Frankfurt a-M-
Datum: | 21. 6 [ 22- 6-
münzen aus dem Mittelalter von verschiedener Herkunft. Die Münzen, etwa in der Große unserer heutigen 50-Pfennig-Stücke, sind aus purem Golde und dürften aus dem 14. Jahrhundert stammen. — Die Ridda, die allgemein als ein recht tückisches Gewässer bekannt ist, hat heute nachmittag ihr erstes Opfer in Äesem Jahre angefordert. Der 19jährige Sohn eines Straßenbahnschaffners aus der Ger- maniastrahe, der des Schwimmens kundig war, erlitt beim Baden in dem Flusse einen Herzschlag und verschwand in den Fluten. Die Rettung^rbeiten waren vergeblich. Bur die Kleider des jungen Mannes konnten geborgen werden.
Kreis Fulda.
WSR. Gersfeld, 21. Juni. Infolge der ungünstigen Witterun^verhältnisse ist der Fremdenverkehr in der Rhön bis jetzt beträchtlich schwächer als in anderen Fahren. Diele Sommergäste, die sich in den einzelnen Orten schon niedergelassen hatten, sind wegen des schlechten Wetters zum Teil wieder abgereist. Erfreulicherweise laufen aber für die Ferienzeit überall in der Rhön aus allen Teilen des Reiches die Anmeldungen für den Sommeraufenthalt zahlreich ein, so dah der Sommer doch noch einen Ausgleich für den Ausfall in der Dorsaison bringen dürfte.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Schlug-1 »»Uhr. Kurs | Kur,
Letzte Nachrichten.
Unterschlagungen eines sozialistischen Stadtrats.
Frankfurt a. M., 22. Juni. (WSN. Drahtnachricht.) Der frühere Landrat von Weilburg und jetzige Geschäftsführer der Arbeiterherberae (5. m. b. $)., Langemach, der dem M a - gistrat der Stadt Frankfurt a. M. als unbesoldeter S t a d t r a t angehört, hat zuungunsten der Arbeiterherberge 45000 Mark veruntreut. Das Geld hat Langemach hauptsächlich für Rennwetten ausgegeben und sich dabei so verkalkuliert, daß er die Kasse der Arbeiterherberge in Anspruch nahm. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet. Langemach versuchte zu f l ü ch- t e n, wurde aber von einem Vorstandsmitglied an- gehalten und zwecks Feststellung der Einzelheiten in seine Wohnung gebracht. Sein Mandat als S t a d t r a t hat er oereits am Samstag n i e berge l e g t. Langemach gehört der Sozialdemokratischen Partei an, als deren Beauftragter er eine Reihe Ehrenämter versah.
freien Lauf. Das Termingeschäft konzentrierte sich wieder stürmisch auf die Aktien der I. G. Farbe n i n d u st r i e , die sprunghaft eine Steigerung von etwa 20 Prozent bis auf 244 Prozent zu verzeichnen hatten. Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung der I. G. waren auch heute zu hören und boten Anregung. 3n Verbindung mit der beträchtlichen Steigerung der Farbenaktien hatten auch Rhein st ahl und Riebeck-Montan bei lebhaften Umsätzen einen Gewinn von je 5 Proz. zu verzeichnen. Die übrigen Montanwerte tendierten gleichfalls fest. Gelsenkirchen plus 2,5, Harpener plus 2, Mannesmann plus 1,5, Phönix plus 2,25 Proz. Don Kaliwerten wurden Aschersleben3Proz. höher, während Westeregeln 1,5 Proz. nachgaben. Elektroaktien lagen ruhiger, aber weiterhin fest. AEG. hatten lebhaftes Geschäft bei einem Kursgewinn von 2,25 Proz. Licht und Kraft plus 3, Schuckert plus 1, aber Siemens minus 0,75 Proz. Bankaktien traten etwas in den Hintergrund und bröckelten überwiegend leicht ab. Darmstädter minus 1,2 Proz. Schiffahrtsaktien mäßig höher. Für Motorenwerke erhielt sich Interesse. Kleher plus 2 Prozent. Z e l l st o f f - und Bauaktien strebten weiter nach oben, ebenso Zuckeraktien. Deutsche Renten lagen ruhig und unverändert. Von Ausland- reuten hatten nur Türken etwas Umsätze aufzuweisen. Der Freiverkehr blieb ziemlich fest. Becker Stähl 23, Benz 65, Brown Boveri 97,5, Entreprise 8, Growag 60, Krügershall 117, Ufa 38, Ufra 89 Prozent. Der wütere Verlauf wurde unsicher und schwankend, besonders für Farbenwerte, die eine Einbuße von etwa 3 Proz. erlitten, schließlich aber wieder leicht anzogen. Die Spekulation benutzte die hohen Kurse teilweise zu Gewinnmitnahmen. Die Grundstimmung blieb weiter fest. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert. Geld blieb im kurzfristigen Verkehr angeboten. Tagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld wurde mit 5,25 bis 6,75 Prozent gehandelt. Industrie-Akzepte 5 Prozent, Privatdiskonten 4,37 bis 4,5 Prozent. Im Devisen- v er kehr neigte der französische Franken erneut zur Schwäche. Paris steigt auf 172,75, Brüssel auf 170,50 gegen London.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 22. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31,50 bis 32 Mark; Roggen, inländischer, 22 bis 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais (gelb) 17,50 bis 17,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 43 bis 43,25; Roggenmehl 30,50 bis 31; Weizenklej§ 9; Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: stetig.
Berliner Börse.
Berlin, 22. Juni. Auch heute lagen bet Beginn der Börse wieder größere Provinz- und angeblich auch Auslandaufkäufe vor, namentlich in den gestern bevorzugten Werten. J.-G.- Farben- i n d u st r i e wurden zu einem etwa 20 Prozent höherem Kurse als der gestrigen Schlußnotierung gehandelt, und zwar zu 237 Prozent. Auch in Spreng st offwerten war ein stürmisches Geschäft zu beobachten, angeblich auf engliscke Käufe. Ferner waren Spezialwerte, wie Deutsche Erdöl, Schultheiß (plus 7 Prozent) und andere Spritaktien beträchtlich höher. Auf den übrigen Marktgebieten war die Tendenz nicht ganz einheitlich, so am Montonmarkt. Hier kam in einigen Werten viel Material heraus; so mußten u. a. Bochumer sich eine Einbuße gefallen lassen, während dagegen Meinstahl und Har.pener, wie überhaupt sämtliche STo hlenaktien, stark gesteigert waren. Der Elektromarkt tendierte gleichfalls nicht einheitlich, gekauft wurden vor allem AEG und Schuckert. Schiffahrtaktien lagen recht fest. Am Bankaktien - und K a l i m a r k t hatten die gestrigen Steigerungen Abgaben zur Folge. Im Verlaufe der ersten Börsenstunde schritt die Spekulation in erheblichem Maße zu Gewinnficherungen, nur Farbenaktien blieben weiter fest. Der Geldmarkt ist unverändert. Im Devisenoerkehr gaben die lateinischen Valuten erneut nach. Paris gegen London 173, Brüssel 171,50, Mailand 135,50.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 21. Juni. Die Grundstimmung im Berliner Produktenhandel war heute für Weizen und Roggen wieder fester. Außerdem tritt erneut infolge der wiederum niedergehen- den Regenfälle eine größere Unsicherheit ein, nachdem am letzten Samstag eine beachtenswerte Beunruhigung des Marktes eingetreten war. Gerste preis haltend bei ruhigem Geschäft. Auch in Hafer hat sich nicht viel geändert. Im Zeithandel eröffnete Iuliweizen etwa 1,50 Mk. über letztem Stand, während im übrigen Dek- kungen fehlten und unveränderte Kurse ein- setzten. In Roggen setzte sich eine Steigerung für Herbstmonate von 1,50 Mk. durch, Juli- Lieferung unverändert. Es notierten per 1000 Kilo: Roggen, märk., 190 bis 195; Sommergerste 194 bis 205; inländ. Gerste 180 bis 193; Hafer, märk., 197 bis 208; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40,25; Roggenmehl 27,75 bis 29,50; Weizenkleie 10,10; Roggenkleie 11,35 bis 11,50; Diktoriaerbsen 36 bis 46; kleine Speife- erbfen 30 bis 34; Futtererbsen 22 bis 27; Peluschken 23,50 bis 28,50; Ackerbohnen 24 bis 26,50; Wicken 33 bis 35,50; Lupinen (blau) 15,50 bis 17,50; Lupinen (gelb) 21 bis 23; Rapskuchen 13,50 bis 13,70; Leinkuchen 17,80 bis 18; Trockenschnihel 9,90 bis 10,30; Sohaschrot 19,30 bis 19,50; Kartoffelflocken 21,50 bis 22 Mark.
