Einzelbild herunterladen

gangen. In manchen Orten sind Feine Arbeits­losen mehr vorhanden; sie haben lohnende Beschäf­tigung und hoffentlich auch dauernde Beschäftigung in diesem Werk gefunden.

br. D a u b r i n g e n.. April, ©eitern nach­mittag hielt in der Wirtschaft Weimer der hrsioe Spar- und Vorfchußverein ferne die-, jährige Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht, den der Direktor der Kasse. Herr Albach. erstattete, sei folgendes erwähnt: Die Mitglieder zahl beträgt zur Zeit 163. im letzten Iahr kamen neu hinzu 17. Sämtliche Kre­ditgesuche 61 an der Zahl, im Betrage von 18 .23 Mt. konnten gewährt werden. Der Gesamt-- Umsatz betrug in Einnahme 89 153 Mi. und in Abgabe' 58151 Mi. Die Jahresbilanz schließt mit einer Aliiva von 32 103 Ml. und einer Po-'iva von 31 753 Mk.. so daß sich ein Rein- gewinn von 350 Ml. ergibt. Der Zuwachs von Dfcateinhq n b> trug im Berichtsjahr 6457 Ml., wovon cm Ute im Mai oor-t n Jahres errichtete Schulspartasse ollem 693 Mk fallen. Di- rc-tor Alvoch skrach den Lehrern für ihre ure * :.nützige Tätigteii f>e;. der Schulsporkafse den int der Grnossenlchaft aus. Zur Hebung der epnrtätigfett sollen die Neugebo­rene der Mitglieder c*n Sparkassen­buch mit einer Sta nmrmlage von 1 Mk. erhalten. 2Ivi d H eingeführte S p a r m a r k e n s y st e m wurde noch einmal hingewiesen und zum regen Schraub) a v c;.?röert. Im selben Lokale hielt auch d.r G w e r bev e re i n Lollar und 1! inner. : n b ein? itnrf besuchte B:rs..mmlunq ab. i.t der der StzndÜnA der Handwerkskammer- Neöenüel'e G:n. Herr Rohr, über gewea-b- licke l'.uchs* nq 2b'ucr* ragen und fonstlges 11",- mc'T- iür den Ge.verbeire:b7nd' ' sprach.

x Slrt'ii Arievberst

sl. Friedberg, 25. April. Die verflof- sene Reichsaesundheitswoche ist natür­lich auch in hiesiger Stadt in entsprechender Weife bcangen torrben. Aus dem Dortrage, denMeöi- jinnfr/rt Dr. CH c 1 über dieHygiene des täglichen Lebens" hielt, formte man die sehr beifällig ausgenommene Mitteilung entnehmen, daß a ch in hiesiger Qtabt b i e Errichtung eines Luft- und Sonnenbades geplant ist Für dir Schüler der oberen Klassen der ßiCjycn Lehranstalten sprach Kreisschularzt Dr. B a k s ? r über dos gleiche Thema. Einen schönen Ab'Hluh brachten die Veranstaltungen der T u r n g e m e i n n e am Samstagabend unter gro­ßer Beteiligung der Bevölkerung. Zuerst fand vom M'i'.nzertortveg bis zur Burg ein Stafet­te n \ a n f statt, an dem sich auch die übrigen hicsinen Sportvereine beteiligten. 3n der Jugend- stalfel aing als erste die Turngrmrind-r durchs Ziel. Dann folgte der B s. B. «Verein für C&> weg rngsspicle): bei der Turn staffel siegte die Schudo. dann folgten nach der Reihe der V. f. D., die T icngem: i.tße und die Amvauschule. Hier­auf rik »en i n Lr u'fchritt die verschiedenen Al- tersgru Pen der Turngeineinde von dem Krieger­denkmale bis zur Burg heran und, gaben in Lauf- und Freiübungen Beweise dafür, in wel­cher Art die verschiedenen MuSkelpartien des Körpers ausgebildet werden. Zum Schlüsse er- griit der rfitzende des Ausschußes. Rektor Koch, das Wort, um in einer Ansprache den Wert k - Gesundheit für die Größe und Stärke imkrc« Vaterlandes zu preisen. Der gemeinsame Gesang des LiedesIch hab' mich ergeben" bil­dete den Ausllang.

