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Oberhessen.

Landtreis Gics;en.

Annerod. 28. Ian. Die hiesige ® c * meindejagd hat der seitherige Pächter. Brauercibesihcr D e n n i n g h o s s in Gießen, auf weitere sechs Jahre gepachtet. Der frühere Pachtpreis betrug 550 Ml., der jetzige 835 Mk. jährlich. Die Jagd besteht aus 151 Hektar Wald und 385 Hektar Feld^ *

* Watzenborn. Steinberg, 28. Jan. Der hiesige Kriegeroerein hielt am Sonntag seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Iohs. SchäferXI. erstattete Vericht über das ver­gangene Jahr. Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß der Verein seit fünf Jahren von 65 aus 115 Mitglieder angewachsen ist. Rechner S ch n e i d m ü l l e r gab den Rechnungsbericht, der einen Ueberfchuß von 181 Mark aufwies. Das Ver­einsorganHessischer Kamerad" wurde obligatorisch eingeführt.

* Großen -Linden, 28. Jan. lieber sel­tene Dien st treue zweier Hausange- ft e U t e n ist von hier zu berichten. Dorothea Löget, geb. am 6. Januar 1855, ist am 14. März d. I. SlJahre ununterbrochen bei Direktor Liste und dessen Eltern in Stellung. Eva Kath. Ä o l p, geb. am 22. August 1870, ist 3 0 Jahre ununter­brochen bei Pfarrer Schrlte in Stellung. Beide versehen heute noch mit seltenem Eifer und größter Treue ihren Dienst.

6 Mainzlar, 28. Ian. liniere Ge­meindejagd wurde gestern an den bisherigen Pächter, Aomnrerzienrat Ludwig Scheer- Höchst a. M., erneut auf sechs Jahre verpachtet. Der Pachtpreis blieb wie seither 850 Mk. jähr­lich. Das Revier umfaßt 540 Morgen Wald und 1540 Morgen Feld.

Al t en ->Du s eck, 27. 3an. Gestern nach­mittag sand im Saale der hiesigen Kleinkinder­schule ein Lichtbildervortrag überLand und Leute in China" statt. Abends wurde der gleiche Dortrag für die Grwachsenen wiederholt. Er fand reichen Beifall. Den Dank der Gemeinde sprach Pfarrer Hartmann von hier aus. Der Vortragende war ein Volksmissionar aus Cid).

nm. Weickartshain, 28. Jan. Am Sams­tag und Sonntag veranstaltete die erste Klasse der hiesigen Volksschule unter der Führung ihres Lehrers R h e i l im Saale des Gastwirts Hock in allen Teilen wohlgelungene Elternabende. Der zahlreiche Zuspruch und der Beifall zeigten, daß die recht beachtlichen Leistungen der Kinder in Spiel und Gesang die gebührende Anerkennung fanden.

': Bellersheim, 28. Ian. Dieser Tage feierte hier der Landwirt und Wagnermeister Friedrich Welker bei voller geistiger und körperlicher RüstiÄeit seinen 80. Geburtstag. Die allgemeine Anteilnahme der Gemeinde war ein Zeichen der Achtung, die er genießt. Beson­ders erfreut war er über die zahlreichen Glück­wünsche, die ihm von auswärts zugingen, meist von Wagnern, die in seiner Werkstätte früher das Handwerk erlernt haben.

Utphe. 28. Jan. Am Dienstag abend fand in der Wirtschaft Tag die diesjährige Hauptversammlung des Gesangver­einsLorelei" statt. Rach einer Begrü­ßungsansprache des 1. Dorsitzenden. Beigeordne­ten Raab, wurde der Rechuungsbericht, der ein günstiges Bild abgab. erledigt. Für zwei ausgeschiedene Borst andsmitglieder wurden Wil­helm Sack und Karl Del her neugewählt. Weiterhin wurde der Beitrag für passive Mit­glieder von 1,20 ML auf 1,50 Mk. erhöht. Den Höhepunkt des Abends bildete die Er­nennung und feierliche Auszeichnung des Sängers ^Karl Bocher zum Ehrenmitglied, da _ er bereits 40 Jahre ununterbrochen Mitglied 1 des Vereins ist. Der Verein zahlt zur Zeit 38 t Sänger, sowie 58 passive Mitglieder. Man be­absichtigt, sich an Sängerfesten in Echzell und B rsheim zu beteiligen. Auch ein größerer

2' lug soll unternommen werden. Jedoch wurde

der eri-'sd rigent, Pf rrer Weber-Trais- Horloff, gebeten, zunächst einmal für verschie­dene Ausflugsziele Kostenanschläge zu machen.

