Ausgabe 
30.11.1926
 
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Turnen, Sport und Spiel

.ueinde Alfa Gelegenheit geben solle, sich an Dem otDtd£>eib:n5 zu B.te l gm. G^h -R^tD oeck- mann versprach hier zu vermitteln und d.e weitere formelle Behandlung der Angelegerchcit, Einholung der ministeriellen Genehmigung, zu beschleunigen.

Rundfunk-Programm.

Mittwoch: 1. Dezember:

3-30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Konzert- wolzer. 5.45 bis 8.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.45 Uhr:Friedrich Nietzsche als Mensch", Dor­trag von Pfarrer Clemens Laesler. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkkochlchulc Frankfurt: Charoktergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unterneh­mertums:Georg v. Siemens als Politiker" Dor­trag von Prof. Dr. Georg Stünhel. 7.15 bis 7.45 Uhr: Die Schachstunde. 7.45 bis 8 Uhr: Eine Viertel- stunde Naturkunde (Senckenbergoiertelstunde) unter Leitung von Prof. Drevermonn. 8.15 Uhr: Gastspiel des Ensembles München der .Musikalischen Ko- modren"Der Hocr Doktor" Ein Biedermeier- lustspiel von Helene und Erich Fischer. Zum Schluß: Der Schwiegervater". Ein Biedermeierlustspiel von Helene und Erich Fischer.

Es ist der Wunsch der Versammlung, daß der Auwbetrieb vor Weihnachten noch beginne. Dem Ankauf eines Wagens tourte daher nähergetreten. Die Lieferung soll in acht bis zehn Tagen er­folgen. In nächster Woche wird daher der Be­trieb eröffnet werden.

V. s. V.

v. f. V.-tigavorussia" Fulda 1:1.

Man bekam bet diesem Spiel am Sonntag ein von Anfang bis zum Ende spannendes Treffen zu sehen. Wer allerdings guten Stil und technische Fein­heiten in diesem Spiel erwartet hatte, wurde ent­täuscht, im besonderen von der Platzmannschaft. Da­für entschädigte jedoch der Reiz eines ausgesprochen nes Kampfsptels, das bei äußerster Kraft, und Ener° gieentfaltung beider Parteien trotz aller Härte als durchaus fair zu bezeichnen war. Die ersten 25 Mi nuten sahen die überaus eifrigenBorussen" in dauerndem Vorteil. Daß trotz alledem Gießen bei einem Durchbruch eine der wenigen Chancen schon in der 10. Minute zum Führungstreffer verwandeln konnte, war kaum noch Glück zu nennen. Bei ver­teiltem Feldspiel blieb es beim Stande von 1:0 für D. f. D. bis zur Pause. Mit Wiederbeginn riß D. f. B. sofort das Kommando an sich und versuchte mit aller Macht, das knappe Resultat zu verbessern. Aber auch der Gegner war nicht müßig Mit Einsatz der ganzen Kraft kämpfte er fast verbissen um den Ausgleich. Auf und ab gingen die Angriffe: es war ein fetten abwechslungsreicher Kampf mit blitzschnell wechselnden Situationen.Borussia" verdoppelte trotz leichter Uederlegenheit seines Kontrahenten seine An­strengungen mit dem Erfolg, etwa 6 Minuten vor Schluß noch den ersehnten Ausgleich zu erzielen. Nochmals heißes Bemühen belberfeits um die Füh­rung, bann trennten sich ble Gegner, in Torzahl unb Punkte sich reblich mit 1:1 teilenb.

Vorher fand bas Gesellschaftsspiel D. f. B.-L i g a reserve gegen Hessen" E r st e statt. Auch hier konnten beide Mannschaften sehr gut gefallen. Nach­dem das Spiel bereits 3:1 für die Platzelf gestanden hatte, gelang es denHessen" noch gleichzuziehen. Jedenfalls ist das 3:3°Ergebnis für die B-Klosfen- mannschaft ein voller Erfolg.

Die 1. Jugend Mannschaft überfuhr die nur mit 10 Spielern erschienene Lollarer 1. Ju­gend mit nicht weniger als 8:0.

Die KreismeislerZckaftsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen unterliegt gegen Mörfelden 2:0 (1:0).

