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Ar. 24 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger iEenerai-Anzeiger für Gberheffen)

Zreitag. 29. Januar 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Vom Sportfechlen.

r Auf dem Gebiete dec körperlichen Ertüch­tigung dcS Menschen darf man Wohl das Fech­ten als die älteste Leibesübung bezeichnen. Die Kampf- und Waffenarten änderten sich int Laufe der vielen Jahre. Heute hat man sich den leich­ten Waffen in beweglicher Mensur vollständig zugewandt. Sn dieser Fechtart hat sich seit dent letzten Jahre der Unterricht bedeutend verbessert und verfeinert: er wird mit Recht als hohe Kunst angesehen. Um diese Kunst gut zu erlernen, muh ein gesunder, ausdauernder Körper und Geist vorhanden sein. Picht Kraft entscheidet, sondern Gewandtheit, Schlagfertigkeit, Schnelligkeit, und nicht zum wenigsten offenes, ritterliches Beneh­men. Wie aber der Körper durch systematische Hebung herangebildet werden kann, so lassen sich auch diese wichtigsten Geisteseigenschaften erwer­ben und vervollkommnen. Roch nie hat stumpfe, geistlose. Körperkraft über Willenskraft. Mut und Entschlossenheit, verbunden mit körperlicher Ge- wandheit. den Sieg errungen. Deshalb sollte man der Ausbildung dieser Eigenschaften größeren Wert beilegen. Seine große Anziehungskraft ver­fehlt der Fechtsport selten bei der Jugend. Wer in der Lage ist, sich fechterisch betätigen zu können, wer sich mit Geduld und Ausdauer eine gute Führung der Klinge aneignet, dem wird die Fechtkunst ein Sungbrunnen bleiben bis ins hohe Alter. Auf dem gesamten sonstigen Gebiete der Leibesübungen ist kaum wie beim Fechten mit leichten Waffen der eigenartige Fall zu finden, daß der alte geübte Fechter noch in Sähren, die einen Wettkampf mit der Jugend auf einem anderen Gebiet der körperlichen Hebung aus- fchließen, vielfach mit Heberlegenheit und Erfolg dem jüngeren Fechter entgegentritt. Das edelste Ziel des Fechtsportes ist sein wohltuender, er­frischender Einfluß aus Körper und Geist: darum hält auch der alte Fechter seinem liebgewordenen Waffensport die Treue, kann man doch recht häufig die Beobachtung machen, daß Bater und Sohn im friedlichen Wettkampfe die Klingen kreuzen. Sm Säbelfechten besonders vereinigt sich das Rützliche mit dem Praktischen Die Ge­wöhnung von Auge und Hand an schnelle Auf­fassung und wirksame Abwehr plötzlicher Ge­fahren, vereint mit großer Schnelligkeit im Ent­schluß, sind anerzogene wertvolle fechterische Ei­genschaften Die praktischen Vorteile der Schu­lung mit dem leichten Säbel auf Hieb und Stich gaben schon vor ungefähr zwanzig Sahren Ver­anlassung, die Waffenführung in der deutschen Armee und in der Marine einznführen, um die frühere schwerfällige Art des Hiebfechtens ab- zulösen. Hat das Säbelfechten seine Heberliefe­rung und seinen selbständigen Wert als Waffen­übung überall behalten, so hat sich doch das sportliche Gepräge der Fechtkunst, sein edelster Zweck als ritterliches Bildungsfach und har- manisches Erziehungsmittel für Körper und Geist, viele und begeisterte Anhänger und Freund? erworben. Der Mangel an guten Fechtlehrern : bedingt, daß die Entwickelung der Fechtkunst nur langsam fortschreitet: aber trotz aller Schwie­rigkeiten sind in den Sahren nach dem Kriege in den selbständigen Fechtklubs, wie in vielen Fechtabteilungen der großen Deutschen Turner­schaft technische und zahlenmäßige Fortschritte zu beobachten. Auch hier in Gießen ist man sich dessen voll bewußt, obwohl leider gesagt werden muß, daß einer Hniversitätsstadt, die eine so groß? Anhängerschaft der edlen Fecht­kunst in sich birgt, die Gründung eines Fecht- k l u b s noch immer versagt geblieben ist. Aner­kennung gebührt den beiden hiesigen Turn­vereinen, Tv. 1846 und M. T. V., die der D. T. angeboren. Angeeifert durch das vorjährige Kreisturnfest in unseren Mauern, bei dem auch von hiesigen Sportfechtern nennenswerte Erfolge erzielt wurden, pflegen diese beiden Vereine in ihren Fechtabteilungen unter fachkundiger Lei­tung die Erlernung und Ausübung dieses edlen Sportes. Sie bieten wöchentllch an zwei Abenden ihren Mitgliedern Gelegenheit, ihre Künste im Sechten aufzubauen und zu vervollkommenen.

