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der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute er­freuen sich noch bester Rüstigkeit.

Kreis Schotten.

Schotten. 23. April. Die Siedler im Läunsbachtal, über die bereits vor einem Jahr berichtet wurde, halten in ihrem weltent­rückten Winkel aus! Die primitive Dauh ü t t e . in der sie anfänglich wohnten, ist einem masliven Steinbau gewichen, der auch die Lucke des Winters im Vogelsberg erträglich macht. War man allgemein geneigt, die Siedlung als fluchttge Laune schäumender Jugend aufzufassen, y) rechnet man jetzt damit, daß sie sich nicht nur erhalten, sondern vergröbern wird.

Kreis Alsfeld.

o. Alsfeld, 23. April. Die Aufhebung der Getränke steuern bedeutet für den Stadlsäckel einen jährlichen Verlust von 18 ^O^h rbach. 23 April. Leider verlieh uns dieser Tage nach nur halbiahrrger, aber erfolgreicher Wirksamkeit Lehrer Adam r. Er wurde zu Ostern ein Opfer des Abbaues. Alft Bemühungen, ihn hier zu halten, wo er such in kurzer Zeit durch ferne Gerechligkert mrd sein mit der Tat bewiesenes Interesse an der groben Aufgabe der Volksbildung sehr beliebt gemacht hatte, waren erfolglos. Sern Rachfolger ist Lehrer Loos

Starkenburg.

Darmstadt. 23. April. Dec Verband der evangelischen weiblichen Jugend tn Hessen hat die ehemalige Gartenbau­schule auf der Orbis höhe bei Zwingenberg gekauft, um in ihr ein Erholung s° und Freizeitheim für Mädchen, insbesondere für seine Mitglieder, einzurichten. D.e Einweihung wird voraussichtlich am 6. Juni stattfinden.

WER. Jugenheim a. d. B., 23. April. Dor einiger Zeit wurde in der Rahe die aus- geraubte Leiche des Zugführers R e g n i h von hier gefunden. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, dah Regnitz in der Dunkelheit auf seinem Rade einem von zwei Leuten begleiteten Fuhrwerk begegnete, dabei die Geistes­gegenwart verlor und mit voller Wucht ab» gestürzt ist. Die Fcchrleute zogen ihres Weges weiter und liehen den Schwerverletzten, der kurz darauf seinen schweren Wunden erlegen zu sein scheint, in seinem Blute liegen. Wer die Leiche nachher ausgeraubt Hal, ist noch nicht auf­geklärt. Gegen die beiden Fuhrleute ist An­klage wegen fahrlässiger Lötung erhoben worden.

Preußen.

Eiszeitliche Säugetierfunde bei Braunfels.

Wetzlar, 23. April. (WSR.) ImWetz­larer Anzeiger" veröffentlicht Dr. Richter vom Geologischen Institut der LIniversität Gießen eine Abhandlung über die kürzlich gemeldete Frei­legung von Knochen eines riesigen Tieres in einem Steinbruch zwischen Braunfels und Tiefenthal. Die ursprüngliche Annahme, dah es sich um einen Saurier handele, trifft frei­lich nicht zu. Es handelt sich vielmehr um ein eiszeitliches Säugetier, das wvll- haarige Rhinozeros oder, wie es auch genannt wird, das Sibirische Rashorn. Die Knochen wurden in einer höhlenartigen Ver­tiefung des Dolomits, die vollkommen von Lehm. Dolomitsand und Schutt erfüllt war. ausge­funden. Durch den Druck des Gesteins ist das Skelett etwas aus seinem Verband gelöst worden. Gröhe Teile des Skeletts, wie die Wirbelsäule und die damit verbundenen Rippen, hängen aber noch zusammen und werden eine Aufmontie­rung gestatten Wie die Knochen und vor allem die eben erst angekauten Zähne zeigen, handcll es sich um ein junges Tier. Am besten sind die Zähnt erhalten. Die Knochen scheinen zwar auch noch gut erhallen, sind aber durch die Diffusion der Feuchtigkeit völlig entleimt und zeigen das bekannte geringe Gewicht und die Porösität diluvialer Knochen. Sic müssen des­halb einem kompllzierten Verfahren unterworfen werden, das durch Zuführung von Knochenleim die Wände der Poren wieder versteift. Lieber das absolute Aller des Tieres läht sich nichts Bestimmtes sagen. Das wollhaarige Rhinozeros hat während der ganzen Eiszeit gelebt, die eine sehr lange Zeitspanne umfaßte und nach neueren Forschungen auf rund eine Million Jahre ge­schäht wird. Die starke Schuttüberdeckung der Knochen Iaht aber ein Alter von 1 00 000 Jahren als wahrscheinlich erscheinen.

