Ausgabe 
29.5.1926
 
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Oberhessen.

Landkreis Gießen

X Klein-Linden, 28. Mai. In einem hie­sigen Gehöft versuchte ein Meisenpaar in einer Wasserpumpe, und zwar im Schwengel- lc> ch, sein N e st zu bauen. Da dieser Platz als Wohnort doch nicht geeignet war, mußte das obdach­lose Pärchen schließlich nach langen, vergeblichen Bemühungen das Feld räumen. Der hiesige SchützenklubRolan d" hält am 30. Mai, 6. und 13. Juni sein diesjähriges Preis­schießen ab.

t Grünberg, 28. Mai. Die hiesige Ober­realschule beging während des Pfingstfestes ihre 50°3ahr°Feier. 3n Verbindung damit wurde am ersten Feiertag vormittags ein Ge­be n l st e i n für den auf seiner Forschungsreise in Brasilien verstorbenen Professor Theo Koch aus Grünberg eingeweiht. Das Gedenkzeichen ist ein mächtiger Naturstein, der von den Freun­den des Verstorbenen an einem idyllisch gelegenen Platz im Stadtwalde ausgestellt wurde. Dekan Schmidt hielt hierbei die Gedächtnisrede, Buch­händler Seim übergab den Gedenkstein dem Bürgermeister 3 öckel in den Schutz der Stadt. Am Abend vereinigte ein Degrühungs- abend die Festteilnehmer zu froher Gesellig­keit. Am Pfingstmontag vormittag wurde in einer Gedächtnisfeier der im Weltkriege gefallenen ehemaligen Angehöri­gen der Schule gedacht, wobei Oberstudien- direktor Angelberger eine packende An­sprache hielt. Aach einem Platzkonzert der Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Schühel fand ein gemeinsames Mittagessen im Hotel Hirsch statt, dem nach­mittags die Hauptfeier in der Turnhalle 'folgte. Erne außerordentlich große Menschen­menge hatte sich hier zur Teilnahme eingefunden. Glückwunschansprachen hielten hierbei Studien­direktor Hertsch - Schotten, Professor Emmel - Gießen, Professor Decker- Alsfeld, Studien­assessor Mayer» Friedberg. Direktor Traut­mann- Grünberg, Aektor Dender-Grünberg, Dekan Schmidt-Grünberg, Deterinärrat Dr. S tern-Gießen, Bankbeamter Schreiner und Bürgermeister Jockel- Grünberg. Gin von Stu­dienrat Dr. Buh-Grünberg verfaßtes Fest­spiel lokalen Inhalts fand lebhaften Beifall. Mends vereinigte man sich in der Turnhalle zu einem Festkommers, der wiederum allen zahl­reichen Teilnehmern frohe Stunden bereitete. Am Pfingstdienstag nachmittag wurde das übliche Iugendfest der Schulen aba«halten, wobei Studienrat Seybold eine markige Ansprache hielt. Der Jugend wurden allerlei unterhaltende Darbietungen geboten. Eine Abschiedsfeier mit Ball am Abend in der Turnhalle bildete den Ausklang der in allen Teilen wohlgelungenen

Feier.

Lich, 29. Mai. Morgen hält hier der Oberhessische Posaunenchorverband sein großes Iahresfest. 3m Festgottesdienst ' wird zum erstenmal wieder das große atteTedeum aufgeführt werden, und zwar unter Begleitung von Posaunen und Pauken. Auch werden dort zum erstenmal kirchliche Posaunenmärsche zu Ge­hör gebracht. Man beachte die heutige Anzeige.

Kreis Friedberg.