Herabsetzung

der Kampf piel-Gebühren?

vo. Bekanntlich haben der Rorddeutfche Fuß- ballverband und der Süddeutsche Leichtathletik- Verband ihre Teilnahme an den Deutschen Kampfspielen in Köln als in Frage gestellt crflärt, da die hohen Gebühren eine zu große finanzielle Belastung darstellten. Zum Teil wurde auch die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß seitens der Kampfspielleitung Zuschüsse aus den sich aus der Veranstaltung ergebenden Heber­schüssen gefordert werden dürften. Wie nun bekannt wird, beabsichtigt der Deutsche Reichs­ausschuß für Leibesübungen, sich ernstlich mit einer wesentlichen Herabsetzung der Meldegebüh­ren zu befassen.

D. T.-Vereinsmehrkamps- Meisterschaft 1926.

Die Dereinsmehrkampf-Meisterschaft der Deutschen Turnerschaft wird int Sahre 1926 in drei Klassen ausgetragen. Zur Klasse 1 gehören Vereine bis zu 500 Mitgliedern, zu Klasse 2 Vereine über 500 bis 1000 Mitglieder, zu Klasse 3 Vereine über 1000 Mitgliedern. Sn Klasse 1 haben zu jeder Hebung zwei, in Klasse 2 je drei, in Klasse 3 je vier Turner anzutreten. Als Hebungen sind vorgesehen: 400- Meter-Läuf, HO-Meter-Hürden, Hoch-Dret- sprung, Kugelstoßen beidarmig, Speerwerfen best- armig.

Lahnkreishandbav.

tz. Die Kasseler haben aufgehorcht! Mit einem Sieg der Wetzlarer F. C. er über die Polizei Kassel und mit dieser Leistung des Lahnkreisvertreters hat man dort nicht ge­rechnet. Dabei zeigten die Wetzlarer nicht ihre beste Form, vor aliem nicht die sonst ihnen eigene Steigerung des Tempos. Diesmal gewannen sie mit dem besseren System und dem sicheren Schuß. Beides war bei den Polizisten in dem Matze nicht ausgeprägt. Das erneute Zusammentreffen am kommenden Sonntag im Wetzlarer Stadion w'^d den endgültigen Beweis erbringen, wer der Bessere ist. Die Wetzlarer müssen und wer­den die Sache sehr ernst nehmen, wenn sie Meisterschaftsabsichten haben.

Wetzlarer Handball»

h. Wie das vor einigen Wochen stattgesun- dene Auswohlspiel zur Aufstellung einer Stadt­mannschaft zeigte, beschränkt sich der dortige Spielbetrieb nicht nur auf die Verbands- und Privatspiele der Vereine, sondern auch die Stadt ist durch das Amt für Leibesübungen ein eifriger Förderer der Handballsache.

Die Wetzlarer Städte mann schäft trifft zunächst am 7. Februar in Wetzlar auf die Elf der Hniv erst tat Gießen (gegen Rückspiel). Des weiteren findet am 14. Februar ebenfalls in Wetzlar der Handball st ädte» kampf Wetzlar gegen Kassel statt (eben­falls gegeit Rückspiel in Kassel). Zum dritten hat'die Stadt mit der Hniversität Köln ein Spiel abgeschlossen, dessen Termin aber noch nicht endgültig festliegt. Diese Spielabschlüsse sind verständlich, wenn man bedenkt, daß in Wetzlar eine Kombination von Polizei und F. C. mit den 3 Besten vom T. V.. L. C. und S. C. Riedergirmes eine Elf ergibt, die eine wirklich erstklassige Leistung zeigen kann und dem stärk­sten Gegner in nichts nachstehen wird.

