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dem idealen Schießstand am Goldstein vom hie­sigen Sportschießklub veranstaltet wurde, zeigte bekannte deutsche und ausländische Schützen am Start. Daß nur beste Klasse zur Stelle war, vor allem auch aus Holland, das beweisen die vorzüglichen Ergebnisse, die zum Teil durch eine überraschend hohe Trefferzahl ausgezeichnet sind. So konnte Direktor Jürgens im Schießen um den großen 'Taunuspokal von 100 Tauben 99 treffen. Auch der hiesige Sportschietzklub konnte sich unter der starken Konkurrerrz erfolgreich be­haupten. Zorn, Pfeffer. Nickel, Dr. Han- stein wurden in einer oder mehreren Kon­kurrenzen Sieger. 3m Gröffnungsschießen (20 Tauben) wurde Markussen mit 20 Treffern erster Sieger, an die zweite Stelle kam Jür­gens. ebenfalls mit 20 Treffern. Den großen Taunuspokal (100 Tauben) gewann Emil Jür­gens mit 99 Treffern, zweiter Sieger wurde Markussen mit 97 Treffern. Die längste Trefferserie erzielte Jürgens mit 58 Treffern. Den Ehrenpreis der Stabt Bad-Nauheim holte sich Zorn, den Großen Preis von Bad-Nauheim Dr. Bartram, den Ehrenpreis der Bade- und Kurverwaltung Markussen. 3m Doubletten- schießen kam E. 3ürgens mit 7 Treffern an die erste Stelle.

o Schwalheim. 25. Aug. Während in anderen Gemeindeverwaltungen in der Wetterau Beschlüsse über Kürzung der Gemeinde­besoldungen gefaßt worden sind. Hot der hiesige Gemeinderat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für ein Festhalten an den alten De- soldungsrichtlinien eingesetzt. Es soll erst bann tn der Sache beraten werden, wenn neue Richt­linien herausgekommen sind. Auch bezüglich der Einrichtung des E l t e r n b e i r a t s ist man hier anderer Meinung als in den meisten Orten Der Nachbarschaft. Gemeinderat und Schulvorstand stimmten in einer gemeinsamen Sitzung mit Zwei­drittelmehrheit für die Schaffung eines Eltern­beirates.

h. Wölfersheim, 25. Aug. Wenig zu empfehlen scheinen sich die in unserem Orte zum Treiben der Dreschmaschine eingerichteten elek­trischen Steckkontakte' denn als gestern auf dem Zimmerplatz vor dem Dorfe der erste Ver­such zur 3nbetriebsehung des Dreschwagens mittels des dort befindlichen Steckkontaktes ge­macht wurde, erwies sich der Strom als derart stark, daß er das Räderwerk und die Trommel bald in rasend schnelle Umdrehung versetzte, und schon nach dem Drusch weniger Garben eine hef­tige Explosion erfolgte, welche die Trom­mel und die damit verbundenen Räder mit donnerähnlichem Krachen zertrümmerte und in die Lust schleuderte. Ein Wunder ist es. daß die auf und bei der Maschine beschäftigten Arbeiter mit dem bloßen Schrecken davon kamen. Eine umfangreiche Reparatur an dem aus einem Rach­barort stammenden Drefchwogen ist notwendig.

§§ Ober- Flor st ad t, 25. Aug. Die Grummeternte ist in unserer Gemarkung in vollem Gang und verspricht einen guten Ertrag. Der Stand des Dodengrases ist prächtiger denn je. Hoffentlich hält das gute Wetter noch einige Tage an, um die Grummeternte unter Dach zu bringen. Am Dienstagabend fand auf dem hie­sigen Rathaus die Grummet^rasversteigerung von zirka 40 Morgen Gemeindewiesen statt. Der Preis stellte sich pro Morgen auf 8 bis 10 Mark bei dem guten Stand der Wiesen ein ckngemessener Preis. Dieser Tage siel ein dreijähriger 3unge beim Spielen am Niddaufer in einem unbewachten Augenblick die ziemlich steile Döschung herab ins Wasser. Durch einen älteren Drüber konnte er noch im letzten Augenblick gerettet werben.

Kreis Büdingen.

