:JZrOMP5ON'S,
5[IFENPULVER
Mvrs/ weiß cSdbeStscIL
N
W Wnb kgenen das ju das pr §aiss
Wem Bon s Der üe Mein <
Sommeri
Da5,
3ni> Lübeö t>1 "»'S gestehen Iubckau' bei* wei* Interel! Hanka fihrcrl n'-^L hcttcnge ireiena scheu Sb bis U Ersch!^ und bock historisch nebenher y As aber die Wurde: Münde Löven r Anfang
dem Ho legten e' bet M den Lü wurde i gegrünt Aei Lübecks Seiten i Aussen, loölbt sic Aussen, Sih und Nächte, tixir: 3ir fommen, 1 Grasen vi kaiserliche ein Snfo wc> die 2' teilen, um umfassen, mittelalte Seistlichte punkt de Rathai Zanten, willens.! non DHei Häuser m Anbruch hert unb
Aus ftabt Lu aus der man au; genannte toanM Auchenwc Heine Fi und wer die Aehr Tradezi übertoad llferfaui dann fü feiten m über den erhoben die Osts, kreis schl
Es V heil sich Die ijeir Mittelpu zu Legii ländische so liegt i zeit, das 2st' uni dwi uni bischen 1 der Oti bitten i Lübeck, eines di erzählen
Nachdruck verboten.
28. Fortsetzung.
Landesgenossenschaftsbank.
* Darmstadt, 28. Mai. Die Landesgenossenschaftsbank e. ®. m. b. H. zu D a r m st a d t hielt ihre 13. o r d e n t l i ch e
Das lachende Haus
Roman von Sophie K l o e r ß.
sung zur Teilnahme an den Fälschungen erhalten hätten, so ist es wahr, denn ohne eine solche Weisung konnten diese in Ehren ergrauten Soldaten nicht zu Verbrechern werden. Sie sind eben keine Verbrecher — auch heute nicht.
Die Frage nach dem Hauptschuldigen, nach dem intellektuellen Urheber und Organisator des Verbrechens hat also dieser Prozeß nicht beantwortet. — Windischoraetz konnte es nicht gewesen sein. — Wer war es? ...
Unaufgeklärt blieb auch das Motiv der Tat. Die Angeklagten wollen im Interesse irgendwelcher irre- dentistischer Ziele Franken gefälscht haben. Welche irredenkistischen Ziele verfolgt wurden, wie diese Ziele durch die Fälschungen hätten gefördert werden sollen, ist gar nicht erörtert worden. Es wäre ja doch nicht herausgekommen! Nickt etwa, weil die Angeklagten keine eingehenderen Aufklärungen hätten geben wollen, sondern weil sie keine hätten geben können. _
Wiederum sei der kluge Minister a. D. von Hegedüs zitiert. Er schreibt: „Der Prinz, der — ich wiederhole es — niemals an die Einhaltung der Gesetze gewöhnt war und jeder Partei angehörte, weil er niemals eine Ueberzeugung besaß, hat sich später einfach in den Mantel des Patriotismus gehüllt. Hätte er — was ich nicht glaube — tatsächlich für den ungarischen Jntegritätsgedanken eintreten wollen, dann hätte er dieses Motiv bei der Entdeckung der Tat leugnen müssen, um sein Land vor dem Makel eines gemeinen Verbrechens zu bewahren." c ri."
Sehr richtig! — Windischgraetz hat irredentistifche Absichten behauptet, folglich bestanden sie nicht, oie bestanden auch nicht, weil dem Jrredentismus mit den Frankenfälschungen nicht gedient werden konnte (was gewiß Nadossy erkannt hätte). Es bestand im besonderen auch nicht die Absicht, Frankreich zu schädigen, wenn man Windischgraetz als den Hauptschuldigen annehmen wollte. Der Prinz, der in einem gewissen Sinne ein „Pariser" war, der politisch nach dem Westen schielte, der Jahr für Jahr nach Frankreich fuhr, um mit den dortigen Größen eine (was ihn betrifft) recht kindische „große" Politik zu machen, hätte sich und hat sich selbst als „Mit"schuldiger nicht in den Gedanken einer auf die Schädigung Frankreichs abzielenden Aktion gestellt.
