Turnen, Sport und Spiel.
OerKroschmit-erMaske
Vornan von Edgar Wallace.
55 i^orticHung JtaMrutf verboten
Der Minister mar humpelnd In einem der Dorsale verschwunden, kam aber fast gleich darauf zurück und winkte mit dem Finger.
Dick folgte ihm, an weißhaarigen, scharlachroten und goldenen Dienern vorbei, bis sie an eine Tür kamen, vor der ein Lakai wartete.
Aus ein geflüstertes Wort klopfte der Lakai, und eine Stimm« bat, einzutretcn.
Der Diener öffnete vor ihnen die Tür.
Don dem Tische, an dem er gesessen batte, erhob sich ein Mann, der die scharlachrote Uniform eines Generals trug. Quer über feine Brust schlang sich das blaue Band des Hosenbandordens. Aus seinen Augen blickte soviel Güte und Menschlichkeit, wie Dick sie hier kaum zu finden erwartet hatte.
..Wollen Sie Platz nehmen? Bitte erzähle« Sie mir seht den Fall so schnell Sie es vermögen, beim ich habe noch eine andere Verabredung, und Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige", lächelte er.
Er hörte aufmerksam zu und unterbrach (Dorbon hier und da mit einer kurzen Frage. Als Dick zu Ende war, nahm er die Feder und schrieb mit kühner, mannhafter Schrift ein Wort, löschte es ab und händigte das Dokument dem Staatssekretär ein.
-Hier ist Ihr Aufschub. Ich freue mich darüber", sagte er.
Dick, der sich über die ausgestreckte Hand beugte, hatte das Gefühl eines ungeheuren Triumphes und vergaß für einen Augenblick die schreckliche Gefahr, in der Ray geschwebt hatte.
Als er in das Ministerium des Innern zurück- kehrte, verabschiedete er sich mit einem sehr ernsten Ausdruck der Dankbarkeit von dem cholerischen aber gütigen Minister, flog die Stufen zu seinem eigenen Bureau hinauf und riß das Hörrohr an die Wange.
„Verbinden Sie mich mit Gloucester 8585 Amt", sagte er und wartete aus das Fernsignal. Es kam noch wenigen Minuten.
„Tut mir leid, keine Verbindung mit Gloucester, die Linie ist gestört. Die Drähte abgeschnitten."
Dick stellte' langsam das Telephon nieder, llnd in diesem Augenblick erst entsann er sich dessen, daß der Frosch'noch lebte, — wachsam, — mächtig, — rachsüchtig, wie immer.
Dr. Ztreseniann über den Sport.
Man wird sich erinnern, daß im Herbst vorigen Jahres Außenminister Dr. Str ese - mann auf dem Kölner Parteitag der Deutschen Volkspartel eine Rede hielt, die sich u. a. auch mit dem Sport beschäftigte Seine Worte sind von all den Kreisen, die aus ihrer Gegnerschaft gegen den „(Seift des BicepS" kein Hehl machen, mit großer Freude ausgenommen worden, sie waren ihnen willkommene- Material im Kampf gegen den Sport. Die Sportler waren ihrerseits natürlich nicht einverstanden, fegten sich zur Wehr. Man konnte es einfach nicht verstehen, daß ein so weitblickender Mann wie Dr. Stresemann sich in einer so abfälligen Weise über den Sport im allgemeinen geäußert haben sollte.