** Gamda ch, 26. April. Die Durch- s a h r t s st r a ß e durch unteren Ort wurde von der ..Schonen Aussicht" bis zum Rordausgang dcö Dorfes nach Holzheim eingedeckt und gewalzt. Die Arbeiten wurden jetzt beendet. Die vom Ge­meinderat beschlossene Chaussierung der von der Gart en st raße nach der Sicher Straße führen» cn M i t t e l st r a ß e ist ebenfalls beendet, too- . utji) unsere Gemeinde um eine schöne, breite Straße betc: y e.t wurde. Die Arbeit wurde als R o t st a n d s a r b e i t von den Erwerbslosen au2ge,ührt. Die zur Herstellung des Unter- prundes benötigten <S:eine wurden im Gemeinde­steinbruch ebensal.s von den Erwerbslosen ge­brochen. Gleichzeitig wurde die Ausbesserung von Waldwegen als Rotstandsarbeiten ausge­führt. 3n unserer Gemeinde befinden sich gegenwärtig noch ca. 4 0 Rotstandsarbei- t er und ca. 20 Erwerbslose. In seiner jüng­sten Sitzung beschloß der Gemeinderat die Chaussierung bes Sandkautenweges und die Instandsetzung des Oetbrun- n e n s. Beide Arbeiten sollen als Rotstands­

Das lachende Haus.

Roman von Sophie K l o e r ß.

3 Fortsetzung Nachdruck verboten

'Also mußte Herr Stessen heran und tat es nicht ungern. Und wie er aus der Türöffnung heraus­war. wurde Kristian Polematz sichtbar, der hinier ihm gestanden und schweigend Thora mit den Äugen verschlungen Halle. Nun sah man ihn in seiner vollen Rundlichkeit, mit dem gar nicht zur Gestalt passenden langen Pferdegesicht, und er fragte unsicher:Soll ich auch korken, Thora?" Denn ifis Nachbarssohn hatte er sich bis in die Zwanzig hinein das Duzrecht bewahrt.

Um Gottes willen nicht. Du trinkst doch jede Flasche erst halb leer. Gibt es bei euch nichts in der Wirtschaft zu tun?"

Ich kam herüber wegen der Pölke. Unsere Iungfchweine find in diesem Jahre nicht zu brauchen."

..So wie ihr auch füttert. Sei nur still, ich weiß Bescheid. Derkaufen Sie ihm keine, Herr Steffen! Die Polematzens sind Tierquäler."

Du willst mich wieder ärgern", sagte das Schaukelpferd. ,Liber der Tag ist zu schön, ich ärger mich nicht. Bei Grün streicht man die Bänke im Garten und scheuert die Tische. Sonntag ist da großes Konzert mit nachfolgendem Tanz. Willst du irir den ersten Boston geben?"

Du weißt, daß wir nicht bei Grön tanzen."

Es ist nur gute Gesellschaft da. (Eintritt zwei Mark."

Wer singt denn?"

Der lange Heider antwortete für ihn.Mim- nergesanaoer^in Halbe Lunge' aus Eckernförde. Durchzieht das ganze Holstenland, feine Kunst zu zeigen."

Was fingen sie?" .

Was sie immer singen. Sie fragen den schönen Wald, wer ihn gebaut hot, und schmettern es in die Gegend, daß der liebe Gott nach seiner Weise ganz leise durch den Wald geht. Tante, hast du keine Gläser? Wir müssen mal proben. Der Apfelwein sieht so aus, als hatte er fein Recht nicht."

arbeiten ausgeführt trerben. Die Instandsetzung deS Asterweges wurde aus Mangel an Mitteln nochmals zurückgestellt

Ai reis Biidi.igen.