Der steidcrsc?e Ha^engymncrstikr- Betreeb in Wetzlar.

Die Betreuung der sportlichen Belange der Stadt Wetzlar liegt in den Hunden des dortigen StadtawAes für Leibesübungen, dessen Leiter Sportlehrer Paulus ist. Seine Hauptauf­gabe ist die Förderung der modernen Leibes­übungen, über deren Art und Weise eineVorfüh­rung des städtischen Hallengymnastik-Betrjebes" unter der Leitung des genannten Herrn dieser Tage Ausschluß gab. Die Veranstaltung sollte den Be­weis erbringen (und hat ihn erbracht), daß das Hauptziel körperlicher Betätigung die Allgemein­durchbildung ist, auf der dann die Spezialisierung für eine bestimmte Hebungsgruppe aufgebaut wer­den kann, wobei zu betonen ist. daß für körper­liche Bildung (körperliches Gesundsein und -bleiben) eine Spezialisierung nicht vonnöten ist. Diesen Ge­danken brachte der sportliche Teil des Abends, dem eine Ansprache des Bürgermeisters Dr. Kühn über den Wert jeglicher Leibeslibung voranging, treffend zum Ausdruck. Das Programm, das zwölf Nummern umfaßte, zeigte zunächst eine Gruppe vorbereitender Hebungen, die den Körper nach jeder Richtung hin (Lockern, Dehnen, Strecken, Spannen und Entspmmen, Haltungs-, Widerstands­und Atemübungen) durcharbeiteten. Medizinball­übungen, solche an der Sprossenwand und Gitter­leiter, Seilspringen und vor allem eine in zehn Arten zum Ausdruck gebrachte Einzelgymnastik mit Doppelend- und Birnball, Hammer- und Gewicbt- schwingen sowie Kugelgymnastik geben ein vollendetes Bild sportlicher Tätigkeit. Leichtathle­tische Einlagen, wie 40-Meter-Laus, Hochsprung, \|fen vorbereitende Hebungen und Stilarten, eine ! mal 4-Meter-Vendelstaffel für Vereine brachten : öwechslung in die reine Gymnastik. Besonders herausgearbeitet und bis ins kleinste zergliedert war eine Hürdenlaufoorführung des Leiters mit feinen Zöglingen. Hnterhaltiings- und Medizinball­hallenspiele beschlossen das reichhaltige Programm, zu dem fast sämtliche Wetzlarer Turn- und Rasen- svortvereine, sowie die höheren Schulen etwa 80 Teilnehmer stellten. Die Ausführung der einzelnen Hebungen stellte dem Leiter und seinen Schülern das beste Zeugnis aus, wie auch der reiche Beifall die Anerkennung der Besucher zum Ausdruck brachte. Die Vorführung fand vor geladenen Gästen statt, die in einer Zahl von etwa 300 zu­gegen waren und aus den Stadtverordneten, den Lehrerkollegien der Schulen sowie den Vereins­vorständen und Hebungsleitern bestanden. Für das Interesse, das die Stadt den Leibesübungen entgegenbringt, spricht am besten die Tatsache, daß sämtliche städtischen Dienststellen 4 Hhr nachmittags die Bureaus schlossen, um den Beamten und An­gestellten den Besuch der um 5 Hhr beginnenden Veranstaltung zu ermöglichen. Die modern einge­richtete Sporthalle auf der Spielburg gab dem Ganzen einen würdigen Rahmen. Aus besonderen Wunsch soll die Vorführung für die Oeffentlichkeit wiederholt werden. CO

Fußball.

