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Nr. 251 Drittes Blatt

Dienstag, 26. Oktober 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Turnen, Sport und Spiel.

D. f. D.

' (=) Nachdem die V. f. B.«Liga sich durch ihren glänzenden 5:3-Sieg über dieVereinigten Marburg die Vorherrschaft im Lahnkreis erkämpft hat, gelang es ihr am Sonntag, auch die als sehr spielstark bekannteBorussia Fulda mit 5.2 einwandfrei zu schlagen. Der Sieg kommt um o überraschender, als nach derBezirksligavorschau die Gießener Mannschaft für dieses schwere treffen keinerlei Chancen eingeräumt werden konnten. Daß dieBorussen" ein äußerst gefährlicher Gegner sind, zumal auf eigenem Platz, mußte sogar der Alt­meisterKurhesscn" Kassel mit einer 0:1°N.ederlaae anerkennen. Die Bedeutung vieles Erfolges ergibt sich aus der Tatsache, daß D. f. B. sich nun an die Spitze der Tabelle herangearbeitet hat und am nächsten Sonntag mitKurhessen" Kassel um die Führung kämpfen wird. Trotz ungünstigster Witte­rung hatte sich zu dem Spiel eine zahlreiche Zu- schauermenge eingefunden, die einen flotten und ab­wechslungsreichen Kampf zu sehen bekamen. Nach anfänglichem Hin und Her fand sich V.f.B. zuerst und konnte das Spiel leicht überlegen gestalten. Während Fulda sich mit Wucht durchzusetten ver- uchte, zeigte Gießen das erfolgreichere Zusammen- piel. Die stets mit aufrückende Läuferreihe unter- tützte den angriffsfreudigen Sturm, der die Bo­russendeckung zur Hergabc ihres ganzen Könnens zwang. Nach etwa viertelstündiger Spieldauer ge­lang es dem Mittelläufer, unhaltbar einzufenden. Durch diesen Erfolg angefeuert, setzte Gießen alles daran, den gewonnenen Vorsprung zu vergrößern. Der Platzverein mußte immer mehr die zunehmende Ueberlegenheit seiner Gäste anerkennen, die im systemoollen Flachpaß, zeitweise mit sechs und mehr Mann stürmend, das Feld beherrschten und das Spiel fast ausschließlich in die Hälfte des Gegners verlegten. Bei Halbzeit lautete das Resultat bereits 3:0 für D. f. B. Nach der Pause wandte sich das Blatt zugunsten der Platzmannschaft. Flachs­kamp, die treibende Kraft im V. f. B.-Sturm, schied wegen einer Verletzung für etwa 20 Minuten aus. AuchBorussia" mußte dem glatten Boden ein Opfer zollen und ebenfalls mit 10 Mann spielen, ging aber jetzt mit einer Energie zum Angriff über, die größte Anerkennung verdient. In kurzer Zeit hatte Fulda das Resultat auf 3:2 verbessert und drückte mit Macht aus den Ausgleich. Nach dem Wiedereintritt des noch stark behinderten Flachs- kamp übernahm jedoch V. f. B. wieder das Kom­mando und übertrug dem wieder vollzähligen Sturm die Verteidigung, der seine Aufgabe mit tat­kräftiger Unterstützung der Läuferreihe glänzend er­füllte, indem er das Schlußergebnis auf 5:2 per- besserte. Die Mannschaft kann mit Recht stolz sein auf diesen bedeutenden Erfolg.

Die Ligareserve war in Wetzlar zum Der- bandsspiel gegen B. C. und ließ Sieg und Punkte in derLehmkaute", die ihrem Namen alle Ehre macht, zurück. 3:1 lautete das Resultat für B. C.

Das Spiel der unglücklich zusammengestellten vierten Mannschaft gegen die Dritte (Lehr- Mannschaft) der Spielverelnigung war, ab- gesehen von dem gänzlich ungleichen Krasteoerhält- nis beider Mannschaften, alles andere als schön. Kurz vor Schluß machte der Schiedsrichter dem grausamen Spiel" ein Ende.

Die zweite Iugendmannschaft brachte von Lollar einen knappen 1:0-Siea mit.

