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deutschen Ländern in trieben wird. Wenn bereit erklärt, könnte ändcrung verzichten.

Abg. Dr. Best

Aus aller Wett.

Gesandter Pfeiffer schwer erkrankt.

die Regierung sich dazu man auf eine Gesetzes -

stimmt dem Antrag zu,

Zum haushalt dec allgemeinen Ainauzverwaltung berichtet Abg. Keil <Soz.) übe- die Ausschuß- Verhandlungen. Der Ausschuß hat u. a. den Titel zur Förderung von Anstaltenund Einrichtungen der privaten Wohl- fahrtspflege von 2V« Millionen auf sechs Millionen Reichsmark erhöht.

Abg. Lllihka (3) befürwortet eine Ent­schließung, betreffend Einleitung einer schnellen Hilfsaktion für die aus den abgetrennten Ge­bieten Verdrängten. Das bisherige Ent­schädigungsverfahren sei unzureichend. Die be­treffenden Leute wollten keine Geschenke, son­dern die Möglichkeit haben, sich wieder eine Existenz aufzurichten.

Abg. Dr. Philipp (Dntt.) unterstützt die Anregungen des Vorredners und bringt die Frage der Aufwertung von Gemeindeon­leihen zur Sprache Der Redner befürwortet den Antrag der Deutschnationalen auf beschleu­nigte Vorlegung einer Rovelle zum Anleiheab­lösungsgesetz. Weiter soll der 'Finanzminister im Wege der Verordnung ermächtigt werden, die Grenzen der Allbesitzer in gewissen Fällen zu erweitern.

Abg. Wunderlich (Dtsch.Vp.) erklärt sich zugleich int Ramen des Zentrums und der Baye­rischen Dolkspartei gegen den Anlciheablö- sungsantrag der Deutschnationalen. Der Antrag sei in vielen Punkten unklar. Die an der Aufwertungsgesetzgebung beteiligten Parteien würden gesetzgeberische Schritte dieser Art nur gemeinsam beraten.

Abg. v. Richthofen (Dem.) sieht in dem Antrag den Versuch der Deutschnationalen. zu verleugnen, was sic seinerzeit als Regierungs­partei getan haben. Der deutschnationale Antrag sei offenbar gar nicht ernst gemeint.

Abg. Dr. Philipp (Dtschntl.) betont, der Antrag erstrebe keineswegs eine Wiederaufrol­lung der Aufwertungsgesehgebung, sondern wolle nur einen Druck auf die Regierung üben zur

Abwehr der Sabotage, die von den nord- der Anleiheablösung ge-

Kunst und Wissenschaft.

Der Reichspräsident Ehrenbürger der Ans« versttät Köln

Der Reichspräsident hat an den Rek­tor der älmversttctt Köln, Prof. Dr. Stiere Somlo unter dem 24. März folgendes Schrei, den gesandt: Ew. Magmftzenz und dem Senol Antversrtat Köln danke ich von Herzen für die Ehrung, die sie mir durch die Derlei, hung der Würde eines Ehrenbürgers ihrer Äniverstlat verliehen haben, und zugleich für dre freundliche Begrüßung die sie an die Äeberretchung der Insignien dieser Würde an- mupften. Ich freue mich als nunmehriger Ehren­bürger mit der aufstrebenden Universität Köln auch persönlich verbunden zu sein und bitte Sie, meine besten Wünsche für das Blühen und Gedeihen dieser auf alter Kulturgrundlaa« ruhenden jungen Universität entgegenzunehmen. HKit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebener gez.: v. Hindenburg."

