Ausgabe 
2.11.1927
 
Einzelbild herunterladen

Auswärtigen Amt. 6« den Bori<$ahen m Washington unb Petersburg sowie alS Hilfsarbeiter in ter Reichskanzlei. Er feniti oho sein neue« WirkungSgeteri schon au- eigeoer Anschauung Aach dein Krieg«, als bie diplorna; 'che und dir konlularifche Laufbahn mit- einander verschmolzen wurden, gtng er zunächst als Konsul nach Triest und ift fHt 1921 Bot- 'chaftsrat tn Rom. 3m Jahre 1920 heirat«re er dann Gräfin Warte-Luise on Strachwitz dir gleich ihm schlesischen Ursprungs unb die Tochter te» Rittmeisters a. D. Gras Adalbert von Strachwitz .st. der 1914 an einer im Felde erlittenen Verwundung starb.

Oer Zieparationskommiffar.

vor einerE«tscheidu«q des ReichskabinettS.

Berlin, 1. Tloo. (WIB.) 3n partomentarl- Ichen Kreisen oeriantrt dost da» Reld)»f abl* Kit noch der<ffd)r de? Reichskanzler» oorauchd)llid) schon am morgigen Mittwoch nach­mittag eine Sitzung abholtcn wird. Vie Tagesord­nung umiaht die mit dem Reparationspro­blem zusammenhängenden. augenblicklich aktuellen fragen. Dabei ist anzunehmen. daß anher den sach­lichen Problemen, die durch die Denkschrift Varker Gilbert» aufgeworfen worden lind, and? die Lin- setzung eine» Reich»kommissor» für R e - paralion»sragen zur Erörterung steht. Menn In der prrik auch bereit» der Harne de» früheren Staatssekretär» Bergmann genannt wird, der bekanntlich vor einiger Zett Im .Zusammenhang mit der Reparatlou»srage durch sein BuchDer weg der Reparationen" In die Dessenllichkelt getreten ist, so dürsten solche bestimmten Eingaben den Tatsachen doch noch oorauscllen. Vie Versonenfrage kann über­haupt erst eine Rolle spielen, wenn eine Entschei­dung über die Einrichtung diese» Dosten» ge­troffen worden Ist. 3m Augenblick ober befindet sich diese Frage noch durchau» im Stadium der Er wägungen der zuständigen Stellen. 3a unterrichteten Kreisen weist man allerding» darauf hi», dah die Einfetzunq eine» solchen Kommissar» insofern von Vorteil sein würde, al» die sachliche Bearbeitung der Reparation »fragen, namentlich roa» die Verhand­lungen mit dem Reparation»agenten an- langt, non dem Wechsel der parlamentarischen Kabinette Im gräheren Maste al, bibber unab­hängig gemacht und eine solche Persönlichkeit für die deutschen 3nteressen von Hüften sein würde. Mn- I ter diesem Gesichtspunkte gilt e» auch nicht al» an»- | geschlossen, dah da» Kabinett morgen bereit» zu einer grundsätzlichen Entscheidung kommt.

Eine Reihe Berliner 'JHorgenbläller nimmt jfu der beabsichtigten (Benennung eines Repara- tionSkommistars Stellung. Die .Tägl. Rundschau" weist darauf hin. daß die Einsetzung eine- Reichs- kommissars im ReichSsinanzministerium noch auf Widerstand slofte. Der .Deutschen Lages- Leitung" erscheint die Aotwendigkeit für die 6(Raf­fung eines solchen Postens überhaupt nicht ge­geben. Sine Vereinfachung des Ge­schäftsganges und eine schärfere Ausarbei­tung des Standpunktes der Desanrtregierung. tote sie doch wohl äugestrebt würde, würde durch die Schaffung dieser Zwischemnstanz keineswegs mit Sicherheit gewährleistet. Außerdem toeroe dadurch wieder einmal ein« neu« Be­hörde mit allen ihren bekannten Anhängseln und Mehrkosten geschaffen DaS Blatt nimmt deshalb an. dah daS Aeichskabrnett in seiner Gesamtheit oder wenigstens rn feiner Mehrheit den überaus zweifelha flen Ruhen eines besonderen Raichskommstsariats für Reparatirms- sragen erkennen, und nachdem nun doch einmal bte .Rationalisierung der CBertoaftung" das ßritmoHD geworden fei. von der Errichtung dieser neuen Behörde ab sehen werbe. Auch der ..Börsenkurier" glaubt nicht, daft durch die Zwi­schenschaltung eine- Reparationskommistars eine Vereins achimg erreicht tverde.

