Oberhessens Eisenbahnfahrplanwünsche
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mich hin, den Bildern nachhängend, die ungerufen kamen: Bilder aus Abendland und Morgenland gemischt, pathetisch und bunt zugleich
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Musil. Ich lag ganz ruhig, nichts licht« vermissend. Ich dämmerte vor
fremden Frau leer. Aber man überreichte einen Brief, der nur die wenigen Worte
diese ganze Stadt, sinnenhaft und troum- ineinanbcrfleiDoben, irgendwie unwirklich aller Greifbarkeit: beladen mit allem Aeich- beutegieriger Vergangenheit... überladen allzu vielem Ornament, wie es beliebig Gold deS Handelsherren erkauft ...
spalt herüber gefpie--*e(t wurde. Fliegen summten. Dampfer liehen die Sirenen tu‘en Don irgendwo
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sich an dem Wasser feine Schuhe reinigte. Die eingeleitete gerichtsärztliche Untersuchung stellte Gehirnfchlag als Todesursache fest.
Kreis Bübingen.
' Effolderbach, 2. März. Das Fest der goldenen Hochzeit begeht am 4. März dos Ehepaar Johannes Herrnbrod in geistiger und körperlicher Rüstigkeit.
Kreis Alsfeld.
ft. M ü ck e, 2. März. Dieser Tage hielt der hiesige Zweigverein des DHL. in Ilsdorf
hielt „Die Marchesa * * * bittet Sie. um
halb zwei älhr den schwarzen Kaffe« in ihrem Salon zu nehmen." Dor der Tür empfing mich eine sehr alte Dienerin, die ich nie gesehen nette Ich tourt): begrübt, als sei ich ein alter Bekannter Wir nahmen auf dem schmalen Balkon Platz. dec nach dem Kanal wies und plau-
Als ich am nächsten Tag zum Essen in den Speisesaal trat, war der Platz am Tisch der
Enttäuschungen die Hoffnung noch nicht aufgeben, daß es dem VerkehrsbunD Oberhessen gelingt, hier endlich Wandel zu schaffen. Drum: Frisch aus zur Lat! Sch.
Es wird Bedauern hervorgeru'en haben, daß bei den in Ihrem Blatte verösfentlichten sonst ausgezeichneten Zabrplanwünschen des D e r - kehrsbundes Oberhessen die Strecke G i e b e n — Ä ö I n. die zum allergrößten Teil der Reichsbabndirektion Frankfurt untersteht, nicht einmal erwähnt wurde. Diese auch für den Der- kehr mit dem Ausland io wichtige Strecke wird in ollen Kursbüchern als Schnellzugsstrecke bezeichnet. führt aber in Wirklichkeit keinen einzigen durchgehenden Schnellzug und überhaucht nur drei durchgehende Züge am Tag. Diese beanspruchen alle sechs Stunden lfo viel wie Oie-
fein diesjähriges Winterfest. Der 1. Vorsitzende ermähnte in seiner Begrüßungsansprache zur Treue und Liebe zur Heimat und zur VHC.- Sache. Einige flottgespielte Theaterstücke und andere gesellige Darbietungen hielten die Besucher in bester Stimmung beisammen.
= Ermenrod, 2. März. Die Landstrabe Ruppertenro d— S ckellnhausen wird gegenwärtig von her Ober-Ohmer Hartstein-Industrie mit Schotter beliefert. Dieser Teil der Hauptverkehrsstraße Gießen—Alsfeld befindet sich seit 1918 in einem beklagenswerten Zustand. All»
ßen Hannover), so daß es sich tatsächlich empfiehlt, die viel längere und durch älmsteigen umständlichere Strecke über Frankfurt zu nehmen. Könnte nicht hier Abhilfe geschaffen werden? S. D. Die Butzbach - Sicher Eisenbahn.
