Bauzeit für Reubaracken muh die llnferbttnflung Ver Familien in bereits bestehenden gesundheitlich geeigneten Fabrikräumen erfolgen. Zunächst ist für einen derartigen Umbau ein der Stadtverwaltung zur Miete angebotenes neues Fabrikgebäude 'm Stadtteil Heddernheim in Aussicht genommen. Die Um* baulosten für den Einbau von ca. 30 Einzelräumen betragen 12 000 Mk. — Der 27 Jahre alte Georg Kaiser war in einer hiesigen S ch u h s a b r i t als Rachtpvrtier angestellt. Bei seiner Ablösung wartete er vor einigen Tagen in einer gegenüberliegenden Wirtschaft, bis sein Kollege den Revisionsgang durch die Fabrik antrat. Während dieser Zeit erbrach er die Pförtnerloge und einen Schiebladen und stahl einen größeren Geldbetrag. Erwürbe fe st genommen. — Im Rordend sind in letzter Zeit in den Rachmittagsstunden verschiedene Wohnungseinbrüche ausgeführt worden. Die Diebe hatten es hauptsächlich auf goldene und silberne Llhren. Ringe, Broschen, Radeln usw. abgesehen. Die Beute ist beträchtlich.
WER. Oberursel, 2l.Rov. Gin Arbeiter aus Bommersheim, der in einer hiesigen Fabrik in Arbeit steht, wurde gestern mittag auf dem Heimwege voneinemKraft- wagen ge st reift, wobei er so unglücklich st ü r z t e, daß er in lebensgefährlichem Zustande im Frankfurter Marienkrankenhaus eingeliefert werben mußte.
Wirtschaft.
Der deutsche Autzenhandel im Oktober.
Der deutsche Außenhandel ist im Oktober wieder passiv. Es beträgt der Einfuhr- Überschuh im reinen Warenverkehr 110 Mill. RM., insgesamt 266 Mill. RM.
Die reine Wareneinfuhr im Oktober zeigt gegenüber dem Vormonat eine Zunahme um 167 Mill. RM. Die Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken weist eine Zunahme um 78 Mill. RM. auf. Tie Einfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren ist um 46 Mill. RM, die Einfuhr an Fertigwaren um 41 Mill. RM. gestiegen. Tie Ausfuhr zeigt gegenüber dem Vormonat ebenfalls eine Belebung. Auch hier erstreckt sich die Zunahme auf alle Gruppen: es zeigen eine Steigerung: Lebensmittel und Getränke um 14 Mill. RM., Rohstoffe und halb- fertige Waren um 8 Mill. RM. und Fertigwaren um 20 Mill. RM.
Tie Einfuhr an Gold un d Silber ist gegenüber dem Vormonat um weitere 50,9 Mill. Reichsmark auf 157,9 Mill. RM. gestiegen, die Ausfuhr zeigt dagegen eine leichte Abnahme. Süddeutscher Produktenmarkt.
swd. Die Tender der ausländischen Getreidebörsen war in der abgelaufenen Woche rück- flängig, auf Grund günstiger Ernteschahungen in Australien und Südamerika. Unter dem Einfluh der andauernd niedriger gemeldeten Kurse des Auslandes verlief das Geschäft an den deutschen Märkten sehr ruhig und ohne besondere Umsätze. Zurückgehende See- und Dinnenfrachten verstärkten ae stagnierende Bewegung. Gegen Ende der Woche veranlaßte das reduzierte Preisniveau Handel und Mühlen zu größeren Ääufen, auf Grund vorübergehend fester gemeldeter landkurse konnte sich lebhafteres Mehlgeschäft entwickeln. Die bei Fertigstellung dieses '3e= i-ichtes einlaufenden Rachrichten lassen jedoch ein weiteres Rachgeben der Kurse erkennen. Rahe Ware in betreibe ist unabhängig von der Gesamttendenz weiterhin gefragt, das Angebot in inländischer Ware noch immer nicht besonders groß. Die Preise für inländischen Weizen und Roggen haben daher nicht allzusehr nachgegeben, trotzdem die Mühlen mit dem