Einzelbild herunterladen

Folgende Entschließung wurde etnstim- m i g angenommen:

..Der Mtttelrhetnische Fabrikanten-Derein stellt mit Bedauern fest, daß in neuerer Zeit das Bestreben der Ander und Gemeinden in verstärktem Maße darauf ausgeht, industrielle Firmen anderer deutscher Canter und Gemein­den von ihren Lieferungen auszuschliehen. Häufig wird dies Bestreben leider durch daS in den Ländern bzto. Gemeinden ansässige Gewerbe unterstützt. Die Entwicklung und der Fortschritt unserer Wirtschaft verlangen aber mit Notwen­digkeit die Auswirkung des freien Wettbewerbs der Leistungstüchtigen, und eine besondere Be­rücksichtigung lokaler Interessen kann nur insofern gerechtfertigt erscheinen, als gleiche Leistungen bei ungesäHr gleichen Preisangeboten vorliegen Es bedeutet einen Rückschritt und einen Rückfall in Künstlerische Anschauungen, wenn jene Be­strebungen wieder lebhafter auftauchen: mit dem wahren Geiste der Gewerbefrriheit und der Frei­zügigkeit sind sie nicht vereinbar, ebenso wie es nicht im Interesse der Unternehmungen ter be­treffenden Gebiete, die doch auch auf den Absatz ihrer Waren in anderen Ländern und Gemein­den angewiesen sind, liegt, eine besondere Bevor­zugung zu erhalten. Born Salndpunkte des be­setzten Gebietes muh außerdem festgestellt wer­den, daß die zahlreichen Erklärungen von be­rufensten Regierungsstellen, die Wirtschaft des besetzten Gebietes stärker au öffentlichen Auf­trägen des unbesetzten Gebietes heranzuziehen, aus die Behörden des unbesetzten Gebietes noch keine nachhaltige Wirkung ausgeübt hat. Der Verein fordert dringend Abstellung ter erwähn­ten Mißstände im BergebungSwesen und ins­besondere bessere Berücksichtigung des besetzten Gebietes bei den Ausschreibungen der öffent­lichen Verwaltungen des unbesetzten Deutsch­lands."

Als dritten Punkt behandelte der Geschäftsführer Dr. M e e s m a n n den

Gesetzentwurf über den Relchswirtschastsrat. Folgende Entschließung fand e i n st i m m t g e Annahme:Der Mittelrheinische Fabritantenverein befürwortet gemäß dem vorliegenden Gesetzentwurf der Regierung die Errichtung eines endgültigen Reichswirtschaftsrates als einer dauernden Körper­schaft zur Begutachtung und Bearbeitung wirt- schasts- und sozialpolitischer Fragen, die von Reichsregierung und Reichstag in allen wichtigen Angelegenheiten zu hören ist und das Recht hat, auch selbst Vorschläge und Gesetzentwürfe auszu­arbeiten und den gesetzgebenden Faktoren vorzu­legen, sowie Ermittlungen über wirtschaftliche Ver­hältnisse anzustellen. Dio vocgescklagene Einteilung in ständige und nichtständige Mitglieder und der vorgesehene Aufbau der Organe ^Vorstand, Aus- schlisse, Vollversammlung) findet ebenfalls Zustim­mung. Für nicht richtig hält der Verein dagegen die schematische Parität zwischen Unternehmer- und Arb.'itervertretern und die zu starke Berücksichtigung der der aktiven Wirtschaft fernstehenden Kreise. So notwendig es ist, auch dte Arbeitnehmer» und Der- draucherinteressen zu Wort kommen zu lassen, so ist doch diesen Interessen auch durch eine geringere zahlenmäßige Vertretung vollkommen genügt, und diese Beschränkung würde es ermöglichen, bei unoer- änberter Mitaliederzahl der Vielseitigkeit unserer industriellen Verhältnisse, der durch die für die In- dustrie vorgesehenen zehn Sitze in keiner Weise Rechnung getragen ist, einigermaßen gerecht zu werden. Notwendig ist es ferner, den einzelnen Wirtschaftsgebieten des Reichs entfpredienb dem Grundgedanken des Artikels 165 der Reichsver­fassung einen größeren Einfluß auf die Zusarnmen- fetzuna des Reichswirtschaftsrates einzuraumen als vorgesehen."

