Wirtschaft.
Leipziger Herbstmesse.
Leipzig, 30. Qlug. Die Leipziger Herbstmesse wurde heute offiziell eröffnet. Ein grober Teil der ständigen Aussteller der Technischen Messe hatte es vorgezogen. diesmal zu Hause zu bleiben. Auch die Te^tilmesse hat, nachdem die Reise- und Vertreterorganisationen wieder aufgezogen sind, für das Inlandgeschäft ihre Bedeutung verloren. Der Ausländerbesuch übertrifft bisher die Erwartungen. Besonders stark sind vertreten die Tschechoslowakei, Oesterreich, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Großbritannien, Holland, Spanien, Schiveden, Rumänien, Ungern und Dänemark. Alle Länder der Welt haben geschäftliche Besucher entsandt. Das Geschäft zeigt, soweit sich das am ersten Messetage überhaupt erkennen läßt, eine wesentliche Besserung gegenüber der letzten Frichjahrs- messe. In allen Branchen, die speziell für das. Weihnachtsfest arbeiten, werden diesmal zahlreiche Rachbestellungen aufgegeben.
Don den SchlachtoiehmärKten.
An den deutschen Schlachviehmärkten der vorigen Woche hatte sich die Marktlage allgemein, namentlich aber für Kälber und auch Schweine, wieder etwas besser gestaltet. Die Preise waren gut gehalten, für Kälber und Schweine vielfach ein gut Teil fester. In den Auftriebsziffem sind wesentliche Verschiebungen gegenüber der Vorwoche nicht eingetreten.
Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert.
Rinder
Kälber
Schafe
Schweine
Berlin
22-60
63-83
35-65
77-86
Bremen
20-56
40-80
25-60
60-78
Breslau
20-62
60-82
20-64
72-85
Ehemnitz
20-60
55-78
44-58
75-86
Dortmund
23-60
50-85
38-54
68-85
Dresden
24-62
62-84
35-66
70-89
Düsteldors
25-64
50-85
—
78-86
Elberfeld
28-64
55-85
—
72-88
Esten
25-60
50-105
30-52
75-86
FrankfurtM.
18-63
48-80
30-52
70-86
Hamburg
16-60
30-82
25-60
65-82
Hannover
15-60
45-95
25-62
70-84
Husum
20-61
—
—
—
Karlsruhe
21-58
60—72
—
78-86
Kastel
23-64
55-77
—
75-90
Kiel
17-50
33-71
28-57
49-80
Köln
20-64
55-110
—
70-85
Leipzig
25-63
55-85
25-64
72-88
Magdeburg
18-60
40-80
30-56
76-87
Mannheim
14-69
50-80
36-46
74-88
München
20-63
54-74
—
65-84
Stettin
10-57
40-78
20-58
70-84
Stuttgart
14-59
60-80
—
60-86
Zwickau
16-56
—
34-65
72-84
* Die Leistungen der Reichsbahn im Güterverkehr. Mit 1 560016000 Wagenachskilometern im Juli haben sich die Wirtschaftsleistungen der Reichsbahn im Güterverkehr gegenüber dem ersten Vierteljahrsdurchschnitt um rund 31 Proz. erhöht. In der Hauptsache ist die Zunahme auf die Auswirkungen des englischen Vergarbeiterstreiks im deutschen Kohlenabsatz zurückzuführen. Die Leer- leiftung hat sich gegenüber 27,82 Proz. im ersten Vierteljahr auf 30,91 Proz. im Juli 1926 erhöht.
* Sie Brikettpreiserhöhung des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats. Wie bereits gemeldet, erhöht das Rhei- 'nisch-Westfälifche Kohlensyndikat die Brikettpreise ab 1. September. Rach der jetzt erfolgten amtlichen Veröffentlichung stellen sich die neuen Preise wie folgt: Für Briketts 1. Klasse auf 19,75 Mk. je Tonne, 2. Klasse auf 18,75 Mk., 3. Klosse 17,75 Mk., Eisorm 1. Gruppe (EßeiforM) auf 19,75 Mk. und Eiform 2.—3. Gruppe (Magereiform) auf 19,50 Mark je Tonne.
