Ausgabe 
28.6.1926
 
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Turnen, Sport und Spiel.

Der Lauf.

Don Sportrat Fritz Strube, Hannover.

Der Lauf ist die älteste, natürlichste und ein­fachste Leibesübung. Er nahm schon früher und nimmt auch heute noch das größte Interesse bei Veranstaltungen sportlicher Art für sich in Anspruch, weil er Kampf bis ins Ziel bedeutet und so ungemein fesselnd wirkt. Das gilt haupt­sächlich vom Kurz st reckenlauf und den Staffeln.

Der Lauf ist aber nicht nur Kampf, fon« Lern er ist auch eine Gesundheitsübung allerersten Ranges, und bildet deshalb eine der Grundlagen unserer körperlichen Ausbildung und Erziehung. Die gesundheitliche Bedeutung be­steht in erster Linie in der erhöhten Bean­spruchung von Herz und Lunge, int Mehratmen frischer freier Luft. Bis ins höchste Alter hinein läßt sich der Lauf pflegen, und die Tatsache, daß Männer hoch in den vierziger Zähren zu unseren besten Langstreckenläufern ge­hören, mag Beweis dafür sein. Der Lauf, haupt- fächlich der Langstreckenlauf, kennt kaum eine Altersgrenze, besitzt also eine hohe körpererhal­tende Wirkung. Die in neuerer Zeit stark ge­pflegten Wald - und Geländeläufe haben dabei noch den Vorteil des Genießens der Natur für sich, bringen Abwechslung und können zu jeder Jahreszeit, im Winter ebenso wie im Sommer, betrieben werden.

Man unterscheidet verschiedene Strecken beim Lauf: diekurze, die mittlere und die lange Strecke; bis 400 Meter, bis 1500 Meter, über 3000 Meter. Die längste Laufstrecke ist der Marathonlauf mit 42,2 Kilometer, die etwa in 3 Stunden zurückgelegt werden. Bei den kurzen Strecken kommt es hattptsöchlich auf die größte Schnelligkeit an. die mittlere Strecke ver­langt hierzu noch Kraft und Ausdauer, bei der langen Strecke herrscht die Ausdauer ganz vor. Zede dieser Strecken ist ein Spezialgebiet und verlangt eine besondere Einstellung und Veran­lagung. Die größte Bedeutung in der ganzen Welt besitzt der 1 0 0 - M e t e r - La u f. dessen Weltrekordzeit 10,4 Sekunden (Walker sSüdafrikai 1909) beträgt, das sind also 10 Meter in einer Sekunde. 3m allgemeinen erreicht der Mensch die größte Schnelligkeit im Alter zwi­schen 20 und 25 Jahren.

Zum Lauf, sei er allgemein oder speziell, ge­hört eine gute körperliche Gesamtdurchbil­dung. Früher glaubte man, der Lauf werbe nur mit den Beinen ausgeübt, jetzt haben die Forschungen aber längst erwiesen, daß die Mus­kulatur des ganzen Körpers mitarbeitet und daß z. D. A r m a r b e i t von größter Wichtig­keit ist.

Zede Bewegung beim Lauf geht nach vorn. Ein Pendeln des Körpers bedeutet einen Zeitver­lust, der bei kurzen Strecken kaum einzuholen ist. Ebenso ist ein Springen zu vermeiden, denn der Lauf soll eine gleichmäßige, fließende Folge ein­zelner Bewegungen sein. Die Fußspitzen müssen genau nach vorn, nicht nach außen gerichtet sein, worauf schon bei der vorbereitenden Gymnastik zu achten ist. Das vorgeworfene Bein seht leicht mit dem Fußballen auf, vielfach schon mit dem Hacken und rollt über die Fußspitze ab. Das andere Bein, das sogenannte Stemmbein, drückt den Körper nach vorn. Die Knie müssen beim Durchschwingen bis zur Wagerechten gehoben fein, damit der Schritt groß genug wird. Die Fersen dürfen nicht hochgehoben werden oder etwa gar an das Gesäß schlagen. Der .Unterschenkel hängt lose herab und ist nicht bewußt nach vorne zu schleudern; durch richtiges Hochreißen des Oberschenkels fällt der Unterschenkel beim Aufsehen meist von selbst richtig. Von großer Bedeutung ist das Vorschieben der Hüfte, das ein Verlängern des Schrittes ermöglicht. Des­halb müssen Hebungen zur Lockerung der Hüftgelenke häufig betrieben werden, da die meisten Läufer in dieser Körperpartie noch zu steif sind und die Beine nicht auseinander­bekommen. Der Oberkörper ist mit angezogenem Kinn leicht nach vorn geneigt; bei Anfängern