Oberhessen.

^crttdrrcis Wicfte«.

*Watzenborn-Steinberg. 2. Fe- jbtuar. Die Grippe tritt hier sehr heftig auf, so daß die Schule geschlossen werten '»mußte.

* Großen-Buseck. 2. Febr. Dem Bei­spiele Gießens folgend, haben sich auch hier die Fünfziger zusammengeschlossen. ES ge­hören zu dieser Bereinigung aber nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen des Jahr­ganges 1877. Die Zahl ist jedoch verhältnis­mäßig klein: deshalb sollen auch die Ehehälften her Mitglieder an ten bevorstehenden Feiern teiln'bmcn.

Allertshausen, 2. Febr. Bei der gestrigen Hvlzsubmission auß dem Ge­meindewald tourten folgend« Höchstgebote ab» gegeben: II. Kl. Fichtenstämme pro Festmeter 40.10 RM.. Hl. Kl. 35.45 RM.. IV. Kl. 27 05

Der Heb rfall.

Eine heitere Anekdote aus ernster Zeit. Bon Bernhart Rehse.

An die sechs Jahre schon lag die französische Halb- eSkadrou in dem Städtchen am rechten Rheinuser. Anno 1797 war sic mit General Hoche übet den Rhein gekommen. Als den GJencral in Wetzlar ein jäher Tob erreichte und die Truppen über den Rhein zu- rüdgingen, blieb die HalbeSkadron in ihrem Quartier liegen. Auch der Frieden von Luncville anno 1801. der den UnglüdSzciten für daS arme deutsche Reich dadurch ein Ziel setzen wollte, daß er den gefräßigen Franzosen das linke Rheinuset überließ, rtnbcrtc nichts an den unruhigen Verhältnissen im Reich und in unserem Städtchen am Rhein. Tie flriegßfutie ging weiter durch die Länder. Und Herr Laforet, der Führer bet HalbeSkadron, blieb in seinem Quartier bei der Wirtin zum roten Echten, lebte mit seinen Leuten wie Gott in Frankreich und lachte über btc Bürger, die mit der Faust im Sacke zusehen mußten, wie die Saufanse und Freßhänse mit dem, was sie auf ihren Medern und in den Weinbergen mühsam ernteten, sich Jahr für Jahr den Wanst füllten. Schier nicht mehr zu ertragen war die ew-ge Plage. Aber wer sollte c6 ändern- Tcr RcichSgraf, zu dessen Herrschaft das Städtchen gehörte, war am Hofe zu Wien und versuchte initseiiiem letzten Gelbe, die groß- mächtigen französischen Unterhändler sich geneigt zu machen, um sein Ländchen für sein Haus zu retten. Denn seit zwei Jahren saß man schon beisammen und teilte das alte Reich neu auf nach dem Diktat der französischen Herren. Und wer von den kleinen Poten­taten nicht mit goldenen Füchsen als Vorspann bei den Franzosen vorfuhr, dem wurde biu- Arönlein eingeschmolzen, und sein Besitz kam aus die große Auktion, die man zu Regensburg aufgemacht batte.