* Berstadt, 24. Aug. Die Frühkar­toffeln sind hier sehr gut geraten und sind $um größten Teil bereits ausgemacht. Auch Spät» kartosseln und Dickwurz haben einen schönen Stand. Ebenso haben sich Mais, Klee und son­stiges Futter gut entwickelt, da stets genügende Feuchtigkeit vorhanden jpar. älnsere Wiesen zeigen einen prächtigen Stand, das Gras hat sehr gut angeseht, und hier und da beginnen einzelne Landwirte, die mit der Getreideernte! bereits fertig sind, mit dem Schnitt des Grummet­grases. Bei einigermaßen günstiger Witterung kann mit einer sehr guten Grummeternte gerechnet werden.

Kreis Schotten.

wg. Schotten, 25. Aug. Hier fand dieser Tage die 4. diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen Deka­nats Schotten statt. Sie wurde eröffnet durch eine liturgisch reich ausgestaltete Andacht in der Stadtkirche, wobei Pfarrer Lic. Dr. Stumpf- Eschenrod als Liturg und als Redner fungierte. 3m Mittelpunkt der Konferenzverhandlungen stand ein tiefgründiger Vortrag von Professor D. Matthes- Darmstadt überNeue Wege zur Apologetik der Christus-Religwn unter ihren Verächtern". Dekan D o l p - Laubach gab die dienstlichsn Eingänge und Verfügungen bekannt. An der Konferenz nahm auch teil der Super­intendent der Provenz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner- Gießen. Das zweite der für diesen Sommer geplanten 3ahresfeste des Schot- tener Zweigvereins der Gustav- Adolf-Stiftung wird am 5. September in Eschenrod stattfinden. 3m Festgottesdienst am Vormittag wird Pfarrer Decker- Gießen, ehe­mals Diasporapfarrer tn Fürth i. O., predigen. 3n der Nachmittagsversammlung werden reden der Festprediger, sowie der Vorsitzende des Zweigvereins, Hofprediger Widmann - Gedern.

Schotten, 24. Aug. Die hiesige Land­wirtschaftliche Schule, die beretts im vergangenen Winter nur einklassig betrieben wurde, geht im Herbst d. 3. ein. Es bleibt nur eine Land­wirtschaftliche Versuchsstation be­stehen. deren Leiter gleichzeitig als Lehrer an der neugegrundeten Landwirtschastsschule in Ridda wirken wird. Außer der hiesigen geht auch die zu Dutzbach ein, deren Leiter Dr. S cha d das Landwirtschaftsamt Nidda übernimmt. Vor einigen Tagen fand auf dem Sportplatz zu Ober- Schmitten zwischen den Mannschaften der hiesigen Realschule und der von Nidda das Schlag­ballspiel der Real- und höheren Bürger- chulen um die oberhessische Meisterschaft statt Sieger blieb Nidda mit 77: 33. Der Entscheidungs­kampf um die hessische Meisterschaft steht nun bevor.

Laubach, 26. Aug. heute nacht wurde Gräfin Johanna zu Solms-Laubach geb. Prinzessin zu Solms-chohensolms-Lich von Zwillingen (zwei Knaben), glücklich entbunden. Die Mutter und beide Knaben befinden sich wohl.

Laubach, 25. Aug. Der Gemeinderat hat beschlossen, zwecks Aufwertung der

Schuldverschreibungen der Stadt Lau- bach, der hessischen Girozentrale Darmstadt durch Vermittlung der Dezirkssparkasse Laubach beizu­treten. Die Stadt kommt in Frage mit 170 000 Papiermart zum Nennwert. Gemäß einer Ver­fügung des Kreisamts Schotten wurde die <Sin- sührung einer Wertzuwachs st euer vom 1. September ab beschlossen. 3n seiner Haupt­versammlung beschloß die hiesige Konzert- unb Vortragsvereinigung, auch im lammenden Vercinsjahr die Anordnungen der wissenschaftlichen und künstlerischen Darbietungen in der bisherigen Weise Durchzuführen. Diese Darbietungen sind durchgängig als erstklassig zu bezeichnen. Die Absicht der Fortsetzung der Dar­bietungen hat allgemein befriedigt. Gestern sand das Preisschießen des hiesigen Krieger- und Militärvereins auf den Schießstän­den des hiesigen Schützenvereins, das am 8. Aug. eröffnet wurde, feinen Abschluß. Die beiden besten Schützen waren Studiosus Rohbach und Landwirt D e s ch. Sie stechen noch um den ersten Preis. Den besten Schuh auf die Ehrenfcheibe hatte Kaufmann S. Heinemann.

