Ausgabe 
3.3.1927
 
Einzelbild herunterladen

Oberhessens Eisenbahnfahrplanwünsche

beschieden worden. Dir wollen tret) der erlebten

Sch.

ur Lat!

*

schmetterte Musil. Ich la.

wünschend, n

bi

5

4

mir ent* ein-

wie haft trotz tum mit das

sol

Ire

mich hin, den Bildern nachhängend, die unge­rufen kamen: Bilder aus Abendland und Mor­genland gemischt, pathetisch und bunt zugleich

hti 71 St pt ho

Ä M Sy fit 28.; uni 25

llf auf 6in ßh^ bat bat t»oi Jät t>'< 0}« bei 6'

Musil. Ich lag ganz ruhig, nichts licht« vermissend. Ich dämmerte vor

fremden Frau leer. Aber man überreichte einen Brief, der nur die wenigen Worte

diese ganze Stadt, sinnenhaft und troum- ineinanbcrfleiDoben, irgendwie unwirklich aller Greifbarkeit: beladen mit allem Aeich- beutegieriger Vergangenheit... überladen allzu vielem Ornament, wie es beliebig Gold deS Handelsherren erkauft ...

spalt herüber gefpie--*e(t wurde. Fliegen summten. Dampfer liehen die Sirenen tuen Don irgendwo

y:« An Ae art 5le Wo ftrri grn! rer« mti btt Dc Hi fta ar

A & ftt Sy an

Ml

su N Ä fof bai

ein fti mJ 3d bta « Tut i<yi fall! IHc un( mfl

sich an dem Wasser feine Schuhe reinigte. Die eingeleitete gerichtsärztliche Untersuchung stellte Gehirnfchlag als Todesursache fest.

Kreis Bübingen.

' Effolderbach, 2. März. Das Fest der goldenen Hochzeit begeht am 4. März dos Ehepaar Johannes Herrnbrod in geistiger und körperlicher Rüstigkeit.

Kreis Alsfeld.

ft. M ü ck e, 2. März. Dieser Tage hielt der hiesige Zweigverein des DHL. in Ilsdorf

hieltDie Marchesa * * * bittet Sie. um

halb zwei älhr den schwarzen Kaffe« in ihrem Salon zu nehmen." Dor der Tür empfing mich eine sehr alte Dienerin, die ich nie gesehen nette Ich tourt): begrübt, als sei ich ein alter Bekannter Wir nahmen auf dem schmalen Bal­kon Platz. dec nach dem Kanal wies und plau-

Als ich am nächsten Tag zum Essen in den Speisesaal trat, war der Platz am Tisch der

Enttäuschungen die Hoffnung noch nicht auf­geben, daß es dem VerkehrsbunD Oberhessen gelingt, hier endlich Wandel zu schaffen. Drum: Frisch aus zur Lat! Sch.

Es wird Bedauern hervorgeru'en haben, daß bei den in Ihrem Blatte verösfentlichten sonst ausgezeichneten Zabrplanwünschen des D e r - kehrsbundes Oberhessen die Strecke G i e b e n Ä ö I n. die zum allergrößten Teil der Reichsbabndirektion Frankfurt untersteht, nicht einmal erwähnt wurde. Diese auch für den Der- kehr mit dem Ausland io wichtige Strecke wird in ollen Kursbüchern als Schnellzugsstrecke be­zeichnet. führt aber in Wirklichkeit keinen ein­zigen durchgehenden Schnellzug und überhaucht nur drei durchgehende Züge am Tag. Diese be­anspruchen alle sechs Stunden lfo viel wie Oie-

fein diesjähriges Winterfest. Der 1. Vorsitzende ermähnte in seiner Begrüßungsansprache zur Treue und Liebe zur Heimat und zur VHC.- Sache. Einige flottgespielte Theaterstücke und andere gesellige Darbietungen hielten die Be­sucher in bester Stimmung beisammen.

= Ermenrod, 2. März. Die Landstrabe Ruppertenro d S ckellnhausen wird gegenwärtig von her Ober-Ohmer Hartstein-In­dustrie mit Schotter beliefert. Dieser Teil der Hauptverkehrsstraße GießenAlsfeld befindet sich seit 1918 in einem beklagenswerten Zustand. All»

ßen Hannover), so daß es sich tatsächlich emp­fiehlt, die viel längere und durch älmsteigen umständlichere Strecke über Frankfurt zu nehmen. Könnte nicht hier Abhilfe geschaffen werden? S. D. Die Butzbach - Sicher Eisenbahn.