• Oelgewinnung aus österreichischer Kohle. Die deutsche Bergin A.--G. für Kohle- und Erdölchemie hat in ihren Mannheimer Anlagen in letzter Zeit Versuche unternommen, ob und inwieweit aus österreichischer Kohle durch das Bergin-Verfahren Oel erzeugt werden könnte. Die Versuche, die zuerst mit der Kohle aus den Stahendorfer Kohlengruben durchgeführt wurden, haben zu günstigem Ergebnisse geführt und eine qualitativ sowie quantitativ gute Ausbeute an Leichtöl ergeben. Wird dieses Resultat durch die weiteren Untersuchungen be-
stätigt, so besteht die Absicht, eine Grohanlage zur Oelgewinnung aus österreichischer Kohle zu errichten
* I. G. Farbe nindu st rie-Hallesche Kaliwerke. Wie der D. H. D. hört, schweben zwischen der I. G. Farbenindustrie und den Hallescheu Kaliwerken Verhandlungen über einen von diesen stillgelegten Schacht. Die Verhandlungen zielen daraus ab, daß die I. G. Farbenindustrie diesen Schacht pachten und dort die Gewinnung von Anhydrit aufnehmen will. Die Verhandlungen nehmen einen für beide Teile befriedigenden Verlauf und durften kurz vor dem Abschluß stehen.
* Beteiligung der Seehandlung an der Frankfurter Bank. Wie mitgeteilt wird, hm die Preußische «taatsbank (Seehandlung) 400 000 Mk. Stammaktien der Frankfurter Bank erworben. Diese Aktien stammen aus dem bei der letzten Kapitalerhöhung auf 4 Mill. Mk. zur freihändigen Verwertung bestimmten Posten von 800 000 Mk. Bekanntlich wurde die Kapitalerhöhung im Juli d. I. in der Weise durchgeführt, daß das im Aufsichtsrat vertretene Bankenkonsortium die neuen Aktien im Betrage von 2,4 Mill. Mk. übernahm und 1,6 Mill. Mk. hiervon den alten Aktionären im Verhältnis 1:1 zum Bezüge anbot.
* Gründung eines o st europäischen H o lz sh n d i ka t s? Wie dem DHD. aus Moskau gemeldet wird, sind dort Vertreter dev großen tschechoslowakischen Holzfirmen eingetroffen. um mit dem russischen Holzsyndikat über die Gründung eines Syndikats der polnischen, russischen und tschechoslowakischen Holzinteressenten zu verhandeln. Die russischen Vertreter haben sich zu Verhandlungen bereit erklärt, wollen jedoch freie Hand behalten. Im Falle des Zustandekommens eines derartigen Syndikats, das in erster Linie dem gemeinsamen Vorgehen auf den ausländischen Absatzgebieten dienen soll, wird auch eine Beteiligung Lettlands in Frage kommen.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
28 August.
30. August.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
(Selb
Brief
Geld
Brief
WmfL-IHott.
167,94
168,36
168,09
168,51
Bucn-Aire^
1.690
1,694
1.691
1.695
Brff.°Rn1w
11,64
11,68
11,59
11,63
Christiania.
91,79
92,01
91,85
92,06
Kopenhagen
111,34
111,62
111,40
111,68
Stockholm .
112,13
112,41
112,16
112,44
HclstngforS
10,54
10,58
10.546
10,5*6
Italien . . .
13,64
13,68
13,61
13.68
London. .
20,344
20,394
20,354
20,404
Neuvork . .
4.192
4.202
4,195
4.205
Parte. . .
12,13
12,17
12,09
12,13
Schwet, . .
«0,94
61,14
81,01
61,21
Spanien . .
