an den Erzbischof an den Lag gelegten versöhnlichen Geist zu würdigen wisse und endet mit dem Wunsch, daß Calles der Ruhm bcschieden sein möge, für Mexiko eine Zeit heraufzuführen, wo im Rahmen einer wirklichen Demokratie Sozialisten, Liberale und Katholiken freund' schaftlich zusammenleben.
Ser Reichskanzler
zur außenpolitischen Lage.
DieBefatzungstrrrPpen.— Der Völker- bn«d.
D r es l a u, 21. Qlug. (WTB.) Auf der Generalversammlung des Augustinusvereins äußerte sich Reichskanzler Dr. Marx über einige außen- volitische Lagesfragen. Die deutsche Außenpolitik, so führte der Kanzler aus, wird nach wie vor beherrscht von dem großen Fragenkomplex, der sich an Locarno, die Besatzung und den Völkerbund knüpft. Freunde einer deutsch- franzAfischen Verständigung haben seinerzeit hohe Erwartungen an Locarno geknüpft. Inzwischen bat sich wohl gezeigt, daß weder allzu großer Optimusmus noch das Gegenteil hier am Platze war. Trotzdem können wir heute unbedenklich feststellen, daß Deutschland den Weg von Versailles über London nach Locarno nicht zu bereuen hat. Ich gebe zu, daß unsere Hoffnungen auf Locarno bis jetzt nicht in dem Maße in Erfüllung gegangen sind, wie wir es im Interesse unseres Landes und der Befriedung Europas gewünscht hätten. Wir vergessen aber nur allzu leicht bei der Beurteilung Der Lage von heute den Vergleich mit der Lage von gestern, und da hält der Vergleich doch entschieden zugunsten der Lage von heute aus. Allerdings ist die Tatsache, daß nach der Räumung der Kölner Zone die Truppenzahl in der zweiten uni» dritten Zone sich zunächst noch um einige Tausend Mann vermehrt hat, eine schmerzliche Enttäuschung für uns gewesen. Frankreich hat nicht in dem Maße seinen Truppenbestand vermindert, wie englische und belgische Truppen neu hinzukamen. Sie wissen, daß wir den Ausdruck „Chiffres Ror- maux" dahin irrterpretiert haben, daß darunter die Stärke der deutschen Friedens- garnisonen in den fraglichen Gebieten zu verstehen sei, urrd das sind etwa 50 000 Mann. Wir werden selbstverständlich nach wie vor uns an unfere Interpretation halten, aber die Hauptsache ist uns, daß tatsächlich eine fühlbare Verminderung eintritt. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß fortgesetzt sowohl in London als auch in Brüssel und namentlich auch in Paris die Frage der Besatzungsverminderung von uns vorgebracht wurde.
Eine größere Anzahl von Besahungstruppen wird in den kommenden Wochen das besetzte Gebiet verlassen. Selbstverständlich genügt uns eine Zahj von 10 000 Mann, die in der Presse genannt wurde, nicht. Eins ist allerdings notwendig, daß wir streng darauf bedacht sind, unliebsame Zwischenfälle im besetzten Gebiet zu vermeiden.
Wenn wir diesmal nach Genf gehen, so müssen wir die Gewißheit haben, daß Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund auch wirklich ohne Reibung vonstatten geht. Sollten sich im übrigen in Genf wider Erwarten abermals Schwierigkeiten ergeben, so wäre damit eine Situation geschaffen, die für viele an den dortigen Verhandlungen Beteiligte ebenso unerträglich wäre, wie für den Völkerbund selbst. Die Haltung Deutschlands kennzeichnet sich nach wie vor durch die Bereitwilligkeit zur 'Mitarbeit in der Studienkommisswn und die Betonung des Interesses des Völkerbundes als Ganzes unter Ablehnung der ungerechtfertigten Begünstigung einzelner auf Kosten der andern. Wir streben insbesondere die Erhaltung der Aktionsfähigkeit des Rates an und lehnen jede Veränderung ab, die als „Sicherung" gegenüber einer künftigen deutschen Mitgliedschaft begründet wird, weil das dem Geiste des Völlerbundes widerspricht. Wir treten daher nicht als Gegner irgendwelcher einzelner Kandidaten auf, sondern verlangen nur, daß die Interessen aller Völker- bundsmitglieder bei der Gesamtregelung maßgebend sind.