Einkauf sehr zurückhaltend waren, und die Preise zu drücken versuchten. Inländischer Weizen wurde mit 30,50 - bis 30,75, inländ Roggen mit 25,25 bis 25,50 Umgesetzt. Für Pfälzer Roggen wurde zum Teil 25,75 verlangt, während hessischer Roggen mit *25,50 erhältlich blieb. Weizenmehl Spezial 0, südd. Fabrikat, stellte sich auf 41,50 bis 42, Roggenmehl 34,75 bis 37. Weizenbrotmehl 31.75 r bis 32,50. Das Geschäft in Gerste war belebt, und es wurde je nach Qualität 26 bis 29 bezahlt. \ Futtergerste war 21,50 bis 22,50 erhältlich. In inländischem Hafer war ruhiges Geschäft bei
mäßigem Umfaß. Die Preise stellten sich auf 19,50 bis 20 Mart, während Auslandhafer je nach Qualität 20 bis 24 Mark bedangen. Das Futtermittelgeschäft blieb behauptet bei teilweise nenncnstoertAi ilmfäßen. Die Futtermittelanfälle der Mühlen erfreuen sich weiterhin guter Rachfrage Weizentleie wurde mit 11,25 fein und grob 11,75 bezahlt. Weizenfuttermehl mit 14,50 bis 15 und Weizennachmehl mit 22 bis 24 ab südd. Mühlen. In Platamais ist disponible und kurzfälligc Ware spärlich angeboten und sehr gesucht. Es wurden hierfür 20 Mark bezahlt, während spätere Termine 19,75 bedangen. Das Geschäft in Oelkuchen ist ruhiger geworden, jedoch hielten sich die Preise auf unveränderter Höhe. Erdnußkuchen 20,25 bis 20,50, Rapskuchen 16 bis 16,50. Biertreber nannte man 16.75 bis 17, während Malzkleie mit 15,50 erhältlich blieb. He.
fBörlenterle.
Frankfurt a-M.
Berlin
Schlug, fiur»
I.Uhr. flure
Schluß. Kur»
Anfang üurs
Datum:
20. 11.
22. 1t.
20. 11.
22. 11.
5% Deutsche NcickBanleib, .
4% Deutsche ReichSan leihe .
0.80
0,795
0.80
0.795 0,75
ö'/?/. Deutsche Reichsanleth, 3*/0 Deutsche ReichSanleihe -
0,76
—
0.74
0,7325
0,80
—
0,8605
0,85
Deutsche SvarorämienauleHe
—
—
0.47
4% Preußische .«orrlols
4°-> Hefien .......
0,74
—
0,7405
0,73
3 WA Hessen..........
3% Hessen...........
Deutsche Dertb. Dollar-Ant.
—
—
—
__
—
—
0,72
—
99
-
100,25
dto- Doll.-Schatz-Äukreiina-':
—
—
<*/# Zolltürken........
17.9
17.5
17,75
—
5°/e Toldmerikaner ... .
44
44
Berliner HaodelSgescllschast Lommerz- and PrivM««ank
—
275
273
279
192,5
>94.5
193
194
Darmst. und Natioualbaak
259 *
262.5
261
Z63
Deutsche Bank.......
184
185
183,25
185
Deutsche Bereinöbank • . .
—
—
Discomo Commandü ■ .
175,5
176
175
176
Metallbau!........
185
187
174
188
Mitteldeutsche Treditbank.
Ocsterrrichischr Creditamralt
154.5
8,25
154
8,25
152.5
8.15
154.5
8,16
Weftlxmk .........
-
-
Bochum» lSuß .......
169
178
170.25
177
BuderuS ..........
113
114,5
113,75
Karo ...........
—
—
—
—
Deurich^Lnxcmbnrg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
171
171
175,75
>78.75
169.25
171
175,75
178,5
Harpener Bergbau......
Kal,werke LlscherSlebeu....
189
192,2-5
188.75
192
147
148
148
148.75
Kaliwerk Westeregeln.....
159.5
163,5
158.5
161.9
Laurahütte ........ .
83
—
85
88
Oberbrdars. .......... Phönix Bergbau ....... Rheiustahl .......... Niebeck Montan........
110
114.5
112.5
114 5
133
212.75
184
135,5
212
185
132,62
212.13
183,13
134.75
213
185
Tellus Bergbau......
99
Bereinigte Stahlwerke A,-G.
148.5
150
147.5
149.5
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddemscher Llovd . . . ,
178
172
179
171
177.75
171
179.5
171,75
Lheramische Werke Albin . .
90
_
—
_
Zementwerk Hetoelberg . . .
128,5
129
—
—
Ddilihv Holzmam: .....
