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reglung aufgeschoben werde, um so intensiver werde dieses Gefühl.

DieNeuyork Times" schreibt: Zum ersten Male sind sich die internationalen Finanzleute, dar­unter auch viele, die sehr franzosensreundlich sind, darüber einig, daß zwischen der gegenwärtigen französischen und der früheren deutschen Laae eine gewisse A e h n l i ch k e i t besteht. Eine Reihe von Männer aus der Finanzwelt ist der Meinung, daß die Lösung der französischen Krise durch einen Diktator mit außerordentlichen Vollmachten erfolgen könne, der imstande sei, die erforderlichen Maßnahmen durchzuseizen. Man äußerte aber Zweifel, ob ein solcher Mann außer Elemenceau gefunden werden könne. Dieser aber sei, wie man zugeben müsse, zu alt. Eine Per­sönlichkeit, die die notwendige Unterstützung in der Oeffentlichkeit finden würde, sei in Frankreich nicht zu entdecken.

polens auswärtige Politik.

Der Außenminister vor dem Sejm.

Warschau, 21. Juli. (Wolff.) Der pol­nische Minister des Aenhern Zalewski gab im Auswärtigen Ausschuß des Sejm eine Dar­legung über die auswärtige Politik Polens. Dre innere Arbeit in Polen sei so gewaltig, daß das Land, um sie zu bewältigen, alle nur möglichen Anstrengungen zur Erhaltung des Friedens machen müsse. Die Festigung des Einflusses und der Autorität des Völkerbundes bleibe immer das Ziel der polnischen Politik. Mit um so größerer Beunruhigung beobachte Polen die Möglichkeit einer Krise im Zusammenhang mit dem angekündigten Austritt Vrasi- l i e n s und mit einem eventuell, ähnlichen Schritt Spaniens. Unter diesem Gesichtspunkt nehme Polen für sich die Aotwrndigkeit in Anspruch, Garantien zu ständiger Mitarbeit im Völkerbund zu erlangen. Durch die Sicherung solcher Mitarbeit Polens im Rat werde es^ bcm Völkerbund ermöglicht, die Aufgaben zu erfüllen, zu denen er berufen sei.

Der Minister besprach ferner die Bündnis­politik Polens und betonte, daß diese der Ausdruck der unveränderten friedlichen Politik Polens sei. Solcher Art sei vor allem das Bündnis mit Frankreich, das keinerlei Aende- rung erfahren könne. Die Verknüpfung der In­teressen, die Polen und Deutschland ver­binden, erforderten eine ständige friedliche Zu­sammenarbeit. Die polnische Regierung wünsche eine solche von Bitterkeiten freie nachbarliche Zusammenarbeit. Die polnisch-deutschen Bezie­hungen könnten, auf eine solche Voraussetzung gestützt, in hervorragendem Maße zu der Ent­spannung der internationalen Lage beitragen. Eine wichtige Etappe auf diesem Wege sei -die Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen.

Ein deutsch-russischer Dertraa sei Gegenstand be­sonderer Wachsamkeit der polnischen Regierung. In politischer Hinsicht hoffe Polen auf einen günstigen Abschluß der Verhandlungen. Polen beabsichtige nicht, irgendwelche Blocks gegen irgendwelche Nach­barn zu bilden. Den baltischen Staaten und Finn­land bringe Polen herzliche Sympathie entgegen und unterstütze ihre Bestrebungen nach Unabhängig­keit und Selbständigkeit. Der Minister sprach ferner die Bereitschaft aus, mit Litauen in normale Beziehungen zu treten. Im Verhältnis zur Kleinen Entente beabsichtige Polen die Linie der Politik im Verhältnis zu jedem einzelnen Staat der Kleinen Entente fortzuführen.

Schwere Bombenanschläge in Oberschlesien.