£ Wäre Gießen am (Sonntag mit kompletter Mannschaft auf dem Platze gewesen, so hätte das Resultat ganz bestimmt anders gefautet. Aber zwei Mann Ersatz im Sturm war etwas reich­lich, der auf Linksaußen stehende Ersatzmann war noch angängig, aber der Ersatz-Mittelstürmer fiel ganz daneben. Das Ergebnis zeigt die im Sturm bestehende Schwäche: keine von den vielen Tor­gelegenheiten konnte ausgenutzt werden, die gr- sarnte übrige Mamischaft toar auf aller Höhe, auf ihr Konto ist das niedrig gehaltene Resultat zu setzen. Mörfelden zeigte ein geschlossenes Ge- samtblld und sehr gute Leistungen, den Sieg haben sie endlich gewonnen Bom Anstoß an war zu erkennen, daß Mörfelden du-rch das sofort ein- fetzende Zusammenspiel im Vorteil war, während Gießen noch reichlich nervös spielte. Den fofort gen scharfen Angriff der Gäste erwiderten die Gießener und erhielten bereits in der ersten Minute eine Ecke. Rach kurzem Mittelfeldspiel rissen die sehr flinken Flügel der Mörfelder ihre Mannschaft wieder nach vorn mit dem Ergebnis, ebenfalls eine Ecke zu erzielen. Wiederholt schafften die planvollen Angriffe der Gäste recht heikle Situa­tionen vor dem Gießener Tor, wo die Hinter­mannschaft schwere und erfolgreiche Abwehr " leistete. Trotzdem blieb das Spiel zumeist offen. Erst in der 40. Minute kamen die Mörfelder zu ihrem ersten Erfolg. Aus kurzer Entfernung konnte der Halblinke freistehend und unbehindert l einschießen. Gießen zeigte nun mehr Schwung und wurde oft gefährlich, die Unbeholfenheit im F Sturm lieh aber keinen Erfolg zu. Rach dem Wechsel drückte Mörfelden zehn Minuten lang * beängstigend, aber immer im letzten Moment rettete die Verteidigung. Zwei in dieser Zeit erzielte Ecken blieben für Mörfelden ebenfalls resultatlos. Gießen zog mm fernen Mittelläufer in die Sturmreihe und konnte jetzt 20 Minuten lang das Spiel überlegen gestalten. Der Ausgleich war oft greifbar nahe, es sollte aber nicht dazu kommen, verdient wäre er gewesen. Der einzige Erfolg war, daß Gießen das Eckenverhältnis für sich günstiger gestalten konnte. 3n der 40. Mi­nute brach Mörfelden- rechte S ite durch, erzwang eine Ecke, im Gedränge machte GießenHand" der Schiedsrichter deutete auf die Elfmetermarke, und zum zweitenmal zappelte der Ball im Reh. Gießens Energie flackerte nochmals auf, jedoch umsonst. Mörfelden riß in den letzten Minuten das Spiel wieder an sich, erzielte aber ebenfalls nur noch 2 Ecken. Der Schlußpfiff beendigte ein recht interessantes Spiel.

Jrtebberg v. f. L. Bornheim 3:4.

Das Spiel des Tabellenersten und -letzten am Sonntag in F^edberg endigte mit obigem überraschenden Ergebnis. 3n kurzer Zeit üb r- nähmen die Bornheimer mit drei Toren die Führung, konnten sich aber wegen der ungünstigen Bodenverhältnisse nicht voll entfalten. Resultat bei Halbzeit 4:2 für Bornheim. 3n der zweiten Halbzeit konnte Friedberg das Ergebnis auf 4:3 verbessern, wobei sehr auffällig war, daß Fried­bergs Erfolge drei verwandelte Eckbälle waren.

v. f. R. Wiesbaden schlägt hanou 4:1.

Dieser eindrucksvolle S:eg der Wiesbadener kommt ganz unerwartet: sie brachten einen vor­züglichen Sturm mit na$ Hanau, dec gleich in der ersten Halbzeit drei Tore schoß. Rach dem Wechsel kam Hanau zwar mehr und mehr auf und tonnte auch ein Tor erzielen, aber eine mitunter zahl­reiche Verteidigung Wiesbadens und der unent­schlossene Sturm Hanaus liehen keine weiteren Erfolge zu. Mit einem vierten Treffer machten die Wiesbadener ihren 6'eg komplett.

Leichtathletik.

