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DaS ift her ®runb au« welchem die Be­wegung ^etljura» von vornherein zu einem sichern. Fehlschlag verurle lr war. Unb Da« ift der Grund, warum di« Nach» >la«r >e I.. ta« den «hema igen Führer der ufra ru'öen Republik nicht al« AationalheroS oder al« Sieger im Kampf um bif ukrainisch« Unabhängiglc t wieder auf- erwecken können Da« ift der Grund, warum auch da« ganze Geld der polnischen Re- gierung für die Anhänger ^ctljura«. füt ihre Propaganda und politische Arbeit hinaus- geworfen ist.

..'m (l dem Deuse l. ja! aber nie­mals mit den Polen!" Da« war der Wahl- spruch der Ukraine im 16. und 17. Jahrhundert. Der Wahlspruch hatte auch irn Jahr« 1920 noch Geltung und wird in der Ukraine noch lange un- vergelsen sein.

Oberheffen.

Landkreis Htcfecn

V Mainzlar. 2. Noa. Stn Unglück«- sall ereignet« sich geftern in dem Walzwerk- bet rieb« der hiesigen Firrna Scheidbau er A Giebing. Der Arbe t -rDecker au« Mainz­lar wollte auf ein Dorgelege einen Diemen auf­legen, wobei er der Tran-rnission zu nahe kam und von dieser erfaßt wurde. Gr erlitt «inen Unterschenkelbruch utck» muhte der iLhirurgischen Klinik in Gießen zugesührt werden. Sein befinden ist den Umständen ent prechend gut.

: Gründer g. 2. Nov Wie im Vorjahre, so sind auch in diesem Herbst wieder die Obfl* bäume an der großen Verkehr«strahe nach Gießen zur Bekämpsung der Obstschäd- ltnge mit Kleberingen versehen worden. Leider finden sich immer rohe Hände, die ihre 3etftörung«tout nicht zügeln können, denn kaum waren die Dinge angelegt, so wurden hier und da auch schon ivelche heruntergerissen.

Lich. 2. Vor» Da« Tm nächsten Jahr fiattfinbenbe 90jährige Jubiläum be« Gesangverein«TScili a", worüber kürz­lich berichtet wurde, weckt die Erinnerung an einen der größten Söhne unserer Stadt, an den 1805 hier geborenen berühmten Ehormeifter und Komponisten Heinrich Deeb. den Gründer be« Deebschen Männerchvr« in Franksurl a. M. 211« iunger Mann hat er in den zwanziger Jahren he» 19. Jahrhundert-, al« er zu Beginn feine« wechselvollen LebenSgange« nach seinem Abgang vom Friedberger Lehrerseminar vorübergehend nochmal« kurze Zeit in seiner oberhesfischen Hei- mat weilte, sich in Lich schon al« Dirigent de« SingvereinS, eine« gemischten Ehoi«, be­tätigt, den man al« Vorläufer der . tiäcilia ansprechen darf. Die neuere Aeebforschung, die sich auf den Nachlaß Neeb« stutzt. in dem man die eigenhändig von Neeb geschriebenen Gesetze für den Singverein" vorfand, hat er­wiesen. daß schon zwischen 1820 und 1830 in unserer Stadt die Desangskunst gepflegt wurde, wir also auf eine 100jährige gesangliche Tradi­tion »urückblicken können. Di« Frankfurter .Lie­dertafel" deren musikalische Leitung längere Zeit in den Händen Neeb« lag, hat dem Meister im Jahre 1911 eine Gedenktafel an seinem Geburt«- Hause in der Oberstadt angebracht, auf her zu lesen istiIhrem verdienstvollen Dirigenten und Ehrenmitglied Heinrich Neeb in dankbarer Ver­ehrung gewidmet von der Franklurter Lieder­tafel." Untere Stadt hat di« <3rinnerung«tafe( in ihren Schutz genommen und seitdem treulich gehütet. Heinrich Neeb fehlte e« zeitlebens nicht an Ehrungen, so wurde er Ehrenmitglied zahl­reicher deutscher und ausländischer Gesangver­eine, so xl a. 1861 der Dereine .Orpheus' und .Harmonie" Butzbach, .Liederverein Mar­burg, 1862 de« .Liederkranzes" Gießen.

