uns jetzt das blühende Heidekraut ent» gegen. Die Heide überzieht sich mit Millionen honigreicher 'Blüten von rosenrotem Schimmer, fo dah das Grün der 'Blutter beip-;1,’: ganz wt« lchwinder. Obgleich die Blüten veri)ir'tnismätzig klein sind, ist das blühende Heidekraut doä) weithin sichtbar. Jeder Zweig der Pflanze trägt zahlreiche Blüten mit rc-tlicyen Blütenglocken. TS ist eine Lust, die Millionen von Infekten zu beobachten, welche sich jetzt in den Blüten »ummeln
WEB A e h r c n l e s e n i st strafbar. Wiederholt ist darauf aufmerksam gemacht worden. dah das Aehrenlelen verboten und straf» dar ist. Neuerdings sind nun wieder Hölle zur Anzeige gekommen, wo Aehrenlefer sich der Schere bedienten, um rascher den Korb oder die Schürze zu füllen. Dolche Frevler werden besonders empfindlich bestraft.
•* Der Aufgang de r Hühnerjagd ist vom Hessischen Ministerium des Innern für das ganze Land auf Montag, den 30. August, festgesetzt worden. Wegen der Hegezeit der Fa» 'anen verbleibt es bei den Bestimmungen der Verordnung vom 17. Dezember 1925. Die Jagd aus Fasanen beginnt danach erst am Donnerstag, den 16. September.
k. Der Bund der Kolonialfreunde, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Samstagabend auf der Karlsruhe einen kolonialen A b e n d. Die Veranstaltung, welche in Form eines Familienabends durchgesührt wurde, brachte zunächst eine Reihe musikalischer Darbietungen. Das übrige Programm bestand aus einem von K. Tetzner gesprochenen Prolog, mehreren gemeinsam gesungenen Liedern, von denen ein Koloniallied leider ausgerechnet auf die Melodie ging: „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren", einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Mohr, einer peiteren Erzählung von O. Kern und schließlich noch aus Tanz. So anerkennenswert die Bestrebungen sind, für den kolonialen Gedanken weite Kreise, insbesondere auch die Jugend 'zu interessieren, so gehen doch die Meinungen über die Art der Durchführung dieser Bestrebungen weit auseinander. Die Ansprache des Vorsitzenden, die sich von den übrigen Darbietungen angenehm abhob, zeigte in kurzen Zügen die Bedeutung und die Rotwendigkeit der Kolonien für Deutschland als Absatzgebiet, Siedlungsmöglichkeit usw. Sie behandelte weiter die Fragen: „Können wir bei der heutigen Staats- sorm Kolonien verwalten?" und „Warum müssen wir die Kolonialbewegung zu einer Volksbewegung machen?" Zum Schluß betonte der Redner noch kurz die Bedeutung der Presse für die Kolonialbewegung, sowie die Rotwendigkeit der Wiedererlangung unserer Kolonien.
< Vergeßliche Leute. Einer jungen Dame, die auf Bahnhof Gießen mit dem Berliner v-Zug nachmittags ankam, war auf ihrer Reise ein Kind in Obhut mitgegeben worden, das sie in Koblenz abliefern sollte. Rach dem Umrangieren des Koblenzer Wagens aus dem Berliner Zug vermißte die Dame plötzlich ihr anoertrautes Gut. Das Kind war aus feinem Wagen ausgestiegen und hatte sich in den Frankfurter- Zugteil beaeben. Darob große Bestürzung, zumal der Frankfurter Zug bei der Entdeckung schon fort war. Die Annahme des Stationsbeamten, daß das Kind nicht verloren, sondern nach Frankfurt gefahren fei, bestätigte sich bei einer Nachfrage in Bad-Nauheim, von wo es mit dem nächsten Zuge wieder zurückgelangte. Mit einer großen Verzögerung ging dann die Reise am nächsten Morgen weiter.
" Die zweite Staatsprüfung im Justiz- und Verwaltungsfach für das Jahr 1926 beginnt Montag, den 11. Oktober. Die Prüfung findet im Sitzungssaals des II. Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Darmstadt statt. Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind bis spätestens 25. September an den Iustizminister durch Vermittelung des zuständigen Landgerichtspräsidenten zu richten.
