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6toi alle Völker gleichen Rechtes fein sollen, auf deutschem Boden fremde Militärs unsere Volksge­nossen als minderwertige Objekte ansehen, deren Leben auch nach dem Antrag des Milirärstaatsan- walts in Landau bewertet wurde wie ein französi­scher Strohsack, den ein Deutscher im besetzten Ge­biet entwendet. Da ist von Gleichberechtigung, ist von Aussöhnung der nationalen Gegensätze, von Frieden noch herzlich wenig zu merken. Die Zusagen von Locarno, daß die Besatzung auf die normale, das heißt ,ju deutscher Zeit übliche Stärke herab­gesetzt, unsichtbar gemacht werden solle, sind dis heute unerfüllt, und französische Minister bauschen das Entgegenkommen Frankreichs schon gewaltig auf, weil statt der 85 000 nur noch 80 000 Mann im weiter besetzten Gebiet stehen. Der deutsche Wunsch, die Besetzung möge ganz ausgehoben werden, weil die Verpflichtungen aus dem Fnedensvertrag erfüllt und das Sicherheitsbedürfnis Frankreichs durch den Vertrag von Locarno befriedigt ist, hat kein Ge­hör gefunden: ja, die etwaige künftige Erfüllung ist durch die Forderung neuer Entschädigungen dafür schon im voraus des friedenfördernden Charakters entkleidet, zu einem einfachen Tauschgeschäft ernie­drigt. Das angebliche Hindernis sollte bisher die mangelnde Abrüstung Deutschlands sein. Trotzdem wir in den Völkerbund ausgenommen sind, also Bürgschaften für die Erfüllung aller internationalen Verpflichtungen gegeben haben müssen, sitzt der Ueberwachungsausschuß noch in Berlin, weil einige Restpunkte nicht erledigt sind, Restpuntte, die nur durch die überlange Dauer der auf bestimmte kurze Zeit vorgesehenen Tättgkeit des Ausschusses entstan­den sind. Und erst am Ende des Jahres machten sich Anzeichen der allmählichen Entspannung bemerk­bar: auf der Dezembertagung des Bölkerbundsrats ist uns nun zugesichert worden, daß die Uebcr- wachung endgültig am 31. Januar 1927, ein Jahr nach der Befreiung Kölns, verschwinden soll. Die Begnadigung der Deutschen aus dem Germersheimer Prozeß hat eine französische Regierung unter Poin- cnrds Vorsitz vollzogenim Interesse der Entspan­nung und der öffentlichen Ruhe". Und die Mittei­lung über den förmlichen Abschluß der Verhand­lungen über einige Restpunkte der Entwaffnung sprach von dem Vertrauen zur deutschen Regie­rung, daß sie selbst das Nötige veranlassen werde, wenn die bisher getroffenen Maßnahmen sich etwa in Zukunft als unzureichend erweisen sollten. Neben der einstimmigen Aufnahme in den Völkerbund und der einstimmigen Zuerkennung eines ständigen Sitzes im Dölkerbundsrat sind diese Entspannungs- anzeichen die Frucht der einjährigen, zielbewußten Verständigungspolitik nach Westen hin. die mit bem Namen Dr. Stresemanns verknüpft und auch durch die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an ihn in diesem Dezember anerkannt worden sind. Sind es auch magere Ergebnisse, sie heben sich doch vor dem Stand vor einem Jahre so deutlich ab, daß inan von einem merklichen Fortschritt sprechen und die Hoffnung hegen kann, daß weitere Ergebnisse im neuen Jahre folgen müßen."

Uber die innerpolitische Loge sagt dieG e r inani a", das Berliner Zentrumsorgan:

Rein äußerlich betrachtet hätten wir auch keinen Grund, mit Enttäuschung aus die innere Entwick­lung zurückzuschauen unb" hinsichtlich ber Zukunft in einen uferlosen Pessimismus zu verfallen. Es ist vielleicht eine gute Seite in der menschlichen Natur, daß die schlechten Zeiten rasch vergessen werden. Kommen uns heute nicht Spartakuskämpse und Dürgerkriea, Generalstreik und Jnflationswirren wie Erzählungen aus längst entschwundenen Tagen . vor? Und doch sind erst wenige Jahre verflossen seit jener Zeit, in der sich das deutsche Volk in innerem Hader zerfleischte, in der Bruderkrieg den friedlichen Bürger schreckte und ber wichtigste Jndustnebezirk Deutschlands in hellen Flammen stand. Heute ist die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutsch­land unbedroht. Die Putschgespenster sind verflogen und der Radikalismus ber extremen Parteien sowohl auf der Rechten wie auf der Linken ist mehr lär­mend als gefährlich. Aber leider sind das alles nur Zeichen einer äußeren Konsolidierung der inneren Zustande Deutschlands. Die Entwicklung vom deutschen Untertan zum deutschen -Bürger geht außerordentlich langsam vor sich, und weil scheinen wir noch von dem Ziele entfernt zu sein, Volk und Staat zu einer Einheit zusammen zuschmelzen. Und doch stehen wir hier vor ber Auf­gabe der Demokratie. Wenn es nicht gelingt, den deutschen Bürger so mit dem Staate verwachsen zu laßen, daß er alle Angelegenheiten dieses Staates als seine eigenen empfindet, wenn die Demokratie nicht imstande ist, das gesamte Volk mit einem ein-

OerFrosch mit-erMaske

Roman vor, Edgar Wallace.

31. Fortsetzung Nachdruck verboten

Nehmen wir ein Auto", |agte Dick, und seine Vorsicht war so groß, daß er drei leere Taxi ab wartete, ehe er das vierte anrief.Kommen Sie mit", sagte Dick.Ich möchte Sie jetzt nicht gleich allein lassen. Ich habe ein leeres Zimmer, wenn Sic schlafen wollen."

Elk begleitete Gordon nach Harley Terrace. Der Diener, der ihnen die Türe öffnete, jagte:Ein Herr 'st da, der auf Sie wartet. Er ist schon seit einer halben Stunde hier."

Wie heißt er?"

«Herr Johnson."

Tatsächlich war es der Philosoph, der sich au_ dem Sessel erhob, obgleich Herr Johnson in diesem Augenblick jedes Beweises für das Gleichgewicht der Seele, welches die hauptsächlichste Eigenschaft aller Philosophen zu fein pflegt, ermangelte. Der dicke Mann war ganz außer sich. Er saß verstört und unbequem auf dem äußersten Ende seines Stuhles, so wie Dick ihn damals in Herfons Klub sitzen ge­sehen hatte.

.hoffentlich werden Sie mir verzeihen, daß ich hierher gekommen bin, Hauptmann Gordon", sagte er.Ich habe ja vielleicht wirklich fein Recht, meine Sorgen zu Ihnen zu tragen."

Es freut mich, daß Sie in mir Ihren Freund scheu", sagte Dick, in dem er ihm die Hand schüt leite.Kennen Sie Herrn Elk?"

Wir sind ja alte Bekannte'" sagte Johnson und sür einen Moment kehrte all seine Freundlichkeit zu­rück. Ich muß unbedingt frühstücken," sagte Dick wollen Sie nicht mein Gast sein?"

..Mit Vergnügen. Ich habe heute morgen noch nichts gegessen. Die Sache steht nämlich so, Haupt­mann Gordon, daß er mich hinausgeworfen Hai."

Dick sah ihn verblüfft an.Was' Maitland hat Sie entlassen?"

Johnson nickte.Und zu deuten, daß ich dem alten Teufel so viele Jahre für dieses winzige Ge­halt gedient habe! Und nie habe ich ihm Anlaß zu irgendeiner Klage gegeben! Hunderte und tausende Pfund find durch meine Hände gegangen ja.

heitlichen nationalen Willen zu erfüllen, helfen alle äußeren Fortschritte nichts, und mir haben am Ende eine mehr ober weniger schöne Schale ohne Inhalt." ____________

Oberhessen.