Ta ritt eines Tages ein nassauischer kurier ins Städtchen und tiberbrad)tc ein herzogliches Schreiben an den Bürgermeister. Tarin wurde vermeldet, daß der Rcichsdeputationoljauvischluß zu Regens­burg Stadt und Herrschaft dem Herzoge zu Nalsau zugesprochen habe. Der Bürgermeister wurde ge-

RW.. Va. Kl. 25.25 RM., Vb. Kl. 23.25 RM. Kiefernstämme III. Kl. 30 RW., IV. Kl. 26.05 RM.. V. Kl. 19.85 RW.

t Grünberg. 2. Febr. Die Vorsitzenden ter ländlichen Reit- und Fahrder- eine Oberbesfens hielten hier «ine Be­sprechung ab zu dem Zweck, ihre Drreine zu einer Unterabteilung des Landes­verbandes Hessen zusammenzulchliehen. Vertreten waren elf Gruppen, den Borsitz führte Gras von Bre doto. Dieser berichtete über die seitherigen Geschehnisse und über die Tä­tigkeit im Jahre 1927. Für Öen 6. März ist ein Qternftaf ett«nr itt durch ganz Hel­sen vorgesehen. Der Vorstand wurde neugewählt und hieraus die Durchführung teS Rittes ein­gehend besprochen.

-d- Langsdorf, 2. Febr. Arn 25. Juli wer­den bereits zehn Jahre ins Land gegangen fein, daß man die f lein ft £ der b re i Glocken vorn hiesigen Turm herabnehmen und sie dem Va- Urlaube opfern mußte. Sie war am 31. Mai 1852 in Gießen von Friedrich Otto & Sohn genossen worden. Der äußere Mantel war gezicn mit Eichen­laub und Eicheln; in erhabener £d)rlft trug er die Namen des Bürgermeisters und der Gemeinderäte und nachstehende Worte in Anlehnung an Schillers Glocke":Ich töne noch in späten Tagen unb rühre vieler Menschen Ohr. yd) will mit den Betrübten Hagen und stimmen in der Adach: Chor. Concordia soll mein Name sein. Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine versammle ich dte liebende Gemeinte. Freud' nur mög' mein Klang bedeuten, Friede sei mein erst Geläute." Nur mit Wehmut sah man hier die Glocke scheiden. Hoffentlich wird es unserer Ge­meindeverwaltung möglich sein, für den Verlust nun bald Ersatz anzuschassen.

Älvciö Friedberg

ss. Friedberg. 2. Febr. Die evange­lische Gemeinde, die vor längerer Zeit ein größeres Anwesen im nördlichen Teil der Kaiser­straße erworben hat. um dort ein Gemeinde­haus mit Saal zu bauen, fordert jetzt zur Grün­dung eines Gemeindehausbauvereins auf,

y. Wölfersheim, 2. Febr. Bei der Brenn- und Rutzholzversteigerung Ini hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: 2 rm Buchenscheit 25 bis 32 Mk., r rm Buchenknüppel 16 bis 21 Mk, 2 rm Duchen- ftbdc 8 big 12 Mk., 4 rm Buchenceisig 6 bis 9 Ml.. 2 rm Kiefernstöcke 8 bis 10 Mk., 4 rm Kiesernreisig 10bi- 12Mk.. 2 rm Ktesernknüppel 14biS16Mk. Der fm Kiefernnuhholz kam aus 35 bis 40 Mk., desgleichen Buchenholz auf 50 bis 60 Mk. und Eichenholz auf 90 bi« 100 Mk. zu stehen. Mäh­rend am ersten Tage die Preise bet Hartholz um 25 Prozent sanken, erreichten sie am zweiten Tage bei Weichholz wieder die vorjährige Höhe.

Kreis Büdingen.

