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XXXVII.
Die Flucht.
Das Ohr auf den Boden gepreßt, hörte Md die Worte: „Er sagt, daß er sterben muß/ und seine zersprungenen Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. rrf)abt Ihr ihn droben heruingehen hören?" fragte 5)agn.
„Rein, ich glaube, daß er schläft," sagte eine andere Stimme.
„Wir werden warten müssen, bis es Licht wird. Im Finstern kann man es nicht machen. Wir würden uns gegenseitig umbringen."
Diese Ansicht wurde von den meisten Anwesenden geteilt. Dick glaubte sechs Stimmen zählen zu können. Er strich ein Zündhölzchen an, um nochmals die Lage zu überblicken, und wieder fiel sein Auge aus das Kabel.
Und dann kam Eingebuna über ihn. Er bewegte sich lautlos über den Boden hin, er faßte den Draht und zog mit aller Gewalt daran. Unter seinem Gewicht brach der unterstützende Isolator.^ Zum größten Glück fielen die Stucke aus den Haufen Kehrichts im Kamin und verursachten kein Geräusch. In der nächsten halben Stunde arbeitete Dick fieberhaft, indem er die Gummiisolierung vom Kabel abwickelte, um die Kupferdrähte freizulegen. Seine Hände bluteten. Seine Nägel brachen, aber nach Ablauf einer Stunde harter Arbeit hatte er das Ende des Kabels bloßgelegt. Mit Befriedigung entsann er sich dessen, daß die Tür nach außen aufging, und indem er die Stahlplatte mit unendlicher
Dick machte einen Bogen und lief nach dem zweiten der drei Fabrikbauten zurück. Nun aber waren sie hinter chm. Er konnte das Keuchen des Führers hören, und er selbst war mit seinen Kräften zu Ende. Aber da sah er gerade vor sich an der Mauer eine große runde Heueralarmscheibe, und wie ein Blitzschlag flammte die Erinnerung an eine gleichgültige Unterredung auf. Er zerschmetterte das Glas mit der bloßen Faust und riß an der Glocke. Aber in dieser Minute fielen sie auch schon über ihn her.
Er kämpfte verzweifelt, aber solcher Ueberzahl gegenüber war Widerstand nutzlos. Er mußte Zeit gewinnen.
„Laßt ab, Jungens!" brüllte er. ,Hagn ist tot!"
Das war eine unglückselige Konstatierung, denn im gleichen Moment kam Hagn aus dem gegenüberliegenden Gebäude, wohl matt und mitgenommen, aber doch höchst lebendig. Er war fohl vor Schmerz und Zorn und kauderwelschte in einer Sprache, die Dick nicht verstand und für Schwedisch hielt.
„Dafür sollst du mir büßen! Du sollst selbst den elektrischen Strom kosten, du Hund!"
Er schlug mit der Faust nach Dicks Gesicht, ober Dick wendete den Kopf zur Seite, und die Faust schlug hart auf die Mauer auf. Mit. einem Wut- schrei sprang Hagn auf ihn los und kratzte und knist ihn mit beiden Händen. Aber gerade biegjDurbc Dicks Rettung, denn die Männer, die seinen ^frm fest, gehalten hatten, ließen von ihm ab, um ihrem Anführer leichteres Spiel zu gewähren. Dick versetzte Hagn einen genau berechneten Schlag gegen den Magen, und mit einem gellenden Aufschrei brach der Schwede zusammen.
Ehe ihn jemand aufzuhalten vermochte, war Dick fort wie der Wirbelwind, und diesmal rannte er auf das Tor zu. Er hatte es schon erreicht, als eine Hand nach ihm faßte. Er schleuderte sie beiseite und taumelte aus dem Tor, gerade, als von der langen Straße her der Ton von Glocken kam und das Glitzern von Messing und das Leuchten von schar- lachenem Rot.
Ein Feuerwehrauto raste mit größter Geschwindigkeit heran. Einen Augenblick starrten die Frösche
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„Die Nachrichten?" sagte Elk und zwang sein Gesicht in ein Lächeln, „oh, die sind gut!"
„Wer hat angerufen?" beharrte sie.
„Ach, das?" sagte Elk und sah das Telephon böse an, „das war nur einer meiner Freunde, der mich für heute abend zum Essen eingeladen hat."
Ella ging still ins Speisezimmer zurück und Elk rief den Amerikaner mit einem Wink zu sich.
„Gehen Sie und holen Sie einen Arzt," jagte er leise, „und faßen Sie ihm, daß er etwas^mitbringen soll, was diese junge Dame für zwölf Stunden in Schlaf versenkt."
„Schlechte Nachrichten?" fragte Broad.
Elk nickte. „Nicht die geringste Aussichi, den Jungen zu retten,” sagte er, „auch nicht die allergeringste."