Wirtschaft.
Der Kamps um den Eisenmarkt.
(Don unserem Essener Mitarbeiter.)
Die Krise der deutschen Eisenindustrie wird vor allem dadurch gekennzeichnet, dah ihre gegenwärtige Leistungsfähigkeit hinter der Vor- lriegsleistungsfähigkeit kaum zurückbleibt, daß aber die deutsche Gewinnung an Roheisen im Jahre 1925 nur auf 53 Prozent und die an Rohstahl nur auf 65 Prozent der Friedensziffer gestanden hat. Mit anderen Worten bedeutet das, dah der deutsche Markt nur zu 55 bis 65 Prozent des Vorkriegsbetrages aufnahmefähig ist. Leider ist die Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes im Laufe dieses Jahres noch weiter zurückgegangen, ein Zeichen dafür, daß auch die verarbeitende Industrie immer mehr von der Krise ergriffen worden ist. An dieser bedenklichen Entwicklung ändert die Tatsache nichts, dah die Ausfuhr sowohl an Groheisen- erzeugniffen wie an Fertigfabrikaten in Zunahme begriffen ist. Will man mit Rücksicht auf die Arbeiterschaft den Beschäftigungsgrad nicht herabsehen, dann bleibt nichts anderes übrig, als den Produktionsüberschuh auf dem Weltmarkt anzubieten. Leider sind hier die Absatzbedingungen für deutsches Eisen immer schlechter geworben; denn der Frankensturz hat nahezu in gleichem Tempo die Eisenpreise mit sich in die Tiefe gerissen. Trotz einer Weltteuerung von etwa 50 Prozent stehen die Weltmarktpreise für @ifen und Stahl fob europäischen Seehäfen meist auf Friedenspreis oder noch tiefer. Die alten deutschen Eisenzölle, die bei der Annahme der sogenannten kleinen Tarifnovelle 1925 keine Erhöhung erfahren haben, sind nicht ausreichend, das Valutadumping vom deutschen Markt fernzuhalten. Diese Staatshilse hat versagt. Deswegen spielen die Bemühungen, die Selbstkosten der Eisenindustrie zu senken, eine bedeutende Rolle. Im Vergleich zum Jahre 1913 brauchten deshalb gegenwärtig — von zahlreichen billigeren Abschlüssen abgesehen — die offiziellen Verbands- inlandpreise nur auf etwa 20 Prozent über Frieden festgesetzt zu werden, während die allgemeine Teuerung auf 40 Prozent berechnet wird. Dabet geht in der Eisenindustrie die Lohnerhöhung über die Teuerung hinaus, von der Mehrbelastung durch andere Selbstkostenfaktoren, wie Steuern, soziale Beiträge, Frachten (allein das 2 bis 3fache des Friedens), Zinsen, Verteuerung der Rohstoffe usw. ganz zu schweigen.