Büdingen. 26. April. Der Derwak - tungsgerichtshof verhandelte in feiner letzten Schung in der Klage ö:s Georg H i l b° ner in Cbü^iivgen wegen der Besetzung der Stelle des Gemeinderechners in Büdingen. Hildner hatte bei der Wahl 7 Summen er­halten, fein Gegner Berges 6 Stimmen. Die Dahl war vom Züzgertn: er für ungülr.g er­klärt worden, wsil die Abstimmungen nicht gr- trenn: vorgenommen waren. Auch eine Reu­wahl führte zu Beanstandungen. Der Verwal- tuugsger:chtshof beschloß, zu einem späteren Zeit- Punkt fein -urteil befar-atstigeben.

?" Nidd a, 26. April. Die H i mm ost sboch sehe H v k z i n d u st r i c, die noch vor Monatsfrist kür­zere und längere Arbeitspausen eh:!egen mth te, ist augenblicklich g u t beschäftigt. Das Ein hallen bcstimmler Lieferfristen macht sogar Ueberfr.mben und die Einlegung einer Nachtschicht notwendig. Die günstigere Geschäftslage hat eine gehobener? Stim­mung unter der Arbeit, uchost ausgeköst wenn auch durchaus nicht verkannt wird, daß sich die Arbeit? Verhältnisse bis zum Ende des Jahres nicht über sehen lassen.

bs. Ridda. 25. April. Hier fand cm: außerordeMlicl>e Ber : . c f e r b e r f a m m I u n g b c e Sängerbundes Mittlere - Riddatal" unter dem Vorsitz von Lehre. L e p tz - Geiß-Ridda statt. Es galt, die ky-.i Borbereitu g n für das R e f o k,n w e i t! i n ge-t zu treffen, das am. Mai in Dad-Salzi a »en abgehalten wird. Als Wertungsrichter sind be­stellt Lehrer Blaß von Großen-Linden und Kantor Samper aus Sar.niMDl. Jeder der elf Dundesoereine singt zwei Chöre in d.r durch das Los bestimmten Rechenfolge. als Ausweis seiner Leistung erhält jeher Verein eine von Gcwerbeschulreltor D i 11 - Riööa entn orfere, künstlerisch gestaltete (Sfjrentafel. Llachmittags gibt der Bund ein Konzert im Kurfaal.

Krcis 'Alsfeld.

p Alsfeld, 26. Avril. Am Samstag fand im kleinen Saale des HotelsDeutsches Haus" eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Alsfeld unter dem Vorsitz vom Bür­germeister Neeo - Nieder-Lhmen statt, zu der auch die Vertreter des Kreisamtes Alsfeld erschienen waren. 'An die Verhandlungen schloß sich ein ge­meinschaftliches Mittagessen an. Am Samstag­abend fand im großen Saale desDeutschen Hauses" eine Abendunterhaltung zu Ehren der Schlitzer Sänger, desHarmonischen Kränz­chen" von Schlitz, statt, welche von dem hiesigen GesangvereinHarmonie" eingeladen waren. An dem Gefanhskonzert wirkten außer den beiden genannten Vereinen auch der Gesangverein Altenburg unter Leitung von Lehrer Zoll, Als­feld, mit, dessen geschickt ausgewähUe und mit vor­züglicher Schulung oorgetrajjenen Chöre ganz be­sonderen Verfall fanden. Cm vom Gesangverein Harmonie" geschickt zusammengestelltes Haus­orchester trug zur Abwechslung des Abends bei. An das Konzert schloß sich ein Tanz an. Am Sonntag fand ein gemeinsamerAusflug der Sänger nach dem benachbarten Altenburg statt.