Der bekannte Ku»streckenläuser Ä. Fischer aus Gießen hat sich der Leichtathletik- abteilung deS F. E. Wetzlar angeschlosssn und wird in der tommenben Saison fürWetzlar starten. Fischer hat, wie man uns berichtet, feinen Hebertritt vollzogen, um sich In Wetzlar feinem allen Sportlehrer und TrainingSkame- raben Paulus amuschlietzen und unter dessen Leitung ein eigehendes Training durchzuführen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Die Ligamannschaft derVereinig­ten" kehrte vom Spiel aus Wetz lar-Rie­de rgirmes abermals mit einem 4:1 Sieg zurück, damit auch weiterhin mit Frankenberg und Ockershausen als Zweiter der Tabelle der LahnkreiSliya rangierend, denn alle drei Der- eine erreichten bis jetzt 12 Punkte, während Germania" Warburg als Erster mit 16 Dunk­len 4 Pluspunlte voraus ist. Die mit reichlichem Ersatz antretenden 1900er brauchten geraume Zeit, bis sie sich auf dem kleinen, ungewohnten Platz zurechtfanden. Dis eine Viertelstunde vor Schluß stand das interessante, äußerst schnell durchge­führte Spiel immer noch 1:1. Dann setzte 1900 überraschend zu einem heftigen Endspurt ein. Acht Minuten vor Schluß führte Gießen sicher 4:1, und so blieb es bis zum Schlußpfiff. Die Blau reißen gewannen verdient. Auch das Ecken- Verhältnis mit 9:1 für Gießen zeugt von deren großer HebeLegenheil. R'.edergirmes spielte zeit­weise reichlich hart, so daß Mittelstürmer und Rechtsaußen der Bereinigten erheblich verletzt pausieren mußten.

Die 3a (L e h r ma n n s ch a f t) gewann die Punkte gegen Daubringens II. kampslvs, schlug aber dafür die gewiß nicht schlechte Dau- bringet I. Eft in einem Gesellschaftsspiel 6:0.

Die 5. (Sondermairnfchaft) trat gegen Stein­bach nicht an, da die Gäste angeblich später, als vereinbart, erschienen.

Die 1. Jugend spielte in schlechter Der- faffung gegen .Eintracht", Frankfurt 1. Jugend nur 1:1, während das Vorspiel in Franklurt seinerzeit 1900 mit 5:0 als Sie­ger sah.

Die 2. Jugend war bei dem Fuhball- neuling Großen-Buseck zu Gast und siegte gegen dessen 1. Jugend 3:1.

Die 3. Jugend spielte zu Hause gegen Lichs I. Jugend (körperlich zwei ungleiche Gegner) und verlor ertoartung3gemä6 2:0.

Die Jüngsten, die Schüler, errangen aber- mcl3 in Heuchelheim e'.ncn knappen 1: O^S.eg.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

£ Unangemetoet erschien Rödgen bei Bad- Rauheim mit zwei Mannschaften in Gießen und spielte trotzdem mit zwei schnell zusammenge­stellten Mannschaften Gießens vor dem Kreis­meisterschaftsspiel. Die lla-Mannschaft er- ledigte Rödgen 1 7:0, die Ilb- M a nn scha f t verfuhr mit der zweiten Rödgens zwar gnädiger (2:0), spielte aber auch nur mit neun Mann.

Wieseck I war Gast der ersten Mannschaft Ober-MörlenS und zeigte sich dort von seiner besten Seite. Die Wiesecker brachten daS Resultat auf 6:2. Vorher spielten die Jugend- rnannschaften; auch hierbei zeigten die Wiesecker ein besseres technisches Können und drückten dieS in einem 6: 0-Ergeonis aus.

Aehnlich wie Daubringen wollte es einmal Fronhausen mit der 1. Klasse versuchen und lud sich die 1. Mannschaft des Männerturnvereins Marburg. Das ungleiche Spiel endete 7:0 für die erfahreneren Marburger.

Wetzlarer Futzball.

D. C. WetzlarButzbach 3:5.

tz. In einem wenig schönen Spiel behielt der V. f. R. Butzbach am Sonntag die Oberhand über den B. C. Wetzlar. Die Wetzlarer waren nicht eigentlich schlechter als die Gäste, ver­standen aber nicht, sich so wie diese im Torraum durchzusetzen. Bei Halbzeit lag Butzbach dank -eines verwandelten Handelsmeters in Front mit 1:2 und verstand es durch geschicktes Angriffs­spiel, vor allem durch gesunden Schuh, seinen Vorsprung auf 1:4 zu erhöhen. Die nunmehr stark austvmmenden B. Eer konnten das Tor nur noch zweimal finden. Vutzbach erzielte ein fünftes Tor.

