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wenn auch in der sungsänderung Entscheidung berufen Reichsregierung oder heil des Reichstags.

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diese muh freie

Unter den heutigen Umständen muh sowohl der Staatsbürger wie der Abgeordnete tatenlos zusehen, wie diese allerwichtigste Frage bei ge­wissen Gesehen vorweg entschieden wird von Stellen, auf die er keinen Cinfluh hat. Bei den Gesetzen über die Fürstenabfindung hängt über­haupt alles davon ab. ob sie als verfassungs­ändernd angesehen werden oder nicht. Man mag also zu der Frage an sich stehen, wie man will,

Vorfrage ist allemal die wichtigste. Hier also auf die Dauer eine rechtlich einwand- Lösung gefunden werden.

Die Verfassungsänderung Von D. Dr. Dr. Bredt, o. Professor der Rechte an der Universität Marburg, M. d. R.

Bei den Verhandlungen über die Fürsten­abfindung tritt wiederum eine Frage in den Vordergrund, die schon des öfteren die politische Lage beherrscht hat, nämlich die Verfassungs­änderung. Es taucht die Frage auf, ob sowohl der im Reichstags-Ausschuh beratene Gesetz­entwurf wie der im Volksbegehren eingebrachte Entwurf als verfassungsändernd anzusehen sind oder nicht. Die praktische Bedeutung der Frage liegt darin, daß je nach ihrer Entscheidung eine verschiedenartige Mehrheit für die Annahme not­wendig ist. Bei einfachen Reichsgesehen genügt im Reichstage die Mehrheit der anwesenden Mit­glieder, sofern nicht etwa die Beschluhunfähigkeit des Reichstages festgestellt ist, d. h. sofern nicht etwa weniger als die Hälfte der gewählten Mit­glieder anwesend ist. Bei sog. verfassungsändern­den Gesetzen müssen nach Artikel 76 der Weimarer Reichsverfassung zunächst zwei Drittel der gesetzlichen Mitgliederzahl des Reichstages an­wesend sein und von diesen müssen wiederum mindestens zwei Drittel zustimmen. Die Annahme ist also im letzten Falle an sehr erschwerte Bedingungen geknüpft.

Run kommt in Deutschland eine weitere Er­schwerung hinzu, die in den Tatsachen liegt. Bei unseren Parteiverhältnissen kann man kaum damit rechnen, dah einmal eine Regierungskoa­lition allein über zwei Drittel des Reichstages verfügt. Wir sehen vielmehr regelmäßig sehr schwache Regierungs-Mehrheiten, oder wir werden sogar von einer Minderheits-Koa­lition regiert. Sn solchen Fällen also kann ein verfassungsänderndes Gesetz nur dann zustande kommen, wenn entweder nach rechts oder nach inks eine starke Verlängerung der Regie­rungsfront wenigstens für solches Gesetz im Einzelfalle möglich ist. Bei der Fürstenabfin­dung kann die Mitte niemals allein die erforder­liche Mehrheit aufbringen: sie bedarf der Llnter- stühung der Sozialdemokraten oder der Deutsch- nationalen und die Frage hat jetzt eine Be­deutung gewonnen, die weit über den Rahmen des eigentlichen Gesetzes hinausgeht.

Es ist demnach gleich bei der Einbrin­gung eines Gesetzes von der allergrößten Be­deutung, ob es als verfassungsändernd angesehen wird oder nicht. Bei den Dawes-Gesehen wurde der Standpunkt vertreten, daß lediglich das Gesetz über die Reugestaltung der Reichsbahn verfossungsändernd sei. alle anderen Gesetze nicht. Es stellte sich dann die merkwürdige Tatsache heraus, dah die Deutschnationalen bei allen Ge­sehen. die nicht als verfassungsändernd galten, dagegen stimmten, bei dem versassungsändernden Gesetze aber zur Hälfte dafür stimmten, so daß hier die notwendige Zweidrittel-Mehrheit her­auskam. Bei den Locarnoverträgen wurde von den Deutschnatiouoken behauptet, sie seien verfassungsändernd, von der Regierung wurde der entgegengesetzte Standpunkt vertreten. Tatsächlich sind die Locarno-Verträge angenom­men worden mit einer Mehrheit, die für ein verfassungsänderndes Gesetz nicht ausreichte und aus diesem Grunde wird bekanntlich überhaupt die Gültigkeit der Verträge bestritten. Bei der Fürstenabfindung ist die Stellungnahme der Reichsregierung lange zweifelhaft gewesen. Don links her wurde der Standpunkt vertreten, sowohl die Reichstagsvorlage, wie die Volks» begeheren-Vorlage seien nicht verfassungsändernb. Schließlich hat dann der Reichsminister des Innern im Ramen der gesamten Reichsregierung die Erklärung abgegeben, beide Vorlagen seien als verfassungsändernd anzusehen.