Kreis Wetzlar.

I Großrechtenbach, 23. April. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt. ihren Friedhof zu erweitern. Die Erweiterung soll in der

in absehbarer Zeit zustande kommen wird. Bür­germeister Lindenstruth dankte als Vor­sitzender der Versammlung den beiden Rednern für ihre Anregungen.

f Grünberg. 23. April. Mittwochabend fand die erste Gemeinderatssitzung in dem neuhergestellten Sitzungssaale statt. Der Saal mit seiner hervorragenden Malerei, sowie den neuen Möbeln macht einen guten Eindruck. Der Werdegang der Stadt ist sinnvoll und in kurzen Sähen angegeben; z. D.:1186 legt Landgraf Ludwig 111. am grünen Berg eine Burg an, 1222 steht bas Antonietcnlloster in Grünberg in Blüte",1293 bekommt Grünberg eine Münz­stätte",1481 Stiftung des Gallusmarktes",1521 wohnt Luther in Grünberg",1593 wird dieses Rathaus von der Stadt erworben",161848 (30jähr. Krieg) hat Grünberg unter Plünderung und Zerstörung fremder Truppen sehr zu leiden", .1813 Durchzug fremder Truppen", 1816 stürzte die alte Marienkirche ein",181626 hebt sich Grünberg durch besonderen Meist zur gegenwär­tigen Blüte empor" usw. In der Sitzung verlas der Stadtrechner den Voranschlag f ü r 1 9 2 6. der mit einem bedeutenden Fehlbetrag abschlieht. Der Voranschlag wurde bis auf einige Punkte angenommen, jedoch die Frage her Deckung des Defizits noch nicht geflärt. Die Iagdübertragung von dem Iagdteilhaber Pauli aus Friedrichsdorf im Jagdbezirk 5. zwischen Londons er und Alsfelder Straste, auf Rechtsanwalt Deilstein und Postmeister Theist als Mitpächter wurde angenommen. 3m übrigen beschäftigte man sich mit kleineren Angelegenheften.

* Hungen, 23. April. Der vom Hessi­schen Vaterländischen Block hier Der* anstallete national-politische und s p o t t- liche Lehrgang bedeutet durch die starte Beteiligung für den vaterländischen Gedanken einen großen Erfolg. Am Samstagabend sprach nach einem Referat von Oberst Kleinhans über dieReichswehr", Dr. Jung über die Arbeit Der vaterländischen Verbände. Beide Dor­träge fanden lebhaften Beifall.. Am (Sonntag- morgen waren sportliche Dorführungen durch Sportlehrer Schneider (Giesten). Zu gleicher Zeit fand ein Kleinkaliberschiesten statt. Am Sonntagnachmittag wurden zuerst Möglichkeiten gezeigt, sich selbst ohne Waffen zu verteidigen, danach sprach Herr Zimmer (Giehen) über Die politische Lage in Hessen und im Reich". Den Abschluh bildete einDeutscher Abend", der nicht nur von den dem Hessischen Vater- ländischen Block angeschlossenen Verbänden, son­dern auch von der Hungener Einwohnerschaft stark besucht war. Vorträge von vaterländischen Dichtungen, vaterländische Musikstücke, gemein­same Ötefänge umrahmten eine Rede von Dr. Jung. Der unter starkem Beifall forderte, daß Die vaterländische Bewegung ein politisches Ziel haben müsse. Bei schneidigen Vorträgen der Kapelle Topp blieben die Deftnehmer noch lange zusammen.

