Ausgabe 
28.1.1926
 
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<L Li ch. 27. 3an. 3n echt turnerischer Treue und Selbstlosigkeit stellte sich der Turnverein 186 0 Bad -Rau heim dieser Tage in den Dienst des hiesigen Drudervereins. Unter dem Zeichen: .D e u ts ch e s T u rn e n deutsches Lied" hatte er -u einem Werbeabend ein. geladen, der einem doppelten Zweck dienen sollte: Freunde, Förderer und vor allem Jünger für die deutsche Turnsache zu gewinnen und Mittel schaffen zu helfen zur Deckung der beträchtlichen Kosten des Turnhallen»ErwciterungLbaues. Wie­weit die Veranstaltung hinsichtlich des finanziellen Erfolges ihrem gesteckten Ziele nahe gekommen ist, lägt sich von außerhalb Stehenden nicht be­urteilen, das erstgenannte Ziel ist jedenfalls voll erreicht worden. Der Besuch war sehr stark; nicht nur aus unferm Städtchen selbst, sondern auch aus der näheren Umgebung, ja sogar aus Grün­berg und Laubach waren turnbegeisterte Gäste erschienen, denen die Vorführungen sowohl in turnerischer, wie gesanglicher- Beziehung zu einem nachhaltigen Erlebnis wurden. Beide standen dank ihrer vorzüglichen Leitung auf beachtens­werter Höhe. Das aus feingeschulten Stimmen zusammengesetzte Bad-Rauheimer Dop­pelquartett überraschte durch ausgezeichnete Darbietungen, von denen besonders das neckische Käfer und Blume" undSchlafglöckchen" stür- nnschen Beifall auslösten und die Sängerschar zur Wiederlolung nötigte. Außerordentlich gut gefielen auch zwei Duette, die ein Schwestern­paar mit ihren lieblichen melodischen Stimmen bot. Der noch jugendliche, aber anscheinend mit großem Leßrge'chick begabte Leiter der Turn­übungen liest besonders mit seinen Turne­rinnen die aufmerksamen Zuschauer nicht aus dem Staunen herauswinmeir. Ihre sowie der Männer Freiübungen boten den Uebungsstosi in zum Teil ganz neuen, im deutschen Turnen wenig oder nicht bekannten, deshalb aber nicht nrinher wirkungsvollen Formen. Großen Ein­druck machten die Vorführungen der Leichtath­leten, die man selber versuchen möge, um ihren segensreichen Einslust auf den Körper zu er­kennen. Sehr schöne Leistungen waren auch am Darren und 93'erb zu sehen, über dem Reck- turnen waltete ein eigenartiger Unstern. Die eingefügten Volkstänze und feinen Thea­terstückchen zeigten, dast neben der ernsten Ar­beit auch Freude und Humor zu ihrem Rechte kommen, dast also Körper- und Geistesbildung Hand in Hand gehen, so wie es in einem rechten Betriebe sein muß, eingedenk des Spruches: mens sana in corpore sano. Alles in allem: man hat guten Grund, dem Dad-Rau- heimer Turnverein, dem Dvppelquartett unZ> ihren Leitern wie auch dem Anreger der Ver­anstaltung aufrichtigen Dank zu zollen.