Wir sind damit allmählich in eine Praxis hineingekommen, die zweifellos in einem Rechts­staate nicht gutgeheißen werden kann. Zunächst ist es überhaupt wenig erfreulich, daß so oft ,mit dem Begriffe des verfassungsändernden Ge­setzes gearbeitet wird. Die Verfassung soll die -'unanfechtbare Grundlage für die ganze Gesetz­gebung darstellen und der einzelne Bürger soll 'wissen, daß die in der Verfassung niedergelegten Grundsätze ihm eine Sicherheit bieten auch gegenüber der Gesetzgebung. Aller­dings kann man keine Verfassung festsehen für alle Ewigkeit: man muh sie vielmehr auch ver­änderten Verhältnissen anpassen können. Dazu eben wird die Möglichkeit der Verfassungsände- rung vorgesehen. Hierunter aber hat man zu

Hinsicht Opfer gebracht hat. Hier besteht ein außerordentlich gefährlicher unnatürlicher Zu­stand. selbst in politischer und sozialer Hinsicht, und das Gleichgewicht zwischen der Arbeit der Fabriken und der der Landwirtschaft muh im allgemeinen Interesse, das nun einmal das oberste Gesetz ist. so rasch wie möglich wieder hergestellt werden, welchen Rachteil davon auch gewisse große Eroberer des Eisens und des Stahls haben könnten, denn hier geht es um die Gesundung der ganzen Ration.

Das, was England mit soviel Mut für die Wiederherstellung der Handelsfreiheit getan hat. das. was Belgien und Italien seit 3 Monaten gleichfalls beschlossen haben, indem sie in ihren ' Beziehungen zu Deutschland gegenseitig die Meist­begünstigungsklausel aufnahmen, wovon indu­strielle und kommerzielle Kreise in gleicher Weise befriedigt werden, können wir das nicht auch versuchen? Können wir nicht beispiels­weise uns entschließen, den Warenaustausch zwi­schen Westfalen und Lothringen zu begünstigen, soweit es noch möglich ist? Eine noch ausgedehn­tere Zusammenarbeit könnte zwischen den deut­schen und französischen chemischen Industrien her­gestellt werden, besonders was Kautschuk und synthetisches Petroleum anbelangt. Statt unsere deutschen Rivalen mit Prohibitiv-Zolllchlägen zu bekämpfen, würde es nicht weit vorteilhafter sein, uns mit ihnen zusammenzutun, um uo^^olidarisch von dem so drohenden Joch des britischen Trusts zu befreien?

Die rein kommerziellen Verständigungen sind nicht weniger wünschenswert, und ihre Möglich­keit ergibt sich aus der Erfahrung, die man seit über einem Jahre mit dem gemeinsamen Kali­verkauf gemacht hat. Ein für beide Teile so befriedigendes Experiment ist das Abkommen vom August 1924, das. auf Amerika und Schweden beschränkt, jetzt für die ganze Welt erneuert wor­den ist.

Man muß sich sehr wohl Rechenschaft dar­über ablLgen, daß eine wirtschaftliche Verständl- gung zwischen Deutschland und Frankreich allein Deutschland dazu bringen wird, sich wtrÜich für die Regelung der Reparationen zu inter­essieren, eine Regelung, die noch höchst unsicher ist. Genau so. wie sie mit Macht dazu beitragen wird, die Krisis des Vertrauens zu überwmden, unter der unsere Devise jetzt so leidet. Bevor man die Grundlagen eines allgemeinen wirtschaftlichen Ausgleiches suchen sollte, wäre es besser, mit Rachdruck nach dem so ermutigenden Beispiel von Locarno einige Sonderausgleiche zu sichern. Ermutigend ist auch das Beispiel, dah schon sieben Zollverträge in Zentral-Eurvpa abgeschlossen worden sind, die nicht weniger als 60 Millionen Einwohner interessieren. Die Meistbegünstigungs­klausel findet sich in den meisten dieser Verträge, und die so im Hinblick auf die Ermäßigung der Zolltarife verwirklichten Anstrengungen wirken sich bereits aus in den günstigen Resultaten der Handelsbilanzen.

