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Feuers wurde noch nicht einwandfrei festgestetlt, man vermutet jedoch Brandstiftung.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 26. April. Die Kirchen unserer Stadt werden in allernächster Zeit instand gesetzt. Beben der iiniversitätskirche. die bekanntlich im Innern vollkommen neu ge­staltet werden soll, wird auch die lutherische Pfarrkirche, die jetzt einen neuen Organisten be­kommen hat, bis zum Aeformatiansjubiläum 1927 neu Hergerichtei werden. Gewisse Borarbeiten sind bereits in den letzten Jahren geleistet toer­ben; so erhielt der Glockenstuhl eine elektrische Läuteanlage, die gesprungene Drautglocke wurde umgegossen und die Zentralheizung neu her­gerichtet. Jetzt sollen noch Wände, Gewölbe, Gestühl und das Holzwerk gestrichen, das Frauen­gestühl im Mittelschiff umgebaut und verschiedene Bilder angebracht werden. An die Stelle der bis­herigen Beleuchtungsanlage treten Holzkronen mit zierlicher Malerei. Die Kosten der Herstellung belaufen sich auf zirka 30 000 Mark, die durch Kirchensteuer uni) Stiftungen aufgebracht werden sollen.

Derbands-Tanung der hessischen Mieterschutzvereine.

^Dad-Aauheim, 25. April. Der Lan­desverband Hessischer Mieterschutz- Vereine hielt hier gestern und heute seine 6. ordentliche Jahrestagung ab.

Die gestrige Delegiertenversammlung wurde mit kurzen Begrüßungen seitens des Vorsitzenden des Landesverbandes, Hermann Wolff (Mainz), und des Vorsitzenden des Mieterschutzvereins Bad-Aauheim, Stadtv. Böhler, eingelötet Der Verbandsvorsihende erstattete den Bericht über die Vorgänge aus dem Gebiete der Woh­nungswirtschaft und der Wohnungserstellung im Jahr 1925 und wandte sich gegen die Bestre­bungen, die eine Lockerung oder gar völlige Beseitigung des Mieterschuhgesehes im Auge haben. Den eigentlichen Geschäftsbericht erstattete der Landesgeschäftsführer, A. Fuchs (Mainz). Er wies darauf hin, dah die Arbeit der Ge­schäftsstelle bei der hessischen Regierung nicht immer Entgegenkommen gefunden habe. Der von K. Schell (Mainz) gegebene Kassenbericht zeigte geordnete finanzielle Verhältnisse des Landes­verbandes. Vorstand und Geschäftsstelle konnten einstimmig entlastet werden. Nachdem dann die Tagung dem Landesverband eine neue Satzung gegeben hatte, fanden die Wahlen der Verbands­organe statt. Mainz wurde wieder als Vor­ort des Landesverbandes bestimmt, als Vorsitzen­der wurde H. Wolf wiedergewählt. Landes­geschäftsführer ist A Fuchs, Landesschristführer Hans Stelzet und Landesrechner K. Schell (sämtlich in Mainz). Weiter sind im Vorstand und erweiterten Vorstand vertreten: die Mieter- schuhvereine Darmstadt, Offenbach, G i e h e n, Arheilgen, Friedberg und Alzey. Der nächst­jährige Landesverbandstag findet in Worms statt. Aege Aussprachen interner Art, sowie die Behandlung allgemeiner Mieter- und Baufragen dehnten sich bis in die späten Abendstunden aus.