166,5
—
156,5
158,9
Anglo-Cont.-Guano.....
—
108
_
Chemische Mayer Alapin . . I. G- Farbenindustrie, Ä.-G. Goldschmidt..........
—
—
-
—
339
339.75
338,5
341
141,75
142,5
142,5
153,5
Holzverkohlung........
Rütgerswerke ........
67.75
140
67.75
1413
138,5
139,5
Scheideanställ.........
—
185,6
Sllg. Elektrizität^-Gesellschaft
165
165
165
166,5
Bergmann .........
Mamkraftwrrke ........
164
166
162,25
164.9
109,9
ex6udert . . .........
165,5
165,5
165
166.5
Siemens Jt fiwl&te
-
202,25
202,5
203
«dlerwerkc öklener ......
113
114,75
113,25
113,75
Daimler Motoren. ......
113
113
114
114,5
Heyligensiaedl . . ..... ,
Meguin.......... . ,
Motorenwerke Mannheim
42,75
63,5
•__
54
—-
—
: 25
—
Frankfurter Armaturen . . .
Konservenfabrik Broun . . .
—
_
—
185
1’4,5
125
*—
Schuhfabrik Her; .......
-
—-
63,5
—
Sichel..............
Zellstoff Dasdhof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Doobäoiei . . .
—
—
4.5
——
.25
90
113
235
91
115
226.25
89,25
112,75
236
Berliner Börse.
Berlin, 22. Rov. Das Geschäft an den Aktienmärkten stand während der ersten Stunde im Zeichen einer allgemeinen Zurückhaltung und Stille. Das Publikum bewahrte im großen und ganzen seine abwartende Haltung, während die Spekulation nach den letzten Erfahrungen mit Baissevorstößen vorsichtiger geworden ist, und andererseits nach den vielfachen Hinweisen auf das hohe Riveau der Terminkurse auch keine neuen Hausseengagements einzugehen beabsichtigt. Die Ausführungen Geheimrats Klöckner waren zwar sehr opttmisttsch abgestimmt und gaben auch dem Montanmarkt eine Anregung, vermochten aber nicht die momentane Verstimmung zu beseitigen, die die Bekannt-
Das große Würfelspiel.
(Martina Milemar.)
Roman von Franz Inner Kappus.
47. Fortsetzung. Nachdruck verboten
Das Leben lief weiter. Allmählich glitt ab, was das Herz zerwühlt und die Nächte vergiftet hatte. Eins nach dem anderen blieb zurück. Man konnte sogar lachen und zufrieden sein. Nie noch hatte die Sonne so wohl getan, nie noch war der Juni so schön gewesen. Weiße und rote Rosen blühten überall. Manchmal standen Rosen auch auf ihrem Schreibtisch. Immer war es der Wärter der Anatomie, der sie brachte. Dieselben Hände, die die zerstückelten Leichen wieder zusammenflickten, setzten die Rosen in dem schlichten Wasserglas behutsam vor ihr nieder. Was lag schon daran, daß es dieselben Hände waren? Rein und natürlich war alles. Ewiges Sterben und ewige Wiederkehr bedeutete das Dasein. Ein anderes Gesicht hatte die Welt, seit man mit Doktor Morell über alles redete. Sogar die Liebe bekam eine andere Beziehung zu Mensch und Ding. Ewig unvergeßlich blieb, was Morell gesagt hatte. ..Fast immer irren die Menschen, wenn sie zu lieben glauben. Denn die Liebe ift fein Spiel, kein Rausch, kein Taumel für die Sinne. Die Liebe ist das Schwerste und Ernsteste, was uns Menschen geschenkt wurde. Die wenigsten haben den Mut, die Kraft und die Geduld zu der Liebe, wie sie fein folL"
Es war schön, an Doktor Morell zu denken. Und es war gut, zu wissen, daß er nicht nach München ging. Kaum wagte Martina den Gründen nachzu- finnen, die ihn dazu bewogen haben mochten. Sofort verwirrten sich die Gedanken, sofort rauschte das Blut zu den Schläfen. Da war es schon kluger, sich einfach zu freuen, daß man ihn da hatte. Man mußte Geduld haben: Geduld, Mut und Kraft.
Benno! ging es Martina durch den Kopf. Und schon faß sie bei dem kleinen Tisch und schrieb in einem Zuge:
Lieber Benno!