' Die Astoria-Lichtspiele auf dem Seltersweg sind am Samstag nach gründlicher Renovierung wieder eröffnet worden. Der Raum ist geschmackvoll hergerichtet und macht einen gediegenen Eindruck. Das Cröffnungsprogramm bringt einen Film „Das Abenteuer im Racht- erpreß", in dessen Mittelpunkt der bekannte Sensationsdarsteller Harry Piel steht. Ein lustiger Trickfilm vervollständigt das Programm.
WSR. Der Baldrianstag. Alter Dvlksbrauch will es, daß am 23. August die Daldricmswuwel gegraben wird. In manchen Gegenden heißt der Baldrian auch Hexeickraut. wegen seiner schon im Altertum geschätzten Kraft. Sollte er doch gegen allerlei angehexte Krankheiten schützen, zu denen das Mittelalter auch die Pest rechnete. „Baldrian und Dibernell hält die Pestilenz zur Stell." Auch sonst hielt man die Pflanzen zu mancherlei Dingen gut. In den Bienenkorb gelegt, hält sie die Dienen im Stock fest und zieht andere heran. Ihre Wurzel erregt grimmigen Zorn, wenn man sie kaut, und DaS Mittelalter weih von einem Scharfrichter mit weichem Herzen zu erzählen, der vor jeder Hinrichtung ein Stück der Wurzel kaute, um sich hart zu machen. Eine ähnliche Anziehungskraft, wie bekanntlich auf die Katzen, hat die Baldrianswurzel, wie manche glauben, auf Forellen.
**DiebekannteStrohhalm-Kunst- uhr wird zur Zeit im früheren Hotel „Groß- Herzog", Bahnhofstraße (Geschäftshaus der A. E. G.) gezeigt. Das Werk wurde in den Jahren 1892 bis 1907 von dem Schuhmachermeister Otto Wegener aus Strasburg in der älckermark erbaut. Die Ahr ist in sämtlichen Teilen aus Strohhalmen zusammengesetzt, deren Stabilität dadurch erreicht wurde, daß die Halme mehrfach i.ieinandergeschoben worden sind. Die einzelnen Teile sind lediglich durch Strohhalme verbunden irgendwelche Klebe- oder Bindemittel kamen nicht zur Verwendung. Auch der Mechanismus des Werkes enthält keine einzige Feder und keinen Metcrllteil, besteht also ebenfalls nur aus Strohhalmen. Bemerkt sei noch, dah alle Teile sichtbar sind, so daß sich der Beschauer in jeder Weise überzeugen kann. Eine ^Besichtigung dieser Uhr, die schon in vielen Städten gezeigt worden ist und überall Bewunderer fand, kann bestens empsohlen werden.
** Auftrieb auf dem heutigen Fran k- furter Schlachtvieh markt. 340 Ochsen, 64 Bullen, 460 Kälber, 51 Schafe, 4025 Schweine.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
n. Grohen-Linden, 21. Aug. Aus der letzten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Rach einigen ergebnislosen früheren Sitzungen kam diesmal bet Voranschlag für
Rj. 1926 unter Dach und Fach 5>te Erhebung einer Soukersteuer v:m b:' outen .indbesttz wurde mit Stimmrnmrhrhcck abgelrhnt. An Grundsteuern werden von Gebäuden und Bau- > lätzen 12 Ps. und vorn land und forstwirtschaftlich benutzten Grundbesitz 24 Ps. pro 100 Tut Steuerwerk erhoben. Vom Betriebskapital 55 Ps. pro 100 Mk. Steuerwcn Für 1 Ml. staatliche ®eir-rbefteuer aus der Festsetzung für 1925 kommen 90 Ps. zur Erhebung. Abgelehnt wurde der beantragte AnkarO der Universitäts-Mühl?. Flurschütz Georgi wurde im Geyalte auf gebeten und zwar mit Wirkung vom 1. Juli 1926. Die Erbauung eines Gemeind:wohnhauses sand leine Zustimmung. Ein Teil der bet der kommunalen Landesbank ausgenommenen kurzfristigen Kapitalien wurde in langfristige umgewandelt.