In den Jrrgängen einer Politik, die sich sogar in Banknotenfälschungen entladen konnte, findet man sich noch am ehesten zurecht, wenn man sich die Fragen vorlegt: Was ist verschwiegen worden? Welchen Fragen wich man aus? Welche Fragen ließ man nicht zu?
Vielleicht erinnert man sich bann, daß nach den Verhaftungen in Holland, ganz am Beginne der Affäre, ein Tagebuch des Obersten Jankovich gefunden wurde, das wie viele andere Indizien auf einen (in erster Linie) innerpolitischen Zweck der Banknotenfälschungen hinwies. Man brauchte Geld, um einen Umsturz zugunsten eines Prätendenten herbei- zuführeTi. Der Prätendent, der just knapp vor jenen ersten Verhaftungen so lärmend in die Erscheinung getreten war, daß man seinen Glauben an einen naben Sieg erriet, ist seitdem in der Versenkung verschwunden. Von ihm, seinem Sekretär, der so manchem Verhafteten nahestand, von allen deren Quertreibereien war im Zuge der Hauptverhandlung nicht mehr die Rede. Das sagt alles . . .
Die Presse der Regierung verkündet frohlockend, daß das Ansehen Ungarns im Auslande durch den Gang der Hauvtverhandlung wiederhergestellt sei, und meint das Ansehen Ungarns in Frankreich, das anfänglich so unerbittlich schien. — Wer hat je daran gezweifelt, daß es so kommen könnte? — Am Feuer des Frankenfälscherskandals ließ sich manche poli- ttsche Suppe roännen . . .
Das Urteil bedeutet wirklich nur einen Aktschluß.
„War dahinter her, wenn ich schon fort war" — Ja, da wurde etwas hell, was bisher gar nicht beachtet worden. Ja, Iven hatte sie manches Mal so ganz zufällig getroffen, wenn Brockdorf um den Weg war, und sie hatte natürlich dann mit ihm gehen müssen. Oh, wieder die Scham, die brennende Scham! Der hatte gespürt, was die anderen nicht sahen, — vielleicht von seinem Giebelfenster aus, wo das ganze weite Land zu übersehen war, sie beobachtet, ohne daß sie es ahnte, und sich im stillen zum Beschützer eines kleinen, dummen Mädchens gemacht.--Der wußte also um ihre Torheit!
Der auch!
„Nein, nein, nein, der fragt nichts nach mir und ich nicht nach ihm. Nicht ein bißchen. Oh, was für eine Sache!" Plötzlich begann sie zu meinen. Ille erschrak furchtbar.
„Mucki, aber liebstes, bestes Mucki, reg' dich doch nicht auf! Du sollst ihn ja auch gar nicht gern- hasten. Wer verlangt denn das? Es ist ja alles gut, alles gut. Sei doch nur wieder ruhig!" Und als alles nichts half, lief sie zur Mutter. „Ich kann nichts mit Rose beginnen. Sie ist außer sich und meint. Mutter, wenn sie sich nur nicht schadet mit der Aufregung!"
„Sie ist außer sich? Weint? — Gott sei Dank, das bricht vielleicht das Eis."
Ms Frau Margrit in das Zimmer tarn, hatte Rose das heftige Schluchzen hinuntergewürgt, aber immer wieder und wieder stürzten noch die Tränen über das Gesicht. Die Reaktion hatte endlich eingesetzt. Die Mutter sprach gar nicht, setzte sich still neben das Bett und nahm nur die schmale, heiße Hand. So verging eine lange Viertelstunde.
Zuletzt sagte das Mädchen leise: „Mutter, kannst du mich auch noch liebhaben? Alles hab' ich dir verschwiegen. Aber ich dachte — ich glaubte — Mutter, ich hätte eine Krone zu schenken, und der andere sah sie nur als blankes Glas an. Und nun liegt sie im Staub.
