bctyalts zu verstehen sek. (Bejahend Mügel a. a. D., S. 334, Lehmcinn-Boersebeck S. 201, Quassowski S. 276, Weil, Jur. W. 1925, S. 2525; verneinend: Schlegelberger-Harmenmg Anm. 5 zu § 28, Gribel S. 108, Roß, Jur. W. 1925, S. 2577, Nadler, Jur. Ndsch. 1925, S. 1132.)
Unter diesen Umständen empfiehlt es sich bei den vorerwähnten «Streitfragen für die Gläubiger, den Erlaß einer oberstrichterlichen Entscheidung abzu- roatlen. Jedenfalls können die Schuldner in solchen Fällen, wenn sie die Zinszahlung verweigern, nicht in Zahlungsverzug geraten, fo daß ftc vorzeitige Kündigung befürchten müßten, denn ein Verzug liegt nur dann vor, wenn schuldhafterweise zu spät gezahlt wird. Ein Verschulden liegt aber bann nicht vor, wenn die Schuldner auf Grund des eher für ihre Auffassung sprechenden Gesetzeswortlmits der Annahme sein können, daß das Verlangen der Gläubiger von Zinsen bei gelöschten Hypotheken schon vom 1. 1. 1925 an nicht gerechtfertigt sei.
HöchstgerichMche Cnts erbringen
Darlehensforderungen, die durch Hypothek gesichert sind, werden — einerlei ob cs sich um eine Vermögensanlage ober ein G e - fälligkeitsbarlehen handelt — nicht höher als mit 25 Prozent des Goldmarkwerts aufgewertet. Aus den Gründen: Die Aufwertung einer Dar- lehenshnpothek regelt sich schließlich nach § 4 Aufw. G., wayrend die Vorschriften der § 63 über Aufwertung nur auf solche Vermögen sanlaaen anwendbar sind, deren Aufwertung im Gesetz nicht besondesr in den § vis 61 geregelt ist. (Quassowski, Anm. 1 zu § 63 f. S. 368). Nach § 4, 10, Ziff. 6 werden aber alle Darlehen, die durch Hypotheken, gleichgültig, ob diese Verkehrs- oder Sicherheitshypotheken sind, gesichert werden, nur nach dem in § 4 ausgesprochenen Grundsatz der Aufwertung mit 25 v. Sy des Goldmarkwerts der Hypothek aufgewertet. Bei einem durch Hypothek gesicherten Darlehen ist es hiernach für die Auf- iDertung ohne Bedeutung, ob das Darlehen ein Gefälligkeilsdarlehen ist. Hierbei ist der Gesetzgeber offenbar von dem Gedanken ausgegangen, daß das Verlangen des Gläubigers nach dinglicher Sicherung die Annahme eines reinen Gefälligkeitsbarlehens schon ausschließt, weil die bei Gefälligkeiisdarlehen üblichen kurzen Fristen für die Rückzahlung des Darlehens eine hypothekarische Sicherstellung in der Regel unnnötig erscheinen lassen (Quassowski, Anm. zu § 10, Ziff. 6b, Abs. 2, S. 169). Hiernach ist es für die Auswertung der Darlehenshypochek ohne Bedeutung, ob das durch die Hypothek gesicherte Darlehen etwa als Gefälligkeitsdarlehen gegeben worden ist. (Urt. d. K. G. o. 4. 11. 1925, Rechtspr. in Ausw. S. 1926, S. 63). Der gleichen Ansicht ist offenbar auch Mügel (D. ges. Aufw. R., S. 252 f.).
Eine Forderung, für d ie nicht eine Hypothek, aber ein Anspruch auf Bestellung einer Hypothek besteht, unterliegt nicht den materiellen und formellen Vorschriften über die Aufwertung einer hypothekarisch gesicherten Forderung; es entspricht jedoch der Natur der Sache, daß sie in der Höhe aufzuwerteü ist, wie eine entsprechende Forderung, für die bereits eine Hypothek bestellt ist. (D. L. G. Bamberg, Urteil vom 6. 10. 1925, Rechtspr. in Aufw. S. 1926, 22).