<£ Bad-Nauheim, 28. Mai. Nachdem die Beratung des Voranschlags für 1926 von der Tagesordnung der vorigen Stadtverordneten­sitzung abgesetzt worden war, wurde in der heutigen Sitzung der Etat nach vierstündiger Bera­tung mit wenigen geringfügigen Abänderungen angenommen. Nacheinander wurden die Vor­anschläge für das Gas-, Elektrizitäts-, Wasserwerk und Krankenhaus genehmigt, die in Ausgabe und Einnahme mit 293 000 Mk., 300 000 Mk., 118 000 Mark bzw. 102 000 Mk. abfchließen. Danach er­folgte die Aussprache über die Betriebs- und Der- Mögensrechnung. Die erstere schließt ab mit 1257 500 Mark (Vorjahr 1236 000 Mk.), die letztere mit 723 050 Mk. gegen 500 000 Mk. im Vorjahre. E i n- stimmig wurde ein Beschluß gefaßt, wonach beim Ministerium des Innern sowie beim Hessischen Land­tag gegen d i e ungerechtfertigten Poli­zeilasten Einspruch erhoben und ein A b - bau des Polizetkörpers in Bad-Nauheim verlangt werden soll. Insbesondere soll auch der Stadtoerordnetenversammlung bei Festsetzung der Polizeibeamtenzohl ein Mitbestimmungsrecht einae- räumt werden. Bei Beratung des Voranschlags -für das Elektrizitätswerk erhob das Kollegium ebenfalls einftimmiy Protest gegen die Höhe des Strompreises. Der bestehende Vertrag mit dem Staate wurde als durchaus veraltet bezeichnet und der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß durch den bevorstehenden Entscheid eines Schiedsgerichts eine Herabsetzung der Strompreise erzielt würde.

X Dad-Rauheim, 28. Mai. Ein künst­lerisches Ereignis war wieder das zweite dies­jährige Sinfoniekonzert, das General­musikdirektor 3of6 Sibenschütz leitete. Das Programm brachte zu Beginn die Erstauf­führung der Tondichtung für großes Or­chesterEine Sage" von 3ean Sibelius, Finn­lands größtem Komponisten. Es folgte bann Mendelssohns Konzert für Violine in ll-Moll mit Hans Bass er mann als Solist. Den Schluß des Konzerts bildete die Sinfonie in O-Moll von Christian Sinding, dem Aeftvr der norwegischen Komponisten. Das HauS war gut beseht. Dirigent, Solist und Orchester wurden durch stürmische Bei­fallskundgebungen ausgezeichnet.

am. Stammhe im, 28. Mai. Am Donners­tag wurde unser Altbürgermeister Da- g e l unter großer Beteiligung von hier und auswärts z u Grabe getragen. 31 3ahre lang war er ununterbrochen Bürgermeister. Mit seinen achtzig Jahren war er der älteste unter seinen Amtsgenossen im Kreise. 3hm hat unser Ort seinen Aufschwung zu verdanken. Gr war es, der dafür sorgte, daß bas hiesige Herrengut in

schon auf der Konferenz in Dled Gelegenheit haben. Sie wird sich vor alllen Dingen in c.nem stärkeren Zusammenschluß der Balkan- siaaten auswirken, für den verschiedene Ansätze vorhanden sind. Besondere Vorteile werden sich aus dem neuen System für die Minderheiten er­geben, die ihre Wahlbündnisse nicht eingegangen sind, ohne sich vorher die entsprechenden Ga­rantien für größere Freiheiten geben zu lassen. Die Bedrückungen unter dem Regime Dratianu haben ein Ende gefunden, so daß sich vielleicht auch das Verhältnis zu Ungarn bessern wird. Wie sich das Verhältnis zu Deutschland gestalten wird, ist noch unklar. Eine Besserung scheint vorläufig nicht erwartet werden zu können. Die Kritik an dem deutsch-russischen Vertrag hat über die Stimmung genügend Aufschluß gegeben.

heim.

Kreis Büdingen.

i

Preußen.

Kreis Wetzlar.

