Ausgabe 
28.12.1926
 
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STrcid Fricdvcrg.

WDR. 3 l b e n ft a b t, 27. Dez. Sin hie'iger Kuhscha:ei er mach e am he l.gen 2Le ;b in 'einer Wohnung seinem Leben durch Srljun* gen «in Ende. Er wurde von seinem Sohne an der Haus.üre hängend ausgesunden. Die Hr» fache ist unbekannt.

Kreis Büdingen.

£. Nidda, 27. Dez. 3m hiesigen Kino, das von einer Aktiengesellschaft von der Stadt erworben wurde, fand kürzlich die erste Vorführung eines Heimatfilms statt, der die schönsten Straßen, Plätze und Gebäude von hier und Bad Salzhausen in vorzüglichen Ausnahmen zeigt und bei den Be­suchern großes Interesse erweckte. Sicherlich wird dadurch die Heimatliebe gefördert, wenn man die Schönheilen seines Wohnorts im Bilde schauen kann.

Aidda. 27. Dez. Während bet Feier- tage brachten die ankommenden Züge aus ben Ställen eine große Zahl von Winter­sport l e r n, tie dem Hohrrodskrpf zu.trebten. Prächtiges Winterwetter begünstigte ten S.i- und Rodelsport, fo daß die Ausflügler aus ihre Rechnung kamen.

rtb. Ridda, 27. Dez. Die bicijöbrigen Weihnachtsfeiern waren großzügig an- ÄV:i om Feierlichkeiten in der Kirche wi.k-

Sv. Kirchengefangcerein und ber Schüler- chor brr Volksschule mit An 2. Weihnachtsrag führten die Kinder daS erbauliche W^huachtsspicl Der Zug zum Ehristtlnb" auf. Rachmittags sand in der Turnhalle eine Weihnachtsfeier für die Turnerjugend. abends eine Feier für die Mit­glieder deS Turnvereins in ber Turnhalle statt, die bis auf ten letzten Platz gefüllt wat.

y. Bad Salzhausen, 27. Dez. Ende dieses Jahres tritt hier der Oberbade Wörter Ludwig M S-b us nach beinahe -lOjähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Wahrend dieser langen Zeit bat er es verstanden, sich durch pünktliche und gewissenhafte Dlenstsührung die Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde und durch |ein stets gefälliges und freundliches Entgegenkommen die Wertschätzung der Badegäste in hohem Maße zu erwerben. Der Pensionär wird auch künftig seinen Wohn sitz hier nehmen und fein von Dr. Werner in Gie­ßen gekauftes, am Park gelegenes Landhaus be­ziehen.

)( Ortenberg, 27. Dez. Di? Weihnachts- tage brachten schöne kirchliche Feiern. Am heiligen Avenb fand in b?r festlich erleuchteten Kirche eine stimmungsvolle Christvesper statt. Am ersten Feiertag trug ber Kirche.ichcu mit Weihnachtschören sehr zur andachtsvollen Stim­mung des Festgot test lenstes bei. ©irre für die -Zuflucht" in Gießen erhobene Kollekte er­brachte 23 Mark. Sehr wohltuend wurde von ber Gemeinde bi? durch die neue Kirchenhei­zung erzielte Wärme empfunden

X Wallernhausen, 27. Dez. Bis zum heiligen Abend waren hier die Schafe noch nicht in die Ställe eingewintert, sondern lagen stets noch nachts im Pferche. Diese Maßnahme war wegen der hierselbst herrschenden Klauenseuche angeordnet, weil man eine Ansteckung der Schaf­herde befürchtete, wodurch das liebel noch vermehrt worden wäre. Trotz der verhältnismäßig sehr be­schränkten Zeit, die an den kurzen Tagen den Zcha° ten zur Weidegelegenbelt blieb, sind sie doch in recht gutem Ernährungszustand. Dies ist ein Beweis für nie sorgfältige und umsichtige Pflege der Herde feilens unseres langjährigen, tüchtigen Gemeinde­schäfers 'Braun. Infolge des Holzfällens und größerer Kulturarbeiten durch die Feldbereinigung haben nicht nur alle hier wohnenden A r - veitswilligen vollauf Beschäftigung, sondern es kommen noch solche von auswärts seit einigen Wochen täglich hierher zur Arbeit., u. a. aus dem zwei Stunden entfernten Rodheim an der Horloff allein zehn Arbeiter.