Aufwertung einer Hypothek, die der Gläubiger sicherungshalber an eine Bank abgetreten hatte, und die er später wieder zurückerhielt. Als Stichtag gilt für die Aufwertimg der Erwerb durch den Sicherungsübereigner. Gegen diese Berechnung ist ein Erwerber des mit der Hypothek belasteten Grundstücks durch den öffentlichen Glauben des Grundbuchs nicht geschützt. (Ä. G. Beschl. o. 12.1. 1926, Jur. W. 1926, 265.)
D i e Abtretung einer Hypothek zu Sicherungszwecken fällt unter den E r- werb auf Grund eines Treuhandverhältnisses. Die Höhe des Goldmarkbetrags für die Aufwertung richtet sich deshalb nach dem Zeitpunkte des Erwerbs durch den Abtretenden (K. G. Beschl. v. 4. 2. 1926).
Oberhessen.
Landkreis Gietzen
• Klein-Linden, 28. April. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" erfreute am Sonntag die Patienten in der chirurgi - schen und der medizinischen Klinik in Gießen durch Gesangsvorträge, die bei den Insassen der beiden Institute bantbare Anerkennung fanden. Möge dieses lobenswerte Beispiel bei anderen Gesangvereinen Nachahmung finden.
• Wieseck, 28. April. Der von hier stammende, rühmlichst bekannte Kammervirtuose 2. Kümmel, Darmstadt, gab am Sonntag im Braunschen Saale einen sehr interessanten Konzertabend. Herr Kümmel kam diesmal als Dirigent und Solist und konzertierte mit der bestens bekannten Mankschen Kapelle. Kümmels Dirigierkunst übt auf seine Mitwirkenden eine starke Begeisterung aus. Das bewies der spontane Beifall der Zuhörer nach jeder Darbietung, und die Solo-Einlage des Künstlers entfesselte einen Sturm von Beifall, so daß er eine Zugabe folgen lassen muhte. Aus dem Programm ist besonders hervorzuheben: Rich. Wag- neid chronologiches Ton bild: Don „Rienzi" bis „Parsival", sowie zwei musikalisch wertvoll« Märsche von L. Kümmel: „Mein Gruß der Heimat" und „Hessenkinder". Der Saal war von Zuhörer., überfüllt.
= Daubringen, 28. April. Einem langgehegten Wunsche des hiesigen Obst- und Garte n b a u v« r e i n s hat ber Landwirischaftskam- meraussibuß für Oberhessen entsprochen unb durch feinen Obstbauinspektor Wiesner hier einen achttägigen Obstbaumoeredelungskursus ab- halten lasten, ber von 11 hiesigen Teilnehmern, sowie von zwei Herren aus Mendorf a. b. ßumba unb zwei Damen aus Gießen besucht war. Bei
biejer Gelegenheit wurde auch eine neu angefchaffte Obstbaumspritze vorgeführt, über deren verblüffende Wirkungsweise unb dabei einfache Handhabung die Teilnehmer sehr erstaunt waren.
t Treis a. d. Lda., 28. April. Dom Lehrerabbau wurde auch unsere vierklassige Dolksschule betroffen, indem Schulverwalter Haas, der hier sehr beliebt war. einstweilen entlassen wurde. An seine Stelle kam Schulverwalterin Frl. Warnecke, die seither in Gammelsbach i. O. gestanden hatte. 3n die Schule wurden 33 Abcschützen aufgenommen. Bei der Sammlung für die Zeppelin-Eckener» Spende gingen hier 35 Mk. ein, wozu die Gemeindekasse noch 20 Mk. zulegte
Kreis Friedberg.
* Friedberg, 28. April. Die Steno- graphen-Dereinigung Gabelsberger blickt in diesem Jahre auf ihr 2 5 jäh - riges Bestehen zurück. Mit dem 25jährigen Stiftungsfeste, das am 2. Mai stattfindet, wird der Bezirk Großen des Hessen-Rassauischen Verbandes Gabelsberger Stenographen seine diesjährige Frühjahrsbezirkstagung verbinden. Zum Wettschreiben haben sich bereits weit über 200 Teilnehmer gemeldet.