ck. Aurdem Ohmtal, 26. April. Infolge der günstigen Witterung ist die Feldbestellung flott von statten gegangen. Hafer und Gerste stehen gut, die Kartoffeln sind beinahe gesteckt. Auch in den Gärten stehen Pflanzen und Gemüse üvpig. Die ört­lichen Genossenschaften haben in diesem Frühjahr große Mengen künstliche Düngemittel bezogen, wo­von die Landwirte ausgiebigen Gebrauch machen, ein Zeichen dafür, daß unsere Landwirtschaft vor­wärts strebt und aus dem Boden herausholen will, was herauszuholen ist. In der hiesigen Gegend klagt man sehr über hohe Ferkelpreise. Ein Ferkel von 7 bis 8 Wochen kostet 40 bis 44 Mk., ein 9 bis 10 Wochen altes 45 Dis 52 Mk. Wo bei derartigen Preisen noch der Aufzucht und der Mästung noch ein Nutzen Herkommen soll, ist un­erklärlich. Es wäre angebracht, wenn die Staufer durch Selbstbesinnung beim Bieten auf eine Senkung der Anschaffungspreise hinwirkten.

Kreis LanLcrbach.

fl. Lauterbach, 26. April. Im Rahmen der Reichsgesundheitswoche fand hier im Konsirmandensaal eine Ausstellung statt, in der vor allem an Hand von statistischem Material auf die Gesah en von Alkohol und

Gott bewahre. Junge, der Wein ist tadellos. Aber Mamsell kann gern Gläser holen."

Sie probten, und er war wirklich tadellos, und dann versuchten sie den Kirschwein und den aus Brombeeren, der wie Muskateller schmecken sollte, und den duftenden Hagebutten wein, der mit Malagahefe bereitet war, und das Schaukelpferd bekam einen regelrechten Sckpoips und lachte bei jedem Wort ohne allen Grund, bis Heider Steffen es hinausschaukelte und auf bett Weg nach feinem Hof dirigierte.

Thora hatte nur ein wenig vom Hagebutten­wein getrunken, sie -wußte, wie gefährlich solch Proben war; trotzdem spürte sie die prickelnden Geisterchen in ihrem Blut, denn die ganze Keller­luft war voll von ihnen, und sie drangen mit jedem Atemzug als feiner Dunst und Duft in ihre Sinne. Als sie bann aus bem Gewölbe heraus und in den sonnenflammenden Garten trat, schwang der Boden wie weicher Moorgrund unter ihren Sohlen, die Tulpen hatten eine wunderliche Neigung, sich zu verdoppeln, in ihr war Lachen und Singen sie mußte sich zwingen, es nicht lautwerden zu lassen und Mamsell fragte: ,,£) nee, Fräulein, is Ihnen auch so schwummerig in die Knie?"

Mir? Nein, gar nicht. Wo soll ich mich um­kleiden, Mamsell?"

Gesa! Gesa! Komm fix! Zeig, Fräulein mal das Gastzimmer, wo ihr Hanbkosser steht. Nee, was ist mir man komisch! <Jtfj hab' einen sitzen. Und ich hab' doch bloß ein Glas getrunken."

Thora ging unter energischem Zusammenreißen hinter dem Stubenmädchen her, die Treppe hinauf in das große, helle Zimmer, wo ihr kleiner Hand­koffer stand, und kleidete sich zum Mittagessen um. Man nähme es auf Gottesgabe um eins ein. Sie war schon seit früh um acht auf dem Gut und hatte das Frühstück im Keller aus der Hand gegeüen, um die Arbeit nicht zu unterbrechen. Gort fei Dank, die gewaltige Wasserkanne war bis zum Rande ge­füllt, und am Boden stand eine blitzende Nickel­wanne. Sie konnte sich das kühle Naß über die brennenden Glieder schütten, bis aller Dunst im Btlit verflogen war.

Der Schlüssel drehte sich in der Tür, die Kleider flogen zu Boden, plätschernd und spritzend rann das I Wasser über den jungen Körper nieder. Und von | draußen flog der Wind vom Strom he qend

Tuberkulose einerseits, den hohen Rährwert der TT\.; andrsrleiis hinge^iesen u>ur?e Guter- effojrt ar cu<< eine kleine Aushebung von

Weiten lzv. Früchlläften. Aw veranftalte.c der Aus'2. uh zur <er Re.ck-sgefund. cits ochc einen 3 u f 11 ä r u n q £ a b e n ö, der a s tc eL . e e den an-. Ll.o. sprach

? voL Dr. Huntemülc r, C c> e - Die Vor- trä jc '.aren umrahmt von urnerikien unb .-ihn» vor ühru-.-gcn. 3m Leus« der Versio fei en Docke trar in sämtlichen Sck'.iien des >.rc le5 fcic erste S.unde dem Ges-ndheitsunterrrcht gc- widmet.