Von der Universität Jrantfurt m HMoriler der Universität Frankfurt. Pros. Dr. Mathias Gelzer hat den an ihn ergangenen Rus an die Universität Freiburg T ,-ör' Rachfolger von Geheimrat Fabricius ab gelehnt. Die planmäßige Stelle des französischen Lektors in der Philosophie schrn Fakultät ist dem bisherigen Lektor der fran- Mschen Sprache an der Universität Berlin, Dr. Millequanl, übertragen worden.

möchte in China schwer schädigte. Die neuen Mackl. Haber werden dafür sorgen, daß der Einfluß Kn(L lands auf das chinesische Wirtschaftsleben und vor allem auf die Hafenstädte wieder hergestellt wird Damit hat England einen gewaltigen Sie«,' über Sowjetrußland errungen und dem Kommunismus die Ausdehnung auf China verhin. dett. Die Machtpolitik «owjetrußlands, die vor allem auf die Stärkung seines Einflusses in Ost- asien gerichtet war, Hot völligen Schiffbruch erlitten Nachdem dieses politische Ziel der Sowjetregieruiw nicht erericht werden konnte, wird sie andere Me­thoden der Niederringung des englischen Einflusses in der Welt suchen, denn der jahrelange Bürger­krieg in Chino war nichts anderes als ein Äomvi Rußlands gegen England. Ob Moskau jetzt ver­suchen wird, das englische Weltimperium an einer anderen Stelle, vielleicht in Indien, zu beunruhi­gen und zu bedrohen, bleibt dahingestellt.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 26. März. (DDZ.) Debattelos wird . in 3. Lesung die Vorlage betreffend einheitliche

Regelung des Wohnung S gelbz uschuss es angenommen.

Hieraus wird die 2. Gtatsberatung beim

Etat des Reichspräsidenten fortgesetzt.

Abg. Kvenen (Komm.): Diejenigen, die i&re_ Hoffnungen auf Hindenburg setzten, sind enttäuscht. Die Sozialdemokraten tragen die Schuld an der Dahl Hindenburgs. Hindenburg hat ausdrücklich betont, daß er Monarchist bleibe. (Sr hat versagt in der Aufwertungsfrage und trägt mit die Verantwortung für Locarno und Genf. Angesichts deS Elends im Volke kann man sich nicht wundern über die RufeRieder mit Hindenburg!" (Pfuirufe rechts.) Auch der Redner 'chlieht mit diesem Wort. (Lebhafte Pftürufe rechts.)

Minister des Innern Dr. Külz: Mit Dank eriennt die ganze Bevölkerung bis weit in die Herrn Koenen nahestehenden Kreise an, daß Hin­denburg den Besuch im Rheinland gemacht hat. (Lärm bei den Kommunisten.) Es wäre ein be­dauerliche« Verhalten, wenn es in der deutschen Arbetterschaft Sitte werden sollte, was der Vorredner andeutet. Die deutsche Arbeiter­schaft steht viel zu hoch, als daß sie an solchem Rowdytum Geschmack finden sollte. (Lebhafter Beifall.) Für die Politik Hindenburgs trägt das Kabinett gern die Verantwortung. Es gibt nur eine Politik Hindenburgs, und die heißt: strengste und treueste Pflichiersül- lung! (Lebhafter Beifall.)

2lbg. Kvenen (Komm.).' Es bleibt dabei: Rieder mtt Hindenburg! (Stürmische Pfuirufe rechts und in der Mitte.)

^äflE>ent Loebe ruft den Abg. Kpenen 3 U « u n 9- (Lärm bei den Kommunist^.)

Der Antrag der Kommunisten auf Strei­chung des Präsidentengehalts wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Der Etat wird bewilligt.

soweit er den Inflationsgeschädigten eine Besser­stellung bringt.

Abg. Dr. Schreiber (Zentr.) verlangt in einer Entschließung eine beschleunigte Regelung der Fälle, in denen die Entschädigung für die im Kriege abgelieferten Kirchenglocken noch nicht gewährt worden ist.

Der Etat wird unter Ablehnung der dazu gestellten Anträge nach den Ausschußvor- schlägen angenommen.

Bei der dann folgenden zweiten Bera­tung des Etatgesetzes für 1926 werden verschiedene auf Desoldungsfragen bezügliche An­träge abgelehnt. Andere Anträge gehen an den Ausschuß für Beamtenfragen. Das Gesetz wird angenommen. Damit ist die gesamte zweite Le­sung des Etats beendet.

In zweiter und dritter 'Beratung wird dann eine Rovelle zum Gesetz über Einstellung des Personalabbaues angenommen. Da­mit wird der bisherige Zustand der Anrechnung der Wartestandszeit als pensionsfähige Dienst­zeit bis zum 31. Iuli 1926 verlängert.

