Ausgabe 
30.12.1926
 
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ettimegter Optimismus, der melfach für tollkühn er- flört wurde. Selbst in den schwersten Depressions­perioden, etwa 1900/01 hörte er mit den Neubauten und mit der Fortsetzung seiner Expansionspolitik nicht auf. Er war stets der Ansicht und sein bei­spielloser Erfolg har ihre Richtigkeit bestätigt daß nach der schwersten Depression ein neuer Aufstieg folgen müsse, der dann seine Werke vergrößert und verbessert vorfinden würde. 3n dem letzten Jahr- zehnt hat Thyssen seinen Trust in emsiger Klein- arbeit zu einem höchst rationellen, absolut einheit­lich geleiteten Produktionsapparat ausgebaut. Den Aufkauftrubel der Inflationsperiode hat er gor nicht mitgemacht. Statt aufzukaufen, wie die bekann­ten Inflotionsritter, die heute schon längst wieder von der Bildfläche verschwunden sind, hat er die ihm oom Reich als Entschädigung für seine Verluste in Lothringen zufließenden Gelder zum Ausbau und zur Verbesserung seiner Werke benutzt. Heule stellt der Thyssen-Trust mit das größte Wirtschaftsgebilde in Europa dar. Das Arbeitsheer, das Thyssen be­fehligt, beläuft sich auf etwa 35 bis 40 OOif Mann "nd das Vermögen dieses Mannes wird auf etwa 200 Millionen Reichsmark geschätzt. Damit dürfte er, nach dem Zusammenbruch des Stinnesschon Ver­mögens, der reichste Privatmann Deutschlands ge­wesen fein. Versal»^

Wirtschaft.

Der Fortgang

des Konzentralionsprozesses.

Die Konzentrationsperiode in der deutschen Wirtschaft, die etwa vor einem Jahre einsetzte, scheint bei weitem noch nicht zum Abschluß gelangt z>. sein. Zwar sind in den letzten Monaten keine neuen Zusammenschlüsse entstanden, die ein derarti­ges Ausmaß aufweisen wie die Vereinigten Stahlwerke oder die I. G. F a r b e n i n d u - ftrie. Immerhin ist nach wie vor die Zahl der­jenigen Zusammenschlüsse recht groß, die sich aus wesentliche Produktionsgebiete erstrecken und die recht erhebliche Kapitalbeträge repräsentieren. In der Hauptsache spielt sich jetzt der Konzentrations­prozeß auf dem Gebiet der verarbeitenden I n d u st r i e ab, nachdem durch weitgreifende und stark einschneidende Zusammenfassungen in der ober- schlesischen, in der mitteldeutschen und in der Sieger­länder Eisenindustrie dieser Prozeß in der eisen - schaffendenIndustrie zu einem vorläufigen Abschluß gelangt zu sein scheint. Zusammenschlüsse in der Brau- und Sprit-, in der Linoleum- und Waggon-, der optischen, Mühlen- und Automobilindustrie usw. sind einander in raschem Tempo gefolgt. Auch in der notleidenden Werftindustrie, in der bisher alle derartigen Bestrebungen gescheitert waren, hat sich eine Verständigung an gebahnt. Es gibt tatsächlich so gut wie keinen Gewerbezweig mehr, der sich von der Konzentrationstendenz freigehalten hätte. Aus einer sehr großen Zahl von bedeutenden und weni­ger bedeutenden Vorgängen setzt sich das Bild einer Bewegung zusammen, die die gegenwärtige und künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft nach wie vor ganz entscheidend beherrscht.