Warum sollen wir einander länger belügen? i vch weiß nicht, ob es die wirkliche, große Liebe
war, die uns vor zwei Jahren zusammengeführt hat. Ich weiß nur das eine, daß heute kaum noch ein Schatten dieser Liebe lebt. Warum, durch wessen Schuld: lassen wir die Frage unbeanb wartet! Vielleicht haben wir uns vom Anfang an getäuscht, vielleicht hat uns das Leben auseinandergebracht. Nehmen wir die Dinge, wie sie sind, unb gehen wir jeder unserer Wege. Vergiß
Martina.
Gar nicht schnell genug konnte Martina den Brief in den Umschlag tun. Dann stand sie auf der Straße.
Ohne eine Sekunde zu überlegen, warf Martina das Schreiben in den Postkasten an der Ecke.
Irgendwo trat ihr der Briefträger entgegen. Wie früher einmal hob er den Finger und lächelte. „Ich habe etwas für Sie, Fräulein." Kurz kramte er in seiner Ledertasche.
Der Umschlag zeigte die Schriftzüge Bennos.
Martina drückte sich an die nächste Hausmauer unb las:
Liebe Martina!
Lange kämpfe ich schon mit mir. Seit Wochen befinde ich mich in einer fürchterlichen Verfassung. Näheres brauche ich Dir nicht zu erzählen. Du kennst Maria Sabukowa und weißt, welche Bewandtnis es mit ihr hat. Ich komme nicht los von der Frau. Ich kann nicht fein ohne sie. Ich gehe zugrunde, wenn sie nicht bei mir ist.
Verzeihst Du mir? Du mußt mir verzeihen, Martina. Immer werde ich an Dich denken. Es hätte anders kommen können, wenn das Leben nicht so grausam wäre. Nun weiß der gute Gott, was aus mir wird. Leb' wohl, Martina!
Benno.
XXXV.
Die Halle des kleinen Hotels in der König- arätzer Straße war ein enger, dämmeriger Verschlag.
Seit einer Stunde faß Maria Feodorowna Sabukowa auf dem wackligen Rohrsessel unb wartete. Spärliches Licht drang aus der Lage des Portiers. Dunkle Gestalten eilten die knarrende Holztreppe hinauf und hinab. Aufgeregte ober müde Stimmen fragten nach Briefen unb Telegrammen. Schlüssel flirrten an runden Messingplättchen.
gäbe der- stark passiven deutschen A .st en- handelsbilanz im Oktober hervorgerufen hat. Infolge Mangel cm Tlnternehrnungslust waren daher die Kursbesserungen zumeist nur unbedeutend, die Grundtendenz trotz der ruhigen Tlmsaßtättgkeit behauptet und für einige Spezial- werte freundlich, zumal auch der Geldmarkt seine Flüssigkeit beibehält. Tagesgeld war tzu 3 biis 5 Proz. und darunter in großen Posten angeboten und konnte kaum llnterfunft finden. Monatsgeld 6 bis 7 Prvz. Im Devisenverkehr gab Paris von seinem Höchststand von 127 gegen London wieder auf 136,50 stärker nach. Auch Mailand weiter abgeschwächt mit 118,50 gegen das Pfund. London-Kabel 4,85. Die Reichsmark wurde gegen Reuyork mit 4,2125 gehandelt.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
20. Novbr.
22 Nobbr.
Amtliche Geld
Jloti.rmta Brier
Amtliche
iotirrung Brief
Limit--Nou
168,19
168,61
168.21
168,63
Buen.-LireS
1.709
1.713
1.769
1,713
Zrff.-Antw
58,51
58,65
58,53
58.67
Christiania.
107,77
108.03
108.49
108,77
siopenhag-:n
112,09
112,37
112,09
112,37
Stockholm
112.2.7
112,51
112,23
112,51
Helnngfors
10.586
10.626
10,58
10,62
Italien. .
17,63
17,67
17,28
17,32
London.
,'0,402
-'0,454
-0,399
iti.451
Neuvork •
4,207
1.217
1.207
4.217
PariS. ■
15,80
15.84
14.9H
Schwei, .
51,10
'1,30
61,VS
M.28
Spanien .
63.72
63, SS
io.77
63.99
Japan - -
2.065
',069
.'.067
2,071
Nio de Jan
0.521
•.523
516
0.518
Wien in D--
Oeff- abgeft.
59,34
59,48
1,9.36
59,50
Prag ...
