Havensportseft in Dortmund.
Dortmund, 28. März. (WB.) Das erste Dortmunder Hallensportfest hatte guten Besuch aufzuweisen., Besonderes Interesse rief das erste deutsche Hallenfußballspiel hervor, in dem Herta Berlin gegen Dortmunder Sp. K. mit 4:2 (1:0) siegte.
Im 30-Meter-Lauf siegte P e l tz e r - Stettin vor B ö ch e r - Siegen.
Im 50-Meter°Lauf siegte H o u b e n vor seinem Klubkameraden Schiller in 5,8.
Im 30-Meter-Lauf siegle Husen. 2. Walpert (Kassel), 16 Meter.
Im 80-Meter-Lauf Erster: Hauben. Zweiter: Schiller, 1$ Meter zurück.
Radsport.
Gau Lahn, Südbezirk, V. D. R.
Auf dem Bezirkstag in Wetzlar wurden folgende Termine festgelegt:
Die Saison wird am 25. April mit einem 60-Kilometer-Rennen eröffnet, welches vom Radfahrerverein 1891 Weilburg übernommen wurde. Start und Ziel befinden sich in Weilburg. Das Rennen rollt durch das romantische WeiUal bis Neuweilnau. Hier befindet sich der Wendepunkt.
Das zweite Rennen über 100 Kilometer am 16. M a i hat Gießen als Start und Ziel. Dieses Rennen läuft als Ach ter fahrt und berührt die Orte Krofdorf und Lollar. Am gleichen Tage findet eine Jugendwanderfahrt nach der Ruine Gleiberg statt.
Bei der größten Veranstaltung des Bezirks, dem Bezirkssommerfest am 6. Juni, werden sich die Radler in Großen-Linden treffen. An der für denselben Tag festgelegten ersten B e.- zirkswanderfahrt nach Großen-Linden soll kein Wanderfahrer fehlen.
Die zweite Bezirkswanderfahrt am 2 2. A u g u st führt ins Salzbödener Tal bei Gießen.
Zur dritten Bezirkswanderfahrt am 19. September laden die Dillenburger ein.
Gau 73 des B. D. R.
Am 26., 27. und 28. Juni findet das Gausommerfest des Gaues 73 des Bundes Deutscher Radfahrer in Alsfeld statt. Es wird u.a. ein Straßen- rennen über 100 Kilometer um die Gaumeisterschaft abgehalten.
Das Frühjahrsstratzenrennen Berlin - Kottbus - Berlin.
Das klassische Frühjahrsstraßenrennen Berlin— Kottbus- Berlin wurde gestern in der Klasse der Berussfahrer von Richard Huschke vor Belloni, Heinrich Suter und Rebe im Endspurt gewonnen. Zeit: 8:15.
Bei den Amateuren siegten H. Conrad (Ar- minies - Friedrichshagen) in 8:26:05 vor E. Macrinsky (Germania-Berlin), C. Werner (Vik- toria-Berlm), E. Schulz (Friedenauer Radfahr-- verein).
Bei den Altersfahrevn siegte Orlewicz. -
Eröffnungsrennen aus der
Berliner Olympia-Bahn.
Im 15°Km.-Dauerfahren Erster: Möller vor van Ruysseveldt 50 Meter zurück.
20--Km.-Dauerfahren: Erster: Möller vor van Ruhsseveldt 160 Meter zurück.
40-Km -Dauerfahren: Erster: van Ruhsseveldt vor Möller 31 Meter zurück.
Das Malfahren gewann Jenssen, das Ausscheidungsfahren Stoltz.
i Luftfahrt.
Ger Rhönsegelflugwettbewerb.
i WSR. Wie aus Fulda gemeldet wird, ist der Termin für den diesjährigen Rhön-Segelflugwettbewerb festgelegt worden: Die Veranstaltung wird vom 2 5. Z u l i b i s 9. A u g. durchgeführt werden. Auf der Wasserkuppe regt sich allenthalben die schaffende Hand der Flugzeugerbauer und der Handwerker, die den Ausbau und die Reueinrichtung von Wohnräumen, Arbeitsstätten und Anterbringungsmögiichkeitsn der fremden Apparate tätigt und damit auch gleichzeitig der Hinterbringung der großen Gästemenge Rechnung trägt. Auch mit der Erbauung neuer Modelle ist man eifrig beschäftigt; aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Jahr 1926 umwälzende Reuerungen auf dem Gebiet des Segelflugs bringen.