Die Zusammenfassungen der letzten Zeit waren fast ausschließlich horizontaler Natur. Die moder­nen technischen und organisatorischen Methoden, mittels deren man zur Rationalisierung zu ge­langen sucht, lassen sich weit wirksamer im Rahmen der einheitlichen Zusommenfasiung gleichartiger Unternehmungen mit derselben Produktionsart zur Anwendung bringen, als durch Zusammenfassung von Werken verschiedener Produktionsstufen. Das gilt besonders für ein Mittel der Rationalisierung, daß die gegenwärtige Zeit der Umstellung und des Neuaufbaues besonders kennzeichnet, nämlich die Vereinigung der Produktionen auf die am-ratio­nellsten arbeitenden Anlagen unter teilweiser oder völliger Ausschaltung anderer Anlageteile. Wie die Dinge für die deutsche Industriewirtschaft in ihrer Gesamtheit liegen, ist ein solches, Anfangsopfer nicht scheuendes Vorgehen am besten bo3n geeignet, die Anpassung der Produktion an die Absatzmärkte und aus die Dauer auch die bestmögliche Gestaltung der Produktionskosten herbeizuführen. Denn gerade die produktionstechnischen Erwäaunaen. die im Endziel die möglichst lOOprozentioe Beschäftigung der An­lagen erstreben, sind für die Zusammenschlußbestre­bungen ausschlaaaebend. Sie sangen jetzt allmählich auch an, aus die Gewerbe überzugreifen, die sich bis­her von ihnen mehr ober weniaer ferngehalten haben. So werden 3. B. in der Kleineisenindustrie, in der die Kartelle sich nicht mehr für die Marktbe­herrschung und für den Marktausgleich als aus­reichend erwiesen haben, Pläne auf ziemlich scharfe Konzentrierung der Einzelerzeugnisse auf bestimmte Werke erörtert.

Was die äußeren Formen der Zusammenschlüsse betrifft, so hat sich die B e v o r z u g u n g d e r F u - s i o n an Stelle der Interessengemeinschaft noch weiter durchgesetzt. Erst die wirtschaftliche und recht­liche Verschmelzung zu einem neuen Einheitsunter­nehmen macht in vollem Maße die Bahn frei für die vroduktionstechnischen und verwaltungsmäßigen Maßnahmen, deren Durchführung erforderlich ist, um die Ziele der Rationalisierung wirklich erreichen zu können. Diese Maßnahmen sind vielfach so radi­kal, daß sie sich in der losen Interessengemeinschaft oder innerhalb eines Kanzernrahmens nur schwer durchführen lallen, da bei diesen Gebilden die Mög­lichkeit einer Kündigung besteht, die natürlich für die Durchführung von Plänen auf lange Sicht sehr hemmend wirkt. Dagegen schafft die Fusion mit der restlosen kaufmännischen und technischen Zusammen- sallung in dieser Richtung alle wünschenswerten Möglichkeiten. Unter dem Druck des verschärften Konkurrenzkamvfes ist so in gewissem Umfange die Zusammenschlußbewegung zur Vertrustungs- b e ro c g u n g geworden.

Deutsch-französisches Kaliabkommen.

Paris, 29. Dez. (WTB.l Die Delegierten der deutschen und elsässischen Kali- gruben haben heute ein Abkommen unter- zeichnet. Vas die Einzelheiten der praktischen Durchführung der im April dieses Jahres in Lugano erzielten Verständigung zwischen dem deutschen Kalisyndikat und der Kali -Handelsgesellschaft des E l - jah festleat. Die in der ganzen Welt gesammel- Wn Bestellungen werden hiernach zu 70 Prozent 6em Kalisyndikat und zu 30 Prozent der Äali- Aandelsgrsellschast des Elsaß zugeteilt werden. <)cv Anteil der Handelsgesellschaft soll auf 50 P ozenl st ig n sobal) die Gesamte kaufe 840 000 Tonnen reines Kali übersteigen, auf alle Fälle ^älestens in fünf Jahren. Andererseits haben Has Kalisyndikat und die Handelsgesellschaft sich tie ausschließliche Lieferung von Kalisalzen in Deutschland einerseits bzw. Frankreich, den Kolo­nien, Protektorats- und Mandatsländern an- T>erccfeit« Vorbehalten. Der französische Land-

wirtschaftsmimster hat die Vertreter der beiden Industriegruppen heute empfangen und zu dem Abkommen beglückwünscht.