Gedern, 25. Aug. Der Gederner August markt zeigte auch in diesem 3ahre feine alte Anziehungskraft, trotzdem er infolge der Maul- und Klauenseuche nur als Krämermaickt stattfinden konnte. Die Witterung war im großen und ganzen günstig, so daß auch von den um­liegenden Ortschaften viele Besucher herbei­geströmt waren, um die verschiedenenSehens­würdigkeiten" zu bestaunen. 3n einer Tierschau galt es.die größte Schlange der Welt" zu bewundern und andere Ungeheuer. DerWahre 3akob" pries mit einem bewundernswerten Wortschwall seine Waren an und sah sich von einer großen schaulustigen Menge umlagert. Der Schuljugend hatten es in erster Linie die Zucker­stände mit ihren leckeren Auslagen angetan. Die Feuerwehrkapelle spielte zu manchem Tänzchen bis in die späte Nacht hinein auf. 3m September hofft man den ausgefallenen Rindvieh- und Schweinemarkt nachholen zu können.

=.= Gedern, 24. Aug. 3n dem Schau­fenster der Firma Rothenberger (Hauptstraße) ist zurzeit das Modell des geplanten Ehrenmals für unsere Gefallenen ausgestellt. Das Denkmal stellt sich dar als eine an den vier Ecken gestützte Säulenhalle, in deren Mitte ein Stein- farkophag ruht. Seitlich führen Treppen empor zu den Anlagen, von denen das Denkmal umgeben sein wird. Es trägt die 3nschriftUnteren Helden 191418 und wird am Schloßberg in der Nähe des Krankenhauses zur Aufstellung kommen. Der Schöpfer des Entwurfs ist Reg.-Daurat Nod- nagel- Schotten. Die Vorarbeiten zur Herstel­lung der Denkmalsanlage sollen baldmöglichst in Angriff genommen werden.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 25. August. Die gestrige Stadtvorstandssitzung wies eine sehr umfangreiche Tagesordnung auf. Als 1. Punkt wurde behandelt die Einführung einer 3nfla- tivnswertzuwachssteuer. Gemäß dem Vorschlag des Ministeriums des Innern wurde die vor­gelegte Mustersatzung über die Wertzuwachs­steuer für die während der 3nflatton getätigten Verkäufe genehmigt. Der Steuersatz beträgt 10 bis 30 Prozent des Wertzuwachses. Aenderung der Vergnügungssteuerordnung' 3nfolge der vom Reichsrat im 3uni dieses 3ahres erlassenen neuen Bestimmungen über die Vergnügungssteuer ist auch eine Aenderung der städtischen Vergnügungs­steuerordnung notwendig geworden. Entsprechend dem Vorschlag der Finanzko-mmission wird be­schlossen, die Vergnügimgssteuerordnung den neuen Reichsbestimmungen vom 12. 3uni abzu­ändern. 3edoch werden die seitherigen Steuer­sätze der städtischen Vergnügungssteuerorbnung beibehalten, soweit dies nach den neuen Bestim­mungen zulässig ist Der Voranschlag der Ge­werbeschule für das Rechnungsjahr 1927 in der vorgelegten Fassung sand unveränderte Annahme. Deutsches Haus". Die hierüber von der Stadtkasse aufgestellte Wirtschafts-Rechnung über den gesamten Llmbau wird genehmigt. Die noch auszuführenden äußeren Verputz arbeiten werden nach den Vorschlägen der Daukommission ver­geben. Verlegung der Baufluchtlinie in der Blauen Pfütze. Der von dem Besitzer Karl Koch gegen die projektierte Aenderung erhobene Ein­spruchs wird im öffentlichen 3nteresse zurückge- wiefen. Die Stadt erklärt sich jedoch bereit, dem Reklamanten bei dem Wiederaufbau der abge­brannten Scheune auf seinem benachbarten Gar­tengrundstück möglichst entgegenzukommen und ihm das seitherige Hofreitgelände zum Preise von 3000 Mk. abzukaufen. Stratzenbaukosten. Hierzu wird beschlossen, für die Straßenherstel- lung der Wallgasse vom Haus Rohrbach bis zum Walkmühlenweg, für den Walkmühlenweg und für die neuangelegten Straßen der Siedlung Rambach die nach dem Ortsbaustatut zulässigen Anliegerbeiträge zur Erhebung zu bringen, da diese Strahenherstellungen als Neuanlagen im Sinne der Bauordnung anzusehen sind. Ver­schiedene Mietverträge mit neuen Mietern in städtischen Häusern werden genehmigt. Für das Gesuch des 3ohannes Greb um Erweiterung seiner Wirtschaftskonzession wird die Bedürfnis- frage bejaht, nachdem das Wohnungsamt von einer Beschlagnahme der in Betracht kommenden Räume abgesehen hat. Das Gesuch derDeutsch- Amerikanischen Petroleumgesellschaft um Errich­tung eines Dürftntanks vor dem Kimmschen Hause auf dem Marktplatz wird vorbehaltlich der kreis­amtlichen Konzession genehmigt. Ein Gesuch um Abgabe eines Bauplatzes für die Siedlung Rani­s'ach, sowie ein Dispensgesuch gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Bauordnung werden genehmigt. Notstandsarbeiten im Wege der produktiven Erwerbslosenfürsorge. Da im kommenden Winter wieder mit einer erheblichen Zunahme der Zahl der Erwerbslosen zu rechnen ist, sollen größere Notstandsarbeiten im Gesamtbeträge von 67 703 Mark vorgenommen werden, in erster Linie die Errichtung einer Badeanstalt' ferner Straßen- kcmalisationen und Wegebauten, vorausgesetzt, daß ein entsprechender Zuschuß aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gewährt wird. Die hierüber von dem Stadtbauamt vor­gelegten Voranschläge werden genehmigt. Er­bauung einer Wohnbaracke Lieber diese Ange­legenheit, die auf Antrag der sozialdemokrati­schen Vertreter statt in nichtöffentlicher Sitzung in öffentlicher Sitzung verhandelt wurde, entspann sich eine ausgedehnte Debatte. Vorgesehen ist ein Bau von zehn Notwohnungen. Da man sich über die Platzfrage und über die Ausführung des Baues nicht einigen konnte, wurde die Angelegen­heit nochmals an die Baukommission zurückver­wiesen. Es soll ertoogen werden, ob nicht an Dtelle einer Baracke Reihenhäuser errichtet wer­