3 Wetzlar, 28. Mai. Die Polizeiverwaltungen des Kreises haben eine Poltzeiverord- nung erlassen, die den Brotverkauf in­nerhalb ihrer Bezirke regelt. Aach der Verordnung sind die Bäcker und Verkäufer von Schwarz­brot und Graubrot verpflichtet, den Preis, zu welchem sie das Kilogramm dieser Brotarten verkaufen, durch einen von außen leicht lesbaren, mit deutlichen Buchstaben und Zahlen versehenen Anschlag an der Verkaufsstelle zur öffentlichen Kenning zu bringen. Der Anschlag, sowie das Verzeichnis müssen mit dem Dienst­stempel der Pottzeiverwaltung versehen sein. Zu diesem Zweck sind sie rechtzeitig vorher mit einer zweiten Ausfertigung der Polizeiverwal­tung einzureichen, worauf nach Feststellung der Uebereinsttrnmung die eine Ausfertigung zurück­behalten, die andere nach vorherigem Beidruck des Dienstsiegels zum Zwecke des Anschlags so­fort zurückgegeben wird. Anschlag und Verzeich­nis sind vor jeder Preisänderung neu abstempeln zu lassen. Der Anschlag darf während der Ver­kaufszeit und der Dauer seiner Gültigkeit nicht entfernt werden. 3eder Bäcker und Verkäufer

der oben bezeichneten Backwaren ist ferner ver­pflichtet, in seinem Verkaufsraum eine Wage mit den erforderlichen geeichten Gewichten aufzustellen und deren Benutzung zum Rach- wieoen der verkauften Waren zu gestatten. Zu­widerhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mk.. an deren Stelle im Anvermögensfalle entsprechende Haststrafe tritt, geahndet. Die Poli­zeiverordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten.

XX Garben heim, 28. Mai. Die vor dem Kriege hier so eifrig betriebene Eingemein­dungsfrage ist jetzt gänzlich verstummt. Die Rachbargemeinde Riedergirmes wurde be­kanntlich schon vor zwei 3ahrzehnten mit der Stadt Wetzlar vereinigt. 3nfolge der regen Bau­tätigkeit entwickelt sich unser Dorf zu einem mächtig empor st redenden Vorortt Während am Haarberg und am Siegel sich viele Daulustige ein nettes Heim geschaffen, steht nunmehr auch das Gemeindehaus vollendet da. Es kann sechs Familien aufnehmen, wodurch die herrschende Wohnungsnot einigermaßen gemildert werben wird.

XX Krofdorf, 28. Mai. Mit Hilfe der be­quemen Autoverbindung Gießen Krofdorf sollten zur Sommerzeit die ausge- dehnten Waldungen am Dünsberg mehr besucht werden. Vor allem ist der 4278Morgen große Forst zu erwähnen, dessen bekannte lstuhepunkte Waldhaus" undSchmelz" auf schattigen Wald­wegen bequem in ein bis zwei Stunden zu er­reichen sind.

<> Hochelheim, 28. Mai. Hier ist er­neut die Maul- und Klauen seuche aus­gebrochen. An der Seuche ist auch der Simmen­taler Bulle erkrankt.

Oberlahnkreis.

0 Gräveneck, 28. Mai. Leider hat der Frost in den Pfingstnächten dem reichen Fruchtansatz der Kirschbäume mehr ge­schadet, als man anfangs wahrnehmen konnte. Die kleinen Früchte sind größtenteils welk ge­worden und fallen jetzt massenhaft zu Boden. .

Viükreis.

bl. Dillenburg, 28. Mai. Der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, die zu besetzende Bürgermeisterstelle nicht aus­zuschreiben, hat in der Einwohnerschaft große Erbitterung ausgelöst. Der Gewerbe­verein und zahlreiche Privatpersonen fordern in Kundgebungen, daß dieser Beschluß aufgehoben und die Stelle zur allgemeinen Bewerbung ausgeschrieben werde, andernfalls besitze das Stadtparlament nicht mehr das Vertrauen der Ein­wohnerschaft.- Nach dem neuesten Stand sind im Kreise 1656 Vollerwerbslose mit 2615 Zuschlagsempfängern vorhanden. Dazu kommen 530 Notstandsarbeiter. Durch Zuweisung von etwa 40 zu Notstandsarbeiten ging die Zahl etwas zurück.