Hi reis

2$. Dad-Aauheim. 26. 3an. Die Deut­sche Volkspartei, eine der brstorganisier- ten politischen Parteien am Platze, hielt ihre Hauptversammlung imSchützenHof" bei sehr gutem Besuch ab. Der Dorsitzend?, Kauf­mann Hans Müller, gab in feinem eingehen­den Geschäftsbericht einen Ueberblick über das verflosseneJahr der Wahlen", Herzlichst ge­dacht wurde den aus dem seitherigen Stadt- parlamerrt auSgeschiedenen Partcimi g iedern Dr. Haeberlin und Kaufmann Denzel, die veste Arbeit für das Gemeindewvhl im Geiste der Partei geleistet hätten. Herzlicher Gruh galt den Partei Vertretern im neuen Stadt ver- vrdneten-Kollegium, Hotelier W. Kraust und Malermeister Schäfer. Wie sehr man ihre Zugehörigkeit aut Partei schätzt, g hl dar- 4 aus hervor, dast sie einstimmig in den er­weiterten Vorstand gewählt wurden. Dem ^eigentlichen gcschäftsführend n V rstand gehören hören außer dem 1 Vorsitzenden Hans 'Müller noch H. Schwind als Schriftführer und E. G. Aletter als Rechner an; an der Spitze der Frauengruppe steht Frau Gabrieb Der Mitgliedsbeitrag wurde pro Monat auf 1 Mark festgesetzt, jedoch sollen bedürftigen Par- angehörigen Erleichterungen gewährt werden. Beschlossen wurde, jeder 1. Sonntag im Monat cipc Mitgliederversammlung im Sprud'l-Hotel zu veranstalten. Diese Einrichtung hat sich frü­her bereits bewahrt. An den geschäftlichen Teil der Hauptversammlung schloß sich ein Vortrag von Parteisekretär Weiher-Gißen an der allgemeinen Beifall fand. Der Redner schilderte die politischen Ereignisse der letzten Wahlen, die maßlosen Angriffe auf Dr. Stresemann und seine Politik, die Schwieriaknten der Regierungs­bildung und sprach dem Reichsaustenmimster das vollste Vertrauen aus, während er die Angriffe der Deutschnationalen Dollspart ei aufs schärfste zurücttvies. Die ebenfalls sehr gut besuchte Jahresversammlun g der Sozialdemokra­tischen Partei wurde von S adtv. Rößler geleitet. 3n seinem Jahresbericht polemisierte er stark gegen die neue Part ei gruppier ung im neuen S tadtparlameni, besonders gegen die Demokraten. Er kündigte schärfste Opposition an. Die Versammlung beschloß, in nächster Zeit mit ollen Kräften die Bildungsarbeit und Für- sorgetätigkeit zu fördern. Ein besonderer Dil- dungs- und auch ein Wohlfahrtsausschuß wur­den außer einem Beamtenausschuß konstituiert. Vorsitzender der Partei bleibt auch im fommen- ben Geschä-tsjahr Stadtverordneter A ö ß l e £ Dad-Rauheim,27. Jan. Der Krie­ger- und MilitärvereinHassia" konnte bei gutem Besuch und anregendem Ver­lauf seine 4 9. Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Christian Schäfer bei Kamerad O. Engel abhalten. Der Jahresbericht des Präsidenten, sowie die vom Schriftführer. Oberbademeister und Beigeordneten K i s i e l, mit großer Sorgfalt gefertigter. Der- Handlungsschriften verzeichneten eine rege Tätig­keit und eine günstige Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Jahr. Die Zunahme der Mit­glieder ist, wie hervorgehoben wurde, nicht zuletzt auch auf die Tatsache zurükzuführen, daß das DerbandsorganDer hessische Kamerad" jetzt allen Vereinsangehörigen kostenlos zugestellt wird. Diese Reuerung fanb einstimmigen Beifall. Der Verein hat zur Zeit folgenden Mitglieder­bestand: 5 Ehrenmitglieder, 196 ordentliche und 12 außerordentliche Mitglied?. Die vom Rech­ner Hornung vorgelegte Rechnung schließt ab mit 1337,60 Mark in Einnahmen und 962,15 Mark in Ausgaben. Das Vereinsvermögen beträgt ein­schließlich des Inventars 575,45 Mark. Die aus- yeschiedenen Vorstandsmitglieder F. Kissel, Ph H- Fleischhauer und 2. Salzmann wurden unter Anerkennung ihrer langjährigen verdienstvollen Tätigkeit wiedergewählt, während für den verstorbenen Kameraden Christian Grünewald Major Lühl in den Vorstand neu ausgenommen wurde. Heber die Auszahlung Des Sterbegeldes an die Angehörigen ver­