Die heutige öftentliche Versammlung war zahlreich besucht. Auf Einladung nahmen daran auch eine Anzahl Landtagsabgeordnete, sowie Vertreter von Städte- und Gemeindevorständen und Wohnungsämtern teil. Ober-Regierungsrat Hoppe (Dresden), eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete des Wohnungswesens, sprach in fast 2stündiger Rede überDer Woh­nungsbau und seine Finanzierung unter Berücksichtigung der neuen Gesetze und Ver­ordnungen". Redner stellte in der Wohnungs­wirtschaft England als Vorbild hin. Warm trat er für das Einfamilienhaus mit Garten ein, das als idealste Bauform auch in Deutsch­land möglich sei, da die Durchführung bei einer -Zuteilung von 300 Quadrattneter pro Eigen- _betm nur 0,95 Prozent des gesamten deutschen ^Bodens in Anspruch nehme. Barackenwohnun­gen für assoziale Mieter seien ein Fehler, der " sich später schwer rächen würde. Voraussetzung für das Einfamilienhaus sei die Bodenverbilli- gung. Zu fordern sei ein Wohnungsbau­programmauflang eSicht nach dem Bei­spiele Englands. Für die Hausbesitzer will der Redner die Duchführungspflicht und den Verwendungsnachweis über die Jnstandsehungs- kostenzuschläge und Betriebskosten durch gesetzliche Vorschriften eingeführt sehen. Die Hauszins­steuer dürfe nur für Bauzwecke verwendet, der für allgemeine Finanzzwecke verwandte Anteil der Hauszinssteuer müsse durch eine Besteue­rung des Bodens nach dem wirklichen Werte festgesetzt werden. Weiter wurde gefordert, dah die aus den Mitteln der Wohnungswirtschaft aufgesammelten Gelder auch für spätere Zeit für den Wohnungsbau bereitzustellen und zur Her­gabe von geringverzinslichen 2. Hypotheken zu verwenden sein. Bezüglich derGesellschaft der Freunde" zu Wüstenroth mahnte Reg.- Rat Hoppe die Mieter zur Vorsicht.

Das Referat führte zu einer regen Aus­sprache. Landtagsabgeordneter Mann (Giehen) verlangte ebenfalls ein Bauprogramm auf lange Sicht, da nur hierdurch der Bauarbeiter aus der Stellung des Saisonarbeiters wieder zu stän­diger Beschäftigung geführt und so ganz selbst- tättg eine Senkung der Stundenlöhne und eine Verbilligung der Dauherstellung erreicht würde. Hüt sch (Darmstadt) wandte sich gegen die Er- steNung von Baracken und forderte den Bau von Kleinwohnungen, die mit geringen Veränderun­gen sich später in gröbere Wohnungen umwan­deln lassen. Lgndtagsabg Lux führte aus, dah Hessen in der Wohnungswirtschaft nicht soviel hätte leisten können, wie erwünscht gewesen, weil die Schlüsselzahl für die Zuteilung der Cinkom- mensteueranteile ungünstiger als in anderen Län­dern sei, dah auherdem der steuerkräftigste Teil des Landes noch beseht fei. Regierungsrat Dr Rindfuh vom Kreisamt Friedberg bemängelte, dah das Reich den Wohnungsbau organisch nicht richttg aufgebaut habe, und verlangte Lösung des Wohnungsbauproblems durch das Reich. Zurzeit fehle das Zusatzkapital zu den von Land und Gemeinden zu leistenden Zuschüssen, es müsse

der Sparsinn der Bevölkerung speziell zum Zwecke des Wohnungsbaus noch mehr geweckt werden

Die Arbeit der Tagung fand ihren Rieder­schlag in zwei Entschließungen, die nach der öffentlichen Versammlung von den Dele­gierten einstimmig angenommen wurden. Die erste fordert vom Reichstag, daß er jede Verschlechte­rung des Mieterschuhgesehes ablehnt. Richt Abbau, sondern Ausbau der Mieterschutz- gesehgebung sei die berechtigte Forderung der deutschen Mieterschaft. Die zweite Entschließung nimmt Bezug aus den Wohnungsbau und ist an die hessische Landesregierung und an die Reichsregierung gerichtet. Es wird darin gefordert:Zur Bekämpfung des Woh­nungselends. das von Tag zu Tag zunimmt, ist es notwendig, daß Dom Reich ein groß- zügigesWohnungsbauprogramm auf möglichst lange Sicht aufgestellt und durchgeführt wird. Die Hauszinssteuer, die zum größten Teil von der arbeitenden Bevölkerung aufgebracht wird, ist ausschließlich für diesen Zweck zu ver­wenden und im Zusammenhang mit der Miet­preisbildung sozial günstiger zu gestalten. Die für den allgemeinen Finanzbedarf bisher erhobene Hauszinssteuer ist durch eine Besteuerung des reinen Bodenwertes abzulösen."