• Queckbvrn, 2. März. Seit einiger Zeit herrscht aus dem „Hellkopf", dem von der Ober- hessischen Steinindustrie betriebenen S t e i n b r u ch wieder reges Leben, so daß viele Arbeiter dort guten Verdienst finden. Die Buh- bach—Licher Eisenbahn bringt fast mit jedem Zuge eine größere Anzahl Güterwagen, mit denen die Steine abbefördert werden. So hat auch sie einen großen Vorteil von dem Reuaufleben des Betriebes und kann ihre Kassen, über deren Leere oft geklagt worden ist, wieder auffüllen. So erfreulich dieser wirtschaftliche Aufschwung ist, so hat er doch auch seine Schattenseiten. Den R a ch t e i l hat bisher das mit der Butzbach Licher Dahn reisende Publikum gehabt Denn durch den großen Güterverkehr werden sehr oft die A n - schlußzeiten auf den Staatsbahnhöfen Lich und Grunberg nicht erreicht. Reisende, die mit dem ersten Zuge nach Grünberg kamen und die von dort aus die Reichsbahn benutzen wollten. um ihre Berufsstätten in Gießen usw. zu erreichen, mußten es erleben, daß der 7 - Uhr - zug der Reichsbahn schon abgefahren war, ehe die Rebenbahn anfam. Dieselbe Erfahrung machten die Benutzer des Zuges, der kurz nach i j3 älhr nachmittags in Lich eintreffen soll. Auch hier war der Zug, der sie um 3,05 Llhr nach Gießen bringen sollte, schon fort, und denjenigen, die die Reichsbahn nach Gelnhausen benutzen mußten, ging es nicht nur nachmittags, sondern auch morgens um i ,9 Uhr schon so. So ist für das reisende Publikum wieder ein Zustand der Unsicherheit auf dec Butzbach — Licher Eisenbahn eingetreten. Es ist dringend nötig, daß die Eisenbahnleitung Abhilfe schafft, damit sich nicht wieder diese Bahn zum Verkehrshindernis auswächst. Das kann erfolgreich nur dadurch geschehen, daß man wieder das Rachmittagszugpaar einlegt. Diese beiden Züge fönnen einen großen Teil deS Güterverkehrs bewältigen und die anderen Züge, deren Anschlußzeiten zum Teil sehr knapp bemessen sind, entlasten. Auch werden sie wohl gerne von dem Publikum benutzt. Besonders der etwa um 6 Uhr abends aus Grunberg nach Lich abgehende Zug wird den Arbeitern und Schülern eine gute Gelegenheit zur Heimfahrt bieten. Für Lich hat die Einlegung dieses Zuges den Vorteil, daß die Bewohner der an der Streck« liegenden Gemeinden auch vormittags eine mehrstündige Gelegenheit finden, ihre Geschäfte in Lich zu besorgen Da finanzielle Einwendungen bei dem großen Frachtverkehr gegen diesen, in früheren Jahren auch gefahrenen Zug nicht gut erhoben werden können, so hofft man, dah es der Generalversammlung gelingen wird, für den Sommer» fahrplan die Einlegung des Rachmittagszuges zu erreichen, falls sich die Bahnleitung nicht in ihrem, wie in des fahrenden Publikums Interesse entschließen wird, schon vorher den bestehenden Mißstand zu beheben Jedenfalls ist der Zustand, wie et heute besteht, nicht haltbar.
Der wahre, der einzig verinnerlichte Zauber dieser Stadt aber bleibt: der Haiuh ihrer toten Kanäle, ihrer halbverfallenen Paläste, ihrer vergessenen Landetreppen, ihrer verlassenen Plätze. Er allein erst macht das Wunder lebendig, er schafft das Gleichgewicht zu so viel sich laut und quälend vordrangendet Pracht, er läßt ein Gesetz erscheinen, daS veredelt, indem eS Maß- loscS in den großen Gang alles Geschehens zu- rückverweist. Er läßt da- Märchen aufleben, er überdeckt da- unerbetene Wissen und schafft aus allen ungewußten Einzelheiten jenen tiefen Traum, der diese Stadt zeitlos macht: und dadurch allein die Sehnsüchtigen ganz Europa- in ihre Mauern lockt Jede Stunde lebendiger Gegenwart - jedes Klingen des GoldeS, da- die unzähligen Fremden herbeitragen — tönt herüber au- der Traum-Welt, btc Venedig heißt: die llugen Kaufherren, die fo viele schöne Paläste und Kirchen bauen ließen, haben auf Jahrhunderte über ihr Grab hinau- die Zinsen und die Zinseszinsei' ihrer angelegten Gelder der geliebten Vaterstadt gesichert. Daß sein Traum nicht zerstört werd«: um anderes braucht sich Venedtg kaum zu sorgen. Und der Lido ist ihm keine Gefahr.
