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WER. 50er Jahre
Rheinhessen.
Mainz. 25. Oft. Der anfangs der stehende Stpdtbaumeister Josef Has«
(Erweitertes Schöffengericht Gießen.
• Dieben, 20. Oh. Gin Dureaugehllse, der bei der Cßertoaltung einer kleinen Landstadt angefteHt war, hatte sich wegen Verbrechens im Amt au verantworten. Er bat in den Jahren 1923 bis 1926 in zahlreichen Fällen dem städtischen Elektrizität-wert für Stromverbrauch ein« gegangenen Gelder, die er teilweise in unberechtigter Weise erhoben hatte, unterschlagen, und zwar in einer Gesamt hohe von über 10 OOO Mark. Hm diese Unterschlagungen zu verdecken, hatte er falsche Belege angefertigt und die Bücher gefälscht. Mit Rücksicht auf feine seitherige Hübest ras theit und sein offenes Geständnis billigte ihm das Gericht mildernde Hmstände zu und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten unter Anrechnung von 4 Wochen Hntersuchungshaft.
Ein Schweizer aus der Gegend von Friedberg hat in der Dunkelheit auf der Landstraste ein Ehepaar, das auf dem Heimweg begriffen war, angefallen mit den Worten: „Halt, das Geld her oder ich schiebe, ich habe einen Revolver." Der Ehemann liest sich jedoch nicht einschuchtern und wies den Angreifer energisch zurück. Gr War wegen Versuchs der räuberischen Grprcssung an* geklagt. Da sich der Wortlaut seiner Aeusterung zedvch nicht genau feststellen lieh, trahm das Gericht nur einfache Bedrohung an und erkannte auf eine Geldstrafe von 100 Mark bzw. 25 Tage Gefängnis.
Gin Dahnarbeiter hat längere Zett hindurch an seiner eigenen unter 14 Jahre alten Tochter strafbare Handlungen vorgenommen Er War geständig. Strafe: Gin 3abr 9 Monate Gefängnis, von denen acht Wochen als durch die erlittene Hntersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden.
fung mehrerer kleiner Motorspritzen, di« in verschiedenen Bezirlen, Schotten, Gedern, Laubach. Hlrichstein aufgestellt und bei etwaigen Bränden von da leicht an die Brandstelle verbracht werden können. Diese Spritzen können sowohl auf Kraftlasttoagen transportiert, als auch yn jedes Auto angehängt Werden. — Die Friedhof st raße Wurde von der Stadt neu hergerichtet. An den Seiten stnd Bürgersteige angebracht und Aeupflasterungen vorgenommen worden. — In der Riddast raffe ist eilt ca. 500 Meter langer Wasferleitungsstra ng, der enge Rohre besah, gegen 80 Millimeter wette Rohre ausgeWech'elt worden Die Leitung liegt dort schon etwa 30 Jahre, in deren Verlauf die Rohre einen so starken Ansatz im Innern hatten, dast fast kein Waffer mehr durchging. Auch die Kanalisation in dieser Straste Wurde neu verlegt. — Don der S t a dt und dem Vogelsberg ist ein Film ausgenommen Worden, der bei der Vorführung großen Anklang gefunden hat. — Mtt dem Dau derneuen Turnhalle ist begonnen Worden, die Erdarbeiten find beendet, man hofft, den Rohbau noch baldigst fertigstellen zu können. Der gefamte seitherige ©arten der alten Turnhalle ist für den Rrubau vorgesehen. Eine moderne, rein für turnerische Zwecke eingerichtete Turnhalle wird an die seitherige Halle, die nur für Feste und Versammlungen besttmmt sein Wird, airgebaut Werden, ebenso Wird ein Smgfaal für den Männerchor des Gesangvereins eingerichtet und Bäder. Brausebäder für den Verein und die Schulen geschaffen. Die Grundsteinlegung soll in der nächsten Zeit stattfinden.