Wirtschaft.

Don den Schlachlviehmärkten.

An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich in der Marktlage im all­gemeinen teine wesentliche Verschiebung gezeigt. Eine Kleinigkeit günstiger war der Handel für Schweine. Die Auftriebsziffern haben bei Rin­dern und Kälbern eine Zunahme erfahren, wäh­rend sie bei Schafen und Schweinen hinter denen der Vorwoche zurückgeblieben sind. Die Schweine­preise lagen wiederum schwach, und auch die No- tierungen für die übrigen Gattungen konnten sich vielfach kaum behaupten.

Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder

Kälber

Schafe <

Schweine

Berlin

20-55

35-88

35-60

68-77

Bremen

30-60

30-80

40-57

60-70

Breslau

20-52

50-70

40-56

58-73

Chemnitz

25-54

40-74

38-58

60-75

Dortmund

20-58

30-80

30-50

62-70

Dresden

25-57

30-70

35-66

55-81

Düsseldorf

2260

35-75

62-75

Elberfeld

20-56

40-72

60-70

Essen

26-61

37-105

30-52

60-71

FrankfurtM.

15-58

40-80

25-50

60-76

Hamburg

15-57

25-80

25-64

6-75

Hannover

15-56

30-85

20-60

55-70

Husum

Karlsruhe

22-58

7080

71-78

Kassel

22-56

42-68

65-76

Kiel

17-50

25-66

24-65

42-65

Köln

18-58

35-100

55-70

Leipzig

22-52

40-75

30-59

55-74

Magdeburg

17-55

30-60

20-52

55-72

Mannheim

14-58

60-84

40-44

56-74

München

22-57

62-85

.58-78

Stettin

10-52

25-82

15-50

65-74

Stuttgart

12-53

68-87

52-76

Zwickau

18-53

40-70

40-62

62-75

* D i e Deutsche Reichsbahn im März. Eine fühlbare Besserung des Güter­verkehrs war im März nicht zu erkennen. Auf den Arbeitstag umgerechnet waren im März etwa 112 000 Wagen, gegen 108 000 Wagen im Februar zu stellen, täglich also noch nicht 4 v. H. mehr. Der Versand an künstlichen Düngemitteln war im ganzen zufriedenstellend. Auffallend ist der Rück­gang im Bezug von Kali. Im befonbern stark stieg der Versand stickstoffhaltiger Düngemittel, der in erheblichem Umfange an die deutsche Landwirt­schaft abgeseht wurde. Der Versand von Kar­toffeln war wohl um mehr als 11 000 Wagen stärker als der des Vormonats, erreichte jedoch den Versand des gleichen Monats im Vorjahre bei weitem nicht. Brotgetreide, Mehl und Zucker wurden gleichfalls in größerem Umfange als im Vormonat abgeseht. Ungünstig gestaltete sich wie­derum der Kohlenabsah. Infolge des am 1. März in Kraft getretenen Handelsprovisoriums stieg der Eilgutwagenladungsverkehr aus Frankreich. Auch im März wurde dem schwachen Verkehr durch weitere Betriebseinschränkungen und sonstige Detriebsmahnahmen Rechnung getragen. Der Personenverkehr war im allgemeinen schwach. Mit Gültigkeit vom 15. März wurden stark verkürzte Lieferfristen, die im wesentlichen wieder dem Vor­kriegsstände entsprechen, eingeführt. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Gütereinteilung verschie­dene Tariferleichterungen durchgeführt. Das finanzielle Ergebnis im Februar gestaltete sich fol­gendermaßen: Gesamteinnahmen 289 358 000 Mk. Diesen stehen Gesamtausgaben in Höhe von 338154000 Mk. gegenüber. Unter ihnen figurieren 49 950 000 Mk., die als Dienst- und Reparations­schuldverschreibungen verrechnet sind.