sf. Friedberg, 28. April. Auch in dem begonnenen Schuljahre werden die beliebten Schülerkonzerte von der Augustiner- schule wieder ins Leben treten. Gestern haben sie mit einer schönen Darbietung einen verheißungsvollen Anfang genommen. Professor Dr. Karl Schmidt, dem wir die Einrichtung dieser Konzerte verdanken, hat sich dadurch um das musikalische Leben Friedbergs sehr große Der- dienste erworben, denn nicht nur werden diese Veranstaltungen den Schülern der Anstalt, sondern auch der ganzen Bevölkerung kostenfrei geboten. Es ist ihm auch gelungen, als Mitwirkende ganz hervorragende Kräfte zu gewinnen (wir nennen z. B. nur Paul Hindemith), und so dem Publikum ganz einzigartige Genüsse zu bieten. Während in früheren Jahren die Konzerte gemeinsam für die Schüler und sonstigen Teilnehmer waren, ist in letzter Zeit die Einrichtung getroffen, daß die Konzerte am Sage für die Schüler und eine Wiederholung am Abend für die übrigen Teilnehmer stattfindet. Die gestrige Veranstaltung brachte zwei Melodramen, Hektors Bestattung (Text ans der Ilias) mit Musik von Sigwert und das Hexenlied von Wildenbruch mit Musik von Schillings. Den deklamatorischen Teil brachte in dankenswerter Weise ein früherer Schüler der Anstalt, Dr. jur. Schröder, in vor'üglrcher Weise zu Gehör, die Begleitung lag in den bewährten Händen von Professor Dr. Karl Schmidt; beide Konzerte waren sehr gut besucht.
Weckesheim, 28. Avril. Unser Dorf erhält zur Zeit Kanalisation. Durch diese Arbeiten wird der Arbeitslosigkeit im Orte gesteuert.
Kreis Büdingen.
A Aus der nordöstl. Wetterau, 28. April. Die anhaltend trockene Witterung hat das Wachstum der Winterfrucht und des Klees gehemmt. Der Weizen hat eine gelbe Färbung angenommen, was wohl in erster Linie auf das Konto der Larve des Drahtwurmes (Daatsckmellläfers) zu sehen ist, der in diesem Frühjahre massenhaft verheerend auftritt. Die Apfelblüte hat eingesetzt, nur fehlt ihr die warme Witterung. An den Kernobstbäumen treibt der Apfelblütenstecher fein Zerstörungs- Werk.
△ Blofeld, 28. April Der Errichtung eines Denkmals für unsere vier Gefallenen im Weltkriege soll jetzt nähergetreten werden. Schon im Jahre 1922 wurde ein ansehnlicher Betrag gesammelt, der aber der Inflation zum Opfer siel, so daß jetzt erst wieder ein Kapital zur Beschaffung des Denkmals aufgebracht werden soll. Zu diesem Zwecke hat der Krieger- Verein ein« Verlosung beschlossen; es sollen 2000 Lose zu 50 Pfg. ausgegeben werden. Aach Abzug der Steuer, Ankauf der Verlosungsgegenstände würde noch eine (Summe von etwa 400 Mark verbleiben.
△ Ober-Mockstadt. 28. April. Unsere 2. Lehrer st eile, die eine lange Aeihe von Jahren bestand, ist dem Stellenabbau zum Opfer gefallen, und eine starke einklassige Schule wurde mit Beginn des Schuljahres errichtet. Das vor einigen Jahren erbaute SchulhauS bleibt vorerst leer stehen. Lehrer Kratz wurde nach dem benachbarten Dauernheim verseht.
Kreis Schotten.
=.= Gedern, 28. April. Am 6. Mai wird im Dergwirtshausc dahier eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises stattfinden. Die umfangreiche Tagesordnung wird u. a. enthalten eine Aussprcuhe über die Versicherung der Bürgermeister und Gemeinderechner bei der Angestelltenversicherung bzw. der Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte. Außerdem wird man sich beschäftigen mit dem neuen Katastergesetz und seinen Ausführungsbestimmungen, mit der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, der Landgemeindeordnung und der Beschäftigung Erwerbsloser.
