Dollar deutsches Kali teufen. Wenn wir selbst Kali produzieren, werden wir den Kali- preiS auf die Hülste herabdrücken können.
Trendelenburg zur Genfer Wirtschaftskonferenz.
Gens, 29. April. (WTB.) Staatssekretär Dr. Trendelenburg, der deutsche Delegierte aus der vorbereitenden WeltwirtschastSkonserenz, gewährte einem Vertreter des „Journal de Genöve" eine Unterredung. In der es heißt: Bei der gegenwärtigen Aussprache der internationalen WirtschastSvolitiker in Gens treten die besonderen 3nteres|en gegenüber den allgemeinen sehr stark zurück. Die Erreichung des internationalen Zieles, das man sich gesteckt hat, würde ganz wesentlich erleichtert, wenn man in einzelnen Ländern entschlossen die Lösung gewisser Probleme in Angriff nehmen würde. Hinsichtlich der W ä h r u n g s s r a g e, die auch nach der Auffassung Trendelenburgs eines der wichtigsten Probleme ist, wird es genügen, wenn die Länder mit zerrütteter Wahrung die Schlußfolgerungen der Brüsseler Finanzkonferenz in die Tat umsetzen würden. Dr. Trendeleburg wiederholte die in seiner Rede vom Dienstag ausgestellten Forderungen für eine Rationalisierung der Produktion, Herabsetzung der Produktionskosten, Vereinheitlichung des Weltmarktes, Beseitigung des wirtschaftlichen Ratto- nallsmus und Herabsetzung des übertriebenen Zollniveaus und erklärte weiter, daß ohne die Erfüllung dieser Forderungen eine Heilung der Wellwirtschaftskrise nicht möglich sei. Er schloß mll der Bemerkung, daß man praktische Auswirkungen der Genfer Verhandlungen nicht sofort werde beobachten binnen. Zusammenkünfte wie die gegenwärtige böten aber schätzens? werte Vorteile, da sie den Vertretern der ganzen Well einen freimütigen Gedankenaustausch über ihre Erfahrungen auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten ermöglichten.
Die Wirlfchaftsnot im Sieq- und Bahngebiet.
Berlin, 29. April. (WB.) Die Deutschnationaie Bolkspartei weist in einer im Reichstage eingebrachten Interpellation auf die ft ä n b i g ft eigen b e R o t im Sieg- und ßo.bnpebiet hin. Nur noch 13 Erzgruben mit 3800 Arbeitern feien in betrieb. Drei Viertel ber Gruben ft ä n = b e n ft 11L Zum Schaben unserer Handelsbilanz würben große Mengen Eisenerze aus b e m y u s l a n b e eingeführt. Bei den Hochöfen bss Gebiets fei bie Erzeugungsmögkichkeit auf 14 Proz. gesunken. In ähnlicher Weise drohe bie märkische stleineiseninbusttte zu erliegen. Die Zahl ber Arbeitsuchenden steige in ben Kreisen Hagen und Schwelm ftänbig weiter. Der Wettbewerb ber Länder mit einer entwerteten Valuta sei übermächtig geworben. Der Demobilifierungskornmifsar müsse Stillegung auf Stillegung zugestehen. In der Interpellation wird zum Schluß gefragt, welche Wege die Regierung, insbesondere das Reichsarbeits- und Wirt» kchaftsminifterium, einzuschlagen beabsichtigten, um Besserung zu schaffen.
Die Branntweinmonopol- verwaltunq.
Berlin, 29. April. (DDZ.) Der Untersuchungsausschuß über die Derhältniste in der Branntweinmonopolverwaltung befaßte sich heute mit der Tätigkeit des Beirats der Monopolverwaltung. Der Referent stellte fest, daß in vielen Fallen ber Beirat das Drennrecht böher und die Preise für das Monopol ungünstiger festgesetzt habe als die Monopolverwaltung es vor- fchlug. Der Reichsrat als Einspruchsinstanz habe vollkommen versagt. Bon einem freien kaufmännischen Arbeiten der Monopoloerwaltung könne unter solchen Umständen nicht gesprochen werben.