X Wallernhausen, 27. Dez. Kaum sind vierzehn Tage verflossen, daß eine hiesige Frau auf dem Heimwege von Nidda überfallen wurde, so wurde am Tage vor Weihnachten schon wieder eine Frau von hier auf demselben Wege belästigt und nur dsirch einen Zufall vor Schlimmerem bewahrt Als die Betreffende am hellen Tage an einem Wohnwagen einer wandernden Truppe vorbeige­gangen war, sprang ein Mann mit einem Hand- tud) aus dem Wagen der Frau nach und wollte sie fcsthalten. Die Frau rief laut am Hilfe. Zufällig kam ein Radfahrer daher, bei dessen Erscheinen der wild aussehende Mensch von der Frau abließ, in den Wagen zurücksprang und danonjagle.

OerFroschmiiderMaske

Roman von Edgar Wallace.

26 Fortsetzung. Nachdruck verboten

XVIII.

Die Radio st ation.

Elks malkontenter Beamter war wie gewöhnlich in antlägerifdjer Stimmung.

..Die beim Rekord haben mir schon wieder eine Nase gegeben", beschwerte er sich bitter.Nelord bildet sich mehr ein, ab das ganze verfluchte Bureau zusammen."

Der Krieg zwischen Balder und .Llekord" was eine Abkürzung für jene Abteilung der Po- lizeibirektion war, die die genauen Daten der Der- vrecheroerc.angenheit aufbewahrt, war schon länge­ren Datums. Rekord stand allem, was nicht inta- bulierte Tatsache war, höchst erhaben und ablehnend gegenüber. Die Rekordbeamten respektierten die anderen Leute nicht, sie hätten ebenso gut den Polizeichef, der fidj gegen ihre unbeugsamen Regeln verging, erreicht, wie den jüngsten Schutzmann.

Was ist denn wieder los?" fragte Elk.

Misten Sie noch? Sie hatten letzthin eine Menge Material draußen über den Mann ich kann mich an seinen Namen nicht erinnern"

Lyme", meinte Elk.

Ja, so bieß er. Aber es scheint nun, daß eines der Bilder fehlt. Am nächsten SBormittaa, nachdem Sie sie angeschaut haben, bin" Ich wieder in die Statistik gegangen und habe mir die Dokumente wieder geben lassen, weil ich gemeint habe. Sie wollten sie noch einmal anschauen. Sie haben sie aber nicht verlangt, und ich habe sie zurückgebracht. Und setzt behaupten die vom Rekord, daß das Bild und die Maße weg sind."

2ßoUen Sie damit sagen, daß sie verloren ge­gangen sind?'

Wenn sie verloren gegangen sind," sagte der immer mürrische Balder,dann hak sie die Statistik selber verloren. Die glauben vielleicht, daß ich irgend so etwas wie ein Frosch bin? Sie werfen mir auch immer vor. daß ich ihre Fingerabdruckskarten verlege."

Balder, ich habe Ihnen versprochen. Ihnen ein­mal ein große Chance zu geben, und jetzt sollen Sie sie haben. Sie sind letzthin nicht befördert wor­den, mein Sohn, weil die Leute da oben glaubten, daß Sie einer der Führer im letzten Streik gewesen seien. Ich kenne die Gefühle der Uebergangenen. Sie machen einen bitter. Wollen Sie die große Chance ausnützen?"

Balder nickte mit angehaltenem Atem.

,4)agn ist in der separierten Zelle", jagte Elk. Legen Sie Zivilkleider an, maskieren Sie sich ein bißchen, und ich werde Sie mit ihm zusammen einschließen. Wenn Sie sich fürchten, so können Sie einen Revolver mitnehmen, und ich werde es so ein­richten, daß man Sie nicht untersucht. Schauen Sie, daß Sie mit Hagn ins Gespräch kommen. Sagen Sie ihm, daß Sie wegen des Mordes in Dundee ein­gesteckt worden sind. Er wird Sie nicht erkennen. Machen Sie mir den Gefallen, Balder, und in einer Woche werden Sie den Streifen auf dem Aermel haben."

Balder nickte. Der streitsüchtige Ton seiner Stimme war verschwunden, da er sprach:Das ist eine Chance", sagte er.Und schönen Dank dafür, Herr Inspektor."