63,92
64.08
63.72
63,88
Japan . . .
2,005
2.009
2,009
2,013
:Hlo de Jan. Wien in D--
0,640
0.642
0.642
0.644
Oest. abgest.
09,25
59,39
12,451
59,28
59,42
Prag .... Belgrad . .
12,411
12,419
12,459
7.39
7,41
7.40
7,42
Budapest. .
5,87
5.89
6,872
$,892
Bulgarien
..04
.1,05
3,04
3.05
Lissabon
21.39.5
21,445
21,395
21,445
Danzig. . .
81.5.5
81.75
81,48
61,68
Konstantin.
2,265
'2.275
2,24
2,25
Athen. .
4,89
4.91
4.74
4,76
Canada. .
4,198
4,208
1.199
4,209
Urnguast . .
4,195'
4.205
4.195
4.205
Berlin, 28 August
Geld
Brief
Amerikanische Noir» .....
4,177
4,197
Belgische Noten ........
Dänische Noten........
11,67
111,07
11,73
111,63
Englische Noten .......
20,30
20,40
Franzöusche Noten ......
12,15
12,21
Holländische Noten......
167,60
168,44
Italienische Noten......
13,08
11,06
Norwegische Noten..... Deutsch-Ocstcrr., ä 100 Kronen
91,47 59,10
91,93
59.40
Rumänische Noten......
2.02
2,04
Schwedische Noten......
111,77
112,33
Schweiz Noten.......
80,75
81,15
«Lvanische Noten.......
63,64
63,90
Tschechoslowakische Noten . .
12,372
12,432
Ungarische Noten.......
5.825
5,865
Berliner Börse.
Berlin, 30. Aug. Die heutige Börse stand unter dem Zeichen des Tlltimos. Am Geldmarkt war eine erhebliche Rachfrage zu verzeichnen, so daß die Sätze eine wesentliche Erhöhung erfuhren. Man hörte auch von Prolongationsschwierigkeiten bei kleineren Firmen. An den Aktienmärkten kam Material heraus, das zwar nicht erheblich war, aber bet der fehlenden Unternehmungslust genügte, um das Kursniveau um 1 bis 2 Pvrozent herabzudrücken. Die Leipziger Herb st messe fand eine sehr reservierte Beurteilung in punkto ilnv, sähe. Abweichend von der allgemein schwächeren
Sturm in Schmalebeck
Roman von Sophie Kloerss.
Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 9. Fortsetzung. Rachdruck verboten.
Ein kurzes Lauschen--draußen und drinnen
noch Nachtschweigen, — — sie huschte mit nackten Füßen hinüber, sah in den Garten — — nichts. Aber am Spalier, der Wein hatte zwei zerbrochene Ranken und die Gartenbank vor dem Eßzimmer stand schief. Sie faßte ihre Rosen und lies zurück. Vier waren es. Eine rahmweiße, eine gelbe mit roten Mindern an den Auhenblättern, eine zartrosa und eine tiefrote. Jede ein Wunder in ihrer Art. An den Rosen ein Zettelchen
Rosen leg' ich zu deinen Füßen:
Die Schwestern sollen die Schwestern grüßen.
Könnt' ich mein ganzes Leden lang
Rosen streuen auf deinen Gang.
Und wenn mein Herz ein Röschen wär', Ich legt' es zwischen die Rosen her.
Sie lachte. Leise und selig. — Einundzwanzig Jahrei Das Erleben begann! — Und war wie dieser Sommermorgen. Lauter Licht, lauter Dust, lauter heimliches Lachen.
Mittags kam Georg Grützmann und hatte aus den Gewächshäusern des Onkels einen Strauß seltener Nelken mit Tuberrosen umgeben. Tuberrosen hatte noch kein Mensch außer Herrn Nilius, — und die ganze Stube war voll betäubendem Duft, — ober seine kostbare Herrlichkeit bedeutete nichts gegen die vier Blüten, die in Eichtal auf dem großen Rasenplatz in freier Luft, in Sonne und Wind aus. gebrochetz waren.