„Gold bleibt Gold, meine Rose, auch wenn einer, der blinde Augen hat, es nicht erkennt. Und du wirst deine reine Mädchenkrone wieder tragen wie bisher, und sie wird keine Spur von Staub und Schmutz an sich haben. — Ich kenne doch mein Kind."
,Hch weiß nicht, Mutter--es fehlte viel
leicht nicht viel — ich glaubte so fest an ihn — an" — ein tiefes Atmen, „ich kann den Namen nicht nennen.*
Das Urteil hat Ungarn nicht der Genesung entgegengeführt, weil es nicht die Frucht einer Aufklärung mar, rneil es nicht die Kräfte, die diesen Skandal verschuldeten, unrnirksam machte.
Armes Ungarn! ...
Buntes Allerlei.
Der Räuberhauptmann von Korsika.
Die spannendsten Seiten der korsikanischen Räu- berromanttk werden noch einmal zum Leben erweckt durch den dramatischen Abschluß, den das Leben des berühmten korsikanischen Banditen jetzt gefunden hat. Ronce Romanettt, der „Räuberhauptmann von Korsika"; hielt sich seit 20 Zähren in den unweg
samen Felsen und Schluchten des Berglandes verborgen, in denen er unumschränkt herrschte. Zweimal war er wegen Mordes zum Tode verurteilt worden, aber die Bauern verrieten diesen Banditen nicht, der es an Ritterlichkeit und Liebenswürdigkeit mit den Jdealgestalten eines Walter Scott oder Morimee aufnahm. Er war eine der bekanntesten und angesehensten Persönlichkeiten Korsikas, obwohl ihn die Polizei suchte und einen Preis auf seinen Kops gesetzt hatte: er besuchte Märkte und Feste und wagte sich selbst in die größten Hotels von Ajaccio, wo er auffahren lieh, was Küche und Keller boten, und bezahlte, wenn es ihm gefiel, oder auch nicht. Romanetii wurde von einem Stiefvater erzogen, der — eine Ironie des Schicksals — Gen- dameriehauptmann war. Eine Kleinigkeit, der Diebstahl eines Ochsen, brachte ihn mit den Behörden in Konflikt und stieß ihn auf die abschüssige Bahn des Räubers. Ein Mann namens Julius ®ä)ar Carbuccia, der ihn bei der Polizei angab. wurde von ihm als Perräter zum Duell gefordert, das mit Gewehren ausgefochten wurde, und bei dem Julius Cäsar einen Herzschuh erhielt. Romanettt verschwand im Gebirge, ein Preis wurde auf seinen Kopf gesetzt. Dann kam eine lange Liste von Raubzügen gegen reiche Leute, deren Pferde und Vieh, deren Geld und Edelsteine ihn bald zum begüterten Mann werden ließen. Dazwischen hatte er verschiedene Racheaffären, die Menschenleben kosteten. Einmal war er von 200 Gendarmen umzingelt, und bei der Berteitigung erschoß er ein Mädchen. So wurde das Register seiner Untaten immer größer, der Preis auf seinen Kopf immer höher. Zugleich aber stieg sein Ruhm bei der Bevölkerung, denn sein Wagemut war märchenhaft und seine Ritterlichkeit gegen Frauen, seine Gutmütigkeit gegen Arme sprichwörtlich. Er lebte in dem Bezirk, den er beherrschte, ganz gemütlich und sprach oft den Wunsch aus, wie ein guter Bürger in seinem Bett zu sterben. Als 1921 ein Flugzeug in der Rähe seines Berstecks herabstürzte, brachte er den Verletzten Hilfe, rief einen Arzt herbei und brachte ihre Wertsachen in Sicherheit. Rachdem er kürzlich zwei Schutzleute, die ihn verhaften wollten, getötet hatte, wurde der Befehl ausgegeben, ihn zu er» schießen, sobald man seiner ansichtig werde. Als er einen Weinkeller besuchen wollte, den er sich als Besitzer eines der gröhten Weinberge Korsikas angelegt hatte, stellte sich die Polizei am Wege auf, und als er auf seinem Pony, von einem Hunde begleitet, vorbeiritt, schoß man auf ihn. Romanettt zog, mit einer Kugel im Unterleib, seine Mauserpistole und schoß aus dem Sattel auf die Gegner, bis er tot vom Pferde stürzte. Die Polizisten mußten erst seinen Hund erschießen, bevor sie an ihn herankonnten und seinen Tod feststellten.