decken über Venedig und Paris, wie Men» scheu, die eine ähnliche, ja fast aleiche Art haben, zu den Dingen der Welt Stellung zu nehmen Rach etwa einer halben Stunde erhob sich die Marchesa und hielt mir die Hand zum Kusse
Sie verweilte nicht eine Minute länger bei Tisch alS zum Einnehmen der Mahlzeit nötig war und hielt sich niemals in der Halle auf. Sie wurde mit großer Zuvorkommenheit bedient, aber ohne jede übertriebene Beflissenheit. Ihre Haltung, der traurige Ausdruck ihres dunklen Gesichtes verboten jedes Zuviel. Sie war sehr einfach gelleidet und trug, außer Perlen, keinerlei Geschmeide. Sie war der einzige Mensch In dem Haus, mit dem ich gern gesprochen hätte. Es war unmöglich, sich ihr zu nähern. Jeder Versuch wäre mit kältester Abweisung beantwortet worden. Richt einmal nach ihrem Ramen fragte ich, ja, ich vermied eS. irgend etwa- über sie zu erfahren. Ich trug ihr Bild in mir alS irgendein SdleS. Trauervolles, an das nicht zu rühren mir Gesetz war.
Am vierten Tage nach meiner Ankunft fuhr ich. wie saft allabendlich, auf den Kanälen. Da die Rächt besonders warm war und der Himmel im unwahrscheinlich weißen Glanz der Sterne fast auseinanderzubrechen schien, schlug mir der Gondoliere vor, nach den Gärten der Giudecca hinüberzulenken. Ich ließ ihn gewähren, bat ihn aber, aus dem Rückweg an der Kirche Redentore vorüberzurudern. da ich ihre Konturen unter diesem Rachthlmmel sehen wollte. Ich lag in den Kissen, den Kopf in die Sterne gehoben. Die Sinne, gebannt und fchläfrig durch den monotonen Schlag der Ruder, verloren fich in einer ungeordneten Folge von Erinnerungen und Plänen — Zeit und Raum, und vor allem die seiende Stunde, hatten jedes Gewicht verloren. So merkte ich kaum, wie wir von Süden her in den Rio della Troce einbogen, als ich durch das Anstößen Der Gondel an eine andere aus meinem Hlndämmem aufgescheucht wurde. Ganz dicht an der rechten Kanalmauer, unter einer niederhängenden Weide und kaum erleuchtet von einer grünlichen Laterne, hielt eine wunder
hin. Ich senkte die Lippen nach dieser Dunflen. sehr müßen Hand, deren Adern zu deutlich gezeichnet waren. Wieder traf mich der lange, gelassene Blick der traurigen Augen, die unter schweren Lidern lagen:
„Sie werden den Gasthos wechseln, nicht wahr?" Dos war alles, was über die Begegnung der vergangenen Rächt gesagt wurde. Dann stand ich wieder auf dem Flur, und die alte Dienerin, unsichtbar gekommen wie vorhin verschwunden, schloß hinter mir die Tür.
Roch am selben Abend siedelte ich in ein anderes Haus über.
Etwa drei Jahr? später wurde ich in einem Pariser Hause der Marchesa unter vielen anderen Gästen vorgestellt. Sie lächelte mir zu und sagte „Wir beide kennen uns schon aus Venedig. Ich freue mich, Ihnen wieder zu begegnen."
3m selben Augenblick wurde sie von mehreren Damen begrüßt und nach einer anderen Seite des Saales gedrängt. Ich habe sie nie mehr gesehen und nie mehr von ihr gehört.
