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46 Wochen einer ausserordentlichen H.-V. der Julius Sichel K. G. a. G. ein Vergleichsvorschlag vorgelegt werden kann. Außerdem erleichterte Die börsenmähige Situation ein Arrangement. 3m Kreise der Konzern-Firmen ist inzwischen bei einem weiteren Objekt, der Duisburger Sichel-Gesellschaft, ein Vergleichsvorschlag auf Basis von 40 Prozent genehmigt worden. Der Berkaus der 878 Kuxe der Gewerkschaft Düren, für die vorerst 80 Rm. und später 200 Rm. pro Stuck geboten worden sind, ist zu einem, den Buchpreis der Liquidationsbilanz wesentlich übersteigenden Betrag erfolgt.

Dörlenkurle.

5"/. Deutsche Reichsanlethe 4°/0 Deutsche Rcichsanleihe

Deursche Reichsan leihe SP/ Deutsche Rcichsanleive Deutsche Lvarvramtenanleive *°,o Preußische «ousols 4° o Hessen 3V2% Hessen 3% Hessen...........

Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dtv Doll-Schav-Anweisug.*) 4e/0 Xoatürfen.......

5°/0 Goldmerikaner . . Berliner Handelsgesellschast Coiomerz- und Privat-Bank Türmst, und Rarionaldank Deutsche Bank. . . .

Deutsche Vereüisdank ... Diüconto Commandit Metall bank.

Mitteldeutsche Creditbavk. Lesterreichilche Creditam'taU Westbank .....

Bochumer Guß ...... Budcru-Z ........ Caro ..........

Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harvencr Bergbau . . .rkaliwerke Aschersleben.... Saltatrt Westeregeln. . .. Laurahütte Oderbedarf ........ Phbnir Bergbau Rheinstahl ...... Riebe ct Montan ..... Tellus Bergbau Hamburg-Amerila Paket. . . Norddeutscher Llovo . . . Cheraunsche Werke AlbM . . Zementwerk Heidelberg . . . Dbilivv SoUmann .... Anglo-Cont-Guano . ... Chemische Mäher Alapin . . 9 G- Farbenindustrie. A.-G- Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswcrke ....

Echeideanftalt »Hfl. Elekkrtzltäts-Gefellschafr Bergmann Mamkrartwerke . ...... Schuclett ...... Siemens & Halske ..... Adlrrwrrke Zieher ..... Daimler Motoren. ..... Hehltgeuftaedk . ..... Nieanin ......

Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Merallgesell chast Frankfurt . Bei. Union A.-G Schuhfabrik Herz . . .... Sichel. . ........

Zellstoff Waldhvs. . .... Zuckerfabrik Frankerrthal . . Zuckerfabrik Waabäulel . . .

Berliner

((Siaener Drahtbenct)- des ..Gießener Anzeigers".)

Berlin. 29. Jan. Mit der gestrigen Abstim­mung im Reichstage ist die bisherige Nervosität der Börse hinsichtlich der innerpolitischen Verhältnisse gewichen und der Weg zu einer neuen Auf­wärtsbewegung frei geworden. Diese setzte sofort bei Beginn höusseartig ein und ergriff einige führende Marktgebiete. Es lagen noch ver­schiedene andere stimulierende Nachrichten vor. So veranlaßte der Verkauf der Stinnesflotte an die Deutsche Austral- und Kosmos-Linie ein mehr­prozentiges Anziehen dieses Papieres, dem sich alle übrigen Schiffahrtswerte anschlossen. Bekanntlich er­wartet man an der Börse in der nächsten Zeit noch weitere größere Transaktionen im deutsche Reedereigewerbe. Stark be­festigt lagen ferner die Werte der Rhein-Elbe- Union auf den Abschluß der Amerika-Anleihe hin. Hiervon konnten sämtliche Montanwerte pro­fitieren. Hohenlohe waren auf Auslandkäufe hin stark gesteigert, ebenso Rombacher Hütte in Erwar­tung günstiger Ausführungen in der heutigen Gene­ralversammlung. Die in der deutschen Auto - In- tz u st r i e neuerdings bestehenden horizontalen Kon­zentrationspläne haben das Interesse an diesen Werten beträchtlich gesteigert, so daß diese Werte an den Maklertafeln mit Pluszeichen erschienen, von weiteren Spezialhaussen ist die der Kali- werte hervorzuheben. Die Werte dieses Gebietes, die schon gestern nm 5 bis 7 Prozent gesteigert waren, konnten heute ihre Aufwärtsbewegung wei­ter um 3 bis 4 Prozent fortsetzen. Die Aktien des Barmer Bankvereins waren infolge des