Dcr BezirkObcrhcfsen" im Tauuris- gnu des Südd. Fußball-Verbandes.

i. Das laufende Sportjahr brachte den Ver­einen des Ridda- und Horlofftales wiederum einen Zugehvrigkeitswechsel. Früher dem Süd­deutschen Fußball zugehörig, brachte es eine neue Grenzregelung, die das Gebiet dem Bezirk Gie- ßen-Wetzlar (Lahnkreis) als Hnterbezirke ^Ober- Hessen" anfügte. Hmstände und Verhältnisse brachten es mit sich, daß sich die Vereine nie im W. S. V. wohl fühlen konnten. So strebten sie schon lange wieder ins alte Heim zurück, zu­mal sie mit zwei Seiten an das Gebiet des S. F. V. angrezten und bei Freundschaftsspielen doch auf diesen angewiesen waren. Den zähen und unermüdlichen Bemühungen vieler Vereine und führender Persönlichkeiten gelang es im ver­gangenen Sommer, in den Süddeutschen Verband wieder ausgenommen zu werden. So spielten die Vereine des BezirkesOberhessen", die jetzt dem Taunusgau zugehören, die erste Spielrunde. Hr° sprünglich nahmen S. C. Viktoria Schotten, V. f. B. Ober-vchmitten, Sp. D. Schotten, S. C. Vorwärts Echzell und S. D. Eichelsdorf an der Spielrunde teil. Infolge verschiedener Hmstände, hauptsächlich aber durch die wirtschaftliche Rot und Bedrängnis der Vereine, traten Eichelsdorf und Echzell zurück, so daß die übrigen 3 Vereine die Spielserie beendeten. S. C. Viktoria Ridda erwies sich als die beste Mannschaft, sie beendete die Spiele ohne jeden Verluftpunkt. Rach ihr kommt Ober-Schmitten, das auch Schotten aus dem Felde schlug, so daß dieses punktlos die Verbandsspiele beendete, nun aber ein weit besseres Können zeigt. Am Ende der Spielrunde hat die Tabelle folgendes Bild.

S. C. Viktoria Ridda 4 Spiele: gewonnen 4; verloren; unentschieden; Punkte 8.

V. f. B. Ober-Schmitten 4 Spiele: gew. 2; verloren 2; unentschieden; Punkte 4.

S. V. Schotten 4 Spiel»: gewonnen; verloren 4: unentschieden; Punkte.

Damit ist S. C. V i k t o r i a - R i d d a wie­derum Dezirksmeister des 2. Bezirkes im Taunus­gau, und tritt denmächst um die Gaumeisterschaft

der C-Klasse gegen die äußerst spielstarke Mann- j schäft des Polizeisportvereins Fried­berg an.

Am letzten Sonntag hatte die 1. und 2. Mann­schaft nun die gleichen des Sportvereins Schotten zu Gast. Leider muhte die L Elf mit reichlichem Ersatz antreten. Der Platz hin­derte sehr in der vollen Entfaltung der Kräfte, was besonders von den aus der Iugendmann- schast übernommenen Spielern galt. Bis Halb­zeit konnte Ridda 2 Tore anbringen, dem Schot­ten 1 entgegen setzte. Rach Halbzeit spielte Ridda nur mit 3 Leuten. Schotten drängte und ver­mochte noch 2 Tore aufzuholen, so daß mit einem 3:2 Sieg über den Dezirksmeister den Platz verl is'en tonnte. Im Spiel der 2. Mannschaften erwies^ sich die Mannschaft Riddas als die bessere. Rach überlegenem Spiel hatte die Halbzeit einen Stand von 3:0. der am Schlüsse 4:0 lautete.

Das Iugendpokalspiel gegen S. V. Hedderiu- heim wurde von diesem Ridda kampflos über­lassen.

Der konunende Sonntag bringt nun die Mannschaften von ,.Ale m a nn ia" - G e d e r n undHellas"- Friedberg zu Freundschafts­spielen hierher.