Unsere Gondel war an der Riva degli Schiavoni angekommen. ES war Zeit, aus so viel Gewesenem in die Gegenwart zurückzukehren Aber cs wollte mir kaum gelingen. Auch am nächsten Tage, einem Sonn.ay, nicht, als mich ein Unwohlsein im Zimmer htelt. Draußen, vor den halbgeschlofsenen Fensterläden, stand das heiße, blaßblaue Licht des Vormittags. Südwind wehte, ohne jede Erfrischung. Die Wogen trieben unter seinen Schlägen, aber auch sic gaben keine Kühle Von einer engen Seitengasse hallten laut die Schritte und Stimmen in das Zimmer heraus In den Maschen d«S dichten Moskitonetzes ging ein greller Sonnenstrahl auf und nieder, der von einem drehenden Fenster des Rachbarhaufes durch einen schmalen Laden
zelposten wird in den nächsten Tagen der Bürgermeisterei zugehen."
* Leihgestern, 2. Rlürz. Der hiesige G e- sangverein »L i e d e r k r a n z" gab am Sonn» tagnachmittag ein in allen Teilen wohlgelungenes Konzert unter der Leitung seines bewährten Lhormeisters Blaß. Großen-Linden. Die vor- trefsliche Darbietung der schwierigen Kunstchöre. tote auch die ausgezeichnete Wiedergabe der Volkslieder zeigten, daß Der 80 Sänger starke Chor und sein Dirigent der Pflege des Männer- gefangen in bester Weife obliegen. Eine wertvolle Bereicherung erfuhr die Vortragsfolge durch die Mitwirkung einiger Mitglieder der Reichswehrkapelle auS Gießen. AIS Solisten wirkten in verdienstvoller Weise die Herren Vogl lDio- line) und OK ei j er lFlöte) mit. Sämtliche Darbietungen fanden mit Recht den lebhaften Beifall der Zuhörer. Der Verein kann auf die Veranstaltung mit Genugtuung zurückblicken. Im nächsten Jahre feiert der Verein fein 6 5 j ä Ij r i - ges Bestehen. Aus Dietern Anlaß soll ein Gesanaswettstreit stattfinden.
4t Langd, 2. März. Der hiesige Ge- sangverein ^Eintracht" feiert am 19. und 20. Juni das Fest seine« 4 0jährigen B e - st e h e n -. Gleichzeitig wird damit das Bundes- test mit Wertungssingen des Horloff-Wettertal- sängerbundes verbunden. Schon nahezu 25 Jahre ist hier kein Dereinsfest abgehalten toorDen. Es steht nun eine Festlichkeit in größerem Ausmaß zu erwarten, da außer den zehn Bundesvereinen noch mit nahezu Der doppelten Zahl von Gast vereinen gerechnet wird.
• Göbelnrod, 2. März. Am Sonntagabend sand bei Gastwirt Becker die diesjährige Generalversammlung des hiesigen K r i e- gervereinS statt. Der 1928 fein 30jähriges Bestehen feiern kann. Rach Begrüßung durch Den 1. Vorsitzenden, Bürgermeister Weber, wurde die reichhalttge Tagesordnung erledigt. Der Kassenbericht ergab einen ansehnlichen Ueberschuß. Bei Der Dorstands-Reuwahl wurde der alte Vor- stand biS auf zwei Herren wiedergewählt. Kam. Konr. S ch e p p legte wegen hohen Alters sein Vorstandsamt nieder und wurde, da er 56 Jahre Dem Hassia-DerbanD angehört, zum Ehrenmitglied ernannt. Schließlich würbe noch besonders über die Ausgestaltung Der Gedenkfeier für Die Gefallenen (13.März) gesprochen.
Kreis Friedberg
WER. Friedberg. 2. März. Am gestrigen Tage waren 7 5 Jahre verflossen, seitdem die hiesige Buchhandlung T. Scriba gegründet wurde. Der Firma. Die sich in weiten Kreisen des besten Ansehens erfreut, wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen erwiesen.