Der Traum von den Göttern.

Don Hermann Hesse.

Es sind jetzt elf Jahre her seit dem Beginn des Weltkrieges. Unter den vielen Erinnerungen, die an jene Zeit mahnen, finden sich in aller Welt auch sehr zahlreiche Fälle von Vorahnungen, von Prophezeiungen. Wahrträumen, Visionen, die sich auf den Krieg bezogen. Es wird mit diesen Erlebnissen mancher Humbug getrieben, und mir liegt nichts ferner als mich unter die vielen Vorauswisser und Propheten des Krieges einzureihen. Zch war im August 1914 ebenso überrascht von den Ereignissen wie jedermann, Und dennoch habe ich, ebenso wie Tausende von Menschen, die nähe Katastrophe kurz vorher ge­fühlt. Wenigstens hatte ich, etwa acht Wochen vor dem Beginn des Krieges, einen sehr merk­würdigen Taum, und habe diesen Traum noch Ende Zuni 1914 ausgezeichnet, was ich nötigen­falls beweisen kann. Allerdings ist diese Auf­zeichnung keine aktenmäßige, wörtliche treue Dar­stellung des Traumes mehr, sondern es ist mir damals eine kleine Dichtung daraus entstanden. Das Wesentliche aber, die Erscheinung des Kriegsgottes und seines Gefolges, ist nicht von mir bewußt erfunden, sondern ist wirkliches Traumerlebnis gewesen.

Vicht der Kuriosität wegen, sondern weil sich für manchen ernste Gedanken daran knüpfen mögen, teile ich jene Aufzeichnungen vom Zuni 1914 hier mit.

Zch ging allein und hilflos und sah es überall dunkel und gestaltlos werden, und suchte und lief, um zu finden, wohin denn alle Hellig­keit entflohen sei. Da stand ein neues Ge­bäude, dessen Fenster strahlten, und über den Türen brannte taghelles Licht, und ich ging durch ein Tor hinein und tarn in einen erleuchteten Saal. Viele Menschen hatten sich hier versammelt und saßen schweigend und voll Aufmerksamkeit, denn sie waren gekommen, um bei den Priestern der Wissenschaft Trost und Licht zu suchen.

Aus einem erhöhten Boden vor dem Volke stand ein Priester der Wissenschaft, ein schwarz gekleideter, stiller Mann mit klugen, ermüdeten Augen, und er sprach mit einer klaren, milden, bezwingend ruhigen Stimme zu den vielen Zu­hörern. Vor ihm aber standen auf hellen Ta­feln viele Abbilder von Göttern, und er trat soeben vor den Gott des Krieges und er-

beobachtet man allzu häufig hohles Kreuz und Kopf im Vacken. Die Arme sind im Ellbogen angewinkelt und schwingen parallel nach vorn, entgegengesetzt zur Beinarbeit; sie unterstützen die Laufbewegung und arbeiten kräftig mit. Die Armbewegung geschieht aus der Schulter heraus. Troy aller Anstrengung soll der gange Körper völlig locker sein, der Lauf soll schön und be­geisternd wirken. Auch in verzerrtem Gesicht oder in schlechter Hallung soll die Anspannung nicht zu erkennen fein. Besonders wichtig bei kurzen und mittleren Strecken ist der Ablauf, der Start. Bei den kurzen Strecken finden wir nur den tiefen Start, ba er mehr Vorteile bietet als der hohe. Die tiefe Startstellung ist eine Kauerstellung. Beim Kommando sind alle Mus­keln aufs äußerste angespannt, die Konzentration ist ganz auf den Schuß eingestellt. Vach dem Start müssen die ersten Schritte klein sein und schnell auseinander folgen. Zm allgemeinen kön­nen für das Training aber nur Anhaltspunkte gegeben werden, denn über die Technik hinaus hat jeder Läufer einen individuell verschiedenen Stil.