Schwimmen.
Neuer Weltrekord Rademachers.
Berlin, 29. März. Wie die Morgenblätter aus Neuyork melden, stellte bei einem Schwimmfest in Buffalo am Samstag der deutsche Meister Erich Rademacher (Magdeburg) mit 2 Min. 49 Sek. einen neuen Weltrekord im 200-Meter-Brust- Schwimmen auf. Er verbesserte damit seine eigene Höchstleistung um 1,4 Sekunden.
Stilblüten.
Im Feuer des Wortgefechts widerfährt es so manchem Redner, daß ihm ein Satz entschlüpft, der die Logik geradezu auf den Kopf stellt, und der, mag er auch noch so schön klingen, bei den Zuhörern unerwartete Heiterkeit weckt. Nach häufiger ereignen sich solche lustigen Entgleisungen in Berichten und Zeitungsartikeln, die ja oft in großer Eile geschrieben werden müßen. Gelegentlich werden die Stilblüten freilich auch ganz ernsthaft und bewußt vor- gebrocht und wirken dadurch womöglich noch komischer.
Es war in einer Sitzung, in der die sozialen Verhältnisse der Frauen besprochen wurden, als ein eifriger Redner der Gegenpartei den schönen Satz prägte: „Die Sozialisierung der Frau ist ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlaufen hat!"
In einem Vortrage über Dante schloß der Redner seine Ausführungen mit den Worten: „Dante war also ein Mann, der mit dem einen Fuß noch im Mittelalter stand, während er mit dem anderen die Morgenröte einer neuen Zeit begrüßte!" — Schade, daß von dieser hübschen Stellung des großen Dichters keine Momentaufnahme existiert.
Sehr tröstlich mag der in einer Trauerrede oor- getommene Satz den Angehörigen geklungen haben, der lautete: „Der Zahn der Zeit, der schon so manche Träne getrocknet bat, wird auch über diese Wunde Gras wachsen lassen."
Ein fleißiger Sammler hat einmal eine lustige Blutenlese stilistischer Entgleisungen aus Tageszeitungen zusammengestellt, deren Lektüre höchst amüsant ist. So enthielt vor Jahren der Leitartikel eines Wiener Blattes den folgenden großartigen Satz: „Der Fuß der Nächstenliebe beschreitet tri-
Fechten.
Bier-Städlekamps im Degenfechten.
Bei dem gestern in Hannover ausgetragenen Vier-Städtekampf im Degenfechten siegte Hamburg mit zwei Mannschaftssiegen, 22 Einzelsiegen und sieben Doppeltreffer. Zweiter wurde Leipzig: Zwei Mannschaftssiege, 21 Einzelsiege, drei Doppeltreffer. Ditter Hannover: Ein Mannschaftssieg, 22 Einzelsiege, sechs Doppeltreffer. Vierter Berlin: Ein Mannschaftssieg, 20 Einzelsiege, fünf Doppeltreffer. Bester Einzelfechter war S ch i n n, Hannover, mit acht Siegen und einem Doppeltreffer.
Rudern.
Cambridge besiegt Oxford.
London, 27. März. (Täl.) Im berühmten älniverfitäts-Achter, der alljährlich auf der Themse zwischen den Mannschaften der älni- versitäten Cambridge und Oxford ausgetragen wird, siegte heute unerwartet leicht die Mannschaft von Cambridge in der hervorragenden Zeit von 19 Minuten 29 Sekunden mit fünf Dootslängen vor Oxford.
Wirtschaft.
