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Nr. 258 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Donnerstag, 5 November (927

Zm Fernen Osten.

Voreiner rujfijch'j»pauijchk«?lnsstierutig 3on untreren ick-Berichter tatter

Wv- kau. Ende Oktober 1927 Aochdruck auch mit Quellenangabe verboten', Wenn maa btt rustitchrn Perlte Glauben *enlrn kart, kann 16 «ine Annächerung zwi- "chrn Rußland un2) Japan nur nsch eine 8ragc bet Zeit, ba bereu» jriU Verhandlungen über b«n Ablchiul, eines Ga ra n t i« o e r t ra ge S .» Gange fmo nb auch in den anderen Hnitigtn ^tager. «in« baldige (Simgung bevorsteht Java- 'itchreirtts M nan b regen «wo» hort chtiger Ulan bfr.ui. icrt a k derartigen, bezeichnender- meis« .io« franzöttfchen Agenturen verbre irrten Aachrichtrn und "Jt auf hafl ängst'»chste bestrebt, her im 'Hetxmbn: dieses Jahre» crtplgenbcn Arik bei bekannten Vorkämpfers japanilcb-ruH ld>er ZulMmmrnarbeu in Dftolien. de» Barons Goto. ,rbm Lnlchem irgendwelcher Osttziofit t zu neh- :nrn. Auch die Ae. e rr>a zwölf lapanifdxn In- iufirr?iL-n nach Sloelau wir? ali privaies Unter- <6men gekenn.»«.chnet. obgleich der eigentümliche Umstand bah ausgerechnet bitte Industriellen Bef ttzunaen in der Mandschurei und in Avrdch.na haben, keinen Zweifel an dem wahren Charakter dieser Million la^i Man per- folgt aMo offenbar zweierlei Taktik, die da» im Grunde aenoann» n etnsach. Problem der rulsisch-iavanllchrn Beziehungen in einen Schleier "on Geheimnl'fen hüllt, der Dein Außenstehenden bK Wö,,l chkeit der Sinm'chung In tne Angelegen- hettrn beider Wüchee erschweren soll Wan wen­det Itch gegen die Franzosen, die btt Engländer und 3ewnLn.t auhncrtlaia zu machen wu man will diese drei Machte nicht weiter hin- zuzrehen als notwendig Ift!

Dabei darf da» eig ntümltche Anernander- Vorberreden, das die offiziellen Kundgebungen der Aussen und Japaner Vortäuschen nicht als nur zu diesem Jtoedt bestimmt anlprechen. 06ne dielen Moment Ware eine Fortsetzung der ruf- ttfch-japanilchen Besprechungen unmöglich da eine oslene Kennzeichnung der wahren Lage durch einen der beiden Verhandlungspartner dem an­deren d»e Möglichkeit nehmen würde die Der- dandluligen fnrtzuseyen. Offenheit wird ertt mög­lich sein, wenn die Derhandlungen tatsächlich zu dem ruffilch-japanilchen Garantievertrag ge­führt haben Ob dann allerdings auch wirklich alles der Oeffemlichkeit übergeben werden wird. ,st zu bezweifeln, da gewisse Abreden anlähllch der Rückgabe Sachalins an Auhiand. die sich nur auf da» Verhalten der Ruf len in bet Mandschurei bezogen haben tonnen, noch bis zum heutigen Tage geheim gehalten werden.

Immerhin ist t»on den zur Verhandlung stehenden Punkten einiges betanrrt man braucht nut die mandschurische Preise kauch das gib' es die Presse eines 'Volles ohne Staat!) auf die Berichte Uber die Tätigkeit japanischer Agenten hin zu prüfen. Danach ist Japan bemüht alle die Vorrechte, die ihm da» Konzert der euro­päischen Mächte und Rußland vor dem Kriege verweigerten. nunmehr doch von den Sowjets konzediert zu erhalten. Jas ist unter ande­rem der volle und unbeschränkte 'Bef I h aller mandschurischen Bahnen, lotrne die Auf­hebung aller Klauseln über das Verbot von Reu- oder Umbauten der Bahnen, die Anerken­nung des Rechts oller Japaner anH unbe­schränkten Landkauf in ganz Rord- china und der Mandschurei, eine ganze Reihe von Zoll- und Schisfereigerechtsamen, Mc Bestätigung des absoluten Vorrechtes Japans auf die Mandichutei in schwächerem Grade auch In Rordchina. sowie endlich zuletzt die Anerken­nung de» Tür für