Internationale Wirtschaftsverständigung. Industrielle Arbeitsteilung zwischen

Europa und Nebersce.

Paris. l.Rov. (Wolff.) Auf einem inter­nationalen Demokratischen Kongreß hielt der Präsident deS HansabundeS. Reichstag ^abgevrd- nrier Dr Fi scher-Köln, ein Referat über die WelttvirtschtftSlaae unter dem Gelichtspunkte der europäischen Berstöndigung. (Sr führte aus .Die Tendenzen. die die gegenwärtig« Wirtschasts- notlage Europas bewirkten und deren wichtigste die Industrialisierung der über­seeischen Rohstoff« getoefen Ist. müssen nicht unbedingt zu einer Verarmung Europas tühren. sondern es wäre inöalich. auS ihnen Vorteile au ziehen. SS kommt darauf an, eine neue Arbeitsteilung industrieller Hatur zwischen Europa undden über­seeischen Industriegebieten zu ent­wickeln. Die europ^iitche Wirtschaft muy daher in sich selbst so anpassungsfähig gemacht werden, dah sie in der Lage ist, die zur Herstellung der neuen Arbeitsteilung notwendige Branchenum» steNung durchqulübren Um der Wirtschaft die hieiHu nötige Elastizität zu geben, must man zu einer In einem höberen Sinne freien Dirt- 'chift gelangen. Der Redner beschäftigte 'ich alsdaini mit der Frag«, welche Rolle einem Vbbau der setzt übermähig a nge­lb a n n t en öffentlichen Lasten bei Dem Wiederaufbau der europäischen Weitwirtlchafts- Iteilung zukoimnen werde. Im nämlichen Sinne beschäftigte er sich mit der gegenwänigen Be­lastung der europäischen Produktion durch Zölle, deren Herabsetzung er empfahl. könne ba- durch geschehen, test die europäischen Staaten auf Grund einer Konvention zum ®v'rein d<s Dop- pelta rifes übergingen, d. h eine An Offert- aris porlegten. in dem die Grenze testgelegt lei. bis zu der jetzt bestenfalls Vertragszuge- fländnisse gemach! werden könnterr.

Im Ansthlust an das Referat Dr Fischers- Kökn wurde em Referat des Engländers Latz- l o n von Sir Roben Hutchinson Peri den. der * ich für den Abbau der Zollmauern und für die Erleichterung des Hafen verkehr» <ui6- vricht Der englische Vertreter lehnte jedoch die DrSkut'>on eines europäischen Zoll- Vereins ab. Er begründete ferne Stellung­nahme damit, dost diese Frag« in a 11 t u - weiter Ferne liege, als daft man fte Mxm heul« erörtern Rinne. Der Reichstagsabgeor>n.?x Erkelenz betont«, dah dre Schaffung eines europäi'chen Zollverein» die Borverriw und Qhrfflanmg der öff ent lochen Meinung tn btHem Smne zur Vorau»Atzung haben mststte. Ent- sthüestmiqen zu bitter Frage find von dem Kon-

Oie Auflösung öer öfoMotrorbntttnoerfammlung in ttottowch.

hängen, läßt sich abfchneiden. Nagt seine furchtbare Rot und sammelt Almosen. AI» er an einem

KachtNiitag sich fünfmal da ne retten lassen, nahm ibn ein Polizist fest. Er hatte mehrere Reserve- st rl ck e in der Tasche.