Kreis Friedberg
Bad-Rauheim, 20. Ang. Die Zahl der Kurgäste beträgt leit 1. Januar 25205, von denen heute noch 1141 hier anwesend sind. Bäder wurden seit 1. Januar insgesamt 264 330 abgegeben.
Z Dad-Raubeim. 22. Aug. Das i n - ternationale Tennisturnier konnte heute noch nicht zu Ende geführt werden, weil der- gestrige Regentag ein Spielen nicht ermöglichte. Das Tournier weist eine vorzügliche Beteiligung auf, das Ausland ist durch Spanien, Amerika, Ungarn in sehr guter Klasse vertreten.
Kreis Büdingen.
<- Ridda, 21. Aug. Verschiedentlich wurde dieser Tage aus Höchst a. M. berichtet, daß in der Nidda Scharen von erkrankten Fischen anzutreffen seien, was mit Vergiftung durch das rötlich gefärbte Riddawasser in Verbindung gebracht wurde. Demgegenüber muß sestgestellt werden, daß das Wasser der Ridda bei der ziemlich selten vorkommenden Rotfärbung keinerlei giftige Bestandteile enthält. Verschiedene amtliche Untersuchungen, die aus gleichen Gründen in den Vorjahren angestellt wurden, haben ergeben, daß Forellen und andere im Bachbett der Ridda verkommende Fische auch bei Rotfärbung äußerst zahlreich vertreten sind und keinerlei Erkrankungserscheinungen aufweisen.
------ Wenings, 21. Aug. Der Bezirk Büdingen des Kinzig-Turngaues der Deutschen Turnerschast wird am 26. September hier sein diesjähriges Dezirksabturnen abhalten, zu der eine stattliche Teilnehmerzahl erwartet wird, da der Bezirk annähernd 20 Vereine umfaßt. Wie alljährlich so wird auch in diesem Jahre das Abturnen in einem volkstümlichen Turnen bestehen und in zwei Stufen geturnt werden. Für die Oberstufe sind als Uebungen vorgesehen: Steinstohen, Hochsprung, Weitsprung, 100-Meter-Lauf, Speerwurf und eine Freiübung, die gelegentlich der Kölner Kampfspiele zur Vorführung tarn. Anstelle von Steinstoßen ist für die Unterstufe Kugelstoßen vorgesehen. Rachmittags werden sämtliche Tbeltumer allgemeine Freiübungen zeigen. Teilweise werden auch von einzelnen Vereinen Musterriegen am Gerät gestellt werden.
4 Echzell, 21. 2lug. Unser Postamt bleibt uns, wie schon einmal vor etwa 12 Jahren, durch die erfolgreichen Bemühungen des Reichstagsabg. Dr. Werner erhalten, und bis auf weiteres wenigstens braucht sich unser Marktflecken nicht bloß mit einer Agentur zu begnügen.
Kreis Schotten.
ld. Schotten, 22. Aug. In der Vorkriegszeit war es gelungen, in vielen Jagden des Vogelsberges den Fasan einzubürgern. Verschwiegene Talmulden mit viel Gebüsch und kleinen Wasserläusen, ideales Gelände für dieses Geflügel, fanden sich überall. In der Rachkriegszeit weniger geschont, ist der Fasan an Zahl sehr stark zurückgegangen und kaum noch anzutreffen. Unweidmännisches Verhalten mancher Jäger, strenge Winter, und des Fasans schlimmster Feind, der Fuchs, haben dem bei uns kaum heimisch gewordenen Vogel so zugeseht, daß mit seinem Aussterben in unserer Gegend gerechnet werden muh, wenn nicht sofort überall sachgemäße Gegenmahregeln ergriffen werden.