Zur bevor stehenden Ermäßi­gung der B a n k e n b e d i n g u n g e n. Die Pressemeldungen in den letzten Tagen über eine bevorstehende Ermäßigung der Vankenbedingun- gen entsprechen, wie der WTB.-Handelsdienst hört, insofern nicht den Tatsachen, als die Herab­setzung der Äreditprovision und der Sollzinsen nicht beabsichtigt ist. Dagegen tritt bei der Ber­liner Bankenvereinigung mit Beginn des neuen Jahres eine Aenderung hinsichtlich der Der- buchung der Kredite und über das Sonderkonto ein. Die Derbuchungsart wird zwar aufrecht­erhalten, jedoch werden die Sonderzinsen, nicht wie bisher, vom Tage der Kreditzusage be­rechnet, sondern erst vom Tage der teilweisen oder vollen erstmaligen Inanspruchnahme. Die Kreditprovision ist nach wie vor bei der Zusage zu zahlen, und zwar auf den zugesagten Betrag. Für die Dauer der Zusage zahlt der Kunde den Kredit ganz oder teilweise zurück, ilnter ausdrücklichem Verzicht auf die Wieder­inanspruchnahme hat er von dem Tage des Geldeinganges an die Sollzinsen in entsprechen­der Höhe nicht mehr zu zahlen. Einzahlungen oder sonstige Anschaffungen, deren Wiederinan­spruchnahme sich der Kunde vorbehält, werden in laufender Rechnung gutgeschrieben und zum Sah für tägliches Geld verzinst.

Liquidation der Devisenbeschaf­fung s st e l l e. Die Devisenbeschaffungsstelle G. m. 6. Sy. deren Anteile sämtlich in den Hän­den des Deutschen Reiches sind, tritt mit Wir­kung vom 1. Januar 1927 in Liquidation. Die Geschäfte der AbteilungWertpapiere" und der AbteilungGeldwertabgabe" werden von der Devisenbeschaffungsstelle G. m. b. H. i. L. abge­wickelt, während die übrigen Geschäfte in Zu­kunft von der Reichskreditgesellschaft A.G., Ab­teilungDevisenbeschasfungsstelle", Berlin W 8, Bahrensstrahe 21/22, wahrgenommen werden.

* Vom Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat. In der gestrigen Mit­gliederversammlung des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndilats wurde über die Marktlage u. a. berichtet: Der arbeitstägliche Gesamtabsah für Rechnung des Syndikats erreichte im Rovember mit rund 324 000 Tonnen einen Höchststand. Leider ist der arbeitstägliche Gesamtversand in der Zeit vom 1. bis 21. Dezember auf rund 307 000 Ton­nen gesunken. Durch die Beendigung des eng­lischen Dergarbeiterstreiks ist die Konjunktur für den Bergbau bisher, was die Absahmenge an­betrifft, noch kaum unterbrochen worden. Im Gegenteil hat bei uns wie auch in anderen Re­vieren noch die lebhafte Rachfrage nach Kohle sowohl aus dem Auslande, wie auch aus dem Jnlande unverändert angehalten. Man wird da­mit rechnen können, daß sich die englische Kon­kurrenz in der nächsten Zeit auf dem Weltmarkt erst allmählich verschärfen wird. Das Verkaufs­geschäft ist aber sehr schwierig geworden. Eng­land strengt sich begreiflicherweise an, seinen frü­heren Absatz wiederzugewinnen und bietet in be­stimmten Sorten schon sehr billig an. Wir müssen deshalb vorsichtig abwägen, wie weit wir den billigen englischen Angeboten folgen, um nicht unsererseits dazu beizutragen, daß durch gegen­seitiges Unterbieten das Preisniveau auf dem Weltmarkt unnötig gesenkt wird. Wir nehmen an, daß die englischen Kohlenexporteure sich das gleiche sagen und nicht einen rücksichtslosen Preis­kampf nur um des Kampfes willen führen wollen. Eine deutsch-englische Vereinbarung über den Kohlenmarkt herbeizuführen, ist u. E. in abseh­barer Zeit nicht möglich. Wir hoffen, daß der Gleichgewichtszustand zwischen englischer und deutscher Kohlenausfuhr sich im Wege eines maßvollen Wettbewerbs herstellt. Alle deutschen Kohlenreviere fördern weiter mit Hochdruck, um ihre Inlands- und Auslandsverpflichtungen er­füllen zu können. Die Besserung der Wirtschafts­lage hielt im Rovember und darüber hinaus im Dezember weiter an.