Der Reichsaußenminister hat nun die 'Bitte deS Deutschen Reichsausfchusscs für Leibesübungen, ihm für feinen Zeitungsdienst einen Reujahrsbeitrag zu liefern, als willkommene Gelegenheit benutzt, darauf hinzuw-isen, daß feine Worte mißverstanden worden feien, und zum Ausdruck zu bringen, tote er tatsächlich über den Sport und feinen Wert denke. Dr. Strefe- mann schreibt in seinem Antwortbries an Exz. Dr. L e w a l d, den Vorsitzenden des D. R. Ä., folgendes:
„Ich glaube, daß jeder, der die letzte Entwicklung der sportlichen Verhältnisse bei uns verfolgt hat, daraus klar ersehen wird, wie weit ich mit der sportlichen Bewegung mitgehe und wo meine Kritik einsetzt. Ich halte Ihre Bestrebun- gen speziell im Reichsausschuß für Leibesübungen für außerordentlich verdienstvoll, und Sie werden be mir, an welcher Stelle ich auch immer stehe, stets die tatkräftigste Unterstützung sin- den .... Alles, was dazü beitragt, uns von der Erziehung zu befreien, unter der ich selbst als junger Mensch gelitten habe und dir an Stelle von Wanderungen, Sport und Liebe zur Vatur die reine Stubenetziehung fetzt, alles, was ich dazu tun kann, um uns von dieser Cinseitig- keii und Engherzigkeit zu befreien, werde ich jederzeit tun. Ich glaube deshalb mit gutem Gewissen sagen zu können, daß ich nicht nut rin Freund jodet sportlichen Betätigung, sondern auch einer Betätigung in sportlichen Vereinen bin und daß ich dem deutschen Sport für die Vorbereitungen der nächsten Olympiade von Herzen ' guten Erfolg wünsche.
Wogegen ich mich aber wende und wo meine Kritik anfängt, ist die Art und Weise, wie alles, was zum Sport gehört, jetzt in die Orsjent- lichkeit gezerrt wird, daß weiter an Stelle eines körperlichen Trainings, das den Körper während des ganzen Lebens gesund erhält, die Hervorhebung der einzelnen Rekordleistungen tritt, und wie dadurch schließlich die Selbstverständlichleit des Sportes, ich möchte sagen, die Natürlichkeit der sportlichen Bewegung immer mehr dadurch AUtüdgeörängt wird, daß alles Geschehene in das Rampenlickt der Oessentlichkeit kommt und der Ucbergang geschaffen wird von der sportlichen Ausbildung neben dem Berufsleben zu jenem Berufssportshstem, dem ich seht wenig Geschmack abgewinnen kann, und letzten Endes zu jener in der Öffentlichkeit bemerkbaren Lieberschätzung jeder Einzellei st ung, die zu einem Zurückdrängen des Geistigen in der öffentlichen Bewertung führt, das nicht im Sinne einer gesunden Sportentwicklung liegen kann.
Ich glaube, daß ich es mir versagen kann, für diese einzelnen Darlegungen viele Beweise bringen zu müssen. Ich bitte Sie, eine Montags-- 'zeitung aufzuschlagen und einmal zu sehen, wie seitenlang über jede Veranstaltung berich.et wird, 1 die für einen hochstehenden geistigen Vortrag r wahrscheinlich nicht dcn kleinsten Teil ihres Blattes zur Verfügung stellen würde. Ich bitte weiter, Hinweisen zu dürfen auf das, was von der Deutschen Turnerschast in Jahren und Jahrzehnten im stillen ohne großes Tamtam an Erziehungsarbeit im deutschen Volke geleistet worben ist. Auch sie trat mit Recht in ihren Turner- festen vor das ganze deutsche Volk, auch sie hatte ihre Kernriege, die sie auch in fremde Länder sandte, aber das alles ging natürlich und selbstverständlich vor sich, und es wurde nicht jeoe Veranstaltung zu einem Ereignis gestempelt. Die
besten Leistungen wurden unbewußt dargeboten und nicht mit dem Bewußtsein, vor der Kritik des Sportredakteuers richtig zu bestehen. Was die Rekordleistungen anbelangt, so verstehe ich ihre Bedeutung im Sport, aber ich möchte die Frage aufwersen. ob nicht das Drängen nach dem Rekord an sich dazu führt, bah der einzeln« Mensch sich überanstrengt, um während der Jugendzeit einmal einen Rekord zu erzielen, und dann vielleicht für die weitere Entwicklung seines Lebens nicht mehr auf der Hohe bleibt.
Meine stärkste Abneigung aber geht dagegen, in welcher Weise beispielsweise einzelne professionale Boxer und Radfahrer gewisser- maßen zu Rationalhelden gestempelt werden. Ich betrachte Veranstaltungen, wie sie das Sechs- tage-Rennen sind, als etwas, was mit Sport sehr wenig zu tun hat. Ich vermag nicht zu verstehen, warum auf der ersten Seite ernster Zeitungen Entscheidungen über den Boxkamps stehen, und warum diese Dinge in einer Weise behandelt werden, als wenn es sich um große nationale Angelegenheiten handelte.