Geschäftliches.
Sie werden vorzeitig alt bei dem Tempo unserer heutigen Zeit, wenn Sie sich nicht Ihre volle Frische erhalten und alles vermeiden, was Herz und Nerven erregt. Nehmen Sie darum als Kaffee „Q u i e t a". Er enthält reinen Bohnenkaffee und Kaffee-Gewürz.
Billiger Sekt! Der Reichstag hat im Hinblick auf die Notlage der Winzer die Weinsteuer aufgehoben, womit die Schaummeinsteuer his 30. Juni roeggefaUen ist. Infolgedessen ist es möglich, bis dahin Sekt ohne jede Reichssteuer zu be=> ziehen. Daß es ratsam ist, dabei gute deutsche Marken zu bevorzugen, bedarf rnohl nicht der Erwähnung.
Hauptversammlung ab, zu der etwa 400 Vertreter aus ganz Hessen erschienen waren.
Der Vorsitzende des Vorstandes, Direktor Mager, erstattete den Bericht über das 13. Geschäftsjahr. Ihm ist zu entnehmen, daß der Genossenschaftsbank 519 Genossenschaften und drei Einzelpersonen angeschlossen sind, die 8SO Geschäftsanteile übernommen haben. Das Geschäftsguthaben beträgt 2 640 000 Rin., die Gesamthastsumme 26 400 000 Rm. Der Gesaytt- umsah in 1925 betrug 702 000 000 Rm., 1926 bis heute 236 000 000 Rm. Aus dem Reingewinn des Jahres 1925 in Höhe von 310 484.21 Rm. sollen 177 000 Am. als lOprozentige Dividende auf die Ende 1924 eingezahlten Geschäftsguthaben der Genossen vergütet, je 65 000 Am. dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen und der Rest von 3484 21 Rm. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Gesamtbilanzsumme einschließlich Giroverbindlichkeiten betrug am 31. Dezember 1925 22125 000 Rm., am 30. April 1926 22 374 000 Rm. r
Direktor Mager erläuterte hierauf den Geschäftsbericht und charakterisierte das Fahr 1924 als das Fahr des genossenschaftlichen Wiederaufbaues, das Fahr 1925 als das Jahr der Verteidigung der Existenz des eben erst wieder aufgerichteten ländlichen Genossenschaftswesens. Mangel an Leihkapital, der als Rachwirkung der Stabilisierung der Mark aus 1924 übernommen wurde, wird als Kennzeichen des Geschäftsjahres 1925 bezeichnet.
Der Bericht, der im Mittelpunkte der Verhandlungen stand, wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
Es folgte ein Bericht des Aufsichtsrates über seine Tätigkeit, insbesondere über die Prüfung der Jahresrechnung und Bilanz, sowie über seine Vorschläge zur Verteilung des Reingewinnes.
Jahresrechnung und Bilanz wurden hierauf genehmigt und der Gewinnverteilung, wie sie in dem Bericht von Direktor Mager vorgeschlagen wurde, zu gestimmt.
Aus den weiteren Verhandlungen ist noch von allgemeinem Interesse, daß in den Aufsichtsrat die Herren Gott mann - Höchst i. O., Schmidt-Echzell und Schmuck- Wendelsheim, deren Wahlperiode abgelaufen war, wiedergewählt wurden.
ist der Stolz der Hausfrau. Schonzeit Jahren nimmt sie zur Wäsche nun
weil sie weiß, wie sehr ein schönes weißes Tischtuch zuh Wohlbehagen ihrer Gäste beitragt.
LandWirtschasMche Ientral- genossenfchaft.