Wie die Verträge von Locarno bezirksweise den politischen Frieden im Geiste einest General- Protokolls -organisieren, wie sre darin vorgesehen waren, so werden die Sonderzollverständigungen nach und nach den Frieden und die europäische Wirtschaftseinheit organisieren.

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schreckliche StichwortKurbettieren Sie!" brav zu erhaschen Himmel, ohne darauf reagieren zu können!

Da war es! Und dann trat draußen eine furcht­bare Stille ein; er sah förmlich, wie die Ohren der beiden Liebenden gegen sein Weinglas, das nicht mehr da war, hinwuchsen, um die erlösenden Schläge aufzufangen. Aber sie fingen nichts auf als ein erstickendes Gekicher von Kollegen, ein schaden­frohes Geriefel aus allen Winkeln Weiterungen derer, die bereitstehen mußten, um gegen die Rampe vorzubrechen, sobald die Uhr geschlagen hätte.

Reden! Dialog! Moment Geduld! Keine Pause! Wiederholen! Selber Text machen!" blies Doktor Subaqua gemartert durch die Rupfenwand.Gleich kommt Glocke!"

So redeten denn die beiden dort in ihrem mitternächtigen Zimmer. Sie ftegreifelten ange­strengt.Ha!" äußerte Colombo,was ist das? Wir müssen uns um beträchtliche zwölf Minuten verfrüht haben!" Da Rarzissa hierauf nicht das Mindeste zu entgegnen wußte, wagte sie ein neues Thema; sie begann beklemmt:Ich entsinne mich des Knirschens Ihrer Pferdezähne vorhin unten im ©arten; ist es eine üble Angewohnheit ober ein­malig?" Herr Colombo, hierdurch gleich völlig ent­wurzelt, wußte nur kräftig zu stottern:Riemalig!" worauf Rarziffa, der schon schlecht wurde vor Ratlosigkeit, den Faden verzweifelt weiterfpann: Aber lieber, bester Graf, deutlich hörten's doch die Ohren unser beider!" Colombo, der bereits den Eindruck verhaltenen Irrsinns machte, sagte düfter nichts als:Leider, leider." Er geriet ins Reimen, was sich nicht gut ausnahm; denn diese Tragödie war in knapper Prosa geschrieben. Und mit hinein in den Vers riß er Narzisse; sie war wieder daran, die Aermste; die Wortkargheit ihres Partners ließ sie gar nicht zu Atem kommen, es entfuhr ihr:Sie sagen: leider, und ich kann Ihren Schmerz voll­kommen verstehen; wie sehr müssen Gebisse ob sol­chen Knirschens in Brüche gehen!" Colombo hatte sich völlig aufgegeben; er reagierte nur noch auf den Klang, den fein Ohr traf; er verzichtete auf jeden Sinn, er sagte einfach:Mit leisen Zehen!" Ach, schon wieder war Rarzissa an der Reihe, aber sie sprach sogleich, sie sagte etwas, sie war ein Weib, sie fand eine beträchtliche Menge von Worten, sie hielt sich tapfer. So ging es traumhaft scheußlich weiter im Rampenlicht.

ich will damft sagen, daß man uns nichtsdesto­weniger für die Zukunft die schwersten Lasten auferlegt hätte.

Dieses Ablommen ist ebenso unsicher wie -alle diejenigen, die auf Grund des Gesetzes von 1919 bis auf den heutigen Tag abgeschlossen sind und die angesichts der beträchtlichen Schwie rigkeit nur mit kleineren Staaten abgeschlossen werden konn­ten, da jede Großmacht nur auf der Grundlage der Meistbegünstigurgsklau'el einen Handelsver­trag mit uns abschließen tonnte, vorausgesetzt, daß sie selbst zu diesem Zugeständnis bereit war. Mit solchen Grundsätzen, die dazu noch immer zu nichts führen und mit einem solchen, immer­hin wenigstens für eine gewisse Anzahl Inter­essierter. leickt aufzurlärendem. geheimnisvollen Wiederaufrichtung eines Wirtschaftssriedens nur Dunkel, können wir die Grundlagen für die auf einer solideren Basis festlegen, als die der Vorkriegszeit. Im Grunde genommen verweigerte uns Deutschland vor einigen Monaten in dem provisorischen Abkommen die Meistbegünstigungs­klausel dc jure einzuräumen die es uns schon von Anfang an versprochen hatte, und erklärte, unserem für gewisse Produkte schon stark erhöhten Minimaltarif Zwischentarifen den Vorzug zu geben.

