Ausgabe 
2.11.1927
 
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Rr. 257 Srft« Blatt

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Mittwoch, 2. Hontmber |92Z

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51, M enb 112. 3*t*rift ftr Vrrchtvach- ri*trn Sw^igtrfttfi

poltoerffMrte: fireefferlee Hlaii 11W.

Siegener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dnd R»d itriet MIHW Univ«psitsi»-V«ch. mb StetabradtTtl R. Lange tu äiefrtiL 5chnftteit»»g Mb AejchSftrKele: SdfttHhafc 7.

»m lejn^ee für Nr logesnieeer bis jue Sa4>eino^ Dort)*. Rfti» \W l »m HSHe t*t >Mf*Qtn ocm 27 mm "Brrdf eriltA 8, ewswarts 10 Rtftbspftnwig, |*r 9U- klamtuB ;.«9« Poe 70 mm Htritt ;i5 StNfcspfreetfl, V^tzoorsitznsi »' **. U^TtNÜttr«:

Dr ^mfrv flhlb. ßeng«. Ucrafitmortli* ftr Velinh Dr $t. will) Caner; fix '^♦uintfon Dr 1> ijyonot; für ben übrigen Idl Ernst Lliimfchrtn; ftr btn Rn- |tigert<d Muri ßiBmann, lAmtfidr in <Bie(trn.

Die Muffen in Gens.

Zcitwatinu an der Bbrift**<|Moafrrr*8

tilgen« DrahttneidunG Ns .(Bkfctner än^cigtrs*.

Berlin, X. Ree. IX« IXosfausx SUgierurg tfi ;<W auf etnr i» udabung des BökkerbuiiNs vom 12 Deymber Ititi |urü<fgcfominrn. dir tl b rüftungskonferenz zu beschicken Sie lehnte Damals ob, weil der mit der =xbroeij |d>rocbenbr o r d | f I Äonflitt noch nicht beigelegt war Gieichzeitig lieh sie noch diLkchblicken. bah sie sich von dieser ttonferen.) nicht viel verspreche Inzwischen >sl sie zwar mit ber Schweiz wieder ins Reine ge­kommen, betör aber in eine .zunehmende Isolie­rung durch bas übrige (Europa hincmgcraten, die sie bewogen Hal, sich nach einer Gelegenheit urnzu- sehen, um mit Nm Westen wieder engere ü b I u n g auf nehmen zu tonnen. Dazu scheint ihr die Abrüftungskonserenz günstig zu sein, auf Nr man sich nun zu betätigen gedenkt In die ziemlich 'eftgesahrrnen Genfer Debatten wird also roieNr etwas Leben kommen, ohne dost beswegen Krunb zu Nr Annahnie oorliegt, man werde endlich frucht- 6 ringen be Arbeit leisten. Wie unsympathisch ober das Austauchen ber Rusten gewissen st reisen ist, geht aus einigen sranzSsischen Pressestimmen hervor, die. ohne zu rot Ken welche Taktik ble Russen einschlagen werden und ob sie sich nicht als ähn­liche Abrustungsseinbe, rote die .iranzosen, entoup- pen. sctron letzt von einer bevorstehenden russisch- deutschen Zusammenarbeit pdantafleren. oo schreibt derlemps*: Für die Sache Nr ?ld- rtHhing sei es von großer BeNutung. das, Sowjet riifzland an den Arbeiten ber Abrüstungskonferenz teilnehme, da keine Nbeulcnbe Verringerung ber europäischen Rüstungen staktsinden könne, solange die tooroiehinion unbeschrankt rüste. Ein Irrtum lei es ledoch au glauben. basi die Teilnahme ber Rusten die Arbeiten ber Abnistungskvnrerenz fr- leislern wurde. Alles Nute daraus hin, bah die SowjetN legiert en um b*e Dinge zu komplizieren, bas Spiel Deutschlands spielen roürNn, bas Ne allgemeine Abrüstung imter Nn gleichen Bc- Mngungni verlange, unter denen die (»ntroaifnung DeutschlanN erfolgt sei. Daraus könne man darauf schstesten. ro i e eng verbunden die Berliner Reaktionäre und die Moskauer Revolutionäre in Wirklichkeit seien Den Franzosen wirb man hierzu zu sagen haben, bah wir in Qenf Ni Nn lebten Be ratungen auch mit anberen Staaten zusammen- gegangen sind, wenn wir das im Interesse Nr Ad- rüftung stir ratsam hielten. Da unser Programm ubrlgtnt längst bekannt ist und Ieinerlei Aenbrr.ing mehr erfährt brauchen die Franzosen ihre Angst nicht noch belonbers zu steigern Wir werden nach wie vor eine umfangreiche Abrüstung forbern, gleich- gültig, ob die Rusten in Kens erscheinen ober nicht