Die Fürstenabfindung.
Eine eigene Vorlage der ReichSreqirrung.
Berlin, 30. April. (Sil.) Wie bet ..Lokal- Anzeiger" mitteilt, hat die Deutsche Volkspartei in ihrer Wittwochsitzung beschlossen, beim Aeichskanzler vorstellig zu werden, um eine aktive Beteiligung der Aegierung an der Lösung ber Fürstenfrage zu erreichen. Der Frallionsvorsihende der Partei, Abg. Scholz, begab sich gestern nachmittag nach dem Plenum zum Reichskanzler, um diesem den Wunsch seiner Fraktion vorzutragen. Das Reichskabinett wird nunmehr heute abermals eine Sitzung abhalten, in der über die Einstellung der Regierung zur Auseinandersetzung mit den Fürsten Stellung genommen werden soll. Es ist auch, wie die „Tägliche Rundschau" mitteilt, damit zu rechnen, daß die Regierung mit einer eigenen Vorlage hervortritt, die das Problem der Fürstenentschädigung unter Anlehnung an den Kompromißenttvurf zu losen versucht. Dieser Entwurf wird noch vor b em Volksentscheid, vielleicht schon in verhältnismäßig kurzer Zeit, an den Reichstag gelangen. Es wäre damit natürlich nicht gesagt, meint die „Tägliche Rundschau", daß er noch vor dem Vollsentscheid verabschiedet wird. Damit wird man erst rechnen können, wenn der Volksenttcheib erledigt ist. Die Vorlage der Regierung wäre aber doch ein sichtbares Zeichen und eine moralische Gewähr, daß eine für beide Telle annehmbare parlamentarifche Regelung in der Frage der Fürstenentschädigung unter Führung der Regierung angestrebt und durchgeseht werden wird und damit würde eine Gegenparole gegen den Enteignungsantrag aus- gegeben, die sicher ihre Wirkung nicht verfehlen w'rd.
Auflösung des mecklenburgischen Landtags
Schwerin, 29. April. (TU.) Die heutige Sitzung des Mecklenburgischen Landtags gab den Par- leien Gelegenhell, nochmals zu einem in der ooriaen Woche von den Deutfchnationalen und ber Dolks- partei eingebrachten Antrag auf Auflösung des Landtags Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende ber deutfchnationalen Landtagsiraktion, Knebufch, erklärte, feine Fraktion habe den Antrag eingebracht, weil sie einmütig bie Regierungserklärung unb das darin nkbergelegfe Programm für die Verwaltung Mecklenburgs anerkenne, während die deutsch- völkische Fraktion weder hinter dem Regierungsprogramm, noch hinter dem Staatsminisier Dr. d. Oertzen stehe. Damit fei bei der heutigen Zusammensetzung des Landtags jede Möglichkeit
einer Rechtsregierung in Mecklenburg geschwunden. Die Redner ber kommunistischen und sozialdemokratischen Fraktion erklärten gleichfalls ihre Zustimmung zu dem Auflöfungs- antrag. Der beutschnationale und volksparteiliche Antrag wurde nach Schluß der Debatte einstimmig angenommen. Die Neuwahlen sind auf den "13. Juni festgesetzt. Die bereits in ber vorigen Woche zurückgetretene Regierung wird bis zum Zusammentritt des neuen Landtags die Geschäfte weiterführen.