Was wissen wir in dieser Hinsicht von dem Wirtschaftsdrama, das sich feit über einem Jahr zwischen Frankreich und Deutschland abspielt, und von der Stahl-Schlacht, die zwischen dem Komitee des Forges und der Schwerindustrie im Gange ist? Der Tleberprotektivnszolltarif. wie er dem französischen Parlament vorgeschlagen ist. ist ein wahrer Kampftarif, der sehr oft noch die deutschen Zollerhöhungen überbietet, wie sie vom Reichstag am vergangenen 23. August ange­nommen wurden und seit dem 1. Oktober in Anwendung sind. Der wirtschaftliche Rationalis­mus auf beiden Seiten der Grenzen ergänzt ein­ander, verstärkt und verschärft ihn und nährt fortgesetzt Keime zu neuen Konflikten. Das Tiebergebot der Tarife ist genau so unheilvoll wie der Rüstungswettbewerb.

Die englischen Unterhändler haben dies sehr wohl begriffen, und zwar zu allererst. Sie haben es verstanden, schon seit über ein Jahr die Handelsbeziehungen mit Deutschland wieder anzuknüpfen, und zwar unter den liberal­sten Bedingungen. Die Belgier und Italie­ner übrigens haben nicht gezögert, es ihnen nachzumachen. Trotz der Interessen, die oft un­vereinbar erscheinen konnten, hat England den deutschen Erzeugnissen die Meistbegünstigungs­klausel bis auf ganz wenige Ausnahmen zuge­standen: es hat alle Prohibitivmaßnahmen in den deutsch-englischen Beziehungen aufgehoben und alle Ausnahmegesetze gegen die ehemaligen feindlichen Untertanen abgeschafft. Das nennt man die vollständige Wiederherstellung der glei­chen Behandlung in kommerzieller Hinsicht und des freien Warenaustausches zwischen zwei gro­ßen Rationen. Für die englischen Industrien, die sich bedroht fühlen, greift ein besonderes Verfahren Platz. Sie müssen den Rachweis er­bringen. dah ihre Unterlegenheit vor den aus­ländischen Konkurrenten nicht zurückzuführen ist auf Mangel an Organisation oder Geschäftsfüh­rung. und daß sie in der Tat nützlich und nach streng kommerziellen Grundsätzen arbeiten. Die Industriellen und Kaufleute, die den nachge­suchten Schuh für schädlich halten, können darüber den Board of Trade als Schiedsrichter anrufen. Das ist ein ausgezeichnetes Verfahren der Uw- terscheidung, das ich auch in unserem Lande an­gewandt sehen möchte, denn dieses Verfahren allein befreit uns von nutzloser Fabrikatton und schmarotzenden Industrien. Dieses Verfahren würde urrs gleichfalls gestatten, gewisse aufge­blähte Industrien auf das vernünftige Maß zu­rückzuführen, Industrien, die sich gar nicht klar werden über die Grenze der Aufnahmefähigkeit und der Bedürfnisse des Landes, und die sich gleichfalls weigern, irgendwelche Rücksicht zu neh­men auf die Weltproduktton. Rach dem Jahres- beriet des Komitees der französischen Berg­werke hat die jährliche Kohlenproduttion Frank­reichs selbst unter Abrechnung der lothringischen Kohlengruben das Riveau der Vorkriegszeit übertroffen, während das Defizit unserer land­wirtschaftlichen Produktion jedes Jahr zunimmt; der Wert der Rahrungsmittel, die wir einzu­führen gezwungen sind, drückt sich schon durch den Koeffizienten 4,75 aus. Die industrielle Tleberproduktton wird also immer unheilvoller für unsere Landwirtschaft, die schon in so vieler

verstehen die Abänderung der Ver­fassung selbst, d. h. Abänderung der ge­schriebenen Tlrkunde in ihrem Text. Soll also ein Gesetz ergehen, das mit der Vip'fassung im Wider­spruch steht, so kann das richtige Verfahren nur darin bestehen, dah man zunächst den Text der Versa ssung selbst ändert, und bann auf dieser neuen Grundlage das gewünschte Ge­setz mit einfacher Mehrheit erläßt. Derartige Veränderungen an der Weimarer Reichsverfas­sung sind schon mehrfach vorgenommen worden.