II Büdingen, 2. Febr. In den letzten Tagen feierten die Bürgermeister Baumann von Dleichenbach und Bopp von Langenberg- hetm ihr 25jähriLe« Dienstjubiläum, zu dem ihnen von den vorgesetzten Behörden und den Einwohnern herzliche Anerkennungen und Glückwünsche ausgesprochen wurden. Die Maul - und Klauenseuche ist immer noch im Wachsen begriffen. Fast jede Woche werden eine ober sogar zwei bi- drei Gemeinten unsere- Kreises von der Seuche befallen. Der Rückgang in verschiedenen Gemeinden ist sehr gering. Die Arbeiten an der städtischen Wasser­leitung gehen ihrem Ende entgegen. Zur Zeit werden die aufgeworfenen Schachte und Gräben innerhalb der Stadt wieder zugeworfen

e Rldda, 2. Febr. Ober'chulrat Diehl und Gewerbeschu'rai S ch n e i d t a S Darmstadt weil­ten gestern hier, um Einsicht in die Gewerbe- und Fortbildungsschule zu nehmen. Sie wohnien dem Unterricht in einigen Klassen bei und hielten Dann eine Besprechung mit der Schul­leitung und den Lehrern ab. Bei der ersten Holzversteigerung des ForstamtL Nidda wurden verhältnismäßig hohe Preise geboten. Für den Raummeter toasten durchschnittlich be­zahlt: Buchenscheit 13 bis 14 Mark, Bucken- knüppel 9 bi« 10 Marl: Buchenstöcke 6 bis 8 Mack: Buchera'treisig 2 Mark. Da« Holz fand besonder- Sleigiieb^aber aus ter Wetlerau

nd. Nidda, 2. Febr. Hier bestand seit 1830 eine Bsennigsparkafse, die infolge ter Inflation seit 1923 nicht mehr in Wirksamkeit war. Der frühe.« Vorstand hat nun beschlossen, diese Einrichtung wieder in- Lebm zu ri: en. Die alten Satzungen sollen in Gültigkeit blei­ben. Der Beschluß wird von vielen Einwohnern Niddas begrüßt, weil dadurch ten Kinder.- und auch älteren Sparern Gelegenheit geboten wird,

tw, «-,», t,. jmt-nrk-w as. jorutn

halten, die Bürgerschaft für die neue Herrschaft in Pflicht zu nehmen unb die französische Besatzung aufjufotbern, Ginnen drei Tagen bie Quartiere zu räumen unb über den Rhein zu gehen.

Die o-reubc, enblid) bie verhaßten Plagegeister loszuwcrben, lief durch alle Gassen. Aber schnell fuhr die Traucrkunde hinterher, daß Laforet sick, geweigert habe, abzuziehen mit dem Bedeuten, daß er nur von Paris, nicht aber von Nassau Besehk zu befolgen habe. Da ließ man die Köpfe hängen. Denn man wußte von Luneville her, daß der Fran­zose papierene Verträge nur anerkannte, wenn sie zu seinem Vorteil waren.

Nur eine behielt den Kopf oben. Tao war Frau WilligS, bie Ochsenwirtin. Tie harten Zecken hatten ihren Witz geschärft. Mit dec Schlauheit des Weibe« und der Energie eines Mannes hatte die Wittib die ansehnliche Wirtschaft durch alle Fährnisse der KricgS- jahre hindurchgesteuert, ohne sonderlichen Schaden an Lew unb Seele zu nehmen, wenn auch manchmal bei dein, wao sie zu tun für rechten« hielt, eher der Teufel denn ihr Schutzengel Geoatter gestanden hatte. Von den Verhandlungen der Kanzleien, mit denen der Bürgermeister bie Bürgerschaft vertröstete, versprach sie sich nidil so viel wie daß Schwarze unter bem Nagel. Wer daraus hoffen wollte, der sah die Franzosen nod) in zehn Jahren in der Stadl. Wenn man sie loS werden wollte, bann mußte man schon selbst dazuhelfen. Und was burd) Gewalt nicht zu erlangen war, das mußte der Witz besorgen.

