Ausgabe 
22.12.1926
 
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neue Schreibmaschine, von jemand Geschultem ge-

22 Fortietzung

'Nachdruck verboten

rieben, dessen kleiner Finger an der linken fianb wack ist, oenn das Qu und A sind durchlaufend

Elk nahm einen der Zettel, auf denen die Nach, richten geschrieben waren und hielt ihn gegen das Licht.

Drei Löwen als Wasserzeichen", sagte er.Eine

Oberhefsen.

Landkreis Gicftcn.

)( Großen-Linden, 21. Dez. Der Dieb- stahl in einer hiesigen Wirtschaft hat schnell seine Aufklärung gefunden. Das entwendete Geld konnte der Bestohlenen z u r ü ck e r st o t t e t werden. Die Täter waren zwei junge Burschen, deren Eltern sehr geachtete Leute sind.

* Watzenborn-Steinberg, 21. Dez. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Krieaerb inte rbliebenen eine stim­mungsvolle Weihnachtsfeier. Die Kii'der ver­schönten das Fest unter der Leitung der Lehrerin Frl. Damm, durch hie Aufführung eines Märchen- sviels, während die Musikkapelle unter Leitung des fierm Ludwig 6 e ß vorziwlich musizierte. Eine Bescherung der Kinder beschlaft den schönen Abend.

fh. Großen-Buseck, 21. Dez. Im überfüll­ten Saale des Gastwirts Brück veranstaltete die hie­sige Volksschule eine Schulfeier, bei der die beiden unteren Klassen die Unterhaltung zum großen Teil bestritten. Ähre ernsten und heiteren Darbietungen, besonders auch ein Märchenspiel, wurden mit viel Eifer geboten imb fanden lebhaften Beifall. Lehrer O r t w e i n hielt eine wirkungsvolle Ansvrache, in der er die Wichtigkeit des Zusammen­wirkens von Schule und Elternhaus betonte. Ge-

Oer Frosch mii derMaske

Roman von Edgar Wallace.

meinsame Gesänge und Lieder der ersten Klassen bereicherten die Veranstaltung in bester Weise. Rek­tor I n d e r t h a l sprach zum Schluß allen Betei­ligten den Dank der Schulleitung aus. Der Rein­ertrag der Beranstaltung soll zur Vergröße­rung der Schulbücherei Verwendung finden. Bei dieser Veranstaltung zeigte sich aber wieder, daß in unserer Gemeinde ein hinreichend großer Saal nicht vorhanden ist. Hoffentlich wird die vom Gemeinderat vor längerer Zeil beschlossene Errichtung einer T u r n ha l l e bald zur Tat.

0 Lollar, 21. Dez. Die Gemeinde hat eine Baracke mit 3 Notwohnungen errichten lassen, die jetzt ihrer Vollendung entgegengeht. Eine Wohnung, bestehend aus 3 Wohn- und einem Küchenraum, wiro noch vor Weihnachten bezogen, während die zwei anderen, eine gleich große und eine um einen Raum kleinere, anfangs Januar 1927 beziehbar werden. Am Sonntag hat der Gemeinde- rct die Notwohnungen besichtigt. Es wurde dabei allgemein anerkannt, daß diese Art Notwohnunaen den Eisenbahnwagen, die ursprünglich vorgesehen waren, vorzuziehen sind. Die Gesamtbaukosten be­tragen 6600 Mk. Zu unserer kürzlich gebrachten Notiz über schlechte Beleuchtung des Zu­gangsweges zum hiesigen Bahnhof sei berichtigend bemerkt, daß der Weg Eigentum der Eisenbahnverwaltung (nicht der Ge­meinde) ist und demzufolge diese auch in rechtlicher Hinsicht zur ausreichenden Beleuchtung verpflichtet ist. Der Zustand läßt sich nur dadurch bessern, daß in der Mitte des im Einschnitt liegenden Weges eine Brennstelle errichtet wird.