„Da 15 en feiner Herr im „Blauen Kater" aiv gekommen", berichteten Aenne und Brigitte, die die lebende Zeitung Schmalebecks waren. „Mit der Post. Hat 'ne lederne Tasche bei sich. Und en Reife- sack mit Rosen und Tulpen drauf."
„Und an großen Koffer", schrie Hans, der gerade eine halbe Frikadelle in den Mund geschoben hatte. „Pedersen sagte —"
„Erst auskauen", befahl der Vater. „Je voller der Mund, desto reiner die Aussprache, was?"
Mit Energie wurde der ganze Happen hinabgewürgt. „Pedersen sagt, fo’n großen Koffer hat er noch gar nicht a»'f der Post gehabt."
„Auf dem Koffer steht mit so runden blanken Knöpfen: Thomas Raben, Hamburg. Ich hab' es gelesen."
„Ich hab' es auch gelesen. Madam Eggers kam grab' vorbei, die sagte: .Was der man einmal in Schmalebeck wollte?''
„Wenn Madam Eggers sich der Sache annimmt, wird Schmalebeck das bald genug wissen. Uebrigens, was ist das mit euch, ihr macht mir manchmal reichlich Lärm in eurer Arbeitsstunde. Fiete scheint euch viel zu viel Willen zu lassen."
Sie hatten es plötzlich sehr eilig mit dem Essen. Rur Hans sah nach einem Zögern vom Teller auf und sagte: „Fiete Eggers sitzt immer und zeichnet. Aber wenn ich es sehen will, reißt er es fix kaputt."
„Du kannst nachher mal mit deiner Fibel in mein Zimmer kommen. Als ich sechs Jahre alt wurde, konnte ich schon sehr gut lesen."
„Du bist ja auch en Vater."
„Das hat da gar nichts mit zu tun. — Ilse, dich möchf ich auch noch mal alleine sprechen.
„Mich?"
Aenne und Brigitte knufften sich unter dein Tisch. Ilse bekam auch was ab. Was die wohl aus« gefressen hatte? Komisch, daß der Vater mit einemmal so kurz geworden war. Als man sich hinsetzte zum Essen, war er ganz vergnügt gewesen. Sie waren froh, als sie aufstehen konnten.
Doktor Rottmann stand in seinem Zimmer und sah hinaus auf die Straße. Drüben lag die Post und zwei Häuser weiter der „Blaue Kater". Vor der Tür die grüne Bank zwischen den Oleanderbäumen war leer. Hinter den offenen Fenstern der Gaststube schienen Menschen zu gehen, aber man konnte nichts Genaueres unterscheiden.
Der Doktor legte die Hände auf den Rücken und begann ein langsames Auf- und Abgehen. „Thomas Raben." Der Name war keiner, der oft oorkam. Und dazu „Hamburg". — Was wollte der hier in der Einsamkeit der kleinen Landstadt? Er hatte das Aufhorchen in Hanses Zügen gesehen. Er war kurz geworden gegen die Kinder, der plötzlichen Erregung Bahn zu geben. Und er wußte, sie hotte ihn durchschaut. Dann aber kam sie her. Oder---kam sie nicht? — Ja, dann wußte er
auch Bescheid.