Aehnliche Verhältnisse wie in Deutschland sehen wir auch in anderen Ländern. Besonders ungünstig ist die Lage in England, während Inflationsländer wie Frankreich, Belgien und Luxemburg ihre Leistungsfähigkeit natürlich besser ausnutzen können. Sogar in den Vereinigten Staaten machen sich jetzt Ansätze für eine kritischere Entwicklung der Eisenindustrie bemerkbar. Aus diesem Grunde ist auch in den letzten Monaten der Kampf um den Welteisenmarkt noch schärfer geworden als er bisher schon war, wobei natürlich auch eine Rolle der Umstand spielt, dah die Länder, die an den internationalen Eisenverhandlungen teilnehmen, sich eine möglichst günstige Quote für die Zukunft sichern wollen. Die Verschärfung des Kampfes um den
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Juni. Tendenz: Haussierend, sväter abgeschwächt. — Die Börse stand auch heute zu Beginn des Verkehrs im Zeichen einer ausgesprochenen H aussebewegung, die trotz des ungewöhnlich hohen Kursstandes a n - dauernd neue finanzkräftige Mitläufer findet, denn wie informierte Kreise behaupten, häufen sich die Kaufaufträge aus der Provinz und aus dem Auslande. Man glaubt in Börsenkreisen, durch den negativen Ausgang des Volksentscheids eine Periode innerpolitischer Ruhe erwarten zu dürfen, und infolgedessen ließ auch die Spekulation ihrer Unternehmungslust ungehemmt
Vtzfferer Witterung nun überall ihren Anfang aswmmen. Sie liefert im allgemeinen eine gute Mittelernte, auf gut gedüngten, feuchten Wiesen eine richtige Vollernte. Der Wert der künstlichen Düngung tritt dabei auffallend in Erscheinung und macht sich bei den heutigen Holsen Heu- und Futterpreisen reichlich bezahlt. Die ausgiebigen Regenfälle der jüngsten Zeit haben namentlich für das sogenannte Bodengras sehr Ötge Wirkungen gezeigt. Trotz der besseren ichten der diesjährigen 5>eu ernte sind die
Graspreise ziemlich hoch.
I Aus dem Hüttenberg, 21. Juni. Die Erwartungen, die man auf die diesjährige Bock- jagt) gesetzt hatte, haben sich im allgemeinen nicht bestätigt. Trotz der fast durchweg guten Wildbestände hört man selten, daß ein guter Bock geschossen wurde. Dies kommt daher, daß hier die Jagd auf Rehböcke erst am 1. Juni aufgeht, die Böcke zu dieser Zeit schon reichlich Aesung im Walde haben und auf die Felder und Wiesen fast kaum noch austreten, aber auch schon sehr „heimlich" sind. Die einzige Hoffnung, noch einen guten Bock zu schießen, seht der Jäger auf die Ende Juli und anfangs August stattsindende „Blattzeit". Mit dem 31. August endet hier durch bekannte Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz die Jagd auf Rehböcke.
-s- Lützellinden, 21. Juni. Die in der Gemarkung Klein-Linden belegene Sand- und Tongrube der hiesigen Gemeinde ist seit dem vorigen Jahre an die Firma I o h. Georg Müller, G. m. b. H. zu Wetzlar verpachtet. Diese hat die Grube in moderner Weise ausgebaut. Das schwierige Ausfahren des Sandes aus der Grube ist dadurch in Fortfall gekommen, daß die Firma eine Vorrichtung geschaffen hat, mittels deren der Sand bis an die Straße Klein-Linden—Grohen-Linden befördert und dort in die Wagen der Abnehmer gekippt wird.
<O> Hörnsheim, 21. Juni. Die Fische- rei der hiesigen Geineinde war bis zum 31. März 1928 an einen auswärtigen Pächter verpachtet. Dieser ist vom Pachtvertrag zurück- und an seine Stelle der Landwirt Friedrich Volk IV. von hier getreten. Die letztmalige Verpachtung fand in der Inflation gegen eine hohe Papier- marksmnme statt. Der neue Pächter zahlt die Friedenspacht in Höhe von 51 Mk. jährlich.
<> Hochelheim, 21. Juni. Die hiesige Gemeinde verfügt trotz der Gröhe der ©emarfung über solch geringe Wiesenflächen, daß sie geradezu als „wiesenarm" bezeichnet werden muß. Ein großer Teil der viehhaltenden Einwohner ist gezwungen, einen wesentlichen Teil des Heubedarfes alljährlich außerhalb za decken. Dies geschieht vorwiegend durch Beteiligung an den Grasversteigerungen in Gießen. Die Viehbesitzer ersteigern das Gras, mähen es selbst ab und fahren das daraus gewonnene Heu mit ihren eigenen Fuhrwerken nach Hause. Soweit sie nicht im Besitze von Pferdefuhrwerken sind, stellt sich in diesem Jahre das Heu insofern teuerer, als sie wegen der hier herrschenden Maul- und Klauenseuche mit ihren Rindviehgespannen über die Gemarkungsgrenzen hinaus nicht fahren dürfen.