F Obbornhofen. 2. Nov. Der G e - meinbera t hat in seiner jüngsten Sitzung den Bau einer Wasserleitung beschlossen. Die Frage der gleichzeitigen Schaffung her Ka­nalisation wurde noch offengclalfen. Auch eine Dürgerversammlung. die sich mit der Kanali- sationSfrage beschäftigte, konnte zu keinem Be­schluß kommen.

Kreis Friedberg.

4 Bad-Nauheim, 2. Nov Die neue städtische Kläranlage, die vor den Toren der Stadt unweit Friedberg« am linken ilfaufer im letzten Jahre erstand, ist soweit ser- t i g g e st e l 11, daß sie in wenigen Tagen dem Betrieb übergeben werden kann. Die Anlage

macht al« Gan-es einen kehr vorteilhaften Ein­druck. Sie tour.De in letzter Zeil wie. erholt de­ucht. 11. a. weilte eine Kommi' ion ron Schlitz hier. Baurat Höher vom städtischen Tief- bauamt hatte auch Gelegenheit, den Stadwer- orbneten von hier und später denen von Fried­berg da« Derk eingehend zu erläutern. Wie man hört, kolk der Voranschlag von 284 300 M. nicht überschritten worden sein.

:: Kirch-Gön«, 2. Nov Nachdem durch die Feldbereinigung die E'. ntetluna der Grundstücke in hiesiger Gcmirfung beendet ist. kamen nunmehr die Decker und Wiefen der evangelischen Pfarrei auf zwölf Jahre zur Verpachtung E« tourben hohe Preise geboten, teilweise für den QuadratmttTr 4 b.« 5 Pfennige Geg.müb-r drm Pachtvr iS in frü­heren Jahren ist der jetzig? ein r.^ht hoher

:. Pobl-Gön« 2. Nov. In unterer 730 Seelen zählenden Gemeinde ist feit über c1 n e m Jahre kein Sterbefall vorge­kommen. waS wohl nur wenigen ®emetnbrn von dieser Gröhe befchieden fein Dürfte.

Kreis Büdingen.

nd. Nidda, 2. Nov. Dm Montag wurde an der hiesigen Gewerbeschule daS Wintersemester eröffnet. Vor Beginn de« Unterrichts versammelten sich die Schüler die Lehrer und die Mitglieder de« Aufsichtsrats der Schule im Schulgebäude. Geh. Justizra: L D Aömheld, der Vorsitzende de« Aufs.chtsrat«. war am Erscheinen verhindert Qtn seiner Stelle richtete Psarrer Laut namen« des Au,ftchtsrat« herzliche Worte der Begrüßung an die Erschie­nenen und dann noch Ermahnungen und Rat- schläge zu einem gesitteten Lebenswandel und zur fleißigen AuSnützung der Lehr- und Schulzeit an die Schüler. Sodann bewillkommnete der Leiter der Anstalt. Dekwr Vitt, die Schuler und gab ausführliche Erläuterungen über die Ziele der Schule unb den darin geltenden Lehrplan. Nach diesem werden die Schüler in drei Klassen unter­richtet. Jede Klasse zerfällt wieder nach den Be­rufen der Schüler in drei QlbteHungen, nämlich in Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Schreiner irito.), in Metallarbeiter (Schlos­ser. Spengler, Installateure ufto.) und in Schmückende Kunstberuse lMaler, Dekorateure. Weißbinder). Die nach regelmäßigem Besuch der Schule bestandene Schlußprüfung befreit von der theoretischen Meisterprüfung und berechtigt zum Eintritt in eine Baugewerkschule. Die Anstalt will aber vor allen Dingen zukünftigen Hand­werksmeistern eine gediegene Vorbildung ge­wahren. Die Schülerzahl beträgt in diesem Se­mester 91 Hiervon haben 68 bereit« die dritte, bzw. zweite Klaffe mit Erfolg besucht, neu ein- getreten find 23 Schüler, wovon eine größere Zahl von auswärts stammt. Außer dem Rektor wirken an der Gewerbeschule noch 5 Gewerbe­lehrer im Hauptberuf und 4 Volkslchullchrer al« Hilfslehrer. Mit der Gewerbeschule ist die HandwerkerfortbildungSschule i>et- bunben. Diese umfaßt 5 Klassen mit 107 Schü­lern, die von einem hauptamtlichen Fottbil- dungSschullehrer und den 5 Gewerbelehrern unter­richtet werden. Angegliedert an die Gewerbe­schule Nidda sind die gewerblichen Fortbildungs­schulen in Schotten (mit der Zweigstelle Ulrich­stein), Laubach, Hungen. Echzell und Reichels­heim, die der Aufsicht de« Rektor« der Gewerbe­schule Nidda unterstehen und an denen der Fach­unterricht von den hiesigen Gewerbelehrern er­teilt wird. Sin Gewerbelehrer hat in Schotten feinen Wohnsitz. Die örtliche Leitung dieser Schu­len untersteht den Schulvorständen der betref­fenden Gemeinde.