storbener Kameraden entfpami sich eine lebhafte Aussprache. Beschlossen wurde, daß ein Sterbe­geld bis zu 50 Mark gewahrt werden kann. In bedürftigen Fällen soll diese Summe jeweils restlos zur Auszahlung kommen, im übrigen ist eine Abstufung nach den Vermögenöverhält- nissen der Hinterbliebenen vorgesehen. Unter all­gemeinem Beifall machte Präsident Schäfer die feit Jahren schon schwebende Frage der Er­richtung eines Gefa llenen- Eh r en- m a l S wieder einmal zum Gegenstand einer Aus­sprache. Es kam dabei der einmütige Wunsch zum Ausdruck, daß seitens der Stadl endlich einmal Schritte getan werden mühten, die die Frage aus dem schon jahrelang dauernden Sta­dium der Vorbereitungen in das Stadium der endlichen Lösung hinüberführen möchten, denn es sei notwendig, daß unsere internationale Dadc- stadt bald ein würdiges Gefallenendenkmal be­komme.

Butzbach, 27. Ian. Eine Zuchtvieh- prämiierung verbunden mit Bullen- und Eberauktion findet anläßlich des 5 0 jähri - gen B est eh e n s des Faselmarktes unserer Stadt Mitte März hier statt. Zu rPreisbewertung werden zugelassen weibliche Herdbuchtiere der an­erkannten Rinderrassen, Vogelsberger und .hessisches Fleckvieh. Die Beranstalter des Marktes, die Stadt Butzbach und der Landwirtschaftskammer-Äusfchuß, haben bereits namhafte Mittel bereitgeftellt, ebenso die Zuchtoereine.

Kreis Schotten.

.1 Schotten. 27. Jan. Heute stand vor dem Kreisauschuh des Kreises Schot­ten die D ü r g e r m e i st e r w a h l Rieder- Seemen zur Verhandlung. Bei der letzten (3.) Wahl siegte Kaspar Herröder mit 2 Stim­men älnterschied. Die Gegenpartei legte Rekla­mation ein, weil Wahlbeeinflussungen vorgekom­men feien. Rach Vernehmung einer Menge Zeu­gen beschloß der KreisauSschuß, die Wahl für ungültig zu erklären, weil Wahltreibereien stattgefunden hätten. Am Sonntag siegte der «Sportverein Schotten in Ridda über den dortigen Fußballklub mit 3.2 Toren. Am Sonntag vorher besiegte er den V. f. B. Ober-Schmitten 5:4 Toren.