1 Kattow?h, 21. Suli. (Wolff.) Sn der i vorletzten Rächt wurde gegen das Verlags­

gebäude des Korsanth-BlattesPo­ss Ionia ein Bomben-Attentat versucht. Dank der

Aufmerksamkeit eines Wächters wurden die Täter - durch die herbeigerufene Polizei gestellt, als sie gerade die Tat ausführen wollten. Fünf Per­sonen wurden verhaftet. Bei einer wurde eine Dynamitbombe von 12 Kilogramm gefunden. Die Verhafteten sind sämtlich Mitglieder des Aufständischen-Verbandes. Sie geben zu, einen Anschlag auf diePolonia" ausmoralischen Gründen" geplant zu haben. Sn derselben Rächt wurde im Theatersaal von Kattowitz- Sosephsdorf ein Bomben-Attentat verübt, in dem kurz vorher eine Veranstaltung des Simeon- Paul- Vereins stattgefunden hatte. Dadurch, daß die Bombe, die schon vor der Veranstaltung gelegt worden sein muß, verzögert zur Explosion kam, wurde ein unübersehbares Unglück ver­mieden. Der Sachschaden ist ziemlich erheblich. Den Tätern will man auf der Spur sein. Sn der Rächt zum Dienstag wurde ferner in Polowo gegen das Haus des Bruders deS kürzlich zu Ii/2 Sohren Gefängnis verurteilten Rektors Dudek eine Dynamitbombe geschleudert, die Dudek schwer verwundete und das Haus arg beschädigte. Auch in Hohenlohehütte ist ein Dynamitattentat gegen den Pfarrer Möchah verübt worden.

Chamberlain leugnet die deutsche Abrüstung.

London, 21. Juli. (WB.) Auf eine Anfrage nach dem Charakter der kürzlich von dem Leiter der Interalliierten Militärkontrollkommisfion der deut­schen Regierung übermittelten Note in der heutigen IIn! rhaussitzung erwiderte der Staatssekretär des Aeußeren, Cbamberlain, angesichts der jüngst von der Presse über diesen Gegenstand gebrachten Meldungen sei er dem tatsächlichen Sachverhalt nachgegangen. Das Ergebnis sei so gewesen, wie er vermutet habe, daß nämlich in der letzten Zeit keine Noten besonderen Charakters von der Militärkontrollkommission an die deutsche Regierung gerichtet worden seien. Renvie Smith fragte:Können wir annehmen, daß der Zu- stand der Abrüstung in Deutschland vollkommen befriedigend ist?" Chamber­lain erwiderte:Nein! Ich bedauere sagen zu müssen Nein!"

Aus der Reichskanzlei.

Berlin, 21. Juli. (TU.) Reichskanzler Dr. Marx verließ heute abend Berlin, um sich auf Urlaub zu begeben. Seine Vertretung über­nimmt der dienstälteste Minister, Reichswchrminister Dr. G e ß l e r, auch während seiner kurzen Be­sichtigungsreise. In besonders dringenden Fällen übernimmt der jeweils in Berlin anwesende dienst- älteste Minister die Vertretung. Der Reichs­präsident hat den Staatssekretär in der Reichs­kanzlei, Dr. K e m p n e r, auf seinen Antrag unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes in den einstweiligen R u h e st a n d versetzt und den Mini-

Bom hessischen Verkehrs-Verband.

Die Provinz Oberhessen im Eisenbahnverkehr.

2$. Dad-Rauheim. 21. Suli.

Sm Sprudel-Hotel versammelte sich heute der erweiterte Vorstand des Hessischen Ver- kehrsverbandes ^u einer Schung nut sehr wichtiger Tagesordnung. Die Versammlung war aus allen Landesteilen sehr gut besucht. ®te- j e n war durch Oberregierungsrat Dr. H e ß vom Kreisamt, Dr. Zeidler von der Snbuftne- und Handelskammer und die Herren Schmie­der und Maus vom Verkehrsverein vertreten.