P Ober-Widdersheim, 2. Nov. Die hiesige Kleinkaliberschühenabteilung, die dem Kriegerverein angegliedert ist und unter Leitung deS Schießmeister« Ludwig Uhl steht, hat am Sonntag ihr Wet tschießen beendigt. Der Kriegerverein hat an der Wüstung vor dem Schauerwald im Wege der Selbsthilfe ein Schützenbaus errichtet, wozu Steinbruch- befiher I. Nickel die Baumaterialien unent­geltlich geliefert hat. Auch der Schiehstand ist mustergültig angelegt.

# Wallernhaufen, 2. Nov Ein hiesiger Landwirt erntete an einem Apfelbaum (Roter trierischer Weinapfel) 36 große Körbe voll Pflückobft und noch sieben Zentner C ch ü t t e l o b ft, was einen Gesamtertrag von mehr als 20 Zentner ausmacht.

HGettenau, 2. Nov. Das Preisfchicßen des hiesigen Kleinkalibersch Ütze n Vereins fand am Sonntag unter reger Teilnahme der Tiit*

glieber seinen Abschluß. Mit 30 Ringen bei drei Schuß wurde ch. Naumann Schützenkönig. Zwei ter Ikettträger wurde E Geismar mit 2S Ringen

Kreis Schotten.

Sreienfeen, 2. No Am Svnntag ko *.nte unser Dors die Freunde de« Gustav- Adolf-Vereins de« Bezirk« Solms begrüßen. Nachmittags sammelte sich d e Ge» mr.nbe fast vv. zählig zu e non Hauptgottes, dienst. Der Fe'lpreb.ger. Plärrer Nürnder- . wußte bie

feine kernigen Worte von der Notwend.gker' drt Gustav-Ato^'-Dereins zu überzeugen. D.e seeli­schen Note, di« unsere Glaubensgeno'sen in den uns entrissenen Gebieten zu überw nben haben, wurden auf Grund der reichen Erfahrungen, des Vortragenden in« rechte Licht gerückt. In einer anschließenden Dachse er bi der Turnhall«, di« bi« auf den letzten Platz gefüllt war. ergrff nach einer kurzen Begrüßung durch den Orts- geistl.chen. P'arrer Diehl, Dekan Schmtdt- Orünberg das Wort und erstattete Bericht über die letzte Hauptversammlung des Gustav-Ado.f- Verein« in Graz (Ste.ermarfL Ein klares Bild von der oielfeil.gen Arbeitsleistung des Gustav- Atotf-DereinS wurde von dem Regier gegeben. "Beionber« hervorzuheben ist daraus, daß erfreu­licherweise die ursprünglichen Gegensätze der Welttnschauungen in den abgetretenen Gebieten, vor allem in Deut'ch-Oefterreich. beträchtl ch ge­mildert sind, da sich beide Gruppen der Be­völkerung unter dem Druck der gegenwärtigen Verhältnisse zu einer Ql ot gemeint (haft zusammen- gesunden haben Als letzter Redner sprach Pfar­rer 1). Fritsch- Ruppertsburg, ßr gedachte in gebührender Weife des Rettert des evange­lischen Glaubens. deS Schwedenkönig« Gustav Adolf. dessen religiösen Ziele eine Fortführung in dem nach ihm benannten Vere n finden. In einem Schlußwv-1 dankte Pfarrer Diehl allen, die zum Gelingen der Feer beigetragen hatten. (Sine Kollekte ergab den ansehnlichen Be­trag von 56 Mark. Der hiesige Gesangverein umrahmt.' die Veranstaltung durch einige recht wirkungsvoll vorgetragene Lieder Dem Vor­bilde des Kreise« Lauterbach sagend, darf sch nunmehr auch der Kreis Schotten de« Be­sitzes eine« Wanderkino« erfreuen. In die­sen Tagen wurde untre Geltung des KreiSschul- rats Kinkel in den größeren Orten der ein­zelnen Bezirke der erste Lehrfilm vorgeführt. Hier versammelten sich d.e Schüler der um­liegenden Ortschaften. Gin einheitliches und zu­gleich einheimisches Stoffgebiet wurde gezeigt: Die Bewirtschaftung deS oberen Do- gekSbergeS. Die Vo führungeii lösten rege« Interesse aus. da sie in ansch.iuiicher Wecke einen Einblick in die wirt chastlich möglichen Auswertungen des seither fast nutzlosen Ge­ländes diese« Gebiete« gaben. Allgemein be­dauert wurde, daß der interessant« Film, dessen Schöpfer KreiSschulrat Lorenz- Lauterbach ist, nicht am Abend vor Erwachsenen gezeigt werden konnte, da gerade der ländlichen Bevölkerung praktisch Werwolle« geboten wurde.