Frankfurt a.M.

Berlin

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Dorfe.

Jahrtausende jene Eskimokultur entwickelt, welche so ärmlich ist, wenn wir sie mit anderen Kulturen vergleichen, die in reicheren Gebieten ihre Heimat haben, und die in ihren Geräten und Gegenständen und deren Bearbeitung so imponierend wirkt, wenn wir die kärglichen Hilfsmittel in Rechnung ziehen. Jene beiden Bootsarten der Grönländer, der Kajak und der Umiak oder Frauenboot, bestehen aus einem Gerüst von Treibholz, das mit Seehunds­haut überspannt wird. Es sind Wunder der Technik, wie auch dis Harpunenspitzen aus Knochen und die ganze Kleidung, die ebenfalls der Seehund zum größten Teile liefert. Noch heute werden jährlich über 100 000 Seehunde gefangen.

Wirtschaftlich ist interessant, daß Grönland, ähn­lich wie afrikanische Kolonien vor 200 Jahren, Mo­nopolgebiet ist. Der dänische Staat ist hier der Kaufmann und gleichzeitig der Dcrwalter. Er kauft Tran und Felle und liefert dafür europäische Waren zu billigen Preisen. Er besorgt die Schiffahrt und stellt dem Lande Aerzte, Lehrer und Pfarrer. Da­durch ist es möglich, daß die Grönländer doch noch sehr stark in ihrer ursprünglichen Weise leben und langsam, ohne allzu großen Schaden, mit der euro­päischen Kultur in Berührung kommen. Der Alko­hol ist ganz verboten, und an Genußmitleln wird nur Kaffee und Tabak eingeführt.

Die Grönländer selber sind ein harmlos frohes Volk; sie sind außerordentlich gutmütig, haben Be­gabung für Gesang und Freude am Tanz. Es be­rührt merkwürdig, daß cs noch Länder auf der Erde gibt, die keine Polizei und kein Gefängnis kennen, wo es keine Ehescheidungen gibt und keine Kriege oder Aufstände vorkommen. Daran mag neben Rasseeigentümlichkeiten zum großen Teil des Landes Natur schuld sein, die den Menschen vor Line so harte Aufgabe stellt, daß er untergehen

Zustandekommens der Aktienverkäufe nach Amerika und in Erwartung weiterer Transaktionen auf 80 Prozent erhöht. Im übrigen fanden die Bestre­bungen der Reichsregierung auf eine zielbewußte Förderung des Exports durch Gründung einer Ex­portversicherung und das Inaussichtstehen größe­rer russischer A u s t rage an deutsche Eisen- und Stahlwerke und Maschinenfabriken eine gün­stige Aufnahme, so daß diese Börse in sehr fester Haltung schloß. An den Nebenmärkten war dos Ge­schäft gegenüber den obenerwähnten Spezialgebie­ten jedoch bedeutend geringer. Die Inanspruchnahme des B ö r s e n g e l d m a r k t e s hat sich heute wie­der etwas verstärkt, jedoch war tägliches Geld zu 6i bis 74 weiter reichlich angeboten. Geld einige Tage über den Ultimo und Monatsgeld 74 bis 8 Prozent. Im De vi f e n ve r k e h r lag Paris gegen London mit 129,20 eine kleine Kleinigkeit fester. Warschau gegen Kabel unverändert 7,30. Die übrigen Valuten waren unverändert.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphtsche Auszahiung.