Turnen.

Die deutschen Turner beim PrösidenLen Eoolidge.

Der Einladung des Präsidenten der Ver­einigten Staaten E o o l i d g e nach Washington folgend, wurde die deutsche Turnerriege, die die D.T. zum Vordamerikanischen Bundesturnfest entsandt hatte, von dem Präsidenten auf das Freundlichste empfangen. Präsident Eoolidge bemerkte, daß er sich freue, die deutschen Turner begrüßen zu können. Er wäre selbst gern zum Bundesturnfest nach Louisville gekommen, wenn ihn nicht die Kon- greßtagung abgehalten hätte. Eoolidge wies dann auch auf den großen Erfolg der deutschen Viege in Amerika hin. befragte die Turner, wie es ihnen in Amerika gefallen habe, und über die Eindrücke, die sie von dem Lande, von den Einwohnern erhalten hätten. Einzelne Rie- gen-Mitglieder wurden wiederholt ins Gespräch gezogen. Der Vorsitzende der D. T. Dr. Berger als Führer der Viege brachte deren Dank und Freude über die entgegenkommende Aufnahme zum Ausdruck. Dem Empfang der Viege wohnte auch ein Dertreter der deutschen Botschaft in Washington bei.

Abschied von Amerika.

Veuyork, 25. Zuni. Die letzten Stunden ihres Aufenthalts auf amerikanischem Boden ver­brachte die M u st e r r i e g e der Deutschen Turn erschüft, die morgen die Rückreise nach der Heimat antritt, in dem Stadtteile Brooklyn, dessen zwei bedeutende Turnver­eineVorwärts" und Eastern District- Turnverein. unter Mitwirkung der anderen deutsch-amerikanischen Vereine Broollhs, eine erhebende Ab schic dsf eier veranstalteten. Die Feier gestaltete sich zu einer glänzenden Demonstration von Vertretern des Deutsch- Amerikanertums der ganzen Stadt Veuyork, bei der abermals rückhaltlos den freudigen Ge­fühlen Ausdruck verliehen wurde, welche der Besuch der deutschen Turner hier und in Öen anderen Städten, welche die Deutschen besuchten, ausgelöst hat. Aber auch in rein amerika­nischen Kreisen fanden die Vertreter der Deutschen Turnerschaft herzlichste Auf­nahme und begeisterte Anerkennung ihrer Leistungen. Einmütig kam der Gedanke zum Aus­druck, daß der Besuch der Turner ein weiteres starkes Glied in der Freundschaftskette, welche die beiden großen Länder wieder vereinigt, ge­schmiedet habe.

Die Brooklyner Abschiedsfeier wurde mit einem großen Schauturnen im geräumigen Saale des Brooklyner Labor Lyzeums eingeleitet, an dem auch die Frauenklassen der Brooklyner Vereine sich hervorragend beteiligten. Dem Schauturnen schloß sich ein Ab- s ch i e d s f e st im Garten des Lyzeums an. Die zählte, wie einst in älteren Zeiten dieser Gatt entstanden fei, aus den Bedürfnissen und Wün­schen jener damaligen Menschen, welche noch nicht die Einheit aller Weltkräfte erkannt hatten. Vein, sie sahen stets nur das Einzelne und Augenscheinliche, jene früheren Menschen, und so brauchten und schufen sie je eine besondere Gott­heit für das Meer und für das feste Land, für die Zagd und für den Krieg, für den Regen und für die Sonne. Hnd so war also auch der Gott des Krieges entstanden, und der Diener der Weisheit erzählte fein und klar, wo seine ersten Bildnisse errichtet und wann ihm die ersten Opfer dargebracht worben seien, bis dann später mit dem Siege der Erkenntnis dieser Gott entbehrlich geworden wäre.