Rudingshain, 2. Nov Hier herrschen unter den S ch u l k i n d e r n zur Zeit Die TI a f e r n so stark, daß der Schulunterricht vorläufig aufl4Tag«unterbrochen werden mußte. In unsrer Kirche wird eine Heizungsanlag« eingebaut. Mit Den Arbeiten ist jetzt begonnen worden.

KreiS rttsfeld.

() Groß- Felda, 2. Nov. Gestern fand unser Herbstmarkt statt. Don auswärts waren fehr oiete Besucher erschienen. Der Fer­kel markt war mit 140 Tieren bei ähren. Im Durchschnitt wurden für das 7 Wochen alte Paar 24 bis 26 Mk. für 9 bis 10 Wochen alte 28 bl« 32 Mk. gezahlt. Bei schleppendem Handel wurde der Markt geräumt. Der Krämermarkt wies mehrere Stände auf. Die hiesige Geschäftswelt spricht sich befriedigt über den Verlauf De« Markte« au«.

KrciS Lauterbach.

L Schlitz 2. Nov. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sich an der Herausgabe des Führers durch Oberhessen zu beteiligen. Zugestimmt wurde ferner dem Anschluß des gräflichen Slek- trizitäts Werks an da« ftädtis cheWerk. Beabsichtigt ist Die Erbauung einer Klär­anlage Es muß noch ein in Ausficht ge­stellter Voranschlag eingehen, bevor veschsiih in der Angelegenheit gefaßt werden kann.

Chr benachbarten Hutzdorf wurde die Da- mantfchleiferei. von der lürzüch Still- lcgung gemcL'et wurde, wieder von einem Ha­nauer Pächter m Bet rieb genommen.

ch Eichenrob, 2. Roo Den ganzen Som­mer über batte unter Dorf unter empfind­lichem Wasferm angel luben Tage­lang war im Oberdorf kein Tropfen Wasser aus der Leitung zu bekommen, trotzdem von Trocken­heit lei ne 2iebe war Zwei Brmmm unb eine Privat toasterlcikung wavm bi« etm gen Ge- legenhe-.ten. lich Trinktoasfer zu verschaffen. Für da« Vieh mir^tc man sich mit dem Bach bebe Herr Lange hat man geludX. wo der Schaden fein könnt«, bis man sich dreier Tag? darüber klar geworden ist. daß in einer andern Gemav» lung, Hopfmannsfeld. das Wassersvrt- läuft. Vor etwa 23 Jahren hatte sich Eichenrvb an di« von Hörgenau unb H^p' na-rn.-'dh ge­meinsam geb'.ante Wasterk itung anschließen dürfen unter einer Bedingung, die Kht vorhanden zu sein schien. Sollte nämsich Erchenrvd. besten