* Erhöhung der Gütertarife im Saargebiet. Äb 1. Mai tritt im Saar­gebiet eine Erhöhung der Gütertarife um 7.5 Prozent in Kraft. Eine Erhöhung der Personen­tarife um 15 Prozent ist in Aussicht gestellt.

* Maschinen- und Armaturen­fabrik Breuer & C o., ch st a. M. Die den Buderusschen Eisenwerken, Wehlar, nahe­stehende Gesellschaft schließt 1925 nach Rm. 64 389 (i. V. 61 977) Abschreibungen mit einem Verlust von Rm. 153 004, der sich um den Gewinnvortrag 1924 von Rm. 1426 auf Rm. 151 578 vermindert. Der Verlust soll durch Her- anziehen der Umstellungsreserve von Rm. 146 565 gedeckt und die restlichen Rm. 5013 Verlust vorgetragen werden.

* D i e Junkers-Flugzeugwerke- Gesellschaft in Persien. Der mit der Junkers-Gesellschaft abgeschlossene Vertrag wurde vom persischen Parlament ratifiziert. Der Ver­trag gibt dieser Gesellschaft das Monopol auf fünf Jahre für die drei vorgesehenen Linien. Von Teheran wird demnächst ein Anschluß nach Baku und Moskau eingerichtet werden. Die Flugzeuge werden Passagiere und Waren be­fördern. Während der ersten 18 Monate ge­

währt der Staat eine Garantie von 1 Reichsmark per Kilometer. 2m Kriegsfälle werden Personal und Flugzeuge zur Verfügung des Staates ge­stellt.

Dörsenkurfe.

Srnntrurt a.'DL

Lettin

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

Schiust. flut»

Sd^uyiu Aden)» jörie

Schiust. fiur»

Schlustk jjiitlaq

Datum:

26 4.

27 4.

26. 4.

27 4

5% Deutsche Reichsanlethe

0.405

0.398

0.405

0,3975

4% Deutsche ReichSanlcihc

0,385

0,3825

3'/i% Deutsche Reich: anleihe <% Deutsche Reichsiiilciue

0,395

0.395

0,380

0,465

0.485

Deutsche Svarprainicnanleihe 4% 'preußische Konlols

0,250

0,257

0.400

0.387

0,380

4° 0 Hessen

0,430

3/a% Hessen -

3% Heuen.......

0.395

Deutsche Wertb- Dollar-Aul.

100

97

ölo- Doll. Schav-Anweimg.'!

4% Zolltürkcn ...

5% Goldmerikaner

12,15

42,75

11,75

42,75

L

Berliner Handelsgesellschaft

149.5

150,25

150*

Commerz- und Brivat-Bank

106,75

106,5

106,3*

Darmst. und Naiionalbank

!?8

127,5

126

Deutsche Bank.......

125,5

125,5

125'

Deutsche Bereinsbank ....

X7

Disconko Commandit

122,25

121,50

121'

Metallbau!.......

92

91,25

Mitteldeutsche Kreditbank

108,5

109,5

Ocsterreichischc Creditanslall

7,05

7.05

7

Wcstbank .......

Bochumer Guß.......

92

91

Buderus .........

59.9

59,5

59

Caro ...........

55

55,75

Deutsch Luxemburg ....

Gelsenkirchener Bergwerke.

93.25

96,12

94*

95'

94,25

95,36

94-

94'

Harpener Bergbau . .

108

108.36

108

Kaliwerke Aschersleben....

131

129

129'

Kaliwerk Westeregeln.....

134,5

132,25

130,5

Laurabütle ..... .

36

35,5

Obcrbcdars . ........

51

52,5

_

Phönix Bergbau ......

79,75

77,5

78

77.12'

Rheimtabl .......

93.5

91.5

92.62

91,37*

Ricbcck Montan........

94

92,5

92

Tellus Bergbau......

60,75

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd

13.3,5

131

130,5*

128.5*

132,62

129.75

129,5*

127,5*

Cberamischc Wette AlbM . .