Kreis Alsfeld.
te» Alsfeld, 28. April. Am 29. und 30. Mai ftndet hier die Hauptversammlung des Vogelsberger Hohenklubs statt, zu welcher der hiesige Zweigverein des V. H. E. eifrige Vorbereitungen trifft. Für die Unterhaltung der auswärtigen Besucher wird in jeder Hinsicht Vorsorge getroffen. Die Unterbringung der Festteilnehmer erfolgt je nach Wunsch in Gasthäusern oder in Privatquartieren. An dem plnterhaltungsabend am 29. Mai wird der hiesige V. H. E. einen Teil des Festspieles aus der 700-2ahrseier der Stadt Ällsfeld im
Jahre 1922 zur Aufführung bringen, dessen Glanzpunkt der „Schwerttanz" im letzten Bilde bildet, dessen Aufführung im Jahre 1922 stürmischen Beifall fand. Am Sonntag darauf, nach Beendigung der Hauptversammlung, die im „Deutschen Haus" stattfinden soll, ist auf dem Lindenplah ein Volks- und Iugendfest geplant. Eine Aeuheit für Alsfeld wird die mit der Veranstaltrmg verbundene Gemäldeaus- ft e I [ u n g der Kunsthandlung Riebel von Gießen bilden, die eine Zusammenstellung guter Oelgemälde neuerer Meister bringen wird, bei der auch unser Alsfelder Kunstmaler Ludwig Martin mit seinen Werken vertreten fein wird.
Alsfeld, 28. April. Aus der Stadt- vorftandsfitzung. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete die Anschaffung einer neuen Motorfeuerspritze. Der Vorsitzende gab hierzu einen ausführlichen Bericht des städtischen Branddirektors bekannt, in welchem dieser die Zweckmäßigkeit eines derartigen Feuerlöfchgerätes darlegt. Nach einer ausgedehnten Aussprache, in welcher auch die Gegner der Motorspritze unter Berufung auf technische Gründe zum Worte kamen, wurde die Anschaffung gegen 2 Stimmen b e - schlossen unter der Voraussetzung, daß ber Kreis Alsfeld und die hessische Brandversicherungskammer sich mit je einem Drittel an den Anschaffungskosten beteiligen, falls alsdann das Kreisamt auf jeden weiteren Feuerschutz der abgelegenen Gehöfte in der Gemarkung Alsfeld verzichtet und hierüber der Stadt eine bindende Erklärung abgibt. Ueber die Frage, welche Firma die Spritze liefern soll, wird nod) verhandelt werden, da eine Reihe von Angeboten verschiedener Firmen vorhiegen. Die Spritze wird mit Schlauchmaterial etwa 8000 Mk. kosten. — Um die immer noch große Zahl von Erwerbslosen zu beschäftigen, wurde beschlossen, die E r d a r b e i t e n an der verlängerten Hochstraße auszuführen und ferner Planierungsarbeiten an Feldwegen. Die Arbeiten sollen mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge vorgenommen werden. — Die durch Beschluß vom 31. März 1925 erfolgte Regelung des Kraftstromtarifs soll zunächst unverändert auch für das Rj. 1926 gelten. Sollte eine Aenderung ber Kraftstromtarife des Ueberlandwerks der Provinz Oberhessen erfolgen, so ist gleichfalls eine 2Ienberun$j des Stromtarifs vorzunehmen. Ferner wurde ein Antrag gestellt. auch für die kleineren Kraftstromabnehmer unter 3000 Kilowattstunden jährlichen Stromverbrauch eine Ermäßigung wie bei den größeren Abnehmern eintreten zu lassen. Ueber diesen Antrag soll demnächst Beschluß gefaßt werden. — Ein Ge such des Alsfelder Radfahrervereins 1 8 9 0 um Ueberlaffung ber Festhalle zu einem Gausommerfest am 26., 27. unb 28. Juni fand seine Erledigung dahin, daß die Miete auf 350 Mk. für das Fest festgesetzt wurde. — Dem Photographen Hugo Grün soll auf seinen Antrag hin für das von ihm betriebene Kino die Vergnügungssteuer vom 1. April bis 30. September 1926 auf 10 Proz. ermäßigt werden, für die übrigen Monate bleibt ber seitherige Satz von 20 Prozent bestehen. — Unter Mitteilungen gab ber Vorsitzende ein Schreiben des Arbeitsnachweises Gießen für das nördliche Oberhessen bekannt, worin die Gewährung einer Osterbeihilfe an b i e Erwerbslosen, die letzthin erfolgt fei, als unzulässig in dieser Form beanstandet und im Falle der Wiederholung eine Entziehung der Reichszuschüsse zur Erwerbslosenfürsvrge in Aussicht gestellt wird.
Starkenburg.
Eisenbahnunfall in Darmstadt.