Was demgegenüber die Praris als Per- fassungsänderndes Gesetz bezeichnet, sind in Wirklichkeit verfassungswidrige ' Gesetze. Sie änbern die Verfassung selbst gar nicht ab, lassen sie vielmehr unberührt, aber sie stehen im Widerspruch mit der Verfassung. Im Gcsehestcxte, wie er im Reichsgesehblatt ver­öffentlicht wird, ist auch gar nicht zu erkennen, baß sie als verfassungsändernde ergangen finb. Im äußeren Anblick bleibt vielmehr der Wider­spruch zwischen der Verfassung und dem Ge­setze bestehen.

Die größte Gefahr liegt aber darin, daß es gar keine Stelle gibt, die einwandfrei feststellen kann, ob ein eingebrachtes Gesetz mit der Ver­fassung vereinbar ist ober nicht. In ben sel­tensten Fallen ergibt sich hier bas staatsrecht­lich Richtige ohne weiteres auf ben ersten Blick. In ben meisten Fällen ist bie Sache zweifel­haft und bann entscheidet in letzter Linie bie Behauptung bet Regierung. Daß es aber zum minbesten möglich ist. hier nach politischen Ge­sichtspunkten zu entscheiden und nicht nur nach rechtlichen, bas liegt auf ber Hand. Der regel­mäßig eingeschlagene Weg ist ber, baß ein Gut­achten von Beamten bes Reichsjustizministeriums eingeholt wird. Es sollen in diese Gutachten gewiß keine Zweifel gesetzt werden, aber es läßt sich doch nicht verkennen, daß die Regierung hier in eigener Sache entscheidet, und darin liegt baS Bedenkliche.

Es fann nicht ausbleiben. bah hier auf bie Dauer eine grundsätzliche Regelung ge­troffen wird, unb zwar nach einem vorhandenen Vorbild. In Artikel 13 der Reichsverfassung unb einem anschließenben Reichsgesetze wird be­stimmt, daß über bie Frage, ob ein Lanbesgeseh vereinbar ist mit dem Reichsrecht, das Reichs­gericht zur Entscheidung berufen ist. Es sind auch schon zahlreiche -Urteile über solche Materien ergangen. Das Beste wäre daher jedenfalls,

Frage ber Ver fas­bas Reichsgericht zur würde, auf Antrag der einer bestimmten Minder-

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Subaqua inzwischen hatte sich umgetan unb Leute hierhin und dorthin dirigiert. Einer kam ge­schäftig angeschossen mit einem Holzklöppel unb einem Servierbrett.Esel, ich brauch' doch einen metallischen Klang!" hauchte der Doktor ihm zu worauf jener aus Ergebenheit das Brett fallen ließ.

Das Gepolter brachte den immer mehr ver­sagenden Colombo, der sich bereits mit einer ein» 3igen Silbe wiePotz!" oberHei!" ober besten- falls ,^Heipotz" begnügte und Rarzissa dauernd reden ließ, fo daß ein Monolog aus dem Ganzen wurde dies donnernde Geräusch brachte ihn vorüber­gehend auf die Beine; er äußerte keck:Horchet, gleich beginnt ein Regen zu rauschen; vor Gewittern pflegt mein Roß schier tödlich zu erzittern; ich muß zu ihm und diesen Ort vertauschen." Er hatte bie augenblickliche Besserung seines Geisteszustanbes gleich zu einer List benutzt, von ber er hoffte, sie werde es ihm ermöglichen, abzutreten. Er wollte kurzerhand hinaus, aber Rarziffa, die unter gar keinen Umständen allein bleiben wollte, ließ ihn einfach nicht fort, warf sich vor die Tür und schrie: Sie sind, mein Graf, doch ein Ehrenmann, was steht in solcher Lage ein Pferd Sie an; wenn nun gleich die Donner stärker grollen, haben Sie mir, mir allein ritterlichen Schutz zu zollen." Sie schrie dies in besten Absichten, denn sie hoffte, ihr Hinweis werde Subaqua auf ben Gebauten brin­gen, mit Wind-, Blitz- und Donnermaschine ein Unwetter losbrechen zu lassen, bas jeben Dialog ersparen möchte.