50

_

Zementwerk Heidelberg .

99,75

96

-

_

Pbilivv Holzmann . . .

78

<a

77,5

Anglo Cont -Guano . ...

_

Chemische Mayer Alapin . .

,

I. G. Jarbenindusrrie. 21.=©.

147,60

146,3*

147,50

146,3

Goldschmidt.........

83,05

83

83,87

82,75

Holzverkohlung.......

67,75

Rukgerswcrtc.......

80

78

80

_

Scheideanstalt .......

110

107

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

103,5

103

103,75

103,1

Bergmann .......

99

97

Mainkraftwerke........

99

98,25

Schuckert ........ .

90 5

91,5

91,37

89,75

Siemens ± Halsk ......

123,25

126

123,25

122,5

Adlcrwcrke .filetier......

57,12

58,37

58,37*

Daimler Motoren. ......

63,5

64

63,75

Heuligenstaedi........

29

Meguin.........

40,5

Motorenwerke Mannheim

54

Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . .

10,25

_

_

Metallgesell'chaft ftranffnrt .

Pct. Union 21.=©. . . .

107,5

86

107,5

87

Schuhiabrik Her; ...

35,1

36

Sichel . . ....

3,9

Zellstoi' Waldboi ....

128,5

127.5

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel

52,5

59,5

51.75 . 51,5

54,25

Banknoten.

26 April.

27. April.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

(Selb 1

Brief

Geld

Brie»

21mft.= lHoti

168,54

168,96

168,76

168.34

Buen.-Aires

1,693

1,697

1,707

1,730

Brss-Antw

15,115

15 j 55

15,125

15,185

Christiania.

90,67

90,98

90,61

90,83

Kopenhagen

109,86

110,14

109,78

110,06

Stockholm

112,31

112,59

112,27

112.55

Helsingfors

10,545

10,585

10,585

10,545

Italien. .

16,865

16,905

16,825

16,865

20,450

London.

20,400

20,452

20,398

Neuvork .

-

Parts. . .

14,09

14,13

13,985

14,025

Schwei; .

81,02

81,22

81,205

81,005

Spanien

60,44

60,60

60,43

60,27

Japan .

1,983

1,987

1,991

1.987

Rio de Jan

0,599

0.601

0.591

0.581

Wien tn D-- Ceft. abgcst

59,18

59,32

59,305

59,165

Prag .

12,417

12,457

12,46

12,42

Belgrad . .

7,385

7,405

7,41

7.39

Budapest.

5,865

5,885

5,875

5,855

Bulgarien

3,045

3,055

3,06

3.05

Lissabon

21,395

21,445

21 405

21,355

Dan;ig. .

80.91

81,11

81,17

80.87

Konst mttn.

2,163

2,173

2.20

2,19

Alben

5,24

5,26

5,31

5,29

Kanada. .

4,20

4,21

4,209

4,199

Uruguay

4,33

4.34

4.34

4,33

Berlin, 26 April

Geld

Briet

Amerikanische Note».....

4,185

4,205

Belgische Noten .......

15,04

15,12

Dänische Noten . .......

109,58

110,12

Englische Noten........

20,36t

20,464

Franzöiische Noten......

Holländische Noten .....

14,09

168,13

14,17

168.97

Italienische Noten......

16,845

16,925

Norwegische Noten ......

90,47

90,93

Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen

59,045

59,345

Rumänische Noten......

Schwedische Noten .....

111,90

112,55

Schwerer Noten......

80,99

81,30

Spanische Noten ......

60,45

60,75

Tschechoslowakische Noten . .

12,40

12,46

Ungarische Noten . . ...

5 83

5,87

Berliner Börse.