Der Kuttsker-Prozetz
Berlin, 30. April. ($U.) 3m Kutisker- Prozeß wurde die Vernehmung über die Geschäfte mit dem Hanauer Laaer fortgesetzt. Bei der Gegenüberstellung 3 to a n Kutiskers mit Holzmann kommt es zu erregten Szenen. Der Vorsitzende muß wiederholl eingreifen, um die Streitenden zu beschwichtige:. Darauf kam das Angebot der rumänischen Regierung auf Ankauf des Hanauer SagerS für 9,6 Millionen zur Sprache. Der Vorsitzende stellte fest, daß es sich bei dem Verkauf des Lagers an die rumänische Regierung von vornherein um einen Scheinvertrag handelte und daß Kutisker sich von Dr. Rühe von der Staatsbank 60 000 Mark als Schweigegelder geben ließ. Kutisker hat weiter an den rumänischen Attache einen Brief geschrieben, in dem er bestätigt, daß der Vertrag gar nicht ernst gemeint sei. Auch in der Steinbank war es ein offenes Geheimnis, daß der Rumänenvertrag offenbarer Schwindel war, um bie Staatsbank zu täuschen. Kutisker schiebt beute wieder die ganze Schuld auf Holzmann. Dec Angeklagte Holzmann bsFeichuete die Darstellung 3wan Kutiskers als unrichtig. Er sei dabei gewesen, wie Kuttsker das Bestechungsgeld dem Rumänen gegeben habe. 'Bei dieser Erllä-- rung erhob sich Kutisker will end, schlägt mit der Faust auf den Tisch und schreit: Sie sind ein Lügner, ein Verbrecher, der schon Hunderte auf den Kirchhof gebracht hat. Meine Geduld ist zu Ende. Holzmann ersuchte bei feiner Weiter- Vernehmung zunächst den Vorsitzenden um Schutz gegen die Beleidigungen Kutiskers. Kutisker habe Ausdrucke gegen ihn gebraucht, wie ein russischer Kutscher Holzmann erklärte im Laufe seiner Aussagen, daß er bei seiner Fahrt nach Hamburg gewußt habe, daß dort der Scheinvertrag mit der rumänischen Regierung abgeschlossen werden sollte. Kutisker und seine Freunde hätten ihn bei den Verhandlungen täuschen wollen. Er habe aber genau gewußt, daß es sich in Hamburg und in Frankfurt a. M. um Scheinverkäufe handele. Als Eigentümer des Hanauer Lagers habe er die Staatsbank angesehen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident wird demPserde- reunen in Hannover am 13. Mai beiwohnen und die Preise an die Sieger verteilen. Der Reichspräsident trifft bereits am 12. Men in Hannover ein.
Wie verlautet, wird Reichskanzler Dr. Luther, wenn es seine Zeit erlaubt, der Tagung des Deutschen Landwirtsch-aftsrates in Darmstadt am 6. und 7. Mai beiwohnen und über die Zusammenhänge der allgemeinen Wirtschaft mit der Landwirtschaft sprechen.
Wie bas „Bett. Togebl." metbet, ist ber ehemalige beutfche Botschafter in Wafhington, Graf Bernstorfs, zum deutschen Delegierten bei der vorbereitenden Abrüstungskonferenz bestimmt worben. Graf Bernstorfs wirb sich voraussichtlich am 16. Mai nach Genf begeben.
Die Zentrums! ra.kti.on wählte Reichsjusriz» Minister Dr. Marx einstimmig zum Vorsitzenden der Fraktion. Als Aachsolger im Amt des Reichsjustizminislers würde von der Zentrumsfraktion der Vizepräsident des Reichstages Dr. Bell vorgeschlagen werden. An die Stelle Bells als Vizepräsident wird voraussichtlich der Abgeordnete Esser treten.
Der Recktsausschuß des sächsischen Landtages genehmigte bie Strafverfolung bes kommunistischen Abgeordneten unb früheren Finanzministers Böttcher wegen Vorbereitung zum Hochverrat Im Jahre 1923. Böttcher soll sich barnals in führenber Stellung bei ben im letzten Augenblick abgeblasenen Hochoerratsvorbereitungen beteiligt haben, bie nur in Hamburg zu bem bekannten kommunistischen Aufftanb führten.
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Der ichaumburg-lippische Landtag nahm in erster ßefung einen Gesetzentwurf einstimmig an, burch ben bie Volksabstimmung zur Frage ber Aufgabe ber staatlichen Selbständig- f eit be 5 Staates Schaumburg-Lippe beschlossen würbe. Bei Mehrheitsbeschluß ber Bevölkerung für ben Anschluß an Preußen soll ein Staatsvertrag mit Preußen über bie Eingliederung bes Schaumburg-Lippischen Lanbes in bas preußische Staatsgebiet abgeschlossen werben.