Keineswegs. Subaqua dachte nicht daran, fo etwas in Szene zu fetzen. Er dachte an ein Wein- stlas, immer noch. Und es herrschte wieder muster­gültige Stille, die von Rarzissan und Colombo redend ausgefüllt werden mußte. Nichts anderes blieb übrig: das tapfere Mädchen machte sich von neuem daran. Und die Hölle eines aus dem Nichts ZU erschaffenden Dialogs ging weiter.

Dem Doktor aber blitzte es durchs Hirn, daß er doch eine Uhr in der Tasche habe, Großvaters Erb­stück, das mit nabelfeinem Klingen, mit einem süßen Schtpirren, drückte man auf ein Knöpfchen, die Stunde repetierte. Er zog sie: getreulich und wahr­heitsgemäß deutete sie neun Uhr an, er drehte die Zeiger brutal und in der Eile verkehrt herum, auf Zwölf. Es knackte und schepperte im Inneren wie von wegspritzenden Rädchen. Ihn focht nichts mehr an. er bearbeitete mit sämtlichen Fingerspitzen-

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Deutsch-französische Wirtschastsverständigung

Von Rene Chavagnes, Mttglied der französischen Deputtertenkammer.

Schon seit 15 Monaten versuche ich vergeb­lich, bei den Regierungen, die sich seit den letzten Kammerwahlen einander abgelöst haben, die große Debatte durchzusehen, die unumgänglich notwendig ist in der so wichtigen Frage der Zollpolitik. Rur dank einer geschickten List meines Kollegen, des Herrn Abgeordneten Capus, war es mir im vergangenen Monat möglich, auf der Kammertribüne von der Rotwendigkeit dieser Debatte zu reden und Einspruch zu erheben gegen den geheimen Charakter der Verhandlungen, wie sie schon seit über einem Jahre in wirtschaftlicher Hinsicht geführt werden.

Wir wissen nur zu genau, was uns die Geheimdiplomatie in wirtschaftlicher Hinsicht ge­kostet hat, um sie noch einmal zu ertragen. Um ein Haar hätte man uns ohne irgendwelche Er- Körung vor die vollendete Tatsache des Ab­schlusses eines provisorischen Abkommens gestellt,

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Oberhessen.

Landkreis Gießen.

's Grünberg, 24. April. Bei der Nuhholz- versteigerung im hiesigen ©tabtroalbe waren viele Kauflustige auch von auswärts an­wesend. Die Angebote waren recht lebhaft. Es wurde bezahlt: für 1 Rm. Eichenscheiter, 3 Meter lang, nach Qualität 15 bis 20 Mk., für 1 Rm. Fichtennutzreisig in ganzer Länge 3 bis 4 Mk., für 1 Rm. Fichten-Nutzkniippelreifig in ganzer Länge 5 bis 6 Mk., für 1 Festmeter Eichenfchnittholz 2. Kl. 100 Mk., 3. Klaffe 95 Mk., 4. Klaffe 75 Mk., für 1 Feflmeter Kiefernfchnittholz 3. Klaffe 55 Mk., für 1 Fstm. Kiefernbauholz 2. Kl. 45 Mk., 3. Kl. 40 Mk., 4. Kl. 25 Mk. In einem Nachbardorfe schwin­delte eine Zigeunerin einer leidenden Bauersfrau unter dem Borgeben, sie werde sie im Walde durch unbeobachtete Zeremonien gefunbbeten, einen ansehnlichen Geldbetrag und einen Nock ab. Die leichtgläubige Bäuerin ist jetzt ihr Geld und das Kleidungsstück los, ihr Leiden besitzt sie aber noch bis auf den heutigen Tag. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es heutzutage noch fo leichtgläubige Leute gibt, bie auf einen derartig plumpen Schwindel hereinfallen.

der Zähne meines Rosses unten im Garten? Es wird ungeduldig und es wird Zeit!"

Er konnte guten Gewissens erklären, es werde Zeit, denn nun mußte ja gleich die Stunde schlagen.

Dessen war sich auch Doktor Subaqua bewußt, als er vergeblich bie Finger durch den Glasstaub zu seinen Füßen gleiten ließ und nur einen Splitter auftrieb, der niemals groß genug war, um zu Glockenschlägen verwendet zu werden, aber doch sticht so klein, daß er nicht herzhaft in den Daumen eingedrungen wäre.

Der Doktor erstickte gerade noch Wehlaute in einem aufgerafften Teppichrest, wickelte diesen Rest um den Daumen und horchte. Gottlob, man war da draußen mindestens acht Sähe noch entfernt von Kurbettieren Sie". Seine frühe Bereitschaft machte sich belohnt.