Der Vorsitzende des Landesverbandes, Kauf­mann Stemmer (Darmstadt), erstattete nach kurzer Begrüßung des Vorstandes und der Gäste einen äußerst gründlichen Bericht über die Ar­beiten des Verbandes, die sehr vielseitig waren. Sehr viel ist, zum Teil mit, zum Teil ohne Erfolg, für die Verbesserung der Eisenbahnver­hältnisse getan worden. Leider konnte nicht ver­hindert werden, daß bei Einführung der F - D- Züge Gießen und Offenbach übergan - gen worden sind. Eingehend verbreitete sich der Redner über die in der vergangenen Woche in Stuttgart stattgehabten Tagung der süddeut- chen Verlehrsorganisationen, die sich in der Hauptsache mit dem Ausbau der beschleunigten Personenzugverbindungen in Süddeutschland be- afjte und sich grundsätzlich mit dem Snhalt der Denkschrift einverstanden erklärte, die als An­trag des Hessischen Verkehrsverbandes in Ge­meinschaft mit mehreren hessischen Sndustrie- und Handelskammern von Regierungsrat Dr. Roe- e n e r bearbeitet worden ist.

Für Oberhessen war von besonderem Snteresse das Referat, das der zweite Vorsitzende des Verbandes, Regierungsrat Dr. R o e s e n e r (Darmstadt) über

die Provinz Oberhessen im Eisenbahnverkehr

hielt. Der Referent, ein trefflicher Kenner der Materie, stellte fest, daß Oberhessen beim Ausbau des Verkehrs stark vernach­lässigt worden sei. Vor allem seien die Sonn- und Feiertagsverbindungen auf den oberhessischen Strecken gegenüber den Werktagsverbindungen ganz wesentlich eingeschränkt worden. Es sei, um ein Beispiel anzuführen, auf die Dauer un­haltbar, wenn von Büdingen aus sich. um 5,53 ilfjr die letzte Fahrtmöglichkeit nach® i e h e n biete. Es sei deshalb als erstes ein ausrei­chender S onntagsverkehr einzuführen. Dann sei auch für Oberhessen der Durch­gangsverkehr zu schaffen, ät)nlid> wie er im Odenwald durch den beschleunigten Personenzug FrankfurtMichelstadtStuttgart bereits ein­gerichtet ist. Der Redner hält die Strecken ® te­st en® e l n h a u s en und GießenFulda, auf denen vor dem Kriege schon Eilzüge ver­kehrten, für den Durchgangsverkehr trefflich geeignet, und schlägt vor,_ eine B.-P.-Zugverbindung von Trier über Koblenz, Gießen, Grünberg. Alsfeld, Hersfeld nach Thüringen und Sachsen (Leipzig) und ferner eine Verbindung von Dort­mund über Hagen, Siegen, Gießen, Geln­hausen nach Bayern (Würzburg, München) zu schaffen. Die Strecke GießenGelnhausen sei in ganz besonderem Matze ausbauwürdig, wür­den durch ihre Einbeziehung in den großen Durch­gangsverkehr vom rheinisch-westfälischen Sn- dustriegebiet nach Bayern doch 7 0 Kilometer erspart. Bei der Verbindung TrierLeipzig würden unter Benutzung der Gießen-Fuldaer Strecke immerhin auch noch 40 Kilometer ge­wonnen.

Sn der Aussprache fanden die Vorschläge des Redners dankbare Anerkennung. Dr. Zeidler führte aus, daß die Handelskammer Gießen schon seit 30 Sahren in der Richtung tätig gewesen sei. aber noch nichts erreicht habe. Die Handels­kammer freue sich daher, daß sie in ihrem Be­streben nun die Unterstützung des Verkehrsver­bandes finde.

Ober-Reg.-Rat Dr. Heß dankte dem Ver­kehrsverband im Auftrage des Kreisamtes und der Provinzialdireklion für die Einladung. Das mangelnde Snteresse Oberhessens an den Be­strebungen des Verbandes, wovon der Vorsitzende in seinem Geschäftsbericht gesprochen, sei darauf zurückzuführen, daß in weiten Kreisen noch die Meinung herrsche, der Verband arbeite im be­sonderen nur für Starkenburg.