Landkreis Gießen

(Tj Lollar, I. Jan. Am Silvestertaae nachmit­tags gegen 4 Uhr ereignete sich hier in der Haupt­straße bei der Geriachschen Wirtschaft ein Auto- Unfall. Ein leichterer La st wagen eines Gie­ßener Bierverlegers fuhr m Richtung Gießen, als ein Personenwagen aus entgegenge = ter Richtung die Stelle erreichte, wo in der Nähe ber Straßenrinne vor dem Anwesen des Straßenwärters Schadeck ein zum Wegfahren des Straßen kehrichts bestimmter einrädriger Handkarren ftanb. Da bas Personenauto nicht genügend nach rechts ausbog, wurde das Bierauto beim Begegnen stark nach der Straßenrinne abgebrängt und über- fuhr den Handkarren. Hierdurch verlor das Lastauto die Steuerung, bremste stark ab und fuhr leicht an das Wohnhaus des Schmiede­meisters Heinrich Fuhs VI. an, wo es stehen blieb. Neben verbogener Vorderachse erlitt ber Wagen Motorschaden und mußte hier untergestellt werden. Zum Glück wurde niemand verletzt. Abends gegen 11 Uhr wurde dem 12jährigen Sohn des Hüttenarbeiters Willi Fey, wohnhaft in der Kolonie, beim Hantieren mit einer Schußwaffe der Daumen der linken Hand abgerissen. Nach erster ärztlicher Behandlung durch einen hiesigen Arzt muhte der Junge der Klinik in Gießen zugeführ: werden.

:: Beuern, 3. Jan. Dieser Tage oeranstal- tete der hiesige Voltsbildungsverein im Saale zur Germania einen Lichtbilderoor trag, bei dem Oberstudiendirektor Dr. Binsel von Butzbach über Spanien sprach. Die Licht­bilder, die ber Referent gelegentlich seiner im vergangenen Jahre stattgehabten Studienreise durch ganz Spanien selbst dort aufgenommen batte, führte die sehr zahlreich erschienenen Zu­hörer in ein Land von großer geschichtlicher Ver­gangenheit. Der Redner schilderte in fesselndem Vor­trag Land und Leute, und die Aufmerksamkeit, die den Ausführungen des Vortragenden seilens ber Zuhörer bis spät in die Nacht hinein entgegen­gebracht wurde, zeigte das Interesse für dieses Land und Volk, das unseren Vaterlande in seiner schwersten Zeit, im Weltkriege, wohlwollend neu- -ral gegenübergestanden hat. Der Redner erntete für seine vortrefflichen Ausführungen reichen Beifall- Am Silvestertage feierten hier im Kreise ihrer Kin­der und Enkel die Eheleute Georg Nachtigall das seltene Fest ihres 5 0jährigen Ehejubi­läums. Die Jubilare erfreuen sich noch einiger­maßen geistiger und körperlicher Rüstigkeit.

t Grünberg, 3. Jan, Der hiesige Musik- verein veranstaltete am Neujahrsabend ein K o n z e r t, das sich eines sehr guten Besuchs zu er­freuen hatte. Ein fein zusammengestelltes Programm fand beste Wiedergabe und löste starken Beifall der Zuhörer aus. Die Kapelle quittierte mit einigen Zugaben, die gleichfalls fteundliche Aufnahme fanden.

T Lich, 3. Jan. Der hiesige Turnverein 1860 veranstaltete am Aeujahrstage in der Turnhalle seine Abendunterhaltung. Die Riege der Turnerinnen bot unter Leitung ihres Turnwarts Karl Ludwig ganz hervorragende Leistungen am Barren. Großen Beifall erzielte die flott gespielte OperetteWinzerliesel", ein Dreiakter von Mielke. (Sine Verlosung und dar­auffolgender Tanz beschlossen den Abend.

T C < d), 2. Jan. Heute, Samstagnachmittag, bot die hiesige Konzertoereinigung (Vorsitzende Fürstin Emma zu Solms-Hohensolms-Lich) im Schlosse mit ihrem sechsten Konzert den Musik­freunden unseres Städtchens einen hohen Kunst­genuß. Es waren dazu erstklassige Kräfte gewonnen worden, so für bie Violine Fräulein Alice G r a e f von Gießen, für die Flöte Fräulein Magdalene Merck von Darmstadt. Am Flügel wirkte Dr. Roller von Gießen mit. Mit einem Trio für Flöte, Geige und Klavier von Phil. Em. Bach be­gannen die Darbietungen. Sodann folgte die Solo- Sonate in A:3KolI für Flöte, ebenfalls von dem- sell>en Komponisten und ein Trio in O-Dur von I. S. Bach. Weiter kamen zum Vortrag Teile aus der A=TloU--Sonaie von Mar Reger und ein Scherzo von K. o. Dittersdorf. Den Schluß bildete ein Trio von I. S. Bach. Reicher Beifall lohnte die Künstler, die sich noch zu einer Beigabe, einem Menuett von Haydn, entschlossen. Leider war das Konzert mit auch Millionen. Bei mir1 hat immer alles auf den Penny gestimmt. Natürlich, denn wenn das nicht der Fall gewesen wäre, so hätte er es ja sofort ent­deckt. Er ist der größte Mathematiker, dem ich je begegnet bin. Und er kann doppelt so schnell rechnen und schreiben als sonst irgendein Mensch", fügte er I mit widerstrebender Bewunderung hinzu.