28 Jan.

29. Jan-

Amtliche Noti rung

<^eld Briei

Amtliche Notierung (Held ' Brief

21mft.-9toti Buen.-Aires Brss.Antw Christicmia Äovrnbag-n Stockholm . Helsingsors Italien .

London. . Weunort . . TndS.. . Schwei; . . Spanien Japan . . .

*Hio de Jan Wien in D.» Ccft- abgeft Prag . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig. . fionft.nrtn.

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Berlin. 28 Jan

Geld

Briet

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Norwegische Noten ...

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Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten ......

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . . .

Frankfurter

(Eigener Drahtdertchi des Frankfurt a.M..

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5.873

Anzeigers".) adenz: Fest.

Die Börse, die sich durch das gestern im Reichs­tage angenommene Dertrauensvotum von der Sorge einer drohenden Parlamentsauflösung be­freit sah, eröffnete den Verkehr wieder in opti­mistischer Stimmung, was in neuen Kurssteigerungen zum Ausdruck kam. Das Hauptinteresse konzentrierte sich wieder auf Montan-, Schiffahrt»- und Chemie- Werte, die erneut größere Umsätze zu verzeich­nen hatten. Die Zeitungsmeldungen von einem bedeutend gesteigerten Export von Eisen durch die deutsche Eisenindustrie nach China und den holländischen Kolonien regten zu Käufen an, wobei die Kurssteigerungen gegen gestern bis zu 5 Prozent gingen. Auch Schiffahrtswerte waren weiter begehrt. Hapag und Rordd. Lloyd waren um je 3 Prozent gesteigert. Die Chemie- werte erfuhren Kursbesserungen bis zu 2 Proz. Bankaktien lagen still, doch waren auch hier geringe Kursbesserungen zu verzeichnen. Von Auto-Aktien waren Kleyer um 2 Prozent und Daimler um 1 Prozent gesteigert. Zell­stoff-Aktien wenig verändert. Zucker- a k t i e n verkehrten erneut schwankend. Die Stei­gerungen waren unregelmäßig infolge immer wieder auftauchender Gerüchte über eine Dividendenlosigkeit der Zuckerfabriken. Der K a s s a m a r k t der Industriepapiere hatte Bes­serungen bis 2 Prozent aufzuweisen. D e u t sch e Renten lagen befestigt. Von ausländi­schen Renten beanspruchten Türken lebhaf­tes Interesse bei neuen Kurssteigerungen. Un­garn und Mexikaner lagen gut behauptet. Der Freiverkehr schloß sich der allgemeinen Auf­wärtsbewegung an. Benz 31 Prozent. Brown- Boveri 61 Prozent. Entreprise 9. Growag 50 Prozent, Krügershall 84 Prozent, Ufa 55 Pro­zent, Unterfranken 57,5 Prozent. Späterhin er­fuhr die Gesamtstimmung eine weitere Befesti­gung, und der Geschäftsumfang konnte sich noch etwas vergrößern. Die Kurserhöhungen hielten sich jedoch in bescheidenen Grenzen. Am Geld­markt war bei lebhafter Nachfrage Tagesgeld

etwas höher mit 7 Prozent. Monatsgeld 7 bis 9Vj Prozent. Industrie-Accepte 71/s Prozent. Das Devisengeschäft war sehr ruhig.Paris zeigte eine Befestigung auf 128,70 gegen Lon­don. Das englische Pfund notierte gegen Kabel 4.86' Die übrigen Valuten find unverändert.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 29. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25,75 bis 27. Rog­gen, inländ. 17,75 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 21,50 bis 24, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,75, Mais gelb 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40,75 bis 41, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizenkleie 11, Roggenkleie 11,25. Tendenz anziehend.

berliner Produktenbörse.