. Kreis Ariedberg.

sf. Friedberg, 27.Ian. Welches In­teresse man hier der Sache des V. D. 2L (Verein für das Deutschtum im Auslande) dank der un­ermüdlichen Arbeit des Vorsitzenden, Studienrats Weckerling, entgegenbringt, bewies gestern abend der überfüllte große Hörsaal im Poly­technikum, in dem der genannte Herr über seine Reise zu den Dobrudscha-Deutschen berichtete. Mit Änterstühung vieler schöner Licht­bilder begleiteten wir den Redner im Geiste auf feiner Dampferfahrt auf der Donaa von Passau aus bis in jenen südöstlichen, an das Schwarze Meer angrenzenden Teil Rumäniens, die Do- brudscha. Hier wohnen 10 000 Deutsche, oft in rein deutschen Orten, vielfach ohne Lehrer und Geistliche. Trotzdem sich lange Zeit niemand um sie bekümmert hat, halten sie fest an ihrem Deutschtum. Die Landesgruppe Hessen des

An Grönlands Westküste.

(Originalbericht desGießener An3.*) Don Professor Dr. Fritz K l u t e, Gießen.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten

Nach der Hitzewelle, die im Juli Nordeuropa überzog, erwarten wir eine ruhige, sonnige lieber» fahrt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Mit dem Verlassen des Skagerrak fangt unser 600-Tonnen- Echifflein, das über den Atlantischen Ozean fährt, zu schaukeln an und macht auf der zwölftägigen Ueberfahrt darin keine Pause mehr. Richt als ob der Ozean übermäßig bewegt wäre, dach ist das Schiff eirund gebaut, um bei der Fahrt durchs Eis glatter hindurchzukommen. Es mag ein Vorteil fein (man ist zwar von der Bauart wieder abgekommen), aber das Schwanken um etwa 45 Grad, fo, daß dos Schiff alle drei Sekunden auf der andern Seite (:cgf, ist für Passagierfahrten einigermaßen un-- migenehm. Die Matrosen, die durch ihre Erfahrun­gen hold die Eigenarten eines Schiffes heraus haben, sagen launigerweise, daß derHans Egede", so heißt das Schiff nach dem ersten dänischen Mis­sionar in Grönland, fiel) erst nach 14 Tagen im Hafen zu beruhigen beginne. So ist die Fahrt auch wegen kühlen, regnerischen Wetters kein reiner Genuß.

Einige Abwechslung bringen die ersten Eisberge bei her Südspitze Grönlands, Gebilde, die über 150 Meter lang sind und 30 bis 40 Meter aus dem Wasser ragen mögen, während neun Zehntel ihres Körpers sich unter Wasser befindet. In majestä­tischer Ruhe gehen sie mit der Strömung in lang- fomer Bewegung, die man nur an den 4 Meter hohen Bugwellen vermuten kann. Ein dünner

V. D. A. hat es sich besonders zur Aufgabe ge­macht, diesen Brüdern Hilfe und ilntexftübung zu bringen. Die vielen, von dem Redner selbst aufgerwmmenen Lichtbilder gaben einen inter­essanten Einblick in die Landschaft dieses meist flachen und einförmigen Landes, sie zeigten den vielfach noch recht primitiven Betrieb der Land­wirtschaft und das Familienleben der Bewohner. Der Vortrag wurde mit größtem Interesse und starkem Beifall entgegengeiwmmen.