Es ist eigentlich merkwürdig, daß ein Mensch von so ungeschlachtem Benehmen und so roher Sprache solche Talente hat", sagte Dick.

Für mich ist er ein Wunder gewesen, seit ich ihn kenne", gestand Johnson.Wenn man ihn reden hört, so könnte man glauben, er wäre ein Straßenkehrer. Und bodj ist er ein sehr belesener Mann von großer Bildung."

Kann er sich vielleicht auch Jahreszahlen mer ken?" fragte Elt ehrfürchtig.

Natürlich kann er das!" antwortete John,on ernst.

Er ist ein merkwürdiger Mensch, wenn er auch in mancher Beziehung ein unangenehmer alter Herr ist Ich sage bas nicht, weil er mich jetzt entlassen hat, ich war immer dieser Ansicht. Aber er hat nicht den geringsten Funken von Güte. Ich alaubc, das einzig Menschliche an ihm ist die Lieoe zu dem kleinen Jungen."

Was für ein kleiner Junge?" fragte Elk Höch llchst interessiert.

Ich habe ihn selbst nie gesehen", sagte Johnson. Das Kind ist noch nie ins Bureau gebracht wor den. Ich weiß nicht, wessen Kind es ist, aber mög­licherweise ist es ein Enkel von Maitland."

Es folgte eine Pause.

,Zch verstehe jetzt!" sagte Dick leise, und er hatte wohl das Recht, dies zu sagen, denn in jenem Augenblick hämmerte ihm das Verständnis für den Frosch und bas Geheimnis des Frosches auf.

Warum hat er Sie entlassen?" fragte Dick.

Johnson zuckte die Achseln.Einer ganz törichten Sache wegen. Heute morgen, als ich kam, war er schon zugegen, ein ganz ungewöhnlicher Vorfall, denn er kommt gewöhnlich erst eine Stunde später als wir ins Bureau. .Johnson,' sagte er. Sie kennen Fräulein Senneti9' Ich antwortete, daß ich dieses Vergnügen hätte. .Und wie ich höre,' fuhr er fort, .sind Sie einmal ober zweimal dort zum Essen geloben gewesen.' .Das ist vollkommen roabr.

seinem hohen künstlerischen Wert mir verhältnis­mäßig schwach besucht. Unter den Gästen befand sich auch das älteste noch lebende Glied der Solmfer Linie, die Prinzeß Marie, die im Februar dieses Jahres ihren 90. Geburtstag vollendet.

Kreis Friedberg

WSV. Friedberg, 3. Jan. Am Aeu- jahrstage machte ein hiesiger Buchdruckmaschinen­meister fernem Leben freiwillig ein Ende. Nachdem er stark gezecht hatte, begab er sich in seine Wohnung und erschoß sich vor den Augen seiner Frau. Der Verstorben« war in letzter Zeit stark nervös, auch dürften mate­rielle Sorgen zu dem Entschluß, aus dem Leben zu scheiden, beigetragen haben.

KrciS Büdingen.

l:. Aidda, 3. Ian. Hier bestand schon seil langer Zeit vor dem Weltkrieg ein Geflügel- zuchtverei n, der eine recht rege Tätigkeit zur Förderung der Geflügelzucht entfaltete. Zur Inflationszeit war er aber nicht mehr in der Lage, Futtermittel, Zuchttiere usw. seinen Mit­glieder nzu beschaffen. Deshalb schlief der Ber- ein allmählich ganz ein. Da sich nun die Ver­hältnisse wieder gebessert haben, wurde der Ver­ein auf Anregung mehrerer Mitglieder mit Be­ginn des neuen Jahres wieder ins Leben ge­rufen. Die alten Satzungen sollen vorerst weiter gelten. Auch der frühere Vorstand, dessen Mit­gliedern zu beschaffen. Deshalb schlief der Ver- in sein Amt eingesetzt. Vorfichender des Vereins ist Iustizinfpettor Baer, hier, ein Züchter, der auf vielen Ausstellungen früher bedeutende Preise erworben hat. Man hofft, daß alle ehemaligen Mitglieder dem Verein wieder beitreten, sich noch neue anmelden und dadurch zur Hebung der deutschen Geflügelzucht mit beitragen.