ß aubach, 27. Jan. Rachdem die außer­ordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen Konzert- und Dortragsvereirriaung die Aufrechterhaltung der Vereinigung beschlossen hat, ist der Vorstand eifrig bemüht, die we.teren Veranstaltungen borg übereilen. Er hat mit der Leitung G ießener Stadttheaters tragen eines Lustspielabends verhandelt. Dis jetzt haben die Verhandlungen noch nicht zu einem brauchbaren Ergebnis geführt. Im Lause des Sommers soll ein öffentlich Konzert der Kapelle des Gießener Reichswehr­bataillons ftatifinben. unter Llmständen in Verbindung mit anderen Vereinen oder Verbän­den. Grundsätzlich sollen zukünftig, vorausgesetzt, daß die Vereinigung auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt, neben den reinen Ka m - mermusikkonzertenern bis zwei mehr po­puläre Veranstaltungen imSolmser Hof" oder in einem anderen passenden Lokal statt- sinden, die geeignet sind, der Vereinigung noch fernstehende Kreise für sie zu gewinnen. Zur Er­leichterung für den Rechner, insbesondere auch um eine pünktliche Zahlung der Beiträge zu gewähr­leisten, sind die Mitglieder in Gruppen ein geteilt worden, für deren jede eine Dame oder ein Herr, die in der Versammlung gewählt wurden, die Ein­ziehung der ordenllics^n wie der außerordent­lichen Beiträge übernimmt. In dieser Saison wird weder der Vortrag von Dr. Weißmantel (wegen Erkrankung des Redners), noch das 6 er- kin-Konzert (w.gen Verhinderung des Künst­lers) abgehalten werden: sie müssen auf das nächste Jahr verschoben werden. Dagegen sind für die gegenwärtige Saison noch folgende zwei erst­klassige Veranftalttmgcn gesichert' 1. Samstag, 6. Februar, Im Schlosse' K la v ier t r i o a b e n d Eckel-Krauh-Engert. 2. Im März an einem noch zu vereinbarenden Tag im Schlosse- Klavierabend des K o n z e r t p i a n i st e n R. v. Koscalski und des 7jährigen Wunderkindes Miriam Longo auS Reapel. Die Arbeiten am neuen Krankenhause des hiesigen Johann - Friedrich-Stifts find so eifrig gefördert worden, daß die wohltätige Anstatt in etwa vier Wochen voraussichtlich bezogen wird. Die Möbel sind zum größten Teil schon da. Gegen 40 Betten werden ausgestellt werden. Auch wird ein guter Röntgen-Apparat Aufstellung finden. Das Freiherrlich v. Weitershausen- sche Anwesen in der Friedrichstraße, gegen­über dem Amtsgericht (Haus, Rebenbau, Scheune, ©arten) ist für 13 500 Mk. an den nebenan woh­nenden Landwirt Friedrich I o ch e m verkauft worden. Wegen des Ankaufs des Andreschen Wohnhausesim Hain" als Diensttvohnung des staatlichen Oberförsters steht der Staat in ^lnterhandlungen mit dem Testamentsvollstrecker.

la. Gedern, 26. Jan. Am Samstag und Sonn­tag fand im Bergwirtshause dahier im Rahmen der flur Zeit von der Zentralstelle zur Förderung der Aolksbildung im Verein mit dem Hess. Sängerbund und dem Deutschen Arbeiter-Sängerbund an ver­schiedenen Orten Oberhesfens Dcranftaltetcn Diri ° gen tenkurseein zweitägiger Kursus statt, dessen Teilnehmer sich zu einem ansehnlichen Teile aus Lehrerdirigenten rekrutierten. Im Auftrage des Pro- vlnzialoorsitzenden für Oberhesien, Lehrers ©eng nagel-Grünberg, begrüßte Lehrer Fernges- Gedern die Erschienenen und wünschte der Tagung guten Verlauf. Der musikalische Leiter der Veran Haltung, Kantor Samper- Darmstadt, behandelte nunmehr eingehend die Liedauswahl nach der text­lichen und musikalischen Seite. Indem er gute und schlechte Texte einander gegenüberstellte, forderte er von jedem einzelnen Texte, daß er lebenswahr fei. Der Vortragende empfahl den Teilnehmern, ihr Augenmerk wieder mehr als bisher guten Chor fammlungen zuzuwenden, anstatt zu teuren Einzel- partituren zu greifen, deren innerer Wert in text­licher und musikalischer Hinsicht in zahlreichen Fällen oft recht anfechtbar sei und einer kritischen Prüfung nicht standhalte. Ein guter Chorsatz müsse die Forderung erfüllen, daß seine Einzelstimmen möglichst melodiös geführt seien. Im weiteren Ver­laufe seines Vortrages verbreitete sich der Kurfus- leiter über die Chorliteratur, die er einteilte in Volkslieder, volkstümliche Lieder, Lieder im Volks­ton und Kunstlieder. Für den ersten Abend des ersten Tages hatte sich der Gesangverein L i e d e r k r a n z zur Verfügung gestellt. An den, bereits tonlich ein geübten ChoreMaiennacht" zeigte Herr Kantor Samper praktisch das, was er in feinen Vorträgen theoretisch bargetan hatte. Die Dirigenten konnten hieraus für ihre eigene Tätigkeit wertvolle Anregungen entnehmen. Am Sonntagmorgen machte der Surfusleiter in einem Vortrage be­