Queckbvrn, 2. März. Seit einiger Zeit herrscht aus demHellkopf", dem von der Ober- hessischen Steinindustrie betriebenen S t e i n b r u ch wieder reges Leben, so daß viele Arbeiter dort guten Verdienst finden. Die Buh- bachLicher Eisenbahn bringt fast mit jedem Zuge eine größere Anzahl Güterwagen, mit denen die Steine abbefördert werden. So hat auch sie einen großen Vorteil von dem Reuauf­leben des Betriebes und kann ihre Kassen, über deren Leere oft geklagt worden ist, wieder auf­füllen. So erfreulich dieser wirtschaftliche Aufschwung ist, so hat er doch auch seine Schattenseiten. Den R a ch t e i l hat bisher das mit der Butzbach Licher Dahn rei­sende Publikum gehabt Denn durch den großen Güterverkehr werden sehr oft die A n - schlußzeiten auf den Staatsbahnhöfen Lich und Grunberg nicht erreicht. Reisende, die mit dem ersten Zuge nach Grünberg kamen und die von dort aus die Reichsbahn benutzen woll­ten. um ihre Berufsstätten in Gießen usw. zu erreichen, mußten es erleben, daß der 7 - Uhr - zug der Reichsbahn schon abgefahren war, ehe die Rebenbahn anfam. Dieselbe Erfah­rung machten die Benutzer des Zuges, der kurz nach i j3 älhr nachmittags in Lich eintreffen soll. Auch hier war der Zug, der sie um 3,05 Llhr nach Gießen bringen sollte, schon fort, und den­jenigen, die die Reichsbahn nach Gelnhausen benutzen mußten, ging es nicht nur nachmittags, sondern auch morgens um i ,9 Uhr schon so. So ist für das reisende Publikum wieder ein Zustand der Unsicherheit auf dec Butzbach Licher Eisenbahn eingetreten. Es ist drin­gend nötig, daß die Eisenbahnleitung Abhilfe schafft, damit sich nicht wieder diese Bahn zum Verkehrshindernis auswächst. Das kann erfolgreich nur dadurch geschehen, daß man wie­der das Rachmittagszugpaar einlegt. Diese beiden Züge fönnen einen großen Teil deS Güterverkehrs bewältigen und die anderen Züge, deren Anschlußzeiten zum Teil sehr knapp bemessen sind, entlasten. Auch werden sie wohl gerne von dem Publikum benutzt. Besonders der etwa um 6 Uhr abends aus Grunberg nach Lich abgehende Zug wird den Arbeitern und Schülern eine gute Gelegenheit zur Heimfahrt bieten. Für Lich hat die Einlegung dieses Zuges den Vorteil, daß die Bewohner der an der Streck« liegenden Gemeinden auch vormittags eine mehrstündige Gelegenheit finden, ihre Geschäfte in Lich zu besorgen Da finanzielle Einwendungen bei dem großen Frachtverkehr gegen diesen, in früheren Jahren auch gefahrenen Zug nicht gut erhoben werden können, so hofft man, dah es der Gene­ralversammlung gelingen wird, für den Sommer» fahrplan die Einlegung des Rachmittagszuges zu erreichen, falls sich die Bahnleitung nicht in ihrem, wie in des fahrenden Publikums Inter­esse entschließen wird, schon vorher den bestehen­den Mißstand zu beheben Jedenfalls ist der Zustand, wie et heute besteht, nicht haltbar.