Die Trauerseier für Fehrenbach.

Am 5.30 Ähr ist nach einer Pause eine neue Sitzung anberaumt. Auf dem Platz Fehrenbachs steht ein großer Strauß weißer Lilien. Sämt­liche Mitglieder der Reichsregie­rung sind erschienen. Der Sitzungssaal ist stark beseht. AlS Präsident Loebe das Wort zu einem Rachruf für Fehrenbach nimmt, erheben sich alle Sitzungsteilnehmer von den Plätzen.

Präsident Loebe führt aus: ..Die Fahnen des Reichstages wehen halbmast. Sie verkünden, daß eines der angesehensten Mitglieder dieses Hauses seine Augen für immer geschlossen hat. Konstantin Fehrenbach, unser Präsident, unser Mitglied, hat sich zu den Großen seiner Partei versammelt. Hafer tiefstes Mitgefühl gilt rn diesem Augenblick der Zentrumssrak- tion, die in letzter Zeit so viele ihrer Besten hat opfern müssen. Aber um Fehrenbach trauert nicht allein ferne Fraktion, um i hn trauert der gan^c Reichstag, feiner gedenkt dankbar »u fein, feinem Volke zu dienen, ist feit frühester

Volk. Denn ein Mann des Volkes Iugeiw fein Ziel gewesen. In drei Iahrzehnten deutschen Parlamentslebens hat er seinen Ramen al£ Abgeordneter, Parteiführer und Präsident tief eingegraben. DaS Schicksal hat ihm' die schwersten Posten gegeben, die das deutsche -Volk überhaupt vergeben kann. Die Rachrichten von den verschiedenen Kriegsschauplätzen um-- bufierten bereits den Himmel, als er in diesem S)au£ das Erbe Kämpffs angetreten hat. Als Dann ber Riederbruch, die Umwälzung erfolgte, versuchte er, durch Einberufung des alten Reichs­tages dieser Umwälzung möglichst legale Formen zu geben Als aber sein Auge erkannte, was unabwendbar war. hat er sich fest und entschlossen x k ^den der neuen Staatsform gestellt deutschen Volke gedient auch in der teutf$en JRebubliF. Dann kamen die Tage von Versailles. Wir alle haben gesehen, wie sie ihn niederbeugten und wie das Geftihl her pbrung über das Anrecht ihn erfüllte. Aber er befielt den Mut der Verantwortung in einer Zeit, wo Verantwortung so selten war und wo ihr so wenig gedcuitt wurde. Am schwersten fiel ihm wohl das Iahr, wo er auf den Kanzler- Posten berufen wurde. In diesem Iahr ging ihm auch vorübergehend der Frohsinn und der goldene Humor verloren, der sonst sein Charak­teristikum war. Was ihm aber nicht nicht geraubt »erben konnte, war die tiefe menschliche Güte und die innere Bescheidenheit die ihn auszeichneten und mit denen er allen Menschen begegnete, und für die auch ich ihm zu tiefem Dank verpflichtet bin

dazu das Pflichtgefühl und die

Treue, die den Siebzigjährigen dann erneut an die Spitze seiner Partei führten.Ich will mich nicht niebertegen, bevor ich nicht mein Haus bestellt, meinePslicht erfüllt habe." Mit diesen Worten ist er aus diesem Haus ge­gangen Immer, wenn fein Rame hier genannt wird, werden wir ihn mit Hochachtung und Dankbarkeit nennen. Sie haben das auch zu ihrem Bekenntnis gemacht. Ich danke Ihnen!" Rach diesen Worten trat Reichskanzler Dr. Luther an den Präfidenten Löbe heran, um dem Reichstag dieTeilnahmederReichs- regierung auszudrücken.