Gespannte Lage in Rumänien.

Tic Politik der nationalen Panernpartei.

Bukarest. LAvv £11 ) Die Ableh- n u n g des Ai.gebot- der Regierung auf Bildung einer 5T oalition« reflit r unfl durch die na­tionale Bauernpartei hat in Asgicrungskreisen große Erregung hervorgerufen. Auster demBer­ti o t des für den 20. Ac-vember nach KarlSburg elntierufcnen Parteitages der natio­nalen Bauernpartei sollen weitere scharfe IHahnabmen gegen die Bauernpartei geplant fein. Sv wollen gut informierte Äreie wissen, dost die Regierung auf Grund des letzten 6 a r o I - Inter­views wonach dieser oon verschiedenen Mitglie­dern der nationalen Bauernpartei gebeten wor­den fei, feine Tbronanfprüche toichtr gel­lend zu machen, gegen diese Persönlichkeiten Vor­gehen werde In d eiern Zusammenhang wird die BerHaftung des Generalsekretärs der Panei M a d i r u. für möglich g-chalten. Auch die Ac- Sierungspre'fe führ: eine scharfe Sprache gegen ie nationale Bauernpartei. .Diitorul' weist daraus hin. daß die Legierung Blahnahmen zum Schutze der Nstehenden tonftitutionellen Ord­nung treffen werde. .S Independance 2tou- maine" fordert die nationale Bauernpartei auf. eine kategorische (XrBärunfl atizugeden. ob sie für ober gegen Ne bestehende Ordnung fei. Andererseits fordert .Adeverul' sowohl die Re­gierung wie auch die nationale Bauernpartei .ngridchts der gcgaunärtiflen Situation auf. sich zu einigen. Das Matt will wissen, dah Bra- : i a n u auch weiter >c B e r und im Zotte einer vvebehatttosen An e r f en - nuna der Thronregelung durch biz na­tionale Bauernpartei bereit fei. auf dos Mini- fterpvasidium zugunsten einer neutralen Persön­lichkeit zu verzichten, damit auf diese Weile eine Koalitionsregierung gebildet werden könne. Wie der 5tc*rre,txxibeni ber Telunion erfährt, entspricht diese Meldung des .Adeverul' jedoch nicht den Tatsachen. Bon der Leitung ber natio­nalen Dauernpaner wird dem Äoar,t>cri£>entcn der Lettin ion mrtgeteilt, dah eine 3erfränbigung mit Dratcanu ausgeschlossen let

Dem .New York-Harald" wird aus Belgrad gemeldet, dah in der Umorbung von A I b a Julia, wo ber Kongreß der rumänischen Bauernparte-, ftattsindet. bedeutende Truppen- mengen zusammengezogen worden feien und dah die Führer ber Bauernpartei ihrerseits, ihre Anhänger in Stärke von etwa 100 000 Mann mobilisiert hätten, für den Fall, txri' die Regierunastruppen die Abhaltung des Kongresses zu verhindern tuchenofiten.

Oie Vorgeschichte desPanthersprungs".

Zur italienischen Klottendemonstration vor Tanger.