Wie polen seine Mndecheilen nnterdd-Ä.

Eigene Drahtrnelbung de» ..Viehener Anzeigers-

Berlin. 1 Rov. Die Polen sorgen wirkllch dafür, dah alles «rm.eben wird, um Oberkchtesien politisch und wirtschaftlich zur Ruhe kommen zu lassen. Sie Härten feldst das stärkste Inters'« daran, den cwga Kamps zu beenden, weil die Rationalitäten dabei Ihr« Kräfte wrretben und der ökonomische Wiederaufbau veryindert wird, aber ihr Hast gegen alles, was deutsch helft:. ist offenbar grbster als dre Erwägungen der Ver­nunft. und so zerschlagen sie sich In ihrem dich» vor dem Bankerott stehenden Lande lieber alle Zukunftsaussichten. alS dah sie bi« zwangSwei'e au polnischen Staatsbürgern gewordenen Deut­schen zufrieden liehen. 3gren neuesten Streich haben sie sich jetzt in Kattvwitz geleitet, wo fit HalS über Kopf die Stadtverord­netenversammlung auflösen, nur weil dort eine starke deutsche Mehrheit ihnen im Dege stand. Sie haben sich mit den kommu­nalen Reuwahlen nicht beeilt baden länger als eS eigentlich denkbar war. mit Kommi'faren gearbeitet die natürlich rein politisch orientiert waren. Schlieft sich lieft es sich aber doch nicht umgehen, die Wahlen auSzu'chrr.ben. und trotz aller Schiebungen ergab sich in Äattotoin. wie auch bi einer Reihe anderer Städte, dah die Deutschen die Majorität der Stadtverord- netensihe gewannen. Bon diesem Vorteil haben die Deutschen keineswegs übertriebenen Gebrauch gemacht fit haben sich ei praktischer Mit­arbeit im polnischen Staat« bereit erklärt und lediglich dagegen gearbeitet dah sie weiter­hin alS Staatsbürger zweiter Klass« unter Ver­letzung aller Verträge behandelt würden. Des­wegen hat di« Stadtverordnetenversannnluna von Kattvwitz auch Protest dagegen erhoben, dah diel unteren Klassen in den städtischen'

M in der he: tss chu len geschlossen wür­den. Stete selbstverständliche Einstellung wurde von der polnischen Minderheit benutzt, um bte Arbeiten der Stabtverostmrienveriam.nlung zu sabotieren und so langt zu streike», bi» der Wojewvdt stch veranlaht sah. bie Stadtverord­netenversammlung auszulösen. Ratüriich nur. um sich e -en Ersatz zu schaffen, bei dem er auf irgendwelche deutschen Diderständ« nicht zu rechnen hat Das ist .hm denn auch gelungen, er hat eine provis orische Verwaltung emgefetzt. di« aus zehn Polen und fürr* Deut­schen besieht also gerade daS umgekehrte Verhältnis aus der -gewählten Vertretung. er hat zudem 'afür geforgt. daft von den maß­gebenden Deutschen, allerdings auch von der. maßgebenden Polen, niemand vertreten ist, und zum Vorsteher hat er einen Polen genommen, der kaum noch wt Kattowitz warm geworden ist, sv dah gegen dieses Uetermah von Diktatur selbst von polnischer Seite Ein.vendun- gen erhoben werden Dah die Deutschen sich eine derartige Vergewaltigung nicht gefallen lallen werten, ist selbstverständlich. Sie haben sich be­reits nach Eens gewandt und müssen diesen Kampf durchs echte», weil er nicht nur für den Sinzelsall Bedeutung hat Macht dieses Beispiel Schul«, dann werden binnen kurzem alle übrigen Versammlungen mit deutscher Mehrheit zum Teufel gejagt und bie Deutschen sind trotz des völkerrechtlich garantierten Mi nder Hells schütze» rechtlos Wir erwarten aber, daft bei den jetzt einkDenöen Handelsvertragsverhandlungen die deutsche Regierung auch dieses Kapitel an'dmeihet und zum mindesten verlangt- daft Polen sich ar den Wortlaut und an den Geist des nationalen Minderheitenrechses bindet.