Der Reichstag nahm dann feinv Arbeit wie- ber auf mit der dritten Beratung des Haus­haltes.

scheidenden Sätzen lautet das Schreiben des Kabi­netts von Rio:Der Völkerbund muß entschlossen noch einer immer größeren Universalität seiner Verfassung streuen. Je mehr Anhänger die Institution zählen wird, um so größer werden ihre Stärke und ihr Prestige sein. Jede Nation, mag sie groß oder klein sein, die von den Ratssitzungen von Gens fern ist, bedeutet eine Lücke. Das Ideal ist, daß sich alle Völker dort vereinen

M ?eut^e Gesandte in Wien Dr. Maximilian 45 f e t f f e r liegt an einem Herzleiden schwer '^,"?6ano darnieder. Sein Befinden gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß.

Schwerer IRotorrabuafaö.

Bei Dresden fuhr der Reisende Hellmuth Gruber aus Heidenau mit seinem Dlotorrad während der Nacht in voller Fahrt auf der Landstraße in einen Trupp junger Männer, die von einer Turnerversammlung kamen. Zwei von den Turnern waren auf ber ©teile tot, vier Tur­ner und der Motorradfahrer selbst wurden schwer verletz t. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß der Motorradfahrer oorschriftswidria auf der linken Straßenseite fuhr.

Schweres Automobilunglück.

Zwischen ßengfurt und Marktheidenfeld am Main ereignete sich an einer starken Kurve ein schweres Automobilunglück. Das Auto des Bau­meisters Ludwig aus Marktheidenfeld kam dort ins Rutschen und überschlug sich mehr­mals. Ludwig und feine Begleiterin, eine Frau Pnuli, erlitten schwere innere Verletzungen und Armbrüche. Sie mußten nach der Würzburger Klinik geschafft werden.

Durch Gase erstickt.

Am Mittwochabend wurden in dem Dorfe Asbach (Baden) gegen 10 älhr die Kalkstein- brenner Benjamin Volk und fein Sohn tot aufgefunden. Um dem schneidenden Wind aus­zuweichen, hatten sie sich auf den Rand des brennenden Kalkofens gefetzt und find anscheinend durch Gase erstickt. Als man die Toten an die Luft brachte, begannen die Körper au brennen, so daß die Anwesenden kaum in der Lage waren, das völlige Verkohlen der Leichen zu hindern.

voll einem angefchossenen Keiler schwer verlehl.

Auf einer Schwarzwildjagd in der Nähe des Ortes >) a l s b a ch im Spessart schoß der Jagdaus- eher Walpe einen starken Keiler an. Leicht verletzt griff der Keiler den Schützen an und brachte ihm derart schwere Verletzungen bei, daß der Zustand des schlitzen als hoffnungslos bezeichnet wird.

Der hungerkünftler Iolly.

Der ^Berliner Hungerkünstler Iolly wird am nädyften Montag feine 44tägigc Hungerkur be­enden. Die Schaustellung soll bisher eine Ein­nahme von 125 000 Mark ergeben haben. Schwie­rigkeiten soll die Wiederzuführung von R a h r u n g machen. Rach ärztlichen Untersuchun­gen ist der Magen des Hungerkünstlers völlig zusammengeschrumpft, so daß er jetzt täglich nur noch eine halbe Flasche Selters trinkt.

Selbstmord eines Budapester Großindustriellen.

Der Generaldirektor der Trans dann bischen -Kolk- und Ziegelfabriken-GeseUschaft Ludwig Steiner hat sich im Eisenbahnzuge vergif­tet. Steiner, dessen Unternehmungen mehrere tausend Arbeiter beschäftigten, soll in der letzten Seit große Verluste beim Kartenspiel er­litten Haben.

und sich der edlen Arbeit hingeben, den Weg zu friedlichen Lösungen zu finden. Dies vorausgeschickt, hat Brasilien an sich keinerlei Einwendun­gen gegen den Beitritt Deutschlands als Mitglied des Völkerbundes zu erheben, im Gegenteil, es wünscht, daß dieser Beitritt sich vollziehe. Auch ist Brasilien im Prinzip nicht dagegen, daß das neue, Mitglied einen ständigen Sitz im Rat er­halte ..." Es bedarf schon eines ungewöhnlichen Maßes von sophistischer Wortklauberei, in diesen Sätzen schon das spätere Veto Brasiliens und die eigenen Ansprüche Brasiliens auf einen ständigen Ratssitz voraussehen zu wollen. Und auch das hätte die Vertragsmächte von Locarno, die Deutschlands Eintritt in den Völkerbund als Voraussetzung für das Inkrafttreten des Paktes gefordert und Deutsch- lands Forderung auf einen ständigen Ratssitz an­erkannt hatten, nicht von der Verpflichtung entbun­den, ihrerseits vor der als außerordentliche Versammlung einberufenen Märztagung alle etwai- den Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, statt selbst die Ursache neuer Hemmnisie zu sein.