• Darmstadt. 29. April. (Eigener Drahtbericht.) Gestern abend gegen 10 Ahr entgleise ein aus Worms kommender Per» sonenzug kurz vor dem Hauptbahnhof aus bisher noch unaufgeklärten Gründen. E i n Wagen 4. Klaffe stürzte um. Die Insassen konnten ihn durch eine Seitentür verlassen. Sechs Personen wurden leicht verletzt. Die berbeigerufene Sanitätswache brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.
•
* Darmstadt, 28. April. In der Umgegend von Rüsselsheim wurden häufig Frauen und Mädchen durch einen jungen Mann belästigt, der sich dort völlig nackt umhertrieb. Der Polizei gelang es, ihn zu eri° Mitteln und in das Gerichtsgefängnis in Groß- Gerau einzuliefem. Es handelt sich um einen geistig minderwertig en jungenMann auS Rüsselsheim.
Rheinhessen.
O Mainz, 28. April. Das Bistum Mainz beabsichtigt, wie wir hören, den mit der Hessischen Regierung wegen des Schlosses I l b e n ft a d t abgeschlossenen Pachtvertrag auf 99 Jahre zu verlängern. Bekanntlich dient das Schloß dem Benediktinerorden als Riederlassung.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
□ Wetzlar, 28. April. Die Lehrerschaft des Kreises Wetzlar hielt im „Schützengarten" hierselbst ihre diesjährige Vollversammlung ab. Don den eingeladenen Gästen waren erschienen: Regierungsassessor Molsen als Vertreter des Landrats, sowie verschiedene Bürgermeister des Kreises. Rach Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden, Hauptlehrer Görnert -Wißmar, hielt KreismedizinalratDr. Schulte- Wetzlar ein Referat über „Reichs- gesundheitswvche und Schule". An Hand von Lichtbildern führte er den Teilnehmern die Aufgaben '.v r Augen, die besonders auch der Schule in bcorg auf hygienische Körperpflege zufallen.
Rach sehr eingehender Aussprache wurde eine Entschließung der Kreislehrerschaft angenommen, welche u. a. folgende Forderungen der Schule enthielt: Beseitigung der überfüllten Klassen, Gründliche Durchführung der Schulreinigung, Errichtung von Turn- und Spielplätzen, Einrichtung von Schulbädern, Verbesserung des Schularztdienstes, Versorgung der Schulen mit Literatur über Gesundheitspflege u. dgl. Die Kreislehrerschaft erklärte sich grundsätzlich bereit, der Reichsgesundheitswoche ihre Mitarbeit in weitestgehendem Maße zur Verfügung zu stellen. Als zweiter Referent sprach der Leiter des Landesarbeitsamtes Frankfurt a. M., Dr. Schenk, über „Die Mitwirkung der Schule bei der Berufsberatung". Der Vortrag bewegte sich auf der Linie: Psychologische Beobachtung, berufsethische Erziehung und berufskundliche Ausbildung. Das Referat löste eine sehr rege Aussprache aus, in der man sich dahin einigte, daß die Schule mit den neu einzurichtenden Derufs- beratungdämtem in engste Mitarbeit treten wird. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf innere Angelegenheiten der Kreislehrerschaft. — In den evangelischen Schulen des Kreises sind seit Ostern neue Lesebücher zur Einführung gelangt Die Bücher — es handelt sich um je ein besonderes Buch für die älteren und für die jüngeren Jahrgänge — sind von einer Arbeitsgemeinschaft von Lehrern zusammen- gestellt; sie sind literarisch sehr inhaltsreich gestaltet und mit Bildern von Ludwig Richter, Rudolf Schäfer, Hans Thoma u. a. versehen.
WSR. Wetzlar, 28. April. Innerhalb der letzten Tage wurden bei der hiesigen Polizeiverwaltung nicht weniger als drei Sittlichkeitsverbrechen, begangen von älteren Männern an Mädchen unter 14 Jahren, zur Anzeige gebracht. Die Beschuldigten wurden dem Amtsgericht zugeführt und sehen ihrer verdienten Strafe entgegen.