Eine Stunde später brachte ein Detektiv einen grimmig aussebenden Gefangenen nach Cannon Row und stieß iyn in die Stahlkammer. Der einzige, der den Gefangenen erkannt hatte, war der Ober­inspektor, der auf die Ankunst des Lockvogels mar- tete. Dieser hohe 'Beamte geleitete Balder selbst zu der separierten Zelle und stieß ihn hinein.Gute Nacht, Frosch!" sagte er.

Balders Antwort ist im Druck nicht wiederzu- Sehen. Nachdem er seinen Untergebenen in Sicher­est wußte, ging Elk in sein Bureau zurück, schloß die Türe, schaltete fein Telephon aus, und legte sich nieder, um endlich ein paar Stunden Schlafes zu finden. Wer der Schlaf kam nicht. Seine Gedanken wanderten von Balder zu Dick Gordon, von Lola zu dem toten Manne Mills.

Seine eigene Stellung schien ernstlich gefährdet, aber das machte Elk nicht die geringsten Sorgen. Er war Junggeselle und hatte sich ein hübsches, rundes Sümmchen erspart.

Er^ dachte an Maitland, dessen Verbindung mit den Fröschen nun erwiesen schien. Der Alte lebte

Kohden, 27. Dez. Dor dem Deihnachtsseste fiel ber hiesige Landwirt Wilhelm Lind beim Futterholen in seiner Scheune vom Heuboden so unglücklich in die Tenne, daß er bewußtlos weg- getragen werden mußte. Er trug sehr schwere Verletzungen ber Wirbelsäule, des Deckens und des Kopfes davon.

Ärcis Schotten.

wg. Gedern, 27. Dez. Die Deihnachts- gottesdienste waren in diesem Jahre außer- ordentlich gut besuch: und zeigte eine reiche liturgische Ausgestaltung. Zur Verschönerung der Heiligabend- christfeier trugen wesentttch bei der Sirchenge- fangoerein und der Kinderchor. Ersterer fang unter der Leitung de» stellvertretenden Diri­genten Lokomotivführer» Bruckmann die große Christfest.Hymne von Bortniansky und da» alte Weihnachtslied ,Es ist ein' Ros' entsprungen". Der Kinderchor brachte unter der Leitung von Lehrer Häusel drei wundervolle Weihnachtsweifen zum Vortrag. Beiden Chören gebührt für die weihevolle Bereicherung der Feier vollste Anerkennung. Im Hauptgottesdiest des 1. Weihnachtsfeienatzes wirkte der TlännergefangoereinL ie - bertranj" mit. dessen beide Chöre .Weihnachts­glocken" undWaldkirchlein" unter der Leitung von W. Z i n h klangrein und tonschön gesungen wurden und tiefen Eindruck machten. Die an den beiden Festtagen erhobene Kollekte für die Heidenmission ergab den 'Betrag von 65,75 Mk.

Ulfa, 27. Dez. Der Kraftwagen des Z w e d t> c r b a n ö e 4 Schotten-Hun­gen ist bereits zu den Feiertagen eingetroffen und unternimmt bis zur fahrplanmäßigen Zn- dlenstellung täglich Probefahrten auf der Fahrstrecke. ES ist ein 16ft>iger Denzwagen, der in seinem hel blauen Anstrich recht gefällig aus- sieht und bequem eingerichtet ist. Das Auto des Zweckverbands Ridda-Hungen soll auch im Lause dieser Woche eintreffen, so daß zur Jahres­wende beide Linien In Betrieb fein werden.

§ U I r I d) ft e i n , 27. Dez. Am Sonntag und Montag vor Weihnachten führte hier die Spiel- schar der Hochschulgilde von Frank­furt a. M. ein sehr feines Krippenspiel in der Kirche auf, das musikalisch reich gestaltet war. Am Dienstagabend war das Spiel in ber Kirche zu Feldkrücken.

Kreis Alsfclv.

-er. Homberg a. d. Ohm. 27. Dez. Der Gesangverein Frauenlob Pcranftaltete am ersten Feiertag abend in unserer Stadthalle einen änterhaltungsabend mit Theateraus- führungen und Konzert. Die Veranstaltung war gut besucht: die vortrefflichen Darbietungen wur- den mit lebhaftem Dri.all ausgenommen.