alle japanischen >Vinde.»Unternehmungen in aanz Ostsibirien der Mongolei und Transbaikalien. Taneben werden Abreden über die Gestaltung der Verhältnisse in tfhina. Prot>ig andaverbvtS- Häufeln für konmtunifnsche Agitation auch auf chinesischem Boden, sowie endlich eine Einigung über die Abgrenzung von Kohlen- und Cr*tntcr- efien in Rordch n<i und Sibirien gewünscht. ®in Programm, das wie man fleht, an Umfang

Hubertustag.

Don Studienrai Ernst Hölzel. Gießen

Der 3. Rovember müht« . igentltch im Ka­lender eines jeden Deidmanne» rot unterstrichen lein, die Kalendersarb« eines hohen Festtages tragen. Stellt er doch für den Weidmann den Mittelpunkt des Iagdjahres. den Festtag seines Schuhpatrones St. H u b t r t u « rat. dessen Shm- bol, das leuchtende .Kreuz zwischen den Stangen des Geweihes eines starken Hirsches allbekannt ist. Wenn an diesem Tag die Jägerei hinauf« zieht ins Revier oder 'ich zum Festschmaus ver­sammelt. bann liegt die Meinung nahe daß dies zu allen Zeiten schon so gewesen sei. Tatsächlich zeigt aber die Srlorlchung des Lebens des Hei­ligen und feiner Stellung als Schutzpatron der Jagd ein ganz anderes Bild

St Hubertus, nach der Legende Sohu eines Herzogs von Aquitanien, führte nach der Hei­ligengeschichte in feiner Jugend ein eitles Ver­gnügung »reiches Leben Als er eines Sonntags oder am Karfreitag wieder einmal der Jagd oblaa. erschien ihm Die Gestalt eines Hirsches aus dessen Kops das strahlende Kreuz leuchtete und eine Stimme nef: Wenn du dich nicht bald zum Herrn bekehrst, wirst du bald zur Hölle fahren." Bon Schreck über diele Vision über- lüdltigt, sprang Hubertus vom Pferde, kniete nieder, betete, en nagte seinem seitherigen Leben und der Jagd, wandte fich dem geistlichen Beruf zu und wurde im Jahre 709 Bischof von Lüf.ich Don starb er im Jahre 728 und wurde in der Peterskirche beiflefegf. Sangt Jahre später wurden feine Gebeine aber nach dem Kloster Anhain m den Arden«n überführt. das fortan ben Hamen Abtei St Hubert führte. Hier nimmt dann feine Verehrung als Schu-vatron der Jagd ihren Anfang, und dec Lag 'einer Heiligsprechung, der 3. Rovember 744 wurde fortan non den Ardenncnjägem gefeiert. So erzählt die Heiligen- grschichte.

Dom Standpunkt deS Wcidmanr.es aus ist es verständlich, daß sich in legtet Ze: vor allem in Deutschland eine Ablehnung des Heiligen als Hchuhvatrons der Jagd bemenbar machte. Denn ftn Jäger, der dem Deidwerk entfagi und ab­trünnig wird, kann als Jbcal ungeeignet ertchei- nen. Weiter ist das historische Material über ocn Heiligen sehr lückvrchaft. Denn die Ab^i

nichts zu wünschen übrig läfü. bc e» ganz Rord­ch'na de facto *u einer japanischen K »lo - nie machen würde

Odg eich man sich japan schertetts hütet, die­ses Pro 7ramm irgendwo zu- , geben, und m Gegc. in allen möglichen Kommuntqass die ab(CMU. Delbstlo'.gkei: her Japaner Verzüge den versucht ist nun rufft|<bcr\-it» über den Um- 'ang d>» japanischen Appetits durchaus im hat en. tot das aus Aeusterungen der ruffi- chen Preise immer weder bervoegeht. Offi- ,:dl konnte Aust land r.notdx* Programm der japanischen Regierung aber '.lbstverstanblich nie­mals annehmen d'. man d> n t auf alle E.n» flustnahme in Ohafien Der».cter und die japa­nische Vorherrschaft in Oftaten hir Jabrzcdnte ftabthhcreit wurde Deshalb schlägt di- Lvwjri- bibtontatle. d.e sich m diesen Fragen ja in der Di', nlive befindet, einen anderen Weg rin. Sie stellt sich taub foweti es sich um Konzessionen in China (allo auch in der Mandschurei, die jn immer noch zu Ghtna gerechnet werden muh!» bandelt, und behauptet, bah die Cwoiciregierung nur über tbr eigenen Gebiet zu »erlügen ver­mochte. bah sie alsp über chinesische Angel egen- heiten mchi bestunm.-n könne. Auch die Zustim­mung zu irgendwelchen Derträger. die Japan mit der chinesischen Regierung schlöße, wäre nicht mögl.ch, d' die Lvwietreg.erung Verträge Ja­pans mit der .gegenrevolutionären Regierung