:|: TraiS-Horloff. 23. April. Ein sel­tenes Ereignis wird hier feit einiger Zeit von alt und jung eifrig beobachtet. Sin Storchen­paar hat sich neu hier niedergelassen, während man an vielen anderen Orten das Ausbleiben diese« schmucken Vogels beklagt. Anfänglich ver­suchte sich das Paar eine Ristgelegenbelt auf einer Gruppe alter knorriger Weidenbäumc in Der Rahe Des Dorfes zu schaffen. Anscheinend waren ihm diese jedoch nicht hoch genug. Deshalb haben sie sich nun auf dem Schornstein des Dalherschen Wohnhauses tn Der Rähe Der Kirche häuslich niedergelassen und in merk­würdig kurzer Zeft ein Rest gebaut. Allem An­schein nach widmet sich jetzt bereits die bessere Ehehälfte Dem Drutgeschäft.

Kreis Friedberg

OO Nieder-Flor stabt, 23. April. Eine in .der Wetterau seltene Pflanze ist jetzt im Walde bei W i ck st a d t sehr häufig zu finDen. - während sie im angrenzenden Florstädter Wald gar nicht vorkommt. Es ist dies der Aronstab < oder gefleckte Aron, (Aruni maculätum). der in Blüten» und Dlätterform sehr viel Aehnlichkeft mit Der unter dem Romen Kalla 'betonnten schönen Zimmerpflanze hat. Die Pflanze besitzt die Ei­gentümlichkeit, Insellen, besonders kleine Fliegen, in Den unteren Teil ihrer Blüte zu locken und ein­zufangen. Starre Haare verschließen den Aus­gang, so dah das Insekt, das heraus will, in feiner Aufregung die Bestäubung bewirken muh. denn in dem unteren Teil her Blüte befinden sich Staubgefäße und Stempel. In allen Blüten sind gefangene Insellen zu finden, ein Beweis dafür, dah die Falle gut funktioniert. Im Som­mer verschwindet die Pflanze bis auf den unteren Teil des Kolbens, der dann die roten Früchte trägt.

: Reichelsheim (Wellerau). 23. April. Rächsten Sonntag feiert das Ehepaar Wilhelm Vogt im Aller von 83 bzw. 71 Jahren das Fest

Worte befördert mft einer Spitzenleistung von 900 000 Worten im Monat September. Um diesen starken Anforderungen zu genügen, hatte das Reich schon im Vorjahre vier Flug­hafenfunkstellen in Hamburg-Fuhlsbüttel, München-Schleihheim, Königsberg-Devau und Berlin-Tempelhof errichtet, die sich aber wegen Der zahlreichen nach sämtlichen gröberen Städten des Reichs erstreckenden Flüge als nicht aus­reichend erwiesen. Es wurden daher in diesem Jahre noch weitere elf Po st funk stellen zwecks Wahrnehmung des Flugsicherungsdienstes zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um die Funkstellen in Bremen, Breslau, Dortmund, Dresden, Erfurt. Frankfurt a.M. Fürth, Han­nover. Leipzig. (Stettin und Stuttgart. Ilm rei­bungslose und rascheste Beförderung her Flug- sicherungSrneldungen durch diese 15 Flughafen­funkstellen zu gewährleisten, ist strengste Funk­disziplin erforderlich. Zu diesem Zweck ist die Funküberwachungsstelle in Staaken eingerichtet worden. Die dauern!) Den Flug­verkehr auf den der Luftfahrt zugewiesenen Wellen überwacht. Weiter sollen auf gewissen Kabellinie?, die zum Teil schon fertiggeftelt sind, l#nb als Flugkabel bezeichnet werden,Blitz- gespräche" zur älebermittlung dringender De» trtebämelDungen zugelassen werden.