Kreis Lauterbach.

n. Schlitz. 27. Dez. Wie den Bewohnern von Schlitz und Umgegend erinnerlich ist, hatten sich vor einigen Jahren hier in der Nähe auf einem dem Grasen Görtz zu Schlitz gehörigen alten Jagdhaus einige junge Leute niedergelassen, die sich zu einem evangelischen Mönchsorden zusammen' beschlossen hatten. Da es ihnen nicht gelang, in un­serem Hesienlande Fuß zu /asten, wanderten sie aus. Sie haben sich jetzt in hinten in Ostpreußen niedergelassen und dort den Versuch unternommen, unter dem Namenb i c Brüder vom deut­schen Hause" ben alten bcutfdjen Ritter­orden wiederherzustellen, um als Wacht im natio­nal und lirchlich gefährdeten Osten zu stehen. Die Brüder des Ordens, Bernhard, Ekkehard und Godfried erwerben sich ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit, besonders durch Herstellung von Buch­binderarbeiten, Mappen, Kasten für kirchliche ©e braudjsgegenftänbe, Sck)erenschnitten und Spruch- malereien und widmen sich heraldifchen Nach- sorschungen.

WSN. W a l l e n r o d, 27. Dez. Im Kreife zahl rcidjer Verwandten und Bekannten von nah und fern feierten am ersten Weihnachtstage unsere älte­sten Ortsbürger, der frühere Landwirt Heinrich Wegsahrt und seine Ehefrau, bas seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar steht !m 86., feine Ehefrau im 78. Lebensjahre. Beide sind noch sehr rüstig und Helsen bei allen vor- kornmenben Arbeiten in ber Landwirtschaft noch wacker mit. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt. 27. Dez. Wie das Hesst- sche Landesamt für das Bildungswesen mitteilt,

zählte die hessische Volksschule mst Schluß des vergangenen Schuljahres (1925 26) 4016 mit Lehrerinnen und Lehrern besetzte Stellen. Curd) Londtagsdeschluß wurden zur Entlastung des hessi­schen Staateooranschlags bis 1. Oktober 1926 2 1 8 Schulstellen abgebaut, so daß von diesem Tage ab die Stellenzahl 3800 betrug. Durch die Der- minbening der Schulstellenzahl sowie die zu Beginn des Schustahres 1926 27 gestiegene Zahl der Neuaufnahmen hat sich die Durchschnitts- schülenahl einer Klaste von « auf 38 gehoben.

* Darmstadt, 27. Dez. Die Odenwald» berge haben ein dichtes Schneekleid ange­legt. Stellenweise hat der Schnee ein# Höhe bi» )u 50 Zentimeter erreicht; während ber Weih­nachtstage wurde deshalb vielfach schon der Ski­sport ausgeübt. Im allgemeinen ist dos Skilaufen im Odenwald nicht möglich, und man sucht für diesen Zweck von hier aus die Schwarzwaldberge auf. Eifrig wird dagegen im Odenwald, wie in früheren Jahren, dem R o d e1 f p o r t gehuldigt. Der Ver­kehr ber Postautos kann nur unter großen Schwierigkeiten aufrechterhalten werben: an einigen Stellen mußte er jeihDeiltg aufgegeben werden. In ber Großen Ochsengasie erlitt ein Mann einen Tobsuchtsanfall; kaum war er ins städtisch« Krankenhaus gebracht, so mußte bas Sanitätsaulo nach ber Michaelisstrahk. wo ebenfalls ein Mann von Tobsucht befallen war. Die kleine Gemeinbe von Nauheim bei Groß-Gerau hat in diesem Jahre 4 2 Häuser mit 9 2 Wohnungen ge­baut. Jetzt ist nicht allein die Wohnungsnot be- seitigt, sondern sogar noch eine Wohnung frei.

WSA. Ofsenbach a. M.. 27. Der. Am ersten WribnachtSse erläge ke)rten zwei Männer aus dem Vorort Bürgel, von denen ber erste über die Weihnach's'eiertage aus der Äerreiheil- anstalt Gießen beurlaubt war, in einer Wirt­schaft in der Schloßstraße ein. Infolge über­mäßigen Alloholgenu'srs wurden beide bald un­gemütlich und eS ent vickelte sich e ne schwere Schlägerei, in deren Verlauf der beurlaubte Rerrenlranle mit einer Cctnra T echstange den Wirt und d'e Wirtin, dir Frieden stiften wollten, derart bearbeitete, baß beide im Kranken­haus eingeliefert werden muhten.

Wirtschaft.

Das Wirtschaftsjahr 1926

f.