ld. Aus dem vorderen Vogelsberge, 22. Aug. Das O b st b a u m st e r b e n, das schon in diesem Frühjahre nach der Belaubung allenthalben in die Augen fiel, hat im Laufe des Sommers immer mehr überhand genommen, so daß man eben kaum ein Daumstück findet, auf dem nicht ein Opfer des Frostwinters 1924'25 zu bemerken wäre. Am härtesten sind die Zwetschenbäume betroffen worden, von denen viele bereits dürr sind oder Zeichen beginnenden Verfalls an sich tragen. Man rechnet damit, dah fast alle Zwetschenbäume zugrunde gehen und beginnt jetzt schon, Reuanpflanzungen vorzubereiten. Da die einheimischen Zwetschenbäume im Laufe der Zeit so entartet sind, daß eine reichliche Ernte gar nicht zu erwarten ist, verzichten einsichtsvolle Obstzüchter auf die überall zur Verfügung stehenden Setzlinge und bestellen bei Baumschulen Zwetschensorien, die einen lohnenden Ertrag versprechen.
Kreis Alsfeld.
---Alsfeld, 21. Aug. Erhängt hat sich im nahen Reibertenrod der 80 Jahre alte Schmiedemeister Hch. Kasper. Die Ursache dieser Tat dürfte in Lebensmüdigkeit zu suchen sein.
ch Erbenhausen, 21. Aug. Die Füchse schädigen in unserer Gegend sehr die Hühner- besitzer. Ungefähr ein Dutzend Hühner ist ihnen schon zum Opfer gefallen. Der Fuchs erscheint in der Regel von 7 bis 8 Uhr vormittags und nachmittags von 4 bis 5 Uhr. Aber alles Auf- passen hilft nichts. Wenn man sich auch schuh- fertig zum Empfang des Räubers bereit stellte, gelang es bisher doch nicht, ihn zur Strecke zu bringen.-
Starkenburg.
’ Darmstadt, 21. Aug. An dem Ehrenmal für b i e Gefallenen auf dem Fried- Hof in Roßdorf bei Darmstadt wurden an den Treppenstufen von unbekannten D e n t mal’ Ichändern mehrere Stücke abgeschlagen. — Umherstreifenden Hunden in Roßdorf bei Darmstadt gelang es nachts in den Ziegenstall einer Witwe einzudringen. Sie bissen zwei Ziegen lot. — In Zwingenberg an der Bergstraße scheute das Pferd des Landwirts Lehr vor einem Auto. Lehr geriet unter den Kraftwagen und wurde schwer verletzt. — In einem Steinbruch bei Birkenau wurde ein Arbeiter von einem Rollwagen überfahren. Ein Bein wurde so schwer verletzt, daß es amputiert werden muhte.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
O Wetzlar, 21. Aug. Der Kreis Wetzlar erhebt eine Hundesteuer, die für den Hund 5 Mk. jährlich beträgt. Werden von einem Besitzer zwei oder mehrere Hunde gehalten, so beträgt die Steuer für den zweiten Hund 8 Mk. und für leben weiteren Hund 20 Mk. jährlich. Von der Zahlung der Steuer sind befreit: Hundc- besiher, die außerhalb des Weichbildes eines Ortes und mindestens in einer Entfernung von 100 Meter von anderen bewohnten Gebäuden wohnen. Schaf- und Schweinehirten für höchstens zwei Hunde, Besitzer von Ziehhunden i Fleischer- Hunden usw.), Polizeibeamte und Rachtwächter iir nur einen Hund, sowie blinde unb taube Versonen, die sich zu ihrem Schutze eines Hundes bedienen. Hundezüchtern, b. h. solchen Personen, die mehr als zwei Hunde zu Zucht- oder Handelszwecken halten, kann eine Steuerermäßigung in der Weise zugestanben werden, daß sie für ämtliche gehaltenen Hunbe für das ganze Jahr eine Pauschale von 30 Mk. zahlen.
l. Garbenheim, 22. Aug. Gestern hat uiu er Landsmann Heinrich Lauser mit seiner Familie zum dritten Male seine Reise von Hamburg aus nach Charlottenthal-Lü be r i tz b u cht (Südwest-Afrika) angetreten, wo er schon fast 18 Jahre lang als Schreiner beschäftigt war. Vor etwa sechs Wochen kehrte er von dort zurück, da seine Frau mit ihren zwei Kindern noch anwesend war. Da er hier keine Beschäftigung inden konnte und als Engländer naturalisiert ist, beschloß er aufs Reue, dahin auszuwandern, wo keine Arbeitslosigkeit herrscht, um dort sein Glück zu versuchen.