Maingau.

WSR. Franks urta.M., 28.Mai. 3n der vergangenen Woche hat die Lage auf dem Ar­beitsmarkt keine Aenderung erfahren. Am Anfang der Woche standen noch 24228 Ar­beitsuchende zur Verfügung. Dazu haben sich wie­der 1488 Leute neu arbeitslos gemeldet, sodaß insgesamt 25 726 Erwerbslose beim Arbeitsamt um Arbeit nachgesucht haben. Rach Beendigung der Vermittlungstätigkeit verblieben hiervon 24 079. Das Angebot von Dauerstellen war in der vergangenen Woche geringer, das an Aus­hilfestellen größer als in der Vorwoche. Dem­zufolge konnten nur 590 (655) Dauerstellen, da­gegen 1180 (689) Aushilfestellen beseht werden. Gestern abend gegen 11 illjr fand in einer Wirtschaft in der Obermainstrabe eine Schlä­gerei statt, in deren Verlauf ein Mann durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Der Täter flüchtete und feuerte wäh­rend der Flucht mehrere Revolverschüsse ab, die glüÄicherweise niemand trafen. Er wurde von seinen Verfolgern eingeholt, die eine Art Lynchjustiz an ihm ausübten. Die einschrei- tenden Polizei beamten befreiten ihn von seinen Verfolgern und ließen ihn nach dem Heiliggeist­hospital verbringen. Auch der durch Messer­stiche Verletzte begab sich nach dem genannten Spital, konnte sich aber nach Anlegung eines Ver­bandes nach seiner Wohnung begeben.

Römheld scher Familientag.

Am Donnerstag, 27. Mai, fand in Frank­furt a. M. der 12. Römheldsche Fami­lie n t a g statt, der unter Teilnahme von zirka 50 Familienverbandsangehörigen, gleich seinen Vorgängern, einen sehr schönen, stimmungsvollen Verlauf nahm. Auch zwei amerikanische Röm- Heldinnen nahmen an der Zusammenkunft teil.

Der jetzt 28 3ahre alte Römheld'sche Fami- lienverband umfaßt die Abkömmlinge des am

/ Ortenberg, 28. Mai. Da unsere Wasserleitung in letzter Zeit in den oberen Stadtteilen wieder mehrmals versagte und das Wasser scheinbar von einigen Bewohnern besonders in den Nachtstunden rücksichtslos vergeudet wurde, wird es jetzt an jedem Abend abgeftellt. Diese Maßnahme hat sich bisher bewährt, läßt sich jedoch auf die Dauer nicht durchführen. Da die Zahl der Abnehmer sich in den letzten Jahren bedeutend vermehrt hat und sich auch größere Abnehmer dar­unter befinden, wird wohl eine Erweiterung des Wasserbehälters oder d e r Leitung nicht zu umgehen fein. Jedenfalls ist die Lösung der Wasserfrage zur Zeit die wichtigste Frage für unsere Gemeindeverwaltung.

)( Aus dem Niddatal, 28. Mai. In diesem Jahre wird hier die Heuernte, wenigstens der Menge nach, nicht sehr reichlich ausfallen. Der Weizen ist in vielen Gemarkungen vom Rost be­fallen. Der Stand des Korns befriedigt, bei dem inzwischen eingetretenen warmen Wetter wird es wohl auch noch im Mai zum Blühen kommen. Die Sommerfrucht ist infolge der Trockenheit etwas kurz geblieben, steht aber sonst gut. Der Klee ist vielfach gut geraten, zum zweiten Schnitt bedarf es aber unbedingt des Regens. In den Gärten haben Schnecken, Drahtwurm und an­deres Ungeziefer schlimm gehaust, die Pflanzen sind durch die kühlen Nächte nicht recht vorangegangen. Die Dbfternte bietet in vielen Gemarkungen keine besonders guten Aussichten. Die Kirschen wer­den wohl noch die beste Ernte bringen, haben aber stellenweise durch die Nachtfröste trotz guten An­satzes gelitten, ebenso die Nußbäume besonders in den Tälern, Johannisbeeren und Stachelbeeren sind in weniger geschützten Lagen, trotzdem sie schon sehr vorgeschritten waren, erfroren, das Kernobst läßt ebenfalls zu wünschen übrig. Das Ungeziefer hat auch in diesem Jahr großen Schaden angerichtet; der Apfelblütenstecher hat die Ernte mancher Bäume völlig vernichtet, Ebenso der Ringelspinner. In den nächsten Jahren müssen wir in der Schädlings­bekämpfung unbedingt zu energischen Abwehr­maßnahmen kommen, wenn nicht die ganze Obst­zucht in Frage gestellt werden soll. Den besten Er­trag dürfte noch die Birnenernte bringen, aber auch hier wird die Ernte nur mittel werden.