II Daubringen, 21. Dez. Am Sonntag verunstaltete der hiesige Männerturnver- e i n sein diesjähriges Abturnen. Geturnt wurde in vier Gruppen an Darren, Reck und Pferd. Die Leistungen waren im allgemeinen gut. Preise erzielten in der Oberstufe: 1. Preis mit 173 Punkten August Erb: 2. Pr. m. 134 P. Heinrich Walter: 3. Pr. in. 131 P. Heinrich Hofmann: 4. Pr. m. 125 P. Otto Reif: 5. Pr. m. 103 P. Heinrich Reif. OK It­tel ft u f e. 1. Pr. m. 113 P. ßuttolg Rein­hard: 2. Pr. m. 97 P. Karl Kerber: 3. Pr. m. 94 P. Otto Hofmann: 4. Pr. m. 81 P. Lud­wig Reif: 5. Pr. m. 74 P. Ludwig Geißler: 6. Pr. in. 70 P. Wilhelm Geißler. Unter­stufe: l.Pr. m. 87P. Ludwig Hofmann: 2.Pr. m. ÄP. Heinrich Knöß: 3.Pr. m. 73P. Fritz Frey: 4.Pr. m. 71 P. Wilhelm Preis. Schüler gruppe: l.Pr. m. 133 P. Heinrich Reif: 2. Pr. m. 133 P. Wilhelm Schwalb: 3. Pr. m. 131P. Wilhelm Zecher: 4. Pr. m. 126 P. Heinrich Weimer: 5. Pr. m. 123 P. Karl Albach: 6. Pr. m. 115 P. Wilhelm Zecher. Erwähnt sei noch, daß durch nachträgliche Prü­fung festgestellt worden ist, daß unsere Schüler­gruppe auf dem Bergfest in Kesselbach im August den Schülerwanderpreis des L a h n - D ü n s b e r g G a u e s im Laufen er­hielt. Am Abend hielt dann nach Verteilung der Diplome im Saale der Wirtschaft Erb Dr. Bal- s e r einen Lichtbildervortrag über die Entwicklung des deutschen Turnwesens. An Hand von 50 Lichtbildern wurde die Entwicklrmg der deutschen körperlichen Erziehung vom Rittertum bis zu den großen Turnfesten des deutschen Turn­vereins in jüngster Zeit gezeigt. Zum Schluß wurden einige schöne Aufnahmen aus alten Städtchen Oberhessens vorgeführt.

z. Allen dort o. d. Lda., 21. Dez. Bei der vom Geflügelzuchtverein Allendorf und Umgegend am Sonntag hier veranstalteten Bezirks- Geflügelschau wurden folgende hervorragende Auszeichnungen zuerkannt: je einen Landwirtschaftskammer-Ehrcnpreis: A. Wassergeflügel: Louis Göbel, Londorf (indische Laufenten), Heinr. Käs II., Allendorf o. d. Lda. (indische Laufenten), Heinr. Käs II., Allendorf (Pckingenten). B. Hühner: Friedrich Bauer, Gie­ßen (rote Rhodeländer), Heinr. Stein, Climbach (schwarze Minorka), Wilhelm Nachtigall, Allendorf (rebhuhnsarbige Italiener), Jost Benner, Allendorf (rebhuhnfarbige Italiener), Jakob Burk, Londorf (schwarze Italiener). C. T a u b e n: Ludw. Olemotz, Kesselbach, Karl Römer, Allendorf (hessische Krövfer). Je einen Ehrenpreis erhielten: A. Wasser­geflügel: L. Göbel, Londorf (Emdener Gänse): August Bcckcl, Londorf (Japanische Höckergänse). B. Hühner: August Felzing, Gießen (Bantam, schwarz): Hch. Rem, Nordeck (Zwergwyandotten, schwarz); Wilh. Bauer, Gießen (Deutsche Zwerge, goldl.): Franz Funk, Gießen (Reichshühner, weiß): Karl Römer, Hachborn (rebhuhnfarbige Italiener); Joh. Zimmer, Allertshausen (Hamburger Silberlack):

Ella war ihm immer eine nachsichtige, billigende, entschuldigende Schwester gewesen. Ein Puffer zwi­schen ihm und den Ermahnungen feines Vaters.

