Gefühlen Aus^ druck zu verleihen.

Alle "VerständigungSmittel der Tiere lassen sich schließlich dahin zufammenfassen: Tiere ver­stehen auf die verschiedenste Weise, durch Töne, Gebärden, das, was sie gefühlsmäßig erregt, also Lust und Leid, Scherz, Liebe, Eifersucht, Zorn und Furcht den Artgenossen zu über­mitteln. In dieser Affektsprache bieten die Tiere immer neue Anregungen zu Beobachtungen und zu liebevoller Versenkung in die Tierseele. Sieht man in solchen Kuird gedungen von Gefühlszu- ständen die Anfänge der Sprache überhaupt, so besitzen die Tiere wohl die Elemente der Sprache, aber zu sprechen im menschlichen Sinns vermögen sie nicht, denn nirgends finden wir bei Tieren ein äleberspringen der Stimmung, in die ein Gegenstand sie versetzt, zur Mit­teilung des Gegenstandes selber. Tiere sind eben keine Menschen, sie stehen der ganzen intellek­tuellen Entwicklung des Menschen fern, die krummen Wege des Verstandes und der sprach­lichen Diskussion sind ihnen fremd. Gott sei Dank wird der echte Tierfreund sagen, denn gerade die instinktsichere, durch keinerlei Re- slexionen, keinen Wort- und Begriffskult ge­störte Geschlossenheit des Tiercharakters. ziAt ihn an, toenn er die unzuverlässige, kvnchlizrerte Wett menfchllchen Getues'sätt hat»

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