y. Bad Salzhausen, 3. Ian. Hier sand eine Versammlung bei Bürgernreis er Aöper statt, in der eine Ortsgruppe Aidda-Dad Salzhausen des Verbandes Deutscher Iugendherbe rgen gegründet wurde, der die Verwaltung der neugeschaffenen 3 u g e n d - Herberge in Bad-Salzhausen obliegen soll. Die Errichtung einer Jugendherberge erwies sich hier als dringendes Bedürfnis, weil auf der Strecke FriedbergHoherodskopf noch keine bestand. Dieser etwa 10 Stunden lange Weg ist aber für einen Tagesmarsch viel zu groß. Deshalb wurde er auch meistens von jugendlichen Wan­derern gemieden; führt aber unstreitig durch eine der schönsten Gegenden Oberhessens. Die hie- lige Jugendherberge verdankt ihr Entstehen dem eifrigen Bemühen des hiesigen Badearztes Dr. Balser, der Vorsitzender der Ortsgruppe Friedberg ist. Für die neue Ortsgruppe Aidda- Bad-Salzhausen wurde Studienrat Braune- w e 11 dahier zum Vorsitzenden und Dr. med. Fritz Koch in Aidda zu dessen Stellvertreter gewählt. Die Jugendherberge umfaßt drei größere Unter« lunftsräuine in einem Nebengebäude der Aoth- schen Besitzung in der Bähe des Gradier­baues

.ttreis Schotten.

Schotten, 3. Ian. Eine Sitzung des Verkehrsausschusses sand in der Krone statt, die sich mit den verschiedenen Verkehrs- wünsch e n, Eisenbahnfahrplänen, dem kommenden Sommerfahrplan usw. beschäftigte. Die Wünsche sollen dem neugegründeten Verkehrsbund Oberhessen zur Weiterbehandlung der An­gelegenheit mitgeteilt werden. Eine nähere Aus­sprache sand weiterhin über den Verkehr der Kraftwagenlinien statt. - Obwohl der Schnee in unserer Höhenlage bei dem rnllden Wetter fast ganz weggeschmolzen ist, liegt der Schnee noch im Oberwald. Hoherodskopf, in großer Menge. Eine große Anzahl Winter­sportler traf über die Feiertage mit den Zügen ein und pilgerte den Höhen zu. Der starke Raureif hat in den Wäldern durch den Echnee- bruch großen Schaden angeridjtet. viele Fichten sind gebrochen worden.

Kreis Alsfeld

V (Siebend u, 3. Jan. Am Silvesterabend verunglückte die Frau des Schreinermeisters Schmidt Hierselbst beim Kreppeibacken. Wohl infolge ^leberhitzung geriet das Oel in Brand und explodierte. Die Frau ver­suchte das Feuermeer zu dämpfen unb geriet dabei felbft in Brand. Der herbeieilende Ehen:? n konnte nur mühesam seiner Frau zu Hilfe fommen, aber nicht verhindern, daß die

Herr Maitland', antwortete ich. .Sehr schön, Johnson', sagte Maitland, ,Sie sind entlassen'."

Das war alles?" fragte Dick verblüfft.

Ja, das war alles", jagte Johnson verzweifelt. Können Sie das begreifen?"

Dick antwortete nicht. Der neugierige Elk, der leidenschaftlich danach strebte, mehr über Maitland zu erfahren, stellte noch eine Frage.

,F)err Johnson, Sie sind doch jahrelang mit biefem Manne beifammpn gewesen, haben Sie nicht irgend etwas an ihm bemerkt, was Ihnen besonders verdächtig oorgekommen wäre/ Hat er nicht ge­heime Besuche empfangen? Haden Sie nicht zum Beispiel gewußt, daß er etwas mit den Fröschen zu tun gehabt hat?"

Mit den Fröschen?" Johnson riß die Augen auf, und feine Stimme verstärkte noch den Eindruck seines Unglaubens.Gott behüte! Nein! Ich kann mir nicht einmal denken, daß er etwas über diese Leute weiß. Nein, Herr Elk, nie habe ich etwas gehört, gesehen oder gelesen, das mir diesen Ein­druck gemacht hätte."