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Auf Einladung des englischen Königs wirb ber Präsibent ber französischen Republik Dourner - g u e in Begleitung von Ministerpräsident B r i a n b sich im Juni n a d) L o n bo n begeben, wo er vom 22. bis 25.Juni Gast bes Königs im Bucking- hampalast fein wird.
3n Japan beschäftigt man sich mit dermil i- tärischen Vorbereitung der Studenten angesichts der Herabsetzung der Dienstzeit. Die Dienstzeit soll bei der Infanterie 18 Monate und bei den anderen Waffengattungen 22 Monate betragen. Dieses neue Regiine soll für das 3ahr 1927 zur Anwendung kommen.
Kunst und Mifienschaft.
Lorinth-Ausslellung in Frankfurt a. 2TL
3m Frankfurter Kunstverein wird bis zum 13. Mai eine Gedächtnis-Ausstellung zu Ehren Professor Lovis Corinths gezeigt welche in chronologischer Folge eine große Reihe ausge- wählter Handzeichnungen und Aquarelle des Meisters von seinen ersten Anfängen bis zu dem letzten im 3ani 1925 entstandenen Blatt „Amsterdam" umfaßt. Daneben ist in reichster Auswahl die Druckgraphik des Weisters, meist in besonder» schönen Zustands- und Probedrucken vertreten, so daß die Ausstellung ein vollständiges Bild über „Corinth als Zeichner" bietet. — Die Oel- gemälüe Corinths werden an gleicher Stelle im 3uli und August in einer gesonderten Schau gezeigt werden.
Aus aller Welt.
Großfeuer in einer Pianofortefabrik.
■ 3n der Braunschweiger Pianoforlefabrik von Grotrian-Steinweg brach ein Feuer aus, das an ben vielen Holz Vorräten und sonstigen leicht brennbaren Stoffen reich: Rahrung sand unb sich bei bem herrschenden Winde rasch zum Großfeuer entwickelte. Der Brand ist in dem Hauptgebäude der alten Fabrik entstanden, wo die fertigen Pianos ihre letzte Bearbeitung erfahren. Das Gebäude stand in kurzer Zeit b i s zum Dachstuhl in vollen Flammen. Die Bemühungen der Feuerwehr, das neue Gebäude zu schützen, waren ohne Erfolg. Bald standen Boden li'.ib Dachstuhl, wo kostbare Holz Vorräte lagerten, in Flammen. Die angren enden Wohnhäuser mußten teilweise geräumt werben. Gegen 2 Uhr nachmittags war die größte Gefahr beseitigt. Das große Fabrikationsgeöäudr — ein Bau von 20 Fenstern Front und vier Stock Höhe — ist vollständig ausgebrannt. Dagegen ist der anschließende Reubau verhältnismäßig gut erhalten. Rur Boden unb Dachstuhl brannten aus. Ueber die Entstehungsursache hört man, daß et n Arbeiter unvorsichtigerweise e i n Streichholz entzündete, wodurch die Behälter mit Schellack Feuer fingen, das auf_ die Zelluloidvorräte Übergriff. Durch den in Tätigkeit befindlichen großen Staubentsauger, der die Luft reinigt, wurden die Flammen hoch- gezogen. Der Raum stand sofort in Flammen. Der betreffende Arbeiter ist festgenommen, nach feiner Vernehmung jedoch wieder freigelassen worden. Zur Hilfelcisttmg war auH ein Kommando Reichswehr hercmgezcgrn worden. Vier Feuerwehrleute erlitten Raucha>ergistungen. kamen jedoch nach Smcerstoffbehanblung bald wieder zum Bewußtsein. Bei dem Brande sind 2500 halb- ferligc Pianos und Flügel und das Fournier- lager vernichtet worden. Die oerntMeten Werte sind durch Versicherung gedeckt.
Das Banmrgltilk in Rummelsburg.