Berlin, 23. 3an. 3m heutigen Berliner Produktenverkehr sind nach den unbefriedigenden Preismeldungen von den amerikanischen Börsen sowie die erneuten niedrigen Anfangskurse Liver­pool die gestrigen letzten Rotierungen für Brot­getreide nicht mehr voll zu erzielen. Hierbei zeigte Weizen, da das Offertenmaterial sehr gering war, ziemliche Widerstandsfähigkeit, während Roggen in Reaktion der letzten beträchtlichen erzielten Steigerungen im Angebot lag. Allgemein blieb am Roggenmarkt die Tendenz sehr ruhig. Am Markt der Termingeschäfte begann Weizen per März 1 Mk. und Mai 2,50 Mk. unter Vortags- schluß, Roggen um 3 Mk. niedriger. Gerste be­hielt in mittleren Sorten ein überaus reiches Materialangebot. Auch Hafer stark an geboten und nur zu sehr ermäßigten Preisen unterzubringen. Für Mehl war auch in Roggenmehl heute der Markt allgemein ruhig. Futterartikel still. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, mark. 240 bis 246, do. Pomm. 240 bis 246, ix>. März 263 bis 262,50, do. Mai 269,50, Roggen, märt 148 bis 155, do. Pomm. 145 bis 152, do. März 174 bis 174,50, do. Mai 185 bis 185,50, Gerste, märt 170 bis 198. Futtergerste 142 bis 160, Hafer, märt 155 bis 166, Mais, loko Berlin 189, Raps 340 bis 350; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,25, Roggenmehl 22,25 bis 24,25, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 9,60 b.s 10, Viktoria-- erblen 26 bis 35, kleine Speiseerbsen 22 bis 25, Futtererbfen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 23, Lu­pinen, blau 12 bis 12,50, do. gelb 14 bis 15, Serradelle 19 bis 20, Rapskuchen 15,25, Lein­kuchen 22 bis 22,50, Trockenfchnitzel 8, Kartoffel­flocken 14,50 bis 15, Soha-Schrot 19,50 bis 19,80.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 26. 3an. Ein verspäteter Kriegsschwindler stand heute in der Per­son eines angeblichen Bankbeamten aus Rürn- berg vor den Schranken des Gerichts. Kurz vor Weihnachten erschien er in der Wohnung einer hiesigen Familie und stellte sich als Kom­pagnie-Kollege ihres gefallenen Sohnes vor. Beim Eintritt in das Zimmer eilte er sofort auf dessen an der Wand hängendes Bild zu und rief:Da hangt ja der Wilhelm". Er wußte den Todestag ganz genau und nannte auch die Ramen mehrerer Angehöriger der Kom­pagnie. Schließlich erzählte er auch noch, er sei auf der Durchreise hier und habe seine Frau und seine zwei Kinder im Alter von zwei 3ahren und fünf Monaten an der Bahn. Die Familie glaubte seinen Angaben und beschenkte ihn mit belegten Broten, Achseln, Konfekt und Spielsachen für die Kinder. Rach seinem Weg­gang stieg jedoch der Verdacht bei den Leuten auf, einem Schwindler in die Hände gefallen zu fein, weshalb die Tochter ihm nacheilte und an der Dahn seine Festnahme veranlaßte. Hier­bei stellte sich heraus, daß der Schwindler den Gefallenen überhaupt nicht gekannt, vielmehr die näheren Einzelheiten von dritten Personen in einer Wirtschaft erfahren hatte. Alle seine An­gaben über Frau und Kinder usw. waren er­funden. Es war ihm nur darum zu tun, von der Familie eine Geldunterstützung zu bekommen. Er ist wegen ähnlicher Schwindeleien schon mehr­fach vorbestraft und wird deshalb wegen Rück- fallsbetrugs zu drei Monaten Gefäng- n i s verurteilt.