12,457
12.497
12,4.9
12.41: ।
Belgrad - -
7.422
7,442
7.42
:.4!
Budapest • ■
'.89
.,91
5,892
5,912
Bulgarien
3,035
3,045
3,035
3,045
Lissabon
21,575
21,625
21,525
.-1.575
Danzig. . .
81,55
'1,75
81,62
81,82
Konstantin.
2,12
2,13
2,123
2,132
?lkben
5.22
1.24
5,22
5,24
(Sanaba. . .
4.212
4.222
4,212
4,222
NruguaN
4,175
4,185
4.175
4.185
Berlin, 20 Novbr
Geld
Briet
Amertkautlche Notei .....
4.197
4,217
Belgische Noten .......
58,37
58,67
Dänische Noten .......
Hl,77
114,33
Englische Noten. .......
Fran;östsche Noten ......
20.363
20,461
15,83
15,91
Holländische Noten ......
167,88
168,7?
Italienische Noten ......
17.60
17,68
Norwegische Noten...... Deatsch-Oesterr-, ä 100 Kronen
107,78
108.32
69,22
69.6?
Rumänische Noien.....
—
Schwedische Noten .....
111,92
112,48
Schweizer Noten......
80,96
81,36
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Wotrn * -
63.49
12,43
l.3,81
12.49
Ung arische Noten .....
5.86
5.90
frankfurter Börse.
Frankfurt, 22. Rov. Tendenz: Befestigt. — Die Börse eröffnete die neue Woche etwas abwartend. Im Verlaufe fetzte dann ein lebhafteres Geschäft ein, das aber zunächst nur Spezia lwerte bevorzugte. Tie Stimmung wurde freundlich, obwohl bemerkenswerte Anregungen fehlten. Lebhaft und zu stark erhöhten Kursen wurden wieder Schantung umgefetzt, die von 16,7 auf 18,75 sprangen. Im Vordergründe des heutigen Verkehrs standen wieder Montanaktien, die von der bereits gemeldeten Preissteigerung für Exportkohlen kurs- mäßig weiter prositieren konnten. Die Umfaß» tätigfeit nahm aber trotzdem keinen größeren Umfang an. Die höchste Steigerung von 9 Prozent erzielten Bochumer. Gut befestigt waren weiter: Gelsenkirchen plus 7,75 Prozent, Rheinische Braunkohle plus 5 Prozent, Deutsch-Lux plus 4,75 Prozent. Oberbedarf plus 4,5 Prozent, Mannesmann plus 4 Prozent, Harpener plus 3,5 Prozent, Klöckner plus 3,25 Prozent, Phönix plus 2,4 Proz., Stahlverein plus 1,5 Proz. Rheinstahl minus 0,7 Proz. Kaliaktien gleichfalls befestigt. Westeregeln plus 4 Proz. Am Ehern i e m a r f t lagen I.--G.-Farben nach der stürmischen Aufwärtsbewegung am Samstag heute sehr ruhig und eher vernachlässigt. Der Kurs war kaum verändert (340 Proz.), Scheideanstalt plus 2,5 Proz., Goldschmidt plus 0,8 Proz., Holzverkohlung knapp gehalten. Clektroaktien hatten lustloses Geschäft bei nur wenig veränderten Kursen. AEG. unverändert. Lahm eher & Bergmann je plus ungefähr 2 Proz. Siemens plus 0.75 Proz. Bankaktien- standen etwas reger im Handel. Berliner Handel plus 2,75 Prozent. Darmstädter plus 3.5. Commerz plus 2.
„Herr von Kreuth wird eine gute Fuhre haben", sprach der Portier tröstlich. „Sonst ist er immer schon um elf da. Manchmal nur wirb es auch Zwölf."
Im selben Augenblick trat Kreuth durch die Tür.
Die Sabukowa stand auf.
Stumm faßte Kreuth sie beim Handgelenk und führte sie in sein Zimmer. Kaum ließ er sich Zeit, die Mütze und die öligen Handschuhe abzulegen. Schon stürzte er auf sie, die Arme zuckend'gebreitet.
Aber die Sabukowa wich aus.
„Still", flüsterte sie. Nur kurz brannte ein Kuß. Entschlossen starrte Kreuth sie an.
„Nun? Gehen wir jetzt?"