In meinem Gymnasium stand über der Turnhalle das Wort „Mens suna in corpore saho“. Das ist das Ziel, dem, wie ich glaube, auch der Reichsausschuß für Leibesübungen zustrebt. Je mehr die sportliche Bewegung sich selber gegen die Auswüchse wendet, die ich bekämpfe, um so mehr wird sie die Zahl derer vermehren, die den durchaus gesunden Kem der deutschen Svvrt- entwicklung begrüßen und fördern."
V. f. B.
V. f. B.—Hanau 94 7:4.
V. s. B. Ligafejerve—Dillenburg Ligaresetve 5:2.
V. f. B. Dritte—Friedberg Pol.-Spv. 2:1.
(=) Die A. f. B.-Mannschaft hat durch diesen Sieg die Schar-e vom Aorsonntag wieder aus« geroetzt. Sie hüt das im vorigen Bericht Gesagte durch ihr glanzendes Spiel als richtig bestätigt. Daß V. f. 25. mit diesem hohen Resultat siegen tonnte, verdankt es mit in erster Linie seinem ge° rrteinfamen Siegeswillen. Hanaus Tempo ließen die Platzmannschaft vorerst nicht zur Besinnung kommen' deren Verteidigung sich nur mit Mühe der ungestümen Angriffe erwehren konnte. Bald erwiderte sie jedoch mit forschen Gegenangfissen, von denen einer überraschend schnell zum Erfolg führte. 1:0 für B. f. B. Hanau erzielte darauf in kurzer Zeit Ausgleichs- und Führungstreffer. 2:1 für Hanau. 23. f. B. nahm nunmehr die Führung an sich und stellte bis zur Halbzeit das Resultat 4:3 für V. s. B. Auch nach Wiederbeginn zeigten sich die Einheimischen weiter leicht überlegen. Ein Durchbruch schloß mit rasantem Torschuß ab. 5:3. Bei einem Gegenangriff der 94er hals Singel mit den Händen etwas, um den bereits im Strafraum befindlichen Kontrahenten vom Ball abzudrängen. El Meter und 5:4 war der Erfolg, aber auch der letzte ür Hanau. Dann wurde das Schluhresultat auf 7:4 ür V. f. B. erhöht. Die Gesamtleistung der Mann chaft war desmal recht gut.
Spielvereinigung 1900 Bietzen.
ö. Das Ringen um die Lahnkreismeisterschaft ist jetzt in das höchste Stadium eingetreten. Durch den überzeugenden 6:2-Sieg in Dillenburg und die gleichzeitige Riederlage des Tabellenersten ,Germania"-Marburg in Wetzlar, ist 19C0- Gießen mit an die Spitze gerückt.
Das Spiel in Dillenburg entwickelte sich von Airbeginn an recht spannend. Die Gießener Mannschaft fand sich zunächst auf dem kleinen Platz nicht so zurecht. Dillenburg übernahm die Führung durch Verwandeln eines Elfmeterballes, den der rechte Lauser in höchster Rot durch regelwidriges Angehen verursachte. Erst kurz vor Seitenwechsel kam Leben in die Gäste. Zunächst verhinderte eine klare Fehlentscheidung des sonst gut amtierenden Schiedsrichters den verdienten Ausgleich, doch dann verwandelte Gießens rechter Verteidiger einen Händeelfmeter und stellte dadurch die Partie remis. Kurz darauf stand das Spiel 2:1 fut 1900, und damit ging es zur Pause. Vom Wieber- anstoß weg, setzte Dillenburg den Gästen mächtig zu. Die Platzbesiher erzielten aus einem Eckball den Ausgleich. Die Blauweißen schickten nun durch weite Schläge fortgesetzt den eigenen Sturm zum
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XXXV.
Durch!
Als Elk in das Zimmer des Staatsanwaltes trat, faß Dick am Tisch und füllte ein Telegrammformular »ach dem andern aus. Sie alle waren an den Direktor des Gloucester Gefängnisses adressiert und enthielten die kurze Mitteilung, daß ein Urteilsaus- schub für Jim Carter auf dem Wege fei. Jedes Telegramm war nach einer anderen Route aufzugeben.