Ausgabe von Goldpfandbriefen durch die Hessische Landesbank. Der hessische Finanzminister hat der Hessischen Landesbank die Genehmigung erteilt zur Ausgabe von auf den Inhaber lautenden und zu 8 v. H. verzinslichen Goldpfandbriefen im Gesamtbetrag von 10 Millionen Rm., nebst den dazu gehörigen Zinsscheinen. Bis zum 1. Juli 1931 ist eine Einziehung ausgeschlossen. Die Stücke sollen in zwei Reihen zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Reichsmark herausgegeben werden.
* Zinsherabsetzung der Preußi- schen Staatsbank (Seehandlung). Entsprechend der Herabsetzung des Reichs bankdis« kontes wird die Seehandlung die Kontokorrent- Debetzinsen von 10 auf 9 Prozent (einschließlich Provision), die Sparkassen-Debetzinsen von 9 auf 8 Prozent, die Zinsen für Guthaben von Privatkunden von 4 auf 3i/2 Prozent und die der Sparkassenguthaben auf 4V» Prozent herabsetzen. Der Sah für Ältimogeld stellt sich nunmehr auf 5 Prozent (ca. 6 Prozent).
* 11 n verzins liche preußischeReichs- markschatzanweisungen. Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst' nach einer Mitteilung der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) meldet, wird mit Rücksicht auf die erfolgte Ermäßigung des Reichsbankdiskontsatzes im Benehmen mit dem preußischen Finanzministerium der Diskontsatz für die unverzinslichen preußischen Reichsmarkschatzanweisungen vom 29. ds. Mts. ab um 1/2 Prozent ermäßigt.
• Gemeinschaft süddeutscher Zuckerfabriken. Beirat und Verwaltungsrat der Gemeinschaft haben in ihren Sitzungen den Rechnungsabschluß für 1924/25 und die Fusionsgrundlagen durchberaten. Der Reingewinn soll bei allen Gesellschaften auf neue Rechnung Dorgetragen werden. Bezüglich der Fusion beschlossen die beiden Gremien einstimmig, den in der Zeit vom 22. bis 24. April stattfindenden Generalversammlungen die völlige Verschmelzung auf Grund der bereits bekarrntgegebenen Fusions- arundlage unter dem Ramen „Süddeutsche Zucker A.-G." zu empfehlen.
* Mitteldeutsche Creditbank, Frankfurt a. M. In der am Samstag stattgehabten Generalversammlung, in der 29 Attio- näre mit 18 540 420 Mark Aktienkapital vertreten waren, wurden sämtliche Anträge der Verwaltung genehmigt und die Verteilung einer Dividende von 9 Prozent beschlossen.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 29. März. Die Haussebewegung der Samstagbörse übertrug sich auf den heutigen Verkehr. Der ausschlaggebende Grund hierfür lag in der ganz außergewöhnlichen Flüssigkeit des Geldmarktes, die sich, so unwahrscheinlich es klingt, noch verstärkt hat. Heute wurden außerdem die Effekten zum letztenmal per Ultimo März engagiert, da infolge der am Freitag beginnenden mehrtägigen Unterbrechung des Börsengeschäfts in diesem Monat mit den Liquidationen früher begonnen werden muß. Für lagesgelb hat sich der Bedarf etwas vergrößert, was aber den Geldgebern nur recht sein konnte. Die Sätze sind unverändert 4 bis 6 Prozent. Aus der Wirtschaft lagen verschiedene günstige Nachrichten vor, eoenso boten die auf den Montantrust gesetzten Hoffnungen gute Anregung. Die Spekulation schritt infolgedessen zu weiteren Käufen. Das Publikum beteiligte sich ebenfalls am Geschäft, bevorzugte allerdings in der Hauptsache sog. billige Werte. Die Tendenz der Aktienkurse gestaltete sich daher
umphierend das zur gegenseitigen Duldung und Liebe geschaffene Rund, und in den Verwerfungsspalten sinnlicher Genußsucht versinken die Menschen, getroffen vom Rächerblitz der eigenen Hände." Der Rede Sinn ist einigermaßen dunkel, doch nicht viel heller ist der folgende Satz: „Die allgemeine Frage, welche schon seit Monaten als dräuende Seeschlange in den Tintenfässern der europäischen Diplomatie umherspuckt (mit ck!), hat diesmal wieder ihr Hydrahaupt erhoben."