Eine für die Sicherheit de« Luft­verkehr« auhervrdentlich wichtige Neue­rung ist der Einbau eine« leicht bedienbaren Funkempfang«- und -sendeaeräts in Die <5Iug- yeuae. um dem Flugzeugführer während deS Anflugs, vor allem in Fallen Der Rot, gefahr­drohende Aenderungen der Wetterlage über­mitteln zu können und ihm die Möglichkeft zu geben, Anfragen an den nächsten Flughafen und die Flugwetterwarten zu richten. Die Tele- phvnitteichwefte dieser Funkgeräte beträgt 250

bis 300 Kilometer. Ihre Sendestärke ist aus­reichend, um von jedem Punll des Deutschen Reiches mindestens eine, meist zwei Flughafen­funkstellen zu erreichen. Weiter besteht die Mög­lichkeit zum ungedämpften Senden mit ca. 700, zum gedämpften Senden mit ca. 500 Kilometer Reichtvefte.

Durch Den Einbau von Funkgerät in die Verkehrsflugzeuge wird es auch möglich sein, die Frage der funkentelegraphischen Ortsbestimmung, hie für die sichere Ra- Oigation von größter Bedeutung ist, einer Lö­sung zuzuführen. Funkpeilstationen sollen in Hamburg, Dortmund, Hannover und Berlin errichtet werden. Der weitere Ausbau dieses zu­nächst nur in Rordwestdeutschland bestehenden Boden Peilnetzes wird sich hoffentlich bald im ganzen Reiche ermöglichen lassen.

Auch Der diesjährige Flugwetterdienst erfor­dert wieder eine Personalvermehrung, sowohl an akademisch gebildeten Assistenten als auch an sonstigen Hilfskräften. Erstere sollen bei der Schwierigkeit der meteorologischen Flugbera­tung durchaus Fachmeteorologen sein. Leider fehlt hierfür aber zum größten Teil der erfor­derliche meteorologische Rachwuchs, Universitäten und Hochschulen bieten bis jetzt nur noch in sehr beschränktem Matze, von wenigen großen ilni* versitäten abgesehen, die Möglichkeft eines regel­rechten, meteorologischen Studienganges. Der Hochschulunterricht in Meteorologie sollte jetzt endlich eine befriedigende Lösung finden, denn es läht sich schwer einsehen, warum diese wichtige naturwissenschaftliche Disziplin, so alt wie alle anderen Fächer Der Geologie, Geographie, Dvtanft usw. und von gleicher kultureller und prakllscher Bedeutung wie diese, im Hochschul­unterricht zurücksteh en soll.

Weise stallfinden, daß bei dem zur Zeit im Gange befindlichen Ülmlegungsverfahren angren­zende Pläne her bisherigen Friedhofsfläche zu­gelegt werden.

V Lützellinden, 23. April. Bei der gestrigen Ruhholzversteigerungim Mark­wald, die eine sehr starke Beteiligung aufzu­weisen Halle, wurden folgende Durchschnitts­preise erzielt: Kiefernstämme 26 Ml.. Fichten­stämme 20 Mk. pro Festmeter. Fichtennuhscheft 3 Meter lang 34 Mk. pro Schicht. Die Ge­meinde gehentt in Den kommenden Monaten Die Erwerbslosen mit Wegebauten zu be­schäftigen, und zwar soll Der Grüne Weg, Der ein Hauptholzabfuhrweg aus dem Oberwald ist, weitere 500 Meter chauffiert, ferner ein Weg imBitzen" und der dabei befindliche Graben kanalisiert werden, ebenso will man ein Stück vom Hochelheim er Weg chaufsieren. Die Ar- beften sind von dem Regierungspräsidenten als Rotstandsarbeit anerkannt und Der Ge­meinde ein Zuschuß aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Die zu dem Wegebau erforderlichen Steine werden in einem eigenen Bruche der Gemeinde gewonnen, jedoch werden die Steine nicht durch die bisher übliche Frohnfahrten" an die betreffenden Stellen verbracht, sondern die Gemeinde wird Die Fuhr- teiftimgen vergeben.