in P fing" nicht anerkennen würde Sv er- I gibt '.ch bte gro.-ske SiNZation. bah ine Ja­paner -ch über >as. was *ie Haden möchten. I oflrziOv .;i c tiüfJCtt*etgcn bullen, und bte Sow­ie tru 'en dle'e -i.jM e--xw-Tic-r japanischen ror- benmgefl adiehnen zu müllen glauben, weil sür fie nia>t Moetau. 1 on? .-m ähuta. und zwar das iim Augenblick uberlx'.upt nicht ro.pandene' i revolutionäre 6 b ; n a zuständig Irin soll!

Aber trofl diele: nach au' en hin ovn beiden

nehmen dast in Wirklichkeit bauer den Knüllen die &migung werter ge i. ngen ist. als man zuaugeben l-ereit ist Denn im Lichte brr Xal- lachen, die die mauk-lchurilche Pvcfse enthüllte, bedeutet die Moskauer Reite der jap.'.nifchen JnbuftridI«L dah man die genauen rordarungon der Japaner im ernsolnen bereits (rityxlegen bered ist d. b allo, dast die Oüiigung in Dtrl-

Tatsache, dast Ruhland leinen Sofioter Dai- ichaster nach Paris tx-rfenen lieh, und zwar nach einem Pans. daS auf das dringendste die Der- banblungeii mit Rlaslau zu einer. Oriolg zu gestalten wünscht, darf dahin gedeutet werden, dast man in Moskau glaubt dieser Mann habe seine Mission in Japan bereits erfüllt den Be­weis. dast man auch mit einer kc-mmuniftifchen Macht aus erpvlitilch zusammenarbeitrn kann.

Pelljura und die ukrainische Autonomie.

Sin Jiad)tvort zum pariser Schwarzbartprozeß.

Von unserem N. l...Berichterstatter.

'Rachdruck auch mit Quellenangabe, verboten!)' Paris. Anfang Rovember 1927.

Der Lchwarzbart-Prozeh hat von neuem die Ausmcrkfamkeil der europäischen Ocfsentllchkeit auf die ukrainische Frage gelenkt Dast Schwarz- bart unter allen Umständen freigefprvchen werden würbe, daran zweifelte in Paris lein Menfch mochte nun im Lause des Prozeffes sestgestellt werden, daß Petljura. der ermor­dete Hetman der Ukraine orrantwvrilicv für die Juden-Pogroine in ber Ukraine fei oder nicht! Für die zwölf sranzösifchen Gefchworenen. Leute aus dem Volke und Heine Bürger, war Petljura ein Unbclaimtcr. ein Fremder, der auherdem noch in dem Verdacht stand, wenigstens während deS groben Kriege- ein Deutschenfreund ge­wesen zu (ein. Alle-, was die Geschworenen von r !

weites Land fei. das zu Rustland gehört.- und das Petljura im Augenblick der Revolution mit irgendwelchen Mitteln und irgendeiner Hilfe von Rußland lösen und zum selb­ständigen Staate machen wollte. Schwarzbart b'r^egen war für die Geschworenen ein natu» r a (i1 i e r t c r 8ran|0|t d. r als reit lli- ger am Kriege teilnahrn der bei der Offensive von Garency schwer verwundet wurde und der da» Kriegskreuz auf der Brust trug. S i n Fremder, der sein Blut für Frank­reich de r g o H en hatte. Diese Feststellung genügte vollauf, um Schwarzbarts Freifpruch au sichern Deshalb wäre es gründ verkehrt, nun In dem Moment, da Schwarzoart freigelprvchen ist, zu folgern dah der frühere Lhef de- ufraini- schien Direktorium- irgendwie der LeUnakme an den Judenpogromen überführt worden fei.