)—( Ruppertsburg. 25. Olt. Rachdem schon feit vierzehn Tagen einige Arbeiter mit Ausräumungs- und Ausbesferungsarbeiten in den Detriebsräumen der chemischen Fabrik Fricdrichshütte beschäftigt Waren, Tonnte heute dieser Betrieb, der von Februar an gänzlich eingestellt War, Wieder mit der Arbeit beginnen. Wenn es auch dem Verein für chemische Industrie.infolge Wirtschaftlicher Schloie- rigkeilen nicht möglich ist. die Fabrik in seitherigem Umfang zu betreiben und Wohl einige Arbeiter entlassen ober pensioniert werden müssen, so finbet doch die gröstte Zahl der Leute vorläufig wieder ihren regelmäßigen Verdienst. Die Zahl der Erwerbslosen in den Orten Gonterskirchen. Laubach, Ruppertsburg, Röthges und Wetterfeld dürfte dadurch wesentlich abnehmen. — Ein für die früheste Ge schichte unserer Gegend hochinteressantes Gebiet scheinen die hiesigen W a l d d i st r i k t e Gange nb er g, grober und kleiner Steinbühel zu sein. Rachdem beretts vor Jahren der Direktor des Museums Mainz, Herr Schermacher, dort gröbere Siedlungen glaubte seststellen zu Annen, besichtigten am Samstag der Denkmal- Pfleger für Oberhessen, Professor Helmke (Giesten), und Direktor S ch i f f m a n n (Hungen), geführt von Forstrat Kratz (Laubach) und Förster Steinbach (Ruppertsburg) Pie in Frage kommenden Spuren. Es soll zunächst ein Plan in gröberem Mahstabe im nächsten Frühjahre entworfen Werden. Dann hofft man, falls die nötigen Mittel bewilligt sind, mit den Ausgrabungen, die größeren Umfang annebmen Werden, beginnen zu können. — Eine zweite Ernte Gartenerdbeeren hatte der hiesige Landwirt Karl S P a m e r. Die schönen, dicken Früchte Waren teils vollständig ausgereift. Andere reiften, mit den langen Stielen in Wasser gestellt, noch nach.
=.= Ober-Seemen, 25. Ott. Ende August brannte der Dachstuhl des hiesigen Schul- Hauses ab, jo daß her Untericht der vier Schulklassen seither in zwei Sälen stattfinden mußte. Die W i e d e r h e r st,e l l u n g s a r b e i t e n sind nunmehr soweit gediehen, daß die beiden außer Verwendung gesetzten Schulräume von der nächsten Woche ab wieder benutzt werden können. — Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt, den neuen, nach dem Bahnhof zu entstandenen Ortsteil möglichst noch in diesem Herbst an das Ortswasser lei- tungsnetz anzuschließen.
el. Glashütten, 25. Oh. Dieser Tage fanden hier die Wahlen fttr die einheimische
Äommlffion und die Schiedsrichter für die nun beginnende Feldbereinigung in der Gemarkung Glashütten statt. Anschließend an die Wahlen Wurde die erste Versammlung abgehaltcn, in der der Feldbereinigungskommissar zunächst den Gang des Verfahrens erläuterte und daran anschließend die zu fassenden Beschlüsse über die Ausbringung der Kosten dar legte. Di« Versammlung beschloß darauf einstimmig, außer dem Weggelände noch 3 Prozent für Mafselanb von der Gesamtheit der Grundstücke nach dem Ab- schätzung-wert berechnet, abzugeben, ferner laufend durch Kostenausschläge und in besonderen Fällen durch Ausnahme von Darlehen die Kosten aufzubringen. Crfreulicherweife Wurde die Hebung von Kostenausschlägen ausdrücklich vvtz mehreren Rednern gewünscht, damit nicht unnötige Kapitalzinsen das Verfahren verteuern. Rachdem der Feldbereinigungskommissar noch darauf hingewiefen hatte, bei der Offenlegung der Abschnittsarbeiten, insbesondere aber bei der Bonitierung die Augen aufzumachen und nicht am Biertisch zu kritisieren und zu schimpsen, sondern durch praktische Mitarbeit und durch Reklamationen dafür zu sorgen, daß das Verfahren bestmöglichst durchgeführt Wirb, Wurden einige Anträge und Wünsche erörtert. Baurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen erörterte die Durchführung von Drainagen und insbesondere die Bachregulierung. Die un- bedingt notwendige Regulierung der Dach hat hauptsächlich neben der fehlenden Parzellenver- meffung den Anlaß zur Feldbereinigung gegeben. Dafür War die in der Feldbereinigung durchgeführte Dachregulierung des Seemenbachs in Rieder-Seemen vorbildlich, die vorher von einer Anzahl von Grundbesitzern aus Glashütten besichtigt wurde und deren Vorteil viele Wankelmütige davon überzeugte, daß unbedingt die Feldbereinigung durchgeführt werden muß. Glashütten hat durch feinen tatkräftigen Ortsvorstand bereits in früheren Jahren die elektrische Licht- und die Wasserleitung gebaut, es hat sogar eine neue Kreisstraßc nach Hirzenhain angelegt, so daß nunmehr als letzte größere Arbeit die Feldbereinigung verbunden mit Parzellenvermessung durchzuführen bleibt. Rachdem Daurat Steinbach noch bargelegt hatte, Wie bie Wittel ber produktiven Grwerbslosenfürsorge für die Dachregulierung und für die Drainagen nutzbar gemacht werden können, Wurde die angeregt verlaufene Versammlung geschlossen.