Von dem Staatsanwalt wurde die 20 Mann starke Belegschaft vernommen, die mit bet Ausstellung des Kraus beschäftigt war. Die Arbeiter "bekundeten übereinstimmend. daß die mangelhafte Beleuchtung unb die a 11- ju lange Arbeitszeit als Hauptursachen des Unfalles anzusehen seien. Von den Arbeitern feien täglich Ueberstunbcn gefordert worden, so daß Arbeitszeiten von 14 und mehr Stunden herausgekvmmen sind. Unter Einrechnung des letzten Unglücks haben fich insgesamt bisher 18 schwere, 29 mittlere unb 51 leichte Unglückssälle ereignet, wobei in der ersten Ziffer 4 Todesfälle enthalten sind. Das ergibt eine Gesamtzahl von 93 Unglückssällen. 3u der Berliner Stadtverordne enversammlung cr.lärte Oberbürgermeister Bo eh u. a.: Die meisten Unfälle auf der Baustelle, sind auf die Unvorsichtigkeit der Arbeiter zurückzuführen. Die baupolizeilichen Vorschriften sind beachtet worden. Baukonttolleure sind bauernd in Rummelsburg tätig. Eine erneute Prüfung ist eingeleitet worden. Die Unfälle sind auch darauf zurückzuführen, daß die Verhältnisse im Baugewerbe nicht mehr die gleichen sind wie vor dem Kriege, da es an erfahrenen Bautechnikern und Arbeitern fehlt unb somit bie Arbeitszeit nicht immer eingehalten werden kann. Für die Verunglückten wird gesorgt werden.
(Ein grauenhafter Fund.
Paris, 29. April. (WTB-Funkspruch.) Auf dem Passagierdcunpfer „Sidi Ferruck", der von Algier gestern in Marseille eingetroffen ist, wurden im Kohlenbunker die Leichen von 20 Marokkanern entdeckt, bie, um die Tieberfahrt umsonst zu machen, bort von einem Unternehmer untergebracht worben waren.
Rach den Zeugenaussagen bet überlebenben Araber ist bie geheime Einschiffung nachts mit Hilfe einiger Mitglieder der Besatzung vonstatten gegangen. 3eder der auf diese Weise an Bord gebrachten Araber hatte 200r bis 500 Franken bezahlen müssen, während der regelrechte Tleber- fahrtspreis kaum 100 Franken beträgt. Aber ba eine Fahrkarte nur auf Genehmigung unb auf Grund eines Arbeitsvertrages ausgehandigt werde, haben die Araber, bie diese Papiere nicht hätten beschaffen können, den verlangten Betrag bar bezahlt. Es soll in Algier eine richtige Organisation zur geheimen Ausstellung von Papieren geben. 3m ganzen scheinen 48 Araber an Bord versteckt worben zu sein, von denen 17 lebend, 10 tot aufgefunden wurden, einer im Hospital verstorben ist unb zwei weitere noch in Behandlung sind. Es werden immerhin noch 18 Personen vermiht. D e Verantwortung der Heizer ist um so größer, als die betreffenden als Seeleute wissen mußten, daß die Dalasträume des Schiffes, in denen die Araber versteckt wurden, auf Anordnung des Kapitäns bei dem geringsten Unfall mit Wasser gefüllt werden tonnen, und daß sie alle zwei bis drei 3ahre nachgesehen werden.
Versicherungsbetrug.
Ein Berliner Kaufmann, der 3nhaber eines Stossgeschäftes in der Schühenstraße ist und in Zehlendorf eine Villa und ein Auto besitzt, ist von der Kriminalpolizei unter dem dringenden Verdacht des Versicherungsbetruges verhaftet worden. Ende Oktober v. 3. war in seine Geschäftsräume ein Einbruch verübt worden, bei dem für 28 000 Mark Stoffe gestohlen worden waren. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß die Einbrecher von dem Geschäftsinhaber gedungen worden waren, der ihnen die Schlüssel zu den Geschäftsräumen ausgehändigt hatte.
Die Gasfernversorgung der Stabf Weinheim.
Der Mannheimer Bürgerausschuß hat einem Antrag des Stabtrots zugestimmt, wonach für bie Legung einer Verbindungsleitung zwischen ben Gaswerken Mannheim unb Weinheim zur Belieferung ber Stabt Weinheim mit Gas aus dem Mannheimer Werk 260 000 Mark aus An- lehensrnitteln bewilligt werben. Das Weinheimer Gaswerk wird stillgelegt unb die Stabt Weinheim wirb Großabnehmerin bes Gaswerks Mannheim.