Trotz des schlechten Wetters ließ die A.-H.- Mannschaft, allerdings auch diesmal wieder in stark verjüngter Aufstellung (wann wird sie endlich wieder mal als Alte-Herren-Mannschaft antreten?), dem neugegrünDeten Fußballverein in Ettings­hausen ein Propaaandaspiel liefern, das dem Neuling gleich den ersten Sieg mit dem achtbaren Resultat von 5:1 einbrachte.

Die Spiele der 1. Jugend- sowie der beiden Schülermannschaften fielen dem schlechten Wetter zum Opfer.

Spielverelnigung 1900 Gießen.

ß. 3n 5 Spielen 5 Gewinnpunkte, also in febern Spiel ein Punkt, der normalerweise hin­reichend ist zum Verbleib in der Klasse, also hier Dezirkslrga II.

Die Ligamannschaft der Spieldereini- tzmrg 1900 bereitete wieder einmal ihren An­hängern eine große Enttäuschung. Es ist nicht ganz faßbar, wie Frank en berg, ein Verein, den Klassenunterschiede von dem Können der Einheimischen trennen, als Tabellenzweiter in der Lahnkreisliga marschiert. Die Gäste boten spielerisch für das Auge gar nichts. Sie ver­teidigten 80 Minuten lang mit Aufgebot aller Mannen kräftig und mit viel Glück ihr Heiligtum, was ihnen auch bei dem Schußunvermögen der Gießener Stürmerreihe mit zwei Ausnahmen rest­los klappte. 1900 ging zunächst mit 1:0 in Füh­rung. Frankenberg Mch Pvornvt ins verlassene Gießener Tor aus, da der Gießener linke Ver­teidiger nicht eingriff. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Die Gäste wurden auch weiter­hin vollständig eingeschnürt. Aach einiger Zeit stxmd das Spiel 2:1 für die Vereinigten. Einen wegen ^Infairnis gegen Frankenberg verhängten Elfmeter verschossen die Plahbefttzer und damit den endgültigen Sieg, denn die Gäste kamen gegen Schluß zu einem überraschenden Vorstoß, der nicht ganz einwandfrei unterbunden wurde ünö einen Elfmeter gegen Gießen im Gefolge hatte. Die Frankenberger liehen sich diese günsttge Gelegenheit zum Ausgleich nicht entgehen und verwandelten prompt. Sie erzielten sogar direkt im Anschluß daran, an der ständig zu weit auf­gerückten Verteidigung vorbei, ein weiteres Tor, das aber vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ein Eckball, eine Minute vor Schluß, brachte nochmals Frankenberg in aller» --höchste Bedrängnis, aber drei Gießener behinder­ten sich selber im älebereifer, so daß drr totsichere Torschuß zuschanden wurde. Mit 2:2 trennten * sich die ungleichen Gegner. Das Eckenverhältnis war ein zehnfaches zugunsten 1900s. Frankenberg brachte im ganzen Spiel nur 4 scharfe Schüsse lauf das Gießener Tor, erzielte dabei aber zwei Treffer, die ihnen einen Punkt einbrachten.

Die Ligareserve gewann ihr Spiel kampflos, da der Gegner, der Sportclub Wetzlar-RieDer-Girrnes, bei dem schlechten Wetter es vorgezogen hatte, zu Hause zu bleiben Die 3a (Lehrmannschaft) ge­wann gegen die 3 b der hiesigen Bewegungs­spieler 11:0. Die 3b-Mannschaft der Spiel- Vereinigung 1900 spielte auf eigenem Platze gegen

die 2. vom Dallspielclub 1920 Gießen und gewann 9:0. Beim Stande von 5:0 ver­liehen vom B. C. 20 nach und nach 4 Spieler in ganz unsportlicher Weise das Spielfeld.

Die 1. Iugendmannschaft weilte in Frankfurt a. M. und spielte dort gegen die 1. Ju­gend der Sportgemeinde ^Eintr_acht". 1900 in kompletter Ausstellung führte, trotz strö­mendem Regen, ein selten gutes Spiel vor und iegte überraschend hoch mit.5:0 Toren

Das Spiel der 2. Jugend gegen die 3. 3 u- g e n b gewann, wie vorauszusehen war, .die körperlich unb spielerisch bessere 2. Mannschaft.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

£ Der am Sonntag den ganzen Tag anhalteüde trörnende Regen machte die Durchführung des vor­gesehenen Herb st Waldlaufes unmöglich. Die Grundlosigkeit der Wege und der unaufhörlich leise rieselnde Regen, der mitunter stark mit Schnee durchmischt war, verboten die Veranstaltung schon aus gesundheitlichen Gründen. Der Herbstwaldlauf mußte deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben wer­den. Dasselbe Schicksal erfuhr das Handball- iflich t spiel zwischen Kinzenbach und Krofdorf, )p9 anschließend an den Herbstwaldlauf ebenfalls in Launsbach stattfinden sollte.