Die Fastnacht stand oor bet Tür, unb darauf baute üe ihren Plau. Sie schickte einen verläßlichen Boten zu Peter Pütz unb lud ihn ein, zu einem guten Ge­schäft in den roten Ochsen zu kommen. Peter Pütz mar der Anführer einer Bande, die in Den Schluckten des Westerwalde- ihren Unterschlupf hatte. Unruhige Gesellen, bie die Unruhe bet Zecken zusammengc- fuhrt hatte. Räuber konnte man sie nicht gut nennen. Sie ernährten sich redlich vom Pferdehaudel. llnb vom reellen Geschäft unterschied sich der Handel nur dadurch, daß sie ihre Pferde ohne Bezahlung von der Weide holten, beim Verkauf aber den Prc :> ver­langten unb auch erhielten, als ob sie auf bem Roß- markt zu Frankfurt stünde«. Der Krieg verschlingt

mit kleinen Wochenteträgen nach unb nach zu einem ansehnlichen Guthaben zu kommen. Vor bem Kriege betrug die Zahl ter Einleger jähr­lich durchschnittlich über 300. unb bie jährlichen Sparbeträge beliefen sich meistens über 12 000 Mark. Bis zur Konfirmation hatten viele Kin­der sich ein schönes Kapital gespart. Die Ein­lagen werten monatlich in ter DezirkSsparkasse Nidda verzinslich angelegt. Alle Aemter werden unrntg«ltlich versehen. Man verfolgt dabei Haupt, sächlich den erzieherischen Zweck, ten Sparsinn ter Jugendlichen zu fördern. Vorsitzender ter Kasse ist wieder Bürgermeister Ringshaufen.

le. B l e i ch e n b a ch , 2. Febr. Der Arbeiter Reiffchneid «r, gebürtig au- Wolferborn bei Bübingen, mehrfach verwunderer Kriegsteil­nehmer, Notgenosse Im Ruhrgebiet, in Brasilien betröge, ec Auswanderer und al- Kohlentrimmer Heimgekehrter hat in der letzten Zeit in verschiedenen Dörfern, unserer Gegend schlichte, aber um so wirkungsvollere Vortrags­abende veranstaltet. Hier hat er dieS jetzt zum zweiten Male getan, diesmal unterstützt durch den Bildwerfer der Schule. Wenn fein Bor- trag nach der Ankündigung nur eine War­nung vor der Auswanderung nach Brasilien sein soll, so ist er in Wahrheit eine eindrucksvolle Mahnung -umDeutsch- t u m. Dadurch wurde diese Beranstaltung ein echt volkstümlich-vaterländischer Abend.Dieser Tage fand hier die erste Bau- und Nutz- holzversteigerung statt. Eichenbolz kam durchweg auf über 30 Mark: Spezialhölzer tote Deichselholz sogar bis auf 46 Mark für ten Festmeter. Nach Beendigung des Holzens haben wir hier auch wieder elf Arbeits­lose.

A Aus der östlichen Wetterau, 2. Febr. In unserer Gegend sind in ter vorigen Woche bie Preise für fette Schweine ?anz erheblich zurückgegangen, von 5 auf 64 Pfennig baß Pfund Lebendgewicht. Heute spricht man noch von weiterem Sinken. Dagegen bleiben die Ferkelpreise noch recht hoch. Seit heute ist auch der Preis für Brot gestiegen. 4 Pfund kosten jetzt 80 Pf. Auch die Kcirtoffelvreise steigen, namentlich für Saat- kartoffeln. Reger gestaltet sich wieder der Heu­handel. Der Zentner kostet gegenwärtig 4 Mk.

KreiS Schotten.

n Laubach, 2 Febr. Gestern fand im Gasthof .,Zur Traube" eine Holzversteige­rung auß den gräflichen Waldungen des Re­viers Gonterskirchen statt. Die Preise waren niedrig, jedenfalls infolge ter mitten Witte­rung. GZ kamen ter Raummeter Buctzenscheit im Durchschnitt aus 11 Mk.. Knüppel auf 8 bis 9Mk., Stöcke auf 5 bis 6 Mk., Astrelser auf 1 Ml.