* R i c de r - Weisel, 28. Juni. Die hiesige Gemeindejagd wurde gestern in zwei Teilen auf 6 bzw. 9 Jahre verpachtet. Die Feldjagd, etwa 3000 Morgen groß, pachtete Josef Schäfer- Frankfurt a. M. für 1475 Mk. jährlich, die Wald­jagd, -600 Morgen Wald und etwa 1000 Morgen Feld, übernahm Ferdinand Arnold- Frank­furt <l W. Beide sind Reupächter. Die vorige Verpachtung im Jahre 1917, die im ganzen er­folgte, erbrachte 5200 Mk. pro Jahr.

c Aus der südlichen W e t t e r a u , 28.1. Nachdem der Schnee von den Feldern verschwunden ist, läßt sich sestftellen, daß die Saaten in diesem Winter noch nicht gelitten haben. Frühgesätes Getreide^hat sich schon gut bebuscht, und auch die späten Saaten sehen frisch und gesund aus. Der starke Nachtfrost bei schneefreiem Feld und warmem Sonnenschein bei Tage hat also dem Getreide noch nicht, wie befürchtet wurde, geschadet.

C Reichelsheim, 27. Jan. In der letzten Nacht wurde ein Einbruch in ein hiesiges Schuhgeschäft ve-ubt. Die Diebe stiegen durch ein Gitter am Fenster und stcihlen 12 Paar Damen- und H e r r e n s ch u h e im Werte von 150 Mark. Trotz sofortiger Nachforschungen konnte bis jetzt noch keine Spur ermittelt werden.

Kreis Büdingen.

Echzell, 28. Jan. Der Gesangvevein ..Frohsinn" begeht im Juni das Fest seines 5 0jährigen Bestehens. Mit dem Feste soll die Weihe einer neuen Vereinsfahne verbun­den werden.

Kreis Schotten.

X1X Schotten. 28. Ian. Am Dienstag sanden hier in der Stadttirche zwei Vorstellungen des zweiten Teils des Bethelfilmes statt. Beidemal war die Kirche stark besetzt. Nach­dem der Schnee im oberen Vogelsberg nun auch zu tauen begann, konnte der Postautobetrieb UlrichsteinLauterbach wieder aus­genommen werden.

Kreis Alsfeld.

(.) Groß-Felda, 28. Jan. Anläßlich des W i n t e r v e r g n ü g e n s des hiesigen Krieger- Vereins wurden auch zwei alte Veteranen von 1870/7 1, die Herren Peter Scharmann und Ludwig Römer von derHassia" mit Ehrenurkungen ausgezeichnet. Der Bezirks- vorsttzende des Kreises Alsfeld, Herr Schade- Alsfeld, vollzog die Ehrung. Der hiesige Verein ließ durch feinen 1. Vorsitzenden, Mühlen besitzet Eduard Lug, ebenfalls Urkunden aushändigen an solche Mitglieder, die 40 Jahre dem Verein angehören. Es sind dieses die Herren: Johannes Kan old, Iohs. S ch a r m a n n, Iohs. Karle, Iohs. R 0 h r b a ß , Iohs. Wolf und Heinrich Dirgel. Der Krieger- verein zählt 135 Mitglieder und ist einer der stärk­sten tm Kreise Alsfeld.

(.) Ermenrod, 28. Ian. Die hiesige In- duftrie-Lehrerin Frau Daum, die jahrzehntelang in der hiesigen Volksschule unsere Mädchen Stricken und Rähen lehrte, hat mit Rücksicht auf ihr Alter einer jüngeren Kraft Platz gemacht. Der Posten wurde Frau Klara H e d d e r i ch von hier übertragen.

Kreis Lauterbach.

fl. Maar, 28. Jan. Saure Arbeit wurde in diesen Tagen in unserer Gemarkung geleistet durch das Roden der Schlehdornhecken. Damit schlägt man drei Fliegen mit einer Klappe. Man entfernt die lästigen Hecken, gibt einigen Leuten Ar­beit und verkauft die Schlehdomreiser an süddeutsche Salinen. Dort werden sie zur Herstellung der be­kannten Gradierwerke verwendet. Einige Waggons sind schon versandt worden. Die Gefahr, daß den Singvögeln die Brutstätten geraubt werden, besteht jedoch nicht.

Starkenburg.

Die neue Turn- und Festhalte der Darmstädter Technischen Hochschule.