* VorderD urchführung des Fern- gasversorgungsprojektes. Wie der DHD. erfährt, dürfte mit der Durchführung des Ferngasprojektes der Kohleverwertungs-A.°G. schon in absehbarer Zeit begonnen werden. Be­reits in den nächsten Monaten soll der Bau der als erste Etappe gedachten Sammelleitung im Ruhrgebiet nach HambornHamm beginnen. Bon diesen beiden Städten aus sind Hochdruck- verteilungsleitungen mit den Endpunkten Ham­burg. Berlin, Dresden, München, Stuttgart in Aussicht genommen. Die Durchführung des Ge­samtprojektes erfolgt etappenweise.

Frankfurts» vrsc.

Frankfurt, 30. Dez. Tendenz: uneinheit­lich. Die vorletzte Börse dieses Jahres er­öffnete durchaus uneinheitlich, da teilweise die Spekulation ihre älltimo-Engagements in Medio- Engagements umwandelte, teilweise aber auch zu vollen Positionslösungen überging. Reue Mo­mente traten nicht hervor. Mannesmann lagen infolge der Dementi der Umtauschgerüchte wieder 4 Prozent schwächer, Stahlverein minus 0,5 Proz. Im übrigen lagen Montanwerte uneinheitlich, im Verlaufe überwiegend schwächer. Deutsch-Lux mi­nus 1 Prozent, Phönix minus 1,25 Prozent, Harpener minus 2 Prozent. K a l i a k t i e n eben­falls schwächer. Mansfelder minus 2 Prozent, Aschersleben minus 0,5 Prozent, nur °Wester- egeln plus 1,5 Prozent. Lebhaft und gut be­hauptet lagen I.G. Farben. In Verbindung damit zogen Rheinstahl um 1 Prozent an. Ober­schlesische Montanwerte bis zu 1,25 Prozent niedriger. Widerstandsfähig lagen Bank­aktien, mit Ausnahme von Darmstädter (minus 4 Prozent) und Deutsche (minus 1 Prozent). Com­merzbank plus 1 Prozent. Diseonto plus 1,25 Prozent. Dresdner plus 0,25 Prozent. Gut be­hauptet waren wieder Schiffahrtsaktien bei Kursbesserungen bis zu 1 Prozeiv. Auf die bekannten Hoffnungen auf den Zu- sammenschluh RAG.-Protos als Vorläufer des E l e k t r o t r u st e s lagen auch Elektro- aftien fest. Besonders gesucht blieben süd­deutsche Werte. Lahmeyer plus 0,5, Schuckert plus 0,25. nur Siemens minus 1 Prvz. Petroleum­aktien freundlich. Rütgerswerke plus 125 Deutsche Erdöl plus 0,5 Proz. Rach B a u a 11 i c n bestand Rachfrage. Die Werte erholten sich um etwa 1 Proz. Von den Werten des,Metall - bankkonzerns bröckelten Scheideanstalt und Metallgesellschaft ab. dagegen Metallbank um l,7o Proz. erholt. Süddeutsche Zucker- aktien konnten ihre gestrige Befestigung be­haupten. Von A u t o a k t i e n zogen Kleyer 0,5 Prozent an. Der h e im i sch e A n l eih e m a r k t blieb ruhig. Kriegsanleihe 0.792 ;. Von frem­

den Renten lagen Anatolier nach den letzten Steigerungen schwächer. Anatolier I 31,50, Ana- tolierll 30,40. Am Geldmarkt blieb Tages­geld unverändert leicht, auch in Monatsgeld trat eine leichte Entspannung ein. Im Devisen­verkehr schwächte sich die Reichsmark etwas ab und stellte sich gegen London auf 20,39, gegen Kabel auf 4,20. London-Paris 122,60. Lon­don-Kabel 4.8560.