Kreis Schotten.

Laubach, 28. Mai. DerAlte ©am- b a ch° W e g auf der Südseite des Rams- bergs, der nördlich vom Schlohgarten hinzieht und die Schottener Straße direkt mit der Lauterer Chaussee verbindet, wird neu angelegt. Der Bau­stoff hierzu wird dem alten Steinbruch auf dem Südabhang des Berges entnommen, der seit der Mitt« des vorigen Jahrhunderts unbebaut ge­blieben war. Aus der sog. Gambach auf der Südostseite des Ramsbergs zog früher ein kleines Bächlein durch den Wiesengrund und vereinigte sich gegenüber dem sog.Grünen Meer" mit dem Bächlein desRenntals". Das Bächlein aus der Gambach wurde zu Anfang des vorigen Jahr­hunderts gefaßt und unterirdisch nach dem Schwanenteich" geleitet, auf dessen Ostseite man den Einlauf sehen kann. 3n diesen Tagen wurde in das Landhaus des Daurats Steinbach-Gießen auf dem Ramsberg ein- gebrochen. Die Täter' erbrachen ein Fenster und stiegen ein. Zum Glück waren keine wert­vollen Gegenstände vorhanden. Man hat drin­gende Verdachtsgründe gegen junge Leute aus einem benachbarten Dorfe; die Fußspuren heben sich deutlich ab. Bei dieser Gelegenheit vermißte man wieder Polizeihunde. Der Kreis sollte doch einen solchen halten. Mit Hilfe von Telephon und Auto könnte das Tier in kürzester Zeit inner­halb des Kreises auf die Spur gesetzt werden. Die Zigeunerplage macht sich wieder recht bemerkbar. Ganze Horden ziehen durch die Gegend. Die Dache werden geplündert, und in den Waldungen wird gewildert. Bettelnde Kinder belästigen die Bewohner, und manches Stück Federvieh wirdgegauft". 3n schwer­verletztem Zustand wurde gestern der Milchfuhrmann Karl Krämer aus Höckers­dorf bei Ulrichstein, ein angesehener, allgemein beliebter Mann, in das hiesige Krankenhaus ge­bracht. Er ist einem bedauerlichen Mißver­ständnis zum Opfer gefallen. 3n munterer Laune hatte er bis zu später Stunde im Gasthaufe des Mehgermeisters Wenzel zu Dodenhausen geweilt und, wie man hört, dem Gambrinus leb­haft gehuldigt. Er hatte im Gasthause sein Fahr­rad stehen gelassen. Heute, in frühester Morgen­stunde, gegen 3 illjr, als es noch stark dunkelte, wollte er sein Rad holen. Er fand die Haustüre verschlossen und stieg durch das in geringer Höhe angebrachte Fenster des Schlachthauses in diesen Raum ein. Der Gastwirt hörte den Lärm, ver­mutete Einbrecher und schob auf den Eindringling. Die nähere Untersuchung im Krankenhaus hat ergeben, daß der Knochen des Oberschenkels stark verletzt ist. Das Geschoß ist aufgeschlagen, hat sich gedreht und einen starken Schubkanal gerissen. Der Blutverlust ist sehr beträchtlich, und der Zu­stand des Verletzten bedenklich.