Zusammenstötze in Colmar.
Paris, 23. 21ug. (WTB. Funkspruch.) In Colmar kam es gestern anläßlich einer von Anhängern der autonomistischen Bewegung, Kommunisten und elsässischen Katholiken, veranstalteten Protestkundgebung gegen die von der Regierung gegen die Unterzeichner des Heimatbund-Manifestes getroffenen Maßnahmen zu schweren Zusammenstößen. Anhänger der „Action Fran;aise" und Faszisten belagerten den Versammlungssaal, und es entstand eine regelrechte Schlacht, besonders mit den Kommunisten. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftun-
Die Bildtelegraphie.
Don Georg Wilhelm Graf von Arco, Direktor der Telefunken-Gesellschaft.
„In aller Stille wird gegenwärtig mit größtem Nachdruck an der Vervollkommnung der Bildtelegraphie gearbeitet. Im Laufe der letzten beiden Jahre hat man in verschiedenen Ländern die Bildtelegraphie über Fernsprechkabel in dem Postbetrieb eingeführt. So beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Verfahren der Bell-Telephone Co. auf einer über 1000 Kilometer langen Linie. Ferner ist die Bildtelegraphie in Frankreich zwilchen Paris und Straßburg, sowie Lyon und Marseille zur Einführung gekommen. Die französische Bildtelegraphie wird nach dem sogenannten Belinschen Reliefverfahren durchgeführt und die dabei erzielten Bilder sind von hervorragender Schärfe. Die Bildtelegraphie kann aber allein von Photographien und sonstigen bildlichen Darstellungen für persönliche und öffentliche Zwecke keinen wirtschaftlichen Ertrag bieten. Die bisher recht geringe Inanspruchnahme der französischen Linien erhärtet diese Auffassung. Eine wirtschaftliche Grundlage ergibt sich aber sofort, wenn das Verfahren auch auf die bildliche Schriftübertragung durch den Schnelltelegraphen ausgedehnt wird. Dieses Problem ist nun in erster Linie eine Frage der erreichbaren Geschwindigkeitssteigerung. Die Telefunken- Gesellschaft hat zur Erreichung dieses Zieles in enger Gemeinsamkeit mit Dr. Karotus, dem be- famtien Leipziger Gelehrten, zusammen gearbeitet. Bei der Biloübertragung irgendwelcher Schriftstücke muß man in der Lage sem, im Höchstfälle etwa 1000 Buchstaben, bas sind ungefähr 200 Worte in einer
gen vor. Gegen 10 Personen sollen verwundet worden sein.
Freigabe
von Schloß Oranienftein.
Berlin, 21. Aug. (Priv. Tel.) Wie die „Voss. ,)ig." aus Wiesbaden meldet, hat die französische Regierung beschlossen, das ^Stammschloß des holländischen Herrscherhauses, schloß Dramenftein bei Diez a. d. Lahn, von der Besatzung freizu- geben. Die Besatzung soll Ende September z u - rückgezogen werden.
Die internationale Stuöentenvereimgung.
Der Streit um die Zulussnug der deutschen Sprache.