Dorlenwrle.

Datum-.

Frankfurt a.M.

Berlin

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29. 12. 1 39. 12.

29. 12. | 30. 12.$

5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche RcichSanleihe . 8Va% Deutsche Rclchsanleikie 3% Deutsche ReichSanleibe . Deutsche «varprämirnanteihc 4% Preußische .konsolS . . - 4° o Hellen ........

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3°/° Hessen Deutsche Wend. Dollar Anl. dio-Doll-Lchatz-Snweisng. .

4"/0 Zolltürlen 5% Goldmcnkaner . . . - - Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat Bank. Tarmtt. und Nationalbank . Deutsche Bant.........

Diskonto Commandit Dresdner Bank........

Metallbau? Mitteldeutsche Creditbank. . Dcstcrreichische Kreditanstalt. Reichsbank..... .

Bochumer Guß . ...... BudccuS . . Caro Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau . .

.llaliwerke Aschersleben. . . . .Kaliwerk Westeregeln Laurahütte... . Mannesmann ....... Mansjclder. . . .......

Oberbedarf . . Phönir Bergbau Rheinische Braunkohlen . . . Rhcinstahl Ricbcck Montan Tellus Bergbau ..... Bereinigte Stahlwerke...

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd . . . Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Hol;mann......

Anglo Cont Guano Chemische Mayer Alaptn. . . Goldschmidt .

Holzverkohlung. ...... I G Karben-Industrie . . Rüigerswc.kc Scheideanstalt All«. ElektrizilätS Gesellschaft Bergmann...........

Elektr. Lieferungen ..... Licht und Kraft........

Mainkraslwerke ...... Schuckert . . .........

Siemens & Halske Adlerwerse Kleyer Daimler Motoren Hcyligenstacdt Meguin.............

Mannheimer Motorgn ... frankfurter Armaturen .lionserocnsabrik Braun . . Meiallgescll'chaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhiabrik Her» Sichel.............

Zellstoff Aschassrndurg.... .Wellston Waldhof.......

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . .

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0,79

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233.9

.34.9

113

117

110 5

140

145

139

Devisenmarkt Berlin -Zrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

29. Dezbr.

30. Dezbr.

Amtliche Noti rrrng

Amtliche Notierung

Geld

Arier

Geld

1 Brief

Amst-° 'Hon.

167.72

168.14

168.01

168,43

Buen.-AircL

1.731

1,733

1.735

1,739

Brll-Antw

58,31

58,45

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58,57

Christiania.

106,04

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111,79

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Stockholm

112,10

112.38

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112,49

HclllnyforS.

10,545

10.585

10.56

10,60

Italien. . .

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London. . .

20,337

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20,384

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Paris....

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12,409

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Budapest. .

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Berlin, 29 Dezbr

Geld

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4,175

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Belgische Noten. .......

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Taittidjc Nmen .......

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Englische Noten........

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Fraiitöiiichc Noten......

16,65

16,74

Holländische Noten .....

167.1*

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iNttlicmschc Noten......

18 82

18,9'2

Norwegische Noten......

105.74

(06,26

Deulsch-Qesterr.aioo.ffronen

.9.03

69.33

Rumänische Noten......

2,165

12,205

Schwedische Noten......

(11,79

(12,35

Schweizer Noten.....

81,02

81.42

Spanische Noten.......

63,69

64,01

Tschechoslowakische Noten .

12.39

2.45

Unga.ischc Noten

5,815

5.855

Berliner Börse.