„Der Lichtkegel, unter welchem I. die Menschen betrachtete, hatte immer einen bitteren Beigeschmack", behauptet ein anderer Schreiber kühn und bestimmt in einem Nekrolog auf einen anderen Politiker, der wegen seines Sarkasmus bekannt war. In einem anderen Nachruf fand sich wieder die hübsche Wendung: „Der Tod zertrat mit rauher Hand", was ebenfalls nicht ganz au beweisen ist, es sei denn, daß der Tod als geschickter Akrobat bisweilen zu seinem Privatvergnügen auf den Händen liefe.
Ein nicht übles Bild gibt die Darstellung eines Schützenfestzuges in Wien. Da hieß es: „Auf den Straßen wogte die festlich gekleidete Menge auf und ab, und die Fenster sämtlicher Häuser waren mit Köpfen dicht besetzt, welche freundlich mit den Taschentüchern wedelten." Ein netter Anblick! Der Jeder des gleichen Reporters entschlüpfte auch der Satz: „Der Unbekannte, der die Frau mit den Wellen kämpfen sah, winkte seinem Hunde, und mit dein Ruf: ,Pack an!' sprang das Tier ins Wasser!" Gegen dieses Tier muß der seinerzeit viel genannte sprechende Hund, um ein ähnliches Bild zu gebrauchen, ein Waisenknabe gewesen Jein.
„Der Chef hatte sich in den Hasen der Insolvenz geflüchtet", hieß es einmal in einem Bericht über
sehr fest. Am Pfandbriefmarkt ließ die Lebhaftigkeit des Geschäfts gegenüber der Samstagbörse anfangs nach, doch blieb die erhöhte Tendenz recht gut behauptet. Das Geschäft hätte wohl im allgemeinen noch größere Formen angenommen, wenn nicht der andauernde Sturz des französischen Franken sich hemmend ausgewirkt hätte. Paris senkte sich gegen London auf 143. Auch Brüssel gab weiter nach auf 125 gegen London. Die übrigen Valuten waren nicht wesentlich verändert.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug, fluro
1-Uhr. Rur»
Schluß Rur»
Anfang lur-.
Datmm |
27.3.
29 3.
27.3
29 3.
5% Deutsche Reichsanleihe 4% Deutsche Reichsanlethe 3Vi% Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Rcichöanleihe Deutsche Sparprämicnanleihe 4% Preußische Konsols • • . 4% Hessen.........
3‘/.% Hessen..........
3% Hellen...........
Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweilng.') 4% Zolltürken........
5% Goldmerikaner ... .
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darm st. und Nationalbank Deutsche Dank.........
Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandit . . Mctallbank.........
Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Creditanstalt Westbank ........
Bochumer Guß .......
BuderuS ..........
Caro ............
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte.........
Oberbedarf..........
Phönir Bergbau ...... Rbeinstahl...........
Riebeck Montan........ Tellus Bergbau..... .
Hamburg-Amerika Pakt. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann .....
Anglo-Cont.-Guano.....
Chemische Mayer Alapiu . . 9- G- Farbenindusttte, A.-G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung........
Rütaerswerke.........
Echeidcanstalt.........
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann .........
Matnkraslwerke ....... Schlickert ..... ♦ •.
Siemens <t Halske ...... Adlcrwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Hcyligenstaedt.........
Meguin............
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chast Frankfurt. Pet. Union A.°G......
Schuhfabrik He« . . ...» Sichel. . . ....... .
Zellstoss Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal ..
Zuckerfabrik Wag häufel . . .