Der Drgtnn drs Jahres 1926 fand das deut­sche Wirtschrftslebrn in einer schweren Krise. Das 3ahr 1925, das nach dem Dawesplan als MoraloriumSjahr betrachtet werden sollte als ein Jahr, in dem sich die deutsch- Wirtschaft er­holen u. d Kräfte famm;In sollte, um die Grundlage zu finden für d e Fähigkeit, in den späteren Jah­ren einen Betrag von 2X'Z M.lliarden an älcber- schüssen als Reparation an d'.e ehemaligen Feinde zu zahlen, batte in dieser Beziehung völlig ver­sagt. Don einer Kapitalbildung war noch so gut wie nichts zu bemerken. Die ProduktionS^isfern waren in scharfem Rückgang b.'grifren. Lediglich die Entwicklung deS Außenhandels zeigte einige Spuren der Besserung, was aber zuni größten Teil auf die Krise zurückzusühren war, da Deutschland infolge Mangels von Mitteln sich beim Einkauf von Rohstoffen Zwang auf legen mußte. Die Aussichten für das Jahr 1926 waren daher außerordentlich trübe, und der Verlauf der ersten Monate hat zunächst eine weitere Verschärfung der Krise gebracht. Erst im Frühjahr gewann man den Eindruck, daß der Tiefstand erreicht sei. Es ging, wenn auch nur äußerst langsam, wieder bergauf. Diese Auswärtsbewegung zeig e sich zunächst nur ganz vereinzelt. In erster L nie war es die Dörse, die eine vpt.mistischrre Auffassung gewann, lieber die Entwicklung der Dorfe werden wir noch fpre- dah eS sich bei der Dörse zunächst in keiner Weise chrn. Hier sei nur so viel vorweg genommen, um eine konjunkturelle Vorahnung handelte, son­dern daß es eine Reihe von geldlichrn und außer- deutschen Momenten war, die die seste Haltung an der Dörse verursachten. Den Ausführungen des Instituts für Konjunkturforschung folgend, kann man die Zeit von April bis etwa August alS die der Krise folgende Depression bezeichnen Wenn bann vom frühen Herbst ab alle Zeichen einer aussteigendcn Konjunktur eintraten, fo ist auch dieses einem Ereignis zu verdanken, das außerhalb der deutschen Wirtschaft lag, dem am 1. Mai beginnenden englischen Generalstreik

ein Doppelleben, am Tage ein Geschäftsmann, vor dem bas Perfonal zitterte, bei Nacht ber Mithelfer von Dieben unb schlechter noch als ein Dieb. Unb wo war bas Kind? Das war eine anbere harte Nuß!

Nichts als harte Nüsie!" faßte Elk. Unb mit ben Hänben unter bem Kopf blickte er wach unb grollend zur Decke auf. Da er doch die gesuchte Ruhe nicht zu flnben vermochte, stand er endlich auf unb ging nach Cannon Row hinüber.

Der Gefängniswärter sagte ihm, baß ber neue Arrestant eine ganze Menge mit Hagn gesprochen habe unb Elk lächelte.

Er hoffte nur, baß berneue Arrestant" nicht auch versucht hatte, feine Klagen gegen Die Polizei- abminiftration mit Hagn zu diskutieren.

Um dreiviertel drei Uhr traf er in ber Instru­mentenkammer ber Admiralität mit Dick Gordon zusammen. Es war ihnen ein Operateur zur Ver­fügung gestellt worden unb nach ben Lorinstruk- tionen nahmen sie an feinem Tische Platz, wo er mit feinen Tastern hantierte. Dick lauschte bezau­bert ben Rufen der fernen Schiffe unb bem Geplau­der ber übermittelnden Stationen. Einmal hörte er ein aanz schwaches Quieken, fo schwach, daß er nicht sicher war, ob er sich nicht geirrt habe.

..Cap Race", faßte ber Operateur.Sie werden in einer Minute Chikago hören. Um diese Zeit wer­den sie dort immer gesprächig."

Als die Zeiger ber Uhr sich der dritten Stunde näherten, begann ber Operateur feine Wellenlänge zu oeränbem, um die zu erwartende Botschaft im Aelher zu erreichen. Genau eine Minute nach drei sagte er plötzlich.Da haben Sie Ihr L. v. M. B."