Betrachtet man die Dinge objektiv, setzt man voraus, dast die Regierung Petljura- im euro­päischen Sinne tatsächlich eine Regierung war. das heißt eine Regierung, die über einen Ver­waltung-apparat und über die öffentliche Macht verfügte, die alfo die Möglichkeit und die Mittel, ihren Vesehien Rachdruck zu verschaffen, belast. dann freilich hätte der Chef der ukrainüchen Regierung Petljura ein gut Teil Verantwortung an den Judenverfolgungen zu tragen, die Ende 1918 und Anfang 1919 in bet Ukraine statt- gefunden haben. Wobei e- immer noch eine Frage bleibt, ob die Pogrome .ch wirklich fo zu- getragen haben wie fie in Pari- ein großer

Zeugenapparat schildert Petljura scheint tatsäch­lich nicht- getan zu haben, die Pogrome zu verhindern oder deren Urheber zur Rechenschaft zu ziehen. Riemand zweifelt daran, dast Pctl- iura kein Antisemit gewesen ist. außer einigen Proklamationen hat er jedoch nicht» getan, um die Judenoersolgungen in der Ukraine zu ver­hindern.

Aber man muß wissen dah die Regierung Petijuras tatsächlich nur dem Hamen n a ch existierte. Jn Wirklichkeit belaß weder Petljura noch da- ukrainische Direltorium irgendeine um- lassende Macht im Lande. Jn der Ukraine herrschte volle Anarchie und da» Land war Banden von Räubern. Briganten und Mör­dern die sich au- der aufgelösten Armee, aus Deserteuren und dem Pöbel au- Stadt und Land rekrutierten, auf Gnade und Ungnade aiu#- gclielcri. Banden, die den hochtrabenl>en Romen <>ner ukrainifchen Armee führten. Jn Kiew seihst befaß der Kommandant der Garnison, der .General" Konovaletz größere Macht al- daS ganze Direktorium. Petljura. helfen Schicksal von dielen Banden abhing, war gegenüber den Ausschreitungen dieser Soldateska ohmnächtig und war gezwungen, beide Augen zuzudrücken. Da­kann "Deiljura vielleicht nicht in den Auaen aller von der moralischen Veranrwortung befreien - objektiv aber vermindert e- diese ganz außer­ordentlich.

Die politischen Freunde de- auk so tragische Weile um- Leben gekommenen ufrabrilcbm Füh­rer- bemühten sich, den Toten al- ben Rational- heroS und al- da- Opfer der Jdee der ukrai­nischen Unabhängigkeit hin-ustellen, her gerade in dem Augenblick fiel, al- er fein Vater­land endgültig von der bolschewistischen Herr­schaft befreien wollte - e in Ritter ohne Furcht und Tadel. Jn Wirklichkeit war "Petljura ebenso wie die anderen Mitglieder des Direktorium» «in Abenteurer ohne Skru­pel, bereit mit jedem zu marschieren und alle Mittel anzuwenden, um an der Wacht zu blei­ben eher wenigstes ben Sck itten vt.-.er Macht aufrecht zu erhalten. TS wäre ungerecht, die ukrainische Sache mit ihm zu verwechseln ob man nun mit dieser Sache sympathisiert oder nicht.

TYm Dezember 1918 bemächtigte sich Petljura Kiew« und stürzte die Regierung de- Hetmans

wurde im Jahre 1568 niedergeb rannt und dabei Urkunden u. a vernichtet oder verschleppt. Die alte HandlchriftVita St. Huberti" in Valencien- ne- von 744 erwähnt 26 Jahre nach seinem Tode mit keinem Wort, daß Hubertu- Jäger gewesen fei. So kann e- um fo eigentümlicher erscheinen, daß dieser Heilige der Schutzherr der Jägerei wurde.