Sie haben doch Berichte über die meisten seiner geschäftlichen Transaktionen gesehen, gibt es etwas, bas Sie glauben machen könnte, Maitland hätte, sagen wir durch den Tod des Herrn Maclean in Dundee oder durch den Ueberfall, der auf den Woll­händler in Durby gemacht wurde, profitiert? Zum Beispiel, wissen Sic, ob er nicht an dem Einkauf oder Verkauf von französischen Likören und Par­füms interessiert war?"

Johnson schüttelte den Kops.Nein, Herr In­spektor, er handelte einzig nur mit Realitäten. Er hat Bodenbesitz in England, in Südfrankreich und in Amerika. Er hat auch ein bißchen auf der Börse gespielt ja, ja, wir haben sogar ein ziemlich großes Börsegeschäft gehabt, ehe die Mark fiel."

Was gedenken Sie jetzt zu tun, Herr Johnson ?" fragte Dick.

Johnson machte eine hilflose Handbewegung. Was kann ich denn anfangen, Herr?" sagte er. Ich bin beinahe fünfzig Jahre alt, ich habe den größten Teil meines Lebens in einer Stellung ver­bracht. und cs ist sehr unwahrscheinlich, daß ick) noch eine zweite bekommen werde. Glücklicherweise habe ich mir nicht nur Geld gespart, sondern aud) ein oder zwei gute Käufe gemacht, für die ich dem

Bedauernswerte sehr schwere Brand­wunden am Kopf und im Gesicht davontrug. Er selbst zog sich ebenfalls Verbrennungen im Gesicht und an den Händen zu. Am nächsten Morgen wurden beide ins Krankenhaus Als­feld gebracht. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt.

Starkenburg.

WSA. Offenbach a. M.. 3. Jan. Ain Silvesterabend griff die Polizei den 28jährigen Ferdinand Häger auf der Straße in total betrunkenem Zustande auf. Man schaffte ihn ins städtische Krankenhaus, wo er noch am Sonntag nachmittag verstarb. Die Untersuchung hat ergeben, daß Häger an einer Alkoholver­giftung gestorben ist und nicht, wie Gerücht wissen lassen wollen, einem Mord zum Opfer gefallen ist.

Preußen.

ftrciö Wetzlar

- - Ehringshausen, 3.3an. Die no vor kurzem dem Fürsten von Braunfels gehörir Fischereigerechtsame i.nferer ©emarfun die durch Kauf in den Besitz unserer Gemein, übergegangen ift, wurde dieser Tage in für Teillosen auf die Dauer von sechs Jahren ne verpachtet. Die Fischerei der Dill wurde in d- Teilen zu insgesamt 336 Mk. vergeben. Lemv und Mühlbach tarnen auf 70 bzw. 33 Mk. 6ämi liche Pächter haben sich verpflichtet, alljährlie 2000 Setzlinge einzusehen, außerdem darf nur die Angel in Tätigkeit treten. Die Fischerei de. Aachbargemeinde Dillheim wurde gleichzei-i für 150 Mk. auf sechs Jahre verpachtet.

Hreis Marburg.

Jl Marburg, 3. Jan. Der sog. Silvester markt brachte unserer Stadt lebhaften Fremdenverkehr. Der Marftplah reichte bei weitem nicht aus, um die Verkaufs ftä ick» e und Buden aller Art zu fassen, so daß diese noch in den anliegenden Straßen und Ecken der Oberstadt Aufstellung nehmen mußten. Zu Tau senden war besonders die Jugend der Land- bevöllerung herbeigeströmt. Die jungen Mädchen in ihrer kleidsamen hessischen Bauerntracht gaben dem Straßenbild ein buntes Gepräge. Der Eil vestermarkt ist besonders als sog. »Heiratsmarkt bekannt. Der Oberhessische Gebirgs verein, der sich um die Erschließung der Ao turschönheiten der oberhessischen Heimat groß Verdienste erworben hat, hielt dieser Tage sein diesjährige Hauptversammlung ab. Au dem Jahresbericht ist besonders bemerkenswer! daß der A i m b e r g t u r m im Lause des letzte: Jahres neu hergestellt und auf dem Hemme r i ch bet Gladenbach eine neue Schutzhütte er richtet worden ist. Weiter wurde die Wander Wegebezeichnung gut ar sgebaut. Die ver griffene Wegekarte vom Marburger Wandere' biet soll in Kürze neu herauskommen. Der fei herige Vorstand wurde wiedergewählt und bc Wanderplan für 1927 feftgelegt.