„Alles erledigt", sagte die Sabukowa mit weißem Lächeln. Ihr tiefes, gurrendes Lachen klang hinterher. „Du mußt deine Kräfte sparen. Ich habe alles erledigt. Noch diese Nacht reift er wieder nach Genf." Für eine Sekunde trat sie vor den grünlichen Spiegel. „Da bin ich also," Rasch drehte sie sich um. „Frei." Sie glitt auf einen Stuhl. „Mein Gepäck steht unten. Die Kleider, die Wäsche, die Schuhe, alles, was ich habe. Mein ganzes Vermögen."
Ungläubig blickte Kreuth auf sie.
„So leicht hat er sich darein gefunden?"
„Nicht so leicht, mein Lieber." Erregung lief durch den Leib der Sabukowa. Rasch hob unb senkte sich ihre Brust. „Natürlich hat er getobt." Ihre Schulter» bebten. „Wie hätte er aus nicht toben sollen? Ich, nicht wahr? Aber schließlich: was kann so einer tun?" Einen Moment faß sie still. „Vielleicht kommt er roieber. Auch nach Montreux ift er wiedergekommen. Freilich, damals war ich mürbe. Du fort, das Geld zu Ende: die Lage war nicht rosig." Die Gedanken der Sabukowa machten einen Sprung. „Wir werden nicht verhungern, wir zwei."
Wieder trieb es Kreuth heran. Die Kühle der Sabukowa peitschte ihn auf. Seit zwei Tagen hatte er sie nicht gesehen.
Doch sie entwand sich seinen Armen.
.Ich bin müde." Sie erhob sich, klingelte der Stubenfrau unb ließ ein Zimmer ausschließen. „Morgen, mein Lieber, morgen."
Den nächsten Tag hatte Kreuth frei.
Metallbank plus 2 Prozent. Schiffahrtsaktien vermochten aus der gebesserten Aussicht auf Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika nur wenig Rußen zu ziehen. Hapag plus 1 Proz. Dor günstige Absatz von Zellulose an die Kunstseidefabriken bildete ein anregendes Moment für Zellstof fwerte. Aschaffenburg plus 4 Proz., Waldhof plus 10 Proz ,235 Proz.) B a u a k t i c u lustlos und eher niedriger. Zuckeraktien leicht befestigt. A u t o a k t i e n_-uneinheitlich. Kleycr plus 1,75 Prozent. RS.Ai "vlus 1 Prozent, Daimler unverändert. Von Oelaktien zogen Deutsche Erdöl um 1 Prozent an. Deutsche Anleihen hatten ruhiges Geschäft bei nach- gcbenden Kursen. Im Auslandrentengeschäft zeichneten sich wieder Anatolier durch feste Kurse und lebhafte Umfaße aus. Der Frei- verkehr blieb umsaßlos bei behaupteten Kursen. Im weiteren Verlaufe blieb der -Unterton fest, doch tarn es vereinzelt zu einem Rachgebeir der Kurse. Das Geschäft stagnierte. Am Geldmarkt zeigte sich keine wesentliche Veränderung. Geld ist weiter angeboten. Lagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,5 ProzeiU, Industrieakzepte 4,87 Prozent. Im Devisenverkehr nimmt der französische Franken wieder eine rückläufige Bewegung ein. Paris schwächte sich gegen London auf 134 ab (am Samstag 131). Mailand ebenfalls schwächer 117 gegen London. Mark und Pfund unverändert.
c ankfurtcr Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 22. Nov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50. Roggen,inländischer, 24,50 -bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländischer, 19,50 bis 20, Mais (gelb) 19,25 bis 19,50, Wcizcmiuchl. inlänüi sch es, Spezial 0, 41,50 bis 41,75, Roggenmehl 35 bis 35,75, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 12, Erbsen 40 bis 75, Linsen 50 bis 90, Heu, süddeutsches, gut, trocken, 8,75 bis 10, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,50, geb. 4 bis 4,25, Treber, getrocknet, 17,25 Mk. Tendenz stetig.
Frankfurter «chlachwichmarrt.