Auch Stockholm hat seine Völkerbundsdcbatte gehabt. Im schwedischen Reichstag sah sich der sozial­demokratische Außenminister U n d e n , der Schwe­dens Standpunkt in Genf verteidigt hat, Angriffen der Rechten gegenüber, die durch den Mund dreier ehemaliger Ministerpräsidenten Unden vorwarfen, völlig unnötig Schwedens Verzicht auf seinen Rats­sitz angeboten zu haben. Die Unterstützung der Libe­ralen rettete das sozialistis^e Kabinett zwar dies­mal vor einer Krisis, die Stimmung im Reichstag und Volk ist indessen eine Warnung für die verant­wortlichen Leiter der schwedischen Außenpolitik, bei der Vertretung der schwedischen Interessen in Gens in Zukunst auf der Hut zu fein.

Der Verlauf der Berliner Völker buvdsdebatte brachte keine Ueberraschungen. Der Reichsauhenmiilister gab den Rechenschaftsbe­richt der Genfer Delegation in dem gleichen Sinne, wie er selbst und der Reichskanzler sich früher schon über den Gang der Verhandlungen und das Ergeb­nis in zahlreichen Preßinterviews ausgelassen hat­ten. Auch die Stellungnahme der Patteien zu den Darlegungen des Außenministers und dem deutsch­nationalen Anttag auf Zurückziehung des Auf­nahmegesuchs ergab nichts Neues. Eine Sensation brachte erst der letzte Tag der Debatte mit der Rede des greifen Großadmirals v. Tirpitz, der seither noch niemals vorher als Abgeordneter im Reichstag das Wort ergriffen hatte. Tirpitz richtete einen war­men Appell an Volk und Parteien, den inneren Parteistandpunkt zugunsten des großen Gefaml- interesfes zurückzustellen. Der Großadmiral stellt dann Gens als eine Niederlage unserer politischen Mechode hin, vor deren völliger Auswirkung uns lediglich Brasiliens Dew ungewollt gerettet habe. Er fordert Zurückziehung des deutschen Aufnahmege- suchs, da man heute nicht übersehen könne, welche ßajje sich bis zum September für uns ergebe. Der Reichskanzler stellte dann fest, daß durch Bekräftigung des Locarnopakts durch das Genfer Kommunique der DerttagsmSchte Deutschland feine Hand lungssreiheit gegenüber dem Völkerbund nicht verloren habe. Es gelte jetzt aber nicht Locarno rück­wärts zu revidieren, sondem auszugestalten. Eine Zurückziehung des deutschen Aufnahmegesuchs würde nach Ansicht des Kanzlers in der Welt als eine Schwenkung der deutschen Außenpolitik, die auf Locarno beruhe, angesehen werden und auch die Schuldfrage an dem Genfer Fiasko zu Deutschlands Ungumten verschieben. Wie nicht anders zu erwar­ten, lehnte der Reichstag das deutschnationale Miß­trauensvotum und den Antrag auf Zurückziehung des Aufnahmegesuchs ab und billigte mit den Stim­men der Sozialdemokraten die Politik der Regie­rung. Das Kabinett darf sich ober durch dieses Do­rum des Parlaments darüber {einerlei Zweifel hin- geben, daß das Ergebnis von Gens und auch die deutsche Politik in Genf in fast allen Schichten des deutschen Volkes ein Gefühl der Enttäuschung zu- rückgelasten hat. Mit Mißtrauen und Skepsis sieht das deutsche Volk den künftigen Derhandküngen über unseren Eintritt in den Völkerbund entgegen. Eine grundsätzliche Aenderung unserer Außenpolitik, also eine Abkehr von Locarno, kommt nicht in Frage, darin wird man dem Reichskanzler zustimmen müßen, aber mit dem Großadmiral v. Tirpitz wird man fragen müssen, ob auch unsere politische M c - thode immer die richtige war.