Derwerhing der Revision im Loröprozest Bescher. Mortprv»«^ Bröcher kam das Reich», geeicht zue Verwertung der TUmFum des Angeklagten. Dr Brücher wurde, wie erinnerlich, im Juni in Köln eum Tod« txrurtnlt. weil er den Architekten Oder reuther im Elnver- ständnts mit der Frau des Architekten e rm o r- b 11 bat Die Kosten des Verfahrens wurden dem Beschwerdeführer auktkat Die Revisions- grünbe sowie auch di. materiellen Rügen hatten nach Ansicht des Gerichts nicht ausaereichk um daS Urteil brr Vo rin stanz aufiubeben.

Prinj Georg Wilhelm von Schsnaich-Larolakh f.

Per zweit, wohn ber Gemahlin Sm »rüber m Kaiser», Prinz Georg Wilhelm von Schön,ichi) ro- lath. rft rm Krankenhau» den Verletzungen erlegen, die er am Sonntag bei einem schweren Motor- rabunfall erlitten bottr Di« Mutter de» Benin- glückten, bat bie Nachricht In Berlin erhalten, ol» sie sich auf der Keile zu ihrem oerungtueften 5ohne befand

Schteckcusszene an einem Bdreufdf.y

Im Schönbrunner Tierpark bei Wien siteg ein 52 Jahve alter Handeksangestellter über bas ® 111 er des Bärenkäfigs, um dem 'onst zahmen Bären ein Stück Zucker zu reichen Der Bär bist aber nach ber Hank» des Mannes Ehe die Zuschauer das T er ver­scheuchen Sonnten, hatte e» ihm bereits drei Ringer zermalm t enb bie Sehnen der 'Beuge- nrubhilahrr zerrissen.

Schwerer Betrieb»«nfaO.

Auf dem Vitzthum-Schacht der Mansfeld A.-E. für Bergbau und ftüttendetrieb in Eilleben ,reig- nde sich durch ben rrplofloneartigen Ausbruch nicht attmoartr Vas, ein fchw.rer Betrieb»-

Der Gtreii um Öen Oawesplan.

Oie Debatte internationaler Jinanzkapa-itäten.

Eigener Drahtbericht de» ..Eiehener Anzeiger»".

B e r l i n, 2. Noo. Die Auseinandersetzungen, die im Auslande über die Vorzüge oder die Vachtelle des Dawesplanes, über dessen Zgkunstsmöglichkeiten oder Abänderungsbedurftigkcit ongefponnen worden gib, gehen fort. Jetzt äußert sich, und .zwar gleich in uchfonn, der ehemalige Finanzbeirat der amerika­nischen Friedensdeiegatlon. Georg« P. A u l d. Wie Sir Josiah Stomp stellt er sich auf den Standpunkt, daft di« K a u t e l e n de» Tawesabkommcns selbst vollkommen hinreichend feien, daft diese» also in keinem Falle einer Revision bediirse. Aber darüber hinausgehend behauptet er auch, daß das Trans­fer- (Ucbertragungs-) Problem niemals ernstlichen Schwierigkeiten begegnen könne, und dah die trans­ferierten Annuitäten aus den jährlichen Er- (parnlffen des deutschen Dolles über seinen Verbrauch hinaus zu bestreiten wären. Er verwech- feit also offenbar dos Zahlung»- mit dem Devisen- probfem; das letzter« hängt ausschlleftllch von der deutschen ftandels- und Zahlungsbilanz, nicht aber von der inneren Prosperität des deutschen Volke» ab. Politisch findet Auld «in sehr merkwürdiges Ergeb­nis, Indem «r darauf verweist, sämtlich« europäischen Völker feien tn bezug aus Ihre Auslandschusden in der gleiche« Sagt, und deshalb werde ber Welt­frieden gefährdet, wenn man Deutschland (durch etwaige Erleichterung de» Bamesplans) ehu Vor - zugsbehandlung gewähre