Dor längerer Zeit war unter der Stu­dentenschaft und der Prosefforenschast der Tech­nischen Hochschule in Darmstadt der Wunsch rc geworden, öfters zusrmmenzukom- men. Mai 'uchte nach passenden Räumen, da die Aula drr Hochschule hierzu räumlich wenig geeignet ist. Dabei kam der Gedanke, die frü­here Exerzierhalle der jetzt zu verschie­denen anderen Zwecken dienenden Kaserne des Leibgarde-Infanterie-Regi­ments Ar. 115 zu verwenden. Gleichzeitig bestand unter der Studentenschaft das Verlangen nach einer Turnhalle. Auch hierfür erwies sich die Exerzierhalle als geeignet, doch ohne

Rebeischleier umzieht sie in stetem Wechsel. Die Ab­kühlung, die der Eisberg mit sich bringt, und die sein Erkennungszeichen in niederen Breiten ist, macht sich wenig bemerkbar, da die Luft hier an sich kalt ist. Diesen Weg, den wir hier um Kap Faroel fahren, zogen vor etwa 900 Jahren die ytormannen unter Erich dem Roten, dessen Kolonie in Westgrönland immerhin 400 Jahre Bestand hatte und dann unterging.

Godthaab ist der erste Hafen, den wir anlaufen. Es ist eine derKolonien", wie die Dänen die kleinen Distriktshauptstädte nennen, die unter sich viel Aehnlichkeit haben. Da ganz Grönland nur 14 000 Einwohner zahlt, die auf über 2500 Kilo­meter Küstenstrich verteilt sitzen, so sind alle diese Verwaltungszentren sehr kleine Orte mit höchstens 3400 Einwohnern. Der dänische Verwalter, der Arzt und der Pfarrer wohnen in jenen rotgestriche- neu Holzhäusern, die einem an der norwegischen Küste bereits als bunte Flecke in der sonst einför­migen aber großzügigen Landschaft auffallen. Eine Menge Schäreninseln sind der Küste vorgelagert, und hier liegen, im Fangbereich der Meerestiere, alle Siedlungen. Doch hinter diesem Kranz von Schären, zwischen dem sich die Schiffahrt, vor den Wogen des Meeres geschützt, bewegt, erhebt sich im Süden von Grönland ein Alpenland aus dem Meere, mit Gletschern und steilen Bergzacken.

Für mich ist jedesmal die Wirkung des Eindrucks, den ein fremdes Volk auf mich macht, eine außer­ordentlich starke. Es zieht mich die Fremdheit der Raste, das Eigentümliche der Körperformen und Bewegungen sowie das ganze Gehaben und der seelische Ausdruck der Augen, der von unferm so grundverschieden ist, trotzdem er wieder Aehnlich-

einen Umbau war das Gebäude für den beab- sichtiaten Zweck nicht bereitzustellen. Es fehlten inoessen hierfür jegliche Mittel, und bei der Finanzlage des Staates war auch nicht zu er­warten, daß dieser den Plan durch Hergabe von Geldern unterstützen würde. Da hat die Technische Hochschule sich an den großen Kreis ihrer Förderer und Freunde gewandt und in verhältnismäßig kurzer Zeit durch Stiftungen mehr als 200 000 Mk. erhalten. Es ist insbesondere das Verdienst des Geheimrats Berndt, der unermüdlich war, diese Summe in dieser Zeit großer wirtschaftlicher Schwierig­keiten zusammenzubringen. Auch die Stadt D a r m st a d t, die ja wesentliche Vorteile von der Hochschule und dem neuen Festfaal hat. steuerte 22 000 Mk. bei. Im ganzen waren es 6 5 Stifter für diesen idealen Zweck, der über Darmstadt hinaus als ein Sinnbild von Opferwilligkeit und Gemeinsinn gelten muh.

Das stattliche Bauwerk liegt zwar vollständig in einem Häuserblock eingeschlossen, jedoch gren­zen an die Längsseiten größere Freiflächen, ein Exerzierplatz, und auf der anderen Seite ein Platz, der zum Kleinen Haus des Landes­theaters gehört. Der Dau selbst ist 1792 errich­tet worden und hat im Lause der Zeit sehr verschiedenen Zwecken gedient. Er war Küche, Mannfchaftsraum und zuletzt Exerzierhalle. Die Formen des Baues sind nicht unschön: sein Aeußeres hat durch einen Anstrich in gelber Tönung unter Hervorhebung besonderer Archi­tekturteile, der Portale, der Fensterrahmen usw. gewonnen und hinterläßt beim Betrachter einen ästhetisch höchst befriedigenden Eindruck. Stark ist auch das historische Interesse an dem Dau, der übrigens bereits früher unter Denkmal­schutz stand.