Zu der Diözele Lüttich gehörte da- Gebiet der Ardennen, berühmt durch feinen Wiidrc chtum und bewohnt durch eine jagdsreudige Bevölkerung, die in Diana Arducnna ihre Schutzherrin ver­ehrte 2Ulnn halben st ariden Tempel und Heilig­tümer der Göttin. An ihrem Festtage versam­melten sich die heidmschen Jäger in ihrem Tempel, zur Jagd ausgerüstet mit festlich ge- schmückten Hunöen. um bet Göttin zu opsem zum Dank für die Trfolge de» JahrcS. Dann g ing'- zum Jagen und nach Jagd Ich', uh wurde ein Teil der Tage »st recke der Göttin -um Opfer an heiligen Bäumen auf gehängt Als Bischof von Lüttich mußte Hubertus leine Haupt­aufgabe darin sehen, da» Ghristeitinn in jene Wäldcr zu tragen und den heidniichm Äul: au-- Suroitcn Denn ihm und feinen Rachfvlaern das auch gelang fo war e- andererfeit- doch schwer, alteingewurzelte Gebrö. che auszumerzen. So bilden jene heidnischen Festdräuche da- Vor­bild für Haridlangen christlicher Zeit, wo der Ardsrner Graf Friedrich und Gobcfneb der Bär­tige die am a^ubert. »tag erlegte Jagdbeute am Altar von St. Hubert nicbetleglen oder es mancherorts üblich war. dah zur Hubertusjagd ausziehendc Jäger vorher mit Waffen. Hunden und Falken zur Wesse gingen.

War fo der Ardennenjäger durch das Shristemum feiner Schu-gtttin beraubt worden, fo Iah er sich nach einem christlichen Schutzpatron um. Heißt es doch noch Anfang 1500 --irrer ben Eigenschaften eines Jäger»:Daß eia orbent- bcher Jäger wegen her vielen und großen Ge­fahren. denen er luttcrwvrffen ist. einen Schirm- und Schutz-Patron haben soll" Die Dahl fiel nicht schwer Denn unter den Märtyrern war einer, der fein Heil auf der Jagd gefunden hatte: St. Eustachius einer der 14 Rothelfcr. ES ist intcreflant. daß die gleiche Vision die von Hu- bectu» erzählt wird, den römischen Haupttnarin Placidius im Heere Trajans dem Christentum zufühcte. Er starb als Märtyrer un Jahre 130 und wird als öl Eustachius gefewt Sem Lag,

der 2- oder 3 Rovember wurde vom 6. Jahr­hundert an auf den 20. September verlegt und wird als Jagbfefttag heute noch von manchen Jägern begangen. Alte Jagdwerke aus Frank­reich und Deutschland erwähnen zwar D'ar.a und St. Eustachiu-, aber El. HudcrtuS kaum oder gar nicht. Jn Flemmings Jagdkalender (1724) fehlt im Rovember St. Hubertus! Die Eustachius- legende hat vielfach Künstler angeregt So ist der heute vielfach als St. Hubertus bezeichnete Heilige mit dem H.rtch der Lcgeiide. den Dürer dargestellt hat, von diesem mit Et Eustachius wiederholt benannt worden. Die Ucbertragimg Nr Kreuzlcgende auf St. Hubertus findet sich in der Literatur zum erstenmal im Jahre 1621 bei dem Jeluiten Robertu- also 900 Jahre nach des Hriligen Tod Die liebertragung tfi mit aller Wahrscheinlichkeit auf die Mönche von St. Hubert -urückzusühren. Denn Ile standen zu der Jägerei in Beziehung. Daren doch die von ihnen ge» züchteten Jagt Hunde weitbekannt und galten sie selbst alS Weister in der Behandluna der Toll­wut. Eine ilebertiaflung der Jagdlegende auf ihren Heiligen konnte der Hebung des AnlehenS btt Abtei nur förderlich fein, die viel mit den höfischen Kreisen tn Verbindung stand, in denen die Jagd eine sehr große Rolle spielte Der- hälrn Amäfctg lrüh ist auch der Rame des Hei­ligen m ben Ardennen mit einer Spezialjagdart. der Parforcejagd, verbunden. Die Üebernagung dieser Jagbart nach Deutschland mag mit baxu brifle:tagen haben Diana und Eustachiu» rniyt und mehr aus den Herzen der deutschen Weid­männer zu verdrängen Jm 18. Jahrhundert bringt überall St Hubertus em und das Zeitalter der Romamik mit feiner Verklärung des Deid- werks grub schliehUch fein Bild tief in die deut­schen Jägeriferzen ein.