Der Vorsitzende erklärte, der Verband kenne nur allgemein hessische Belange, die er für Oberhessen aber nur dann mit Rachdruck vertreten könne, wenn die nochbestehenden" oberhessischen Gebietsteile mitarbeiten, das 'heißt, den Verband mit Anregungen, Anträgen und Materiallieferung recht häufig in Anspruch nehmen.

Die Tagesordnung befaßte sich weiter mit der Frage des

Wochenendverkehrs,

der eine große Zukunft hat: sein Ziel istz das Land in die Stadt und die Städte auf das Land zu bringen. Die Bestrebungen sollen mit allen Kräften gefördert werden, was aber nur möglich ist, wenn sich das Hotel- und Gast­wirtsgewerbe noch viel mehr dafür einseht. Rotar Stahl, Bad-Rauheim, will zur Hebung des Verkehrs auch die Einrichtung der Sonntags­fahrkarten noch weiter ausgebaut haben. Es müsse Sonntagskarten nach allen Richtungen und nach jedem Orte geben.

Viel für die Verkehrswerbung ver­spricht man sich von der Herausgabe des Werkes hessenland" und des kleinen hessifchen

Verkehrsbuches,

das von der Reichszentrale für deutsche Ver­kehrswerbung in Berlin in der Reihe der deut­schen Derkehrsbücher herausgebracht wird. Auch ein hessischer Abreißkalender, für den durch einen photographischen Wettbewerb die Bilder beschafft werden sollen, kommt zur Aus­gabe.

Die Sitzung nahm einen sehr anregenden Verlauf. Sie hat gezeigt, daß die Geschäfts­führung des Verbandes eifrig an der Arbeit war und bereit ist, noch mehr zu tun.Wenn uns die Vereine Arbeit geben, so wollen wir auch Arbeit schaffen", mit diesen Worten schloß nach mehrstündiger Beratung der Vorsitzende die Tagung.

Für ein Reichsehrenmal am Rhein.

Der Hessische Verkehrsverband, der ursprünglich das Reichsehrenmal für die Bergstraße gefordert hatte, trat in seiner eben­falls hier stattgehabten erweiterten Vorstands- sihung chafür ein, daß das Reichsehrenmal auf die Toteninsel bei Lorch (Rhein) zu stehen komme. Der Verband brachte seine For­derung in einer an die Reichsregierung, das Reichsinnenministerium, den Reichskunstwart u. a. Behörden gerichteten Entschließung zum Aus­druck, die einstimmig angenommen wurde.

sterialdirektor der Reichskanzlei, Dr. Plunder, zum Staatssekretär in der Reichskanzlei ernannt.

Demonstrationen in Wien.

Wien, 21. Suli. (WTB.) Als heute Teil­nehmer einer vom Republikanischen Verband der Kriegsopfer und Kriegsbeschädig­ten vor dem Rathaus einberufenen Versamm­lung zur Arbeitskammer ziehen sollten, um dort zu demonstrieren, stellte sich ihnen P o l i - z e i entgegen. Die Demonstranten, unter denen sich auch zahlreiche Komammisten befanden, durch­brachen die Polizeikette und griffen die Beamten an, die blank ziehen mußten. Mehrere Demon­stranten und Beamte wurden verletzt, 30 Demon­stranten festgenommen. Auch in den äußeren Bezirken Wiens kam es zu kleineren Zwischen­fällen. Dort wurden zehn Demonstranten ver­haftet.

Unruhen in Indien.

Kalkutta, 21. Juli. (WTB.) Die Kämpfe zwischen Hindüs und Mohammedanern sind e r - neut wieder aufgeflammt. Die Polizei sah sich genötigt, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wobei sieben Personen getötet und mehrere schwer verwundet wurden. In den von den Un­ruhen betroffenen Stadtvierteln sind alle Läden ge­schlossen. Die Lage ist sehr ernst, da sich die Reli­gionskämpfe auf ganz Bengalen auszudehnen scheinen .