mir den 11

dem Verbrauch der and m G m nnd'-n erhielt, einmal Wassermangel haben, so habe es allein für Abhilfe zu sorgen, womöglich mit Zuleitung anderer Quellen. Dieser Tage wurde nun der Fehler in dem Rohrnetz der Gemeinde Hopl- mcmnSfcld fcftgeftelll. Dort gehen durch einen mächt,gei, Rohrbruch solche Mengen Wassert täg­lich verloren, daß für Elchenrvd nicht« mehr übna bleibt. 6ett einigen Tagen tmrb fetzt abends di« Zuleitung nach Hoplmannsfeld gesperrt, und das Walser, weiches seither nachts in etn-m Acker nutzlos verloren ging, füllt den Gichenrtder Hochbehälter, so daß die Gemeinde den ganzen nächsten Tag Waster hat. Hoffentlich wird aus dieser einstweiligen Regelung eine Dauerlölung. di« eintritt, wenn in Hoplmannsfeld die Rohre ausgewechselt sind Am empfindlichsten spürte die Wasserknappheit dieMolkereigenvssew- schast Eichenrod. die die Mtlch von neun Ortschaften verarbeitet Um ähnltchen Unsicher­heiten für alle Zukunft aus dem Wege zu gehen, bat sich die Molkerei entschlossen, auf ihre Kosten eine eigene Wasserleitung zu bauen. An zwei Stellen, etwa 803 Meier oi^erhalb des Dorfes, hat di« Firma Hardt, Lauterbach, schon ausgegraben und gemessen Eine Oueste allein liefert 28 Liter In der Btinut«. Diele Meng« mit der anderen Quelle zusammen rttcht fttr den höchstett Bedarf au«.

©torfenburg.

WSN. Darmstadt. 2. Nov. Redakteur Eckert, der mit dem Ballonführer Honne - läge im BallonLeipziger Messe" nach Mos­kau abgetrieben wurde, ist wieder in D a r m - ftadt eingetroffen. Cr spricht sich fehr begeistert über die abenteuerlich« Fahrt aus und hat nur Lob für bie Behandlung, die den bei­den Fahr?rn durch die rustischen Behörden und die deutsche Botschaft zutzetl wurde. Gin Kellerbrand, der Montag abend hier auo- brach unb bald gelöscht werden konnte, stellt« sich als vorsätzliche Branbstiftnng her­aus. Papier, Briketts unb Holz waren tm Dor­raum de« Kellert aufgeschichtet unb entzündet worden. Aks Täterin kommt eine ht dem Haufe wohnhafte Frau in Bettacht, bie bei 6 tr« i - tiakei ten mit Mietern vor emtger Zeit äußert«, sie werde bas Haus in Branb stecken. In der Heidelberger Sttahe touree gestern abend ein« etwa 60 Jahre alte Frau von einer Autobroschke über­fahren. Der Thausseur brachte bte schwer­verletzt« Frau sofort nach dem Ctabtfrtmlcm- haus. doch trat der Tod bereit« auf dem Trans­port dorthin «in.

Darmftabt, 2. Nov Zwei 9ugenb* 1 iche, einer au» Berlin unb einer au» Frankfurt, bie Den Eltern entlaufen waren, um sich zur Fremdenlegion zu melden, wurden hier au|> gegriffen.

Rheinhessen.

WSN Mainz, 2. Nov. Bei Dem gemeldeten Einbruch in die Hauptgeschäftsstelle der Mainzer Spar-. Konsum- und Pro­duktionsgenossenschaft fiel durch einen glücklichen Zufall den Tätern nur Der Verhältnis- mäßig geringe Betrag von 3970 Mark In bie Hände und nicht, toi? zuerst anaenommtn wurde, ein solcher von 150 000 Wk. Gine wert höhere vorhandene Summe blieb unbemerkt.

Konzert der Volkshochschule.

Schon dadurch, daß man die Aufführung Der Neunten Sdmphonic in der Volkshalle durch die Heranziehung Der verschiedensten Hängervereini­gungen auf eine breite AuStoirkungSba'ts gestellt batte, indem dadurch da« Interesse für da« große Werk in weit« Kreis« getragen wurde, war Da« Problem Kunst und Volk gehörig gefördert wor­den. Diel« Volk«kunstb«strevungen weil«rzuftsthren. bat sich die Gießener Volkshochschule zur Ausgabe gestellt.

Sogenannte Volkskonzerte waren in großen Städten schon leit langem eine ständige Einrich­tung UnD trotz aller Bemühungen schien der erreichte Erioig doch nicht immer der auf- gewandten Mühe entsprechen zu wollen. Denn meistens batte man in her Aufstellung der Pro­gramme übersehen, daß Dte Fähigkeit, Musik ver­ständnisvoll zu erleben entwickelt werden mußte, und leider konnte oft her ungeübte Hörer ein schweres Programm nicht bewältigen und blieb so dem Dargebotenen verständnislos, ja oft gleich­gültig gegenüber, unb da« Gegenteil de« Er­hofften war die Folge.