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Mühe aufhob, legte er sie dicht an die Tür, so daß jeder darauf treten mußt«, der ins Zimmer wollte. Dann begann er die losen Kupferdrähte des Kabels in den Schraublöchern der Platte zu befestigen.
Er war kaum damit fertig, als der Tag anbrach und das Licht durch das Glasdach der Fabrik zu strömen begann. Dick hörte schwaches Flüstern und ein leises Knacken, als ob die Riegel an der Tür zurückgeschoben würden. Er kroch zum Schalter und drehte ihn auf.
Die aüt wurde aufgerissen, und ein Mann trat auf die Platte. Bevor noch fein Schrei den zweiten, der ihm folgte, zu warnen vermochte, lagen sie beide besinnungslos am Boden.
„Was ist denn los, zum Teufel?" Das war Hagns Stimme. Er kam die Stufen hinaufgelaufen und setzte den Fuß auf die elektrische Platte. Er stand eine Sekunde bewegungslos, dann fiel er mit einem Keuchen zurück, und Dick hörte den Kroch, mit dem er die Stiegen hinabstürzte.
Da wartete er nicht länger.
Er sprang mit einem weiten Satz über die Platte hinweg, rannte die Stufen hinab und stieg über den Körper des bewuß.losen Hagn.
Das kleine Bureau war leer. Auf dem Tische lag eine seiner Pistolen. Er ergriff sie und rannte durch die lange, öde Fabrikhalle, die ihm endlos dünkte, riß eine Tür auf und gewann das Freie.
Er hörte einen Schrei, und als er sich wendete, sah er zwei von der Bande, die ihn verfolgten. Er hob die Pistole und drückte ab. Es knackte, aber Hagn hatte das Magazin entleert.
Ein Browning ist eine wunderbare Waffe, selbst wenn er nicht geladen ist. Dick Gordon schlug mit dorn Lauf auf den Kopf des Mannes, der ihn fassen wollte, dann wendete er sich und rannte.
Er begriff, daß er sich geirrt hatte, als er annahm, daß nur sechs Männer im Gebäude anwesend seien. Es waren wohl die zwanzig darin und die meisten in Hörweite. Dick versuchte die Straße zu erreichen, von der ihn nur eine Reihe von Büschen trennte.
Aber damit beging er einen Fehler. In den Büschen war ein Stacheldraht,^nin versteckt und er mußte auf dem unebenen Boden weiterlaufen. Un« beschuht, wie er war, empfand er jeden Stein schmerzhaft. Sein langsames Weiterkommen machte es feinen Verfolgern möglich, ihn zu überholen.
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,Lch begreife es gar nicht!" antwortete Johnson, der noch ganz verwirrt war. ,Lch wollte die Straße überqueren, da kam ein Mann auf mich zu und fragte, ob ich Herr Johnson wäre. Und bann, ehe ich noch wußte, was geschah, hat er oeschossen."
Johnsons Rock war von der Flamme versengt.
„Nein, ich komme nicht mehr ins Haus zurück. Ich glaube auch nicht, daß man den Derfuch wiederholen wird."
Es kamen soeben zwei Detektive zurück, die Harley Terrace bewacht hatten und ihnen wurde Johnson zur Begleitung anoertraut.
„Das sind doch die geschäfttgsten Leutchen, die ich kenne", sagte Elk kopfschüttelnd. „Man möchte glauben, daß sie mit der Arbeit in Gloucester zufrieden sein könnten und nicht noch eine Nebenbeschäftigung brauchten."
„Wenn Sie erst so viel über den Frosch wissen werden, wie ich, werden Sie sich über nichts mehr verwundern", sagte Broad.
Es schlug sechs. Aber aus dem Westen kam keine weitere Nachricht mehr. Um sieben Uhr wurde der Zustand des Mädchens bemitleidenswert. Sie hatte sich während der Nacht mit einem Mute aufrecht erhalten, der die Bewunderung der Männer erregte. Ader jetzt, da die furchtbare Stunde herannahte, schien es mit ihrer Kraft zu Ende. Um halb acht Uhr schrillte das Telephon, und Elk war mit einem Panthersprung beim Apparat.
„Hauptmann Gordon hat Didcot vor einer Stunde verlassen", besagte die Botschaft.
„Didcot?" keuchte Elk verzweifelt. Er sah auf die Uhr. „Bor einer Stunde? Dann hätte er Gloucester in sechzig Minuten erreichen müssen!"
Ella, die sich gerade dazu zwang, den Kaffee zu versuchen, den Gordons Diener im Speisezimmer serviert hatte, kam, als sie ihn sprechen hörte, ins Arbeitszimmer, und Elk wagte nicht, das Gespräch fortzusetzen.
„Schon gut!" sagte er laut und warf den Hörer yin.
, Wie lauten Ihre Nachrichten, Herr Elk?" In ihrer Stimme lag unterdrücktes Weinen.