Streik Alsfeld.
0-v Alsfeld, 25. Ott. Am gestrigen Sonntagvormittag sand in dem geräumigen, neuen Versammlungsraum des Ortsgewerbevereins in der erweiterten Gewerbeschule die G e s e l l e n p r ü - fungsfeier aller Berufe innerhalb des Ortsgewerbevereins, Bezirk Alsfeld, einschließlich der Schneider-, Schmiede- und Wagnerinnung, statt. Zu der Feier waren die Eltern der Prüflinge, die Lehrmeister, der Vorstand des Gewerbevereins und die Behörden erschienen, so daß der Versammlungsraum dicht besetzt war. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Gewerbelehrer Rohrbach, wies in seiner Eröffnungsansprache auf die Wichtigkeit der Rentabilität gerade der kleinen Handwerksbe- triebe hin, die nur von einem gut durchgebildeten Handwerkerstand zu erreichen |ei, und regte größere Sorgfalt in der Wahl zu den einzelnen Berufständen im Handwerkerstand an, damit keine ungeeigneten Elemente in das Handwerk kämen. Auch et die Ablegung von Zwischenprüfungen innerhalb der Lehrzeit, und zwar jedesmal nach Ablauf eines Lehrjahres, notwendig. Er ermahnte die jungen Handwerker zu weiterer, emfiger Ausbildung und Vervollkommnung des Gelernten. Hierauf sprachen Kreisdirektor Dr. Stammler für die Kreisverwaltung, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g für die Stadt Alsfeld, weitere Ansprachen hielten der Vertreter des Ortsgewerbevereins, der Handwerkskammer und Rektor Schindel von der Gewerbeschule. Alsdann folgte die feierliche lleberreichung der Gesellenbriefe an die einzelnen Prüflinge-, cs waren 38 Lehrlinge, welche die Prüfung bestanden hatten. An die Feier schloß sich eine Besichtigung der in den Räumen der Gewerbeschule ausgestellten Gesellenstücke und Arbeitsproben, die alle eine sau
bere Arbeit zeigten. — Mit den modernen Er« rungenlchaften werden nun auch die kleineren Städte beglückt. So hat Alsfeld nun auch ein Ia»z-En- s e m b l e , das am Mittwochabend zum ersten Male mit der Veranstaltung eines modernen Tanzabends im „Deutschen Haus^ auftrat, der einen guten De- such aufwies. Auch eine M o d e l ch a u werden wir nächstens hier haben. Verschiedene hiesige Bellet- bungefirmen veranstalten am Sonntag, 31. Oktober, eine Modeschau, die für Alsfeld jedenfalls eine Neuheit ist.
L Ober-Ohmen, 25. Ott. Mtt dem (Beginn der kalten und nassen Witterung macht sich hier immer mehr ein Hebel st and bemerkbar. der dringend der Abhilfe bedarf. Die Reifenden aus unserer Gemeinde und aus Zeil- bach, die daS P o st a u t o benutzen wollen und oft eine Viertelstunde und länger warten müssen, da die Wagen gar manchmal mtt großer Verspätung eintreffen, find — Wenn sie nicht das Gasthaus auffuchen Wollen — Wind und Wetter, Schnee und Regen ausgesetzt. Schon oft ist von den Reifenden der Wunsch geäußert worben, die PostautoS möchten ihren Weg durch das Dorf nehmen. Dieser Wunsch ist nicht unbillig, da Ober-Ohmen die meisten Fahrgäste stellt, sogar mehr als Hlrichstein. Zur Zett fahren die Postautos außerhalb des Ortes die Ohm st raße entlang und halten einige hundert Meter vom Dorfe entfernt an der Gastwirtschaft „Zum Ohmtal". Die Po st Verwaltung täte gut, den berechtigten Wünschen unserer Ortseinwohner und der Reisenden Rechnung zu tragen. Schwierigkeiten können nicht entstehen; da die O r t s st r a h e n, sowie die Zugangs- straffen breit und bequem sind, auch der Zeitverlust wäre minimal, höchstens beliefe er sich auf drei Minuten. Sollte die Postverwaltung diesem Wunsche nicht Rechnung tragen, so müßte die Gemeinde an der Haltestelle einen Heinen HntertunftSraum schaffen, damit die Reisenden nicht weiter den Hnbilben der Witterung ausgesetzt sind. Auch wäre es sehr nötig, daß an der Haltestelle des Autos eine elektrische Straffenlampe angebracht würde.