* Darmstadt, 28. Mai. Die Landwirt- schaflliche Zentralgenossenschaft hielt heute ihre 3 6. ordentliche Generalversammlung ab. Rach Begrüßung verschiedener Behörden wurde der Geschäftsbericht erstattet. Auf Grund des Berichtes des Aufsichtsrates über das Ergebnis der Verwaltungsrevision, über die Geschäftsführung des Vorstandes und die Prüfung der Jahresrechnung und Bilanz wurden Jahresrechnung, Bilanz und die Vorschläge zur Gewinnverteilung genehmigt. Der aus dem Vorstand durch Ablauf der Wahlperiode ausscheidende Bürgermeister Mobs in Gettenau und die aus dein Aufsichtsrat ausscheidenden Herren Jäger, Rendant in Oberhörgern, Kopp, Bei- georemeter in Reinheim, Schätze!, Gutsbesitzer in Guntersblum, Keipp, Molkereidirektor in Wallenrod wurden wiedergewählt imd für den verstorbenen Altbürgermeister Bär in Steinbuch, Oekonomierat Fritsch- Dilshofen neugewählt. Direktor Strasburger - Darmstadt hielt hierauf einen Vortrag über das genossenschaftliche Getreidegeschäft. Zum Schluß der Tagung wurden noch Wünsche und Anträge aus der Versammlung erledigt.
„Glück muß ein junger Mann haben", sagte Hei- der Steffen, da saß er heim Kaffee oben am Hafen ip Wietzels Hotel, und Iven Lornsen trat ein. „Was bringt denn Sie nach Hamburg?"
„Eine Novelle, die an die „Hamburger Nachrichten" gegangen ist. Ich nahm die Gelegenheit wahr, sie selber herüberzubringen, um mal wieder durch die alte Stadt zu laufen. Und Sie?"
„Handle auf eine Mähmaschine. So einmal in der Woche bin ich ja immer hier. — Nun werde ich Sie also mit nehmen nach Kiekvondiek."
„Ick kann nicht, Steffen. Ich muß heute noch zurück.
„Das binden Sie andern auf! Morgen ist Sonntag, wo keine Zeitung gedruckt wird. Und Mittwoch ist meine Hochzeit. Warum haben Sie abgeschrieben? So was gibt es ja gar nicht."
„Arbeit, Arbeit, Arbeit, lieber Freund."
„Lassen Sie andre die Arbeit machen, und seien Sie mal wieder mit uns vergnügt! Wir feiern allerdings nur ganz in der Stille. Der alte Herr will dabei sein und der kann Gottesgabe nicht mehr Der»
Ein Dach tauchte auf unter hohen Baumkronen: Kiekvondiek grüßte herüber von seiner Höhe.
Alles still um Steg und Wiese. Heider hatte nichts vom Kommen in solcher Frühe gesagt.
Und während er auf der Brücke das Landen der Maschine überwachte, ging Iven Lornsen dem Hause zu.
Er hätte doch nicht kommen sollen. Wozu noch einmal wecken, was kein Glück brachte? — Aber nun mar es geschehen, und er mußte ausharren, bis um die Mittagszeit der durchfahrende Zug ihn nord- rnärts entführte. Sechs Stunden oder acht — sie mürben auch vorübergehen.
Ein Geräusch kam ihm entgegen. — Das kannte er. Der Pumpenschrnengel auf dem Hof quietschte immer, da half kein Del. Wer war so früh —? Vom Garten her durch die Büsche spähend, erkannte er Ille. In eine große Tonschale hatte sie Wasser gepumpt, hob sie und trug sie zum Flur. Da ging er hastig über die Terrasse durch die offene Hintertür, und als sie eben die Treppe hinaufwollte, sich nach ihrer Gewohnheit mis dem brunnenkalten Wasser zu übergießen, stand er plötzlich vor ihr an der Treppe.
Herr Gott, wie sie erschrak! — „Iven!"