Id Ulrichstein, 28. Mai. Es ist tief be­dauerlich, daß zwei schöne Pfingstbräuche unserer Gegend nun auch allmählich in Ver­gessenheit geraten. So wurden früher in der Rächt zum Pfingstsonntag Brücken, Brunnen und Häuser, die ein Märchen bargen, mit frischem Buchengrün geschmückt. Mädchen, die einen nicht ganz einwandfreien Lebenswandel führten, wurde der Maien versagt und an dessen Stelle trat ein Dorn oder ein sog.M uttera st", ein quirlig gewachsener Buchen- oder Kirschbaumast. Diese öffentliche Brandmarkung war sehr gefürch­tet und wurde schon in den frühen Morgen­stunden des 1. Pfingstfeiertags entfernt, wäh­rend der Maien den ganzen Sommer über hän­gen blieb. Rur noch einzelne Orte unserer Ge­gend halten an dem sinnigen Brauche fest; in anderen Dörfern ist man davon abgekommen, weil die Ortsvorstände ein dem Volkskundler unverständliches Beginnen das Maibaum­sehen bekämpften. Am 2. Pfingstfeier- t a g war es vielen Bewohnern der Umgebung

von Meiches eine liebe Gewohnheit, den Mei­ches e r Totenköppel zu besuchen und an dem Gottesdienste teilzunehmen, der auf diesem stimmungsvollen Platze zur Eröffnung der Mei- cheser Kirchweihe alljährlich abgehalten wird. Der Totenköpre!. in gcrmanisccer Zeit ein Opfer- plah, in katholischer Zeit ein Wallfahrtsort, übte auch noch aus die evangelischen Bauern­dörfer der Umgegend große Anziehungskraft aus. Die Besucher aus weiter abgelegenen Orten blei­ben nun immer mehr aus, da der Stamm der älteren Besucher abnimmt, und das jüngere Ge­schlecht diesem Väterbrauch verständnislos gegen­übersteht. Der Volkskundler findet auf dem Totenköppel den von den Meichesern streng fest- gehaltenen Brauch, die Toten auf dem jedem Hause zugewiesenen Platze beizusehen.

ld. Unter-Seibertenrod. 28. Mai. Die starke Rachfrage nach Vogelsberger Zucht­vieh hat viele hiesige Landwirte zur Aufzucht von Vogelsberger Dullen veranlaßt. So konnte dieser Tage der Landwirt Adam Rühi von hier auf einer Rotviehauktion in Frankenberg 1010 Mk., den höchsten Preis, für einen Dullen erzielen. Zur Herbstauk- tion in Gießen wird von Unter-Seiberten- rod, Wohnfeld und vom Versuchsgut Selgenhos z. T. erstklassiges Zuchtmaterial aufgetrieben, und Zuchtvieh suchenden Gemeinden wird Ge­legenheit geboten sein, aus dem starken Auf­trieb allerbeste Zuchttiere auszuwählen.

ld. Bobenhausen II, 28. Mai. Da Käufer und Verkäufer vielfach den Schottener Markt be­suchten, um die Preise kennen zu lernen, richteten sich die Schweinepreise des hiesigen Pfing st Marktes nach den in Schotten erziel­ten. Ferkel wurden mit 43 bis 60 Mark, Läufer mit 70 Mark bezahlt.

Kreis Alsfelv.

-er. Homberg a. d. Ohm, 28. Mai. All­abendlich läßt sich jetzt auch bei uns die gefeiertste Sängerin unserer Dogelwelt, eine Nachtigall, die in dem Langstroffschen Besitztum vermutlich ihr Standquartier hat, weithin hören.

ld. Aus dem oberen Ohmtal, 28. Mai. Der schlechte Stand des Klees veran­laßte viele Landwirte zum Anbau von Mais. 3nfolge der kalten Witterung ist der Mais je­doch nicht gekeimt und muß zum zweiten Male gelegt werden.

ld. Ober-Ohmen, 28. Mai. Die Feld- jagden des oberen Ohmtales, von kleinen Feld- gehölzen durchsetzt, boten in früheren 3ahren selten Gelegenheit zum Abschuß eines Rehbocks. 3n diesem 3 ah re ist der Rehbestand dieser Waldstücke sehr gut und die 3agdpächter wer­den für viele magere 3ahre reichlich entschädigt. Allerdings sind die Böcke noch gering im Wild­bret, Haven z. T. noch nicht völlig gefegt und verdienten, noch einye Zeit geschont zu werden.