Musikerlrben bcbeutet Aktwitäi de« Hören­den. Die muß aber erst allmählich geweckt und gestärkt werben. Mulik stellt einen geistigen Wert har. brr sehr stark im Gefühl wurzelt. Aber di« Art des gefühlsmäßigen »rieben« ift wieder­um stark von der geistigen Einstellung he« Hören­den abhängig Ungenannte absolute Musik zu­gleich als Anfang darzubieteu. wurde wohl letcht 'U einer unbeflimmten, sich im Allgememen ver- Ucrenhen Auffüllung fuhren. Darum ist bie Vokalmusik dazu am geeignetsten, da sie durch die im Teste gebundenen Vorstellungen imh Begriffe dem geistigen Erleben die Richtung weist. Und o war der eingeschlagene Weg für den ersten muttkalischen Abend her Volkshochschule Inn.-r- sich berechtigt.

Die Ziele dieser ersten Veranstaltung kenn­zeichnete Univerfilätsmusikdirektor Dr Cte>an Temesoartz in seiner kurzen treflenben Otn- führung. insbesondere durcheine Stellungnahme gegen die rein intellektuell-anttromantsich <tn-

gestellte Moderne: denn die Musik ist, wie oben auSgeführt, eine GesühlSkunst mit geistigem Ein­schlag Oft aenug scheitern VoUskunstbestrebun- nen daran, daß man angesichts de« nichtigen Eintrittspreises glaubt, mit Solisten von nicht höchster Qualität auSkommen zu können, anstatt zu erwägen, daß in solchem Falle da« Beste für 'olche Veranstallungen gerade gut genug ist. '.veil man nur bann eine volle Auswirkung der in den Werken liegenden lünstlerischen Ten­denzen erwarten tarnt.

^rich Mayer« (Bariton) gefänglich« Kunst hat schon einmal im Lause de« vergangenen Sommers gelegentlich des Kottzertes zum Besten der Gießener Oiu&entenfcUfe ihre Würdigung er­fahren. Auch diesmal vermochte er mit seiner weichen, lehr schmiegsamen und modulaltons- sähigen Stimm« die lyrischen Stellen der gewähl­ten Gesänge voll auszuschöpfen. Ebenso per- nwchte er dramasisch« Werke wie .Prvntetbeu«" äußerst «tndruck-vvU zu gestalten, denn seine musikalisch« Veranlagung ermöglicht «s ihm, kurze siedförmige Sätze ebenso wie den stimmuna«- reichen Zi>Nus Beethovens .An die ferne Ge­liebte" bis zur feinsten Kleucheit zu charakteri­sieren. Gelingt e« ihm, sich noch von eifrigem Schulmäßigen gänzlich zu lösen, so kann er für die Zukunft im KonzeNgefang als einer der 'Berufenen gellen.

Dr. T e m e s v a r h hatte die Begleitung am Flügel übernommen und mit feinster Gestal­tungskunst schuf cr den Stimmungsgrund für die Lieder Selbst bie kleinst« Wendung blieb nicht unbeachtet und wurde charaNerifierend und bedeutungsvoll für die geistig« Erlasiung des ganzen Werke« (.An die ferne Geliebt«^. So verschmolzen Süngerstimm« und Begleitung zu einer von gleichem Wollen befreiten Einheit

Vielleicht wäre «s bei dieser volkstümlichen Veranstaltung erwünscht gewesen. Mo verschie­denen Geiangsstlle Beethovens unb Schuberts durch kurze, eingestreute Hinweife -u kennzeichnen, um fo dem Hörer das aktiv« Hören nu er­leichtern.

Daß dieftr Abend starken Nachhall geweckt hatte, bewirt der reiche Beifall- er bestätigt«

die Ziel« der Vortragenden, eine Gemeinde von Gebenden unb Empfangenden zu schallen.

in

Abenteuer in Frankfurt.

Don S l i n g.

Diese Geschichte würde ich nicht erzählen, wenn sie nicht wahr wäre. Sie ist ttämlich gar nicht so lehr schmeichelhaft für den. der sie von sich erzählen muß. Indessen gerade deshalb...