ch Butzbach, 2. März. Im „©ambrinus" versammelten sich heute die Mitglieder des D e» zirks-Lehrervereins Philippseck- Buhbach-Wettertal und viele Gäste aus benachbarten Bezirksvereinen zu einer größeren Tagung. In der Dersammlung, Die von Dem Be- zirksvorsitzenden. Lehrer Klar- Rieder-Deisel, geleitet wurde, sprach der Obmann des Hessischen LandeSlehrervereln«, Rektor Reiber- Darmstadt, über wichtige Fragen, Die namentlich Die Landlehrer interessierten, nämlich Fortbildungs- fchule, Dienftwvhnungsangelegenheiten, die Rektoren, das Verhältnis von Stadt- und Landlehrern und andere« mehr. An der sehr eingehenden Aussprache beteiligten sich die Lehrer Spengler. Robdewig -Münster,Kreisschulrat Fischer- Gießen. Rektor Koch - Friedberg al« Vorsitzender des Kreislehrervereins Friedberg u. a. Besonders dankbare Aufnahme fanden die Ausführungen von Lehrer Sommer- Großen- ßtnben, Dem Vorsitzenden des Kreislehrervereins Gießen. Auch die Mitteilungen und Anregungen von Lehrer Westphal- Wieseck bzw. Gießen, t als Dem Vertreter des Landbeamtenausschusses, wurden beifällig aufgenommen.
7 y. Wölfersheim. 2.März. Der Gemein berat faßte in feiner jüngsten Sitzung ' u. a. folgende Beschlüsse: Die Pacht für die Feldjagb soll von 1000 auf 1200 Mk.. btc der Walbjagd von 200 auf 250 Mk. erhöht werden, während die Zahlungsbedingungen dieselben wie im Vorjahre bleiben. Der im Vorjahre beschlossene Dau einer Wasserleitung nach dem F r i e d h v s soll nunmehr ausgeführt werden. Die Ausführung der ©rbarbei- ten, sowie das Legen der Rohre soll hiesigen Arbeitern und Geschäftsleuten Vorbehalten bleiben. Der Anschaffung einer Rähmaschine für den Handarbeitsunterricht In der Mädchenfortbildungsschule wurde zugestimmt.
WSR. O b e r - A o S b a ch v. b. H , 2. März. Gestern sand ein hiefiger Einwohner Die Leiche eines 68jährigen Zimmermannes von hier in einem Wassergraben, der durch Die Gemarkung zieht. Der alte Mann hatte fich am Vormittag in Den WalD begeben und kehrte nicht wieder zurück. Man nimmt an. daß er
Fahrplankonstzrenz in Nidda.
Auf Einladung der Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. wirb am kommenden Samstag- vormittag in Ridda eine Konferenz stattfinden, aui Der die Eisenbahn- Fahrplanwünschc Der Strecken Gießen—Gelnhausen. Ridda—Schotten, Lauterbach Gedern -Stockheim besprochen werben sollen. In erster Linie werden hier also die Fahrplanwünsche des Vogel Sberges erörtert; man wirb jedoch auch über Die übrigen Strecken unserer Provinz zu beraten haben. Der Verkehrsbunb Oberhessen und die interessierten behördlichen Stellen werden auf Der Konferenz vertreten fein.
Unterstützung durch den hessischen Derkehrsbund.
Der Heffifche Verkehrs verband, Sih Darmstadt, hat an die Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M folgendes Schreiben gerichtet:
Der VerkehrsbunD Oberhessen hat uns Die von ihm bei Der Reichsbahndirektion vorgetragenen Wünsche für Den Sommerfahrvlan 1927 übermittelt Wir stehen nicht an. diese außerordentlich sorgfältig und eingehenD begründeten Wünsche auf das lebhafteste zu unterstützen.
Ramentlich ist grundsätzlich Gewicht daraus zu legen, daß die Maia Weser-Bahn gegenüber der Strecke Frankfurt Bebra nicht, wie dies des öfteren in Den letzten Jahren zu beobachten war, in Die zweite Linie gedrängt wird. Eine ausreichende Befahrung der oberhessifchen Hauptstrecke, Der Main Wefer°Bahn. mit Durchgehenden Schnellzügen ist unbedingt geboten. Besonderes Gewicht bitten wir bei Der weiteren Fahr- plangestaltung Darauf legen zu wollen, baß Die fälschlich noch immer als „Bäberzüge" bezeichneten wichtigen Züge D 27/28 unb D 27a 28a für die Folge unter allen Umständen ganzjährig gefahren werben unb daß nicht immer wieder Erörterungen auftauchen, die einen Ausfall dieser ganz besonders wichtigen Züge auch nur als diskutabel erscheinen lassen. Die hoffentlich für den Sommerfahrplan zu erwartende Beschleuni- gung der letztgenannten Züge wird zweifellos dazu beitragen, ihre Bedeutung für den Durchgangsverkehr noch weiterhin zu heben.