Prag, 21. Aug. (TU.) An dem Kongreß der ConfädLration internationale des Ltudiants (Cie), der im festli chgeschmückten Rathaus eröffnet wurde, nahmen 230 Delegierte teil, die 36 Staaten vertreten. lieber das Verhältnis der Cie zur Deutschen Studentenschaft kam man in der ersten Sitzung zu sprechen. Die beiden Delegierten B a l i n s k y (Polen) und M a c a d a m (England) sprachen den Wunsch aus, die deutsche Studentenschaft möge der Cie b e i t r e t e n. Die Differenz zwischen der deutschen Studentenschaft und der Cie liege darin, daß die deutsche Studentenschaft auf Grund der Volkszugehörigkeit, während die Cie auf staatlicher Grundlage aufgebaut sei. Die Sitzung des Exekutivkomitees in Stuttgart im April d. I. habe die Gleichberechtigung aller Sprachen bei der Diskussion beschlossen. Jedoch soll die französische Sprache als einzige Protokollsprache zugelassen werden. Die deutsche Studentenschaft habe damals den Antrag gestellt, auch die deutsche Sprache zur Verhandlung zuzulassen. Dieser Antrag konnte aus formellen Gründen nicht angenommen werden, da es unzulässig sei, daß ein Verband, der nicht Mitglied der Cie sei, einen Antrag stelle. Gyuylas (Ungarn) kritisierte scharf das Vorgehen des Cie in der deutschen Frage, weil sie in der Gleichberechtigung der Sprache einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis habe. Die englischen Delegierten verteidigten den Standpunkt der Cie. Ihr Bericht wurde angenommen.
Zu dem Bericht erklärt die d eu t s ch e Studentenschaft: Es entspricht nicht den Tatsachen, wenn S)crr Dalinski in seinem offiziellen Bericht die Behauptung aufstellt, daß die deutsche Studentenschaft den Antrag in der Sprachenfrage gestellt hätte. Die Ereignisse haben sich vielmehr folgendermaßen zugetragen: Rach- dem die Cie seit ihrer Gründung gegen die deutsche Studentenschaft eingestellt war, kam es endlich 1924 zum Abschluß einer Arbeitsgemeinschaft. Damals wurde der Antrag der schweizer Studentenschaft, die deutsche Sprache als direkte Verhandlungssprache anzuerkennen, angenommen. Einzig und allein aus formalen Gründen erhielt dieser Antrag, der also von einem der Cie angehörenden Rational- verband gestellt worden war, keine Rechtskraft. Die Erörterungen in Stuttgart fußten lediglich auf diesem Anträge und zielten darauf ab, die durch die Annahme des schweizerischen Antrages zugestandene Gleichberechtigung der deutschen Sprache auch tatsächlich sicher zu st ellen. In diesem Zusammenhang ist die Frage der Satzungsänderung der Cie in die Erörterungen mit einbezogen worden, ohne daß aber die deutsche Studentenschaft ihrerseits eine Satzungsänderung der Cie in irgendeinem Stadium der Verhandlungen beantragt hat.
Aus aller Welt.
Wirbelsturm über Berlin.
Berlin und seine weitere Umgebung wurden am Sonntag von einem zyklonartigen Sturm und schweren Regengüssen heimgesucht. Durch den Sturm wurden allerlei Unfälle zu Wasser und zu Lande herbeigeführt. In der Rähe des Magdeburger Platzes wurde ein umfangreiches Stangengerüst zum Einsturz gebracht. An der Langen Brücke in Potsdam kenterte ein mit zwei jungen Leuten besetztes Paddelboot. Der eine Insasse ertrank, während der andere gerettet werden konnte. Auf dem Müggelsee kenterten etwa acht Segel- und Paddelboote. Die Insassen wurden sämtlich gerettet.
Erdbeben in Süditalien.