Der wahre, der einzig verinnerlichte Zauber dieser Stadt aber bleibt: der Haiuh ihrer toten Kanäle, ihrer halbverfallenen Paläste, ihrer ver­gessenen Landetreppen, ihrer verlassenen Plätze. Er allein erst macht das Wunder lebendig, er schafft das Gleichgewicht zu so viel sich laut und quälend vordrangendet Pracht, er läßt ein Gesetz erscheinen, daS veredelt, indem eS Maß- loscS in den großen Gang alles Geschehens zu- rückverweist. Er läßt da- Märchen aufleben, er überdeckt da- unerbetene Wissen und schafft aus allen ungewußten Einzelheiten jenen tiefen Traum, der diese Stadt zeitlos macht: und dadurch allein die Sehnsüchtigen ganz Europa- in ihre Mauern lockt Jede Stunde lebendiger Gegenwart - jedes Klingen des GoldeS, da- die unzähligen Fremden herbeitragen tönt her­über au- der Traum-Welt, btc Venedig heißt: die llugen Kaufherren, die fo viele schöne Pa­läste und Kirchen bauen ließen, haben auf Jahr­hunderte über ihr Grab hinau- die Zinsen und die Zinseszinsei' ihrer angelegten Gelder der geliebten Vaterstadt gesichert. Daß sein Traum nicht zerstört werd«: um anderes braucht sich Venedtg kaum zu sorgen. Und der Lido ist ihm keine Gefahr.

decken über Venedig und Paris, wie Men» scheu, die eine ähnliche, ja fast aleiche Art haben, zu den Dingen der Welt Stellung zu nehmen Rach etwa einer halben Stunde erhob sich die Marchesa und hielt mir die Hand zum Kusse

Sie verweilte nicht eine Minute länger bei Tisch alS zum Einnehmen der Mahlzeit nötig war und hielt sich niemals in der Halle auf. Sie wurde mit großer Zuvorkommenheit bedient, aber ohne jede übertriebene Beflissenheit. Ihre Haltung, der traurige Ausdruck ihres dunklen Gesichtes verboten jedes Zuviel. Sie war sehr einfach gelleidet und trug, außer Perlen, keinerlei Ge­schmeide. Sie war der einzige Mensch In dem Haus, mit dem ich gern gesprochen hätte. Es war unmöglich, sich ihr zu nähern. Jeder Versuch wäre mit kältester Abweisung beantwortet wor­den. Richt einmal nach ihrem Ramen fragte ich, ja, ich vermied eS. irgend etwa- über sie zu er­fahren. Ich trug ihr Bild in mir alS irgendein SdleS. Trauervolles, an das nicht zu rühren mir Gesetz war.

Am vierten Tage nach meiner Ankunft fuhr ich. wie saft allabendlich, auf den Kanälen. Da die Rächt besonders warm war und der Himmel im unwahrscheinlich weißen Glanz der Sterne fast auseinanderzubrechen schien, schlug mir der Gondoliere vor, nach den Gärten der Giudecca hinüberzulenken. Ich ließ ihn gewähren, bat ihn aber, aus dem Rückweg an der Kirche Redentore vorüberzurudern. da ich ihre Konturen unter diesem Rachthlmmel sehen wollte. Ich lag in den Kissen, den Kopf in die Sterne gehoben. Die Sinne, gebannt und fchläfrig durch den mono­tonen Schlag der Ruder, verloren fich in einer ungeordneten Folge von Erinnerungen und Plä­nen Zeit und Raum, und vor allem die seiende Stunde, hatten jedes Gewicht verloren. So merkte ich kaum, wie wir von Süden her in den Rio della Troce einbogen, als ich durch das Anstößen Der Gondel an eine andere aus meinem Hlndämmem aufgescheucht wurde. Ganz dicht an der rechten Kanalmauer, unter einer niederhängenden Weide und kaum erleuchtet von einer grünlichen Laterne, hielt eine wunder­

hin. Ich senkte die Lippen nach dieser Dunflen. sehr müßen Hand, deren Adern zu deutlich gezeichnet waren. Wieder traf mich der lange, gelassene Blick der traurigen Augen, die unter schweren Lidern lagen:

Sie werden den Gasthos wechseln, nicht wahr?" Dos war alles, was über die Begeg­nung der vergangenen Rächt gesagt wurde. Dann stand ich wieder auf dem Flur, und die alte Die­nerin, unsichtbar gekommen wie vorhin ver­schwunden, schloß hinter mir die Tür.

Roch am selben Abend siedelte ich in ein anderes Haus über.

Etwa drei Jahr? später wurde ich in einem Pariser Hause der Marchesa unter vielen an­deren Gästen vorgestellt. Sie lächelte mir zu und sagteWir beide kennen uns schon aus Venedig. Ich freue mich, Ihnen wieder zu be­gegnen."

3m selben Augenblick wurde sie von meh­reren Damen begrüßt und nach einer anderen Seite des Saales gedrängt. Ich habe sie nie mehr gesehen und nie mehr von ihr gehört.