NiedergirmesG'cehc« 1900 1:4.

Auch her waren wieder die Gäste die bes­seren und in allen Phasen des Kampfes über­legen. Riedergirmes hat es nur seiner guten Verteidigung und seinem glänzenden Torwächter Schönberger zuzuschreiben, daß es mit 0:1 bei Halbzeit und am Schluß nur mit 1:4 im Rachteil war. Niedergirmes verwandelte einen Handelfineter zum Ehrentor. Gießen erzielte ein Eäenverhältnis von 1:9. Niedergirmes brachte feinen Zusammenhang in den Sturm und damit auch keine Aussicht auf Torerfolge.

HerbornE. Wetzlar 4.-2.

Auch der dritte spielerisch tätige Wetzlarer Ligavörein muhte eine Niederlage hinnehmen. Die Herborner halten in ihrem Mittelläufer ihre beste Kraft und erzielten durch dessen weite Vorlagen 4 Tore, denen Wetzlar nur 2 ent­gegensetzen konnte. Wetzlar war zu langsam und spielte zu interesselos, als daß es mehr Tore verdient hätte. Herborns Eifer und Schnelligkeit waren die Ursache zu einem verdienten Sieg.

Handball der D. T.

T. u. Sp. 1860 Marburg 1860 T. D. v. 1846 Gießen 3:1 (1:1).

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Wirtschaft.

Der WeltkohLenmarkt nach dem englischen Streik.

Der durch den englischen Streik entftanöene För- derausfall ist auf rund 150 Mill. Tonnen zu ver­anschlagen. Dieser Ausfall konnte von den anderen Ländern nicht gedeckt werden: in den letzten Mo- KQten ist die Deltkohlsnförderung um ungefähr 10 bis 12 Prozent hinter dem Normalfatz zurück­geblieben. 9n den ersten vier Monaten des -Streiks konnten die hauptsächlich für die Kohlenförderung in Betracht kommenden Länder ihre Kohlenförde­rung um rund 20 Mill. Tonnen steigern: außerdem konnten sie ihre Haldenbestande fast restlos abstotzen. Auf diese Weise war als Ersatz für den englischen Förderausfall eine Ausfuhttteigerung möglich, die sich für Deutschland in den ersten fünf Streikmonalen auf rund 12 Mill. Tonnen belief, bei ben 'Bereinigten Staaten auf rb. 8 Mill. Tonnen, bei Ostoberschlesien auf 5 Mill. Tonnen usw. Dieser Mehrbelieferung ftanb auf der anderen Seite ein Minderverbrauch gegenüber; so z. B. ist die Kohleneinfuhr nach Eng­land, trotzdem sie sich auf durchschnittlich 4 Mill. Tonnen in ben letzten Monaten erhöhte unb trotz- bem bie Kohlenausfuhr fast ganz weggefallen ist, niedriger gewesen, als der Förderausfall eigenllich hätte erwarten lassen. Auch andere Länder haben ihren Bedarf erheblich oerringert. So hat z. B. Frankreich eine Minbereinfuhr oon über 2 Mill. Tonnen zu verzeichnen; in Belgien und im Saar­gebiet wurde bie Ausfuhr von Kohle ganz ober teil­weise verboten, in zahlreichen Ländern muhten Der- brouchseinschränkungen verfügt werden usw. Nur auf diese Weise war es möglich, ben Ausfall ber englischen Färberung knapp zu decken; trotz aller Einschränkungen machte sich jedoch ber Ausfall Eng­lands immer brüdenber bemerkbar, ein Umstand, der u, a. auch in ben gerabeju sprunghaft anziehen- ben Preisen bes Weltkohlenmarktes zum Ausbruck gekommen ist. Lange hätte jebenfalls ber Weltkohlen- marft eine Fottbaucr ber jetzigen Zustänbe nicht mehr ertragen.