<O> Dornholzhausen, 23. April. Der Ausbau des Weges von hier nach Lang-Göns als Verbindungsftrahe mit Chaussierung, Der Dau je einer Drücke über den Kleebach unh über den Schäferschen Mühl­graben, sowie die Durchführung von zwei Klee­bachdurchstichen. über die in Rr. 67 des Gieß. Anz." bereits berichtet wurde, sind von dem Regierungspräsidenten als Rotftands- arbeit anerfannt. Die Gemeinde ist zur Aus­führung Der Arbeiten ein Zuschuß und ein Dar­lehen aus Mitteln Der produktiven Erwerbs­losenfürsorge bewilligt worden. Dieser Tage fand die Vergebung einer Teilstrecke des zu bauenden Weges statt. Wenigstnehmender war her Bauunternehmer Schäf er von hier, dem die Arbeit übertragen wurde. Die Dauaufsicht wird durch das Kulturamt zu Wetzlar augge­übt.

O Ebersgöns. 23. April. Ein ül n- glücksfall ereignete sich auf dem Schieß­stande des hiesigen Schützenvereins. Einem Mit- gliehe des Vereins, das die Schießergebnisse an­zeigte. wurde beim Zulleben der Schießlocher auf Der Scheibe die re chte Hand durchschos- s e n. Wie sich der Unfall zutrug, ist bisher noch nicht festgestellt. Er verlautet, daß der Schütze die Warnungs lagge übersehen habe. Der Verletzte mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Schießstand ist am hiesigen Gemerndewald belegen; die betreffende Fläche gehört jedoch zum hessischen Staatsgebiet.

Kreis Biedenkopf.

T Waldgirmes, 23. April. In der Frühjahrsgeneralversammlung des hiesigen Spar- und Darlehnskassen- Vereins (Raiffeisen) gab der Vorsitzende, Buch­halter August Schmidt, zunächst den Rechen­schaftsbericht über das verflossene Geschäftsjahr und schloß daran einige Aufklärungen über Den Verlust in Der Raiffeisenbank in Berlin. Rach her Bilanz des Rechners Schmitt hat Der Verein mit 128 Mitgliedern einen älmsah von 186 000 Mk. und einen Reingewinn von 802 Mk. erzielt, die dem Aufwertungsfonds überwiesen wurden. An Aufwertungsgeldern stehen dem Verein 7000 Mk. in Aussicht, während 88 000 Mk. aufgebracht wer­den mußten. Die Spareinlagen haben sich um 19 000 OHT. vermehrt. Dem Rechner, sowie Vor­stand wurde Entlastung erteilt. Der seitherige Vorsitzende, sowie der Beisitzer Ludwig Ferber wurden einstimmig wiedergewählt. Gestern wurden die Gruppen in unserer neuen Frei­willigen Feuerwehr gebildet. Die Wehr zähll 36 Mann. Als Brandmeister wurde Schorn­steinfegermeister Albert Kachel gewählt. August Best I. von hier kaufte die Wirtschaft Schlierbach in Bieber mit annähernd drei Morgen 2anD für 11 000 Mark.

Oberlahnkreis.

q Löhnberg a. d. L ahn, 22. Aprft. Heute nachmittag zwischen 2 und 3 Llhr wurde Den hiesigen Einwohnern und Der Einwohnerschaft des benachbarten Selters eine ungewöhnliche äleberraschung zuteil. Auf Dem Wiesengelände zwischen Den beiden Ortschaften ging unerwartet ein Flugzeug nieder. In wenigen Minuten hatte sich eine große Zuschauermenge angesam­melt, um Den großen und hier immerhin noch seltenen Vogel aus allernächster Rähe bewun­dern zu können. Hatte doch die Mehrzahl Der Leute ein Flugzeug so nahe noch niemals ge­sehen. Es handelte sich um das Flugzeug D. P. 2. A. Werk Ar. 121. Hauptnummer D. 572 von her Fliegerschule Staaken bei

In Der Ausgestaltung des meteorologischen Beratungsdienstes des diesjährigen Flugver­kehrs ist jedenfalls von feiten des Reichsverkehrs- ministeriums alles getan worden, was nach Den gegenwärtigen Verhältnissen möglich war, um Die denkbar größte Sicherheit Dem Verkehr zu

Klabund-Uraufführung in Frankfurt.