41nd er bewegte die Hand, und der Gott des Krieges erlosch und siel dahin, und es stand statt seiner auf der Tafel ein Bild des Schlas- gottes, und auch dieses Bild wurde erklärt, o allzu rasch, denn gerne hätte ich von diesem holden Gott noch lange gehört. Sein Bild sank dahin, und nach ihm erschien der Gott der Trunkenheit, und der Gott der Liebesfreude, und die Göttinnen des Ackerbaues, der Zagd, der Häuslichkeit. Zede von diesen Gottheiten leuch­tete in ihrer besonderen Form und Schönheit auf, als ein Gruß und Widerschein aus den fernen Zugendaltern der Menschheit, und jede wurde erklärt, und warum sic längst entbehrlich geworden sei, und ein Bildnis um das andere erlosch und sank dahin, und jedesmal zuckte in uns ein kleiner, feiner Triumph des Geistes auf, und zugleich ein leises Mitleid und Bedauern im Herzen. Einige aber lachten immerzu und klatsch­ten in die Händc und tiefen:Weg damit!", so oft wieder ein Götterbild vor dem Wort dcZ gelehrten Mannes auslosch.

Auch Geburt und Tod, so erfuhren wir auf- horchcnd, bedurften feiner besonderen Sinnbilder mehr, nicht Liebe noch Veid, nicht Haß noch Zorn, denn die Menschheit war 'eit kurzem all dieser Götter satt geworden und hatte erkannt, daß es weder in der Seele des Menschen noch im Znnern der Erde und Meere einzelne Kräfte und Eigenschaften gäbe, vielmehr nur ein großes Hin und Wider der Einen Hrfraft, deren Wesen zu erforschen nunmehr die nächste große Auf­gabe des menschlichen Geistes sein werde.

Mittlerweile war es im Saale, sei es durch das Erlöschen der Bildniffe, sei es aus anderen

Vereinigten Sänger von Brooklyn fangen den deutschen Turnern das deutsche Abschiedslied.

Prof. Dr. Berger, Vorsitzender der Deut­schen Turnerschaft, dankte in feiner Erwiderung auf die verschiedenen Abschiedsreden mit be­wegten Worten für die glänzende g a ft » freundschaftliche und herzliche Auf­nahme, welche die deutschen Turner hierzulande gefunden haben und die alle ihre Erwartungen weit übertroffen hat.

Feldbergfest 1926.

Frankfurt a. M., 27. Juni. Das Feld- bergfest 1926 wird erstmals wieder, mit Geneh­migung der englischen Befatzungsbehörden, auf dem F e l d b e r g abgehalten werden.

Fußball.

SüddeuLschland Mitteldeutsch­land.

Das Fußball-Repräsentativ spiel S ü d d e u 11 ch l a n d gegen Mitteldeutsch­land im Rahmen des V. M. B. V.-Jubiläums in Leipzig endete mit einem 4:3 = Siege (4:3) der süddeutschen E l f.

Handball.

Mitteldeutschland - Men.

Das Handball-Repräsentativspiel Mitteldeutsch­land gegen Wien in Halle endete in Gegenwart von etwa 3000 Zuschauern unentschieden mit 1:1.

Rudern.

Frankfurter Regatta.

Erster Tag.

Frankfurt a. M.. 26. Zuni. (WTB.) Der erste Tag der Großen Frankfurter Re­gatta nahm bei ziemlich einwandfreiem Wasser einen glatten Verlauf. Die Beteiligung seitens des Publikums war für einen Wochentag außer­ordentlich groß. Die startenden Mannschaften zeigten gute Durchbildung. Der große Vierer des ersten Tages wurde eine Bente des Main­zer Ruder Vereins, der auch den Zubi- läum sacht er an sich bringen konnte. Im Verbandsvierer siegte Undine, Offen­bach, während der ^Kölner Klub für Wassersport den zweiten Vierer ohne Steuermann gewann. Die Frankfurter Ver­eine gingen bis auf R. G. Oberrad leer aus. Ergebnisse:

Preis des Deutschen Ruderver­ba n d s, Vierer. 1. Offenbacher R. G. Undine 6.31.4. 2. Frankfurter R. V. 6.32.2. 3. Frankfurter R. G. Germania 6.49.4.