Dick hörte den Staftatotönen zu:

..Alle Frösche hört! Mills ist tot* Nummer sieben hat ein Ende mit ihm gemacht.

Nummer sieben bekommt eine Prämie von hundert Pfund."

Die Stimme war klar unb ganz ungewöhnlich süß. Es war die Stimme einer Frau.

Der dreiundzwanzigste Bezirk soll es so ein­richten, baß er bie Instruktionen von Nummer sieden an dem gewöhnlichen Orte empfängt."

Dicks Herz schlug wie ein Hammer. Er hatte die Sprecherin erkannt. Es konnte kein Zweifel fein. Cr kannte ben welchen Tonfall Es war Ella Den-

unb bem bis in bm Aovember hinein wähnenben englischen Kohlenstreik. Die gesamte Entwicklung unserer Konjunktur, bie steigenben Prrbuk.ions- ziffern unserer Schlüsselindustrien. sind immer unter bem D.'sichrspunkt zu betrachten, baß wir sie bem englischen Kohlenstreic unmittelbar unb mittelbar verdanken. Ss erscheint also durchaus versehet, biefe steigenden Produktionszisfern, die wir gleich im einzelnen betrach en wollen, vcrr bem Gesichtspunkte eines innerlich deutschen Kon- junkturauflchwungs anzusehen. Die Ze.t seit Wte- deraufnabme der Arb-eft in der englischen Ko hi en- Industrie ist noch zu kurz, um darüber ein Urteil sollen zu können, ob die Wirkungen deS e.glischen Streiks aus Deutschland genügten, um b c Grund­lage für einen allgemeinen Konjunkturausschwung zu bilden Manche Zeichen, baS sei schon hier vor­weg genommen, sprechen dafür, daß dies nicht der Fast ist.

Die Kohlenförberung. die Im April ihren tiefsten Stand hatte, ist seither in nahezu ununterbrochenem Steigen begriisen g.-wesc i. und sie hat insgesamt bereits In den ersten elf Mo­naten nicht nur die Ziffer von 1925 nahezu ein- geholt, sondern sie w.rb voraussichtlich mit einer Drsamtzisfer von etwa 144 M ll. Tennen die Förderung des Iahr^ 1913, wenn man nur die jetzige Grenze des Deutschen Reichs betrachtet, überflügeln. Da auch zu bcrücksich: gen ist, baß im Lause des Jahres nahezu bk gesamten Halden- beflänbe, die mit 9 Mill. Tonnen nicht zu ge.ing angeschlagen sein dürsten, ausgezeart s nd. wird also ber Kohlenäbiah für bas Jahr 1926 eine Rekvrdzisfer bebauten. Auch die Braunkohlen - Förberungszlsfer weist, namentlich in ben letzten Monaten des Jahres, eine stark steigende Rich­tung auf, und auch hier werden wir. wenn uhx von ber anormalen Zeit des R.ihreinbruchS ab­sehen, mit Rokordziffern rechnen dürfen. Aehn- lich ist die Entwicklung in ber Visen- unb Stahlproduktion. H er liegt d^r Tiefstand im Anfang des Jahres. (Sei, etwa Mitte des Jah­res sind die Dorjahrszifsem erreicht, und in ben letzten Monaten überwiegt bie Produktion sowohl an Roheisen, wie an Rodstahl unb Walzmerk-Cr Zeugnissen diejenige des Vorjahres weitaus. Ent­sprechend sonnte auch die Rohstahl Gemeinschaft ihre Absatzeinschränkung dauernd ermäßigen. Betrug sie zu Beginn des Jahres noch 35 Proz., so ist sie nun­mehr aus 20 Proz. zurückgegangen. Weniger günstig verlies die Cnttpicklung im Kaliabsatz. Die Mo­natsziffern sind während de» ganzen Iah-es niedri­ger gewesen al» die des Vorjahres. Erst im No pember wurde die Dorsahrszifser wieder übertrof­fen, unb auch für ben Dezember rechnet man mit einem Absatz, ber ben Dezember-Absatz 1925 zum mindesten erreicht. Insgefamt wird man hier mit einem Minderadfatz von etwa 1,6 Millionen Doppel Zentner gegenüber dem Vorjahr rechnen müssen. Der Kaliabsatz hängt aber bekanntlich aufs engste mit der Lage ber Landwirtschaft zusammen, kann also als AUgemein-Konjunktur-Erscheinung weniger in Be tracht gezogen werden. Als einen weiteren Grad messer der Konjunktpr-Entwicklung kann man die Wagengestellung ber Reichsbahn her anziehen. Auch hier zeigt sich ber Tiefstanb im Fe­bruar, und seit April eine in fast gerader Linie an- steigende Aufwärtsbewegung. Der Monat Oktober weist gegenüber bem höchsten Monat bes Vorjahres, der ebenfalls der Oktober ist, eine Mehrgestellung von rund 400 000 Wagen auf. Entsprechend ent­wickelten sich auch die Einnahmen ber Reichsbahn aus bem Güterverkehr, währenb naturgemäß im Personenverkehr bie Haupteinnahmen in ben Reise- monaten liegen. Gegenüber dem niedrigsten Monat, Februar, hat die Reichsbahn insgesamt im Oktober 150 Millionen Reichsmark mehr eingenommen, wo­von allein 100 Millionen auf oen Güterverkehr fal­len. Der beste Monat be» Jahres 1925, der Juli, wurde im Oktober noch um 20 Millionen überholt. Betrachten wir auf ber anderen Seite bie Statistik her Konkurse unb Geschäftsaufsichten. bie bekanntlich im Jahre 1925 brwernb im Steigen begriffen waren, fo wurde auch hier die Höchst- Ziffer Anfang des Jahres erreicht. Seit ber Zeit sind sie im starken Abflauen begriffen. Schätzungsweise darf man im Dezember mit etwa 400 Konkursen unb 110 Geschäftsauffichien rechnen, gegenüber 2092 Konkursen unb 1553 Gefchäftsaufslchten im Januar. Interessant ist, daß Konkurfe unb Gefchästsauffich- ten, zusammengenommen, in den letzten vier Mo­naten des Jahres weit unter bem Monatsdurch­schnitt des Jahres 1913 liegen. Unter Berücksichti­gung dieser allgemeineren Merkmale erscheint das Bild somit recht günstig. Es dürfte aber wesentlich verschoben werden, wenn wir in der Lage wären,