Bedauerlich ist im Interesse des Verbands­lebens, daß verschiedene Verein? noch nicht den Weg zum Verband gefunden, bzw. wiedergefun­den haben. Dies gilt vom alten Verbandsverein Teutonia 1912 Kohden, aber auch von Sportverein Borsdorf,Olympia"- Michelnau und Sportverein Geiß- Ri d d a . für die die Mitgliedschaft des Ver­bandes nur fördernd wäre.

Wer wird Bezirks-Futzball- meister in Hesien-Hannover?

tz. ..Sport" oderKurhessen" Kassel? Bevor wir diese Frage zu beantworten versuchen, soll der neueste Tabellenstand über das Punktverhältnis der beiden Favoriten auf Hären.

Sport" Kassel hat 25 Spiele und 41 Punkte Kurhessen" Kassel hat 25 Spiele und 40 Punkte Das 26. Spiel beider gibt also auf jeden Fall den Ausschlag. Mit dem Sieg oder Hn° entschiedenSports" istSport" Meister. Kur­hessen kann nur durch einen Sieg Meister wer­den. Rein punktg»mäh ist alsoSport" im Vor­teil. Dieses ungleiche Verhältnis wird Kur­hessen zur Hergabe seines letzten zwingen, wird einen Kampf entstehen laßen, in dem beide Mannschaften eine unheimliche Nervenprobe aus­halten müssen und dem ein ganz energischer Lei­ter vorstehen muß, um das Spiel in den sport­lichen Grenzen zu halten. Hm die Chancen des Spieles zu besprechen, kann man im allgemeinen keinen der beiden Gegner als voraussichtlichen Sieger bezeichnen. An Einzelheiten steht fest, daß Kurhessen die besten Techniker in seinen Reihen hat und daßSport" bisher die größere Energieentfaltung zeigte. Daß weiter der Alt­meister systemvollere Arbeit,Sport" größere Wucht und Durchschlagskraft bewies. Wie diese Faktoren, gegenseitig abgestimint. Wege zum Erfolg sich bahnen und sich durchsetzen werden, das kann erst der Sonntag beweisen, wobei .zu beachten ist, daß die Durchfüchrung eines Kampfes Veranlagung zum Kämpfen bedingt. Hnd diese Veranlagung ist beiSport" größer. Das könnte den Ausschlag geben. In Fachkreisen ist man sich hierüber einig und die Tips lauten all­gemein fürSport".

Das Interesse an dem diesjährigen Meister­kampf ist außerordentlich groß. In Kassel an der Hafenbrücke erwartet man Tausende von Zu­schauern.

Wer wird HandbaLdezirks- meister in Hessen-Hannover?

tz. Die Streiter im Kampfe sind: Polizei Kassel und F. C. Wetzlar, die das Vorspiel um die Entscheidung bereits am vergangenen Sonntag in Kassel, in dem die Wetzlarer mit 3:2 knappe, aber sichere (Sieger blieben, aus­trugen. (Siehe Bericht in der Moutags-Rummer desGieß. Anz.") Die Entscheidung sollte am kommenden Sonntag im Wetzlarer Spilburg- Stadion fallen, wenn Wetzlar gewinnt, oder wenn Wetzlar unentschieden spielt. Bei der Dorbetrachtung zu diesem. Kampf hat man An­haltspunkte an dem vorsonntäglichen Treffen in Kassel. Dort waren die Wetzlarer das be­stätigten sämtliche Auslassungen in der Presse einmütig die besseren. Warum? Weil sie sich mit ihrer Zähigkeit mit dem schlüpfrigen, nassen Boden weitaus besser abfanden als die Kasseler Polizisten. Bei der derzeitigen Witte­rung könnte sich das Verhältnis des Erfolgs ändern. Die stets in guter Verfassung sich be­findende Stadionspielfläche stellt an die Spieler weniger Ansprüche an Kraft und Ausdauer. Die an Jahren älteren Kasseler werden da mit ihren Kräften eher haushalten können. Das wäre also ein Nachteil für die Wetzlarer, den sie nur durch erhöhten Eifer ausgleichen könnten. Hnd den sollte man ihnen in Anbetracht der Tat­sache, daß es am Sonntag um Alles geht, gu­trauen. Was die Mannschaften einzeln anbe­trifft, so hat sich die Polizei Kassel entschlossen, aus ihrem großen zur Verfügung stehenden Spielermaierial fünf neue Spieler am Sonntag auszuprobieren. Wie diese sich in das System der Polizei einfügen werden, läßt sich von hier aus nicht sagen. Wetzlar stellt seine alte, seit Beginn der Spiele auf allen Plätzen feststehende Elf. Sie hat den Vorteil der Jugend, eines festen Systems, und alles hat wieder in den bis­herigen Erfolgen eine solide Grundlage. Die ßeitung des Spiels hat Engel, vom B. C. Wetzlar, in seinen bewährten Händen.