Auf den Liparünfeln bei Messina wurden mehrere Ortschaften durch Erdstöße heimgesucht. In M a l f a sind 400 einstöckige Häuser beschädigt. In S e l m o sind 60 Häuser beschädigt, von denen etwa 30 nun unbewohnbar sind. In Leni stürzten einige Häuser ein und die Bevölkerung hält sich auf freiem Felde auf. Die Insel F i l i c u d i hatte schwer zu leiden. Die Kirchen wurden schwer beschädigt. Ihre Türme müssen abgetragen werden. Beamte mit den ersten Hilfsmittel sind unterwegs. Auch Zelte
Minute zu übermitteln. Will man eine solche Zahl von Zeichen auf einer gegebenen Fläche gut leserlich telegraphisch abbilden, fo sind mindestens 200 000 bis 250 000 foaenannte Bildelemente zu übertragen und scharf wiederzugeben. Der gegenwärtige Stand der bildtelegraphischen Uebermittlungsweise zeigt Schnelligkeit der Uebertragung, die mindestens dreimal so groß ist wie die Leistung des gewöhnlichen Schnelltelegraphen. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß bei der Durchführung der drahtlosen Bildübertragung in Zukunft die sogenannten kurzen Wellen sich als die besten zur praktischen Verwendung erweisen werden. Die kurzen Wellen sind neuerdings bei Nacht mit gutem Erfolge zur Bewältigung großer Reichweiten, so z. B. der 12 000 Kilometer langen Strecke Nauen—Buenos Aires benutzt worden. Noch ist das Gebiet der kurzen Wellen in der Entwicklung begriffen, aber es ist für die Zukunft zweifellos von größter Bedeutung. Denn schon jetzt ist der Empfang amerikanischer Kurzwellentelephonie in Europa sehr klar und laut. Bei solchen lieber» mittlungsergebniffen würde sich der Gedanke des handschriftlichen Telegramms, das als Nachbildung übermittelt wird, des „gefunkten Ozeanbriefes" verwirklichen und damit eine gewaltige Umwälzung der heutigen Telegraphieform herbeiführen lassen. Wann die Bildtelegraphie in Deutschland in den allgemeinen Verkehr wird eingeführt werden können, laßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Denn noch sind zur praktischen Durchführung gewisse spezielle Probleme zu klären und auch die wirtschaftlichen Fragen zu lösen. Ich kann Ihnen verraten, daß die Tete- sunken-Gesellschaft auf der kommenden Funkaus- fieUuna mit einem hochentwickelten Apparat für Bildtelegraphie an die Oefsentlichkeit treten wird. Zum Schluß möchte ich im Zusammenhang mit der
und Holz zur Errichtung von'Baracken wurde in die heimgesuchtcn Orte gesandt.
Hoch Hingt das Lied vom brauen Mann.
In Mannhei m ist ein mit zwei Männern und vier Kindern im Alter von vier bis acht Jahren besetztes Paddelboot unterhalb der Reißinsel g e - [entert. Während ein acht Jahre alter Knabe sich scsthalten konnte, trieben die übrigen fünf Personen ab. Sie wurden aber sämtlich von dem Fischer Boos gerettet. Boos hat damit im ganzen 25 Personen das Leben gerettet.
Line Stiftung der „Heldin von Gaeta".
Die kürzlich verstorbene Königin beider Sizilien, Maria Sophie, geborene Herzogin in Bayern, hat testamentarisch etwa eine halbe Million zur Gründung einer Franz-Maria- Christinc-wtiftung in Regensburg bestimmt, mit der begabten jungen Leuten Beihilfen für die Ausbildung und Fortbildung in geistigen Berufen gewährt werden sollen. Das bayerische Kultusministerium hat die Stiftung genehmigt. Königin Maria Sophie, die Gemahliit des letzten Königs, Franz II. beider Sizilien, ist als Zwanzigjährige berühmt geworden durch die mutige Verteidigung der Festung Gaeta gegen die italienischen Truppen Februar 1861.
Lin Hamburger Spritschmugglerprozeh, fand jetzt vor den Hamburger Gerichten seine Sühne. Im März vergangenen Jahres wurde ein Zollbeamter ertappt, wie er eine Barkasse mit 40 000 Litern geschmuggelten Sprits durch den Zoll lassen wollte. Es wurde festgestellt, daß im ganzen rund 100 000 Liter Sprit in Hamburg verschoben worden waren. Der Barkassenführer wurde zuöMonatenGefängnis und 872 000 Mark Geldstrafe, der Kaufmann Berkhauer zu 1 Jahr Gefängnis und 2 Millionen Mark, der Makler Schulz zu 9 Monaten Gefängnis und 2 Millionen Mark und der bestochene Zollbeamte Redkienski zu 1 Jahr Gefängnis und 66 000 Mark Geldstrafe verurteilt.
Schwere Autounfalle in Norddeutschland.