Begrüßungs-Einer. 1. Frankfurter R. G. Oberrad (Buhl) 7.23.4. 2. Offenbarer V. G. Undine (Reinccker) 7.24.4. 3. V. V. Rüsselsheim (Zogbaum) 7.27.

Preis von Mühlberg, Vierer. 1. Ludwigshafener R. V. 6.35. 2. Binger R. G. 6.36.8. 3. Mainzer R. V. aufgegeben.

Preis von Saalhof. Vierer ohne Steuermann. 1. Kölner Klub für Wasser­sport 6.23.2. 2. Würzburger R. V. 6.30.2. 3. Offenbacher R. D. 6.30.8.

Preis vom Ost Hafen, Einer. 1. Ulmer R. E. Donau (Dernheimer) 7.09. 2. Frankfurter R.G. Oberrad (Buhl) 7.09.5.

Strahlenbcrg-Preis, Vierer. 1. R. V. Bamberg 6.36. 2. Offenbacher R. V. 6.41. 3. Mannheimer R. G.

Preis vom Main, Erster Vierer ohne Steuer. 1. MainzerR. V. 6.11. 2. Fran- furter R. V. 6.20. 3. Mannheimer R. V. Ami- cltia 6.24.

Preis v o n Oberrad, Achter. 1. Köl­ner Kl. f. Maffersp. 5.29. 2. Mainzer R. V. 6.00. 3. Frankfurter R. G. Sachsenhausen.

Preis von Frankfurt, G a st vierer. 1. Kasteler R. G. 6.35. 2. Mainzer V. V. ß.37. 3. Kitzinger R. V.

mir unbekannten Ursachen, immer dunkler und dämmernder geworden, so daß ich Iah, cs strahle mir auch hier in diesem Tempel keine reine und ewige Quelle, und ich beschloß, aus diesem Hause zu fliehen und lichtere Orte zu suchen.

Aber ehe der Entschluß in mir zur Bewegung geworden war, sah ich die Dämmerung im Saale noch viel trüber werden, und die Menschen be-: gannen unruhig zu werden, zu schreien und sich durcheinander zu drängen wie Schafe, wenn ein plötzlich ausbrechendes Gewitter sie erschreckt, und niemand wollte mehr auf die Worte des Weisen hören. Eine gräßliche Angst und Schwüle war auf die Menge herabgesunken, ich Hörte Seufzer und Schreie imb sah bte Menschen wütend zu den Toren drängen. Die Luft wurde voll Staub und so dick wie Schwefeldampf, es war ganz nächtig geworden, aber hinter den hohen Fenstern sah man eine unruhige Glut in trüber Röto flackern wie bei einem Brande.

Mir vergingen die Sinne, ich lag am Boden, und unzählige Flüchtende traten mit ihren Schu­hen auf mich.

Als ich erwachte und mich auf blutenden Händen emporrichtete, war ich ganz allein in einem leeren und zerstörten Hause, dellen Wände zerfallend klafften und über mich zu stürzen drohten. 3n der Ferne hörte ich Lärm und Donner und wüsten Schall undeutlich toben, und der durch zerbrochene Wände scheinende Luft­raum zuckte von Gluten wie ein schmerzvolles, blutendes Antlitz. Aber jene erstickende Schwüle war geschwunden.

Da ich nun aus dem zertrümmerten Tempel des Wissens hervorkroch, sah ich die halbe Stadt im Brande stehen und den Vachthimmel von Flammenfäulen und Rauchfahnen durchweht. Er­schlagene Menschen tagen hier und dort zwischen den Trümmern der Bauwerke, es war still umher und ich tonnte das Knistern und Blasen der ent­fernten Flammenmeere vernehmen, dahinter aber hörte ich, aus großer Ferne her, ein wildert und angstvolles Geheul, wie wenn alle Völker der Erde sich in einem unendlichen Schrei oder Seufzer erhöben.