0,415
0,365 0,475
0,240 0,370
93,5
99,6
11
40,5
157'
114'
133,5' 136'
130'
96
106,5'
7,25 0,04
87,25'
56,75
13,25' 91'
94,5'
131.25
136
34,75
43,75'
80*
82,5'
89,25
64
155' 155*
47 99
76
91
136,5'
78
78
78
109,95
100'
92' 89
90'
51,25 50 30
-
26
46
106,12 91.75
36,25
3,62
121,5
54,75
60
0,4075
10,35
158'
115,5'
134'
131,5'
106,75
7,45 0.041
59,25*
96,25*
97,8*
108,5'
131
35
44,5'
81,25'
83,75'
156*
155,6'
77
138.4'
79,5
79,75
102,5'
94,5*
90,85*
51?5
92,25
122,5
55,5
60,5
0,4005
0.39 0,3905 0,48 0,2307 0,3807
0,37
95,9
99,8
156,7* 113,2* 133,9' 135,5'
130
106,7'
7,25
87*
57
44' 90,25' 93,4' 103,2'
131*
136
35
44,75'
80* 82,25*
88,5
153,1* 154.1*
75,75
89
136'
77,9
77
99,25' 93,62
89,25' 119,7'
51
50
47,75
98
39
121,5 57,5
0,405 0,395 0,395 0,480
-
—
156,7'
115.5' 134’
136*
130,7'
7,35
90,25'
96.5' 97,25* 108,5*
136,25
35,9 45.75 81,5* 83,9'
155,5- 155,5*
92,75
138.9'
79,4
78
103,5* 94,9*
90,9* 115’
52
124
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a.M., 29.März. Tendenz: sehr f e st und l e b h a f t. Die durch die unerwartet eingetretene Reichsbankdiskontermäßigung an der Samstag-Effektenbörse verursachte Steigerung übertrug sich auch auf die neue Woche. Bereits vor Beginn des amtlichen Verkehrs herrschte auf allen Märkten Hausse st immung, die unter stürmischem Geschäft in Erscheinung trat. Im Mittelpunkte des bedeutenden Verkehrs standen Farben-, Montan- und Elektroaktien, aber auch die anderen Märkte hatten lebhafte Umsätze aufzuweisen bei u n - gewöhnlich festen Kursen. Nur Schifffahrtsaktien bewegten sich schwerfällig und tarnen nur in geringem umfang über die Samstagsteigerungen hinaus. Bankaktien verkehrten angeregt und wiesen Steigerungen bis zu 2 Prozent auf. Am Montanmarkt stimulierte die im Gange befindliche endgültige Bildung des Mon- t a n t r u ft e s. Die Werte dieses Gebietes waren stark gesteigert. Deutsch-Lux plus 5,2, Gelsenkirchen plus 3,3 Prozent. Farbwerte waren um 2 Prozent höher. Elektrooktien wiesen Kursgewinne von 2 bis 3 Prozent auf. Bauaktien lagen ungewöhnlich fest. Heidelberger Zement plus 5 Prozent. Zellstoffaktien gingen 2 Prozent höher. Für viele Werte des K a s s a m a r 11 e s war die 'Nachfrage so stark, daß zu zahlreichen Ratio n i e ru n g e n geschritten werden mußte. Eine große Anzahl von kleinen Werten mußte infolge starker Nachfrage gestrichen werden. Die Umsotz- tätigkeit am heimischen Rentenmarkt hielt sich dagegen in bescheidenen Grenzen. Kriegsanleihe 0,497. Ausländische Renten waren etwas
gebessert. In Türkenwerten kam es zu größerem Geschäft. Am Markt der Pfandbriefe hielt die außerordentlich starke Nachfrage an, die Kurse gingen weiter nach oben. Der F r einer k e h r lag fest. Beckerkohle 55, Benz 50, Brown« Baven 60, Entreprise 11, Growag 56, Rastatter Waggon 21, Ufa 50, Ufra 72,5 Proz Im weiteren Verlause setzte sich die Aufwärtsbewegung fort, doch > ahm das Geschäft ruhigere Bahnen an. Am Geldmarkt machte sich neben dem überaus reichlichen Angebot infolge des Ultimos etwas Nachfrage bemerkbar. Tagesgeld 5, Monatsgeld 5i bis 6i, Bankdiskonten 5, Industrie-Akzepte 6 Proz. Im Devisenverkehr setzte sich die Baisse des französischen Frankens fort. Paris gab gegen London auf 143 nach. Brüssel war weiter schwächer mit 123,50 gegen London.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
27 März.
29. März.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Briet
Geld-
-JMef
Ämft.-Vton.