Komm zu Papa zurück, Ray, komm gleid)! Er schüttelte den Kopf.

Nein, ich kann nicht. Ich werde ihm schreiben. Ich gebe zu, daß ich unrecht an ihm gehandelt habe und werde ihm das auch in meinem Briefe schrei­ben, ober mehr kann ich nicht tun/ Es klopfte an die Türe.

.Herein!" rief Ray.

Wollen Sie Fräulein Dastano und Herrn Brady empfangen?" fragte der Diener im Flüster- ton und sah bedeutsam nach Ella hin.

Natürlich will er mich empfangen! rief eint Stimme draußen.Wozu denn diese Formalitäten? Ach, ich verstehe---" Lola Bassano maß

Ella aus halbgeschlossenen Lidern.

Das ist meine Schwester Ella," stellte Ray vor, und dies sind Fräulem Bassano und Herr Brady/

Ella blickte nach der zarten Gestalt in der Türe und vermochte nur zu bewundern, was sie erblickte. Lolas schönes Gesicht, ihre Haltung, ihre wunder­volle Hand, ihre Art sich zu kleiden, entzückten sie.

Gefällt Ihnen die Wohnung Ihres Bruders? fragte Lola, die ihr gegenüber Platz nahm und ihre feibenbeftrumpften Beine übereinanderschlug.

Es ist sehr schön hier, und Horsham wird ihm ziemlich öde vorkommen, wenn er zu uns zurück­kehrt", sagte Ella.

Ja, gehen Sie denn nach Horsham zurück? Lola warf den Kopf in den Nacken und sah Ray voll in die Augen, während sie diese Frage stellte.

Ich denke nicht daran!" sagte Ray energisch. Ich habe Ella schon vorhin gesagt, daß meine Arbeit hier mir viel zu wichtig ist, um sie aufzu­geben.

Lola nickte zufrieden und eine seltsame Kalte überkam Ella plötzlich. Eine Sekunde vorher war sie noch von Lolas Schönheit gefangen genommen gewesen. Nun aber schien ihr, als berge sich viel Grausamkeit in den Linien ihres schönen Mundes.

Sie müssen nämlich wissen, Fräulein Basiano, daß Gordon meiner Schwester die reinsten Spukge­schichten über uns alle erzählt hat/

(öcrtleßunfl folgt)

teilen Deutschlands im Interesse Frankreichs. Auch andere Zeitungen huldigten der gleichen Tendenz, vor allem dieRevue Rhenan", die in Koblenz herausgegeben wurde und durchaus das Prinzip ime Poincarü vertrat, während auch das Pozi- fijtenblattDie Menschheit" durch seine Einstellung für Frankreichs Absichten die Wege ebnete. Eine gute Charakterisierung gab der Redner von seinen nächsten Mitarbeitern, deren einer es fertig brachte, Vorstandsmitglied der Liga für Menschenrechte in Koblenz zu (ein, und gleichzeitig in seiner Eigen­schaft als Beamter der Haute Commission einen deutschen Kapellmeister, der auf einem Dampfer das uon den Franzosen verbotene Deutschlandlied spielte, anzelgte Von seinen Vorgesetzten rühmte Redels- perger den Präsidenten Tirard als nicht unsympa­thisch, während er den Chef seiner Dienststelle Char­les Haeggi als kriecherisches, charakterloses und sehr gefährliches Subjekt schilderte. Auch mit Deutschen, Die als Spitzel oder Mitarbeiter an den französi­schen Zeitungen im Solde Frankreichs standen, kam der Redner oft in Berührung. Währungsschwankun- Sen und dadurch bedingte Wirtschaftssorgen, Fehlen er Auskünfte von der politischen Lage Innerdeutsch lands waren meist die Gründe, die sie Frankreich in die Arme getrieben hatten Aber auch Charakter­losigkeit wie die jenes Separatisten, der sich rühmte, im Revolutionsmachen geübt zu sein, da er eo in München gelernt habe", fehlte nicht Hatte auch schon vorher manches Redelsperger befremdet an Der französischen Rheinlandpolitik, so brachte ihm doch erst die Separatistenbewegung noch langem inneren Kampfe Klarheit über die wahre Absicht und Einstellung der Franzosen. Er, der In dem Glauben an die gerechte Sache Frankreichs befangen, ein ge­treuer Mitarbeiter der Haute Commission gewesen war, sah und begriff mit schwerem Herzen französi­schen Geist und französische Politik. Die Erkenntnis des brutalen Unrechts gegenüber den Deutschen und Schamempfinden über die Mitschuld an ihrer Kne­belung, veranlaßten ihn nach einer, durch die Auf- regung hervorgerufenen Krankheit, seine Demission einzureichen. Aus dem oben erwähnten BucheBe- setztes Land", ein Schlüsselroman, in dem Redels- perger seine innere Umwandlung psychologisch be- gründet hat, las der Redner einige interessante Stellen vor. Höchst anschaulich schilderte er das angenehme Leben Der Franzosen im Rheinland, in großen schönen Wohnungen, unentgeltlich beliefert mit Heizstoff und Licht und bevorzugt durch An­nehmlichkeit aller Art wie Steuer- und Zollfreiheit, wozu noch die hohen Gehälter kommen. So ver­sicherte der Redner, daß sein Einkommen in Koblenz dos des dortigen-1. Staatsanwalts überstiegen höbe. Dieses Wohlstben der Fran-osen im Rb--l"l--nd fei. so meint er, die Hauptschwierigkeit für die Räumung.