Am Sonntag fuhr auf der Friedländer Chaussee, 4 Kilometer hinter Neu-Brandenburg ein Auto kurz vor dem Dorfe Küssow mit voller Wucht gegen einen Chausseebaum, überschlug sich und wurde zertrümmert. Dabei fand der 32 Jahre alte Bankbeamte Walter Voß aus Neu- Brandenburg den Tod. Eine Dame und der Chauffeur erlitten Verletzungen. Der vierte Insasse des Autos, ein junger Landwirt, wurde auf die acht Meter hohe Böschung geschleudert, kam aber unversehrt davon. Der Chauffeur wurde in haft genommen. — Bei Neumünster (Holstein) schlug sich ein von dem Kaufmann Fritz Evers gesteuertes Auto, wahrscheinlich infolge Versagens der Steuerung. Evers und ein mitsahrender Lederfabrikant aus Neumünster wurde getötet. Der dritte Insasse, ein Bücherrevisor aus Altona, wurde schwer verletzt.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 23. August 1926.
Schwimm- und Rudersport- Werbetag.
Rachdem es am Samstag in Strömen geregnet hatte, und auch der Sonntagvormittag noch sich wenig einladend anlieh, hatte der Wettergott endlich ein Einsehen: die Sonne kam ein bißchen heraus, der Himmel klärte sich freundlich auf, und bei dein Bootshaus der Gießener Ruder-Gesellschaft hatte sich am Ende doch eine recht ansehnliche Zuschauermenge versammelt, die das reichhaltige Programm des Schwimm- und Rudersport-Werbetages mit lebhaftem Interesse verfolgte und tapfer bis zum Ende ousharrte, obwohl es gegen ' Abend recht kühl wurde, sowohl im Wasser, als auch außerhalb. Die Veranstaltungen wurden nach einem Musikstück mit dem sehr hübschen Reigenschwimmen eingeleitet, das von 16 Damen vom Gießener Schwimm-Verein in schmuckem blauen Dreh tadellos exakt vorgeführt wurde und viel Anklang fand. Hiernach folgte eine interessante Auffahrt der einzelnen Bootsgattungen: vom Paddelboot bis zum Rennachter war alles vertreten, was zu einer rechten Regatta gehört: Renn-Einer, Schul-Zweier, Schul-Doppel-Zweier, Renn-Doppelzweier ohne Steuermann, Schul-, Gig- und Renn-Vierer mit und ohne Steuermann. Die hieran anschließende große Freistilstaffel 8x50 Meter zwischen dem Turnverein 1846 (verstärkt durch einige Leute des S. V.) und dem Gießener Schwimmverein wurde nach spannendem Kampf vom Schwimmverein gewonnen. Lebhaften Beifall fand weiterhin das Schauspringen, woran sich T. D. und S. V. mit Damen und Herren beteiligten, und wobei durchweg ausgezeichnete Leistungen geboten wurden: es wurden die verschiedensten Sprünge vom kleinen, sowie vom 3-Meter« und 5-Meter-Drett, Kopfsprung mit und ohne Anlauf, vorwärts und rückwärts, Abfaller, einfache, anderthalbe und doppelte Saltos
Bildtelegravhie noch bemerken, daß ebenso wie an jenem Problem auch an dem des Fernsehens eifrigst gearbeitet wird. Auch hier sind noch mancherlei Fragen zu lösen, aber auf Grund der gegenwärtigen Situation kann man zweifellos auch eine baldige Lösung des Fernsehproblems Voraussagen. Die Bilder werden beim Fernsehen grundsätzlich nach dem gleichen Schema zerlegt und zusammengesetzt, wie bei her Fernphotographie. Dabei aber werden besondere, äußerst schnell arbeitende optische Geräte, die unter guter Lichtausnutzung die genaue Auflösung und Wiedergabe des Bildnetzes gestatten, zu Hilfe genommen. Bereits vor mehr als Jahresfrist ist es Dr. Karolus gelungen, sehr gute Fernsehbilder zu erhalten. Die praktische Entwicklung seines Gerätes, das besonders darauf gerichtet ist, Diapositive, in erster Linie Kinofilme, im Wege des optischen Rundfunks fernsichtbar zu machen, wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen."