Berlin, 27. April. Die. Effektenmärkte lagen bei Beginn der heutigen Börse genau so oerödet wie bisher. Die gestern erwähnten Motioe wirkten sich weiter auf das Geschäft aus, das völlig ft a g n i e r t e. Die Spekulation zeigte bei Beginn Nealifationsneigung, so daß das K u r s n i v e a u weiter abbröckelte. Die ersten Notierungen lagen 1 bis 2 Prozent, bei S ch i f f a h r t a k t i'e n bis 3 Prozent und bei einigen besonderen Papieren bis 4 Prozent unter den letzten Schlußkurfen. Im Berlaufe der ersten Stunde setzte dann überraschend eine lebhafte^ Kaufbewegung für Elektro- aktien ein. Siemens & Halske tonnten innerhalb weniger Minuten von 122,5 auf 127 Prozent an- ziehen. Diese Bewegung wirkte befruchtend auf die übrigen Märkte, die später allgemein freundlicher lagen. Die Gesamttendenz konnte sich somit im Ber­laufe nach luftloser und schwacher Eröffnung e r - holen. Die günstigere Grundauffassung fand eine Stütze in der ungemein flüssigen Lage des Geldmarktes und der Stabilität des Frankenkurses. Tagesgeld war trotz des heranrückenden Ultimos zu 3 bis 4,5 Prozent und darunter reichlich angeboten. Die Erwartungen hin­sichtlich einer nach dem Ultimo bevorstehenden Reichsbankdiskontermäßigung fanden damit neue

Nahrung. Die Herabsetzung der Bankpro­visionssätze für Rentenwerte konnte die Umsatztätigkeit am Pfandbriefmarkte nicht beleben. Im Devisenverkehrlag Brüssel gegen London mit 134,40 erheblich befestigt. Paris be­hauptete seinen Stand mit 145,25 gegen London. Der Lirekurs neigte dagegen nach unten.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 27. April. Tendenz: schwächer. Die Börse stand auch heute im Zeichen großer Geschäfts stille und mangeln­der Unternehmungslust. Anregungen lagen nicht vor. Selbst die Bekanntgabe des deutsch-russischen Vertrages, der einen befriedi­genden Eindruck hinterließ, konnte keinen Ein­fluß auf die pessimistische Stimmung gewinnen. Die Spekulation, die infolge der wenig günstigen innenpolittschen Lage, die sich durch die in Re­gensburg gehaltene Rede des bayerischen Mini­sterpräsidenten Dr. Held noch verwickelter ge­stalten dürfte, sehr vorsichtig disponierte, ver­schärfte dadurch die Zurückhaltung. sodaß die Realisationen bei der vorherrschenden Ver­stimmung ihren kursdrückenden Fort­gang nahmen. Die StiUe des Geschäftes konnte aber größere Rückschläge verhindern, und die Verluste gingen zumeist über 1 Prozent nicht hinaus. Am Montanmarkt waren Deutsch- Lux. um 1 Prozent gebessert, während alle übrigen Werte dieser Gruppe Thre rück­läufige Bewegung fortsetztcn. Am Marnie« markt gingen I. G. Farbenindustrie um 1,5 Proz. zurück. Schärfer gedrückt waren Scheideanstalt minus 3 Proz., Holzverkohlung minus 2,25 Proz. und Rütgerswerke minus 2 Proz. Am e k t vo­rn a r k t waren Schuckert um 1 Pro;, und Sie­mens & Halske bei lebhafteren Umsätzen um 2,75 Proz. gesteigert. Bankaktien lagen ver­nachlässigt und wenig verändert. Einem neuen Druck unterlagen Schiffahrtsaktien, von denen Hapag 2 Proz. und Rordd. Lloyd 1 Proz. einb üßten. Von A u t o a k t i e n wurden Neckar­sulmer mäßig schwächer. Von Dauaktien waren Zement Heidelberg angeboten und hatten einen Kursverlust von 3,75 Proz .zu verzeichnen. Auch Maschinenaktien lagen erheblich schwächer. Karlsruher minus 3 Proz. Zucker- a f t i en tendierten weiter nachgebend. Ba­discher Zucker minus 1,5 Prozent, Fran- lenthalzucker minus 0,75 Proz. Deutsche Renten schlossen sich der Abwärts­bewegung an. Kriegsanleihe eröffneten mit 0,398, konnten sich aber später auf 0,405 heben. Von ausländischen Renten tonn len sich Türken nach anfänglichen Rückgängen etwas befestigen. Der Freiverkehr war geschästslos. Becker­stahl 40 Prozent, Beckerkohle 52 Prozent, Benz 65 Prozent, Brown-Boveri 75 Prozent, Entre­prise 10 Prozent, Growag 55 Prozent, Ufa 51 Prozent, Unterfranken 76 Prozent. Der weitere Verlauf wurde etwas freundlicher. Unter Füh­rung von Elektroaktien fehlen sich leichte Kursbesserungen durch, so daß die Ein­bußen zum großen Teil wieder aufgeholt werden konnten. 2. G. Farben waren um 1 Prozent befestigt. Das Geschäft blieb aber allgemein klein. Am Geldmarkt ist die Lage wieder etwas leichter geworden. Der Satz für Lagesgeld konnte auf 4,5 Prozent ermäßigt werden. Monats­geld 5,25 bis 6,5 Prozent. Privatdiskonten 4.5 bis 4,75 Prozent. Jndustrieakzepte 5,5 bis 5,75 Prozent. Im Devisenhandel war Brüssel geen London gut befestigt. Die Pfundparität ging auf 133,25 zurück. Paris lag behauptet mit 145,25 gegen London. Mark und Pfund sind unverändert fest.