Wit der Frier de- HubertuStage- waten auch fürderhin bestimmte Gebräuche verbunden. So heißt es bei Han- Friedrich von Flemmirig: . Rachrichr uri: waS 6eremomtn da- E Huberts- ober Jäger-Fest von ben Liebhabern bet- gerry begangen werden soll", nämlich: Am St. Hubcrrus-Fest. als Lern Fest deS allgemeinen Jagdparrrms. soll ein jeder rechtschaffener Jäger sich auf die Jagd begeben, es wäre benn. dah er durch E-.s. Kälte ober einen starken Platzregen davon abgehalten würde. Doch sollen die Freunde der Jägerei) an diesem solennen Tag feinen MW« jich Leiben, Webber wider die Jagb-titegufa,

Eloropabsktz mit Billigung her Bolsche­wisten . nb unter Ausnutzung der neutralen Fialiung bet deutlchc! Xrutrixn. Mc bamaU nichts anher.-* toi ,.tcn als möglich»! schnell heimzu- kehren Kurz vorder un September und Ost ödes haue «r sich um as Wohlwollen des deutschen Overkom.i.indos i^emubi indem er sich als Deutschenfreund bekannte. Ray de n Abzug der deutschen Truppen aber machte Pell» iura unerhörte Anstrengungen zwecks Annähe­rung an t ie 3nienic Er en > deckte seine fron» zvlens reundlichen Gefühle und schlug ben iranzsEischen Generälen «tne <tzi.»g der UL a;nt durch Ira -zöl,«. >r Truppen vor

Bon den Pollchewisten im Februar 1919 ge­schlagen. zog er sich nach Ottgaliven turud, nachdem er noch im Januar hie Dieben ei n - aung Ostga.iziens mit her Ukraine proklamiert baue. Jn Galizien, das damals d^n Üiw; . ngig- keitskainpf gegen Polen fühne. erHänc ei s,ch als Etzsernd der Polen was ihn aber nicht hinderte, schon ein Jahr später einen Vertrag mit PiIsudIki zu schließen nach welchem die UlTäii.e ein dem Ramen nach unabhäng ;.rc Ctnai unter b»in Protestorat Polens werben tollte Dieser Vertrag und der Kamps den Petl­jura 192C an der Seite der Polen gegen Lou id» tußland führte, wat es. der Pelljuia» politischer Laufbahn ein Ende letzte Rach der Ohcbcria^c bet Polen in der Ukraine ließ fich Peiltura mit seiner Regierung in Tantow nieder, von wo er nach Darl^hau ging Er blieb dort bis 192t. Ins er iich in Paris nlcderließ wo er die /eio.mg gründete, die weder Leser noch Einfluß belafi. Die Kugeln Schwarzbarts beendeten da» Leben biefe» Wanncs. defsen politische Laufbahn längst ein Ende gefunden hatte und der keine Wögliy- leiten für die Rückkehr in sein Vaterland mehr besaß, denn in der llfrainc selbst hatte man ihm niemal- sein Bündnis mit Polen verziehtn.

C'<* wäre gefährlich, nach dtrn Wüster der rulfilcbcn Tmigranten die Bedeutung der n a t i o- tial-ukrainilchen Bewegung zu l ug- neu. Diese Bewegung hat Im Augenblick L-men deuilich separatistilchcn Eharakler Die Jdcc her Losung der Ukraine von Rußland und e Bildung eines souveränen und unabban ; <en Staates lebt nur in den intellektuellen Kreisen, der ukrainische "Bauer i (t kein Eeparatiß. Aber die ukrainische Rationall>ewegung. die im­mer :tvucn Anstoß aus der kulturellen und her verwaltungstechnischen Frage erhält, kann sich jederzeit in eine tatsächlich scparal- stische Bewegung umioanbeln. wenn di« Sowjeireglerung einmal von ihrer gegenwärtigen politischen Wethode abgebt und zu den Wethoden von 1920 zurückkehrt. Eine Gefahr, die im Falle eine» Sieges der Opposition also der Gruppe Trotzki, aktuell werden könme. Eine Erhöhung her Steuern, zweifellos fchon eine Ruckte bi zu.n intcanHgentcn Kommunismus, eine Politik des Schuhe» der jUbeiter auf Kosten bet Bau« m ober zwangsweise Ausbringung von Getreide, würde den Bauern, bet um in marrifti!d>em Jargon zu reden ein Bourgeois ist und bleibt, in bte Arme der rein separatistischen Bewegung treiben, die nicht so lehr da» Ziel hat. sich uoq der Herrschaft deS Bolschewismus zu befreien, als vielmehr von einer Diktatur Moskau» loS» zukommen. die mir die wirtschaftliche Ausnutzung bet Ukraine zugunsten be» russischen Proleta­riat» will