Es ist also im wesentlichen das Innere des Gebäudes um gestaltet worden. Als die wesentlichste Acuerung ist die Schaffung eines großen Saales zu betonen, der 900 Personen saht, wenn er als Festsaal verwendet wird. Seine eigentliche Bestimmung ist jedoch, als Turnhalle zu dienen: hierfür wird er fast den ganzen Tag beansprucht werden. Der innere Ausbau ist von einer wohltuenden Ein­fachheit, und dabei zeugt doch alles von einein sicheren Geschmack des Architekten. Die Decke ist fast aufgeteilt und mit einer grünen Orna­mentik unaufdringlich geschmückt. Die Halle hat auf drei Seiten Galerien, die vierte hat eine Empore, die bei Festlichkeiten in eine Dühne umgewandelt wird. In kurzer Zeit kann nämlich die Turnhalle in eine Fest Halle verwandelt werden, wo beispielsweise die Rektoratsüber­gabe stattfinden kann. Die Turngeräte werden unter die Bühne geschoben und sind dann un­sichtbar: fast nichts mehr erinnert an den Cha­rakter einer Turnhalle. Was die neue Turn- und Festhalle noch besonders auszeichnet, ist die Vorsorge für Reben räume. Es sind für Turner und Turnerinnen besondere Wasch- und Ankleideräume geschaffen. Besondere auch mit Apparaten ausgestattete Räume für einen Sportarzt sind vorhanden. Räume für einen Sportlehrer, für das studentische Amt für Leibes­übungen usw. DaS Dachgeschoß ist den studen- ttschen Verbindungen als Paukboden überlassen: die Einteilung uno Ausstattung der Räume ist von den Verbindungen besyrgt worden. Die Ko­sten haben die Alten Herren aufgebracht.

Bei der Saalnot' in Darmstadt wird die Mitbenutzung der Festhalle durch die Bürgerschaft sehr begrüßt. Die Halle wird, wenn sie frei ist, allen Vereinen zur Verfügung stehen, mit Aus­nahme von politischen Vereinen.

Am Mittwochnachmittag haben die Vertreter der Stadtverwaltung, die Stadtverordneten und die Presse das Bauwerk besichtigt. Am Sams­tag wird es mit einer Feier dem Staate über­geben werden.

* Darm sta dt. 28. Ian. Hier sind falsche Einmark stücke mit dem Münzzcichen G und der Jahreszahl 1925 im Umlauf. Die Falschstücke sind dünner und größer als die echten. Dem Außenrand fehlen die Ornamentstücke. Gestern ließ sich einer der besten Fußballspieler Darmstadts vom Zuge überfahren: er war sofort tot. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

r. Aus der Bürgermeisterei Atzvach- Launsbach, 28. Jan. Zwischen Launsbach und Wißmar wurde in der Rächt auf Sonntag ein junger Mann aus Rodheim überfallen und blutig geschlagen, so daß er sich in ärztliche Behand­lung begeben mußte. Einer von den drei Tätern ist erkannt und zur Anzeige gebracht, während die anderen noch nicht ermittelt wurden.

Kreis Biedenkopf.

Gladenbach, 2H. Jan. In der Nacht zum Mittwoch wurde in das Konfektionsgeschäft von G. Braun ein gebrochen. Gestohlen wur­den 26 Herrenanzüge, 7 Mäntel, 4 Wind-

keiten hak, sehr stark au. Ich kann diese fremden Menschen stundenlang betrachten. Es ist das Mon- bolifche bei den Grönländern, das mir zuerst auf» fällt, trotz mancher Einmischung europäischen Blutes, die besonders schöne Typeit hervorbringt, aber leicht zu unterscheiden ist.

Von hier fahren wir der Küste entlang mit manchen Zwischenlandungen bis nach Umanaf in 71 Grad n. Breite. Wegen Keuchhustens, der hier unter dem Naturvolk als gefährliche Epidemie auf­tritt, dürfen wir in den meisten Höfen nicht an Land, um eine Verschleppung des Hebels nach ')ü>r= den zu verhindern. Diese bei uns harmlose Krank­heit hat dort in manchen Fällen bis zu 10 Prozent Todesfälle gefordert.