Don unterem Hi.-ÄDrrelpOiJ>emen Tladbbrud verboten, j

Rom. LI. Oktober 11-27

Der Herzog von U b i u e. als Romnum- da»! eines italienischen Geschwaders, besucht aus der Rückfahrt von Lissabon die italienische Ko­lonie in Tanger, und eröffne: eine italienische Schule, ein italienisches Hospital in Tanger am

en Jahrestag de» Marsches ber gafoltal aus Rom Darüber grostc Erregung n Paris der Panthersprung Mussolinis, eine Parallele mit der Demonstratirn Kaiser Wilhelms am Hofe deS louDcräncn Sultans von Marokko.

ötn offenUchttiches ttebergehen deS Besuches von seilen des französischen Vertreters in Tanger- ein vorsichtiges Ausweichen deS Herzogs vor jeder Berührung mit dem Hose ber ScherstS. In London zunächst fatblole Berichte In der itallenilchen Presse kurze Meldung de- Besuches ohne jeden pvlitifchen Äommcnlar.

Dann kommen die sranzösischen Stimmen, die die Tangersrage In ihrer historischen LnUoicLung und jetzigen ..endgültigen Festlegung" aufrollen, denen dieTimes" (!) mit einem lek gramm ihres HorrefponNnten in Tanger l. dem bei 11 u 11 c .i 11t Standpunkt hierzu Ausdruck finbU: mit Nm Zusatz, er sei zu dieser Lerosfeni lichung autorisiert Bon mein? Doch wohl nur von italienischer seile. Aber die Wie bergabe in derTimes", und zwar gerade in diesem Zusammenhänge, gibt Nm Tele­gramm einen auch englisch-offi­ziösen Charakter Ist bas alles nur JufaU?

Betrachten wir zunächst die Gegensätze Ns französischen und des italienischen clanbpunttre. In Nm französisch itaticn. schen Abkommen vom 28. Oktober 1912, das die Unterschrift PoincarSs und Ns damaligen italienischen Botschafters in Paris, des jetzigen Senatspräsidenten T i 11 o n i, trägt, erklärte Italien fein

It-ölnierelfernem an Marokko. Frankreich sein Trsiiucrestement an Tripolis. Hierdurch wurden die bettxn geheimen Abkommen von 1900 und 1902 ratifiziert. Diese beiden Abkommen, di« auf Betreiben des Botschafters ix Rom. Bar- r fc re. zustande kamen bildete di« Ärbmmg der stillen und zähen Arbeit dieses Mannes, Italien wieder Frankreich zu nähern. 3n beiden Abkommen werden generell die Inter­essen Italiens im Wittelmcer aner­kannt' eine Forderung übrigen», die im Drei­bund. nach ltaliemscher 2hiffaffuna. mchl genü­gend berüstsichligt gewesen fein soll, insofern sind diese beiden Geheimverträge die erste Bresche, die die französische Politik 5X4- castL Barrere Poincar» in die Mauer deS Dreibunde- tchlug. Fast gleichzeitig fchlost Frankreich mit dem an Marokko sehr inter­essierten Spanien die Konventwn. Ne Ne

5>idc enallsch-i tal »emlche 3xdaminenarbc d hat auch schon .rrüchr« getrogen Das «nglstch-llalie- nisch-abestini'che Apkvmmen. Ne Grenzregulse- nmg gtoen Iubaland. die ruh.ge Haltung Lon­dons während des frantzösilch-ferln'chen fturm» gegen den Vertrag ixm Tirana Auch dieser BeSrag ist eitjcnlllo an Mittelmeerpakr, well ja durch ihn die Adria als Teil des MitteimeereS von südttaptichsn «Sinftuh befreit wurde.

Dirk» sich Nefe eirgttsch-n dienstche Berstän- biguna mm auch in dar Tamn'rirage bewähren? Das Ist die Frage, die heute besonders inten- «stiert Fngillrnd. baS sich noch 1923 dem franko- fifdxm Widerstand gegen eine Iulastung aut T anger-Konserenz angeschloffen hatte, erklärt heute, mu« sötte zunächst eine Verständi­gung Frankreichs und Spaniens ab» warten. Man hätte dann eine bessere Dcr- hanblungSbasis für eine eocnruellc Revis ion des Tangterstatut» Sollte eine direkte Verstän­digung nicht erreicht werden formen, so müste diese Frage auf eiiser ÄonferenA aller inter­essierten Mächte zu lösen versucht werden. Diese

Fassung ist <tiw goldene Brüäe Londons für die Sinladung an Italien als .btteeeBierter Wacht.