In Bangalore (Madras) haben die Arbeiter der Spinnereien wegen des Ausbleibens einer von ihnen erwarteten besonderen Lohnzuwendung be­gonnen, sich z u s a m m e n z u r o 11 e n. Die Po­lizei war genötigt, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wobei vier Arbeiter getötet und 14 ver­wundet wurden. Einige Polizisten wurden durch Steinwürfe verletzt.

Äunst und Wissenschaft.

Ein Marburger Ehrendoktor.

Der langjährige Vorsitzende des ärztlichen Vereins, Sanitätsrat Dr. med. Emil Sarde- m a n n, wurde wegen seiner außerordentlichen Verdienste um die medizinische Fakultät, seiner unermüdlichen Bemühungen um das reibungslose Zusammenarbeiten zwischen praktizierenden Äerz- ten und den ibüuerfitätäinftituten und wegen feiner ganzen auf die Hebung des deutschen Aerztestandes allgemein anerkannten hochgeschätz­ten Lebensarbeit zum Ehrendoktor der Universi­tät ernannt.

Generalmusikdireklor Wagner f.

Sn München ist der GeneralMusikdirektor des Badischen Landestheaters in Karlsruhe, Fer­dinand Wagner, nach einer Blinddarmoperation an Herzschwäche gestorben.

Aus aller Welt.

Austausch deutscher Schulkinder.

Auch in diesem Sahre- hat der Verein für das Deutschtum im Ausland einen Fe­rienaustausch zwischen seinen reichsdeutschen Schul- gruppen und auslanddeutschen Schulkindern ein­gelötet. So findet gegenwärtig ein Ferienaus­tauschOstseestrand-Alpenland" statt. 258 Schulgruppenmitglieder des V. D. A. aus Danzig und Pommern sind nach Oesterreich (Linz a. d. Donau, Graz, Klagenfurt, SnnSbrud, Kuf­stein und Steier) eingeladen. Die gleiche Zahl österreichischer Kinder wird mit den V. D. A- Gruppen Anfang August zu einem vierwöchigen Aufenthalt nach Deutschland kommen. Vor einigen Tagen besichtigte eine auf der Durchreise nach Essen befindliche Gruppe deutscher Schulkinder aus Estland Berlin.

Absturz eines Antennenmastes des Berliner Rundfunks.

Mittwoch nachmittag stürzte der auf dem Rutgershaus in der Lühowstraße befind­liche" Antennenmast derBerliner Funkstunde" unter ungeheurem Gepolter auf die Lützow- stratze herunter. Die Antenne rutschte derart ab, daß das Gestell nach dem Sturz schräg an der Dorderwand des Rutgershauses lehnt. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Ledig­lich ein Handwagen und ein Radfahrer haben in diesem Moment die Unglücks stelle passiert. PrivatautoS, die das Abstürzen der Antenne hören konnten, konnten gerade noch durchfahren. Der Straßenverkehr ist gesperrt.

Schwere Gewitter in Pommern.

Seit drei Tagen wird die Provinz Pommern von schweren Gewittern heimgesucht. Eine große Zahl von Gebäuden wurde infolge Blitz­schlages ein Raub der Flammen. Sn Weltin im Kreise Greifenhagen wurde ein Bauer auf dem Felde vom Blitz erschlagen, fein Gehilfe wurde schwer verletzt. Auch die benach­barte Ackermark, besonders die Gegend um Prenzlau, wurde schwer betroffen.

Schweres Unwetter im Spessart.