168,11
168,53
168.16
Buen.-Aires
1,659
1,663
16,71
1,662
1,666
Brff.-Antw.
16,67
16,37
16,31
Christiania.
89,89
90,11
89,29
89,51
Kopenhagen
110,03
110,31
109,91
110,19
Stockholm .
112,41
112,77
112,50
112,78
Helllngfors.
10,554
10,594
10,554
10,694
Ätolicn. .
16,865
16,905
16,83
16,87
London. .
20,395
20,447
20,393
20,446
Neuyork . .
4,195
4,205
4,195
4.205
Paris. . .
14,475
14,515
14,22
14.28
Schwei., . .
80,79
80,99
80,77
80,97
Spanien. .
59,06
59,20
59,03
59,17
Yap an . . . Mio de Fan-
1,922
1,926
1,917
1,921
0,602
0,604
0,6
0.604
Wien in D--
Oest. abgeft.
59,19
59,33
12,457
—-
Prag ....
Belgrad . .
12,417
12,418
13,46«
7,382
7,402
■—
Budapest. . Bulgarien
5,875
3,02
5,895
3,03
3,02
i,ä
Lissabon
21,295
21,345
21,295
21,3»
Danzig. . .
Konstantin.
80.89
81,09
2,129
2,139
—
—
Athen.
5,67
5,69
——
—
Canada. . .
4,185
4.195
4,188
Uruguay. .
4.245
4,255
4,255
Banknoten. 1
(Ohne Gewähr.)
Berlin. 27 März
Geld
vriei
Amerikanische Rote» ..... Belgische Noten ..... .
Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Notru ...... Holländische Notru...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......
Deutsch-Liston:., ä 100 Kronen Rumänische Roten......
Schwedische Noten . ..... Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten.....
4,185
16,65
109,79 20,362
14,48 167,73
16,93 89,82 59,10
112,17 80,70 58,98 12,39
5.85
4,205
16,73
110,35
30.462
14,56
168,57 17,01
90,38
59,40
112,76
81,10
59,29
12,45
5,89
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 29.MärZ. Auftrieb: 1194 Rinder, darunter 310 Ochsen, 39 Bullen, 847 Färsen und Kühe, 673 Kälber, 189 Schafe, 4643 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 52 bis 57 Mk.; junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere aus- gemästete 45 bis 51; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 36 bis 44; Bullen, oollfleischige aus- gemäjtete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 52; vollfleischige jüngere 42 bis 47; Färsen und Kühe, vollsleifchige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 57; oollfleischige ausgemäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 44 bis 50; wenig gut entwickelte Färsen 45 bis 51; ältere ausgerüstete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 43; mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 42; gering genährte Kühe und Färsen 17 bis 27. — Kälber: feinste Mastkälber 81 bis 85; mittlere Mast- und oeste Saugkälber 71 bis 80; geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 70; geringe Saugkälber 52 bis 59. — Schafe: Mast- lämmer und Masthämmel 46 bis 50; geringere Masthämrnel und Schafe 36 bis 44. — Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 78 bis 82; unter 80 Kilogramm 70 bis 77; von 100 bis 120 Kilogramm 80 bis 82; von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 82; unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75 Mk. Marktverlauf: Rinder und Kleinvieh bei regem Handel ausverkauft, bei Schweinen ruhiger Handel und etwas lleberftanb.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener AnzeigerS^F Frankfurt, 29. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 27,25—27,50, Roggen, inländischer, 18—18,50, Sommergerste für Brauzwecke 21,50—24, Hafer, inländischer, 19,75—21,75, Mai» (gelb) 17,75—18, Weizenmehl, inländisches, Spe* zial 0, 40,50—41, Roggenmehl 26,75—27, Weizenkleie 9,50—9,70, Roggenkleie 10,50, Erbsen 26—34» Linsen 40—70, Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9, Weizen- und Roggenstroh 5,50—6, Treber, getrocknet, 16—16,50. Tendenz fest.
den Niedergang einer bekannten Firma in Wien, während ein anderer die Verhaftung eines Betrügers in die hübschen Worte kleidete: „Als man sah, daß sich K. auf einer schiefen Ebene befinde, warf man die Flinte ins Korn und drückte ein Auge zu".