Den ersten fran^östsch-spanischen verhanblunoen, die sich in Paris fast ein Jahr lang ergebnislos pin- gezogcn haben, sollen jetzt neue folgen. Es ist kaum damit zu rechnen, bah sie biesmal ein positiveres Ergebnis Haden werden. Es ist vielmehr anzu­nehmen, bah sic noch einiger ^eit eingestellt werben. Spanien bürste bann die englische Internen, t i o n anrufen, so bah schlichlich London und Madrid In Pari^ bahi» vorstellig werNn, auch Rom hinzuzuziehen Wahrscheinlich sind olle diese Dinge auch Gegenstand der jüngsten Unterhaltungen CEbamberlains mit Primo de Rivera gewesen. Mit dem Besuch Ns Herzogs von Udine und seines Geschwaders in Tanger hat Italien seine Disi- tenkarteabgegeben.ausder deutlich zu lesen

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steht I ch war da und wsrde wiederkom- men' Man wird bas in Parts verstanden haben ...

Eine Erklärung Tittonis.

Tif italitnischc Äirchtoaussassnnq in brr Tangersraiir

Rom, 1.9100. (Wolfs.) Senat Präsident r.i . i, Nr in Neapel werlte. Hal Nr SIgenzia clrkm." . im- v erinnert, dah er als Boischaster in Paris 191« dort nut Brland «in flbfixnmen über Marokko unterzeich- nete. bas. wi, er nachwestt, nichts mit langer zu tun Nillr Er rokNrholtf feine Erklärungen ihjs NmCxibrc 1923 üNr diese I rage und suhrle aus: Die .Ansprüche Frankreichs aus Ian-

anerkannt worden Tanger gehörte nicht zu Nr franzöntchen 3onr Ns cd>erifrn Reiche, dis den Gegenstand Ns erwähntei, Abkommen» tiilöcle. lüloni erinnert auch an denJtotennu tlrd uvi'chen ihm und Brianb übtr diese AngclegenNit. D,e fran­zösische Regierung haN erklärt: Trotz Nv RriM'ui- stanN» hat sich gegenwärtig an dem Recht»zusta id. wie rr sich aus dem Beitritt Italiens zu dem N fronzSssichen Abkommen vom -t. Noo. 1911 ergibt, nichts geändert, und damit Tanger aus der Marokkozone ausgeschlossen.

Spaniens Politik.

Ein Bündnis mit Italien wird erörtert.

Madrid, 1. Aov. (XII ) Im dulanuncnbaiuj mi. der italienischen XangerNmonftration hat in der spanischen Presse chic lebhafte PreHedlskustion über «in Bündnis zwischen Aon, und Madrid eingesetzt Die Diskussion wurst von dem klerikalen Bllut _W Debate" euigeieitvt machte betonte und ein Zusammengehen zwi­schen Spanien und Italien Voraussagen zu können i laude. Demgegenüber erklärt der liberale _Sl 6oT , dah eine solche Allianz Spanien in enteil Konflikt hineinreif um kömste. DeraN Nr Be­such der italienischen Schiti« hi Tanger, den man m<: dem .Panther-Sprung nach Aga st u ver­glichen hab«, zeige, dah die Solidarität am Mittelmeer nicht fo Intensiv fei, um Spanien anraten zu tonnen, fein Defchlck an Italien fest- zu knüpf en. da mindestens Tanger ein Ort sei, wo die Intereisen Spanten» und Italiens ent­gegengesetzt feien.

Jfaüenreife des Königs Alfons

Barcelona, 1. Aov. (TOB.) Äönlg 2l- fonS hat sich heute in Begleitung Ns Herzogs von Miranda und eines Adjutanten an Bord eines .Kreuzers nach Acapel begeben, wo vT an der Hoch-zut-seier des Herzogs von Apu­lien und der Prin^ctiin Anna r>on Bourbon teil« ix-hmen wird. Die Königin ist in Begleitung ihrer Xochter und Ns spanischen Botschafter­in Pari- nach Pari- und London abgercifl

fpamtche Zone in Marokko abgrenzte. und einige andere Fragen zwischen beiden interessierten Staaten regelte.