± Köddingen, 2. Febr. Hier ist in den letzten Wochen wertvolle Bolksbil-- dungsarbeit geleistet worden, sowohl von der Kirche, als auch von den Vereinen. In der Kirche wurde der Betyelfilrn gezeigt. Die Vor­führung war so gut besucht, daß unsere große Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Gesangverein hielt im Saale tec Gastwirt­schaft Braun einen Theaterabend ab, bei dem nur solche Stucke zur Ausführung gebracht wur­den, die volksbildenden Werl besaßen. In dem­selben Sinne sucht auch der hiesige Krieger­verein zu arbeiten, der einen Lichtbilderabenb plant, zu bem ein Redner aus Gießen kommen wird.

Kreis Alsfeld.

«=. Ober - Ohmen. 2. Febr. Auf ter gestrigen Holzversteigerung au« den Frhrli Riedefelschen Waldungen teS Revier« Ober-Ohmen wurden pro rm gezahlt: für Bu- chenschnter 11 bis 12 Mk., Knüppel 7.25 bis 7.50 Ml.. Stammreiser 2 bis 2.50 Mk. Die Preise bewegten sich bei guter Kauflust in er­träglichen Grenzen.

Starkenburg.

WSN. Offenback. 2. Febr. Infolge der günstigen Macktverhälti iss:, namentü .) des star­ken Preis st urzeS sürSchlachtschweine, hat sich die hiesig« Flri'cherlnnun« veranlaßt ge­sehen, ihre Fleisch- unb Wurstprelse einer Nachprüfung zu unter'iehen unb eine neue Richtprxi Uiste sestzuseten, d'.e beträchtliche Herabsetzungen in ten einzelnen Fleisch­und Wrustsorten vorsieht.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

L Klein-Rechtenbach, 2. Febr. Die Arbe.i.n an dem Schulbausneubau können

nicht nur Männer, sondern auch Rosse. Unb so ging ein lebhafte« Geschäft au« bem Bergischen unb Hessi­schen ins Kurmain',ische unb Nassauische unb um­gekehrt.

Peter Pütz kam, fanb bas Geschäft, bad ihm bie Ochsenwirtin vvrfchlug, gut, ging durch die Stadt, klopfte wohl an ein Tupend Türen, wo ein ver­wegener Bursche im Hause war, unb verschwand wieder.

Zu Fastnacht war großer Mummenschanz im roten Ochsen. Tie ganze Bürgerschaft war versammelt. Unb von den französischen Reitern, die in den Jahren große Freunde vom rheinischen Karneval geworben waren, fehlte nicht einer. Aber sie trugen nicht ihre Soldatenröcke, sonbecn Mäbchenkleider. Tie Bürger­mädchen dagegen tanzten in beit Uniformen. Tie Fastnachtsparole der Ochsenwirtin:umgekehrte Welt" war von ihnen mit großem Hallo ausgenommen worben. Unb Herr Laforet m ben Kleidern der Ocksen- wirtin führte Frau Willig« zum Tanze, die feine Paraoemontur mit Würde trug.

Als bie Kirchenuhr die McklernachtSstunde schlug, erhob sick, in der Stabt ein großer Tumult. Schüsse krachten, Kommandorufe erschallten, Reiter sprengten durch die Gassen, unb der SchreckenSruf drang in ben Saal: die nassauischen Ttagoncr sind ba! Die Verwirrung würbe um so größer, als mit einem« male alle Lichter erloschen. Tie Mädchen schrieen und flüchteten in ihren Uniformen. Tie Franzosen fluchten und liefen nach ihren Waffen unb Pferden. Aber die Ställe waren leer unb bie Waffen ver­schwunden. Ratlos rannten sie in bet Finsternis umher unb stießen mit ihren weinsckweren Köpfen aneinander. Vergebens versuchte Laforet, bie Es­kadron zu sammeln. Das Geknatter der Flinten unb das Geschrei der Reiter brachte keine Ordnung zu stände. Ta rief eine laute Stimme:An den Rhein' Die Fischerkahne liegen am Ufer!" Der Ruf zeigte die Rettung. Unb mit hochgehobcnen Röcken, um besser laufen zu können. rannten die Franzosen ans Ufer, sprangen in die K ihne und ruderten mit allen Kräften auf ben Strom hinaus. Am Ufer hielt Peter Pütz mit seinen Gesellen, bie in ben irgendwo auf- getriebenen Uniformen steckten, auf den erbeuteten