Aronhausen I. schlägt Gießen Ila 6:2.

Ein überraschendes Ergebnis brachte das Spiel dieser beiden Mannschaften, das der aufstrebenden 1. Mannschaft Fronhausens das beste Zeugnis aus- teilt. Sogleich nach dem Anstoß entwickelte sich ein lebhaftes und flottes Spiel. Gießen hatte in den ersten Minuten mehr vom Spiel als Fronhausen, konnte aber, wohl infolge des recht schlüpfrigen Bodens, nicht recht gefährlich werden. Fronhausen holte zum Gegenstoß aus und konnte auch bereits in der 6. Minute die Führung übernehmen. Alle ernsthaft unternommenen Versuche Gießens, den Ausgleich herzustellen, waren vergebens, während Fronhausen abermals zwei Tore für sich buchen konnte. Endlich gelang dank der unermüdlichen Ar­beit den Gießenern der erste Treffer, dem die Ein­heimischen aber bald daraus einen weiteren, den vierten, entgegensetzen konnten. Gießen erhielt noch einen Elfmeter, der aber verschoßen wurde. Nach dem Seitenwechsel wurde von beiden Mannschaften ein offenes und schönes Feldspiel gezeigt, bei dem es auf beiden Seiten nicht an Torgelegenheiten mangelte, von denen aber keine ausgenutzt werden konnte. Das erste Tor der zweiten Halbzeit erzielte Gießen in Auswirkung eines schön durchgeführten Angriffs und stellte damit das Resultat auf 4:2. Ein für Fronhausen gegebener Elfmeter wurde bald darauf zum 5. Tor verwandelt, und das 6. und letzte Tor verschuldete Gießen selbst. Fronhausen stellte eine schuhfreudige unb vor allem flinke Mannschaft, und war gerade darin den Gießenern überlegen. Gießen hätte den Ausgang des Spiels anders ge- ftallen können, wenn sie bie ihnen gebotenen zahl­reichen Torgelegenheiten besser ausgenutzt hätte. Die Mannschaft, die an der Spitze der Tabelle der 2. Klasse steht, verliert dadurch zwei wertvolle Punkte. Der Schiedsttchter, H a r t m a n n - Naun­heim, leitete das Spiel korrekt.

Gießen übLeun L

Bei dem regnerischen Wetter scheuten die Leuner die Fahrt nach Gießen und schenkten damit der Gießener Ilb-Mannschaft zwei Punkte, die sie sehr notwendig gebrauchen kann. Auf dem Spielfeld wäre es den Gießenern nämlich kaum möglich ge­wesen, der 1. Mannschaft Leuns den Sieg streitig zu machen. Also verschenkt im wahrsten Sinne des Wortes.

Gießen SchülerZDeglar Schüler 1:1.

Im Gegensatz hierzu trugen trotz des widrigen Wetters die Kleinsten ihr Spiel unentmutigt durch und erzielten in Gießen das obige Resultat.

Lich.

Arn Sonntag trat die 1. Mannschaft des 33. f. R. L i ch gegen die gleiche des Sportvereins 1921 Saubringen zum Derbandsspiel an. Das Er­gebnis war 3:2.

V. f. R. Lich 2. Mannschaft spielte gegen Spv. Steinbach 5:0.

Handball im Gau Hessen der D.T.