Die Welt geht Unter, dachte ich, und ich teat so wenig darüber verwundert, als ob ich seil langem gerade darauf gewartet hätte.

Mitten aus der brennenden und e'.nstürzenden Stadt hervor aber sah ich jetzt einen Knaben kommen, der hatte die Hände in den Taschen

Präsidenten - Preis Doppel­zweier. 1. R.G. Worms 6.55. 2. Ulmer R. E. Donau 7.11. 3. Offenbacher R.G. Undine 7.24.2.

Hochschulpreis, Vierer. 1. Gieße­ner R. G. 6.45. 2. Karlsruher R. V. 6.57. 3. Akad. R. V. Rherw-Franeonia-Ffm. 7.00.

Zubiläumspreis, Achter. 1. Main­zer R. V. 5.55.4. 2. Offenbacher R.G. Undine 5.57.4. 3. Offenbacher R. V. 6.10.

Zweiter Tag.

Frankfurt a. M.. 27. Zuni. (WB.) Der zweite Tag der Großen Frankfurter Regatta nahm bei gutem Publikumsbesuch einen schönen Verlauf. Der Kaiserpreis und der Ger­mania-Preis waren eine Beute des Mainzer Rudervereins. Der Preis von der Gerbermühle (Erster Einer) konnte der deutsche Exmeister Walter Fl in sch für den Frankfurter Ruderverein gewinnen. Die Mainzer gewannnen sechs, Kölner Wassersport drei, Offenbacher Ruderverein, Oberrad und Ulm je zwei, Sachsenhausen, Bingen, FearEurter Ruder­verein, Mannheimer Amicitia. Gießener Ruder-Gesellschaft, Worms, Kastel, Banrberg, Ludwigshafen und Undine-Offenbach je ein Rennen. Vach stehend die Ergebnisse:

H r ch. Heiter-Gedächtnis-Achter: 1. Offenbacher R.-V. 2. Franlfurter R.-C.

3. Würzburg (aufgegeben). Das Rennen wird vom Offenbacher Ruderverein mit dreiviertel Längen gewonnen.

Preis von der Kaiserlag. Zung - mannt) lerer. 1. Mannheimer Amicitia 6,33,6 Min. 2. Rudergesellschast Germania 6,34 Min. 3. Akademische Ruderverbindung Rheno-Franco- nia-Ffm. 6,41,2 Min.

Preis von der Kaiserlag. Zung- mannn-Vierer. Zweites Rennen. 1. Mainzer Ruderverein 6,32,2 Min. 2. Ludwigshafener Ruderverein 6,38,4 Min. 3. Ruderverein Rüs­selsheim 6,38,5. Mainz gewinnt leicht.

Taunus-Preis. Doppelzweier ohneSteuermann. 1. MainzerRüücrverein 6:37 Min., 2. Ruderverein Treviris Trier 6:42,4 Min., 3. Ruderverein Rüsselsheim 6:56,4 Min. Mainzer Ruderverein gewinnt leicht.

Kaiser-Vierer. Erster Vierer. 1. Main­zer Ruderverein 6:16,6 Min., 2. Ludwigshafener Ruderverein 6:21 Min., 3. Frankfurter Ruderver­ein 6:21,4 Min. Kölner Klub für Wassersport aufgegeben. Geschlossenes Rennen bis 1200 Meter, dann geht Mainz vor und gewinnt sicher.

Ernst - Lädenberg - Gedächtnis - Vierer. 1. Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen 6:40,4 Min., 2. Mainzer Ruderver­ein 6:46:6 Min., 3. Kitzinger Ruderverein 6:47.4 Min. Bis 1000 Meter führt Mainz, dann geht Sachsenhausen vor und gewinnt überlegen.