Preußen.

IS ne tnnxika *c Llttdirt.koi im iskotl in ßfrantfnr .

WSR. (üranlurt a. M. 26. Apr I. 6 n: m e f i t a n i f 1, e 6 t u b i e n f o m : i | i on, d e vorgestern ter öka.'t Köln einen Besuch ab* gestattet unb am Sonntag ein« Rheimayrt unter­nommen halte, ist hi'r cingefroffen. Sie zählt 34 '9cr;DrtCit Bormittags unternahm lie eine Besichtigung bet Sc:.?nro.iri>iqteitcn ber Stadt, mir aqs wurde sie im 3p:tct durch Oberbürger­meister Dr. £? a n b m o n n begrüß Atenb < waren, die Herren C-äste der Industrie- und Hanbelökammer Franisurt a. M. -Hanau, des Zer.tralr-'rbandee. üe. ?utid',?n Tresthandels unb der Bere-nigung ster f . r-r.'?rnrcr von Frank­furt a. M..mb Umgebung.

Kreis W^'rkar.

!f M ii n ch h o l z h a u s e n. 26. April. Der Hiesige Männer gefan a vereinCon­cordia" feiert am 3D. und 21. Mai feii 2 5- jähriges Stiftungsfest. Gr wurde im Jahre 1931 von unserem Hnn.ptlsörsr K u 11 gegründet. Dirigent des Beecins ist Lehrer Jung von hier.

<> Dornholzhausen, £6. April. Die dem Bauunter.rehmer Schäfer von hier über­tragene Teilnrbsil an dem Ausbau des B er­st i^ndunasweges von hier nach Lang- Göns, über die bereits imG eheuer Anzeiger" berichtet wurde, besteh! in rund 1000 Kn.büme'.er Erdbewegung i:nb 1030 Quadratmeter Chaussie­rung. Die Straße wird eine Gesamtstreite von 9,70 Meter erhalten; davon entfallen auf die Fahrbahn 4,50 Meter, auf die beiberfeifgen Bankette und Graste r je 1 Meter bzw. 1,60 Meter. Die Tleberbrückung des Mühlgrabens der Schäfer- schen Blkühle wird durch einen Doppel-Platten- kanal hergesleklt, den die Firma Sack und I u g b a r d t zu Gießen liefert. Die Arbeit um­faßt die Strecke von der Gemarkungsgrenze bis zu den beabsichtigten Kleebrchdurchstichen; sie ist bereits in Angriff genommen.

<> Oberkleen, 25. April. Der hiesige TurnvereinFrischauf" hat bisher seine turnerischen Tlebungen in einem Saale der Gast­wirtschaft Reuter abgehalten. Da sich dieser Saal immer mehr als zu klein erweist und auch für Turnzwecke wenig geeignet ist, hat sich der Verein entschlossen, ein eigenes Heim zu schaffen, es soll entweder eine Baracke aus dem geräumten Dcsatzungsgebiet gekauft oder, wenn dies nicht gelingt, eine neue Turnhalle erbaut werden. Zur Aufbringmig der erforderlichen Mittel beab­sichtigt der Verein im Oktober eine Wertlotterie zu veranstalten. Es sollen 10 000 Lose zum Preise von je 1 Mk. ausgegeben werden. Die Zahl der Gewinne soll über 300 betragen, mit einem Gesamtwerte von 3000 Mk. Als 1. Hauptgewinn ist ein Motorrad, 4 P. S. stark, im Werte von 1250 Mk. vorgesehen. Den 2. Hauptgewinn stellt ehre Kücheneinrichtunb dar. Die weiteren Ge­winne bestehen aus einem Fahrrad, einer Rah- maschine, sowie aus Möbel» und Hausstaltungs- gegcnständen. Der Reinertrag wird fief) bei voll­ständigem Absatz der Lose auf rd. 3000 Mk. be­laufen. Die restliche Summe der Baukosten ge­denkt der Verein mit Hilfe der Gemeinde aufzu­bringen. Dos Bestreben des Vereins, sich ein eigenes Heim zu gründen, ist im Interesse des Turnens und der Iugeiibpslege sehr zu begrüßen. Der Verein gehört dem Sübwestdrutschen Sutncr» stund und innerhalb desselben dem Gau Wet­terau an.