bet ter gelinden Witterung ungehemmt ihren Fortgang nehmen. Die Dachdeckerarbeiten sind soweit beendet: die Planierung dr« Platzes zwi­schen dem Neubau und ter Provinzialstraße. ter zum Spielplatz eingerichtet werten soll, ist im Gange. Bei Oer dieser Tage stattgehabten Ver­gebung der Ausführung der Schulfenster betrug das Höchstgebot 1867 Mk.. das niedrigste 977 Mk. Der Zuschlag ist noch nicht erteilt

<> Dornholzhausen. 2. Febr. Die Mumps, landläufigMops" genannt, lst seit einigen Tagen auch in dcc hiesiaen Gemeinte stark verbreitet. Von der Krankheit sind hauptsächlich Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befallen. Die Grippe ist hier bisher nur in geringem Umfange aufgetreten.

Kreis Biedenkopf.

~ Rodhelm a. d. B.. 2. Febr. Am SamS- lagabenb feierte die piefige Freiwillige Feuerwehr ihr LOjahrigeS Stif­tungsfest. Kommandant W. B e n d e r be­grüßte die Kameraden und öle Gäste. Nach einem wirkungsvollen Prolog wurden die Namen derjenigen Feuerwehrleute verleben, die in vor­bildlicher Pflichttreue der Wehr feit ihrer Grün­dung angeboren. Ortspfarrer Bömel würdigte die Tätigkeit der Feuerwehr in einer Ansprache. Gesellige Darbietungen beschlossen den schönen Abcnd. Bemerkenswert ist. daß unsere -tm Jahre 1906 gegründete Feuerwehr zusammen mit ter Bruderwehr von Dottenhorn den Grundstein zu der Bezlrlswehr des Kreises Bietenkops gelegt hat.

T WaldgicmeS, 2 Febr. Bei bet hie­sigen Nuyholzversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Für den fm Eichen-Dchnittstämme 130 Mk., Fichtenschnitt­stämme 36 Mk., für 2 Meter Eichenlangholz 16 Mk. In bet vorigen Woche hielt Missionar S ch ä s e r von der Rheinischen Mission hier all­abendlich bei voller Kirche Predigten. Die ge­milchten Chöre von hier unb Naunheim ver­schönten durch ihre GesangsvortrSge die Feiern. ES gingen 380 Mk. an Kollekten ein.

Kreis Marburg.

|| Marburg, 2. Febr. Die Stadtverord­netenversammlung bewilligte gestern nach scharfer Debatte nachträglich die bereits zu Weihnachten ausgezahlen Beihilfen an Beamte, Angestellte ufro. Ebenso war man mit nachträglichen Weihnachtszuwendungen an die städtischen Arbeiter einverstanden, und zwar an Verheiratete 20 Mark, Ledige 10 Mark. Wie ferner mitgeteilt wurde, beabsichtigt die Universität das Gelände am Ortenberg, auf dem der Bau eines Jnvalidenheims für Jäger und Schlitzen geplant unb kurz vor Ausbruch des Krieges bereits der Grund­stein gelegt war, zu erwerben. Sie will gelegentlich Darauf ein Institut errichten. Einer hierzu notwen­dig werdenden Tlenderung des Bebauungsplanes wurde zugestimmt.

Kreis Westerburg.