PreisvomRotenHamm. Zungmann- Ciner. 1. Erste Frankfurter Rudergesellschast Oberrad 7:13,6 Min., 2. Ruderverein Rüssels­heim 7:16,8 Win., 3. Offenbacher Rudergesellschast Undine 7:19,2 Min. Oberrad führt bei 1000 Meter und gewinnt in schönem Stil,

Preis vom Fischerfeld.Zunior-Achter. 1. Kölner Klub für Wassersport 6:01.2 Min.. 2. Frankfurter Ruderverein 6:01,8 Min., 3. Frank­furter Rudergesellschast Germania aufgegeben. Köln übernimmt die Spitze und gewinnt knapp gegen den stark auflaufenden Duderverein.

Preis von der Gerbermühle. Erster Einer. 1. Frankfurter Ruderverein (Walter Flinsch) 7:01,8 Min. 2. Frankfurter Rudergesell­schaft Germania (Leux) 7:05,4 Min. 3. Ruder- gesellschaft Worms (Karl Wolf) 7:23. Worms fällt bald zurück, währcird sich Germania und Ruderverein ein hartes Rennen liefern. L e u x läuft zum Schluß auf, kann aber Flinsch nicht mehr erreichen.

Preis von Sachsenhausen. Vierer. 1. Binger D. G., 2. Gießener R. G., 3. Bam­berger R. V. DaS Rennen wurde nicht ge­stoppt.

Znselpreis. Zweier ohne Steuermann. 1. Ulmer R. C.Donau" 6:51,4. 2. Schweinfurter R. C. Franken 7:02,6. Frank-

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stecken und hüpfte tändelnd von einem Drin aufs andere, elastisch und lebensfroh, und dann blieb er stehen und stieß einen kunstvollen Pfiff aus. das war unser Freundschaftspfiff aus der Latein­schülerzeit, und der Knabe war mein Freund Gustav, der sich als Student erschossen hat. Als­bald war gleich ihm auch ich wieder ein Knabe von zwölf Zähren, und die brennende Stadt und der ferne Donner und das sausende Sturmgeheul von allen Ecken der Welt klang uns jetzt wunder- bar köstlich in die wachen Ohren. O, jetzt war alles gut. und weg und versunken war der finstere Alptraum, in dem ich so Diele verzweifelte Zahre gelebt hatte.

Lachend Deutete mir Gustav auf ein Schloß und einen hohen Turm, welche soeben drüben zusarnmenstürzten. Mochte das Zeug untergehen, cs war nicht schade darum. Man konnte Veucs und Schöneres bauen. Gott sei Dank, daß Gustav wieder da war! Zetzt hatte das Leben wieder einen Sinn.

Aus der riesigen Wolke, die sich über dem Zusammenbruch der Prachtgebäude erhoben hatte und die wir beide erwartungsvoll und schweigend anstarrten, aus der Staubwolke loste sich ein un­geheures Gebilde, reckte ein Götterhaupi unk riesige Arme empor und schritt siegreich die rauchende Welt. Es war der Gott des Krieges, genau wie ich ihn im Tempel der Wissenschaft hatte vorzeigen sehen. Aber er war lebendig und riesengroß, und sein flammcnbcstrahltes Ge­sicht lächelte stolz in frohem Knaben Übermut. Wir waren alsbald ohne Worte einig, ihm zu folgen, und wir folgten ihm wie auf Flügeln rasch und stürmend über Stadt und Brand hinweg in die weite flatternde Siurnrnacht. der unsere Herzen entzückt cntgcgenschlugcii.

Auf der Höhe des Gebirges blieb der Kriegs­gott jubelnd stehen und schüttelte seinen runden Schild, und siehe, von allen Enden des Erdkreises erhoben sich ferne, große, heilige Gestalten unk kamen ihm groß und herrlich entgegen. Götter und Göttinnen. Därnonc.: und Halbgötter. Schsve- bcnd kam der Gott der Liebe, und taumelnd Lei1 Gott des Schlafes, und schlank und streng dic Göttin der Zagd gegangen, und Götter ohne Emde; und ba ich geblendet vor dem Ade! ihrer Gestatten die Augen niederschlug, war idj nicht mehr allein mit meinen! lieben Freunde, sondern Mit ihm und mit mir Beugte ringsum ein neues Menschenoolk in der Vacht seine Knie vor den helmlehrenden Göttern.

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