achtenswerte Ausführungen über Atmung, Dynamik und Rhychmus. Am Nachmittage war der Arbei - tergefangoerein zu einer Gesangsprobe er­schienen und gab Kantor Samper Gelegenheit, an dem LiedeWenn ich den Wand'rer frage" und späterhin gelegentlich der Neueinstudierung des Beethovenschen Chores aus der neunten Symphonie Freude, schöner Götterfunken" wertvolle Klein- und Beinarbeit zeigen. Mit einem anschließenden Vor­trage über Toreinheit und verschiedene organisato­rische Fragen gelangte der 5. oberhessische Din­gen tentag zu seinem Abschlüsse. Lehrer F e r n g e s und Ströhinger- Ober-Lais (letzterer für die anwesenden Vertreter der dem Vogelsberger Sän­gerbünde angeschlossenen Vereine) brachten den Dank der Versammlung an den Kursusleiter, der auch als Wertungsrichter sehr geschätzt ist, zum Ausdruck und stellten ihm in Aussicht, schon bei der demnächst ftattfindenden Delegiertentagung die er­haltenen Anregungen weiterzugeben zur praktischen Durchführung in den Vereinen. Der Zentralstelle für Förderung der Volksbildung in Hessen gebührt Dank dafür, daß sie durch die Einrichtung von Diri­gentenkurfen bestrebt ist, das Gesangvereinswesen auf eine höhere Stufe zu heben.

E. Stumpertenrod, 27. Jan. Der hiesige Gesangverein veranstaltete am Sonntag fein diesjähriges Wintervergnügen im Saale des Gast­wirts Stein unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Cunz. Zur Aufführung tarn zunächstWieder da­heim", ein tiefernstes Stück, das sich nach dem Krieg abspielt. Die zwei nächsten Stücke waren der hei­teren Kunst gewidmet. Besonders verschönt wurde die Veranstaltung durch die Mitwirkung des Musik- vereins.

X Breungeshain, 27. Jan. Am Sonntag beging der hiesige Kriegerverein in einer schlichten Abendunterhaltung, die im Gasthaus von Wirth stattfand, die Feier seines 25jäbrigen Bestehen s. Der vollbesetzte Saal war ansprechend ausgeschmückt. Der Vorsitzende des Vereins, der be- tannie Klubhauswirt des Hoherodskopfes, Herr Stein, begrüßte die Erschienenen. Nach seiner An­sprache wurde das Deutschlandlied gesungen. Zwei Mitbegründer schilderten den Entwicklungsgang des Vereins, während der 25 Jahre seines Bestehens. Deute steht der Verein mit einer Mitgliederzahl da, die unserem kleinen Orte zur Ehre gereicht. Apo­theker S c r i b a - Schotten übermittelte als Vor­sitzender des HassiabezirkesVogelsberg" die herz­lichen Glückwünsche des Präsidiums der Hassia und des Bezirkes. Er überreichte den noch lebenden 12 Mitbegründern die Hassiaauszeichnung für 25jährige treue Mitgliedschaft, dem Vorsitzenden Stein die Auszeichnung für 40jährige Zugehörig- feit zur Hassia und dem Schriftführer Linker eine Ehrenurkunde als Anerkennung für die Dienste, die er dem Verein feit feiner Begründung als Schriftführer geleistet hat. Studiendirektor H e r t s ch-Schotten überbrachte die Glückwünsche des Kriegervereins Schotten. Er wies darauf hin, was Deutschland in dem Weltkriege geleistet hat, und for- dene die Anwesenden auf, nicht kleinmütig zu sein, sondern in Einigkeit und treue zusammenzuarbeiten an dem Wiederaufbau des Vaterlandes. Die Jugend muß erzogen werden auf sittlicher, religiöser und vater­ländischer Grundlage in der Verehrung dessen, was groß und herrlich in der der deutschen Geschichte ist. Vaterländische Gesänge und Volkslieder gaben der Veranstaltung ein trautes Gepräge. Unter den An­wesenden befand sich auch ein 9 2 jähriger V e - t e r a n, der den Krieg von 1866 mitgemacht hat.