Ablehnung der hanrzinssteuer in Preuhen.

Die Regierung mit 192 gegen 198 Stimmen in der Minderheit. Keine Landtagsauslösung.

Berlin, 26. März. <WSR.) Der Landtag fetzte heute die dritte Beratung der Gebäubeent- schuldungssteuer (H a u s z i ns st e u e r) fort. Die Abstimmungen wurden nach kurzer Debatte zu­nächst ausgesetzt, um die Aussprache zum Wohl­fahrtshaushalt sor^zuschen. Ein Zentrums- rebner forderte die energische Bekämp­fung der Kurpfuscherei, während der Redner der Demokraten besonders bedauerte, baß gerade bei dem Titel für die Volksgesundheit starke Abstriche gemacht worden seien, und sozial­demokratischerseits eine Hebung der Lage der sozialen Fürsorgerinnen verlangt wurde. Daraus wurden die Abstimmungen zur Eebäudeentschuldungssteuer vorgcnommen.

Die Schlußabstimmung über den ganzen Gesetz­entwurf. die namcnfUdj stattfand, ergab unter ungeheurem Tumult des Hauses die Ableh­nung des Gesetzentwurfes mit 198 gegen 192 Stimmen.

Der kommunistische Abgeordnete V i e ck stellte einen Antrag, in dem dem Ministerium das schärfste Mißtrauen ausgesprochen wird, und in dem das Staatsministerium ersucht wird, daraus^ die erforderlichen Konsequenzen durch Auflösung des Landtages und Anberau­mung von Reuwahlen zu ziehen. Unter ungeheu­rem Lärm seitens der Kommunisten und Gelächter aus der Rechten scheiterte daS Verlangen, diesen Antrag aus die Samstagssitzung zu setzen, an dem Widerspruch der Sozialdemokraten, Demokraten und des Zentrums. Der Landtag vertagte sich : sodann auf Samstag.

Bon amtlicher preußischer Seite wird eine Mitteilung veröffentlicht, die als

das Ergebnis von Beratungen des preußi­schen Kabinetts

anzusprechen sein dürfte und in der erklärt wird, daß dieAblehnungderHauszinssteuer im Landtag nichtaus sachlichenGrunden erfolgt sei. Iede Regierung müsse eine ent­sprechende Vorlage schon zur Durchführung der reichsgesetzlichen Bestimmungen bringen. Die Ablehnung stelle die Einführung der Ver­besserungen vorläufig in Frage, sie sei außerdem nur durch eine Zufallsmehrheit herbeige- sührt worden. Eine gesetzliche Lücke entstehe nicht, da ein Zwischengase tz, dessen Geltung nicht beschränkt sei, in der vorigen Woche vom Land­tag verabschiedet sei. Die Regierung werbe einen Weg finden, um bis 3um 1. Iuli eine dem Reichsrecht entsprechende Lösung herbeizuführen. Bei dieser Lage, so schließt die Erklärung, würde die Regierung ihre Pflicht gegenüber dem Lande verletzen, wenn sie zurücktreten und eine Krise herausbeschwören wollte, um so mehr, als der Landtag noch gefterrt der Regierung das Ver­trauen quittiert hat.

Englands Sieg in China.

Die Lage in China scheint einer Entscheidung entgegenzugehen, wenigstens einer vorläufigen, weil man bei dem Krieg zwischen den Marschällen stets mit Lieberraschungen rechnen muh. Die Mar­schälle sind ja nur die Exponenten auswärtiger Mächte und demgemäß von deren Dispositionen abhängig. Soweit sich die Lage jetzt überschauen läßt, befindet sich die Rationalarmee Fengyusiangs auf dem Rückzug. $>er Marschall selbst bat es vor gezogen, seine Person in Sicherheit zu bringen und beftndet sich mit feiner Familie auf dem Wetze nach Mos­kau, das seine Unternehmungen bisher mit Geld und Waffen unterstützt hat. Infolge der Blockade der Peiho-Mündung konnten aber schon die letz­ten Waffensendungen nicht in den Besitz der Ra- tianalarmee gelangen. Wupeifus und Tschangtsolins Armeen haben sich immer näher an Peking herangearbeitet, das vor dem Fall zu stehen scheint. Damit ist der ©in» slaß Rußlands auf die Zentralregierung vollständig ausgeschaltet, was sich auch auf verschiedenen Dispositionen der Regierung er­kennen läßt.