In einem Leitartikel fand sich eines Tages die mißtrauische Bemerkung: „Wir begnügen uns, darauf hinzuweisen, daß in diesem Falle jungtschechische Finger die Hand im Spiele gehabt haben". Wie die jungtschechischen Finger das nur gemacht haben mögen! Ebenfalls kurios, aber eher verzeihlich, weil der Bericht bei großer Hitze geschrieben war, klingt der Satz, den sich ein Berichterstatter über eine Sitzung geleistet hat, der er beiwohnen mußte. Er lautet: „Die Galerie war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, und im Saale herrschte eine Hitze, gegen die der Aequator ruhig als ein Zephyr angesehen werden kann." Wie sich der Berichterstatter wohl den Aequator vorstellen mag!
Der oben erwähnte Stilblüten-Sammler hat auch bei einem Berliner Kritiker einen famosen Satz gefunden. Der Kritiker behauptet, daß sich der Text eines choreographischen Werkes „wie eine schmale Sardelle auf einem üppigen Kalbsschnitzel windet", was gewiß reizend und appetitanregend gesagt ist.
Sehr logisch und durchaus überzeugend drückte sich der Berichterstatter eines mährischen Blattes über das Ueberhandnehmen der Selbstmorde aus Liebe aus. „Ein integrierender Zug der Bewegung," so schreibt er, „daß sich alljährlick Hunderte von Personen freiwillig das Leben nehmen, ist die Liebe. Ihre Opfer erliegen dem Radikalismus der Aufregung/' — Radikalismus der Aufregung ist gut
Aber nicht nur in Zeitungen, deren Beiträge, wie gesagt, oft in fliegender Eile geschrieben werden müssen, selbst in Büchern findet sich so manche höchst
luftige Entgleisung. „Ihre Lippen umspielte ein höhnisches Lächeln, und ihre unverschämten Augen sahen ihn kichernd an", heißt es in einem schönen Hintertreppenroman. Solcher Beispiele gibt es in einer gewissen Sorte minderwertiger Literatur unzählige. Bedenklicher ist es schon, wenn in einem neuzeitlichen Reisewerk bei der Beschreibung von Jerusalem der Satz vorkommt: „Spitäler, Blindeninstitute, Aussätzigenheime, Schulen aller Nationen und Konfessionen reihen sich wie ein lieblich duftender Rosenkranz 'um die ganze Neustadt". — Der lieblich duftende Rosenkranz aus Aussatzigen-Heimen und Spitälern ist jedenfalls ein Bild, das an Anschaulichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Uebri- gens lieft es sich auch drollig genug, wenn selbst Gottfried Keller in seiner Legende von der Jungfrau und dem Teufel den Satz formt: „Gebizo eilte nur mit einer Gänsehaut bekleidet auf dem geradesten Wege nach seiner Burg".
Durch eine Satzverhebung in der Druckerei eines Budapester Blattes wurde einmal ein merkwürdiger Bericht zusammengebastett. Es hieß da: „Was aber die finanzpolitische Seite betrifft, so können wir unsere Ansicht in dem Worte zusammenfassen: Seltene Treue eines Hundes". Und nun kam ein Lobes- Hymnus auf die Treue der Hunde, der gewiß sehr gut gemeint war, aber mit der finanzpolitischen Seite wenig zu tun hatte. Zum Glück geschieht es aber nur selten, daß solche „Verhebungen" de» Satzes unbemerkt bleiben. Dem geschulten Auge de« Metteurs und des Umbruchredakteurs, mag es auch nicht länger als eine Minute über den Spalten de» „Bürstenabzugs" verweilen, entgeht kaum je ein derartiges technisches Versehen. K. S.