'S« Aolkartshain, 27. Ian. Sonntag abend hielt der hiesige Gesangverein unter der Lei­tung seines Dirigenten, Lehrers Müller, im neu­erbauten Kempelschen Saal seinen diesjährigen Theaterabend ab. Der Besuch war trotz des schlech­ten Wetters gut, auch aus den Nachbardörfern. Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Theaterauf­führungen, die allgemein sehr gut gefielen und reichen Beifall ausloösten. Alle Darsteller wurden ihrer Aufgabe voll und ganz gerecht. Umrahmt waren die 'Aufführungen von drei meisterhaft vor­getragenen Chören, bei denen man das gute Stim­menmaterial, die vorbildliche Atemtechnik und die gute Durcharbeitung der Chöre bewundern konnte. Bürgermeister Mieth brachte dies auch in feiner Ansprache zum Ausdruck. Nach Schluß des offiziellen Teils fand der übliche Tanz statt. Der Reinertrag des Abends ist als'Beitrag für die Errichtung eines Gefallenendenkmals bestimmt worden.

Id. Aus dem B o g e I s b e r g e. 27. Jan. Die Annahme, daß Geldknappheit und zuneh­mender Koblenverbrauch die Drennholz- preise dieses Winters in erträglichen Gren­zen hielten, hat sich bis jetzt irrig erwiesen. Die Preise, die bei bereits abgehaltenen Ver­steigerungen erziett wurden, liegen weit über den Durchschnittspreisen des 1 9 2 5. Die einheimische Bevölkerung kann eben auf Holzbrandnicht völlig ve rzichten, da weder Oefen noch Herde für Kohlen­feuerung eingerichtet sind, und steigert Holz zu jedem Preife, ohne im Augenblick zu be­denken, daß das gesteigerte Holz auch einmal bezahlt werden muß. Es muh sehr nachdenklich stimmen, daß viele Gemeinden, die bisher die Bürgschaft für daS für die Gemeindeglieder aus staatlichere Waldungen gelieferte Loshvlz über­nahmen, diese ablehnen und die Lvsbvlzberech- ten auffordern, Burgscheine zu machen

.reis Alsfeld.

er. Homberg a. d. Ohm, 27. Ian. Nach Be­endigung des hauswirtschaftlichen Kur­sus in Atzenhain wurde am Mittwochmorgen ein solcher in den Räumen der Stadthalle dahier er­öffnet. An diesem Kursus nehmen die Mädchen der Pflichtfortbildungsschule von Haarhausen, Dannen­rod, Appenrod, Maulbach, Büßfeld und Homberg teil. Sie werden hauptsächlich im Kochen und Hand­arbeiten durch die technische Lehrerin Frl. D e i ß - Bellersheim unterrichtet. Die Leiterin hat seither den Kursus in Atzenhain mit gutem Erfolge geführt. Es ist zu begrüßen, daß hier jungen Mädchen die Ge­legenheit geboten wird, etwas Praktisches für ihr späteres Leben zu erlernen. Auch Freiwillige wer­den jederzeit angenommen Die geringen Kosten werden in der Hauptsache von den Gemeinden ge­tragen. Da das reichhaltige Inventar (Herde, Nah­maschinen usw.) vom Kreise gestellt wird, dürften diese nur sehr gering fein. Leider ist die Dauer des Kursus nur auf vier Wochen berechnet.