Kreis Westerburg.

OO Westerburg, 3. Jan. Am Jahresschi I fand im Sitzungssaale des Kreisgebäudes die ' Sitzung bes Kreistages für das Jahr 1926 ftat. Vor Eintrit in die Tagesordnung stellte sich D. S ch u n k als neuer Landrat vor. Von der Tage, orbnung interessiere die Öffentlichkeit am meiste die Sanierungsfrage der Kreisspar k a s s e, sowie die «chulangelegenheit in Wester bürg. Am 17. und 18. Juni des vergangenen Jahres hatte eine unvorhergesehene Revision der Kreis s p a r k a s s e stattgefunden. Dabei wurden Ausfälle an Kontokorrentforderungen und ungedeckten Kre biten gefunden, die sich nach weiterer eingehender Prüfung heute auf 81) 0 0 0 Mark belaufen, die zum größten Teil verloren sein werden. Man trat sofort mit der Nass. Landesbank und der Deutschen Kommunalbank zwecks Sanierung der Kasse in Der bindung. Nach einer Besprechung mit der Regierung tarn man zu ber Ueberzeugung, daß der einzig mög liche Weg ber sei, bie Kreissparkasse an bi e Lanbesbank ü be rz u f ü h re n. Nack) langwierigen Verhandlungen kam es dann zu einem Vertragsentwurf, nach dein die Kreissparkasse am 1. Januar 1927 an die Landesbank übergeht. Der Antrag auf Prüfung ber Möglichkeit, eine höhere Schule in Westerburg zu errichten, wurde von der Versammlung abgelehn! ein anderer dagegen angenommen: Der Kreisau-schnß wird beauftragt.

Alken dankbar sein muß. Ick) glaube ja zwar nicht, daß er sich besonders gefreut hat, als er sah, baß ich seinem Beispiel gefolgt war, aber bas gehört jetzt nicht zur Sache. Das verdanke ich ihm ieden falls. Ich habe gerade genug Geld, um für den Rest meiner Tage, wenn ich keine außerorbentlichen Spe- tulationen anfange und sehr, sehr bescheiden bin, leben zu können. Aber ich kam eigentlich hierher, um mich an Sie zu wenden und Sie zu fragen, ob Sie nicht vielleicht eine kleine Stellung für mich wüßten? Ich würde dock) gern ein bißchen arbeiten und am allerliebsten mit Ihnen."

Dick war ein wenig verlegen, beim für Herrn Johnson gab es, wohin er auch sah, feine Anstel­lungsmöglichkeit. Nichtsdestoweniger wollte er ihm doch nicht absagen.

Lassen Sie midj die Sache ein paar Tage über denken", sagte er.Wer ist jetzt Sekretär des Hern, Maitland?"

Ich weiß es nicht. Das ist ja meine größte Kränkung. Ich habe einen Brief auf seinem Pull liegen sehen, der an Fräulein Bennett adressiert war. Und da ist mir ber Gedanke gekommen, daß er vielleicht ihr meine Stellung anbieten will."

Dick vermochte kaum seinen Ohren zu trauen. Was veranlaßt Sic, das zu denken?"

Ich weiß nicht, aber ein paar Mal hat stö­ber Alte bei mir nach Rays Schwester erkundigt. Es war ebenso verwunderlich, wie alles, was er sonst gemacht hat."

Johnson tat Elk von Herzen leid. Er schien jo absolut ungeeignet für den rauhen Konkurrenz­kampf, und die Möglichkeiten, die einen Mann von fünfzig Jähren erwarteten, der immer in einer Stel­lung gewesen war, schienen, praktijd- genommen, gleich null.

,Lch glaube nicht, daß Fräulein Bennett dieses Anerbieten annehmen würde, wenn Herr Maitland es ihr machen sollte. Bitte, geben Sie mir Ihre Adresse für den Fall, daß ich Ihnen etwas mitzu- teilen hatte."

Fitzroy Sqare Nr. 431", sagte Johnson und murmelte eine Entschuldigung der etwas schmutzigen Visllenkarte wegen, bie er darreichte. Er ging zur Tur, aber noch mit ber Hand auf der Klinke zögerte er.

(Fortsetzung folgt.)