viefe Ausfi'chrungen Auld). die in chrem letzten Teil weit über die fachlichen Gedankengänge Stomp» hinausgehen, stohen aus den Drderspruch solcher an erkannten Autoritäten, wie I. R. Keynes und Professor Gustaf Cassel. Besonder» Casset, der von dem Transfer-Problem ausgeht, hat bereits vorher und eigen Kirf) von Anbeginn des Londoner Abkommen» an den 3ufa mmenbang zwischen der Handelspolitik, der ^abhmgsbikmt und damit der Iran»feraiffgobe scharf unterstrichen. Durch die geborgte Aktivierung ber deutschen Zahlungs­bilanz werde zwar bk Unmöglichkeit de» Transfer»

werter hinausgeschoben und oerjchleiert, aber gerade deshalb muffe die Unmöglichkeit ans reichen­der llebertragungen eines Tages um fa sicherer in Erscheinung treten. ..Die Polillker". so «chrribt Casiel,die ben Dawesplan durchführtc-u wünschen eincnStrom oonÄnpital ousveutsch- lanb heraus nach andern Ländern zu leiten. Aber die wirtschaftlichen Notwendigkeiten waren stärker und lenkten den Stapitolftrom i n e n t- gegengefeftter Richtung, nämlich aus dem Wuslanbe noch Deutschland. Wenn nicht nur bie Reparationszahlimgen. sondern auch btt Passivtalden ber Handelsbilanz mit Hilfe derartiger Aiirltmöanlerhen yetzeckt wurden, so uxir die» not­wendig, wenn Deutschland sich derart entwickeln soll, dah e» überhaupt |emal» in die Lage kommt, fehu 3tepa ration »oerpflid)tungen zu erfüllen. Man hat bisher aus ben (siefchebnissen noch nichts über die wirtschaftliche Möglichkeit der 3leparahon»ga6pjnqen fernen können, beim bk internationalen Kopitai- beroegungen brr letzten Jahre haben fo unerhörte Phnenfiontn angenommen, daß sie ben Dator-plan gänzlich m den Schatten gestellt hi den... Der Dawes plan fft unverdiente rwets, tn benug auf seine Vorsorge für ben Fall von Iran*. Schwierigkeiten «priesen worben. Denn bk Bor» sichtsmoßnohm«, ben Reichsmark-Transfer einzu- stellen soboid der Marktzurs im Aiiskanbe unter den unteren (Bolbpunft zu sinken droht. Ist oollkom men unzu reichentz "

Vielleicht geht auch Casiel zu weit, indem er den Kopitalzufluft als da» Primäre und nicht als Folge der Auslandanleihen ansieht, die sa volks wlrllchaftNch tn anderer Form als in der eines Warenzuflusses praktisch gor nicht herein kommen können. Aber sicher ist so viel, daß eine so primitive Kritik, die bieienige des amerikanischen Verteidiger» eine» Dowe?r.ine» ä tnuf prix da» schwierige Problem der nächsten Jahre nicht aus der Welt schafft.

orrft selbst nicht angenommen worden, jedoch ben Ausschüssen zum Studium bis zur nächsten Iahtesvrrsammlzmg in London überwiesen wor­den. Gestern abend fand zu Ehren der Dele­gieren ein Bankett statt, mrf dem Ea illaur die RotTvenbigkrit einer Annäherung der euro- pätfchen Völker und insbesondere einer Verstän­digung zwischen Frankreich und Deutschland im Untere Ke Ezrropas betonte.

Wann komm« das Lustami?

Eigen, Drahttneldung desGießener Anzeigers".