Also ich wandelte in der Kaiserstraße der guten Stadt Franksul am Maine lüft. Zur sinken trabte mein lieber alter tfrnmb Pul«, zur Rechten sein hochgewachlene« Töchterchen, da- Toi'chen. Wir hatten uns lange nicht ge­sehen. Da Pule ein großer Schweitzer ift. taten wir, was wir immer tun. wenn wir lange ge­trennt waren, toir schwiegen un« erst mal gründ­lich aus. Das Tonchen aber, das dem Vater in allem gleicht, schwieg ebenfalls, zart. fein, an­mutig. gründlich So gingen toir. ein jeoes schaute vor sich hin. unb ich bemerkte gar nicht, daß der Pule allmählich von meiner Seite wich. Wir waren gerade an der Hauptwache ange­kommen. Plötzlich fehlte mir der Pule Ich sah nach links über den Straßendamm weg richtig, da ging der Pul« schon auf di« Hauvtwach« zu. die wie eint Jnfri im Meere des Verkehrt siegt. Ich greife also nach dem Tonchen. da« noch immer schnursttak« seines Dege« rieht, er- wi'che es gerade am Rockärmel, ziehe es nach links über Die Straß«. Natürlich munfe ich sehr aufbaffen und scharf nach ltnks gucken. Denn rt kamen Straßenbahnen und Autos, unb ich wollte doch mit dem sieben Tonchen unter keinen Umständen überfahren toerötii

Nach fün'undzwan»ig Schritten landeten toir glücklich am anderen llfer. Da stand schon Pul«. 6teil, behäbig, lachend Ich wußte nur nicht worüber Fragend seh ich ihn. dann das Tonchen an, ba bemerke ich erst ich habe ja gar nicht das Tonchen am Aennes sondern einen wildftemden jungen Man«, nach dem ich versehenlltch ge­griffen hatte, der mir einigermaßen bleub nd erschrocken gefolgt war und sich offenbar willen­

los der Hand eines höheren Schicksals ergeben hatte.

Nun lachte ich zuerst auch. Entschuldigt« mich wegen des Irrtums sehr höflich, auch der junge Mann zog seinen Hut und verschwand in Der Menge. Aber erst als ich ihn aus den Augen verloren hatte, wurde rt mir klar, daß ich zwei­fellos einen her größten Verbrecher verhaftet und wieder freigelassen hatte.

Welcher normale Mensch, frage ich. läßt sich am hellerlichten Tage am Rockärmel mitten in der Großstadt ,u einem Gebäude ziehe«, das auch noch den furchterregenden Raa »en .Haupt- wache" trägt? 11 nb welcher Schreck war in feinen Zügen zu leien I Dieser Mann war mit feinem Schicksal fertig, er hatte abgeschlossen, als er meinen Griff am Aermek fühlte Seit Monaten vtelleichl toariete er schon auf den Griff. Aller Widerstand schien ibm zwecklos. Hinter diesem Manne toaren vielleicht alle Kriminalftellen des Reiches her niemand hatte ihn ergriffen - nur ich. mit der Sicherheit eines Nachtwandlers, ohne htnzufehen... Auf den Kopl dieles Men'chen ift vielleicht eine Million ausgesetzt unb ich ließ ihn wieder laufen! Unb bie Million auch

Gin bißchen schmeichelhaft ist die Geschichte für mich dennoch. Dieser Mann hatte mich nur so halb von der Seite halb von hinten gdeben. Sr war nur willenlos gefolgt. Ich muß doch irgendwie einen imposanten Eindruck auf ihn gemacht haben. Er forderte von mir als Legi­timation weder Lftchtbtld noch Blechmarke. 11 nb als ich abends in das Hotelzttmner kam. stellte ich mit der Sp'cgeifchranktür und meinem Rasier- riegel eine Kombination her. sah mich halb von der Seite, halb von hinten an. ba4tfe an di« entschwundene Million unb sagte laut vor mich hin so siehfte aus.

U^bngttrt. für den Fall, dast jemand de» jungen Mann trifft, fein Signalement- grauer Regenmantel, schwarzer Hut. Gestalt mittelgroß. Nugen grau. Aas«. Mund. Ohren: «wöhnsich Besondere Kennzeichen fehlen. Der Polizei, bie uns ia immer tmt solchen Signalements au die verdreck rr'uche schickt werden dies« Angaben ' t*r genügen, um wenigstens festzustellen, wert dieser Kerl ausgefreffen hat.