* Gieße», 28. Jan. Wie wir seinerzeit be­richteten, war Unioersitätsprofessor D. Dr. Hans Schmidt dahier wegen seiner SchriftWarum haben wir den Krieg verloren?" von mehreren Fach­zeitschriften für das Hotel, Gastwirtschaft- und Brauereiwesen sck>arf angegriffen worden und hatte wegen der in diesen Artikeln enthaltenen Beleidi­gungen gegen die betr. verantwortlichen Schrift­leiter Prioatklage erhoben. Diese war durch einen Vergleich erledigt worden Darnach hatten sich die Privatbeklagten verpflichtet, in ihren Zeitungen eine Erklärung zu veröffentlichen, in der sie zum Ausdruck brachten, sie hätten nicht die Absicht gehabt, den Privatkläger Prof. D. Dr. Schmidt zu beleidigen und ihm den guten Glauben abzufprechen. Sie gäben zu, bei ihrer Kritik in der Form zu weit ge­

gangen zu sein, und nehmen deshalb die hierbei aus­gesprochenen Beleidigungen zurück, wenn sie auch jetzt noch den Standpunkt vertreten, daß die Folge rimgen des Privatklagers aus einzelnen Vorkomm­nissen von Alkoholmißbrauch während des Krieges entschieden abzulehnen seien. Außerdem hatten die Privatbeklagten die gesamten Kosten des Verfah­rens einfchl. des Sonderhonorars des Vertreters des Privatklägers übernommen.

Obige Erklärung war auch in den betr. Zeit­schriften abgedruckt worden. Eine von ihnen hatte aber in derselben Nummer unmittelbar hinter der Erklärung einen weiteren Artikel gebracht, der nach der Auffassung des Privatklägers nicht nur die alten Beleidigungen aufrecht erhält, sondern ihnen erneute Beleidigungen hinzufügt und vor den Lesern sogar den Anschein erweckt, als fei für die früheren Beleidigungen der Nachweis einwandfrei erbracht worden. Prof. D. Dr. Hans Schmidt hat deshalb gegen den verantwortlichen Schriftleiter dieser Zeitschrift erneut Privatklage wegen Beleidi­gung erhoben. In der Hauptverhandlung regte dec Vertreter des ungeklagten Schriftleiters eine güt­liche Erledigung an. Der Privatkläger hatte nach den mit dem Angeklagten gemachten Erfahrungen Bedenken gegen diesen Vorschlag, willigte schließlich ober doch in eine Vertagung der Sache ein. In der Zwischenzeit sollen die von dem Angeklagten abzu­gebenden Erklärungen schriftlich formuliert werden. Von ihrem Inhalt wird es abhängen, ob sich der Privatkläger auf eine nochmalige gütliche Erledigung einlaffen wird.

Bücherlisch.

D. Dr. Anton Iirku, orb Professor in Breslau, Das Alte Testament im Rahmen der altorien talifchen Kulturen. (Wis­senschaft und Bildung, Heft 219). Leipzig, Quelle & Meyer. 1926. 103 S. 1,80 Mk. Der Ton dec knappen, aber sehr inhaltreichen Darstellung liegt auf dem zweiten Teil des Themas. Israels Ge­schichte und Religion werden in Beziehung gesetzt zum alten Orient, und die wissenschaftliche Erschlie­ßung des alten Orients wird in einem besonderen Kapitel behandelt. Gerade durch diese Bestimmung der Aufgabe wird das Heft besonders feffelnt); gehr es doch auf eine Fülle von Fragen ein, die etiva seit Beginn dieses Jahrhunderts die gebildete Welt beschäftigen. Soweit der Gegenstand cs irgend zn- läßt, ist auf nichtgelehrte Leser Rücksicht genommen; das Heft ist durchaus allgemeinverständlich gehalten. (725) M. Schian.

Vom Werden und Wesen des Deut­schen Rechts von Professor Dr. W. Merk, Mar bürg (Verlag H. Beyer & Söhne in Langensalza).