s. R i e d e r k l e e n, 25. April. Am Sams­tag abend ludeii unsere hiesigen Mandolinen­spieler zu einem Lichtbilderabend ein, den ein Herr aus Gießen über das Thema »I» IlliMWH ........IMIIIIU 1 limin .^rillll-BMMWIHT

als lauter gesunde Kraft in bas Fenster, kühlte bad erhitzte Blut, drang in die heißen Lungen und war ein besserer Trank für das Kind dieser sonni­gen, stürmischen Weite als der bejte Wein.

Ihre Augen gingen hinaus. Nichts zu sehen vom Garten. Nur an der Parlmauer ein paar grüne Wipfel. Weit hinaus junggrünes Land. Auf der leichten Bodenwelle, eine Viertelstunde entfernt,bas lachenbe Haus" unter seinen alten Kastanien, unb bahinter im Grunbe bie stolze Eiste.

Du Heimat! Du geliebte, mißhanbelte Heimat, wie schön bist bu trotz allem! Wie weit, wie herr­lich in beiner immer neuen Krast! Wart' es nur ab, wir, bie Jungen, bie Starken, wir heben bich wieber auf ben Thron, ber bir gebührt!

Sie flocht bie dicken Zöpfe und lächslte über ihr viel geschmähtes Rot.Deutsches Gold". Und wenn sie das andre nahmen, das gemünzte und ge­prägte, dies Gold, das Zeichen alten, echten Ger­manentums, bas sollten sie wohl im Lanbe lassen. Rasse!" sagte sie, wenn man sie neckte mit ihrer Feuermähne. ,Hhr wäret froh brum, wenn ihr sie hättet."

Das Wirtschaflskleib würbe m ben Koffer ge­packt, bas lichtgraue Tuchkleib, bas Staalsstuck seit zwei Jahren, übergeftreifl, unb dann die Treppe hin­unter zur Terrasse, wo der Tisch unter dem Sonnen­dach gedeckt war.

Gerade schlug der Diener auf den Gong, und von der Bidlioihek her schob Heider Steffen Herrn von Brockdorf im Rollstuhl heran. Seit zehn Jahren konnte der ohne Hilfe keinen Schritt mehr gehen. Sein Gesicht wurde froh, als er Thora erblickte. Sie hatte einen großen Stein bei ihm im Brett.

Es muß Not in unserer Wirtschaft sein, scheint mir, wenn man eins ber Bunsenmäbchen sehen will. Wie geht's, Thora? Alles bei Ihnen gefunb? Sie finb wie ein Jugendtrank für einen alten Mann." Er roanbte ben Kopf zum Zirner zurück.Aribert bitte. Thora, barf ich Ihnen meinen Neffen vor» stellen? Aribert von Brockborh Fräulein Bunsen. Sie haben ben Namen schon bet uns gehört."

Thoras innerer Menich schob beide Hände vor sich, den Neuling abzuweisen. Obgleich der Herr nichts weniger als unschön ober gewöhnlich war. Ein schlanker Aristokrat von bem Typus jener Her­renmenschen, bie alles, was nicht alten Namen trägt, als Plebs anfehen, und wenn sie sich ihrer guten

.Scsiöne Städte und Landschaften In Deutschland" hiesi. Unratnu wurde dec Vortrag durch Musik- vvrtrag« ber Mandolinenspieler.

Li»erlal,nkrers.