„Was heißt das?" fragte Elk.
„Das Telephon Nach Gloucester ist gestört", sagte Dick. Und Elk biß (ich nachdenklich auf die Lippen. „Rihm", sagte er gedehnt. „Run also, wenn das Telephon gestört ist, bann wird vielleicht auch —"
„Daran möchte ich noch nicht glauben!" schnitt Dick ab.
Elk Nahm den Apparat zur Hand. „Verbinden Sie mich mit dem Zentraltelegraphenamt", sagte er. ..Ich möchte den Ches sprechen, Fräulein. Ja, hier Inspektor Elt. C. P. D."
Rach einer Pause meldete er sich wieder. „Wir wollen ein paar Telegramme nach Gloucester senden, die Linien sind doch hoffentlich in Ordnung?"
In seinem Gesicht bewegte sich keine Muskel, während er lauschte. Dann sagte er: „Danke, — vielleicht föilnen wir mit Urnmeglinien arbeiten? Welches ist denn die nächste offene Stadt?" Dann wartete er. „Also, so steht es, — danke."
Cr stellte den Apparat nieder. „Alle Drähte nach Gloucester sind durchschnitten, die Hauptkabel an drei Orten zerstört, die Verbindung mit Birmingham, die In einer unterirdischen irdenen Rohre läuft, ist an drei Stellen In die Luft gesprengt worden."
Dicks Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Versuchen Sie die Radiogesellschast", sagte er. „Sie haben seist eine Station in Deolzes und eine andere in der 'Jlalje von Cheltenham, und sie könnten eine Botschaft hinüberschicken."
Elk ging ans Telephon. „Ist dort Radiostation? Hier spricht Inspektor Elk, Polizeidirektion. Ich möchte eine Nachricht nach Gloucester schicken, nach dem Gefängnis, über--, mhm?--Aber ich
denke, solch eine Schwierigkeit kann man doch beheben? --Ja, feit wann ist es denn verstopft?
Danke schön?" sagte er und stellte dos Telephon von neuem nieder.
„Cs ift irgendwo eine Verstopfung", sagte er. „Die RadioleMe sagen, daß irgend jemand im Lande einen geheimen Apparat hat, der von den
Angriff. Vier weitere Tore innerhalb 20 Minuten waren der Lohn für das schöne, flache Kombinationsspiel der Gießener, dem die Dillenburger Hintermannschaft erlag.
Die Lehrmannschaft weilte bei dem Meisterschaftfavoriten der A-Rlaffe, Sportverein Heuchelheim und unterlag 2:0. Die Heuchelheimer sind gegenwärtig in ganz besonders guter Form, was man von den 1900ern nicht behaupten kann. Bei Halbzeit stand das Treffen noch 0:0.
Die 1. Jugend besiegte sehr ersatzgeschwächt den D. C. in Wetzlar 2:0. Die 2. Jugend gewann gegen Große n-Buseck 1. Jugend 5:2, nur die 3. Jugend unterlag gegen Grünbergs 1. Jugend 1:3.
Freier Turn- und Sportverein Wieseck.
Wieseck 1 — Heuchelheim I 1:0.