Die Erkenntnis der Verlogenheit französischer Politik und der Wunsch, wieder gutzumachen, was er an Deutschland gefehlt, gaben die Veranlassung zur Ausgabe seiner Stellung und der ba*v>if verknüpften angenehmen Lebensweise. In einer Konservenfabrik hat er als Tagelöhner gearbeitet, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Möchten alle die von dem gleißnerischen Franzosentum verblendeten Deutschen gleich ihm zur wahren Erkenntnis ge­langen.

Ich kenne den Schutzmann nickt", sagte der Offizier.Er war von einer mir fremden Tlbteilung. Ein größerer Mann mit einem schweren, schwarzen Schnurrbart. Wenn es eine Verkleidung war, bann war sie ausgezeichnet."

Elk kehrte geknickt zurück.

Ich möchte das eine nur gerne wissen, was für ein C/.el der Frosch mit Ray Bennett treibt?" sagte Joshua Brvad.Denn das ist jedenfalls die interessanteste Jntrigue der Froschstrategie/ Er er­hob sich und nahm seinen Hut.Gute Nacht! Ver- gessen Sie nicht, nach dem Kindergarten zu suchen, Inspektor", lächelte er beim Abschied und Elk durch­stöberte das Haus vom Boden bis zum Keller, ohne das leiseste Resultat.

Ich glaube, daß sich hier eine sehr wertvolle Spur verrät", sagte Dick, indem er Elk ein Papier reichte. Dieser las:Alle Ochsen müssen Mittwoch, 3. 1. A. hören! L. V. M. B. Wichtig!"

Es sind fünfundzwanzig Abschriften von dieser einfachen aber aufregenden Botschaft vorhanden", sagte Dick.Und da ich keine Briefumschläge für die Instruktionen finde, so kann ich nur vermuten, daß Hagn sie entweder vom Klub oder von seiner Woh­nung aus expediert hatte. So weit habe ich die Ziffern in der Organisation der Frösche feftgefteUt. Frosch Nr. 1 arbeitet durch .Sieben', der vielleicht oder vielleicht auch nickt den Ches kennt. Haan, desien Nummer, nebenbei erwähnt, dreizehn ist. die ihm auch nock viel Unglück bringen wird ist der ausübende Cyef vom Bureau 7 und verkehrt nur mit den Leitern der einzelnen Sektionen. Sieben be­kommt seine Ordres vom Frosch selbst, aber er darf auch ohne Anfrage arbeiten wenn sich Notfälle er- !;eben. Hier zum Beispiel," er klopfte mit dem Zeige - Inger auf das Papier,ist eine Entschuldigung für le Verwendung des Mills, was meine Annahme bestätigt/

Keine Handschrift?"