kz. Garbenheim. 21. Aug. Zahlreiche Reubauten haben sich an das ältere Garbenleim in der Richtung nach Wetzlar angereiht. Der ganze Dergeshang und die Landsläche zwi- chen der Garbenheimer Straße und der Bahnlinie gelten als wichtige Bauplätze.
kz. Dorlar, 21. Aug. In den Wiesen des Lahntals hat man bereits mit der Grummet» ernte begonnen. Die blumigen Auen liefern dichtes, saftiges Gras. Die üleberschwemmung hat meist fördernd auf den Graswucys gewirkt. Wo das Wasser nicht allzu lange gestanden hat, ist das Wachstum des sauren Grases wenig zu beobachten. Man kann auch mit der diesjährigen Grummeternte recht zufrieden fein.
<> Riederkleen. 21. Aug. Ein Motor- r a d u n f a l l ereignete sich auf der Provinzial- strahe Wetzlar—Butzbach in der Rähe unseres Ortes. Ein Motorradsahrer wallte ein Kuhfuhrwerk. das auf der linken Straßenseite fuhr und nicht auswich — angeblich hatte der Fuhrmann das Signal nicht gehört —. Überholen, kam dabei auf der durch das Regenwetter durchnäßten Straßenseite mit seiner Maschine ins Schleudern und stürzte. Während die Maschine nicht erheblich beschädigt wurde, erlitt bet Motorradfahrer derart schwere Verletzungen, daß sofort ärztliche Hilfe herbeigeholt werden mußte. Die Verletzungen sind glücklicherweise nicht lebensgefährlicher Natur.
<> Groß-Rechtenbach, 21. Aua. Der Kreisausschuß hat auf Grund des preußischen Hebammengesehes eine Reueinteilung der Hebammenbezirke der Bürgermeisterei Rechtenbach trorgenommen. Hiernach find zugetellt die Gemeinden Groh-Rechtenbach und Klein- Rechtenbach der Hebamme Rühl, Groh-Rechtenbach, Vollnkirchen, Volpertshausen und Weidenhausen der Hebamme Frischholz, Volpertshausen, Ebersgöns und Oberkleen der Hebamme R o m p f, Oberkleen, Riederkleen und Dornholzhausen der Hebamme Braun, Doncholzhaufen, Hochelheim und Hörnsheim der Hebamme Mand- l er, Hörnsheim. Lützellinden der Hebamme Hohbach, Lützellinden. Münchholzhausen der Hebamme G e r l a ch, Dutenhofen und Reiskirchen der Hebamme Schäfer, Riederweh. Keine „Riederlassungsgenehmigung", wie das neue preußische Hebammengeseh die Genehmigung zur Ausübung des Hebammenberufes b^eichnet, ist erteilt worden den Hebammen zu Münchholzhausen. Niederkleen und Reiskirchen, weil durch die obige Einteilung der Bedarf an Hebammen gedeckt ist. Diese Hebammen haben jedoch das Recht, ihren Beruf bis auf weiteres an ihrem Wohnorte auszuüben.
kz. Klein-Rechtenbach, 21. Aug. Das zwischen Klein- und Groh-Rechtenbach gelegene W a i» 1 enhaus „Z o a r". eine Zweiganstalt des Dia» konissen-Mutterhauses zu Kreuznach hat durch einen neuen Anbau in der Verlängerung der Haupts rontrichtung des Hauses ein stattliches Aussehen erhalten. Die Inneneinrichtung ist durchaus praktisch zu nennen. Den armen Kindern sind lustige Woyn- und Schlafräume zugewiesen. In kalten Tagen gibt die neue Zentralheizung eine angenehme Wärme durch das ganze Haus. Ein wohlgepflegter Garten breitet sich zwischen der Strahe und dem Hauptgebäude aus, in dem die Kinder unter liebevoller Anweisung der Schwestern auch kleine praktische Arbeiten verrichten können, ülnter schattigen Bäumen haben die Kleinen auf sauberem Sandboden einen prächtigen Spielplatz. Gegenwärtig beherbergt das Waisenhaus 41 Waisenkinder. Mit der Einweihung des Neubaues wird die 70-Iahrfeier verbunden. Der Weihetag soll am 26 September stattfinden.