ü Gräoeneck a. d. Lastn. 26. April. Das durch den Frost stark gedrückte srifche Grün in de i Getreide- und Kleefeldern bat sich nach dem Regen der Ic .tea Tage schön erholt. Unsere 23. . ">:r sind jetzt schon qr.inct. als sonst anf g5 M i Die Oststba. nl« stehen in herrlicher Bl' tenpracht und verspreche, r.ir S t.".

O Löhnberg a. d. Lahn. 20. April. Das benachbarte Selters crlcbie gestern einen Tag, ber sitz' rllch lang anhaltende unb anregende Spuren hinter! dien wird. Die Gemeind» hatte sich ginntet, ihren im Weltkrieg gefallenen Helden ein Ehrenmal zu meisten. Schon lange vor Beginn ber Feierlichkeiten bauen sich Krieger, und Gesang, vereine ur.b zcchllo.e Zuschauer ber benachbarten Oitjchas"n zusammen'.eiunden. Unter ben gebump; t'n Kimmen eines Trauermarsches, der von der * 'JDlufi?abt.'iümg der I igendgroppe des Löhnber­ger Kriege» Vereins gespielt wurde, bewegte sich bie Ijunßerlfüpfige Menge in gefchlosfenem Zuge zum Friedhof, dcm Standort des Den1 mal», .'mer leitete die Musikabteiluna durch einen Vortrag des ? iederlänbifchen Dankgebetes die Feier ein. Der Gemischte Ehor von Selters unter der Leitung von Lehrer Hi es daselbst brachte bann in stimmimgeool'er WeiseMag auch bie Siebe mei­nen" zu G-hc-r. Anschließenb wies Lehrer H j e s bie Erschienenen in kernigen Worten darauf hin. daß ber Geilt, ber unsere gefallenen Helden beseelt habe, gerade heute wieder uns beherrschen müh?, damit mir durch Einigkeit wieder stark werden. Der Ge­mischte Chor fang daraus die tröstliche Weise:Es ist bestimmt in Gottes Rat". Anschließende Della- mationen von Schulkindern fügten sich glückl'M in ben Rahmen ber Feier ein und leiteten über zu dem MännerchorEin Krenzlcin fchroanlet im Winde", der von bem Gesangverein Ahausen un­ter Leitung von Lehrer H i e s in schöner Vollendung oorgetragen wurde. Nach weiteren Deflamc honen unb Gesangsvorträgen bes Gemischten Ehores lenkte ein gut vorgetragener Prolog bie Gebmken auf bie Vcrpflichtirngen, die uns im Hinblick auf unsere gefallenen Helben erwachsen sind. Daran ar*, schließenb hielt Pfarrer Ra b ecke, ber 19 Jahre lang als Seelsorger in Selters gewirkt unb selbst zwei hoffnungsvolle Söhne im Weltkrieg verloren hat, als letzte Rede in seiner Gemeinbe bie Weihe- rebe. In schlichter imb würdevoller Weise hob er das unsterbliche Verdienst der Gefallenen hervor mit b.-r einbringlichen Mahnung, ben »mvergeßlichen 2o*rn stets ein treues Anbenken zu bewahren zum Segen bes beiitfchen Vaterlandes Den Abschluß seiner Rede bildete die Enthüllung des DentmaM mit gleich uüi- ger Abgabe der Ehrenfalven, währ-nb sich die Fahnen zu ernstem Gruß senkten. Die Gemeinde fangIch halt' einen Kameraden". Nach weiteren Deklamationen unb Oefangsoorträgcn überpast v.-h-- rer H i e s im Auftrag bes Kriegeroercins Teii.'rs das Denkmal dem Schutz der Gemeinde, der von Bürgermeister Neu zngefagt wurde. In mengen Sätzen wies dieser bie jüngere Generation bnrauf hin, wieber zur Beherzigung bes Grundsätze.-- zu kommen:Deutschland muß leben, unb wenn mir Sterben müssen", bann mürben wir in bem Geist« ortsahren, ber unsere Gefallenen bei Ausbruch des Krieges beseelte. Nach ber allgemeinen Kronzni?tzer- legung unb einem von ber Musikkapelle geipidf-'n Choral erteilte Plärrer Stöberte den Segen -mb schloß damit bie Feier. Es muß ber kleinen Ge- meinbe Selters, insonderheit dem dortigen Kriener- verein, Lehrer Hiss unb der Gemeindeoertr-l mg mit hohem Lost zuerkannt werden, baß sie mit b: '!>*r erhebenben Feier ein Werk beenbet haben, ba Is Danksspflicht unseren gefallenen Helben ^egeniiher der jetzigen und den kommenden fflenergtionen ein steter Mahner sein wirb.