W Homberg a. d. Ohm, 27. Jan. Zu dem Gesangswettstreit, den der Gesangver­einF r a u e n 1 o b" anläßlich seines 70jährigen Bestehens am 29., 30. und 31. Mai hier veranstaltet, haben 6 Vereine gemeldet, und zwarEintracht"- Ober-Ofieiden,Eintracht"-Nieder-(tzemünden,Lie- derkranz"-Kesselbach,Polyhymnia"-Beuern, Män­nergesangverein Homberg und ein Schweinsberger Gesangverein. Auf der jüngften Delegiertentagung wurde beschloßen, in Anbetracht der geringen Be­teiligung nur in zwei Klaßen zu fingen. Der Fest- beitrag wurde auf 1,50 Mk. festgesetzt.

W Nieder°Ohmen,27. Jan. DerF u h. b a 11 d e r e i n 19 19 N i e d e r ° O h m e n" hat ir der jüngsten Zeit nach seiner Umgestaltung einen recht erfreulichen Aufschwund genommen. Seine Mitgliederzahl beträgt schon über 200. Neuerding? wird der Beitritt zum Westdeutschen Spielverband lebhaft befürwortet, damit den aktiven Mitgliedern recht oft Gelegenheit zu sportlichen Kämpfen ge­geben wird.

Kreis Lauterbach.

WSN. Schlitz, 27. Jan. Wildschweine haben in der letzten Zeit in den Gemarkungen ber Ortschaften Rimbach und Willofs großen Schaden angerichtet. Die Gräfliche Forstoerwaltung sucht mit allen Mitteln die Schädlinge zu bekämpfen Vor kurzem schoß der Förster W i 11 h a r d t im Re? vier Rimbach einen Keiler von 140 Pfd. Am Mittwoch wurden von dem Forstmeister Roßmäßler- 0 isenbach und Förster S ch m id t = Wernes in der Nähe von Willofs wiederum zwei Wildschweine zur Strecke gebracht.

4> L a n d e n h a u s e n, 27. Jan. Bei der am Sonntag hier abgehaltenen B ü r g'? r-m e i st e r- wähl wurde Christian Henkel, der das Amt vor 6 Jahren niedergelegt hatte, mit 425 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der seitherige Bürgermeister Knobel och erhielt 411 Stimmen.

Starkenburg.

Darmstadt, 27. Jan. (WER.) Hier sind falsche Elnrnarkstücke mit dem Münzzei- chen G und der Jahreszahl 1925 im Umlauf Die Falfchstücke sind dadurch lncht kenntlich, daß fie etwas dünner und größer als die echten Markstücke sind. Der Außenrand ist rundlich und außerdem fehlen auf demselben die ausge­prägten Ornamentftücke: sonst ist die Prägung sehr scharf.

Weinheim, a. d. B., 27. Jan. (WER.) Rach fünf unsäglich schweren Dienstjahren in der französischen Fremdenlegion sind die­ser Tage zwei junge Weinheimer in die Hei­mat zurückgekehrt, nämlich der Fabrik­arbeiter Michael Apfel, der am 22. Juli v. I. in einem Gefecht durch einen Streifschuß am Kopf schwer verlacht worden war, und der Fabrik­arbeiter Johann Pflästerer. Dor einiger Zett ist auch ein dritter Weinheimer, der Arbei­ter Riecker, zurückgekehrt, der desertiert war.

Preußen.

Kreis Biedenkopf.

# Königsberg, 27.Jan. Das Opfer eines Hypothekenschwindlers wurde ein hie­siger Einwohner. Der Mann hatte sich an einen Vermittler in Gießen gewandt, dem er den ausge­fertigten Hypothekenbrief anvertraute, obwohl er nur g a n z g e r i n g e A n z a h l u n g er­hielt. Der Vermittler ließ sich den Hypothekenbrief von einer Kacke zu zwei Drittel beleihen, führte aber das Geld nicht an d e n G e 1 d s u ch e r ab. Es ist A n z e i g c erstattet. Die Angelegenheit dürfte wohl auch bei der Kaste in der bevorstehenden Generalversammlung noch ein Nachspiel haben. 2m Sonntag veranstaltete der hiesige Mädchen- ch o r unter Leitung von Pfarrer Steubing einen Unterhaltungsabend, dessen vielseitige und wohlge­lungene Darbietungen mit Recht allgemeinen Bei fall fanden.