Tendenz zeigten einige Elektropapiere im Zusammenhang mit den immer wieder austauchen- den Gerüchten über Zusammenschlußbestrebungen feste Haltung. Am M o n t a n m a r k t bildeten Mannesmann eine Ausnahme in der allgemeinen Abschwächung, da dieses Papier infolge der Transaktion mit der englischen Mannesmann- gesellschast gesucht blieb. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde das Geschäft sehr still, die Tendenz konnte sich jedoch leicht befestigen. Die Aktien der Vereinigten Stahlwerke wurden heute erstmals mit 139 Prozent variabel notiert. Im Devisen verkehr wiesen die lateinischen Valuten feine wesentlichen Veränderungen auf. Spanien lag erheblich a b g e s ch w ä ch t. Die Reichsmark stellte sich gegen den Dollar auf 4,1985, Kabel gegen London auf 4,8521. Am Geldmarkt zogen die Sähe für Tagesgeld auf 6 bis 6,75 Prozent an. Monatsgeld 6 bis 7,5 Prozent, Geld für einige Tage über den Ultimo 7 bis 7,5 Prozent.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
SchlUI. Kurs
Kurs
Schluh. Einfang
Kur»
Datum:
28. 8.
30. 8.
28. 8.
30. 8.
5% Deutsche ReichSanleibe • 4% Deutsche Rcichsanleihe . 8V,% Deutsche Reichsanleibe
0.4775
0.47
0,475 0,435
0,4455
0,42.5
—
0,4325
—
3®/1 Deutsche Rcichsanleihe .
0,48
—
0,49
—
Deutsche Svarprämienanleih« 4% Preußische Koniols
—
—
0.27
—
0.4275
—
0.44
—
4° o Hessen
0,40
—
—
—
3'/,% Hessen.........
—
—
—
—
3% Hessen...........
Deutsche Wertd. Dollar-Ans.
—
—
0.415
95,75
—
99.75
—
bfo. Doll-Schatz-Anweisug.')
—
—
—
4°/o Zolltürlen........
13.12
1 13.12
13.12
—
5% Äoldmcrikaner • . .
41,75
44
45
—
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Prtvat-Bank
211 138'
137.5-
209'
138,5*
209*
Darmst. und Nationaldank .
209'
207'
209.7*
—-
Deutsche Bank.........
167
164'
166'
164.7'
Deulsche LcrcinSbank .
96
—
—
—
Disconto Commandit . . .
161'
160.2'
161‘
160,2'
Mctallbank..........-
133,25
—
—
—
Mitteldeutsche Lreditbank. .
142.75
—
143'
_
Ocsterreichische Lrrditanstalt.
8.8
—
8,95
—
Weltbank...........
86
—
—
—
Bochumer Guß...... .
>45'
146'
145,5'
144,4'
BuderuS .........
96.5
97
—
Caro ............
80
—
81.5-
Deutsch Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke . .
154-
168,5'
153*
166,5'
154,9*
169,1'
152'
166.5'
Harpener Bergbau......
Kaliwerke AschcrSleben....
154*
153*
155.6*
152.5'
138
—
139,5
139
Kaliwerk Westeregeln.....
146.75
—
148
146,25
Lanrahütte ..........
53,5
—
54,25
Oberbedarf...........
73.75
—
73.5
Phönix Bergbau .......
Rheinstahl...........
121'
142'
119.5'
111*
121.2'
142.2'
118,5*
139.4*
Riebeck Montan........
172,5'
169, 5
172'
168'
Tellus Bergbau......
68,75
Bereinigte Stahlwerke N, G
-
-
139
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . . ,
159,5'
158,5'
157,2*
158*
158,9'
Thcramische Werke Albin . .
—
—
_
Zementwerk Heidelberg . .
132
—
_
Philipp Holzmann ......
117,5
—
117,5
—
Anglo-Cont. Guano.....
—
—
89,23
_
Chemische Piaster Alapin . .
—
1 —
—,
_
I. G. Jarbcnindusnic, A--G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung........
Rütgerswerkc........
288.9'
110
| :85*
288.5*
110
2M.2*
108,9
52
116
_
115,9
Schcideanstalt.........
156,75
—
—
Allg. ElcktrtzttSS-Gelellschaft
158.9'
157.5*
159*
156,5*
Bergmann .........
156,25
—
158,2'
157,5'
Mamkraftwerke........
109,75
—
Schuckerl............