Kunst und Wissenschaft.
Die ökumenische Woche in Bern.
Bern. 23. Aug. (TA.) Die ökumenische Sitzungswoche, die der Fortführung des bei der Stockholmer Weltkirchenkonferenz begonnenen Einigungswerkes der Kirche dient, nahm heute in Münster mit Ansprachen von Bischof Ostenfeld - Kopenhagen, Stefan- Sofia und Professor Sigmund Schultz-Berlin ihren Anfang. Die kommenden Tage sind Sitzungen der Kommissionen Vorbehalten, unter denen die bedeutendste der unter deutscher Leitung stehende Ausschuß für die Errichtung eines internationalen christlich-sozialen For-
gezcigi. Die Damen-Brust-Staffel 4x50 bestritten S. B. und T. B. 46, die Lagenstaffel 4x100 der S. V. und eine kombinierte Mannschaft, die große Brust-Staffel 10x50 der T. V. 46 und S. V. mit zwei Mannschaften. In sämtlichen Stas- feten gab ce> guten spannenden Sport mit lebhaften Kämpfen: die ersten Plätze in allen drei Rennen belegte der Schwimmverein. Dazwischen wurde der Schüler-Vierer gerudert, den die „Hassia" für sich entscheiden konnte. Ein sehr hübsches Bild bot ferner das Gruppenspringen, woran sich T. V. 46 und S. V. wiederum mit Damen und Herren, diesmal in Gruppen zu dreien und fünfen, beteiligten. Großes Hallo und Gelächter auf beiden Ufern entfesselte das ebenso drollige, wie feuchtfröhliche Büttenrennen, bei dem es in heftig schwantenden und natürlich wenig stabilen Ruirdbütten mit den Händen von •Ufer zu Afer zu rudern galt, was durchaus keine einfache Sache ist. Die meisten Teilnehmer nahmen denn auch zur Schadenfreude aller Zuschauer ein unfreiwilliges Bad und tonnten ihr Fahrzeug leer oder wenigstens nur halbvoli an Land steuern. Hieran anschließend wurde zwischen der ersten und einer kombinierten Mannschaft des S. D. ein Wasserballspiel ausgetragenr dgs, von beiden Seiten flott und routiniert geführt, an interessanten und kritischen Momenten reich war und schließlich mit einem Siege 4:2 für die 1. Mannschaft des S. V. endete. Den Schluß der Veranstaltung machte der mit besonderer Spannung erwartete Achter, der, stets der Höhepunkt jeder Regatta, einen prachtvollen Anblick gewährte. Den ersten Platz belegte die Gießener Rudergesellschaft, den zweiten „Hassia", den dritten Verein Rudersport. Damit hatte die ausgezeichnete Veranstaltung ihr Ende gefunden, und man kann nach ihrem schönen und harmonischen Verlauf nur wünschen, daß der Tag den erstrebten Zweck einer recht weitgehenden Propaganda für den ebenso gesunden, wie volkstüm- lichen Wassersport in vollem Umfang erreicht hat.
Stoppelfelber im August.