£ Wie wenig der < :0-Sicg Heuchelheims am Vorsonntag der tatsächlichen Spielstarke dieser beiden Mannschaften entsprach, bewies der Verlauf des Rückspiels am Sonntag in Wieseck. Beide Mannschaften betraten mit Ersatz den Platz, Wieseck zeigte gegenüber dem Vorspiel eine glücklichere Aufstellung. Bald nach dem Anstoß versuchte sich Heuchelheim in der Spielhälfte des Gegners festzusehen, konnte zwar auch einige Ecken und eine Reihe gut plazierter Schüsse anbringen, die aber keinerlei Erfolg brachten. Sehr bald war cs mit der TteberlegeNhett der Gäste vorbei, Wieseck wollte offenbar die letzte Riederlage wettmachen. Torlos endete der technisch feine, spannende Kampf zur Pause. Rach dem Wiederbeginn drückte Wieseck immer starker auf das Tempo und lag ständig im Angriff. Immer wieder arbeitete sich der vorzüglich spielende Sturm Wiesccks nach vorn, nur unter äußerster Kraftentfaltung gelang es der Heuchelheimer Mannschaft. Erfolge der kleinen Stürmer Wicsecks zu verhindern. Ebenso mißlangen alle Angriffe Heuchelheims. Bei einem Angriff des Mittelstürmers Wiesecks wurde dieser im Strafraum unfair zu Fall gebracht, der dafür gegebene Elfmeter wurde auf den Mann geschossen und gehalten. Planvoller und zahlreicher wurden jeht die Angriffe der Wicsccker, die stch nunmehr die Feldüberlegenheit sicherten. Endlich wurde der Dann gebrochen: Wiesecks' Halblinker schoß für seine Farben das erste und einzige Tor des Spiels. Ein Teil der Heuchelheimer Spieler legte nunmehr dem Schiedsrichter gegenüber ein Verhalten an den Tag, das die,er Mannschaft einen großen Teil der sauer erworbenen Sympathien kostet. Wieseck konnte als verdienter Sieger den Platz verlassen. Der Schiedsrichter, dessen Ehrgeiz großer als seine Fähigkeiten zu sein scheinen, konnte nicht befriedigen, mit ihm waren beide Parteien unzufrieden.
Wieseck Jugend — Heuchelheim Jugend 2:1.
Aus dem Bestreben heraus, der vorzüglichen Wiesecker Jugend unter allen Umständen die Stirn bieten zu wollen, fungierte im Tor der Heuchelheimer ein Spieler der 1. Mannschaft. Dies hinderte die Wiesecker Jugend aber nicht, kurz vor Halbzeit die Führung zü übernehmen. Als die Wiesecker in der zweiten Halbzeit ein weiteres Tor erzielten, ging besagter Tormann in die Stürmerreihe, um von da aus mit seiner körperlichen llcberlegenfjeit olles über den Haufen zu rennen. Aber auch dies gelang vorbei. Lediglich ein eigenartig zustande gekommener Strafstoß sollt« den Heuchelheimern einen billigen Erfolg bringen. Fast während des ganzen Spiels zeigte sich eine spielerische und moralische Ueberlegenheit der Wiesecker Iugendmannschaft.'
Wetzlarer Futzball.
3- 6.05 — Germania Rlarbuxg 4:1 (1:0).
tz. Der Sieg des F. C. gegen den Tabellenersten Germania Marburg mag für manchen eine Tleberraschung bedeutet haben. War man doch überall der Meinung, daß es Germania nicht schwer fallen würde, gegen F. C. zu gewinnen. Immerhin überrascht doch die offensichtliche Tleberlegenheit des F. C., verglichen mit seinem Spiel am 23. Januar gegen B. T. W. Von Anfang an war F. C. im Vorteil. Der Kampf spielte sich meist in Germanias Hälfte ab. Rur ver-
Deutschen während des Krieges verwendet wurde, und mit dem man Sendungen der Radiostation unmöglich machen kann."
Dick sah nach der Uhr. Es war jetzt halb zehn.
„Sie können noch den 10.05 nach Gloucester erreichen, Elk, aber ich glaube, daß er nicht durchkommen wird!"
Als Elk sich von neuem geduldig an das Telephon begab, sagte er: „Als Teleohonexperte habe ich viele Eigenschaften, die mich sozusagen zu einem großen Manne stempeln, denn--hallo! Ver
binden Sie mich mit der Großen Westbayn, bitte — Groß-Westbahn, Stationsvorstand, — — denn ich habe ein tadelloses Organ, eine unendliche Geduld, Vertrauen in meine Mitbürger und--hallo, sind
Sie das, Herr Stationsvorstand? Hier Inspektor Elk, C. P. D. Ich sagte Ihnen das vorher---
nein, das war jemand anderer, Inspektor Elk, C. P. D.---ist irgendeine Störung auf der
Lime hellte abend?"
Diesmal war die Pause langer.
„Gott Im Hinnmll!" sagte Elk. J3ibt es irgendeine Möglichkeit, durchzukommen? Was?----
Gar keine? Wann werden die Züge wieder laufen können?--Danke bestens!"