Aber in keinem Aalle würde, wie stark auch der Wunsch nach Trennung von Rußland sein mag. ein Bündnis mit Polen in Frag« kommen. Jrgrnbein Zusammengehen, von einer Vereinigung ganz zu schweigen -wi­schen der llfraint und Polen ist eine glatte Unmöglichkeit. Zwischen dem ukraimschen und dem polnischen Volke hat die Geschichte einen unüberbrückbaren Abgrund aufgerissen. Der Kampf, den die Ukrainer gegen die polmlaje 5>errschatt im 16 und 17. Jahrhundert geführt haben, ist unvergelsen. Ebenso weiß man n^) beute, dah die Ukrainer polnische Sklaven waren und daß Polen bte Ukraine stets als t>oin> Kolonie betrachtete. Em tiefer Haß trennt Polen und Ukrainer. Und auch vom polittschen und vom wirtschaftlichen Gefichtspunkt aus kann die Ukraine mit Polen keine Verbindung eingeben.

»

da» Wild inuthwilliger Weise verderbet. Denn nun bei diesem Festin eine Frauen»-Person er­scheinet. und solcher Jagd-Freuden mit tbetlhastig werden will, fo soll fie gestiefelt und gelpornt, alfo auch bekleidet sehn, daß ihr Habit wenig ober nicht» von eine» Wanne» Kleidung di ff ehre. Sie soll auch chr Pferd auf eben die Art wie eine Wann--Person reiten, und alle- von ihrem Be­fehl und Disposition dispendiren. Denn nun einem jeden leint Vern<ytung zugetheilet soll man in aller Frühe mit den Hunden entweder zu Holtz« oder zu Felde ziehen, nachmittag» aber die Falcken in die Lufst lallen, bannt bi« Jäger sowohl mit ben Hunben al» Vögeln ihre Freude haben mögen. Wenn man nun ben größten Töeil be» Tage» auf solche Art zugebracht. Io sollen die Jäger wieder auf einem dazu bestimmten Platz zusammen kommen, und ein jeder rappor- tiren was er ausgerichtet, auch sowohl leine glück» als unglüdfeligen Avanturcn erzehlen. und man sich sodann in dem nächsten dem besten Jagd­haus« mit einander luftig machen"

So ist e» mutatis mutandis bis auf den beutl» gen Tag geblieben. Wo noch der Reitjagd ge­huldigt wird, ba folgt am Hubertustag da- Feld der rotbetodten Reiter über Stock und Siem hinter der Weute der Fährt« d«S Keller-, bi- die Hunde ihn gestellt und t>ic blanke Waffe ihn abflefangen haben, ein ritterliches Weidwerk. Oder ce geht hinau- in den Wald dem Waler Herbst ein bunte» Festgewand verlieh, um mit guten Freunden bet gerechtem Weidwerk den Festtag zu begehen. Der Fest'chrnaus. daS Schüssel­treiben, darf wie in alter Zckt mcht fehlen. JagdhornÜang und Liederfang vereinigen die Jägerei unter dem Zeichen chreS Schutzpatrons. Und wenn auch delfen Berechtigung zu dieser Stellung, wie auSgeführt. zweifelhaft sein kann, fo hat sich mi. der Jeu mit dem Hubertus kreuz Tiod) «inc andere Deutung verbunden. Da» Kreuz, ?- Zeichen der Liebe zum Rächsten. ist für den wahren Weidmann zum Zeichen dafür geworden, daß er auch beim Deidwerk >.ch stet» vor Augen halten soll, daß auch da» Geschöpf, dem die Jagd güt. Anipruch darauf hat. vor unnötigen Qualen oersichont zu bleiben. So möge der Hubertushirsch dem Weidmann stets vor Augen halten:

. Da- ist deS Jägers Shrenschild. daß er beschützt und hegt sein Wild, weidmänniich jagt, wie sich'- gehört den Schöpfer im Geschöpfe ehrt."