Unsere Gondel war an der Riva degli Schia­voni angekommen. ES war Zeit, aus so viel Gewesenem in die Gegenwart zurückzukehren Aber cs wollte mir kaum gelingen. Auch am nächsten Tage, einem Sonn.ay, nicht, als mich ein Unwohlsein im Zimmer htelt. Draußen, vor den halbgeschlofsenen Fensterläden, stand das heiße, blaßblaue Licht des Vormittags. Süd­wind wehte, ohne jede Erfrischung. Die Wogen trieben unter seinen Schlägen, aber auch sic gaben keine Kühle Von einer engen Seitengasse hallten laut die Schritte und Stimmen in das Zimmer heraus In den Maschen d«S dichten Moskitonetzes ging ein greller Sonnenstrahl auf und nieder, der von einem drehenden Fenster des Rachbarhaufes durch einen schmalen Laden­

zelposten wird in den nächsten Tagen der Bürger­meisterei zugehen."

* Leihgestern, 2. Rlürz. Der hiesige G e- sangverein »L i e d e r k r a n z" gab am Sonn» tagnachmittag ein in allen Teilen wohlgelungenes Konzert unter der Leitung seines bewährten Lhormeisters Blaß. Großen-Linden. Die vor- trefsliche Darbietung der schwierigen Kunstchöre. tote auch die ausgezeichnete Wiedergabe der Volkslieder zeigten, daß Der 80 Sänger starke Chor und sein Dirigent der Pflege des Männer- gefangen in bester Weife obliegen. Eine wert­volle Bereicherung erfuhr die Vortragsfolge durch die Mitwirkung einiger Mitglieder der Reichs­wehrkapelle auS Gießen. AIS Solisten wirkten in verdienstvoller Weise die Herren Vogl lDio- line) und OK ei j er lFlöte) mit. Sämtliche Dar­bietungen fanden mit Recht den lebhaften Bei­fall der Zuhörer. Der Verein kann auf die Ver­anstaltung mit Genugtuung zurückblicken. Im nächsten Jahre feiert der Verein fein 6 5 j ä Ij r i - ges Bestehen. Aus Dietern Anlaß soll ein Gesanaswettstreit stattfinden.

4t Langd, 2. März. Der hiesige Ge- sangverein ^Eintracht" feiert am 19. und 20. Juni das Fest seine« 4 0jährigen B e - st e h e n -. Gleichzeitig wird damit das Bundes- test mit Wertungssingen des Horloff-Wettertal- sängerbundes verbunden. Schon nahezu 25 Jahre ist hier kein Dereinsfest abgehalten toorDen. Es steht nun eine Festlichkeit in größerem Ausmaß zu erwarten, da außer den zehn Bundesvereinen noch mit nahezu Der doppelten Zahl von Gast vereinen gerechnet wird.

Göbelnrod, 2. März. Am Sonntag­abend sand bei Gastwirt Becker die diesjährige Generalversammlung des hiesigen K r i e- gervereinS statt. Der 1928 fein 30jähriges Bestehen feiern kann. Rach Begrüßung durch Den 1. Vorsitzenden, Bürgermeister Weber, wurde die reichhalttge Tagesordnung erledigt. Der Kas­senbericht ergab einen ansehnlichen Ueberschuß. Bei Der Dorstands-Reuwahl wurde der alte Vor- stand biS auf zwei Herren wiedergewählt. Kam. Konr. S ch e p p legte wegen hohen Alters sein Vorstandsamt nieder und wurde, da er 56 Jahre Dem Hassia-DerbanD angehört, zum Ehrenmit­glied ernannt. Schließlich würbe noch besonders über die Ausgestaltung Der Gedenkfeier für Die Gefallenen (13.März) gesprochen.