den sollen. Unter Mittellungen gab der Vor­sitzende ein Dankschreiben des Geheimen 3ustiz- rats D. Dr. Stammler in Wernigerode für die ihm von der Stadt anläßlich seines 70jährigen Geburtstages übermittelten Ehren-Urkunde be­kannt. Stammler ist in Alsfeld geboren

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 25. Aug. Sein 40jähriges Dienstjubiläum beging der Förster und Kirchenvorsteher Johannes Hahn aus Berns- Hausen, der in der Gräflichen Forstverwaltung zu Schlitz tätig ist.

Starkenburg.

Darmstadt, 25. Aug. Der Urheber des Gedankens, durch farbige Zeichen an Bäumen, Pfählen usw. für den Wanderer die Wege kennt­lich zu machen, die nach bestimmten Zielen, namentlich nach Aussichtspunkten siihren, war der hessische Oberamtsrichter Geh. 3ustizrat Ludwig Seibert, der im 3ahre 1911 gestorben ist. Er gehörte dem Vorstand des Odenwaldklubs an, der sein System der Wegemarkierung anuahm und durchführte. Um die Verdienste Seiberts, der durch die Wegebezeichnung nicht wenig zur Förderung des Wandersports beige­tragen hat, zu ehren, hat jetzt der Odenwald- klub am Kaiserturm auf der Neunkircher Höhe einen Gedenkstein errichtet, der die Erinne­rung an den Schöpfer der Wegbezeichnung wach- halten soll Bei der Einweihungsfeier waren Vertreter von Wandervereinen aus der Um­gebung von Darmstadt, aus Frankfurt, Worms, Mannheim und Heidelberg zugegen. Die Weihe- rede hielt der Vorsitzende des Wegebezeichnungs- ausschusses des Odenwaldklubs, Oberstaatsanwalt Wünzer, Darmstadt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