Berlin. 2. Rov. Das surchtdare Flugzeug­unglück bei Schleiy unb bie Verofsentlichung ber brutschen 'Vetsuchsanstall für Luftfahrt über die Ursachen und Gründe des Unglückes haben tn ber Oellentlichkett den Ruf nach Einrichtung emes Luftamtes laut werben lallen. Bei ber Schiff­fahrt e,istiert zur Untersuchung non Schi ss- unsällen bas Staatliche v e e a nx t. das sosort nach einem Unglück in Aktion tritt unb die Ursachen des Unglücks eingehend unieriucht. In diesem See amt fungiert ein Reichskommis­sar. der mit einem neutralen Gremium von Sachverständigen die Untersuchungen aus bas genaueste durchsühn und der Octknulicbtett ge­genüber Bericht erstattet. Sine solch« Einrich­tung besteht aber bei der deutschen Lustfahn iuxt> nicht und so ist denn In der t?efsenttichkett der Wunsch nach einer Einrichtung einer solchen Parallelinstitution für bie Luftfahrt uinner dring­licher geworden. Die Träger des Luftamtsge­dankens gehen von ber Voraussetzung aus. daft di« deutsche Versuchsanstalt kür Lust­fahrt, bie bis jetzt die Untersuchungen über llnglücksfälle uhr durchgesührt hat. keine rein staatllche Institution fei. mit ben Flugverkehregeselllchaften in enger ,^ulairanen- arbell steh« unb um destoitten feen völlig unbe­fangenes Gutachten abzugeben tn ber Lage sei Ite zuständigen Behörden, cns besondere da» Reichsoerkehrs Ministerium, haben sich bisher mit bett aufgetoorfenen Problem noch nicht brichästtgt. man darf aber erwarten daft II« hielt Fragen recht bald einer rinaebenbeit Untersuchung untergeben unb. wen-, sich Me Einrichtung eines Vul tarntrt ale notrrenblg er- wetten sollte, diese Bestrebungen soweit wie mög­lich fördern werden.

Aus aller Wett.

Die endgültige Zahl ber Opfer der .princlpeffa Mafalda".

Die Reederei des Dampfers .Princidessa Mtisalda" gibt die endgültige Zahl der Opfer der Sch^ffskatastrvphe bekannt. Danach sind 314 Personen ertrunken. Gerettet wurden 94b Perionen. unb zwar 50 Prozent der Fahr­est« ber 1. Klass«, 68 Prozent der 2. Klasse unb l5 Prozent ber 3. Klasse. Von der Besatzung deS unter«gangene i Sckvftes sind neun Olliziere unb 37 Matrosen ertrunken, «ff Offiziere unb 231 Matrosen gerettet. Die .Agenzia Stefani' meldet Alle deu genu ass agen fhmmlen bovin toere-.n daß die Haltung ber Oll zier« unb der Mannschaft des untergegangenen P imp'ers hel- b<nha t getoefen lei. Di« öralilianische Presse erkenn« bk schnelle und vollkommene Organ - lat'on des von den italienischen Behörden ge­leiteten Hif stoerkes für d.« Uebcrlebenben an Der Dampfer .Duco Dagli Abrupt to.rd die Ueberiebenben. deren Reiseziel Argxnt.nien toar an 3orf> nehmen Di« m Brafilten wohnenden 3U[:tner haben «ich bereit erflärt. bk Waisen unb Witwen m ihre Häuser auszunehmen.

Gras Selm» in ftriiopoll»

Vach einerReuienrriOung ist Gral Solms von Benber Abbes mit einem Flugzeug ber □irteriol QLttoat) In Heliopolis nordöstlich von. Beirut in Syrien ringe troffen

Tödlicher ^logzevgadfturz.