Mtd. Gießen II TV. Alsfeld I 5:0.

o Ihr fälliges Derbandsspiel in der ^-Klasse des Gaues Hessen brachten am Sonntag die zweite Mannschaft des Männer-Turnvereins Gie­ßen und die erste Elf des Turnvereins Alsfeld zur Durchführung. Das es am Sonntag nur einmal" regnete, mußte dieses Spiel unter fei­nem, aber dafür dauernden Geriesel durchgeführt werden. Der Platz des Männer-Turnvereins im Schisfenberger Tal war trotz der Ungunst der Witterung noch in annehmbarer Verfassung. Das Spiel stand von vornherein im Zeichen der Männerturner. Besonders hat der Sturm ge- mann. Wenn nun noch die Läuferreihe auf fallen, gut waren auch Verteidigung und Tor­gleiche Höhe kommt, dann darf man bie zweite Mannschaft als spielstark ansprechen, di« im wei­teren Verlauf der Spielrunde noch manchen Er­folg wird buchen können. Fünf Tore waren der Erfolg der schußfreudigen Stürmerreihe, während Alsfeld trotz eifrigen Spielens und zäher Gegen­wehr keinen zählbaren Erfolg erzielen konnte. 5:0 mußten sich die Alsfelder geschlagen be­kennen. Der Schiedsrichter, ein Turner aus Butz­bach, leitete entschieden und genau.

Turngau Hessen D. T.

o Gießen, 24. Oft. Die technische Lei­tung des Gaues, in der die ersten Turnwarte der sechs Bezirke und die Gauwarte für einzelne Sonder gebiete der Leibesübungen als G a u - Turnausschuh zusammengefaht find, hielt heute in Gießen ihre erste Tagung als Beginn! des neuen Turnjahres 1926/27 ab. An die Stelle des seitherigen langjährigen DezirW- turnwaries im ersten Bezirk (Marburg-Kirch- Hain) A. Gabrnann ist August Heber- l e i n vom Turn- und Sportverein 1860 Mar­burg getreten und hat auch gleichzeitig in seinem Heimat verein das Amt des Frauenturnwarts von Otto Heuser übernommen, dessen erfolg­reiches Wirken leider auch dem Gau verloren gegangen ist durch einen ehrenvollen Ruf nach auswärts. Schon seit Jahren legt der Gauober­

turnwart Wilh. Will (Gießen) der Jahresarbeit im Gau einen Turnplan zugrunde, der den Bezirks- und Dereinsturnwarten: sowie den Dor- tänden der Gauvereine gedruckt vorliegt und zur ruhigen 6tetigleit in der Abwickelung des Aus­bildungsgeschäfts in den Vereinen wesentlich bei­trägt. Die Vormittagsstunden der heutigen Tagung waren nun der Einführung in diesen Turn plan gewidmet: neben Ordnungs- und Keu­lenübungen wurden die allgemeinen Freiübungen für das Kreis- und Gauturnfest durchgeturnt, die in drei Ilebungsgruppen zusammengefaßt sind und in jeder Gruppe wiederum eine Dreigliede­rung von straffen, zügigen und fließenden Be­wegungen aufweisen. Ferner wurde der Hebungs- stoff für je mindestens vier Bezirksvorturnerstun­den besprochen und in einer Lieberschau festge­stellt. Anschließend gab der Gauoberturnwart Anleitung zur Ausbildung der Kampfrichter: denn das Vertrauen in eine sachkundige und ge­rechte Wertung seiner Leistungen bildet für jeden Turner, der zum Wettkampf zieht, eine äußerst wichtige seelische Grundlage.

Aus den Beratungen des Rachmittags ist hervorzuheben, daß zur Bewertung der Muster- riegen, die ein wertvolles Mittel zur Aus­bildung der Gesamtheit der Turner im Gegen­satz zum einzelnen Wetturner darstellen, allge­meine Richtlinien von einem dreigliedrigen Aus­schuß ausgearbeitet werden sollen. Wenn es auch ein Fehler war, daß unsere Väter von einem Menschenalter das Geräteturnen gar zu sehr in den Mittelpunkt stellten und darüber die übrigen Zweige des Jahn'schen Turnens vernachlässigten, so wäre es jetzt gewiß ebenso verfehlt, bei der wieder an Breite gewonnenen Pflege der Leibes­übungen die Ausbildung an den Geräten hintan- zustellen. Was während der Wintermonate an grundlegender Ausbildung insbesondere der Jugendturner geleistet wird, findet seine Wer­tung innerhalb der Bezirke durch die sogenannten Winter-Gerätewettkämpfe, die im nächsten Jahre bis zum 13. März beendet sein müssen: die Hebungen dazu sollen von dem zweiten Gauturnwart Mariin T e x t o r (Mar­burg) und dem Gaujugendturnwart Lotz (Dorn- Assenheim) aufgestellt werden. Die volkstüm­lichen Wettkämpfe innerhalb der Bezirke müssen bis zum 19. Juni nächsten Jahres ausgetragen sein. Mit dem 5 4. ©auturnfeft zu Heuchel­heim am 10. Juli wird voraussichtlich das Son­dervolksturnen und das G a u w e li­sch w i m m e n verbunden. Dem Anttag des Dor­sitzendentages auf Dermehrung der Stufen, bzw. Gewährung von Dorpunkten an Wettkämpfer bei