Es ist ein dankenswertes Verdienst des In- tenhanten Weichert, daß Frankfurt die älr- auffuhrungsstadt K l a b u n d s geworden ist. 1925 war esDer Kreidekreis", jetzt ist es das DramaBrennende Erde". In Klabund ist ein Dichter unserer Zeft erstanden, nach langem, hoffnungslosem Suchen ist Der Dichter gekommen, Der Das Geschehen her Gegenwart Dichterisch zu erfassen weiß. Er greift Den Stvft aus den Wirren Der Jetztzeit und ballt ihn zu einem Drama, welches getragen wird nicht von innerer Spannkraft, aber von dem starken Klin­gen einer Dichterseele. Klabund hat nicht, wie viele, Weltgeschichte mit politischer Tendenz dra­matisiert, er hat Menschen gezeichnet, deren Her­zen gleich der Erde verbrennen in Verzweiflung und Rot. Der Brand zog von Westen nach Osten und nun brennt es im Osten, wir werden nach Rorden ziehen, wo Der Brand dem ewigen Eis nichts aitfjaben kann. So etwa spricht der ehrwürdige Vater Semion, Der Abt der Skopzen am Schluß des Werkes. Konnte einer Die Rot der Zeit besser zeichnen, als wenn er Tote sagen läßt:Wir riechen Den Frühling und Blut, aber Die Lebenden merken es nicht, wenn Frich- [ing ist." Die äußere Struttur derBrennenden Erde" ist folgende: Weit, weit im Osten lebt Die junge. sieHehnjährige Marusja bei Den from-

Berlin. Sein Führer, Rob. Weigel- Frank­furt a. M., unh helfen Degleitmann, Ma? Jung- Berlin, befanden sich auf der Reise von Staaken nach Köln. Die unbeabsich­tigte Zwischenlandung war dadurch notwendig ge­worden, daß eine Zündkerze ausgewechselt wer­den muhte. Rach etwa 20 Minuten war das geschehen, und her stolze Vogel erhob sich wieher in hie Lüfte, um seine Reise nach Köln fort­zusehen.

Kreis Lrmburq.

WSR. Limburg, 23. April. Der neue Regierungspräsident Ehrler unternimmt soeben eine Informationsreise im Lahnge­biet. Vorgesehen sind u. a. Besuche in Limburg, Bad Ems, Diez und Rassau, wobei Der Regie­rungspräsident überall Besprechungen mit den behördlichen Vertretern haben und Besichtigun­gen verschiedener Allagen unh Werke im Lahn­gebiet vornehmen wird. Zuerst stattete Der Re­gierungspräsident Der Stadt Limburg einen Besuch ab. Dabei machte ihm Bürgermeister Krüsmann Mitteilungen über die wirtschaft­liche Lage Der Stadt, wäbrend Landrat von Breitenbach sich über diejenige des Kreises äußerte.

Kreis Westerburg

OO Westerburg, 23. April. Wer auf hohem Bahndamm an dem Westerwaldstädtchen Wester­burg vorüberfährk, der sieht auf stolzem Berg» kegel das alte Schloß der Grafen £u Wester­burg liegen. Die von Wind und Wetter nach Rorden hin geschwärzten Mauern verraten nicht, daß munteres Treiben hier Die Jugend oft ver­einigt. Seit ungefähr einem Jahre hat nämlich derBund deutscher Jugend" (B. d. I.) begonnen, die zerfallenen Innenräume freundlich herzurichten, um vorüberziehenden jugendlichen Wanderern eine Herberge und Erholungs­bedürftigen eine schöne Ruhestätte zu bieten. Auch eine Weberei hat der D. d. I. dort ein­gerichtet, um die schönen und farbigen Deider- wandstoffe anfertigen zu können. Jedem, der an Westerburg vorüberkommt, möchte man deshalb raten, dem alten Bau einen Besuch abzustatten. Am westlichen Hange des Schloßberges liegt das ..IrmtrautscheVasallenhau s", ein altes Gebäude wie das Schloß, das ehemals zur Be­herbergung derVasallen" des Grafen von Westerburg diente. Die Gemächer im Innern dieses Hauses sind ebenfalls zerfallen. Die herr­liche Lage, die einen Ausblick in das Limburger Becken gestattet und die noch feste äußere Mauer sind aber Grund genug, das Haus auch innen zu Wohnzwecken wieder herzurichten. Um dies zu verwirklichen, sind seit einigen Tagen Hand­werker emsig an der Arbeit. Die Rerother, einer der Iugendbünde in Deutschland, der die Jugendbewegung in geistiger und körperlicher Ertüchtigung unseres Rachwuchses aufgefaht wissen will, veranstalteten im Düchlerschen Saale einen wohlgelungenen Vortragsabend. Es war eine Freude, zu sehen, wie der Führer der Rerother mit einer jungen Schar von Ferien- jungens hier einmarschierte und von den Er­lebnissen deutscher Studenten auf einer Wande­rung durch Aegypten erzählte. Die Worte des Vortragenden wurden durch zahlreiche stimmungs­volle und künstlerische Bilder von all den Wun­dern und Schönheiten Aegyptens veranschaulicht. Dazwischen erschallten frische Landsknecht- und Reiterlieder der jungen Schar, wodurch die Zu­hörerschaft Die Wanderung wahrhaft miterlebte. Hoffentlich kommen die Rerother bald wieder nach Westerburg.