Nein, auch keine Fingerabdrücke."

sei. Es war unverzeihlich von ihm gewesen, seinen Vater zu schlagen und er wollte ihm sicherlich so- gleich schrecken, um seinen Schmerz hierüber zu be­tonen. Aber es sollte kein kriecherischer Brief (ein, gelobte er sich, sondern ein würdiger und distan- zierender. Schließlich fielen doch in allen Familien derlei Stteitigkeiten vor. Und eines Tages würde er als reicher Mann zu seinem Vater zurückkehren und--

Ray verzog unangenehm berührt die roten Lip- Pen. Es ging ihm ja jetzr recht gut. er besah eine teure Wohnung, jede Woche wurden neue knisternde Banknoten durch die Post an seine Adresse gesandt. Er hatte auch ein Auto,---aber wie lange

würde es wohl so bleiben? Ray war kein Narr, nicht ganz so klug vielleicht wie er sich dünkte, aber auch nicht dumm. Warum sollte die javanische oder irgendeine andere Regierung ihn für Informa­tionen bezahlen, die sich doch aus jedem erreichbaren Handbuche schöpfen ließen, die für ein paar Schil­linge bet jedem Buchhändler zu kaufen waren. Er ließ den Gedanken fallen. Er besah die Gabe alles von sich zu schieben, was ihn störte. Er öffnete die Türe, die in sein Speisezimmer führte und blieb wie erstarrt stehen.

Ella sah an dem offenen Fenster, den Ellbogen auf dem Sims und das Kinn in der Hand. Sie war blaß und tiefe Schatten lagen unter ihren Augen.

Ella, was um Gottes Willen machst du denn hier?" fragte er.Wie bist du hereingekommen?"

Der Portier hat mir mit seinem Schlüssel ge­öffnet, als ich ihm tagte, daß ich deine Schwester sei", sagte sie apathisch.Ich kam sehr zeitig heute morgen und ich will dich fragen, ob du nicht nach Horsham kommen und Mit Vater sprechen mochtest?"

Nicht jetzt, nein, in ein paar Tagen", sagte er hastig. Tatsächlich fürchtete er sich nicht davor, seinem Vater zu begegnen.

Wäre es denn ein solch schreckliches Opfer, Ray, das alles aufzugeben?"

Er machte eine ungeduldige Handbewegung. Das alles nicht, wenn du damit die Wohnung meinst. Aber du und Vater, Ihr wollt doch, daß ich meine Arbeit aufgebe."

--3ch glaube nicht, daß das dein Schade wäre." Das war ein neuer Ion und Ray starrte sie an.

Justus Haas, Gießen (Wyanhotten, weiß): Heinrich Rem, Nordeck (Wyandotten, schwarz): Karl Römer, Hachborn (rebhuhnfarbige Italiener): Jakob Kriep, Nordeck (gesprenkelte Italiener); Heinrich Schmidt, Nordeck (silberh. Italiener): Hch. Theis, Rüddings- hausen (Hamburger Silberlack): Konrad Stelzenbach, Nordeck (Bantam,^Silber). C. Tauben: August Beckel, Londorf (Schönheitsbrioftauben mit blauer Binde): Karl Römer, Allendorf (schlesische Weiß- platttröpfer). Außerdem wurden noch zahlreiche erste, zweite und dritte Preise sowie lobende Aner­kennungen zuerlannt. Als Preisrichter wirkten Jean Kolter, Bad-Nauheim, und Robert Peil, Heskem.