Einsturz einer Notbrücke bei Leningrad.
Durch das Hochwasser der Ochta wurde eine Rotbrücke bei der Station Murino, 16 Kilometer von Leningrad, zerstört. Die im Augenblick de» Einsturzes auf der Drücke befindlichen Pgssaa- t e n, deren Anzahl über 50 betrug, stürzten ins Wasser. 20 Personen wurden gerettet. Die Aufsuchung der Vermißten wird durch die • reißende Strömung bes Flusse» erschwert.
Schweres Auwunglück.
3n Waldheim i. Sa. fuhr ein Lastauto der Verliner Schokoladenfirma Hildebrandt & Sohn an einem steilen Bergabhang infolge Versagens der Bremse an ein Haus. Der Anprall war so stark, daß das Haus zum Teil e i n st ü r z 1 e. Der Chauffeur wurde bei bem Zusammenstoß getötet. ber Beifahrer schwer verletzt.
Eine neue Tropfsteinhöhle.
3m bergischen Gelände zwischen Hohenlimburg und Iserlohn mit Sprengarbeiten beschäftigte Straßenbauarbeiter entbedten eine Tropfsteinhöhle von beträchtlicher Ausdehnung. Es handelt sich anscheinend um einen Ausläufer der in der Rähe befindlichen Dechenhöhle.
Hlammuffunbe bei Godesberg.
'Dei den Ausschachtungsarbeiten am Fuße des Roddersberges bei Melem wurden in einer Kiesschicht zwei große Stoßzähne, Kieser- tetel und andere Teile gefunden. Eine Untersuchung ergab, daß es sich um Zähne eine« Mammuts handelt.
Die erwerbslose Hebamme.
3n bem Meiningen benachbarten Rhöndorfe Tlntermaßfeld hat sich dieser Tage die Hebamme erwerbslos gemeldet.DerKlapper- storch streikt in dem Dorfe schon seit geraumer Zeit, so daß die Frau genötigt ist, die öffentliche Fürsorge zur TInterMtzung anzurufen.
Wettervoraussage.
Teils heiter, teils wolkig bei weiterer Erwärmung unb Neigung zu gewitterhasten Störungen.
Schwache Nondstörungen bes atlantischen Tief» bruckgebietes, bas feine Lage wenig geanbert bat, greifen noch nach Mitteleuropa hinein unb lassen feine gesicherte Schönwetterlage aufkommen: jeboch wirb heiteres Wetter vorherrschen.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19 Grad Eelsius, Minimum 7,7 Grab Celsnrs. Heutige Morgentemperatur 12 Grab Celsius.
Aus der Provinzialhauptjtadt.
Gießen, ben 30. April 192&
Dem Andenken an unsere Gefallenen
war am Maittwochabend im großen Hörsaal bet Universität eine Stunbe gewibmet, in ber bie seht zahlreichen Besucher von bem VolksbunbDeut- schen Kriegsgräberfürsorge burch Bild n unb Wort hinausgeführt würben zu ben letzten Ruhestätten ber Besten unseres Volkes, ber im gro« R ßen Kriege in allen Teilen ber Welt gefallenen beut« schon Brüder. Der Dorsitzenbe ber Gießener Ortsgruppe bes Volksbunbes, Beigeorbncter Dr. Frey, | wies einleitenb in kurzen Watten auf ben Zweck biefer Feterstunde hin, bie erneut bie Herzen unb Gedanken hinlenken solle zu dem großen Opfer, bas bie Gefallenen für uns alle gebracht haben, unb in ber wir weiteryin erkennen sollten, baß bie selbst« oerstänbltchste unb minbefte Dankcspflicht für uns alle bann besteht, für bie letzte Ruhestätte biefer Brüber mitzusorgen. Anschließend wurde in Lichtbildern eine Reihe dieser Kriegergräber in West i ;.i) Oft, Nord und Süd, in allen Teilen Europas, in Afrika, Asien und Amettka gezeigt, wo überall fcev.t» sche Helden zum letzten Schlafe gebettet ruhen. M>n erkannte an diesen Bildern