Frankfurt a. M., 22. Nov. Auftrieb: Rinder 1385 Stück: davon aus Oesterreich 9. darunter Ochsen 272, Bullen 46, Kühe 767, Färsen 298, Fresser 2, Kälber 478, Schafe 257, Schweine 3984. Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, Höchen Schlachtwerts: 1. jüngere 58 bis 61 Mk., 2. ältere 54 dis 58; sonstige vollst. 48 bis 53; fleischige 42 bis 47. Bullen, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts, 50 bis 54, sonstige vollst, oder ausgemäftete 44 bis 49; fleischige 38 bis 43. Kühe, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 50 dis 54; sonstige vollst, ober aus« gemästete 43 bis 49; fleischige 32 bis 42; gering ge- nährte 20 bis 21. Fäksen (Kalbinnen, Jungrinder), vollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 61; vollfleischige 50 dis 55; fleischige 38 bis 49. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 73 bis 77; mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 72; geringe Kälber 51 bis 61. — Sch a f e : Mastlärn mer unb jüngere Masthämmel (Weidemast) 37 bis 42; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 30 bis 36. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfunb Lebenbgewicht 76 bis 78; vollsteischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfb. 76 bis 78; von ca. 200 bis 240 Pfd. 76 bis 79; von ca. 160 bis 200 Pfund 74 dis 78; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. 70 bis 75; Sauen 65 bis 75. — Marktverkauf: Rinder bei anfangs regem, später abflauendem, Kälber und Schafe bei schlep pendem Handel ausverkauft. In Schweinen verbleibt bei gedrücktem Geschäft Ueberstand.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der »Radio-Amschau".)
Dienstag, 23. November.
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Iugend. 4.30 bis 5.45 Tlhr: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 5.45 bis 6.05 Ußr: Die Lese- stunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: llebertragung von Kassel. Dr. Ernst Stimme! liest aus eigener, Werken. 6.45 bis 7.15 llßr: Englischer Sprachunterricht. 7.15 bis 7.30 ilßr: Englische Literatur- Proben. 7.30 bis 8 Ußr: Altdeutsche Tafel- Malerei". Dortrag von Dr. Oswald Göß. Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 8.15 bis 9.15 Uhr. Opern-Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: „Der niederdeutsche Dichter Hermann Boßdorf". Dortrag und Vorlesungen von Prof. Dr. R. Dohse.
Schon zeitlich früh pochte er an der Zimmer« rüi der Sabukowa. „Ausgegangen", sagte die Person mit dem Schlüsselbund. Bis zwölf saß Kreuth in der dämmrigen Halle. Man mußte achthaben auf diese Frau, rumorte es in ihm. Jeden Augenblick konnte sie wieder entgleiten. Daß ihr Gepäck im Siolel war, verschlug nichts. Solche Kleinigkeiten spielten keine Rolle bei ihr.
Um vier Uhr hielt ein feiner, leise surrender Wagen vor dem Hotel: ein funkelnagelneuer Maybach. Die Dame in dem tiefen Fond war die Sabukowa. Ehrerbietig zog der fremde Chauffeur die Mütze, als Kreuth herantrat.
„Gefällt er dir?" fragte die Sabukowa und schritt um das Auto herum.
Kreuth lächelte verständnislos.
Auf einen Wink der Sabukowa flitzte der Chauf- feur von feinem Sitz. Stolz ließ er die Schikanen des Wagens spielen. 9m Nu lag der Motor bloß. Verwundert blickte Kreuth auf das vertraute Bild der Zylinder und Röhrchen. Wie im Traume be- taftete er den weißen Gummi der Reservereifen. Langsam strichen seine Finger über das dunkelgrüne Leder der Polsterung.
„Morgen um neun", nickte die Sabukowa dem Chauffeur zu. „Komm", sagte sie dann zu Kreuth. „Ich bin hungrig."
"Was ift’s mit dem Wagen?" fragte Kreuth, als man drüben im Fürstenhof faß. Beunruhigende Ahnungen dämmerten. Am Ende war die Sabukowa reich, am Ende gehörte das Auto ihr. Sehr gut konnte alles Bisherige nur Komödie gewesen sein. Was ift’s also mit dem Wagen?" fragte Kreuth ein zweites Mal.
„Wenn er dir gefällt: ich schenke dir ihn."
Also wahrhaftig, dachte Kreuth unb schüttelte den Kops. Plötzlich war er bei klarem Bewußtsein. Schmerzlich schrumpfte etwas in ihm zusammen. Die Rolle konnte er nicht spielen. So tief war man trotz allem nicht gefunden. „Ich will das Auto nicht, Maria." Die Worte würgten ihn. „Ich will überhaupt nichts von dir. Ich will nur dich." Finster schaute er die Sabukowa an. Schiefgezogen waren feine Lippen.
Die Sabukowa lachte auf.
(Fortsetzung folgt) 1
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