.ftreie Friedberg

< Bad-Nauheim, 21. Dez. Die Stadt- verordneten hatten in ihrer jüngsten Sitzung nur wenige Punkte von allgemeinem Interesse zu erledigen. Beschlossen wurde, wie bereits kurz mit- geteilt, einstimmig der Beitritt der Stadt zum Verkehrsbund Oberhessen. Auch der Ver- elnigung zur Bekämpfung der Stechmücken- und Schnakenplage tritt die Stadt als Mitglied bei. Da einige frühere Stadtverordnete ihr Amt als Ver­treter der Stadt bei der B e z i r k s s p a r k a f f e Mathilden st ist niedergelegt haben, mußte eine Eraünzunaswahl erfolgen. Es wurden neu gewählt: Beig. Kissel und die Stadtv. Heß und Prae- fried. Mit dem Bau her neuen Kläranlage nach dem System Imhof ist im Herbst begonnen worden. Die Arbeiten müssen bis zum April been­digt sein, andernfalls die dazu verwandten Zuschüsse aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfür- sorge nicht selber gewährt werden können. Aus der Mitte der Versammlung wurde beanstandet, daß die Stadtverordneten nicht erst Gelegenheit gehabt hät- ien, die verschiedenen Systeme, die in Frage kom­men, gründlicher kennen zu lernen. Eine nochmalige sorgfältige Prüfung der ganzen Frage wurde ge- wünscht, besonders auch die Frage, ob beim System Imhof noch Verbesserungen anzubringen seien. Der Vorsitzende teilte dazu mit, daß Aenderungen nicht mehr Dorpenommen werden könnten. Die Stadtver- ordneten hätten ja auch dem Projekt, wie es zur Ausführung kommt, zugestimmt. Es sei nur noch eine strittige Frage zu klären, und dieserhalb habe man sich bereits an die preußische Landesanstalt für Badem, Wasser- und Lufthygiene gewandt. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde über eine Weih- nachrsbeihilfe für die Erwerbslosen und son­stigen Unterstützungsempfänger Beschluß gefaßt. Aus der wenige Tage zuvor stattgehabten vorletzten Stadtverordnetensitzung ist noch zu erwähnen: Nach- dem der Schulvorstand beschlossen, von der Einrichtung eines (Elternbeirats an der Stadt- schule abzusehen, schloß sich auch die Mehrheit der Stadtverordneten diesem Vorschläge an. Für eine Weihnachtsbeihilfe für d i e städti- schen Arbeiter wurden dem Bürgermeister 2000 Mk. zur Verfügung gestellt. Für die Ver­legung von Regen- und Schmutzwasserkanälen in der Otto-Weiß-Straße wurden 10 500 Mk. zur Ver­fügung gestellt. Dem Landwirtschaftlichen Lokalverein wurden als Beitrag zur Unterhal­tung der Bullen und Eber 1200 Mk. zugebilligt. Die hiesige, sehr rührige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft eröffnete ihre Winter-/ tätigtest mit einem Lichtbildervortrag, den Gouvernementssekretär a. D. Dietz (Darmstadt) überDe u t s ch - O st a s r I k a und seine Be- deutung für uns" hielt. Der Redner, der 24 Jahre in unserer ehemaligen Kolonie gelebt und als Farmer und Beamter deren Verhältnisse sehr gründlich kennen gelernt hat, verstand es meister- haft, die wirtschaftliche Bedeutung Oftafrikas und seinen Wert als Siedlungsgebiet zu schildern. Die zum größten Teil farbigen Lichtbilder ergänzten treffend die Ausführungen. Der vorige Sonntag stand bereits im Zeichen größerer öffentlicher Weihnachtsfeiern. Der Turnverein 18 60 veranstaltete nach einem seit Jahren geübten Brauch am Nachmittag ein Weihnachtsschau, turnen seiner Jugendabteilungen und konnte da- bei an etwa 130 Knaben und Mädchen Geschenke austeilen, dank der Opferwilligkeit hiesiger uno aus- toärtiger Turnfreunde. Lehrer Oßwa 1 d, in dessen Händen die Vorbereitung der Feier lag, sprach in feinen Begrüßungsworten von dem so notwendigen Zusammenarbeiten von Elternhaus, Schule und Der- ein. Die turnerischen Darbietungen leitete Kreisturn- wart Friede (Frankfurt a. M.), der derzeitige Turnlehrer des Turnvereins 1860. Die E v a n g. Jünglings- und Männerverein hatte abends im Sprudelhotel ein volles Haus für feine Weihnachtsfeier, in deren Mittelpunkt die erbauende Festansprache von Pfarrassistent H o f m e y e r stand.