<> Griedelbach, 21. Aug. Auf der sehr abschüssigen Strahe zwischen hier und Oberweh ereignete sich heute vormittag ein Unfall. An einer auf der Fahri von Hasselborn nach Warburg befindlichen Zuglokomobile rih die Dremskette. Die Lokomobile geriet in rasende Fahri, wodurch der Führer an einer Kurve die Herrschaft über sie verlor. Die Maschine stürzte die 4 Meter hohe Strahenböschung hinab in einen Wassergraben. Während sich der Beifahrer durch Wsprung rettete, geriet der Führer unter die Maschine und wurde erheblich verletzt: er muhte im Sanitätsauto in das Städtische Krankenhaus zu Wetzlar gebracht werden.
XX Groh-Alten st ädten, 21. Aug. Einen seltenen Anblick gewähren jetzt die an unserem Berge ausgebreiteten Flachslagen. Da die Leinwand immer wieder von der billigen Baumwolle verdrängt wird, fo ist auch der Flachsbau im hiesigen Kreise stark zurückge- gangen. 3a, es gibt schon viele Bezirke, in denen das schnurrende Spinnrad und das blaue Flachsfeld nur nach benr Hörensagen bekannt sind. Es ist daher erfreulich, daß der Staat, um die einzelnen Landwirte zur Bestellung von Aeckern mit Flachs anzueifern, fortgesetzt hohe Prozente der Saakauslage vergütet.
Kreis Biedenkopf.
kz. R o d h e i m. 21. Aug. Die neue Postau t o 1 i n i e Weylar-Rodheim bat sich bis jetzt recht viele Freunde erworben. Man war zu Anfang nicht davon überzeugt, daß sich hie neue Linie auch rentieren werde. Zu beobachten ist die Tatsache, daß die Linie für die augenblickliche Zeit verhältnismäßig stark gefahren wird. Einige ftarle Dllängel zeigt die neue Linie in bezug auf die Straften. Der Zustand der Straße von Waldgirmes bis Bieber als Faln- trahc für ein neuzeitliches großes Postauto ist, gelinde gesagt, miserabel zu nennen. Dte Straße ist viel au schmal, weshalb das Arno einem Erntewagen kaum ausweichen kann, außerdem zu ungleich, so daß der Wagen bei Regen keinen Hall auf der Straße findet. Vergangene Woche fuhr das Postauto im Regen von ^Waldgirmes itach Hof Haina mitten auf der Straße. Die Hinterräder rutschten auf die Seite in Den Graben und zogen die Vorderräder nad). Obwohl das Auto mit Winden hoch gezogen wurde, konnte es nicht mehr fahrbereit gemacht werden, weshalb ein von Wetzlar herbeigerusenes Auto das Postauto wieder glücklich auf die Fahrbahn bringen muhte. Eine andere üble Sache ist die enge Durchzugsstcahe durch Den Hof Haina. Rur im Schneckentempo ist die Durchquerung des engen Hofes möglich. Die Strecke von Wetzlar nach Bieber beträgt 13 Kilometer, von hier nach Gladenbach 24 unD von Gladenbach nach Biedenkopf 26 Kilometer. An jedem Ort ist gleich Anschlußmöglichkeit, so daß sich die Fahri von Wetzlar nach Gladenbach in kurzer Zeit ermöglicht. Ein Kilometer kostet 10 Pfennig, so daß die Autolinie Wehlar-Biedenkopf für 6,30 Mk. zu fahren ist.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 22. Aug. Zu dem am 29. August in Hirzenhain stattsinDenden Kreis- j u g e n b t a g hat die Reichsbahn-Gesellschaft folgende Sonderzüge eingelegt: Dillenburg ab 8.15 norm., Hirzenhain an 9.10 norm. Am Abend verkehrt ein Zug wie folgt: Hirzenhain ab 6.21 nachm., Dillenburg an 6.54. Herborn an 7.14 nachm.