Er wendete sich zu Dick. „Drei Bahnübergänge und eine Brücke bei Swindon in die Lust gesprengt. Zwei Leute verhaftet. Einer vom Eifen- vahnwackner erfchoffen. Zwei Uebergänge in Reading nieoergeriffen. Die Schienen in Slough in die Luft gesprengt. Ich werde mir nicht noch die Mühe nehmen, die anderen Linien auzurusen, denn wie ich sehe. Ist der Frosch durch."
Dick Gordon öffnete feinen Schrank und entnahm Ihm einen ledernen Mantel und einen weichen Lederhelm. Er holte aus feiner Schublade zwei bedrohlich aussehende Brownings hervor und prüfte ihre Magazine, bevor er sie in die Tasche steckte. Dann wählte er ein halbes Dutzend Zigarren aus und verpackte sie sorgfältig in die Drusttasche seines Mantels.
„Sie denken doch nicht daran, allein zu gehen, Kordon?" fragte Elk ernst.
Dick nickte. „Doch," sagte er, schicken Sie mir ein Pcllizeiauto nach und befehlen Sie den Leuten, daß sie vorsichtig fahren. Ich denke nicht, daß man mich diesseits von Newbury aufhalten wird. Ich fahrt es noch erreichen, bevor es ganz finster wird. Sagen
einzelte Durchbrüche der Germanen brachten diesen mehrere Ecken ein, die jedoch vom Torwart alle unschädlich gemacht wurden. Das erste Tor erzielt F. C. durch Strafstoß. Mil dem Ergebnis von 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Weiterhin war F. E. überlegen und konnte noch zweimal einsenden, bis der M. L. vorübergehend wegen Verletzung auSschied. Da gelangte auch Germania zum Ehrentor. Sin« kurze Unsicher- beit deS F. E. wurde rasch überwunden und durch einen Prachtschuh daS Endrelullat festgestellt. F. C. hat mehr als verdient gewonnen. Der lachende Dritte ist nun Gießen 1900, die durch den Ausgang dieses Spiele« mit der Germania Marburg an der Spitze punktgleich stehen.
Die Futzballergebuisse vom Sonntag.
Hessen-Hannover.
Bezirksgruppe Nord: Iura Kastel — Sp. v. Kassel 1:7.
Mainbezlrk.
F. S. V. Frankfurt — Karlsruher"F?W. 1:2. Spielvg. Fürth — Eintracht Frankfurt 5:3.
Sp. Dg. Griesheim — V. f. L. Neu-Isenburg 1:6.
Kickers Viktoria München — Germania Frankfurt 5:2.
Bayern.
Bayern München — 1. F. C. Nürnberg 3:5. V. f. R. Fürth — S. D. 1860 München 2:4. F. C. Fürth — Wacker München 1:2.
Schwaben Augsburg — 1. F. C. Dayreuth 3:4.
Jahn Regensburg — A. S. D. Nürnberg (Ges.- Sp.) 0:4.
Württemberg-Baden.
Sportfreunde — Kickers Stuttgart 0:4.
S. C. Freiburg — Stuttgarter S. C. 0:2. Phönix Karlsruhe — F. C. Freiburg 0:0.
Rheinbezick.
D. f. R. Mannheim — Spvg. Sandhofen 8:1. Mannheim-Waldhof — V f. L. Neckarau 1:1. F. C. Pirmasens — 1903 Ludwigshafen 2:1.
Rheinhessen-Saar.
F. D. Saarbrücken — S. D. Wiesbaden 2:1.
Wormatia Worms — Eintracht Trier. Worms kampflos gewonnen.
f)a[fia Bingen — Borussia Neunkirchen 3:2. Westdeutschland.
Hier hatten die Ausscheidungsspiele der Gruppensieger um die Rheinbezirksmeisterschaft unerwartete Resultate. Sülz 07 — C. f. R. Köln 3:0; Oben» kirchen 07 — F. D. Neuendorf 6:0. Im Ausscheidungsspiel um dl« Westsalenmeisterschaft schlug Ar- minia Bielefeld Borussia Rheine 4:0. Die Meister- schäft der Gruppe Nord des Hesten-Hannoverbezlrks hat S. V. Kastel durch den 7.1-Sieg über Iura Kastel gewonnen. Im Niederrheinbezirk schlug Duisburger S. V. Meiderich 06 6:2, verlor Duisburg 08 gegen S. 93. Homberg 3:6. Im Ruhrbezirk waren Schwarz-Weiß Esten und D. 9L Altenesten mit 2:1 gegen Sportfreunde Esten bzw. Preußen Bochum siegreich.