Musik- und Gedichtvorträge und zwei ansprechend« Theaterstücke füllten das Programm. Der katho­lische Kirchenchor hatte gleichzestig In der Turnhalle des To. 1860 eine große, andächtige Ge- meinde um sich versammelt. Unter Leitung von Lehrer Winkler wurde das Müllersche Weih­nachtsoratorium mit großem Erfolge aufgeführt. Montag nachmittag veranstaltete die Ernst-Lud- w i g - S ch u l e (Oberrealschule) ihre Welhnackt-leier in der Turnhalle des Tv. 1860. Eine sein zusam- mengestellte Vortragsfolge, in der auch ein oprea?« chor, ein Hirtenspiel und ein größeres Weihnachts- spiel nicht fehlten, verbreitete eine weihevolle Weih­nachtsstimmung. Die Feier sand so viel Anklang, daß sie wiederholt werden muß.

Gambach, 21. Dez. Am Sonntag fand im Saale der Gastwirtschaft Wilhelm Weisel eine Kaninchen und Geflügelausstcllung statt, die vom hiesigen Kaninchen- und Geflügelzucht­verein veranstaltet worden war. Es waren 50 Nurn- mern Hühner, 30 Nummern Tauben und 30 Nurn- mern Kaninchen zur Schau gestellt. Das gezeigte Material muß als sehr gut bezeichnet werden. Am Samstag fand die Wertung und Prämiierung statt, auf Grund deren zahlreiche Ehrenpreise verteilt werden konnten. Diese bestanden aus wertvollen Ge­brauchsgegenständen, die vollen Beifall fanden. Die Ausstellung war für den Verein ein voller Erfolg.

CO Nieder-Flor st adt, 20. Dez Gestern veranstaltete die hiesige Schule eine Weih, nachtsfeier für die Eltern und Angehörigen der Kinder im Saale des Gastwirts Lur. Die schönen, sinnigen Darbietungen, an denen Kinder aller Jchr- günge und Klassen beteiligt waren-, fanden freund- liche Aufnahme und lösten reichen Beifall aus. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete ein Weih­nachtsspielDie Nackt vor dem heiligen Abend" und das MärchenspielDornröschen". Schülerchöre der beiden Oberklassen stellten mit Weihnachtsliedern auf die Handlung ein und gaben ihr einen würdigen Abschluß. u

Mit le Büdingen.

le. Ortenberg, 21. Dez. Der Bezirks- lehreroerein Ortenberg hielt hier eine Versammlung ab, die trotz des schlechten Wetters sehr zahlreich besucht war: stand doch auf der Tages­ordnung ein Vortrag des durch seine Heimat- sorschung über die Grenze des Bezirks bekannt ge- wordenen Lehrers Sauer-Oberlais Er sprach über Vorkommen von Eisenerzen in der Provinz Oberhessen und die Geschichte der Eisenerzge­winnung und - Verhüttung im Nidder- ta l: Eisenerze sind wie ein Kranz um den ganzen Vogelsberg gelagert. Radiale Vorstöße gehen bis zum Hohcrodskopf. Die meisten Lager sind schon in sehr früher Zeit ausgebeutet worden. Orts- und Flurnamen, die mitSchmitten-, Schellen», Ham­mer" gebildet sind, weisen darauf hin Die Entwick­lung des Eisengewerbes im Niddertal setzt schon im 14. Jahrhundert ein. Im obersten Teile dieses Tales bestanden im 15. und 16. Jahrhundert private, ge­nossenschaftliche und landesherrliche Hütten ein- fachster Art. An den betreffenden Plätzen haben sich vis heute einschlägige Gewerbe hergebrachter Art erhalten (Blechschmiede",Notring".Macher). Am meisten gefördert wurde das hier beheimatete Hüt- tenwesen durch die Stolberger Grafen. Streitigkeiten zwischen den zwei Teilhabern des in Frage kommen- Den Gebietes des alten Amtes Ortenberg haben oft die Entwicklung gestört, der Wettbewerb sie anderer- seits beschleunigt. Frühere Landesgrenzen hinderten und störten nicht die Beziehungen hiesiger mit den übrigen Hütten in Oberhcssen: es bestehen sogar Verbindungen mit dem Ausland (Rochefori-Dinant). Die Erzeugung ist in Anbetracht der einfachen Ver- bältniffe erstaunlick. Um 1602 sind im Niddertal die ersten Oesen gegossen worden. Durch den 30jährigen Krieg empfindlich gestört, setzt die Entwicklung nach- her wieder rege ein, und an ihrem Ende sichen die heutigen Eisenwerke in Hirzenhain. Sehr lehrreich und vielen neu waren die im zweiten Teile des Vortrages gebrachten Hinweise auf die kultur- und sprachgeschichtlichen Wirkungen des Eisengewerbes in hiesiger Gegend. Der ganze Vortrag zeugte von gründlicher Forscherarbeit.