Bezüglich Der ganz unzureichenden Verbindungen auf den meisten oberhessischen Rebenbahnen wird, so hoffen wir, Die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main den eingehend vorgetragenen Wünschen Rechnung tragen und eine Gestaltung des Fahrplans vornehmen, Die zum mindesten die notwendigsten Verbesserungen bringt. Bezüglich der Strecke Lauterbach—Gedern- Stockheim—Vilbel-Frankfurt a. M. unb' Alsfeld—Rieberaula— Hersfeld haben wir bereits am 8. Dezember 1926 eingehende Anträge gestellt, auf Die wir noch ohne Bescheid sind, mit Deren Berücksichtigung wir aber bestimmt rechnen.
Den Gedanken einer Fahrplankonfe- renz in Gießen begrüßen wir lebhaft. Roch immer konnte Die Beobachtung gemacht werden, daß mündliche Aussprachen im beiderseitigen Interesse, Der Reichsbahnverwaltung sowohl wie auch Der Verkehrslnteressenten. liegen.
gez.: Stemmer, Vorsitzender.
Weitere Wünsche.
Zwei Zuschriften.
Die Fahrplanwünsche aus Dem Buseckri: Tal sind begreiflich und berechtigt. Aber wenn der Verkehrsbund in dieser Angelegenheit etwas tun will unb kann, das Erfolg verspricht, möge er noch einen Schritt weitergehen und auch der zahlreichen Eltern und Schüler aeberifen, Die an der Hauptstrecke Frankfurt—Kassel, von Gießen bis Friedberg wohnen und unter denselben Mißständen zu leiden haben, wie Die Bewohner des lieblichen Busecker Tals. Bislang sind Gesuche in dieser Sache immer abschläglich
fertig begrüßt wird es daher, daß die Strafe in diesem Frühjahr gewalzt wirb.
Kreis Schotten.
= Unter-Seibcrtcnrob, 2. März. In unterem Dorfe werden in Diesem Jahre mehrere Reubauten aufgeführt. Die .Religiöse Gemeinschaft" baut einen größeren Betsaal, um bei ihren Zusammenkünften nicht mehr von Sälen der Vergnügungsstätten abhängig zu sein. Weiterhin werden noch Wohn- und Oekonom egebäude errichtet. Durch die rege Bautätigkeit der letzten Jahre hat sich das Wohnungswesen in unserem Dvrse verbessert. Erfreulicherweise gibt es hier, im Gegensatz zu den umliegenden Gemeinden, keine Wohnungsnot mehr.
Starkenburg.
WS. Darmstadt. 2. März. Um der minderbemittelten Bevölkerung gesunde und billig« Wohnungen zur Verfügung stellen zu können, beabsichtigt die hiesige Stadtverwaltung mit Unterstützung der Reichs- und Staatsbehörden, sowie von Genossenschaften und Derficheruna-ge- sellschaften Die Gründung einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wob- nun gsbau. Als Aktienkapital wird die Summe von 10 Millionen Mark genavnt.
WSR. Offenbach. 2. März. Das Selbstanschlußamt in Offenbach a. M wird am Samstag, 5. März, von 2 Uhr nachmittags ab eingeschaltet. Die umfangreichen U m f <6 alter b e i t e n dauern bis in die Abendstunden, wobei der Fernsprechbetrieb von und nach Offenbach völlig eingestellt werden muß.
Rheinhessen.
WSR. Alzeh, 2. Marz. Wie nunmehr feft- steht, wird die 6 5 0. Wiederkehr des Tages, an Dem die Stadt Alzey ihre ersten Privilegien erhielt, am 3. Juli festlich begangen werden. Die Vorbereitungen zu dem Festakt sind bereits im Gange.
Preußen.
Neuregelung des Schießsports in Preußen.