Die grundsätzliche Bsbeutung des englischen Streiks liegt bann, bah durch ihn der Wettkohlen­markt genau so oon ber Ueberprobuktion befreit worben ist, wie er 1923 burch bie Ruhrbesetzung, 1924 burch ben amerikanischen Bergarbeiterstreik usw. entlastet wurde. Wären in Den letzten Jahren nicht immer wieder diese Ausfälle zu verzeichnen gewesen, so wäre der Weltkoh'enmarkt schon längst zusammengebrochen. Für die Beurteilung der künftigen Verhältnisse ist wesentlich, daß England eine Verminderung der Selbstkosten um beinahe 20 Prozent erreicht hat. Damit ist de Konkurrenz- sähigkeit des englischen Bergbaues stark gestiegen, zumal die fast durchweg in unmittelbarer Nähe der Küste gewonnene englische Kohle bei weitem nicht die großen Frachten zu tragen braucht wie die Ruhrkohle mit 200 Kilometer Fracht- belastung, die amerikanische Kohle mit 6800 Kilometer Frachtbelastung usw., Entfernungen,

die z.D. bei der Auhrkohle Mehrfrachten bis zu fünf bis sechs Mark je Tonne bedingen. Da zur Zeit in der ganzen Welt ein erheblicher Bedarf an Kohle herrscht, und da England zu­nächst seinen eigenen dringenden Inlandsbedarf decken muß, wird für die nächsten Monate die englische Konkurrenz sich noch nicht erheblich bemerkbar machen. Hm so erheblicher wird fie jedoch vermutlich vom Frühjahr des nächsten Jahres an in Erscheinung treten; verringerte Selbstkosten, starker Frachtvorsprung, allmähliche Auswirkungen des technischen Ratlonali.lerungs- prozesseS usw. werden den englischen Bergbau in seinen Bemühungen um die letzthin oer Loren- gegangenen Absatzgebiete erheblich unterstützen. Da die anderen koblenerzeugenden Länder na­türlich das größte Interesse an der Erhaltung ihrer Absatzgebiete haben, werden auch fie alle Anstrengungen unternehmen. Es ist also damit zu rechnen, daß im Lause deS Jahres 1927 die WettkohlenförLerung eine immer stärke.e Leige- tung erfahren wird. Infolge des Wegfalls der englischen Subventionen werden die Preise auf Den anormalen Tiefstand zu Anfang Dieses Jah­res vermutlich nicht wieDer heruntergehen; hier spricht auch mit Die Heberlegung, Daß eS für Die kohlenerzeugenden Länder sinnlos ist, ihre Brenn­stoffe zu billigeren als Den Inlandspreisen inS Ausland zu verschleudern und dadurch der aus­ländischen Industrie billigere Grzeugungsmög- lichkeiten als der einheimischen zu geben.

Inwieweit auf diese Dinge (ine internationale Kohlenverständigung Einfluß hat, bleibt abzu­warten. Es scheint so, als ob einzelne Länder erst einen Ausgleich in den letzthin verschobenen Absatzverhällni sen abwe-ten wollten?" bevor sie sich zu definitiven Abmachungen entschließen.

* D i e Frankfurter 15- Million e n - Anleihe ausverkauft. Die 15 Millionen Mark betragende 7-Prozent-Anleihe ber Stabt Frankfurt a. M., welche burch bie beiden, unter Führung der Preußischen Staatsbank bzw. bes Bankhauses Mendelssohn & Co. stehenben Konsor­tien übernommen unb von gestern ab zum freihän­digen Verkauf gestellt wurde, ist, wie wir erfahren, bereits vollständig ausverkauft.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 29. Nvv. Der Wochenbeginn im Ber­liner Getreidegeschäft war für Brotgetreide durch­aus schwach. Einmal zeigte ber Verbrauch Im In- lanb allergrößte Zurückhaltung, mährenb anberer- Jetts bas Angebot roicbcr umfangreicher geworben ist, unb auch bas Auslanb feine Forberungen er­mäßigt hatte. Lieferung wurde für Weizen per De­zember 2 Mark, Frühjahrsmonate etwa 1,50 Mark schwächer. Für Roggen sinb bie Forberungen gleich-, falls williger unb bementfprechenb bas Kursnweau für Lieferungen schwächer. Dezember 1,50 Mark unter Samstag, währenb spätere Monate sich ment- ger nachgiebig zeigten. 3n yuticrartifehi hat sich die Geschäftslage etwas gebessert, nur Gerste Immer noch bei großem Angebot schwer verkäuflich. Das

tung hat Dr.

Seitz übernommen.

Narrenkappe.

Sparren vom RedakttonSttsch.