WSR. Die eigenartigen Witterungsverhältnisse dieses Jahres haben es fertig gebracht, daß sich Heumahd und Getreideschnitt zeitlich eng zusammendrängten. Dieser Umstand hat nach so langen Regenwochen plötzlich eine intensive landwirtschaftliche Tätigkeit erweckt, die rasch und unvermittelt vielerorts der Landschaft jetzt schon in den Augusttagen einen verfrüht herbstlichen Charakter gibt. Das geschnittene Gras wachst zwar nach und reift zur Ernte heran, aber das Stoppelfeld bleibt. Kahl mit gelben Dorsten- büscheln liegt es da im Glanze der strahlenden Augustsonne — soweit wir heuer von solchem Glanze reden können —, und nicht ohne Wehmut denkt man an die goldgelb wogenden Getreidefelder, die dem Bild der sommerlichen Flur einen so eigenartigen, tiefen Reiz geben. Dce stolzen Roggenhalme, die in den blauen Himmel hinaufwachsen zu wollen scheinen, die sonngebräunten, vollkörnigen, schweren Weizenähren, die zierlichen Kornbüschel des Hafers, sie sind dahingesunken unter dem schwingenden, blanken Stahl; und ihr Sterben zum Wohl der Menschheit kündet — das Menschenherz kann sich's nicht verhehlen — das große Sterben in der Ratur ain. Hungriges Federvolk huscht, Rachlese haltend, über die struppigen Stoppeln, und schon beginnt auch die Jugend das leere Getreidefeld zum Startplatz ihrer Drachen zu machen. Kühl, gefühllos und unbarmherzig scheint der sommerliche Abendwind über das wunde Feld dahinzustreichen, der noch vor kurzem verliebt und zärtlich mit den flüsternden Halmen zu spielen schien. Dann bricht die Scholle unterm Schnitt des blanken Pfluges. Warmes, duftendes Erdreich wälzt sich über die kurzen Stoppeln und begräbt sie unter sich. Das Feld muh sich bereiten, die Wintersaat in seinen Schoß aufzunehmen.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wiskottens". — Astona-Lichtspiele: „Das 2(benteuer im Nacht- expreß".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es wird nochmals auf die Aufführung des übermütigen Schwankes „D i e spanische Fliege" von Arnold und Bach am Dienstag, 24. August, hingewiesen. Es sind beschäftigt die Damen Marcks, Andre, Heyrn, Jüngling, Scherer und die Herren Goll, Schwanneke, Volck, Schubert, Eisig, Gehre und Stichel. Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn Goll.
Wettervoraussage.
Ruhigere und ständigere Temperaturen, Winde allmählich auf südliche Richtung drehend, nur zeitweise stärker bewölkt, durchweg trocken.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19,8, Minimum 10,5 Grad Celsius. Riederschläge: 0,7 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 15,4 Grad Celsius.
WSR. Die Heide blüht. Auf trockenem Sandboden, auf sonniger Hochebene, im Schuhe des Kiefernwaldes, auf niedrigem Hügel leuchtet
s ch un g si nst itu tes ist. Die Vollsitzung des Vollzugsorgans der Konferenz, die 66 Vertreter aus den protestantischen anglikanischen und orthodoxen Kirchen körpern der Welt zusammenführt, beginnt am 26. August. Gleichzeitig tagt der vorbereitende Ausschuß der ökumenischen Bewegung für Glaube und Verfassung, die eine kirchliche Einigung auf dem Boden einer Bekenntnisgemeinschaft anststrebt.
Eine Darmstädter Schulmusikwoche.
Das Z e n t c a l in st i t u t für Erziehung und Unterricht veranstaltet in Verbindung mit dem Hessischen Landesamt für das Bildungswesen vom 11. bis 16. Oktober eine Schulmusikwoche, die- unter anderem Dor- träge der Herren Staatssekretär Schulz vom Reichsministerium des Innern, Professor Dr. Hellpach, ehemaligen badischen Staatspräsidenten, den Professoren Luchtenberg, Schünemann, Jode, Thiel, Moser, Gurlitt, Arnold Mendelssohn, Roack, Rolle, Smend, Müller und anderen bringen wird. An den Abenden werden Symphonie- lonzerte, Chorkonzerte und Opernvorstellungen von dem Hessischen Landestbeater und der Mainzer Musikhochschule veranstaltet.
Fachstudienwache auf Burg Hohensolms.
In der Zeit vom 6. bis 10. September veranstaltet die Christliche Jugend in ihrem Bundesheim, der Burg Hohensolms, eine Freizeit für Pfarrer und jüngere Theologen. Es sind als Redner vorgesehen: Generalsuperintendent D. Klingmann (Koblenz), Bundeskanzler Schütz- ler, die Pfarrer Lang (Frankfurt). Becker (Die- tzen) und Petri (Hohensolms).