kg. Wetzlar, 24. Aug. Den großen Was - sermassen ber Lahn, die kurz unterhalb der eisernen Drücke über das Wehr tn einem kurzen Dogen ohne Unterbrechung, besonders aber bei Hochwasser, ihre gewaltige Kraft durch fortge­setztes Abreißen von dem Gelände zwischen der Ochsenwiese und der Lahn bewiesen, wurde neuer­dings als hartnäckigen Prellbock eine etwa 100 Meter lange Detonmaner entgegengesetzt. Auf diese Weise ist nicht nur das Erdreich, das meist einem Sumpf glich, trocken gelegt und erhalten geblieben, sondern es ist auch eine große Fläche geschaffen, die, wenn sie mit ausreichendem Ma­terial planiert ist, eine prachtvolle Fläche für Sport- und Turnübungen bietet. Der Deutsche Turnverein Turnverein Wetzlar hat hier- selbst sein Domizil.

kz. Wetzlar, 24. Aug. Bei einigen Tomaten ist eine eigenartige Tomatenkrankheit aus­getreten. Es handelt sich um den sog. Tomatenkrebs. Die Krankheit wird ncranlaüt von einem Pilz, von welchem zunächst nichts wahrzunehmen ist, weil er die erste Zeit in Form eines Myzels im Innern der Pflanzenteile lebt. Sie tritt dem Anscheine nach nur bei schwerem, feuchten Boden auf, während Pflanzen auf leichtem, sandigen Boden davon verschont blei­ben. Jedenfalls dürfte es sich empfehlen, kranke Pflanzen nicht auf den Kompost zu bringen, son­dern sie durch Verbrennen zu vernichten.

XX Wetzlar, 25. Aug. Als eine höchst segensreiche Einrichtung hat sich seit langem unsere Kreis-Wanderbücherei erwiesen, die von den Kreiseingesessenen immer gern be­nutzt wurde. Alljährlich in der ersten Hälfte des Monats August wurden die Bücherstöcke zwi­schen den benachbarten Gemeinden ausgewechselt. Die Weiterentwicklung der Dücherei, die sich be­kanntlich über die sieben Landbürgermeistereien mit 82 Gemeinden erstreckt, ist leider gänzlich zum Stillstand gekommen. Diele Bücher sind durch den steten Wechsel gänzlich verbraucht, dazu sind Kreis noch Gemeinden in der Lage, Neuanschaf­fungen zu machen. Vielfach trug man sich Daher mit dem Gedanken, die Kreisbücherei aufzulösen und für die einzelnen Orte Büchereien einzu­richten. Erfreulicherweise soll aber dennoch die Wanderbücherei bestehen bleiben und nach Kräf­ten weiter ausgebaut werden. Die Lehrerschaft hat sich bereit erhärt, die Ausleihung der Bücher weiterhin zu besorgen.

O Wetzlar, 25. Aug. Die Erhebung von Kirchensteuern in den Landgemeinden des Kreises Wetzlar konnte bisher dadurch erspart bleiben, daß die politischen Gemeinden freiwillig die Fehlbeträge der Kirchenkassen auf die Ge­meindekassen übernahmen.

XX B r a u n f e l s, 25. Aug. Viel besucht und bewundert wird zurzeit die heimatliche Kunst - a us stell ung, die außer den Landschaften des Malers O. 2innert), Radierungen von Diet -- r i ch Bilder aus dem Besitz der mit Braunfels schon feit Generationen verbundenen Künstler- samilie Deikler an die Oeffentlichkeit bringt.

kz. Dutenhofen, 25. Aug. Gegenwärtig ist wieder die Zeit da, wo das Vieh mit reich­licher Menge von Grün futter gefüttert wer­den kann. Die Dickwurz sind soweit gediehen, daß sie auf guten Aeckerngeblättert" werden können. Wenn die Blätter auch kein nahrhaftes Futter sind, so wirken sie doch milchbildend für die Kühe.

kz. Dorlar, 25. Aug. Die allgemeine Klage über den großen Obstmangel in diesem 3ahre muß allerdings bei dem Anblick vieler voll- hängenden O b st b ä u m e verschwinden Diele Birnbäume insbesondere zeigen einen reichen Behang. Die rechten Honigbirnen und auch edles Tafelobst sind vorhanden. Die Apfelernte läßt zu wünschen übrig, auch ist die Zwetschenernte der vorjährigen Ernte nicht gleich zu schätzen.

kz^ Garbenheim, 25. Äug. 3n der Nähe des Taubensteins ist von dem Marineversin Wetzlar am Ufer der Lahn in Form eines kleinen Hafens eine An läge stelle und zu­gleich Aufbewahrungsort für Kähne errichtet wor­den, die zu -Hebungen auf dem Wasser dienen sollen. Die Kähne schwimmen bereits in ihrer neuen Anterkunftsstelse, doch ist die Bedachung des Gebäudes über der Anlegestelle noch nicht vollendet. Eine Frage ist es noch, ob das Holz- gebäude auch einem evtl, eintretenden Hochwasser standhalten kann.