L. Groß-Eichen, 25. Ott. Gestern fand hier der Bundestag des Ohm-Lumdatal- Sängerbundes statt. Der Bundespräsident Becker, Kesselbach, erstattete nach der Begrüßungsansprache den Geschäftsbericht. Am Anfang des Jahres gehörten dem Bunde 22 Vereine an, zu denen der Gesangverein Ober-Ofleiden-Gontershau- sen Hinzukain, so daß es jetzt 23 Vereine sind. Die Sängerzahl des Bundes hat sich im Laufe des Jahres erhöht und beträgt jetzt rund 700. Im Berichtsjahres wurden zwei Sängertage, zwei Vor- ftandsfitzungen, ein Dirigententag und ein Liedertag bzw. Wertungssingen abgehaltcn. Im Verlauf der Erörterungen wurde die Frage aufgeworfen, ob man die Grenzen des Bundes meiter ziehen und neue Vereine aufnehmen solle. Der Bund erstreckt sich bereits über die drei Kreise Alsfeld, Gießen und Schotten mit den Grenzen Bobenhausen, Lumda und Ober-Ofleiden. Die Versammlung war der Ansicht, daß man dem Zusammenschluß der Gesangvereine, der sich jetzt in steigendem Maße bemerkbar macht, von hier aus nicht entgegenroirfen dürfe. Die Prüfung der Rechnungen ergab einen kleinen Ueber- schuß für das laufende Jahr. Eine rege Aussprache gab es bei dem Punkte „B u n d e s f e st ober Wertungssingen 192 7". Für die lieber- nähme des Bundesfestes hatten sich der Verein Atzenhain aus Anlaß seines öOjahrigen, der Verein Homberg wegen feines 40jährigen Bestehens gemeldet. Homberg trat freiwillig zurück, so daß Atzenhain das Bunoesfest bekommt. Damit wird ein W e r t u n g s s i n g e n verbunden. Jeder Verein muß einen Pflichtchor und einen selbst- gewählten Chor singen. Auf einem demnächst statt- finbenben Dirigententag soll der Pflichtchor bestimmt werden. Der nächste Sängertag findet in Kcsselbach statt. Der Gesangverein Groh-Eichen brachte zum Schlüsse der Tagung noch einige Chöre zu Gehör, die starken Beifall fanden.
Amtsgericht Wetzlar.
£2 Einem Reisenden aus Klein-Linden wurde Widerstand sowie Verübung ruhestörendcn Lärms und grober Unfug zur Last gelegt. Wie die Verhandlung ergab, befand sich der Angeklagte an einem Sonntaa im August in Dutenhofen bei einer Vereinsfeier. Als nach Schluß der Polizeistunde der Polizeibeamte einige im Festlokal noch anwesende Gäste, barunter auch den Angeklagten, zum Verlassen des Lokals aufforderte, ohne hierbei Er folg zu haben, versuchte der Beamte die Anwesenden mit Gewalt aus dem Lokal zu entfernen, wobei ber Angeklagte Widerstanb leistete und bann auf ber Straße burch Schimpfen ruhestörenben Lärm Der ursachte. Das Gericht gelangte zur Verurteilung des Angeklagten wegen Widerstandes zu 40 Marl ® e I b ft r a f e, wegen ber Uebertretung zu 5 M 1 (9 e l b ft r a f e, Hilfsweise für je 5 Mark Gefängnis bzw. Haft von einem Tag.
Betrug, begangen im strafverschärfenden Rück falle, wurde einem Wetzlarer Einwohner zur Last gelegt. Dieser Angeklagte schädigte einen Kaufmann in Wetzlar um 42 Mark, indem er diesem vor- spiegelte, er komme im Auftrage einer dem Kaufmann bekannten Frau und wolle ben von dieser kurze Zeit vorher ausgesuchten Gobelin abholen, ber ihm auch verabfolgt wurde. Der Angeklagte verkaufte dann den Gobelin an einen anderen für 12 Mark. Als die Frau von dem Kaufmann die Rechnung für ben angeblich gelieferten Gobelin erhielt, kam der Schwindel des Angeklagten heraus. Der schon wiederholt vorbestrafte und geständige Angeklagte erhielt für diese Straftat 5 Monate Gefängnis.
finget Wird feit Mrtttooch vermißt. Er begab sich morgens um 8 Hhr von seiner Wohnung zum Dienst unb wurde auf dem Wege noch von verschiedenen De kannten gesehen. Seit dieser Zeit fehlt von ihm jede Spur. Da jeder Anlaß zu irgendeinem Derzweiflungsfchritt fehlt, bleibt nur blc Annahme, daß ein Hnglücks f a ll ober ein Verbreche n vvrliegt.
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