Da lag die Kumme: es knallte, und das Wasser planschte dem Mann über die Füße, doch eh' er zufaffen konnte, flog Ille schon die Bodentreppe
Aus dem Amtsverkündigimgsblatt. 1
• Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 4 3 vom 28. Mai enthält: Polizeiverordnung über den Betrieb der Anschluhgleisanlage der Firma Main-Weser-Basaltwerke G. m. b. H. in Londorf. — Maul- und Klauenseuche in Queck- born. — Dienststunden des Kreisschulamts. — Polizeiverordnung über die Anlage von Sammel-, Trocken- und Lagerräumen für tierische Abfälle. — Dienstnachrichten.
„Das brauchst du auch nicht. Wozu? Wenn du nur den festen Willen hast, ihn auch vor dir selber nicht mehr zu nennen. Was mir nicht mehr achten können, sollen wir auch nicht mehr lieben, und was mir nicht mehr liehen, das haben mir übermunden, das fällt ab von uns und kann uns nicht mehr mehtun. Du wirst gesunden, Rose, körperlich und seelisch. Wenn du willst, nur willst. Willst du denn?"
„Ja, Mutter." Aber das Wort klang lau.
Und wenn Iven nun kommt, dachte Ille. Um des Himmels willen, wenn er nun meine Gedanken verstanden hat und kommt, und Rose will ihn nicht--
Er hatte den Brief gut genug verstanden. Und nach seinem Lesen lief er hinaus in die Weite und rannte über die alten Seedeiche, die Niebüll noch umfrieden, obgleich die See längst fern von ihnen murrt und rauscht. Und sagte sich selber: „Sie hat unrecht. Die kleine Rose — da war ein anderer im Spiel. — Aber daß sie mir das schreibt — na, ick hab' ja lange gewußt, daß ich nichts zu hoffen hab. Machen mir den Schlußstrich unter das Kapitel vom lachenden Haus!"
Er antwortete, daß er leider zur Zeit so mit Arbeit überhäuft sei — es wäre nicht zu machen, daß er auf Reisen ginge. Wenn aber die Rosenblüte im Juli märe, wenn der lange Heider und die stolze Thora zum Altar gingen, dann würde er kommen und Brautführer spielen. Bis dahin--
Und im Juli würde sich ein anderer Grund finden; denn er wollte sich nicht noch einmal die Finger verbrennen und das Herz dazu.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 30. Mai. Trinitatisfest.
Gießen. Stadtkirche. 8: Pfarrassist. Hertel. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten aus der Matthäusg. 9'/,: Pfr. Müller. 11: Kinder!, f. d. Marlusgerneinde. Pfarrassist. Hertel. - Johannes- tirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten aus d. Lukasgem. 97g: Pfr. Ausfeld. Zugleich Militärgottesdienst. 11:' Kinderttrche für die Johannesgemeinde. Pfr. Ausfeld. 8: Dibelbesprechung im Johannessaal. Pfarrassist. Hertel. - Kirchberg. 10. 11: Christenlehre f. d. Konfirmierte, männliche Jugend, nachmittags 17,: Lollar. — Wieseck. 97,: Lic. theol Laun-Gießen. - Watzenborn-GarbeLtL^H. Watzenborn-Steinberg: 7,10: mit Christenlehre. Garbenteich: 1.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag. 29. Mai. 47, und 7 Beichte. Sonntag. 30. Mai. 1. Sonntag nach Pfingsten, Dreifaltigkeits-Sonntag. 67, Beichte, 7 Meffe,8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meffe mit Predigt. 27, Andacht mit Segen. — Grünberg. 97, Meffe mit Predigt. — Hungen 97, Hochamt mit Predigt. Lich. 77, Meffe u. Predigt.
lassen. Darum: Trauung unter der großen Linde im Garten, Familieneisen im Speisezimmer, und auf der Scheunendiele Galatafel für die Leute. Die dürfen nachher auch noch tanzen, während Thora und ich uns still davonmachen. Vierzehn Tage in den Harz — sie hat noch nie Berge gesehen — dann fängt die Arbeit wieder an." Sein schmales braunes Gesicht strahlte hell auf. „Mann, das wird gesegnete Arbeit!"
„Und wie geht es Rose?" fragte der andere.