CO Westerburg, 2. Febr. Die Stadtver­ordneten beschlosien in ihrer jüngsten Sit­zung einstimmig, bie G r u n b Vermögens­steuer von 125 Prozent auf 150 Prozent und die Gewerbesteuer von ICO auf 1Z5 Pro­zent zu erhöhen. Mit den mehraufkommenben Steuerbeträgen sollen bie Unkosten ber hiesigen Realschule gedeckt werben. Statt tec ur­sprünglich vorgesehenen acht Lehrecstcllen an blefer Schule will man nur sieben schaffen.

Maingau.

Frankfurt a. M , 2. Febr. Heute vormittag stieg am Eschersheimerturn ein 10 j ä b r i g e r Schulknabe von einer dort haltenden Stra­ßenbahn auß. Als er sich über die Fahrbahn nach dem Bürgersteig begeben wollte, wurde der Junge von einem vorübersausenden Auto ersaht, überfahren und so schwer verletzt, daß er im Heiliggristhospital ein» geliefert werden mußte.

WSN. Hanau, 2. Febr. Ein hiesiger Brief, träger hatte am Montagmorgen gelegentlich eines Bestellganges 800 Mark in Fünfzig­markscheinen verloren. Sie sind von einem hier in Stellung befindlichen Metzgergesellen gefunden und an zuständiger Stelle abgeliefert worden.

Die Frankfurter Messe bleibt.

WSN. Frankfurt a. M., 2. Febr. Die Franlsucter Stadtverordnetenverlamm- I u n g hatte gestern über das Schicksal der Frankfurter Messe zu «n:scheiöei. Die Dor- läge des Magistrats, ber bie Bereitstel­lung von 400 000 M k. für baß Messe-

Franzosenpferden unb gab auf die Fliehenden au« ihren eigenen Karabinern blinde Schreckschüsse ab, damit sie umso schneller daS linke Rheinufer erreichten. Ringsumher aber stand das ganze Städtchen und schickte ein io Helles Gelächter ben Franzosen nach, daß es von den gegenüber liegenden Bergen widev- hallte.

Und das Gelächter pflanzte sich fort rheinauf-, rbeinah unb in« weite deutsche Reich, wohin immer die lustige Mär drang von den fliehenden Franzosen in Weiberröcken.

Frankfurter Theater.

Mexanber Lernet-HoleniaS .Oester­reich sche Komöbie" tourte un'.er ter künstlerischen Leitung D.rettor Hellmers im Neuen Theater uraufgefü^rt ß iter ze.gt blefe -weite Uraufführung des jungen Kleistprr.Strägers nicht bie Begabung, to c sie auß .Ollapotriba spricht. Kun'erount geht es auch hier zu, gute ö tuaHonen ergeben sich vere.nzelt, im großen ganzen ent­täuscht daß Spiel. Der Ton b.efcr Krmödie ist nicht zupackenb genug, w'.rd zu vi l geretet, die Gespräche ergeben sich stand.g im Kreise um ein und dieselbe Sache und so gelch eht «s. daß Worte die mbgl chen Pointen totschlagcn. Sine echte Kornödlenf.gur ist der alte gräfliche Diener Jo­hann. aber auch dicfev ist nicht so wirkungsvoll gezeichnet wie des alte Faktotum inOlla- po'.rida". D^e Aufführung war ausgezeichnet, Direktor Hellmer tat in seiner verständnis­vollen, geschmac.'s ichecen Inizenierung bas lünst- lerifdb möglichste, um dieser .Oesterreichischen Komödie" den rech en Schwung zu geben. Die Regie socg.e für flottes Zusammenspiel und brachte sehr gut gesehene GesellschastSszenen. Im Mittelpunkt ber Handlung standen d.e Damen E n g l ls ch , 3 o f f, Hansen: bie Herren Lengbach, Günther und Großmanns famoser alter Johann. So entschädigte e.ne tadel­lose Aufsührung für eine n.ch durchweg tadel­lose Komödie, unb Beifall klang burd) da«

L. w.