raEurtcr Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 27. April. Es wurden no tiert: Weizen, Wetterauer, 30 dis 30,50 Mark: Roggen, inländischer, 20; Sommergerste für Brau­zwecke 22,75 bis 24,75; Hafer, inländischer, 23,25 bis 24; Mais (gelb) 18,50 bis 19; Weizenmehl, in­ländisches (Spezial 0) 42,25 bis 42,75; Roggenmehl 29 bis 29,50; Weizenkleie 10 bis 10,25; Roggenkleie 11,25 bis 11,50 Mark. Tendenz: ruhig.

Wettervoraussage.

Noch unbeständig mit Niederschlagsneigung, mäßig warm.

Der vom Mittelmeer bis ins Kanalgebiet vor- gedrungene Wirbel verliert an Energie, doch macht sich sein Einfluß auch morgen noch durch weiteres Zuströmen von ozeanischer Lust geltend.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 13,8 Grad Celsius. Minimum: 7,3 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 8,7 Grad Celsius.

Büchertisch.

Das 4. Heft derSeen e sOester­held & Co.. Verlag. Berlin) bringt aus der Feder Wilhelm RussosEin Wort zum 100. Geburts­tage des Theaterherzogs Georg II. Theodor Lücke schlägt ein zeitgemäßes ThemaGedanken der Revue" an, (mit Zeichnungen von Benno v. Arent). Dazu sprechen wieder Felix Braun, Klabund, Alfons Paquet und Sil-Vara über ihre neuen Bühnenwerke, Glossen. Bücherbespre­chungen und dieTheaterrundschau", ferner ein Regieplan der im Berliner Staatlichen Schau­spielhause aufgeführten KomödieDuell am Lido" von Hans 2. Rehfisch runden das Heft ab.

In der Gesamtausgabe der Werke ©mit Zolas. die der Münchener Verlag Kurt Wolff in schneller Folge veranstaltet, liegen uns neben dem großen Familienroman Rougon-Macquark drei weitere kurze Romane vor. Therese Ra- quin. die Geschichte freier Menschen, die durch Leidenschaft zum Verbrechen getrieben werden, deren Opfer sie aber nicht ruhen läßt, bis sie selbst ihre Sühne suchen. Der andere Roman, Ein Vermächtnis, ist die Geschichte eines jungen Mannes, der liebt und sein Leben lang leidet für seine Liebe und für sie stirbt im reifen Mannesalter, immer noch mit dem Herzen eines keusch liebenden Jünglings. Claudes Beichte schließlich, eine Geschichte aus der Atmosphäre des Quartier Latin, ein junger Mensch, der vielleicht ein Dichter hätte werden können, verliebt sich in eine Dirne, versklavt an Leib und Seele und geht wissend zugrunde. 2