Das zu Heimbruchental (Spessart) gehörende Filialdorf Heimathen wurde von eir-em schweren Unwetter heimgesucht. Mit Blitzes­schnelle und elementarer Wucht ging ein wolken­bruchartiger Regen mit Hagel vermischt nieder und setzte binnen weniger Minuten alles unter Wasser. Der orkanartige Sturm, der mit un- , erhörter Wucht tobte, drohte zeitweise, selbst die Gebäude niederzureihen. Das Wetter tobte nur zehn Minuten, aber diese Zeit war ausrei­chend. um große Zerstörungen anzurichten. Bäume von 30 Zentimeter Durchmesser sind wie dünne Stäbchen gebrochen und von der Gewalt des Sturmes weit fortgeführt worden. Die gesamte Ernte ist vernicht^. Man erwartet, daß die bayrische Regierung helfend eingro'fen wird.

Unwetterverwüstungen Im Reckarlol.

Sm oberen Reckartal ist ein so schweres Ge­witter niedergegangen, wie man es seit Sahren nicht erlebt hat. Snfolge von Wolkenbrüchen ist der ganze Ernteertrag auf der Strecke von Rottenburg bis Tübingen total ver­nichtet.

Opfer des Badens.

Vom Rhein und Main werden neue Opfer des Badens gemeldet. Bei Dettingen ertrank im Main ein zehnjähriger Knabe. Bei Heidesheim versank ein Sattlerlehrling während des Badens im Rhein. Die Leiche konnte noch nicht geländet werden. Bei Gernsheim stürzte ein 12jähriger Schul- junge beim Spielen in den Winkelbach. Wiederbe­lebungsversuche waren erfolglos. Bei Bingen stürzte ein Schuljunge in die Nahe. Ein ihm nach­springender Mann geriet dabei ebenfalls in Lebens­gefahr. Glücklicherweise konnten beide noch von Passanten gerettet werden. Die Leichenschau des am Sonntag an der Ingelheimer A u im Rhein ertrunkenen jungen Mädchens ergab, daß dasselbe einem Gehirnschlag zum Opfer ge­fallen ist. Nach den Feststellungen der Behörden liegt fahrlässige Tötung vor, da das junge, des Schwimmens unkundige Mädchen von einem jun­gen Mann aus Scherz inden Strom Hn ein- gestoßen wurde. Nachdem der Täter sah) was er angerichtet hatte, verschwand er. Es wird nach ihm gefahndet.

Am Radioapparat vom Blitz erschlagen.

In der Nacht zum 20. Juli ging über Prag ein schweres Gewitter nieder, das ein Menschenleben forderte. In einem Vorort war der Sohn eines Fuhrmannes, der auf dem Boden einen Radio­apparat hatte, beim Abendkonzert einge­schlafen. Ein Blitz, der in das Gebäude einschlug, ging entlang der Radioleitung und tötete den jungen Mann.

vermißte Bergsteiger.

Sn Snnsbruck werden zwei Münchener Touristen, angeblich Hochschüler, die Samstag von Hinterbärbad die Kleine Halt im Wolder Kaisergebirge bestiegen und danach zum Stripsen- jvchhaus absteigen wollten, vermißt. Es wird angenommen, daß sie verunglückt sind, da die Rettungsabteilungen nichts von ihnen ent­deckten.

Autounglück im Gebirge.

Auf der Dberinntaler Straße riß ein von Gar- misch nach Schuls fahrendes Auw, worin ein Herr und zwei Damen aus Polen sich befanden, beim Ausweichen eines Lastautos die Wehrsteine um und stürzte 20 Meter tief ab, wobei es in Trümmer ging. Zwei Insassen und der Chauf­feur find schwer, eine Insassin leicht verletzt.

Schweres Brandunglück.

Montag abend brannte die Besitzung der Krie­gerwitwe Jung am Hutberg bei Beyers- d o r f (Grafschaft Glatz) in Abwesenheit der Be­sitzerin nieder. Hierbei kamen der Schwieger- o a t e r der Witwe und zwei Kinder im Alter von fünf und neun Jphren in den Flammen u m. Die übrigen drei Kinder konnten gerettet wer­den, erlitten jedoch erhebliche Brandwunden. Auch die Mutter, die während des Brandes von ihrer Reise zurückkehrte und bei den Rettungsarbeiten half, wurde erheblich verletzt.