V. s. B.

() Kommenden Sonntag finden wieder einige recht interessante Tressen auf d?m Wald- sportplah des Vereins für Bewegungsspiele statt.

Den Auftakt gibt die 3. Mannschaft in einem Gesellschaftsspiel gegen die zweite des Polizei-Sportvereins Friedberg. Erstere hat sich bis jetzt in allen Spielen glän­zend geschlagen und vermochte gegen gute Geg­ner hohe Siege herauszuholen. Die Frieds?rg?r Polizisten stellen ein? ausgeglichen? Mannscha-t und rebräfenti.ercü gute 6°Klasse. Wem der

Sieg zufällt, ist nicht vorauszusehen, da die Gäste bisher für Gießen unbekannt sind.

Weiter tritt die 2. Mannschaft gegen die gleiche vom Ballspiel-Elnb Wetz­lar an. Hier scheint die Platzmannschaft, dank der verstärkten Aufstellung, die sich am letzten Sonntag so bewährte. Aussichten auf den Sieg zu haben, vorausgesetzt, daß sie die gezeigte Form beibehält.

Anschließend an dieses Spiel werden sich die Ligamannschaften der letztgenannten Vereine um die Siegesehre messen. Bei dem Abschluß dieses Spiels scheint der Spielausschuß des D. f. D. von dem Gedanken ausgegangen zu sein, den, Gießener Sportpublikum Gelegen­heit zu geben, einen Vergleich zu ziehen zwischen der Spielstärke der V. f. B.-Liga vondamals" und heute. Wie noch bekannt, war B. E. Wetz­lar der letzte Gegner auf dem Weg zur Lahn­kreismeisterschaft und unterlag nach wechselvollem und hartem Kampf mit dem knappsten aller Re­sultate, 1:0. Germania Marburg, der Tabellen­zweite. muhte gegen diese Kampfmannschaft seine einzige Riederlage in der verflossenen. Derbands- ferie einstecken. Die V. f. B.»Mannschaft tritt in stärkster Aufstellung an und wird alles daran­sehen. das magere Resultat vondamals" zu verbessern. Andererseits wird B. C. sein ganzes Können hergeben, um mindestens ebenso oder besser wie F. C. 05 bei seinem letzten Hiersein, abzuschneiden. Jedenfalls wird die Plahvereins- mannschaft sich gewaltig strecken müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Wenn der Wettergott ein Einsehen hat, steht ein spannendes und schönes Spiel zu erhoffen.

Als letztes sei noch die Reise der 1. Ju­gend nach Marburg erwähnt, wo sie gegen die gleiche der V. f. B.Kurhessen" im Freund­schaftsspiel antritt. Es dürfte den Gießenern recht schwer fallen, einen Sieg mit nach Hause zu nehmen, da die Marburger durch die Ver­einigung V. f. D.Kurhessen" ihre Spielstärke enorm gehoben haben.

SporLvorschau für Sonntag, 31. Januar.

Rasensport.

2m Fußball werden die Meisterschafts­spiele fortgesetzt, zum Teil dienen sie unmittel­barer Ermittelung der neuen Bezirks- bzw. Gau- meister. Hnter den Freundschaftsspielen ist die Begegnung der Berliner Tennis-Borussen mit dem vorjährigen mitteldeutschen Meister V. f. B. Leipzig in Leipzig zu erwähnen. Handball und Hockey setzen ebenfalls, sofern Witterungs- und Bodenverhältnisse es gestatten, ihre Meister­schaftsspiele fort.