Hier in Umanat fehlt das kleine Gewirr der Inseln. Schären und Festland steigen bis zu 1000 Meter Höhe als steile Blöcke aus der spiegelnden Fläche des Meeres. Das Inlandeis reicht in breiten Gletscherströmen bis an das Wasser, und o-- brechen die Eisberge von der Gletscherzunge ab, um langsam und Majestätisch an diesen Felsriesen vor- beizuziehen. Ueber das Ganze legt die Sonne ein mattes, kaltes Licht.

In Umanaf beginnt die eigentliche Expedition in Bootfahrten in der Umgebung. Dann folgt die Uebcrquerung der Ruafuakhalbinsel zu Fuß, und van hier geht es südlich in die Diskobucht und der Küste entlang bis Egedesminde. Von da zu der großen Basaklinse! Disko und dann weiter nach Holstenburg. Der Weg der Expedition, der über 5 Breitengrade sich erstreckt, mag mit den Kreuz- unb Ouersahrten wohl 1000 Kilometer betragen, die hauptsächlich tm Ruder- und Motorboot zurück­gelegt mürben.

jaden unb 5 Oberhemben. Von ben Dieben, bie wahrscheinlich mittels Nachschlüssels eingebrungen finb, fehlt bis jetzt jebe Spur.

U Hartenrod, 28. Ian. In der Rhei­nischen Fluh- und Schwerspatgrube wurde der ledige 28jährige Arbeiter Robert Bremer derart von Schwerspat verschüttet, daß der Tod sofort eintrat.

Dillkreis.

bl. Dillenburg, 28. Jan. Zur Schaffung von Arbeitsgelegenheit für bie zahlreichen Erwerbslosen unserer Stabt hat ber Magistrat vorgesehen, mit bem Ausbau ber Bahnhof­straße vom Empfangsgebäube bis zur Dill unb mit bem Ausbau ber Mittelfelbstraße von der Wilhelmstraße bis zur Herborner Lanbsttaße baldmöglichst zu beginnen. Die Projekte sollen als Notstandsmaßnahmen gefördert werben, wobei von feiten des Staates mit erheblichen Z u - f ch ü f f e n bzw. Darlehen gerechnet werben kann. Die Gefamtkoften werben auf 48 000 Mk. be­rechnet. Nach längerer Debatte erteilten bie Stadt­verordneten bem Magistratsantrag bie Zustimmung. Ein Antrag, sämllichen Arbeitslosen^ mit eigenem Hausstanb je einen Raummeter^13 kosten­los zuzuweisen, würbe bem Maaistrat zur Berück­sichtigung im Einzelfall zugewiesen, da eine gene­relle Verteilung mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht zu vereinbaren sei. Der Raff. Ver- kehrsverbanb wirb seine nächste Ver­kehrskonferenz in unserer Stabt abhalten. Bei ber Tagung sollen vornehmlich bie Wünsche des Dillgebietes unb bes Westerwaldes be­sprochen werben.

U Eisemrvth, 28. Ian. Die hiesige Eisen- ftetngruben finb bis auf bie Notslandsarbeiten sämtlich ftillgelegt. Auch ber Straßen­bau EisemrothHartenrob ist soweit DoUenbet, so baß eine große Arbeitslosigkeit einge treten ist. Dieser Tage fanb hier ein unent­geltlicher Säuglingskurfus statt. Die Beteiligung war sehr stark. Die Gesunbhaltung unb Entwicklung bes Säuglings würbe von ber Schwester Frank, bie ben Kursus regierungsseitig veran­staltete, in Wort unb Bilb ben Teilnehmern vor Augen geführt.

U Tri ngenstein bei Eisemroth. 28. Jan. In hiesigem Jagdbezirk wurden in diesem Jahre bereits 8 Füchse zur Strecke gebracht. Auch in den umliegenden Jagdbezirken komrten zahlreiche Füchse geschossen werden. Dieses Raub- wild tritt in den hiesigen großen Waldungen sehr stark auf, so daß der Abschuß mit Freuden zu begrüßen ist. Der Drennholzver- kanf ist in vollem Gange. Die Kauflust ist infolge der herrscheirden Arbeitslosigkeit nicht sehr stark. Die Preise stehen pro Klafter (4 Meter) Duchenscheiter auf 32 bis 40 Rm.

Wirtschaft.

Die Viehzählung in Preutzen.