796

G e sch icht s b ü ch l e i n. Herausgegeben unter Mitarbeit namhafter Fachgelehrter von Drv Ludwig Lang. Preis geh. Mk. 1,20. (Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart.) Das Geschichtsbüchlcin will dm Geschichtsfreund über die Ereignisse der Gegenwart sowie die in unserer Zeit nachwirkenden Ereignisse der Ver­gangenheit unterrichten. 3n feiner Reichhaltig­keit wird das Büchlein in unserer bewegten Zeit bald jedem unentbehrlich sein, der das Weltgeschehen verstehen will. 145

Lebensgewohnheiten der 3n» fetten. Don Professor Dr. P. Dee g euer. Preis in Leinenband Mk. 1.60. (Verlag von Quelle u. Meyer in Leivzig.t - Geschickt führt der Verfasser in alle Fragen und Rätsel der Lebensforschung ein und regt an, durch eigene Beobachtung tiefer in die Geheimnisse der Acttur einzudringen. Jeder Naturfreund wird am Ende der Lektüre das schmucke Bändchen mit Be­friedigung aus der Hand legen. (152)

Letzte Nachrichten.

Die Räumung der Kölner gone.

Paris 29. Januar. <WB.) Die Bot- schafterkonferenz hat dem deutschen Bot­schafter b. Hoesch eine Rote überreicht, in der mitgeteilt wird, dah die Besetzung der Kölner Zone am 31. Januar mitternachts 12 Uhr ihr Ende erreicht.

Die Nachricht hat in Köln freudige Aeberrafchung und Begeisterung hervor- gerufen. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat sofort beim Kultusminister den Antrag gestellt, am Montag, 1. Februar, den Schulunter­richt ausfallen zu lassen. In der Nacht vom Sonntag, 31. Januar, zum Montag, 1. Fe­bruar, findet um Mitternacht eine große öf­fentliche Desreiungsfeier auf dem Dom platz statt. Wenn d'e Mittel nachtsstunde schlägt, beginnt die Deutsche Glocke am Rhein, die Petrusglocke des Domes, zu läu­ten und sämtliche Kirchenglocken folgen. Dor dem Hauptporial des Domes hält Oberbürger­meister Dr. Adenauer eine kurze Ansprache an die Bevölkerung. Die Feier wird durch den deutschen Rundfunksender in Königswusterhausen ausgenommen (durch die zur Zeit in Köln statt­findende FunkauSstellung ist diese Möglichkeit ge­geben) und an alle deutschen Rund­funkempfänger weitergeleitet.

würde, wenn er nicht absolut vernünftig und tarne» radschaftlich leben würde. Leben doch noch heute die kleineren Siedlungen in den Wintermonaten, wo der Fang besonders erschwert ist, in einer Art Kom­munismus. Jede Jagdbeute wird unter alle ver­teilt, und so ist ein Durchkommen durch die schlechte Jahreszeit gewährleistet.

Die Expedition kann auf gute Ergebnisse zurück- blicken. Die Sammlung der Gesteine, von denen eine größere Anzahl nur in Grönland vorkommk, umfaßt über 500 verschiedene Stücke. Vieles über die Geologie der bereisten Gegend wurde von Herrn Krüger untersucht, der die Fahrt mit Unter­stützung des hessischen Staates als Vorexpedition zu einer großen arktischen Expedition unternahm. Geographisch war interessant festzustellen, daß sich die Westküste Grönlands seit der letzten Eiszeit um 100 Meter gehoben hat. Jetzt senkt sie sich langsam wieder, wie man an dem Untertauchen von Ringen sehen kann, die vor 100 Jahren zum Festmachen von Booten über dem Wasserspiegel angelegt wor­den sind. Auch einige der normannischen Häuser, deren Ruinen in Südgrönland noch über hundert betragen, liegen unter dem Flutwasserspiegel des Meeres und sind sicher nicht in diesem Niveau an­gelegt worden. Von den Geräten der Grönländer konnte eine kleine Sammlung für das Gießener Museum für Völkerkunde mitgebracht werden und für weitere Sammlungen von Gegenständen konn­ten günstige Verbindungen angeknüpft werden.