/ Q i o be r g , 21. Dez. Die bhflge Steinbruchindustrie steht zur Zeit in voller (Blüte. Außer den schon längere Zeit betriebenen zwei Dasaltbrüchen von Seipel u. Scherer wurde in b:r Rähe des Friedhofs ein neuer Bruch durch 3ngenuur Laskowski) au8 Hanau in Angriff genommen, der ebenfalls schon eine größere Anzahl von Arbeitern beschäftigt. Der Fuhrwerksverkehr aus den Stein­brüchen und den Wäldern nach dem Bahnhof hat infolgedessen einen großen Al m f an g an-

ckwach. Das zeigt, daß er nach t Fingersatz aircibt. Maschinenschreib-Amateure gebrauchen sel­ten ihren kleinen Finger, besonders an der linlen Hand. Ich erwischte einmal einen Bankdieb, nur weil ich das wußte." Er las nochmals die Nachricht. Alle Ochsen müssen am Mittwoch hören. .Ochsen', bedeutet hier die Anführer, die Ochsen­frösche. Hm, wo hören sie zu? ,3. 1. 21., das gibt mir zu denken, Herr Hauptmann/ Dick sah ihn merkwürdig an.

Um 3. 1. Mittwoch nachts werden wir das Codcsignal L. 23. M. B abhören Wir werden den großen Frosch sprechen hören, mein lieber Elk!"

XV.

Am nächsten Morgen.

Ray Bennett erwachte. Seine Schläfen hämmer­ten, seine Zunge lag trocken im Munde. Als er den schmerzenden Kopf vom Kissen zu heben versuchte, stöhnte er, aber es gelang ihm mit Willensan­strengung, aus dem Bette zu steigen und sich bis ans Fenster zu schleppen. Er stieß die bleigefaßten Fen­sterflügel auf und sah auf den grünen Hyde-Pork hinaus.

Dann goß er ein Glas mit Wasser voll und trank es gierig, setzte sich auf den Rand des Bettes, den Kopf in den Händen und versuchte die Ereignisse der vergangenen Nacht zu überdenken. Er konnte sich ihrer nur trübe entsinnen, aber er war sich dessen bewußt, daß etwas Schreckliches geschehen war. Langsam erhellte sich die Erinnerung mehr und mehr und ntit schwerem Herzen ward er sich des furchtbaren Vorganges bewußt.

Er (prang auf und begann hin und wieder zu gehen, bemüht, Rechtfertigungen vor sich selber zu ersinnen. Die Eitelkeit der Jugend weist Entschuldi- aungen für eigene Fehltritte nicht zurück und Ray stellte keine Ausnahme unter der Jugend dar.

Nackdem er ein Bad genommen und sich ange- kleidet hatte, war er bereits zu der Ansicht aefom- men, daß viel, viel des Unrechtes an ihm geschehen