Tanger selbst wurde bei den Verhand­lungen zwilchen Frankreich und Spanien und Frankreich unb Italien nicht erwähnt, von einer Internativn.ilisierung XangcrS war damals noch ntzcht Ne AeN. ®rft als titele Frage aktuell wurde, erklärte Italien, an etwa.gen Verhand­lungen teilnehmen zu wollen, da es als Miktelmeermacht an jeder Neuregelung in Ma­rokko mteresfiert let. Frankreich setzte aber der rtallenilchen yorNning ein glatte- Aein ent­gegen und begrün bete die- mit dem erwähnten De-mtereticmen: ItallenS tm Abkommen von tntereflement bezöge sich nur aus den damaligen «titus quo Eine solche AenNrung läge jedoch bei einer In ferne t tre. a h frerung Xanger# vor Aber trotz einer en sprechenden Demarche in Paris unb in London, wurde Italien von Nn Verhandlungen Frankreich- Spaniens und Eng­lands ausge'chloffen und trat daher auch dem Xangerftatu: von 1923 nicht bei. In der Folgezeit lieft es jedoch keine Gelegenheit vor­übergehen. ohne fern« Ansprüche zu betonen. E-S tat dies auch während NS letzten NWrieqet. als Spanien braut und dran war. tich. Nr ewigen verlustreichen Kämpfe müN. vvm Krieg-schau- platz zurüctzuzvchen.

Seitdem haben sich die Kulissen auf der Bühne der grAm Politik wesentlich verfcho- den. Inreressengemeinf'chP: SpaniettS und Italiens bn Muselmeer ist -uich vtiiziett aus-ge- fprvchen lvorden: die frainö -; <o-1: a 11 en v cy. Geqeitiätz«. deren Hauptzentren üt Tunis liegt, haben sich jedoch bebtoölid) oeridiärft. Beweis dafür - die in letzter Zeit auSgefährtsn starken Befestigungen a i der tunefifdien Grenze liegen den .unruhigen" Nachbar, und 3ufanunen^ebung starker Äonnngente schwarzer Truppen auf Kor­sika. Bor allem ist aber eine Verständigung Mussolinis mit Ehamberlain in ßü vvmo erfolgt. Das noch 1924, zur Zeit der Ver­handlungen über das TangerstariQ, im eng­lischen Kabinett herrschende Mißtrauen gegen Italien als Parteigänger der französischen Poli­

tik aus dem Konrinent ist geschwunden, unb Eng­land zeigt für Ne Gepan^rmspo cr*i ItakionS weitgeyendsteS VerstänNi'.s

Der künftige deutsche MWer in Washington.

Botschaftsrat von prittwih und Gaffron vermutlicher Nachfolger MalhanS.

Eigene Drahtmeldung desGiehener Bnzeigers".

B r r 11 n , 2. 7loo. Die Beratungen um die Nach­folge bes Botschaitcrs TNalhan in IDf.lSinqfon stehen für3 vor dem Abichluh IDic mir bereits gestern abend mdNn konnten, dürste baNi Botschastsrat von VrlItwih unbaffron derjenige sein, der nunmehr endgültig zum Tlachsolger Ns seinerzeit auf fo traqifche weise verunglückten Nutschen Bot­schafters In Washington, Frei Herrn v. Maltzan, er­nannt werden wird. Beichsmlnttter Dr. 5 t re fe­rn an n Hl qcHern benb gemeinsam mit dem Dr. v. pritlroih in Berlin rlngetroilen. wle wir oon unterrichteter parlamentarischer Seile ersahren, kann es bis ;ur Ernennung lei BcHchaftsrals zum Botschafter in Washington noch einige läge dauern Die Verhandlungen mit Herrn o. VriMvitz selbst bütflen jedoch im wesentlichen bereits abgeschlossen sein, so bah nur noäi bas '1 q r c n ; n t a b ge­rn a r t e I zu wer Nu braucht. 2Ril dem Bftanntroer- öen Nr stanNdatur Ns Freiherru o. Vnttwih für Washington Ist auch die Nachricht in der Dresse aaf- gdaudH dah Nr Gesandte in Belgrad, Dr. Ols- Hausen, von feinem Dosten scheiden dürfte, wie wir hören, ist Nefe Tlachrichl unzutreffend, tierrn kX»Hausens Stellung In Belgrad ist unerstbutleri. Anders Hegen die Dinge bei dem Nutichen (Brianbien im Haag, bes Frhm. Cucius o. S f o e b te n , besten Gefunbhe'trzustanb derart ist. bah er kaum nach Ab­laut feines Urlaubs feinen Posten in Haag beiN- haltcn dürfte. 6s ist also nötig, auch für den Haag einen neuen wann zu finden.