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den AlterSriegen wird vorläufig nicht stattge­geben. so daß es bei den seitherigen zwei Stufen (ab 35 und ab 45 Jahren) verbleibt. Das Gau- ftauenturnen wird statt seither im Mai wiederum Ende August stattfinden, zumal sich in diesem Jahre deutlich gezeigt bat, daß bei dem späteren Zeitpunkt die Leistungen an Durch­bildung und Mannigfaltigkeit in erfreulicher Weise gewinnen.

Dom Lahn-Dünsberg-Gau.

xh. Wiefeck. 24. Oft. Unter der Leitung des Gauvvrsitzenden Daupert (Wiefeck) fand heute hier der diesjährige ordentliche T u t n t a g des Turngaues Lahn-Dünsberg statt, zu dem 25 Vereine ihre Vertreter entsandt hatten. Der anhaltende Regen war wohl die Ursache, daß eine größer« Zahl abseits liegender Gau- vereine der Tagung femgcMieben waren.

Der Versammlungsleiter eröffnete die Ta­gung mit einem ehrenden Ra chruf für den kürzlich verstorbenen 88jährigen Ehrenvorsitzenden des Turnvereins Hausen. Förster i. R. Karl Schlag. Aus den Berichten des Gauvor- sihenden und des ersten Turnwaris ging hervor, daß der Gau 36 Vereine mit rund 3000 Mit­gliedern zählt, daß das turnerische Leben im Gau wach ist und daß in den Vereinen fleißig gearbeitet wird. Rur einzelne Vereine lassen bedauerlicherweise das Interesse am Gau und am Turnen vermissen. Im besonderen gaben die turnerischen Veranstaltungen im Gau: Gauturn- fest, Gauturnfahrt (Bergfest). Schülerturnen und Gausporttag, sowie die Spieltage ein zufrieden­stellendes Bild von dem Turnen und den Spielen. Die Entscheidung darüber, wo im Jahre 1927 Gauturnfest und Bergfest stattftnden sol­len, konnte nicht getroffen werden, weil die Verein«, denen diese Feste zugesagt waren, ihre Bewerbungen in letzter Stund« zurückzogen. Der Gauvorstand wird nochmals Meldungen für Die beiden Veranstaltungen entgegennehmen. Das Schülerturnen soll 1927 in Rodheim (a. d. Bieber) stattftnden.

Die Wahl des Gauvorstandes ergab: 1. Vorsitzender Ludwig Daupert (Wieseck), 2. Vorsitzender Lehrer Zöller (Hausen). 1. Schrift- Wart Karl Euler (Wieseck), 2. Schriftwari Rhein st ädtler (Dorlar). Rechner S. G r ü n e- wald (Waldgirmes), 1. Turn wart Wilhelm Schmidt (Launsbach), 2. Turnwari Rudolf Keller, (Rodheim), Sporiwari Karl Winter (Launsbach), Spielwart Lehrer I. Heil (Allen- dorf), Frauenturnwari Reinhard H ö r r (Launs­bach), Schülerturnwart Reh (Wieseck).

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredattion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 81.

Don W. QL Shinkman.

Schwarz, ab c d e f g h

8

8

6

6

5

3

2

g h

Weih.

Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 9 Steine Kd8; Da3; Tb7, h2; Lc2, d4; Sf3; Bf2, h5.

Schwazr: 3 Steine Kg4; Se4; Bf4.

Ein außerordentlich feiner Zweizüger,

Endspiel Nr. 22.

Don Dr. QL W. Galihkh.