Durch Explosion einer Spiritusflasche verbrannt.

Beim Rachgiehen von Spiritus aus einer Flasche verunglückte in Ziegeldorf bei Koburq der Gutsarbeiter Rikolaus Reuter tödlich. Die Flasche explodierte und verbrannte den Mann derart, daß er im Krankenhaus starb. Sein zweijähriges Kind trug ebenfalls Brandwunden davon; ein Teil der Zimmermöbel verbrannte.

3m Trauerzug verunglückt.

Sn dem Prager Vorort Straschnih fand das Begräbnis einer Arbeiterin statt, an dem unge­fähr 400 Personen teilnahmen. Sn einer engen Gasse wurden plötzlich die Pferde des Lei­chenwagens scheu und rannten in die Men­schenmenge, die wegen Raummangels nicht flüch­ten konnte. Hierbei wurden 12 Personen, darunter einige Kinder, verletzt und eine Frau ge- t ö t'e t. Die Großmutter zweier Mädchen, die verletzt wurden, wurde irrsinnig und wollte sich kurz nach dem älnglück mit einem Kinderwa­gen, in dem sich der dreijährige Bruder der bei­den verunglückten Mädchen befand, vor einen Straßenbahnwagen stürzen.

Moderne Alchimisten.

Das Strafgericht München hat gegen die aus Berlin stammenden Kaufleute älnrrch und Krusenbaum, die eine Reihe bemittelter Perfonen um Beträge bis zu 35 000 Mk. geschädigt hatten, das Urteil gefällt. Llnruh hat die Geschädigten durch ein Schwindelmanöver in den Glauben versetzt, als tonne er Gold a u s elektri­schem Wege Herstellen. Er war geständig und wurde wegen fortgesetzten Betruges zu vier Sahren und acht Monaten Gefängnis ver­urteilt. Krusenbaum, der angab. im besten Glau­ben gehandelt zu haben, wurde freigcsprochen.

Zuchthaus für einen Landesverräter.

Wegen versuchten Verrats militärischer Ge­heimnisse hatte sich vor dem Ferien-Sttafsenat des Reichsgerichts der Arbeiter Hermann S ch l a f k e von Kattowih in nichtöffentlicher Sitzung zu verantworten. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, im Sahre 1926 in Verbin­dung mit polnischen Spionageagen­ten gestanden und versucht zu haben, militärische Rachrichten und Schriftstücke, die geheim zu hal­ten waren, den polnischen Spionageoffizieren zu übermitteln. Das Gericht verurteilte den An­geklagten wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse zu vier Sahren Zuchthaus und sechs Sahren Ehrenrechtsverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht.

Raubüberfälle.

Sn der Gegend von Kattowitz treibt seit längerer Zeit eine gut ausgerüstete Räuber­bande ihr Unwesen. Die Bande hat bereits 22 Ueberfälle und 38 Einbrüche verübt.

Lin Teilnehmer der Zevpelin-patrouille gestorben.

Sn Reibstadt in Baden flava im Alter von 79 Sahren der Tünchermeister David Diehm. Diehm gehörte im Suli 1370 der Reiter-Pa­trouille des Grafen Zeppelin an, die den be­kannten Erkundigungsritt im Elsaß unternahm. Von den Mitgliedern der Patrouille lebt jetzt nur noch der Postagent Zillh in Seelingen bei Durlach.

Wettervoraussage.

Rach vorübergehender Aufbesserung und ge­ringem Temperaturanstieg wieder zimehmende Be­wölkung und Regeimeigung.

Gestrige Tagestemperaturen Maximum 20,5° Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius, Rieder­schläge 8,6 Millimeter. Heutige Morgentempera- tur 16 Grad Celsius.