Berlin, 30. Dez. Die heutige Effektenbörse stand im Zeichen des Jahres-Ultimos. An den Terminmärkten brachte die Abwickelung der Ultimo-Engagements teilweise be­trächtliches Material heraus, das am Bankenmarkl verschiedentlich zu Kursrückgän­gen bis zu 4y2 Prozent führte. Die Tendenz war im übrigen nicht einheitlich. Spezial­werte konnten nach Beendigung der Verkäufe wieder recht kräftig anziehen. So gewannen Schul­theiß 5 Prozent. Bauwerte wurden 3 bis 4 Prozent höher aufgenommen. Sarotti zogen um 5 Proz. an. Maschinen-Aktien lagen freund­licher. Für Elektroaktien trat wieder eine günstige Auffassung hervor, wobei anfangs Sach­senwerk bevorzugt wurden. Auch Chemie- werte waren belebt und vorwiegend höher. Am M 0 n t a n m a r f t traten besonders Rheinstahl hervor, die 2 Prozent anzogen. Am Geld­markt war die Tendenz eher anziehend. Geld auf einige Tage über den Ultimo 8 bis 9> . Prozent. Der Bedarf war sehr bedeutend, wurde aber im ganzen gedeckt. Prolongationsgeld wie bisher etwa 8 Prozent. Am Devisenmarkt haben die Dollarverkäufe ihr Ende gefunden so daß die Reichsmark auf 4.2010 nachgab. Der

Schweizer Franken ging gegen London auf 25,12 zurück. Paris lag mit 122,45 gegen das Pfund stabil. LondonMailand 107,25.

Krankfurtcr Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 30. Dez. Cs wurden notiert: Weizen. Wetterauer 29.25 bis 29.50, Roggen, inländischer. 24.50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26.50. Hafer, inländischer. 19 bis 19.50, Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, in­ländisches, Spezial 0, 41 bis 41.50, Roggenmehl 35 bis 36. Weizenkleie 11.75, Roggenkleie 12. Tendenz: Ruhig.

Berliner Pvodnktenbörse.

Berlin, 30. Dez Dor Berliner Produkten markt steht nach den gestrigen anfänglichen An­sätzen zur Haussebewegung erneut im Zeichen größ­ter Unsicherheit. Die Spekulation hält sich vom Markt vollständig fern, nachdem am Vortag die enormen Deckungen schon im Verlauf der Börse wieder in das Gegenteil sich kehrten. Angebot aus dem Inland bleibt wenig umfangreich, ist aber ver­einzelt auf Grund der ziemlich flauen Auslands­berichte in den Forderungen williger. Trotz nachgie­biger Tendenz an dieser Stelle fanden sich wenig Gebote. Das Niveau blieb lediglich für Dezember Lieferung kaum verändert und zwar dürften hier wohl wieder in umfangreichem Maße nötig gewor­dene Ultimo - Deckungen stützen, Frühjahrsmonatc für Weizen bis 2,50 Mark, für Roggen bis etwa 2 Mark niedriger. Gerste sehr vernachlässigt. Hafer durchaus schwach (etwa 2,50 Mark unter gestern), selbst gutes Offertenmaterial in 'beiten Futter­getreideartikeln findet kaum Belebung. Mehl trotz niedrigen Forderungen ohne Angebote, auch Kleie­artikel und sonstige Hilfsfutterstoffe ruhig. Es no­tierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 264 bis 267; Roggen 233 bis 238: Sommergerste 217 bis 245: Wintergerste 192 bis 205; Hafer, mär kijcher, 176 bis 186; Mais, loco Berlin 192 bis 194; (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,75 bis 37,75; Roggenmeyl 32,75 bis 34,25; Weizenkleie 13,25 bis 13,50; Roggenkleie 12 bis 12,25; Viktoriaerbfen 51 bis 61; kleine Speiseerbsen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 13,50 bis 14,50; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 21,50 bis 24; Rapskuchen 16,40 bis 16,50; Lein kuchen 20,80 bis 21,20; Trockenschnitzel 9,60 bis 9,80; Soyaschrot 19,30 bis 19,90; Kartoffelstock 28,50 bis 29 Mark.

Bücheriisch.