Am 1. Dezember 1925 fand im Deutschen Reich eine Viehzählung statt, über deren vorläufiges Ergebnis für Preußen folgen­des bekannt wird: Der Pferbebestand weist mit rund 2 710 000 gegen rund 2 680 000 Stuck im Jahre 1924 eine Zunahme von etwas über 1 Prozent auf. An Rindvieh ergab bie Zählung einen Gesamtbestand von 9 610 000, d. h. 0,6 Pro­zent weniger als 1924. Die Kühe, die mit rund 5 610 000 den größten Teil des Rindviehbestan- des barstellen, erfuhren gegen das Vorjahr eine Zunahme von 85 000 jüngere Tiere. Die Zäh­lung ergab bei Schweinen einen Bestand von rund 10 940 000 Stück, d. s. 4,3 Prozent we­niger als am Zahltage 1924. In außerordentlich starkem Rückgang befindet sich die Schafzucht. Gegen 3 820 000 im Jahre 1924 waren am Zahl­tage 1925 nur 3160 000, also über 17 Prozent weniger vorhanden. Ebenso hat sich der Ziegen- bestand gegen die Zahl von 1924 um 355 000 Stück, also 13,8 Prozent, vermindert. Die Feder­viehhaltung, die über 39 Millionen Haushühner samt Hähnen, 3 Millionen Gänse, 1 300 000 Enten unb über 400 000 Trut- unb Perlhühner zählt, hat im Berichtsjahr bereits den Stand von 1912 erreicht.

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* Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 27. Januar berechnete Groß- Handelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 20. Januar (120,1) um 0,3 v. H. auf 119,70 zurückgegangen.

* Verkauf der Stinnesflotte. Aus Hamburg, 28. Ian., wird gemeldet: Wie wir er­fahren, sind die in Berlin unter Führung der Darmstädter Bank geführten Verhandlungen wegen Angliederung der Stinnesslotte an die Austra- und Kosmoslirrien zum Abschluß ge­kommen.

* D i e Entwicklung im Sichel-Ko n- jV r n. Die Klärung der Verhältnisse im Sichel- Konzern ist nun soweit gediehen, daß bis auf einige Objekte (u. a. Gas- und Gußapparate- A. G. Mainz) die Lage einigermaßen übersehen werden kann. Man nimmt an, daß in etwa

Hier im Norden reicht das Gletschereis in ein­zelnen Zungen bis an bie Küste, unb sowohl int Boot, wie auch bet der ileberquerung ber Halbinsel Nugsuak, wirb der Horizont häufig von ber Kaytc bes Inlanbeises begrenzt. Daß sich zur Eiszeit bisse Eiskappe, bie heute neun Zehntel ber Fläche von Grönlanb bebetft, noch über bie äußersten Küstengebiete hinaus erstreckte, kann man allent­halben un ben runbgeschliffenen unb geschrammten Felsen sehen. Es ist einer der Haupteinbrücke bes Küstenlandes, baß ein großer Teil aus glatten Felspartien besteht, unb nur bie Mulben dazwischen mit Erdreich und Vegetation versehen finb. Diese Pflanzendecke scheint van weitem bräunlich, setzt sich aber , aus grünen, roten, weißen unb braunen Farbflecken zusammen. Heibekrautarten, Binsen, Gräser, Zwergbirke unb Zwergweibe, aber auch viele Pflanzen mit farbigen Blüten bilben einen polfterartigen Teppich. Wegen ber starken Winbe, der großen Kälte Unb ber Schneelast im Winter, bleibt hier im Narben alles niebrig, unb bie Sträu­cher kriechen am Boben, während sie im wärmeren Süden Grönlands einen Meter Höhe und darüber erreichen.

2lUein von ben Probukten bes Landes zu leben, ist nicht möglich, unb schon bie Normannen müssen außer ber Viehzucht, bie sich auch jetzt wieder tm Süden einbürgert, Robben unb Fischfang getrie­ben haben. Mit bieser bürftigen Weide des Nordens ist nur bas Renntier zufrieden, dessen Zahl in Grönlanb auf 2030 000 Stück geschätzt werben kann. Sonst liefert bas Meer bie Nahrung, unb auf ben Fang von Seehunden, Walfischen, auf die Jagd von Wasservögeln und Renntieren ist das ganze Erwerbsleben eingestellt. Unter Zuhilfenahme alles dessen, was die Natur bietet, hat sich durch