Gehen Sie schnell unb holen Sie ein neues ®las!" flüsterte er einem Theaterarbeiter zu.

.Wohin er benn gehen solle? wollte der Mann wissen.

Zum nächsten Besten, der ein Weinglas hat!" sichte ungehalten der Doktor. Subaqua, Lektor, -^.^"naturg, Inspizient, Regisseur, alles und gar- mchts an den Kammerfpielen konnte sich solche Be­fehle leisten.Eilen Sie, rennen Sie!" befahl er mit zitterndem Sümmchen.

Der Mann eilte; da er ein Ehrgeiziger war, der zum Oberbeleuchter einstmals aufzusteigen träumte, eilte er außerordentlich, was zur Folge hatte, daß er an der nächsten ber vielen Ecken biefer Kammer- r "^hr noch eine Reihe von Kammern als eine solche von Spielen bildeten, hängen blieb, sich ein Gelenk auskegelte unb hiermit gefechtsunfähig

Subaqua fah's vor sich gehen in den Dämme- rungen ber Bühnenhintergründe; er horchte weiter nad) draußen und spähte hier innen umher. Sonst immer standen verbotene Biergläser in heimlichen Ecken, mit denen man leidlich das silberne Schlagen ^nes Uehrchens hätte fälschen können ein diß- $!n(.tron5poni,eyt freilid> aus dem Französischen ins Derb-Germanische: aber heute war kein solides -trinfgefafj zu entdecken.

Und die Zeit drängte. Subaqua trippelte auf feinem Teppich, fühlte das Wasser der Aenqste aus den Poren einer nichts bedeutenden hohen Stirne brechen und wagte sich nicht fort von feinem Lau­scherposten, als fei es wichtig, wenigstens das

Cs schlägt zwölf.

Bon A. M. F r e y.

Im letzten Drittel einer jähen Tragödie, die un­erschütterlich ernst heruntergefpielt wurde, sollte bie Stutzuhr eines damenhaften Schlafzimmers Mitter­nacht verkünden und damit eine profunde Wendung aller Dinge heraufbeschwören.

Das Schlafzimmer war da; Rarzissa und ihr Partner Colombo waren da; es war auch die Uhr anwesend; die vorderen Sitzreihen sahen ihr Per- pendikelchen mit rührendem Eifer hin- und her- flitzen, aber hinsichtlich ihres schicksalsschweren Schlagens war vom Inspizienten Der übliche Schwindel geplant.

Der Übliche Schwindel bestand darin, daß die Uhr ihres Schlagwerkes heimlich beraubt, gewisser­maßen kastriert war, und daß er, ber Inspizient selber, hinter ber Bühne vermittels eines Weingläs- chens unb seiner Nagelfeile bie zwölf Silberlaute von sich geben wollte.

Er, Doktor Subaqua, stand hinter der Rupfen- zimmerwand bereit und horchte auf Narzissas und Colombos spitzer werdendes Getändel, das ihm in dem Ausruf:Kurbettieren Sie!" das Stichwort geben sollte für den Beginn feiner mitternächtigen Glockenklänge. In ber Linken hielt er bas Gläschen, in ber Rechten die Feile; auf alten Teppichresten stand er, um das Knarren feiner Stiefel zu ersticken, und war bereit. Sein Mündchen war gespitzt vor Aufmerksamkeit, seine aufgeriffenen Blicke drangen durch Zwicker und Rupfenwand mitten in den Dialog der Bühne; mit zierlichem Finger hielt er die Feile vier Zentimeter vom Weinglas ach, wie trefflich bereit er war!

Da entglitt ihm das Gläschen. Das war weiter nicht schlimm, denn es fiel auf den Teppich, auf dem er vorsorglich stand, und zerbrach keineswegs. Den­noch war, ausgiebiger Schreck ihm in die Glieder gefahren; der warf ihn nach vorn und verursachte, daß fern Fuß mit heftigem Tritt völlig zermalmte, was em gutes Geschick ihm hatte retten wollen.

Zu Staub zersplitterndes Glas knirschte fo greu­lich' daß draußen Colombo unmöglich darüber hin­weggehen konnte. Er mußte den Parkettreihen eine Erklärung geben, und so fügte er in feiner Rolle hinzu:Vernahmen Sie, Gnädigste, das Mahlen