Karl Ludwig Sand. Roman von Hans Schönfeld. 160 Seiten 8° mit Bildern. Martin Wasservogel Verlag, Berlin W 8. Im Vordergründe dieses Romans steht Karl Ludwig Sand, der durch die Ermordung des Dichters Kotzebue eine politische Befreiungsta: zu vollbringen glaubte. Die Tragik dieses , Irr­tums kommt in dem Werk, das durch seine Problemste'nng die unmittelbarste Gegenwart berührt, erschütternd zum Ausdruck. 861

Rußland in der Weltwirt schäft. (Weltwirtschaftliche Gesellschaft zu Münster i. W.) Von Geh Legationsrat Mini­sterialdirektor a. D. Prof. Dr. K. Wiedenfeld. Geheftet Mk. 1.20. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Diese Schrift des besten deutschen Kenners der russischen Wirtschaft vermittelt rms ein authentisches Bild von den gegenwärtigen russischen Verhältnissen, da der Verfasser jahre­lang in Rußland gelebt hat und auch heute zahlreiche Beziehungen zu Rußland unterhält.

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Der Wiederaufbau der deut­schen Handelsschiffahrt nach dem Weltkriege. (Weltwirtschaftliche GeseUschaft zu Münster i. W.). Von Prof. Dr. H. Wätjen. Geheftet 1,20 Mk. Verlag von Quelle L Meyer, in Leipzig. 748

Eingesandt.

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Muh das fein?

Wieseck, 29. Dez. Daß zahlreiche Sport­vereine u. a. auf gottesdienstliche Stunden und Zeiten heutzutage keine Rücksicht mehr glauben nehmen zu müssen, ist eine Klage, die man jetzt viel, nicht nur in der kirchlichen Presse, ver­nimmt. Roch trauriger ist es, wenn sozialethische Gebilde, wie Sparkassen, sich über solche Rück­sichten, die auch heute noch gottlob vielen wichtig sind, hinwegsehen. Das hat die Iahresversamm-- lung der Spar- und Darlehenskasse W i e s e cknach reger Aussprache schließlich sich einigend" fertiggebracht. Rach dem Bericht im Gieß. Anz." Rr. 302 hat der Rechner ab 1. Ja­nuar auch Sonntags Geschäfts st unden vormittags von 10 bis ILlhr. Die Gottesdienste beginnen hier im Sommer um 1/210, im Winter um 3/4L) oder 10 PIHr. Muß man Sonntags unbedingt Geschäftsstunden haben (anderswo geht es auch ohne sie), so dürste die Zeit nach Beendigung des Gottesdienstes auch mxh reichen. Die in vielen Familien hier oft schon durch Generationen geübte Entwöhnung vom Kirchgang gibt noch lange nicht ein Recht zu der hier beschlossenen systematischen Außer­achtlassung der gottesdienstlichen Zeit. Es bleibt dabei dahingestellt, ob man so etwas gewoUt hat. Es ist aber auch schon traurig, wenn man sich nichts dabei gedacht" hat. U. W. ist der der­zeitige Rechner der Kasse Kirchengemeinde­vertreter. Er hat also mehr noch als andere evangelische Gemeindeglieder kirchliche Pflichten. An der Erfüllung dieser Pflichten hindert ihn ein für allemal besagter Beschluß. Die Gesichter-derer wollten wir mal sehen, die einmal an einem Sonntag an einer Tür Halt machen müßten vor einem Zettel mit der Aufschrift:Wegen Gottes­dienst- odsp Abendmahlbesuch erst von 1 '>12 41hr ab geöffnet." Die für die Leitung der Kasse Verantwortlichen mögen sich klarmachen, daß alle im letzten Jahr erzielten und im neuen Jahr er­hofften wirtschaftlichen Fortschritte an Wert mir gewinnen, wenn man als sozialethisches Institut in -Seiten zunehmender Rücksichtslosigkeit mehr Achtung und Ehrfurcht an den Tag legt vor reli» Hofen Einrichtungen, als leider in diesem Fall zu merken ist. Ein Volksfreund.