<5 Lützellinden, 24. Aug. Die Wal­dungen der hiesigen Gemeinde liefern alljährlich eine ausgezeichnete Drombeerernte und werden aus diesem Grunde zur Zeit von zahl­reichen Deerensuchern aus hiesigem und den um­liegenden Orten belebt. 3nfolge des feuchten Sommers find die Brombeeren in diesem 3ahre außerordentlich groß und vollsaftig.

kg. Münchholzhausen. 24. Aug. Ein Bohnenjahr, wie wir -s nur selten be­

kommen, ist uns dieses 3ahr beschert. Die Witte­rung war hierfür wie geschaffen. Man hört all­gemein von guter Bohnenernte, weshalb die Preise hierfür des großen Angebotes wegen nur gering sind. Man pflückt mächtige Dohnen, wor­unter Riesenexemplare von 40 und mehr Zenti­meter Länge sich befinden.

- C> Niederkleen, 24. Aug. Die in einem sehr schlechten Zustande befindliche Verbin­dung s st r a ß e von hier nach Oberkleen soll noch in diesem 3ahre neu ausgebaut Werbern Hierbei soll die Straße, die sich für Den öffent­lichen Verkehr im Laufe der Zeit als zu eng er­wiesen hat, auch eine Verbreiterung erfahren. Das hierzu erforderliche Gelände ist bereits bet der seit einigen 3ahren beendeten wirtschaft­lichen Umlegung der Grundstücke der hiesigen! Gemarkung ausgewiesen worden. Die Gemeinde, die zu dem in diesem 3ahre ausgeführten Dau einer Wasserleitung mit Ortsentwässerung erheb­liche Geldmittel hat aufbringen müssen, hofft zu dem Ausbau des Weges Mittel aus Der pro­duktiven Erwerbslosenfürsorge zu erhalten. An dem Wegebau werden die zahlreichen Erwerbs­losen der Gemeinde voraussichtlich längere Zeit Deschäftigung finden. Das erforderliche Stein- material wird aus dem eigenen Druche der Ge- meindx im DistriktMühlberg" gewonnen. Nach Fertigstellung des Äusbaues soll der Weg in Kreisunterhaltung gegeben werden. Für den öffentlichen Verkehr ist der Weg bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Pohl-Göns und umgekehrt Das durch die Vakanz der hiesigen Pfarrstelle längere Zeit unbewohnte Pfarrhaus ist, nachdem dasselbe bereits vor zwei 3ahren einen neuen Außenver- puh erhalten hatte, in diesem 3ahre auch innen; einer gründlichen 3nstandsehung unterzogen wvr» den. Es wird von unserem neuen Pfarrer feit; dessen Amtsantritt bewohnt Die Berhaird- langen über die Zahlung einer höheren Pacht für die hiesige Gemeindejagd durch die frü­heren Pächter für die Zeit nach Deendigung der 3nflation sind noch immer nicht abgeschlossene Es schwebt schon seit längerer Zeit ein Verfahren vor dem Pachteinigungsamt, in dem bisher eine Entscheidung nicht gefällt wurde. Seit diesem 3ahre ist die 3agb an Duhbacher Herren neu verpachtet. Der jährliche Pachtpreis beträgt 1740 Mark.

O Oberkleen. 25. Aug. Durch Verfü­gung des Landgerichtspräsidenten zu Limburg ist der Ortsgerichtsmann. Landwirt 3ohanneS Reuter V. von hier zum Ortsgerichts- Vorsteher-Stellvertreter ernannt wor­den.

6 Niederweh. 24. Aug. Gelegentlich des augenblicklich hier im Gange befindlichen Zusammenlegungsverfahrens der Grundstücke in hiesiger Gemarkung wurde ein Seil der neu zusammengelegten Grundstücke vor kurzem an die Besitzer übergeben, während der noch rest­liche Teil im Herbst übergeben werden soll.