Der aflo nun zum Aachrolger des Fretherrn vo t Maltzan als Botschafter Ns Deutschen Rei­ches in Dafh-ngtoi cutserkoren.' bisherige Bvt- fchaftSrat der '.eukschen Botichati in Rom. Dr. jur. Friedrich Düheim vo ' Prttt witz und Daffron, würde bcotit eine ganz außergewöhnliche Karr cre machen. Wil­helm von Prittwitz ist nämlich erst 41 Jahre alt, wäre atio der jüngste um er der. deut­schen Bot'chasreoi. Er wuLde am 1. September 1885 in Stuttgart gefroren und stammt aus einer

Fomil'e, Ne in Schlesien beheimatet und stark auSgebreitn '.ft Üst>n mütterlicher Seite sließt aber nicht schiestsche« sondern süddeutsches Blut in seinen Adern, da seine Mutter Würiterrt- bergenn ist. Frau von Prittwitz und spafsrvn ist feit Nm Jahre 1890. in dem ihr Gemahl als preuhischer Oberft a. D. in Stuttgart starb, ver­witwet und hat den kleinen Ort Tuhingen bet München zum Wohnsitz geto^U; fie ist e ne geborene Freiiu Schott von Schottenstein unb eine Gnlelin des würtl em bergische Mi­nisters Frethc-rm von Barnbüller, der erst zu den erbitterten Gegnern und später zu den Anhängern B.Smarcks gehörte. So stammt der deutsche Bo.'chaflSral am Quirinef au- einer einflußreichen, m Bord- und Suddei t'chland ver- wur»eiten Familie, deren Xrad onen e- ent­sprach daß sich der junge Wilhelm von Pr.tt- witz schon früh für die diplomatische Karriere entfch.ed

Sanz außerordentliches Aufsehen - - e£ in diplomatischen ÄreJen, dah bie<fr auS chts- reichste KanNkai für den Botschafter. ..n m Washington bisher noch nicht einmal Gesandter getoefen ist unb allo eine wichtige Stoppe in seiner Beamten lauf bahn überspringt. Da- ist bisher nur bei wenige" Ausienfe lern der Fall getoefen; unter Beruf-diplomaten kam em ähnlicher Sprung auch bei dem Grafen Johann B e r n st o r s f vor. Nr augenblicklich deuckcher Delegierter beim Bölkerbund m ®enf, bis zum Krieg« Botichoster m den Bereinigten Staaten toor. Wenn Graf Bernstorsf auch nie­mals Ge'andter getoefen ist. fo war er doch immerhin vor feiner Ernennung zum Botschafter deutscher Generalfvnsul m Aegypten, unb dieser Poster entsprich! etwa dem e;ned Gesandten. Man muh aber bedenlen, dah vor dem Krieg der ameriian.'che Borichastervosten noch nicht fo wichtig war wie heute, da Ne Bereinigten Staa­ten ;m letzten Jahrzehnt an die Spitze der Welt­mächte gerückt fand Wilhelm von Priftwitz be­gann ferne ungewöhnliche Laufbahn vor dem Krieg als Attache unb Sekretär tm Berliner