Es verlautet jetzt allerbing^, daß sich die Zentralregierung bemühe, eine Einigung zwi­schen den Marschällen herbeizuführen, vielleicht um Peking davor zu bewahren, in die Kampfzone einbezogen zu werden. Andererseits soll aber auch Iapan dahinter stehen, das keinen durch­schlagenden Erfolg einer Seite wünsche. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß eine Einigung zwischen den Marsällen kaum von längerer Dauer fein konnte, wenigstens solange nicht, als der Gegensatz zwischen Rußland und Iapan fort­besteht. Die Entwicklung der Bahnverhällnisse in der Mandschurei, die sich dort verschärfende Kon­kurrenz zwischen Rußland und Iapan, deuten aber nicht darauf hin. daß bald ein Ausgleich ge­schaffen werden könnte.

Wenn sich die Nachricht bestätigen sollte, daß die Regierung in Kanton, die unter kommu­nistischem Einfluß steht, von Anhängern Wupeifus gestürzt ist, dann würde das einen vollständigen Umschwung bedeuten, dann wäre der russische Einfluß nicht nur im Norden, sondern auch im ^üden endgültig gebrochen. Kanton hat bisher gegenüber den Mächten eine radikale Politik ge­trieben und den Boykott fremder Waren streng durchgeftchrt. Besonders England werde da­durch schwer getroffen und hat deshalb in letzter ve energisch für den Gedanken Propaganda ge­macht, gegen Kanton mit bewaffneter Macht vor­zugehen. Wenn sich also wirklich die übrigens aus englischer Quelle stammende Meldung bestätigen sollte, dann wäre jetzt China vollkommen in den ^9.ni)c*l der antibolschewistischen Generäle. Das wäre für die englische Wettmachtstellung der größte Erfolg, den die englische Politik seit Kriegsende er­rungen hat. Es ist damit zu rechnen, daß die gegen- wartigen Machthaber in China in enger Anlehnung und Japan mit dem Kommunismus n\ £cm russischen Einfluß gründlich aufräumen, !äer ^ite lür absehbare Zeit nichts mehr zu befurchten ist. Gerade Wupeifu, der Sieger Ä", ueng, »st entschlossen, im Einvernehmen mit England die Ruhe uni) Ordnung in den Südpro- vinzen wieder herzustellen, wozu vor allem die Bc- gehort^b &Cr kommunistischen Kanton-Regierung

Mit dem Zusammenbruch Fengs ist auch die so­genannte Nailonalbewegung, die vor allem den Einfluß der Ausländer in China be- ? 15-Feng war es, der den Fremden- haß schürte und dadurch die Interessen der Groß­

Wettervsraussage.

Nachts Temperaturen wieder über Null Grad, bei stärkerer Bewölkung zunehmende Regenncigung, sudliaie, zeitweise auffrischende Winde.

Das nordöstliche Kalttuftgebiet zieht sich mehr und mehr nach Rußland zurück, dafür gewinnt feuchte ozeanische Lust bei gleichzeitigem Druckfall und an­steigenden Temperaturen langsam aber stetig auf oern Montinent an Raum. Flache Ravdbildungen be- 'Hon gestern zeitweise stärkere Bewölkung. Eine Regenzone des wesllichen Tiefdruckgebietes ist inzwischen noch Nord- und Mittelfrankreich vorge- drungen: eine allmähliche Eintrübung des Wetters steht m Aussicht

gestrige Tagestemperctturen: Maximum: 14.6 Grad Celsius. Minimum: minus 0,6 Grad Celsius, heutige Morgentemperatur: 1,2 Grad Celsius.