Der preußische Minister des Innern hat unterm 26. v.Mls. eine Reuregelung De« Schießsports vorgenommen. Danach ist grundsätzlich Der Schießsport nur noch auf Schieh- ständen zugelassen, die von der Ortspolizeib»- horde genehmigt und ordnungsmäßig abgenommen sind. Es Dürfen mir solche Waisen und Munition unter Beachtung Der noch gültigen Verordnung über Waffenbesitz vom 13. Januar 1919, nebst den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen benutzt werden. Die für Den betreffenden Schießstand genehmigt find. Die Orts- Polizeibehörden sind angewiesen, sich durch ständige Rachschau von dem ordnungsmäßigen Zustand der Schießstände zu überzeugen. Jedes Schießen soll unter Leitung einer Aufsichtsperson stattsinden. Die von den Vereinen bestellten Aufsichtspersonen sind ein für allemal oder für den einzelnen Fall der Ortspollzeibehörde namentlich anzuzeigen, die sie bei Unzuverlässigkeit ab- lehnen kann. Di« Aufsichtspersonen sind für die Beachtung aller erforderlichen Vorsichtsmaßregeln verantwortlich. Jugendliche unter 17 Jahren find vom Schießen auSzuschließen. Die Der- einSvvrstände müssen sich zur sicheren Verwahrung der Dem Verein aehorenben Gewehre auf oder nahe bei dem Schießstand verpflichten und die Verantwortung für jede mißbräuchliche Verwendung der Waffen übernehmen. Der Aufbewahrungsort ist Der Polizeibehörde anzuzeigen. Waffen dürfen zum und vom Schießstand nur verpackt und getrennt von der Munition befördert werden
Kreis Wetzlar.
3 Aus d e in Kreise Wetzlar, 2. März. Die Ausfertigung Der ZulafsungSbefchei- nigungenfürKraftfahrzeuge.die Zuteilung Der ErkennungSnummern unb Die Erteilung der Führerscheine. Die für Die Einwohner DeS Kreises Wetzlar bisher Durch den RegierungspräsiDenten zu Koblenz erfolgte, ge- fchieht vom l.März ab durch Das Landrats- amt zu Wetzlar. Die Aushändigung Der Zu- lassungsbescheinigungen und Die Abstempelung Der Kennzeichen Der Kraftfahrzeuge. Die bisher Den Ortspolizeibehörden oblag, erfolgt vom gleichen Zeitpunkte ab ebenfalls Durch Das LandratS- amt. Die Reuregelung beDeutet eine wesentliche Vereinfachung und Befchlsunlgung des bisherigen langwierigen und umstänolichen Verfahrens und wirb von ben Kraft fahrzeugbefitzern begrüßt. Anträge auf Erteilung Der fraglichen Ausweis- Papiere finb nach wie vor bei den zuständigen
volle, blaugefütterte Gondel ohne Führer — und in ihr saß — lag, Der Stunde entrückt, dem Ort enthoben, namenlos hingegeben, Die fremde Frau über Den Knien DeS ältesten Chasseurs aus unserem Gasthof, eines sechzehnjährigen Knaben, schön wie Der IDolino unD lüstern wie eine Dirne. Ich war, im unfreiwilligen Erkennen, so sehr erschrocken, Daß c« mir gar nicht in den Sinn kam. Den Gondoliere sofort umdrehen zu lassen. Erst al« mich ein langer, unendlich gelassener Blick ans Den Augen des ruhenden, schmerzlichen Gesichtes in Der anderen Barke traf, gab ich das Zeichen zum Wenden. Der Schiffer, feinfühlend wie alle Menschen südlicher Völker, hatte sofort begriffen. Roch während er drehte, sprach er, ohne eine Miene zu verziehen, von Der Schönheit des Rachthirnmels und schwieg erst, als wir außer jeder Hörweite Der Liebenden waren. Eine unendliche Traurigkeit hatte mich befallen, Unvermittelt, ohne c« je gewünscht ober gewollt zu haben, war ich Mitwisser um ein Schicksal geworden, das nur das Leid auf diesen Weg flüchtiger Entlastung getrieben haben konnte