Starkenburg.

* Darmstadt, 28. Mai. Die Stadtver­ordnetenversammlung beriet vorgestern und gestern den Voranschlag der Stadt Darmstadt für 1926. Der Gesamtabschluh zeigt an Ausgaben 19,2 Millionen Mark bei einer verfügbaren Gesamteinnahme von 17,7 Mill. Mark, so daß ein ungedeckter Fehlbetrag von 1,5 Millionen Mark verbleibt. 3n der Debatte wurde u. a. darauf hingewiesen, daß die Stadt großen Besitz habe, aber es mangele an Betriebs­kapital. Etwa 9000 Menschen müssen von der öffentlichen Fürsorge leben. Die bürgerlichen Parteien wandten sich mit ihrer Kritik haupt­sächlich gegen die weitere Ausgestaltung des städtischen Fuhrparks und gegen die städtische Materialienverwaltung, denn diese beiden Regie­betriebe schädigten das freie Gewerbe. Die sozial­demokratische Kritik wandte sich namentlich gegen die Finanzpolitik der Reichsregierung, wodurch die Gemeindefinanzen zerrüttet würden. Die Deutschnationalen hatten u. a. aus Ersparnis­gründen den Abbau eines Beigeordnetenpostens verlangt; sie wünschen, daß dieser Posten wieder, wie früher, ehrenamtlich versehen wird. Der Oberbürgermeister erklärte dazu, daß heute nie­mand mehr dafür zu haben sei. Der Voranschlag wurde angenommen. 3n Reiche ls heim 1.0. fand man beim Abbruch eines HauseS unter Steinplatten im Keller ein männ­liches Skelett. Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, daß etwa vor 70 3 a hren ein junger Mann, der nach Amerika aus­wandern wollte, spurlos verschwunden war. Er ist wahrscheinlich von seinem Bruder ermordet worden, der ihm am Tage vorher sein väterliches Vermögen ausgezahlt hatte. Als den damals Verschwundenen Freunde abholen wollten, gab der Bruder die Auskunft, jener sei schon fort. Der Bruder ist bereits vor vielen Jähren gestorben.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 28. Mai. Die Städte Mainz und Wiesbaden haben sich verständigt, ihre Interessen auf dem Gebiete des Luftverkehrs nach dessen endgültiger Freigabe im besetzten Ge­biete unter Ausschluß jeglicher rivalisie - renderTendenzgemeinsamzu befriedigen. In Aussicht genommen ist, auf dem Gelände bei Erbenheim einen Lufthafen zu errichten und hierfür eine gemischt-wirtschaftliche Gesellschaft unter führendem finanziellen Einfluß der beiden Städte ins Leben zu rufen.

die Hände der Bauernbevölkerung kam. Unter seiner weitsichtigen Leitung wurde die Wasser­leitung und baö elektrische Licht im Orte angelegt. 3mmer war er selbstlos für das Wohl des Ganzen und der einzelnen eingetreten. 3m vorigen Jahre war er bei der Wahl mit wenig Stimmen unter­legen. Rachdem an seinem Grabe der Ortsgeist­liche in treffenden Worten die Verdienste des Entschlafenen hervorgehoben hatte, wurde von seinem Amtsnachfolger als letzter Dank der Ge­meinde ein Kranz niedergelegt. Weitere Kränze legten nieder der Kreisverein der Bürgermeister, die DezirkssparkasseMathildenstift" in Vilbel und der GesangvereinHarmonie" in Stamm-