Kreis Friedberg

WER. Friedberg. 2. März. Am gestri­gen Tage waren 7 5 Jahre verflossen, seitdem die hiesige Buchhandlung T. Scriba ge­gründet wurde. Der Firma. Die sich in weiten Kreisen des besten Ansehens erfreut, wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen erwiesen.

ch Butzbach, 2. März. Im©ambrinus" ver­sammelten sich heute die Mitglieder des D e» zirks-Lehrervereins Philippseck- Buhbach-Wettertal und viele Gäste aus benachbarten Bezirksvereinen zu einer größeren Tagung. In der Dersammlung, Die von Dem Be- zirksvorsitzenden. Lehrer Klar- Rieder-Deisel, geleitet wurde, sprach der Obmann des Hessischen LandeSlehrervereln«, Rektor Reiber- Darm­stadt, über wichtige Fragen, Die namentlich Die Landlehrer interessierten, nämlich Fortbildungs- fchule, Dienftwvhnungsangelegenheiten, die Rek­toren, das Verhältnis von Stadt- und Land­lehrern und andere« mehr. An der sehr ein­gehenden Aussprache beteiligten sich die Lehrer Spengler. Robdewig -Münster,Kreisschul­rat Fischer- Gießen. Rektor Koch - Friedberg al« Vorsitzender des Kreislehrervereins Friedberg u. a. Besonders dankbare Aufnahme fanden die Ausführungen von Lehrer Sommer- Großen- ßtnben, Dem Vorsitzenden des Kreislehrervereins Gießen. Auch die Mitteilungen und Anregungen von Lehrer Westphal- Wieseck bzw. Gießen, t als Dem Vertreter des Landbeamtenausschusses, wurden beifällig aufgenommen.

7 y. Wölfersheim. 2.März. Der Ge­mein berat faßte in feiner jüngsten Sitzung ' u. a. folgende Beschlüsse: Die Pacht für die Feldjagb soll von 1000 auf 1200 Mk.. btc der Walbjagd von 200 auf 250 Mk. erhöht werden, während die Zahlungsbedingungen die­selben wie im Vorjahre bleiben. Der im Vor­jahre beschlossene Dau einer Wasserlei­tung nach dem F r i e d h v s soll nunmehr aus­geführt werden. Die Ausführung der ©rbarbei- ten, sowie das Legen der Rohre soll hiesigen Arbeitern und Geschäftsleuten Vorbehalten blei­ben. Der Anschaffung einer Rähmaschine für den Handarbeitsunterricht In der Mädchenfortbildungsschule wurde zugestimmt.

WSR. O b e r - A o S b a ch v. b. H , 2. März. Gestern sand ein hiefiger Einwohner Die Leiche eines 68jährigen Zimmermannes von hier in einem Wassergraben, der durch Die Gemarkung zieht. Der alte Mann hatte fich am Vormittag in Den WalD begeben und kehrte nicht wieder zurück. Man nimmt an. daß er

Fahrplankonstzrenz in Nidda.

Auf Einladung der Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. wirb am kommenden Samstag- vormittag in Ridda eine Konferenz stattfinden, aui Der die Eisenbahn- Fahrplanwünschc Der Strecken GießenGelnhausen. RiddaSchotten, Lauterbach Gedern -Stockheim besprochen wer­ben sollen. In erster Linie werden hier also die Fahrplanwünsche des Vogel Sberges erör­tert; man wirb jedoch auch über Die übrigen Strecken unserer Provinz zu beraten haben. Der Verkehrsbunb Oberhessen und die interessierten behördlichen Stellen werden auf Der Konferenz vertreten fein.

Unterstützung durch den hessischen Derkehrsbund.

Der Heffifche Verkehrs verband, Sih Darmstadt, hat an die Reichsbahn­birektion Frankfurt a. M folgendes Schreiben gerichtet:

Der VerkehrsbunD Oberhessen hat uns Die von ihm bei Der Reichsbahndirektion vorge­tragenen Wünsche für Den Sommerfahrvlan 1927 übermittelt Wir stehen nicht an. diese außer­ordentlich sorgfältig und eingehenD begründeten Wünsche auf das lebhafteste zu unterstützen.

Ramentlich ist grundsätzlich Gewicht daraus zu legen, daß die Maia Weser-Bahn gegen­über der Strecke Frankfurt Bebra nicht, wie dies des öfteren in Den letzten Jahren zu beob­achten war, in Die zweite Linie gedrängt wird. Eine ausreichende Befahrung der oberhessifchen Hauptstrecke, Der Main Wefer°Bahn. mit Durchgehenden Schnellzügen ist unbedingt geboten. Beson­deres Gewicht bitten wir bei Der weiteren Fahr- plangestaltung Darauf legen zu wollen, baß Die fälschlich noch immer alsBäberzüge" bezeich­neten wichtigen Züge D 27/28 unb D 27a 28a für die Folge unter allen Umständen ganzjährig gefahren werben unb daß nicht immer wieder Erörterungen auftauchen, die einen Ausfall die­ser ganz besonders wichtigen Züge auch nur als diskutabel erscheinen lassen. Die hoffentlich für den Sommerfahrplan zu erwartende Beschleuni- gung der letztgenannten Züge wird zweifellos dazu beitragen, ihre Bedeutung für den Durch­gangsverkehr noch weiterhin zu heben.