netts Stimme. Es wurde ihm plötzlich übel. Elks Augen hingen an ihm unb er machte Übermensch- liche Anstrengungen, sich zu beherrschen.

Es scheint nicht, al» ob noch etwas kommen würde", sagte der Operateur, nachdem er einige Minuten gewartet hatte.

Dick nahm ben Kopfhörer ab unb erhob sich. ..Wir müsien warten, bis bie Direktionssignale lammen", sagte er, fo fest er es vermochte.

Da kamen sie auch schon unb wurden von einem Schisfsoffizier auf einer großen Skalenlandkarte ausgearbeitet.

Oie Radiostation befindet sich In London", sagte der Offizier. ,Lch möchte fast behaupten, daß alle Linien sich am Wettende treffen, vermutlich im Her­zen ber City. Haben Sie es fchwer gehabt, ben Froschruf aufzunehmen?" fragte er, sich an den Operateur wendend.

3a", sagte der Mann. ,Lch glaube, man hat von ganz nahe gesendet."

3n welchem Stadtteil dürste es Ihrer Ansicht nach gewesen sein?" fragte Elk.

2er Schiffsoffizier deutete auf eine Bleistift- linie, die er in ben Plan eingezeichnet hatte.Un gefähr auf dieser Linie", sagte er.

Und Dick, über feine Schulter gebeugt, sagte erstickt:Caoerley Haus."

Es drängte ihn ins Freie hinaus. Er mußte das Ungeheuerliche überdenken. Ob wohl auch der D< tektio die Stimme erkannt hatte?

Sie hatten fchon Whitehall erreicht, als EU end­lich sagte:Das klang ja ganz wie eine uns sehr befreundete Stimme, Hauptmann Gordon?"

Dick antwortete nicht.

Sehr ähnlich", sagte Elk, als ob er zu sich selber spräche.Wirklich ich könnte unzählige Eide schwören, daß ich die junge Dame kenne, bie da für ben allen Herrn Frosch gesprochen hat."

Warum hat sie bas nur getan?" stöhnte Dick. Warum, um Himmels willen, mußte sie das tun?" Ich erinnere mich, sie schon vor Jahren gehört zu haben", sagte Elk nachdenklich.Sie war damals bei der Bühne und noch ein ganz kleiner Fratz."

Dick Gordon blieb stehen und starrte ben an bem an.

(Fortsetzung folgt)