8

7

6

5

4

3

2

1

a

g

8

7

6

5

4

3

2

c d e Weiß.

Weiß am Zuge gewinnt.

Weiß: 3 Steine Kh4; Sg5; Bh6.

Schwarz: 3 Steine Kf4; Ba2, f5.

Eine nicht allzuschwere sehr lehrreich« Studie.

Lösung des Problems Nr. 82.

Don S). Petersen.

1. e4-e5!, Kc5Xd4 2- Dhl-c4 + , Kd4-c5 3. Sf6-d7 matt. 1. ..., Th4xhl 2. Td4-a4, beL 3. d2d4 matt. 1. ...» TH4 beL, oder Sd 1 f2 oder

b2-blD 2. Dhlxc6+!, Kc5Xc6 oder d4 3. Td4 c4 ober Dc6-d5 matt. 1. .. ., g4-g3 2. DhlXh 4, beL 3. Sf6-d7 matt. 1. . .., Sdl -c3 ober e3 2. d2xSpr.» beL 3. Sf6-d7 oder c4 matt

Richtig« Lösungen zum Problem Rr. 81 sand­ten noch ein die Herren: ßebrer Dreidecker, Obersekundaner V. Loos, hier; desgl. zum Pro­blem Rr. 82 die Herren: S. Austerlitz, Lehrer Dreidecker, Obersekundaner D. Loos, Lehrer E. Simon, hier; Schulamtsanwärter O. Stumpf, Garbenteich.

-Lus der Schachwelt.

Capablanca hat die Herausforderung Rimzo- witfchs zum Kampfe um die Weltmeisterschaft angenommen; dieser bemüht sich nun, die hierfür notwendigen 10 000 Dollar aufzubringen ... ob ihm dies gelingen wird? Rach dem Siege über den Hypermodernen, worüber bei dem Kubaner nicht der geringste Zweifel herrscht, will er gegen A. Aljechin, welcher sich gegenwärtig in Kuba aufhält, in die Schranken treten.

In einem kleineren Turnier in Spa (Teil­nehmer sechs Belgier sowie sechs Ausländer) siegten Sämisch und der Engländer Sir Thomas.

Der Rheinisch-westfälische Schachverband hat den Riederländischen Schachbund vorigen Monat in Krefeld wiederum geschlagen.

Seit August erscheint neuerdings eine Saar­ländische Schachzeitung, welche von den Herren A. Haas und I. Jost herausgegeben wird.

Die nächste Rheinmeisterschaft soll, wie ver­lautet, in Saarbrücken ausgetragen werden.

Schachbrieflasten.

W. Sch., Rektor, Hungen. Ihr Lösungs­versuch 1. Kc5 wird durch 1... n Ke4 widerlegt.

Di« Narrenkappe.

Splitter unb Sparren vom RebaMonStisch.

Schwierige Betrachtung.

Der Sanitätsrat untersucht« am Patt«nt«n die schmerzhafte Stelle und erklärte:Hier unterhalb des Rockens scheint sich ein Geschwürchen zu bilden. Vorläufig halte ich einen operativen Ein­griff nicht für nötig. Aber Sie müssen diesen Furunkel auf dem Rücken dauernd im Auge be­halten!" (Lust. Bl.)

SchuhmaßregeL

Weshalb bin ich denn hier vorgeladen?" Sie find wegen Tierquälerei gemeldet: Sie sollen Ihrem Hund den Schwanz abgehauen haben."

Ja, daS hab' ich doch nur getan, Damit er nicht toll wird."

Ranu, wieso Denn?

Vastehn Sie doch, Herr Wachtmeister: Tolle Hunde klemmen immer den Schwanz zwischen de Beene und das ist bei meinem Dello nu nich mehr möglich!" (Lust. Dl.)

Thoirh.

Der erfindungsreiche Korrespondent Der Morning Post" berichtete in seinem Dlatte über ein angebliches Interview mit Der Besitzerin des kleinen Hotels in Thoirh, in Dem DrianD unD Stresemann frühstückten.Wer von Den beiDcn Herren bezahlte Die Rechnung?"Herr Strese­mann so ertoiDerte Madame Leger wollte zahlen, aber Herr Briand wehrte ab:Auf keinen Fall! Wein und Essen zahle ich! Sie zahlen ja die Reparationen,"