Oberwesterwaldkeeis.

XX Hachenburg, 23. April. Die hiesige Jugendherberge mutzte geschlossen werden, weil die neue Forstschule Diese Räume für sich in Anspruch genommen hat. Insgesamt 300 Wanderer fanden im verflossenen Jahre hier ein Hntc f - mniein. Auch für Die Osterferien lagen etwa 10 -2i ^Meldungen vor, Die sämtlich zurück-- getoiefen werden mutzten.

XX Roßbach. 22. April. Pfarrer Hopf ist nach Elkerhausen bei Weilburg versetzt und daher Die hiesige Pfarrei zur Reubesetzung aus­geschrieben.

Holzarbeilen, ndmalerei usw.

_j. . H-iandlunejen

mern Brüdern, Die sie als Findling auf genom­men haben. Da kommt Rjurik, Der Svwjetkom- missar; er hat von ihr gehört und nimmt sie mit Gewalt mit sich. Diese kindlich reine Ma- rusja ist Die Hauptgestalt Des Dramas. Sie bereinigt in sich gleichzeitig das, was Klabund von Ort unh Zeit sagt, nämlich legendäres Ruh- lanh und mythisches Heute. Ein Mädchen, in Dem die Religiosität zur Heber Steigerung her Ge­fühle aufwächst. Die verzweifelnd auf Erlösung Hoffenden, sie selbst, sehen in ihr Die neue Hei- landsmutter. Selbst Rjurik macht vor ihrer Rein­heit halt. Ihr Schicksal aber ist, durch hundert­fache Schändung zu sterben. Auf Der Flucht nach dem Kloster w rd sie mit Rikolaj, einem, Der sie liebt und ihr helfen will, gefangen und Rjurik schenkt sie Den Soldaten, Die Erde brennt und die Menschen verbrennen an ihrer Glut; sie be­kämpfen sich, aber die frommen Brüder gehen unversehrt aus dem Würgen hervor und ziehen mit der Leiche Marusjas nach dem Rorden. Die Szenen sind Dichterisch stark, aber der Dichter Klabund gewinnt über den Dramatiker hie Hebet» Hand, und das ist schade, denn die Dramallk zer­fällt dadurch oft in reine Stimmungsbilder, die der zusammenschweißenden Gröhe entbehren. Richard Weichert brachte eine geschlossene, der Dichtung vollkommen gerecht werdende Auf­führung heraus, Die alle Möglichkeiten des Werkes erschöpfte. Das Gleiche gilt von Der Ge­samtdarstellung, an Deren Spitze Carola Reher stand, die Gattin Klabunds. Ihre Marusja war eine Art heftige Simplizia, ganz und gar auf kindhafte Reinheit eingestellt. Die stimmungsvoll illustrierenden Bühnenbilder Ludwig Sievert« gaben dem Abend den äußeren, künstlerischen Rahmen. Das Publikum rief den Dichter, feine Gattin sowie Weichert und feine Getreuen wiederhoft vor Die Rampe. L W