(Bänfefleln.

Weitz.

Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine Kgl; Dd8; I.c4; 517, g2; Bb2,d6, h3. Schwarz: 4 Steine Ke4; Bc?, f6, g3.

Endspiel Str. 25.

Don O. Weltzgerber, Steinfurth. Schwarz.

Die

Splitter und

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W Ordach.

Richtige Lösungen zum Problem Rr. 86 er­hielten wir noch von den Herren: Lehrer Drei­decker: Prof. W., hier; Dx. in G.; desgl. zum Endspiel Nr. 23: Lehrer Breidecker: Prof W.: Dx. in ®.

Richtige Lösungen zum Problem Ar. 87 er­hielten wir von den Herren: Lehrer Dreidecker. DiplomvolkSrat G. Weber, hier: Dr. in G; 0. Stumps, Garbenteich; Hnterlertlaner H. Kappes. Langsdorf.

Aus der Schachwclt.

Carlos Torre geisteskrank?

Amerikanischen Blätternachrichten zufolge ist der junge mexikanische Schachmeister C. Torre geisteskrank geworden. Wenn dies Gerücht sich bewahrheiten würde, dann hätte die Schachwelt einen großen Verlust erlitten.

Es ist das der dritte Fall, daß jugendliche Spieler diesem grau igen Schicksal anheimsallen. Seine Vorgänger waren: Paul Morphy sowie Harry Nelson Pillsburg, die beiden genialen amerikanischen Meister, welche frühzeitig dem Irrsinn verfielen.

Internationales Turnier in Meran.

Anfang Dezember beginnt in Meran ein gro­ßes internationales Schachmeisterturnier. Die Lei-

Weitz.

Weih am Zuge erzwingt das Remis.

Weiß: 8 Steine Kh3; Tg4, h6; Lfl; Sc5; Bd2, d3, h2. Schwarz: 10 Steine Kt3; Dh8; La8, d8: Sb6; Be5, i6, f2, g5. h4, h7.

Lösung des Problems Ar. 87.

Don ä. Daher.

1. La2-d5, Ke5-d6; 2 Ld5-a8!, Kdb-c7 oder e5; 3. Se7-d5 oder Df8 ~ matt

1......Kti-d4; 2. Df8-f3, Kd4-e5 oder d7-

äd, 3. Df3-f6 oder Se7-c6 matt.

In einem sehr seinen Restaurant bestellt sich ein Mairn eine Portion Gänseklein.

AIS das Essen kommt, bindet er sich die Ser­viette um den Hals, schleift das Messer an der Gabel, legt das Besteck danach wieder weg. langt sich mit bin Fingern einen Flügel vom Teller, packt ihn mit der Linien Hand am einen Ende, mit der rechten Jam andern, dreht ihn im Gelenk aus­einander. 6in Wetterschlag von Sohetropfen und KartoffelstüLeu g:ht auf das Tafeltuch hernieder.

Dec Ges^äftsführer Litt an den Ma n heian: «Ditte, mein Herr, d.e Gerichte unseres Speisezettels stehen den Gästen nur zu Esseas- zwecken zur Verfügung."

Ra, ich esse doch."

So, so? Ich dachte, Sie üben sich im 3iu- Jttsu!" (Lust. Dl.)

kuusikrilik.

Andreas Achenbach, ber berühmte Düsseldorfer Maler, war bekannt burch seinen Sarkasmus. Als ein ft ber Maler Tiengelberg ein Bild:Der Gang nach Emmaus" betitelt, auf welchem im Vorder­grund bie Figuren, im Hinterarunb eine hügelige Landschaft zu sehen war, auspestellt hatte, kritisierte Achenbach:Dat is 'n echter Mengelberg, vorne die Mängel und hinten ber Berg."

Gebvrtstagsfeler.

Gretchen hat zu D^ters Geburtstag ein Vebicht fiele ml Als ber große Augenblick yekommen ist und sie es auffogen soll, h^l sie natürlich keine Ahnung mehr unb fängt erbörrhlid) an zu weinen. Da rebet ihr ber Vater gut zu, iie könne |a auch ein anderes Gedicht auffagen, unb,' prompt beginnt die Kleine strahlend:

, Du liebe- Schwein,

Du tust mir leid, { 3

Du lebst nun nich' mehr lange Zeltj

OTTle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 89.

Don Otto Futz.

Schwarz.