Im Süden Grönlands, in Iulianehaab, wird wieder erfolgreich das isländische Schaf eingeführt, das sicher auch die Normannen bei ihren ersten Reisen mitbrachten. Hier ist in beschränktem Maße Viehzucht möglich, und es kann im Sommer so viel Heu gemäht werden, daß auch im Wimer Futter da ist. Neuerdings wird zur Vermehrung der Nah­

rungsquellen der Fijchausfuhr mehr Sorgfalt zu­gewandt und neben dem Walfang, der von dänischer Seite betrieben wird, ist eine Konservenfabrik für Fische eingerichtet. Derartige Unternehmen können bei dem Rückgang der Zahl der Seehunde für die Ernährung der Bevölkerung dienen.

Trotz der großen Kältegrade, die sich bei der Fahrt im offenen Boot besonders stark geltend machen, trotz mancher Nacht auf einem otütf Fell im Zelte, sind die Schönheiten dieser arktischen und subarktischen Welt derart, daß sie weitaus für alles Ungemach entschädigen.

Frankfurter Theater.

Zwei Tanzaufführ'.mgen Christian Lahu- s^ns:Die Hochzeit der Schäferin" (Ur­aufführung) und die PantomimeDer Wal d". Diesmal war es kein Dichter, der zu Wort kam, denn Worte überseht Lahusen mit Tanz und Musik, die tänzerisch beredte. Geste verwandelt dramatisches Geschehen in Pantomime, wie es im Wald" der Fall ist. DieHochzeit der ©cf>ä- serin" ist ein reizvolles Rokoko-Tanzspiel. Zu einer amüsanten, granziöfen Musik fliegen bunte Bänder, blonde, rote und grüne Löckchen, ein leicht beschwingtes Hin und Her von Schäfer unb Schäferinnen, auch die Karikatur kommt in den zwei dazwischen stelzenden Stutzern zu ihrem Recht. Das ganze ist niedlich und geschmackvoll, aber nicht übermäßig originell. Starke malerische Wirkungen gingen von dem farbenfrohen Düh- knenbild und den lustigen, tänzerische Leichtigkeit atmenden Kostümen Ludwig oieverts aus. 3lfe Petersen < Schäferin), Fränze Renz kSchäfer), die Hauptpersonen des Spieles, ernte» ten reichert Beifall.

Die PantomimeDer Wald" ist inhalts­reicher. Es liegt Märchenzauber über diesem Wald ausgebreitet, wo ein Menschenfresser haust, der das kleine verirrte Mädchen fängt. Der ent­laufene zahme Tanzbär, das Döckchen und der kleine, scheue Hase sind die Freunde des Kindes, sie sitzen bei ihm. tanzen zusammen und wollen es aus den Klauen des tückischen Menschenfressers mit vereinter Kraft befreien. Zum Glück kommen auch noch drei tapfere Knaben des Weges, die ebenfalls den Unhold bekämpfen. Zu Schluß kommt der Drehorgelspieler, der Herr des Tanz­bären, er fdymtt dem Braven die Freiheit un& nimmt statt feiner den Menschenfresser mit Maul­korb auf die Jahrmärkte mit. Hier tritt die Müsik Lahusens stärker, persönlicher und illustrativer in Erscheinung. Diese Pantomime in ihrer naiven Romantik ist unbedingt der Hochzeit der Schäferin vorzuziehen, nur sind verschiedene Szenen und Tänze zu langatmig und zerdehnen das Tempo der Handlung. Die größte Ueberraschung des Abends brachten Kundry Sievert (Kind), Friedrich Ettel (Menschenfresser), Hans R a r - fing (Bär), Käthe Winzer (Böckchen) und Simon (Bärenführer). Es war geradezu er­staunlich, mit wieviel musikalischem Einfühlungs­vermögen die Schauspieler ihren durchaus nicht leichten Ausgaben gerecht wurden und sogar das rein Tänzerische ihrer Rollen vollendet zu be­wältigen wußten. So gewann der Abend in seiner zweiten Hälfte durch seine Schauspieler­besetzung erheblich an Interesse. Erwin Mauß leitete den musiläMchen Teil und Ludw. Sie­vert hatte einen echten und unheimlichen Mär­chenwald auf die Bühne gezaubert. L W.