Siemens 4 HalSLe ......
13.3.7'
—
135.7*
198*
131.5'
197,5*
196,5'
196-
Adlcrwcrkc Klester ......
84,75
85
85.0
85.75
Daimler Motoren. ......
84.75
84,5
85
83,5
Hestligenftacdt.........
Meguin........... .
Motorenwerke Mannheim
30
47,75
—
47,75
—
—
—
42
—
Frankfurter Armaturen . . ,
—
—
—-
—
Konservenfabrik Braun . . .
—
—
—
—1
Metollgesellschaft Frankfurt.
Pcl. Union 8L»(3......
142,75
95 75
—
91.5
_
Schuhfabrik Herz - - ...
50
—
53
—
Sichel..... .
Zellstoss Waldhos......
2.8
185
—
3 183.5
181
Znckerfabrü Frankenthal . .
Mucker fabrck Waghäusel • . .
78
89.9
75,5
88.5
78
89.5
—
frankfurter Börse.
Frankfurt, 30. Aug. Tendenz-Schwächer. Die Börse war zu Wochenbeginn durch große Lustlosigkeit und schwächere Haltung gc- lenuzeichnet, die hauptsächlich ihren Grund in den Llltimo-Glattstellungen hatten. Bei dem Mangel an jeglicher Anregung und der Zurückhaltung außenstehender Kreise voUzog sich das Geschäft außerordentlich schleppend und hielt sich in den bescheidensten Grenzen. Vorbörslich traten Kursrückgänge bis zu 6 Prozent ein, die jedoch zu Beginn des amtlichen Verkehrs bis zu 3 Prozent wieder aufgeholt werden konnten,
TO13W1W WMUT—C
Schon war ihr schneller Schritt vor der Tür. Er trat an das Fenster und besah den Wein, der in junger Blüte stand.
Es half nichts. Hanse kannte ihren Alten viel zu gut.
„Muff, muff!" machte sie. „Red' mal mit dem Mund und nicht nur mit Schultern und Rücken. — Na? Bist du nicht wert, daß ich dein Antlitz schaue? Herrgott, was hat man ’ne Last mit den Männern."
Detlev Rottmann wandte sich mit einem Ruck zurück. „Was will er hier?" Seine Frau sah ihn an, hatte ein überlegenes Lächeln in den Augen, so wie Frauen haben, die denken: „O du törichter Mann! O du ganz großer, ganz törichter Mann!" Und ihr Mund sagte: „Wenn ich es wüßte! Meinst du, der Herr Rechtsanwalt berichtete mir üoer seine Reisen?"
„Es ist doch seltsam, elf Jahre sind wir nun verheiratet, und nie war er in Schmalebeck. Run mit einem Male---Was will ein Hamburger
Rechtsanwalt ausgerechnet in Schmalebeck?"
„Was will er in Heide und Marne und Krempe, wenn er dahin fährt? Er wird schon seine Gründe haben."
„Eben die wüßte ich gern."
„Du, Detlev — nein, wie kann man nur. Solch energischer Herri Solch kluger, selbstbewußter Herr wie btr Doktor RottmannI Du kannst doch nicht im Ernst glauben, daß etwas anderes als der reine Zufall ihn hierherführt?"
Ihre Augen wurden ernst und dunkel. „Oder traust du mir zu —"
„Sfcht! — das mußt du gar nicht aussprechen. — Nein, dazu kenne ich doch meinen guten Kameraden zu gut. — Aber — Hanse, wer dich einmal lieb gehabt hat — du bist noch immer so jung! Du bist noch immer eine Frau, die sehr begehrenswert ist. Kann ihn nicht die Erinnerung —"
Sie schüttelte nachsinnend den Stopf. „Ach nein, Lieber — Erinnerung? Was ist sie, wenn so viele Jahre vergangen sind. Es ist keine Bitterkeit in ihr, aber auch keine Sehnsucht. Man denkt zurück wie an einen Hellen Frühlingstag. Schön war et, gewiß. Aber dec Sommer hat reichere Erfüllung. Und was eine Frau überwunden hat, so restlos überwunden, das wird einem Manne nicht mehr zu schaffen machen. Vielleicht ist er selber längst glücklicher Gatte und Vater."