Boxen.

Derufsboxkämpse finden sowohl in Dortmund wie in Berlin ftatt In der Westfalenhalle be­streitet der deutsche Mittelgewichtsmeister D o m- gör gen den Hauptkampf gegen den Belgier Frick. In Berlin tritt die Bezirksgruppe Verl in des V. D. F. als Veranstalter auf, hier bildet der Entscheidungskampf in der deutschen Weltergewichts - Meisterschaft Grimm gegen Herse das Haupttreffen.

Radsport.

In der Sportarena Breslau ist ein Drei- stunden-Mannschaftsrennen ausgeschrieben, das wieder eine gute Besetzung bringt. Der deutsche Amateurmeister O ß m e l l a startet zum ersten Mal auf einer belgischen Winterbahn in Brüssel,

Motorsport.

Der Frankfurter Motorradklub tritt am Sonntag mit der neuartigen Veranstaltung einer Wertungs-Tourenfahrt mit anschließender Be­leuchtungsprüfung an die Oeffentlichleit, die von Frankfurt über LimburgAltenkirchenWester­wald-Weilburg zurück nach Frankfurt (227 Kilo­meter) führt.

Wintersport.

Das Hauptinteresse im Wintersport richtet sich in Deutschland nach Triberg und Titi- s e e, die im Zeichen der Deutschen Winter- lampfspiele stehen. 2u Davos versammelt sich die Elite der internationalen Kunstläufer, um die Europameisterschaften zu bestreiten. In Op­peln wird ein internationales Wettlaufen um die Staats-Wanderpreise abgchalten. Königs­berg bringt die ersten Kämpfe im Eishockey, sofern die Witterungsverhältnisse überhaupt eine Austragung zulassen. In K r u m m h ü b e l ist die Austragung der schlesischen Gaumeisterschaft im Fünferbob vorgesehen. Im Anschluß an die Winterlampfspiele in Sri berg sott dort die Süddeutsche Fünferbob-Meisterschaft zur Ent­scheidung gelangen. In der Schweiz bringt ©au? die Austragung der Schweizer Meister­schaften in Bobsleigh und Toboggan. I g l s in Tirol sicht internationale Bobrennen vor. In Breslau werden die Verbands-Meister­schaften des Riederschlesischen Gissportverbandes entschieden. Weiter sieht der Sonntag die Aus­tragung der Allgäuer Sllmeisterschasten, der Geländeläufe des Fränkischen Schneeschuh-Bundes in Warmensteinach, des 40-Klm.-Staffel- laufes des Ob»-rharzer Skiclubs vom Brocken nach Altenau und in Rorwegen die Rydals- Rennen vor. Der H. D. W. veranstaltet in Trautenau einen mit Lang- und Sprung­läufen verbundenen Iugendskitag, während R e u- stadt 1 zu den 31. internationalen Skiwett­läufen einlädt. Die Schweiz bringt noch einen großen Militärskiwettlauf in La Chaux d e Fonds. Die für den kommenden Sonntag vor- gefehene Skimeisterschaft von Sachsen in Gei­sing-Altenberg ist um 8 Tage verschoben worden. In Garmisch-Partenkirchen so­wie in S t. Moritz werden internationale Ren­nen ausgetragen. Die Schwäbische Skimeister­schaft wird in Bayersbronn und die Gau- meisterschaft im Zweierbob in Thale zur Ent­scheidung gebracht.

Schwimmen:

In Leipzig treffen sich die Schwimmer zu einem Wasserbatt-Zweikampf zwischen Stern- Leipzig und Wasserfreunde-Hannover. und zu einem Iugendclubkampf Stern-LeipzigHatte 02. Das zweite rheinische Hochschulschwimmfest der rheinischen Hochschulen Bonn, Köln und Aachen k'ndet in Aachen seine Wiederholung. Weiter ist in Königsberg ein Werbeschwimmen beS S. V. Prussia-Königsbera aebfant