<5 Aus dem Kreise Wetzsar, 24. Aug. Die für unseren Kreis zuständige Hand­werkskammer zu Koblenz hat folgenden Hand­werksmeistern aus unserem Kreise für eine mehr als 50jährige Berufstätigkeit im Handwerk Ehrenurkunden verliehen: Heinrich Ahl,' Schmiedemeister, Kröffelbach; 3oh. Keiner, Schmiedemeister. Oberbiel; 3oh. Wiegand, Schmiedemeister, Burgsolms; Heinrich F o h r b ach, Schmiedemeister, Launsbach; Karl Die­terich, Schmiedemeister, Kraftsolms. Aus unserem Kreise befanden sich in diesem 3ahre insgesamt 97 Schulkinder zu einer vier­wöchigen Erholung in der Walderholungsstätte Wegscheide. Die Verpflegungskoften betrugen pro Kino 20 Mk.

Dillkreis.

bl. Dillenburg, 25. Aug. Dienstagvor- mittag traf von Gießen mit einem Sanderzug kommend, das Ausbildungs-Bataillon des 15. 3 n f. - R e g t s. Marburg hier ein. Nach^ mittags konzertierte die Militärkapelle auf dem Wilhelmsplatz vor einem zahlreichen Publikum. 3m vollbesetzten Saale des Städtischen Kurhauses gab die Kapelle Dann am Abend ein Konzert mit ausgewähltem, erstklassigen Programm, und erntete reichen Beifall. Der Weitermarsch nach Herborn erfolgte gestern.

bl. Dillenburg, 23. Aug. Nach dem Stande vom 21. August beträgt die Zahl der männlichen Vollerwerbslosen des Kreises 1326, die der weiblichen 24 Personen. An Zuschlagsempfängern sind 2177 Personen vorhanden. Bei Notstandsarbei. ten werden 370 Mann beschäftigt. Gegenüber der Vorwoche trat keine nennenswerte Aenderung ein.

U Eisemroth, 25. Aug. 3n dem nahen Tringenstein ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen. Die Ortssperre ist ange» ordnet Eine sehr mißliche Hemmung gerade jetzt während der Einbringung Der Ernte. Hier wurde dieser Tage durch ein Pferdefuhrwerk ein kleines Kind überfahren. Die Räder gingen dem Kleinen über den Unterleib. Es liegt in bedenklichem Zustande mit inneren Verletzungen darnieder.

Kreis Marburg.

sch. Marburg. 25. Aug. Der Kurhesfische Verein für Luftfahrt hatte gemeinsam mit dem hiesigen Verkehrsverein für den 29. d. M. einen großen Flugtag angezeigt. Wie jetzt gemeldet wird, ist der Flugtag auf Den 12. oder 19. Sep­tember verlegt worden. 3n Der Nähe von Bauerbach (Kreis Marburg) kam es dieser Tage zu einer Messerstecherei Drei Burschen aus Bürgeln und einer aus Ginseldorf wurden auf dem Heimweg von der Kirmes in Bauerbach von vier fremden Burschen überfallen, wobei ein Bursche einen lebensgefährlich en Messer- st i ch in die Lunge und ein zweiter Stiche in die Hand davontrugen. Als Täter wurden heute zwei Burschen aus Groß-Seelheim fest­genommen und dem Amtsgericht in Kirchhain zugeführt.

Kreis Westerburg.

00 Kreis Westerburg, 25. Aug. Am ver­gangenen Sonntag traten in Laden 17 Druder- üereine zum diesjährigen Wertungssingen des Kreissängerbundes an. Der fried­liche Kamps gestaltete sich diesmal doppelt span­nend, Da Die Sängervereinigung Westerburg es fertig brachte, Den schon zweimal errungenen Wanderpreis endgültig in ihren Besitz zu bringen. 3ii Der ^-Klasse errang Die Sängervereinigung Westerburg, in Der L-Klasse die Harmonie Laden- Härtlingen, in Der O-Klasse Cäcilia Westernohe und in Der Quartettklasse Der Quartettvevein Homberg Den ersten Preis. Die genannten Ver­eine erreichten sowohl im aufgegebenen Chor als auch im selbstg-wählten Lied die höchste P^nft-

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