die warme Liebe unb treue Fürsorge, die deutsche Krieger ihren auf ber Walstatt gebliebenen Kameraben bei der Bereifung unb Pflege ber letzten Ruhestätte zuteil werben ließen unb bie ber Volksbund Deutsche Kriegs« . gräberfürsorge mit gleicher Treue weiter oueübt Man mußte' aber auch mit schmerzlichem Bebauern bemerken, baß Frankreich bie geheiligten Stätten unserer gefallenen Brüber nicht so behütet, wie wir es erwarten unb es unseren Empfinbnngen entspricht Wie ber Sprecher ber bie Ltchtbtlber begleitenden (Erläuterungen, Lanbgettchtsrat Irümpert, her- vorhob, würben in Frankreich von 2900 beutfenen | Solbatenfriebhöfen unb Äriegergrabftätten rund 2500 zusammengelegt, unb babei ist von ben Franzosen mit einer Pietätlosigkeit unb Herzenskälte verfahren worben, bie erschütternb ist. Die Illustration biefer Feststellung bes Volksbunbes faß man in gegenüber« gestellten 'Silbern, bie einerseits bie liebevolle unb künstlerische Anlage ber Solbatenfriebhöfe von beut- scher Hcmb, anbererfeits bie von ben Franzosen zu- lammengelegten Friebhöfe in ihrer falten, lieblosen . unb unkünstlerischen Schabionisierung zeigten. In Belgien finb ähnliche auch für bieses Lcmb unrühmliche Feststellungen gemacht worben. Dagegen wirb in ben anberen Teilen ber Welt ben Gräbern unserer gefallenen Brüber weit größere Sorgfalt seitens der bärtigen Regierungen unb einheimischen Bevölkerung zuteil: am liebevollsten ist bie Pflege ber Ruhestätten । in Siebenbürgen. Für alle unserer Kriegergrab j überall in ber Welt sorgt aber ber Volfsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit regem Eifer und roarmer Liebe; das lehrten die Bilder und hörte man aus den von Landgerichtsroi T r ü m p s r t gesprochenen Erklärungen. Diel« Tätigkeit des Volksbundes mit allen Kräften W unterstützen, sei es durch die Erwerbung der Mitt gfiedschaft für den außerordentlich bescheidenen Beitrag von 2 Mark jährlich, ben jeher Mitbürger auf1 bringen kann, ober fei es burch Stiftungen, M Pflicht eines jeben Volksgenossen. Mögen bie wer- benben unb mcchnenben Schlußworte bes hiesige" Ortsgruppenvorsitzenben, Beigeorbneten Dr. y r ei), zur Gewinnnung weiterer Helfer bei biefem edlen Werke bes Volksbunbes überall auf fruchtbaren B"' ben gefallen fein unb nun in ben weitesten Kreisen unserer Bürgerschaft wirken, bnmit burch ben Hinzu- tritt neuer Mitglieber zu biefem Bunbe künftig^ für bie Ruhestätten unserer Gefallenen mehr neW werden kann, als bisher. „Glaube, Liebe, Hc>W- lehren uns bie Gefallenen, Opfern lehren uns lh'e Gräber!" Diese Mahnung vergesse man nie!
Bornotizen.
— Tageskalenber für Freitag' Verein Rubersport: 8.30 Uhr, Bootshaus, MonalS' Versammlung. — Reichsbunö ber Zioildienstberech' tigten: 8.30 Uhr, „Stabt Lich", Monatsversamw- lung.
— Aus bem Stadttheaterbureav wird uns geschrieben: Rochmals sei auf o>« SonntagsvorstellunA hlngewiesen, die letzte 2lm' führung der diesjährigen Spielzeit, die bekanm' lich die neue Operette von Walter -hoU» „M arietta" bringt. Die Tttelpartie singt Fri. Simon, mit weiteren Hauptaufgaben find auyep dem betraut die Herren Steinbreche»> Westerrneher und P a t f ch k h.
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