'^n a u flar4t< bet Kunstflügen mir einem offenen «mmotongen chportllugzeug der bewährte Junkersp,l« Dipll-Ing Karl P l a u t h töbitch ab Er hatte gerade aus 1000 Meter fcttx <m Looping nach norn ausge'ührt und wollte die TUafchtne bei 4<v Metern Höh« wieder in bie richtige ßay bringen. Der Apparat siürzte ober nach unten durch unb he aus ben Flug­platz der Iunkerstoerke zu Beben. Plauth war sofort tot. bat Flugzeug wurde zertrümmert

3m JlWxrbool sder den Stille« Ozean

Ein .imerifcmldXT Dampfer rntb«flr brt lap Ftuttern rin Berne» 5 ?<d-«r-r o» in hem sich imr o^enbor durch verhungern um» 8,Den ge kommen e Japaner betonten All, An- kichen beuten teeowf h,n. daft ba» Boot von Japan über den ganzen Stillen Open oetrkten ist.

Unfall Di, in dem Unglücksschacht d,fchästig»en Bergleute wurden mit dem Aufsichtsdeamten oo« den Gasen üderrafchll Den sofort eingesetzten Ret­tungsmannschaften gelang es In kurzer Zeit, bi« Verunglückten zu bergen. Während sechs Mann außer Lebensacsahr fmb. hatten bei Den übri­gen drei stundenlang am Rettuiigsort auege- führte Wiederbelebungsversuche ter fier Ue und Rettungsnmnnschaften leider kein,« Erfolg.

Benzlnexplosto».

In Tieto Rochelle iReutzork) führten mH Feuerwerk spielend« Kinder bk Srvlofton von vier Benzintanks mit je 40 OCO Gallonen Inhalt herbei. Es entftanb «hx umfangreicher Branb. besten Lebergreifen auf weitere Ben- zftivvrrüte nur mit größter Anstrengung von Den Feuerwehrru *> r Rachbarorre tert tourte.

Verurteilung eines Sttaftenräoter»

Das Große Schösteixgericht Glotz verurteilt« den früheren Reifenden Tteugeteiurr toegen wiederholten Straftenraubes zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Eyrverkufl Hcuge- bauer überfiel mtb beraubte In der Graf­schaft Glatz auf

Kurgäste, meistens Damen, denen er unter schnü­ren Drohungen dieWertlachen undHand- taschen abnahm Er toar tn ter Ginter Gegend als Bäderichreck besonnt. AI» er tm Wollsgrund etrwm toebriok» Äuroaft allen Brxllcmr^chnnick wnb 385 Mark bares Geld abge­nommen hatte, tourte er verhafte».

f>k Wetterlage.

o

rScttervpraitssage.

Durch do» weiter, Borbring« unb glrutwllfl 'ich oerstürken den nordwestlichen liefe weicht der hohe Luftdruck oftstch über cfanbmoDien tmö mehr 3«3d) Süd-Europa pirüd Tm Xanöftdrangen de» neuen Schkchtwettergediere» ho den berriti ta den heutigen Msrstunde-: non Sachen in norteoft- sicher Richtung über Gießen hannooer. Vilhestn»- booen «nb >' imb irg Rietestchtäge gebracht Unter ter weiteren Beemilulfung bei mststichen Tlels kommt n bei miiter Süd weit Luft nicht nur in Rordteurfchtend. sondern auch in Mittet- vnb Sud- deittfchtand jn weiter«« Ktedestchiägen.

Wet ervoraus'age Woftig. auch tdlenwak aufteitemb. mild« und zrinorile Regen, südWest­liche Winde

Wttterungsausfichten für Freitag Wechselnde Brivcllung mit stnchtoeifen Regensällen.

Lufttemperaturen am 1 Rovemder mittags 1» Arad (Triftu». abends 54 Grod Celsius, am 2 Roo: Sn» 7,4 Grad Eelstu» Erdtemperaturen hl nhmder Tiste am 1 Rovern der abend» 9^ Celsius am 2 Rovember: morgen» 7J Grad Celsius. Dlonmum 13^8 Grad Celsius, Minimum 3,1 Grad Celsius. Sovnenfchri»dauer 7 5tunten.