Kreis Dievenkopf.

Biedenkopf, 25. April. (WSR.s Inder Rocht brach in Günterod (Kreis Bieden'eps» fm Wirtschaftsgebäude des Landwirts 5m ost Atz mann Feuer aus, dos sofort au4 das Wohnhaus und auf ein weiteres Wirtschasir- aebäude Übergriff. Die Feuerwehr konnte 'ich lediglich auf die Eindämmung des Brandes be­schränken und konnte trotz energischen Eingreisins nicht verhindern, daß dos Wohnhaus und die beibtn Wirtschaftsgebäude volIstän - big niederbrannten. Das Viel) femme mit Ausnahme einiger Hühirer, die in den Flammen umkamen, gerettet werden. Die Llrsache drs

ErzishunA nach noch so verbindlich geben. Viel­leicht spurte das Mädchen diesen Hochmut, mehr noch aber spürte sie den ganz kurzen Blick, der sie in einer Sekunde von Kopf bis zu den Füßen über­flog. Als stände sie nackt und bloß in der scharfen Sonne, so war ihr. Das Mut stieg ihr bis zur Stirn.

Entgegen ihrer Natur blieb sie einsilbig während des Essens und nahm es eifrig an, als Heider Steffen sie nach der Mahlzeit fragte, ob sie sich die jungen Hunds ansehen wolle, den ersten Wurf seiner Schäferhündin. Im Zwinger unter der Linde am Hos ramenterte bas vergnügte Gesindel, eine Rude und drei Hündinnen, jiefte, blaffte, tu gelte sich über­einander und über die Mutter und tobte an Heider in die Höhe, als er mit kurzem Griff ein weiches, gelbliches Etwas emporhob.Wollen Sie das Tier haben, gnädiges Fräulein? Der Rüde ist schwäch­lich, aber die kleine Dina hier wird ein Prachtexem­plar, ich garantiere Ihnen dafür."

D, wie gern." Warum nennt er dich denn plötz­lich gnädiges Fräulein? dachte sie, sah Aribert von Vrockborf neben sich unb begriff. Ein schnelles be­fühl von Derbünbeisein saßte sie, sie lochte Heibrr an, wie sie ihn noch nie angelacht.Soll ich ihn haben? Gleich? Geht er mit mir?"

Schäferhunde sind nichts für Damen", faak* Brockdorf.Eine Dame sollte nur mit einem russi­schen Barsoi gehen. Der gibt ihr Folie "

Folie? Ich denke nicht an Folie. Ich habe die Schäferhunde gern. Sie sind klug und amüsant. Die Barsois sind mir zu dumm."

Aber schön. Und haben Stil. Das ist sehr viel."

Mir zu wenig. Ich nehm' die kleine Dina. Komm her, Heine Dina! Magst du mich leiden' Wollen wir Freunde werden? Soll ich dich noch Hause fragen?"

Den Köter tragen?" Dies kleine, infame Lächeln in den schmalen Aristokratenzügen.Der Diener wird sich eine Ehre daraus machen. Ihnen das Vieh hin- überzubringen."

..Ich auch", faate Heider.Die Dina geht noch nicht mit, roenn bte Mutter nicht dabei Ist. Darf ich Sie begleiten, gnädiges Fräulein?"

Wenn ich Ihnen Ihre Zeit nicht stehle."

(Fortsetzung folgt)

»[freien Zreitaaaöenö Dura>sührung gut 6e'uayen io5ioe.un e.