„Na, so langsam geht es bergauf. Sie geht herum, aber, weiß der Kuckuck — das Mädchen ist wie innerlich zerbrochen. Keine Freude drin, kein Lachen, kein Singen — das ganze Haus liegt im Schatten. Auch unser Glück. — Kellner, eine Flasche Rüdesheimer! Bitte, das müssen Sie erlauben. Das gebt auf das künftige Eheglück. Und mitnehmen tu’ ich Sie heute abend, da hilft Ihnen gar nichts." Sie tranken die erste Flasche und eine zweite, und Iven wehrte sich schwächer gegen das Mitfahren, und als die dritte geleert mar, hatte Heider Steffen ge- roonnenes Spiel und schleppte ihn 3um Hafen hinunter, denn er hatte seine Mähmaschine bei Luten Maack an Bord, bei Maack, der mit seiner „Gesine" die Elbdörser anfuhr und Fracht brachte. Und er selber fuhr mit, da mar er morgens an Ort und Stelle, wenn die Maschine an Land geschafft mürbe.
hinauf, hinein in ihre Stube, ein Riegel schnappte.
Sie muß doch roieber herunterkommen, bachte er. Unb mit einemmal sah er erst, mie herrlich biefer Morgen war. Wie ber ganze Garten blühte, wie leuchtenb bie Sonne heraufkam, wie wunberooll in ihrer grünen Ueppigkeit die alten Kastanienkronen bas Dach überwölbten.
„Iven!" Es fang unb klang ihm in ben Ohren. — So hatte noch kein Mensch seinen Namen gerufen. Er hatte nicht geahnt, baß überhaupt solch ein Klang in biesem Namen sein könnte.
Er wartete. Unb weil er immer seine Gebanken zusammenhielt, bebachte er auch in biesem Augenblick, baß man nicht nur über bie Treppe, sondern auch über ben Baurn niedersteigen könnte, besonders wenn — wie jetzt — bie Leiter am Stamm lehnte. Da stellte er sich so auf, baß er Treppe unb Baum zu gleicher Zeit sehen konnte, unb lauschte auf jeben Ton von oben.
Ille mar so jäh in bas Zimmer geflogen, baß Thora, bie am Spiegel ffanb unb ihre rote Pracht kämmte, orbentlid) zusammenfuhr.
„Wo brennt’s denn?"
„Thora! Thora — benk bir — unten im Flur steht Iven Lornsen!"
„So? Wo kommt benn ber jetzt her?"
„Unb ich hab' mich blamiert! — Du glaubst ja gar nicht, wie ich mich blamiert hab'!"
„Sei unbesorgt — ich glaub’s schon."
„Ich kann nicht wieber hinuntergehen. Ich kann ihm einfach nicht wieber vor bie Augen kommen. — Die ganze Kumme mit Wasser hab' ich ihm auf die Füße geworfen."
„Angenehmer Gruß."
„In tausenb Scherben ist sie."
„Sie hatte ja schon einen Riß. Darum brauchst bu bich boch nicht so aufzuregen." Thora warf den fertigen Zopf über die Schulter und sah Ille in bas Gesicht.
„Na, hör' mal — Ille! — Du!? — Unb Jens Appelbom? —“ unb ein schmetternbes Lachen.
„Laß bas Lachen! — Du sollst bas Lachen lassen, sag' ich bir! Dumme Gans! — Was geht mich Jens Appelbom an? — Thora! — Ich erwürg' bich!"
Man hörte bie Tränen, bie ihr in der Kehle saßen. „Mir ist nicht zum Lachen."
Thora besann sich. „Sei nicht böse, meine Alte! — Daran hab' ich im Ernst wirklich nicht gedacht. — Ja, das kommt davon. Von unserem Gelache und Gelpotte. — Man nimmt die eigenen Schwestern nicht mehr ernst."
„Du brauchst mich überhaupt nicht ernst zu nehmen! Was du da redest, ist Quatsch. —- Aber 'runtergeh' ich nicht wieder." Sie setzte sich in die Fensternische unb bockte. (Dchluß folgt)