Bezüglich Der ganz unzureichenden Verbindungen auf den meisten oberhessischen Rebenbahnen wird, so hoffen wir, Die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main den eingehend vorgetragenen Wün­schen Rechnung tragen und eine Gestaltung des Fahrplans vornehmen, Die zum mindesten die notwendigsten Verbesserungen bringt. Bezüglich der Strecke LauterbachGedern- StockheimVil­bel-Frankfurt a. M. unb' AlsfeldRieberaula Hersfeld haben wir bereits am 8. Dezember 1926 eingehende Anträge gestellt, auf Die wir noch ohne Bescheid sind, mit Deren Berücksichtigung wir aber bestimmt rechnen.

Den Gedanken einer Fahrplankonfe- renz in Gießen begrüßen wir lebhaft. Roch immer konnte Die Beobachtung gemacht werden, daß mündliche Aussprachen im beiderseitigen In­teresse, Der Reichsbahnverwaltung sowohl wie auch Der Verkehrslnteressenten. liegen.

gez.: Stemmer, Vorsitzender.

Weitere Wünsche.

Zwei Zuschriften.

Die Fahrplanwünsche aus Dem Buseckri: Tal sind begreiflich und berechtigt. Aber wenn der Verkehrsbund in dieser Angelegenheit etwas tun will unb kann, das Erfolg verspricht, möge er noch einen Schritt weitergehen und auch der zahlreichen Eltern und Schüler aeberifen, Die an der Hauptstrecke FrankfurtKassel, von Gie­ßen bis Friedberg wohnen und unter den­selben Mißständen zu leiden haben, wie Die Be­wohner des lieblichen Busecker Tals. Bislang sind Gesuche in dieser Sache immer abschläglich

fertig begrüßt wird es daher, daß die Strafe in diesem Frühjahr gewalzt wirb.

Kreis Schotten.

= Unter-Seibcrtcnrob, 2. März. In unterem Dorfe werden in Diesem Jahre meh­rere Reubauten aufgeführt. Die .Religiöse Gemeinschaft" baut einen größeren Betsaal, um bei ihren Zusammenkünften nicht mehr von Sälen der Vergnügungsstätten abhängig zu sein. Wei­terhin werden noch Wohn- und Oekonom egebäude errichtet. Durch die rege Bautätigkeit der letzten Jahre hat sich das Wohnungswesen in unserem Dvrse verbessert. Erfreulicherweise gibt es hier, im Gegensatz zu den umliegenden Ge­meinden, keine Wohnungsnot mehr.

Starkenburg.

WS. Darmstadt. 2. März. Um der min­derbemittelten Bevölkerung gesunde und billig« Wohnungen zur Verfügung stellen zu können, beabsichtigt die hiesige Stadtverwaltung mit Un­terstützung der Reichs- und Staatsbehörden, so­wie von Genossenschaften und Derficheruna-ge- sellschaften Die Gründung einer gemeinnützi­gen Aktiengesellschaft für Wob- nun gsbau. Als Aktienkapital wird die Summe von 10 Millionen Mark genavnt.

WSR. Offenbach. 2. März. Das Selbstanschlußamt in Offenbach a. M wird am Samstag, 5. März, von 2 Uhr nachmittags ab eingeschaltet. Die umfangreichen U m f <6 alt­er b e i t e n dauern bis in die Abendstunden, wobei der Fernsprechbetrieb von und nach Offen­bach völlig eingestellt werden muß.

Rheinhessen.

WSR. Alzeh, 2. Marz. Wie nunmehr feft- steht, wird die 6 5 0. Wiederkehr des Tages, an Dem die Stadt Alzey ihre ersten Privilegien erhielt, am 3. Juli festlich begangen werden. Die Vorbereitungen zu dem Festakt sind bereits im Gange.