bl. Dillenburg. 20. Aug. Die Kreisverwaltung des Dillkreises richtet ihr besonderes Augenmerk auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung: sehr zu begrüßen ist die Maßnahme Der Vermehrung von Krankenpflege st atio- n en. Etwa 30 Krankenpflegestationen sind in langer Arbeit zustandegebracht worden. Immer bleibt man Dabei bemüht, Neugründungen vorzunehmen.
bl. Herborn, 22. Aug. Die Ausschei- dungskämpfe um Den vom früheren Land- rat des Dillkreises, v. Zitzewitz, gestifteten Wanderpreis im Schlagballspiel haben bei Den Schulen begonnen. In Hirzenhain toirD Der Endkampf stattfinden. Herborn war im vorigen Jahre Sieger.
bl. Herborn, 20. Aug. Die bekannte hiesige QluDelfabrif von Wehr und Sattinger wird den Betrieb wieder in früherem Umfange auf nehmen. Damit dürfte einer Anzahl früher hier beschäftigt gewesener Arbeiter wieder auskömmlicher Verdienst gesichert sein. — Da die bisherigen Obdachlosenräume in unserem Rathaus den Verhältnissen nicht mehr entsprachen, hat Die Stadt in Der Turnhalle des Rathauses weitere neue Räume geschmackvoll hergerichtet.
bl. Frohnhausen, 20. Aug. Der Spiel- und Sportverein „Dramen“ 1914 ist gegenwärtig mit Der Errichtung eines neuen Spielplatzes beschäftigt. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 3500 Mark. Die Gemeinde kam dem Verein sehr entgegen, indem sie einen Zuschuß gab und den Platz kostenlos zur Verfügung stellte. Immerhin fehlt noch ein 'Betrag von etwa 2500 Mark. Die Mitglieder beteiligen sich selbst an den Planierungsarbeiten und geben auch gerne einmal ein Dcherflein für Den guten Zweck her.
bl. Herh ornseelbach (Dillkreis), 22. 8. In der Rächt vom Freitag zum Samstag brach in dem Anwesen des Landwirts Don s b ach Feuer aus, das schnell um sich griff. Die Wehren von Bicken, Ballersbach, Burg und Herborn konnten vereint mit der unfrigen den Brand auf seinen Herd beschränken. Wohnhaus und Scheune sind vollkommen eingeäschert. Die Entsteh ungsursachr konnte noch nicht ermittelt werden.
Maingau.
F r a nk f u r t a. M , 21. Aug. (WSR.) Vorgestern abend fuhr in Der Eschborner Landstraße ein Motorradfahrer ein Ginspännerfuhrwerk an. Durch den Anprall wurde die ganze Familie, bestehend aus Mann, Frau und Kind, vom Wagengeschleudertund verletzt. — Gestern wurde im Hauptbahnhof «in Arbeiter, Der an einem Tunnel beschäftigt war, von einer Rangierlokomotive erfaßt und zwischen Lokomotive und Tender gepreßt. In schwer verletztem Zustand wurde er ins Krankenhaus übergeführt. — In einer hiesigen Badeanstalt wurde eine P e r l e n h a l s k e t 1 e im Werte von 700 bis 800 Mark gestohlen. Die Kette besteht aus 201 echten weihen Perlen, wovon die größte erbsengroß ist und sich die anderen nach dem Ende verjüngen.
WSR. Idstein, 20. Aug. Der zehnjährige Sohn des Majors Graham der hiesigen Besatzung, der seine Ferien bei feinen Eltern verlebt, wollte gestern zu Pferde einen Ausritt machen. In Der Nähe der Schützenhalle ging jedoch das Pferd durch und warf Den jugenD- lichen Reiter ab, Der schwerverletzt ins Militärkrankenhaus nach Wiesbaden gebracht wurde. Trotz aller Bemühungen verstarb er in der folgenden Rächt.
Kreis Hersfcld.
WSR. H e r s f e l d, 20. Aug. 3n dem benachbarten Friedewald ftürzte Der Laüdwirt Georg Schüftrumpf, Der mit Kornladen auf seinem Acker beschäftigt war, vom Wagen. Er zog sich eine schwere innere Verletzung zu, Die seine Heberführung in das Krankenhaus nötig machte.
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