Berlin - Königsberg in 2 Stunden 25 Minuten. Der Flugzeugführer Albrecht stellt« am Samstag mit einem IunkerS-VerkehrSslugzeug der Type G 24 «ine prachtvoll« Leistung auf, da er die Strecke Verlin —Daozig—Königsberg in einer bisher noch nicht erreichten kurzen Zett von 2 Stunden 25 Minuten bewältigte.
Sparta-Köln schwimmt einen neuen Rekord, vo. Arn Freitag abend wartete der Krefelder SC. von 09 mit einem Werbefest In Krefeld auf, zu dem Sparta-Köln, sowie KüpperS-Viersen Rekordversuche angemeldet hatten. Sparta-Köln startete zu einem Versuch in der 3 mal 100-Meter- Bruststasfel mit Vudig, Kaufmann und Sommer und verbesserte die bisherige Bestleistung von 4:02,4 auf 4:01,1. KüpperS-Viersen blieb im 100-Meter-Rückenschwimmen jedoch hinter dem deutschen Rekord mit 1:14,4 noch ’/io Sekunden zurück.
Sie Fräulein Bennett, daß der Aufschub des Urteils unterzeichnet ist und daß ich auf dem Wege zu ihm bin."
Elk schwieg, aber er folgte seinem Vorgesetzten auf die Straße hinaus und stand so lange neben dem Pollzeimalin, der das Auto bewacht hatte, bis Dick den Benzinbehälter und die Pneumatiks aufs sorgfältigste geprüft hatte. Dann winkte er dem langen gelben Wagen nach, solange er noch etwas von ihm unterscheiden konnte.
Dick nahm den Weg nach Bath, und eine kleine Gesellschaft von Schützen, die ihn an den beiden Flugfeldstationen von London erwartet hatte, um Ihn abzuschießen, falls er den Luftweg wählen sollte, wartete vergeblich.
Er vermied die direkte Straße nach Reading und nahm einen längeren Umweg. Er kam um elf Uhr nach Newbury und hörte von ein paar neuerlichen Sprengungen von Uebergängen. In der Stadt gingen die wildesten Gerüchte um.
Zwei vollbesetzte Personenzüge waren auf der unteren Linie aufgehalten worden, und bas Ge° bränge der Passagiere flaute sich in den altmodischen Straßen der Stadt. Er sprach mit dem Lokalpolizei- Inspektor. Die Straße war anscheinend noch in guter Verfassung, denn kaum zehn Minuten vor Dicks Ankunft war ein Auto aus Swindon eingelangt.
„Bis Swindon sind Sie auf jeden Fall sicher," sagte der Mann. „Die Gegend ift zwar in letzter Zeit von Vagabunden durchschwärmt worben, aber meine berittenen Patrouillen, bie gerabe zurückgekommen finb, haben auf der Lcmbstraße nichts bemerkt."
(Ein Gebonke burchblitzte Dick und zog den Inspektor mit sich In das Polizeigebäude.
,Lch brauche ein Kuvert und ein amtliches Pa pier," jagte cr. (Er setzte sich an das Pult und fertigte eine rohe Kopie des Urtellsauffchubes mit all feiner seltsamen Terminologie an siegelte das Kuvert mit Wachs und steckte es in die Drusttasche. Dann nahm er das echte Dokument, zog den linken Schuh und Strumpf aus und legte es sorgfältig unter feinen bloßen Fuß, «he er Strumpf und Schuh wieder anzog. Dann sprang er ins Auto und fuhr vorsichtig den Weg nach Didcot weiter. Seine Scheinwerfer beleuchteten bcn Weg vor ihm, trotz dem fuhr er nur mit halber Geschwindigkeit und einer der Browning» lag auf dem Sitz neben ihm.
(Fortsetzung folgt.)