so daß sich Kursverluste von im allgemeinen 2 bis 3 Prozent ergaben. Ain schärfsten in Mitleidenschaft gezogen war der Montan» markt, der durchweg schwächer lag. Gelsenkirchen minus 2 Prozent, Deutsch-Lur minus 3 Prozent, Harpener minus 1 Prozent, Mans- selber minus 1.75 Prozent, Phönix minus 1,5 Prozent, Riebeck minus 3 Proz. Eine Ausnahme bildeten nur Bochumer, die 1,5 Proz. anziehenl tonnten. Don Chemiewerten konnten I. G. Farben, die vorbörslich mit 282 Prozent umgingen, im Verlaufe sich auf 285 Prozent erholen. Scheideanstalt minus 1,75 Proz., Goldschmidt minus 2 Proz. Der Eleftrvmarkt war anfangs gehalten, doch drückte schließlich auch hier die Geschäftsstille die Kurse herab. Siemens minus 2 Pro;.. AEG. minus 1,75. Felten und Lahmeyer blieben gehalten. Am Bankenmarkt betrugen die Rückgänge bis zu 3 Proz. Deutsche minus 3 Proz. Schiffahrt s- a f t i e n halten bei stillem Geschäft fast unveränderte Kurse. An den Rebenmärkten bestand etwas Interesse für Autoaktien, von denen Kleyer und RSU. um je 2,5 Pro^. a.iziehen konnten. Etwas Kaufneigung zeigt»-ftch auch für Zellstof f-- und B a u st o f f a k t i e n , die sich leicht zu befestigen vermochten. Zuckeraktien dagegen lagen ohne Interesse und lendierten nachgebend. Auch O e l a 11 i e n vernachlässigt und schwächer. Der heimische Anleihemarkt blieb völlig umsatzlos. Von ausländischen Renten lagen Mexikaner und Zolltürlen niedriger. Der Freiverlehr hatte keine nennenswerten Umsätze zu verzeichnen. Benz 80 Prozent, Drown Doveri 120 Prozent. Entreprise 7,5 Prozent. Growag 61 Prozent, Frankfurter Handelsbank 90 Prozent, Ufa 42,5 Prozent, Rastatter Waggon 14,5 Prozent. Im weiteren Derlaufe traten wesentliche Veränderungen nicht hervor, die Tendenz neigte weiter zum Rachgeben. Am Geldmarkt war die Lage etwas angespannt. Tages- und Monatsgeld blieb bei anziehenden Sätzen gesucht. Im DevHen- verkehr lagen die westlichen Frankenvaluten fast unverändert. Paris gegen London 169, Brüssel 175,50.
Franffurtcr ^Ireidcbörsc.
Frankfurt a. M., 30. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, neuer Ernte, 28,50 bis 28,75 Mk.: Roggen, inländischer, neuer Ernte, 21,50; Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 19 bis 19,50; Mais, gelb, 18,50; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41,25 bis 42; Roggenmehl 31,50 bis 32,50; Weizenkleie 9; Roggenkleie 10,50; Erbsen 32 bis 48; Linsen 45 bis 75; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 7 bis 7,25; Weizen- und Roggenstroh, alt, 5,50 bis 6; do. 3,50 bis 4; Treber, getrocknet, 15 Mk. Tendenz: abgeschwächt. — Amtliche Rotierungen für Speisekartoffeln: gelb- fleischige, hiesige, 3,10, weißschalige, hiesige, 2,50 Mk.
Frattkmrtcr Schlachtvichrrrarkt.