CO Klein-Rechtenbach, 28. April. Der hiesige Friedhof ist demnächst voll belegt unb bedarf daher ber Erweiterung. Diese soll in der Weise vorgenonunen werden/ daß bei dem Umlegungsverfahren, welches hier zur Zeit im Gange ist, angrenzende Flächen dem Friedhöfe zugelegt werden sollen. — Die Frage der Erbauung eines neuen Schulhauses ist noch immer nicht entschieden. Dieser Tage weilte eine Regie- rungskommission hier, um sich von der Notwendigkeit des Baues an Ort und Stelle zu überzeugen. Ob der Bau noch in diesem Jahre in Angrift genommen wird, hängt ausschließlich davon ab, ob und in welchem Umfange der Staat Beihilfen unb Mittel zu den Baukosten zur Verfügung stellt.
<> H oche l h eim, 28. April Die Wahl um die Pfarrstelle für Hochelheim-Dornholzhausen wird am 4. Mai unter Leitung des Superintendenten Wieder (Garbenheim) fjier stattfinden. Als einziger Bewerber kandidiert Hllfs- prediger Schneider aus Essen, ein Sohn des verstorbenen Pfarrers Schneider von hier. Die größeren Kirchenvertretungen von hier und Dornholzhausen haben sich bekanntlich einstimmig dafür ausgesprochen, daß die Stelle Herrn Schneider übertragen werde, so daß es sich bei der am 4. Mai statt findenden Wahl eigentlich nur um di« Erfüllung einer Formalität handelt.
O Dornholzhausen, 28. Avril Die hiesige Spar - und Darlehnskasse G. m. b. H hielt in der Gastwirtschaft Schieferstein eine ordentliche Generalversammlung mit Jahresabschluß ab. Wie der Jahresbericht ergab, war im abgelaufenen Geschäftsjahr erfreulicherweise eine wesentliche Zunahme der Spareinlagen zu verzeichnen. Auch einen ansehnlichen Warenumsatz konnte die Kasse auf ihr Konto buchen. Die Vorstands- und Aufsichtsratswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Die Zinssätze wurden mit Wirkung vom 1. Apric ab wie folgt festgesetzt: für Darlehen auf Schuldscheine 12 Prozent, für Spareinlagen 9 Prozent und für tägliches Geld 7 Prozent. Die Kasse wurde im Dezember 1919 gegründet; sie zählt 75 Mitglieder. — In die hiesige Schule wurden in diesem Jahre 16 Abcschützen ausgenommen, davon 8 Knaben und 8 Mädchen Zur Entlassung kamen 5 Knaben und 3 Mädchen. Die Gesamtzahl der Schulkinder beträgt jetzt 50; sie wird in den nächsten Jahren eine wesentliche Steigerung erfahren. 2 Schüler besuchen eine höhere Schule in (Sieben.
O Oberkleen, 28. April. Die hiesige Gemeindejagd ist zur Zeit in zwei Bezirken verpachtet, und zwar der größere Bezirk (links des Kleebaches) an den Direttor (R d 8 - kothen aus Altenburg (Sachsen), der kleinere Bezirk (rechts des Kleebaches) an hiesige Jäger. Die Pachtzeit läuft am 31. März 1928 ab. Es ist beabsichtigt, die Jagd nach Ablauf der jetzigen Vertragsdauer aus weitere sechs Jahre, das ist vom 1. April 1928 bis 31. März 1934 an die bisherigen Pächter aus der Hand zu verpachten. Die Pächter haben sich erboten, rückwirkend vom Jahre 1925 ab für den größeren Bezirk 1600 Mk. und für den kleineren Bezirk 200 Mk. Jahres- Pacht zu zahlen, allerdings nur dann, wenn sie die Jagd auf weitere sechs Jahre bekommen. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen augenblicklich beim Iagdvorsteher aus. Mit Rücksicht darauf, daß die 'Angebote der Pächter günstig sind und die Friedenspacht übersteigen, ist wohl anzunehmen, daß kein Iagdgenosse (Grundstücksbesitzer) von der Möglichkeit der Einspruchs- erhebung gegen die beabsichtigte Verpachtung aus der Hand Gebrauch macht. Die Jagd hat einen guten Rehwildbestand. Schwarzwild kommt ständig als Wechseb.vild vor, trotzdem ist der Wildschaden gering. Der Pächter des größeren Bezirkes hat einen Jagdaufseher hauptberuflich an- gestellt. der hier seinen Wohnsitz hat.
Kreis Bicdenkopr.
XX Fellingshausen, 28. April. Die Baumblüte, die bekanntlich in den hoher ge«
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