Preußen.

Neuregelung des Schießsports in Preußen.

Der preußische Minister des Innern hat unterm 26. v.Mls. eine Reuregelung De« Schießsports vorgenommen. Danach ist grundsätzlich Der Schießsport nur noch auf Schieh- ständen zugelassen, die von der Ortspolizeib»- horde genehmigt und ordnungsmäßig abgenom­men sind. Es Dürfen mir solche Waisen und Munition unter Beachtung Der noch gültigen Verordnung über Waffenbesitz vom 13. Januar 1919, nebst den dazu erlassenen Ausführungs­bestimmungen benutzt werden. Die für Den be­treffenden Schießstand genehmigt find. Die Orts- Polizeibehörden sind angewiesen, sich durch stän­dige Rachschau von dem ordnungsmäßigen Zu­stand der Schießstände zu überzeugen. Jedes Schießen soll unter Leitung einer Aufsichtsperson stattsinden. Die von den Vereinen bestellten Auf­sichtspersonen sind ein für allemal oder für den einzelnen Fall der Ortspollzeibehörde namentlich anzuzeigen, die sie bei Unzuverlässigkeit ab- lehnen kann. Di« Aufsichtspersonen sind für die Beachtung aller erforderlichen Vorsichtsmaß­regeln verantwortlich. Jugendliche unter 17 Jah­ren find vom Schießen auSzuschließen. Die Der- einSvvrstände müssen sich zur sicheren Verwah­rung der Dem Verein aehorenben Gewehre auf oder nahe bei dem Schießstand verpflichten und die Verantwortung für jede mißbräuchliche Ver­wendung der Waffen übernehmen. Der Auf­bewahrungsort ist Der Polizeibehörde anzuzeigen. Waffen dürfen zum und vom Schießstand nur verpackt und getrennt von der Munition be­fördert werden

Kreis Wetzlar.

3 Aus d e in Kreise Wetzlar, 2. März. Die Ausfertigung Der ZulafsungSbefchei- nigungenfürKraftfahrzeuge.die Zu­teilung Der ErkennungSnummern unb Die Er­teilung der Führerscheine. Die für Die Ein­wohner DeS Kreises Wetzlar bisher Durch den RegierungspräsiDenten zu Koblenz erfolgte, ge- fchieht vom l.März ab durch Das Landrats- amt zu Wetzlar. Die Aushändigung Der Zu- lassungsbescheinigungen und Die Abstempelung Der Kennzeichen Der Kraftfahrzeuge. Die bisher Den Ortspolizeibehörden oblag, erfolgt vom glei­chen Zeitpunkte ab ebenfalls Durch Das LandratS- amt. Die Reuregelung beDeutet eine wesentliche Vereinfachung und Befchlsunlgung des bisheri­gen langwierigen und umstänolichen Verfahrens und wirb von ben Kraft fahrzeugbefitzern begrüßt. Anträge auf Erteilung Der fraglichen Ausweis- Papiere finb nach wie vor bei den zuständigen

volle, blaugefütterte Gondel ohne Führer und in ihr saß lag, Der Stunde entrückt, dem Ort enthoben, namenlos hingegeben, Die fremde Frau über Den Knien DeS ältesten Chasseurs aus unserem Gasthof, eines sechzehnjährigen Knaben, schön wie Der IDolino unD lüstern wie eine Dirne. Ich war, im unfreiwilligen Erkennen, so sehr erschrocken, Daß c« mir gar nicht in den Sinn kam. Den Gondoliere sofort umdrehen zu lassen. Erst al« mich ein langer, unendlich ge­lassener Blick ans Den Augen des ruhenden, schmerzlichen Gesichtes in Der anderen Barke traf, gab ich das Zeichen zum Wenden. Der Schiffer, feinfühlend wie alle Menschen südlicher Völker, hatte sofort begriffen. Roch während er drehte, sprach er, ohne eine Miene zu verziehen, von Der Schönheit des Rachthirnmels und schwieg erst, als wir außer jeder Hörweite Der Lieben­den waren. Eine unendliche Traurigkeit hatte mich befallen, Unvermittelt, ohne c« je gewünscht ober gewollt zu haben, war ich Mitwisser um ein Schicksal geworden, das nur das Leid auf diesen Weg flüchtiger Entlastung getrieben haben konnte