Frankfurt a. QU., 30. Aug. Austrieb: 1463 Riirder, darunter 358 Ochsen. 740 Bullen; 1063 Färsen und Kühe, 340 Kälber, 85 Schafe, 4415 Schweine. Rinder. Ochsen: Vollsleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 58 bis 63 Mk., junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 57, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 49; Dullen: voll- fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlacht- Werts 50 bis 56. vollfleischige jüngere 45 bis 49; Färsen und Kühe: Dollfleifchige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 53 bis 62. vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 52 bis 57, wenig gut entwickelte Färsen 47 bis 54, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 42 bis 51, mäßig genährte riübe und Färsen 30 bis 40, gering genährte .Kühe und 'Färsen 20 bis 29. Kälber: Feinste Mastkälber 76 bis 82. mittlere Mast- und beste Saugkälber 64 bis 75, geringere Mäst- und gute Saugkälber 56 bis 63, geringe Saugkälber 50 bis 55. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 48 bis 52, geringere Masthämmel und Schafe 42 bis 47. Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kilo 83 bis 85, vollfleischige unter 80 Kilo 78 bis 82. vollfleischige von 100 bis 120 Kilo und 120 bis 150 Kilo 82 bis 84. unreine Sauen und geschnittene Eber 70 bis 76. Marktverlauf: Rinder und Kleinvieh bei regem Handel ausverkauft. In Schweinen ruhiges Geschäft und Tieberstand.
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„Ich bin in deinen Augen vielleicht kornisch, wie? Du mußt denken, daß ich im nächsten Jahre fünfzig werde. Und er ist —"
„Genau so alt wie ich, bald oierunddreißig. Er war damals noch so jung — viel jünger als ich. In den Jahren sind wir Mädchen die älteren. — So, nun setz' dich in deinen Sorgenstuhl und halte deine Mittagsruhe."
Aber der Doktor, als er sich fetzte, zog fein Weib auf die Knie, und ihr junges, leuchtendes Gesicht sehend, fragte er: „Ist es dir nie leid gewesen, Hanse? Antworte nicht aus Güte, antworte aus offenem Herzen."
„Es ist mir nie leid gewesen. Lieber! Um des Kindes willen bin ich gekommen, um des Mannes willen bin ich geblieben, würde ich bleiben, und wenn alles gegen ihn stünde. Sind denn dir die elf Jahre nichts gewesen als Kameradschaft?"
„Ich glaub' es dir, mein Hans. Aber —" „Aber?"
Er wollte nicht mehr sagen. — „Nun, wenn er länger hierbleiben will, was der große Koffer ja vermuten läßt, wird sich ein Zusammenkommen nicht vermeiden lasten. — So, nun schick mir mal Jlsebill, mit der hab' ich ein Hühnchen zu rupfen."
„Muß das sein? Sei vorsichtig, daß du nichts verwirrst."
„Traust du dem jungen Manne? Gestern morgen, als ich früh im ©arten war, waren da unten an der Schmale Pferdespuren, die führten hinein in den Bach und wieder heraus, oder vielleicht richtiger erst heraus in unseren Garten und wieder hinein in das Wasser. Und im Kies unter dem Rotdorn sah es aus, als sei ein Gaul angebunden gewesen. Was heißt das? Gibt meine Tochter sich wie eine Magd heimliche Stelldicheins bei Nacht im Garten? — Da faßt man gleich fest zu, daß kein Skandal daraus wird."
„O du schrecklicher Mann! — Nichts hat sie ge- wußt von dem Pferd, und das Ganze läuft auf eine Huldigung heraus. — Ja, wir haben höchst verständig gefreit und unsere Seligkeiten erst nach der Hochzeit kennengelernt, aber wenn es anders ist — gönne ihr das erste junge Glück. Rosen hat er ihr in das offene Fenster gelegt, und heimlich, wie er gekommen ist. hat er sich wieder davongemacht. Ist das Sünde?"
(Fortsetzung folgt)