Kreis Marburg.

H Marburg, 27. Jan. Auf Einladung der vereinigten Handwerker-Innungen und des Kreis- handwerker-Bundes für den Kreis Marburg fand in den Stadtsälen eine aus Stadt und Land sehr gut besuchte Protest-Versammlung gegen ben Gesetzentwurf zurFörderungdes Preis­abbaues statt, weil dieser das Handwerk für die höheren Preise verantwortlich machen wolle. Nach einem Vortrage von Dr. Benz vom Handwerksamt in Hanau, in der dieser sich eingehend mit den Be­stimmungen der Gesetzesvorlage beschäftigte, wurde eine Entschließung angenommen, in der sparsame Verwaltung, Steuermilderung und Unterlassung jeder Steuerüberschuhpolitik gefordert wird. An der Versammlung nahmen auch die Spitzen fast sämt­licher Behörden teil. In einer in Cölbe abge­haltenen Versammlung der R o t o i e h z ü ch t e r wurde beschlossen, um 9. Juni hier in Marburg eine Rotviehschau zu veranstalten. Die vor. jährige in Kirchhain habe das beste Gelingen ge- zeittgt.

WSR. Marburg, 27. Jan. In einem zwi­lchen Kassel und Marburg verkehrenden Zuge spielte sich am Montag eine aufregend« Szene ab. Ein Ingenieur, der sich in der Toi­lette eingeschlossen hatte, suchte sich dort daS L e b e n z u nehmen. Die Mitreisenden wurden erst aufmerksam, als fie das Blut unter der Tür hervorsickern sahen. Als man mit Gewalt die Tür öffnete, sah man, daß der Lebensmüde sich schwere Kopfwunden beigebracht hatte. Als man ihn in der Station Wabern hevaus- bringen wollte, um ihm einen Verband anlegen zu lassen, wurde er wiederum von einem Anfall ge­packt und suchte sich vor den durchfahrer^n O-Zug zu werfen. Rur mit Muhe konnte er von den Reisenden gewaltsam von seinem Vorhaben abgehalten und beruhigt werden. Rach Anlegimg eines Rotverbandes überführte man den Be­dauernswerten, der schon längere Zeit stel­lungslos ist und an einer schweren Rervenkrankheit leidet, in die Marburger Rervenklinik.

Maingau.

Frankfurt a. M., 27. Jan. (WSR.) Auf der Frankfurter Straßenbahn wurden im Jahre 1924 114 993 269 Personen gegenüber 118 507 800 Personen im letzten Dorkriegsjahr be­fördert. 2m Gegensatz zu den meisten deutschen Großstädten, von denen Hamburg eine fast 50prozentige Zunahme zu verbuchen hat, hat Frankfurt einen kleinen Derkehrsrück- 9 an g zu verzeichnen. Am Samstag, den 30. Januar, kann Frau Emma Großmann geb. Stephani in Frankfurt a. M. ihren 101. Ge­burtstag feiern. Die Jubilarin, die körper­lich und aeistig bei bestem Wohlbefinden ist, ist die älteste Einwohnerin der Stadt Frank­furt. Ihr Diener, Jakob Becker, der 31 Jahre bei ihr tätig ist, wird demnächst 80 Jahre att. letzter Zeit hat ein angeblicher

Arthur Riffert aus Bonn Karten zu einem Blindenkonzert, bei dein die blinden Künst­ler Robert G e y e r und Fritz Holtmann aus Hannover im Saalbau auftre.en sollten, verkauft. Er hat auch dir Karten versteuert. Am 15. Januar ifl er nach Altona abgereift und hat vdn dort an die Direktion des Saalbau gefchrieben, daß das Konzert auf unbestimmte Zeit verschoben werden müsse, weil zu wenig Karten verkauft seien. Dieses ganze Manöver war Schwindel,