CO Vollnkirchen, 21. Juni. Bei dem Ausbau der Straße von hier nach Dol- pertshausen, die bei dieser Gelegenheit eine Verbreitung erfährt, müssen eine Anzahl O b st - bäume entfernt werden, deren Wert dieser Tage durch den Kreisobstbaulehrer zu Wetzlar abgeschäht wurde.
L Groß-Rechtenbach, 21. Juni. Die Be- • setzung der hiesigen Landjäger st elle bereitet Schwierigkeiten, weil es schwer hält, für den Land» . jäger eine Wohnung zu bekommen. Ein Beamter des Landratsamtes und der Landjägermeister l von Wetzlar begaben sich dieser Tage auf die Suche nach einer Wohnung, ohne daß sie eine solche be- 5" kommen hätten.
Kreis Biedenkopf.
k;. H e r m a n n ft e i n, 21. Juni. Die Arbeiten der hiesigen Feldbereinigung schreiten rüstig fort. Zur Zeit werden die neuen Wege »eingesteint". In die Vermessung einbezogen sind auch die Ländereien des Schenkschen Hof - g u t e s, der Stadt Wetzlar, der Buderus- schen Eisenwerke u. a. Die Ländereien ck>es Hofgutes machen etwa ein Drittel der ganzen Gemarkung aus. Man hvsst, in zwei Jahren im Besitz der neuen Grundstücke zu sein.
Maingau.
WSA. Frankfurt a. M., 21. Juni. Die am Samstagnachmittag von ihrem Geliebten durch mehrere Revolverschüsse schwer verletzte 22jährige Marie Kleespies aus Kassel bei Gelnhausen ist nach ihrer Einlieferung tn das Städtische Krankenhaus, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verstorben. Der Täter wurde, wie bereits gemeldet, f e st- a e n o m m en. Durch Vernehmung des Täters, des 21jährigen Graveurs Hanschmann, wurde festgestellt, daß er mit der Kleespieh ein Liebesverhältnis unterhielt und sie ohne ihr Wissen erschoß. Es liegt einwandfrei Mord vor. Als Motiv der Tat gab Hanschmann an, daß er die Kleespieh, die lungenleidend gewesen sei, von ihrem Leiden habe befreien wollen. Der Täter zeigt nicht die geringste Spur von Reue; er ist vielmehr Über die gelungene Tat befriedigt. Von den 7 Schüssen wirkte schon der erste tödlich. Hanschmann hatte, wie einwandfrei festgestellt werden konnte, schon seit Wochen die Absicht, die Kleespieh zu töten, ohne daß diese eine Ahnung davon hatte. Die Kleespieß war früher hier in Stellung und wohnte zuletzt in Kassel frei Gelnhausen bei ihren Eltern. Sie erfreute sich eines guten Rufes. — Fe st genommen wurde der Kaufmann Baptist Sartorius aus Ludwigshafen; er gab sich hier in Frankfurt und anderen Städten fälschlich als Vertreter der Heidelberger „Allgemeinen Obst- und Gemüsezeitung" aus und zog erhebliche Abonnementsgelder ein. — Heute früh gegen 7 Ufjr ereignete sich an der Hauptwache ein tödlicher Unfall, indem ein junges Mädchen vom Motorwagen eines aus der Zeil anfahrenden Zuges der Straßenbahnlinie 15 entgegen der Fahrtrichtung abs prang und so unglücklich unter den Bahnräumer des nachfolgenden A n h ä n - ?erwägens geriet, daß es schwere Der- eöungen namentlich am Unterleib erlitt, denen es alsbald erlag. Die Personalien der Verunglückten sind bis jetzt noch nicht bekannt. Bei der Toten wurden zwei Trambahnfahrscheine gefunden, nach öenen sie am Samstag von Bad Homburg (Luisenstraße) nach Frankfurt (Gallusanlage) und heute morgen von der Zobelstraße nach der Hauptwache gefahren ist. — Bei Crd - arbeiten am Mainkai ist man auf einen interessanten mittelalterlichen Fund gestoßen. In der Sandschicht fand man 35 bis 40 Gold»
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 17. Juni. Im vergangenen Frühjahr wollten Arbeiter eines hiesigen Weißbindergeschäfts im Hofe eines Gastwirts von hier ein Gerüst aufschlagen, um ein an diesen Hof angrenzendes Haus anftreichen zu können. Da jedoch angeblich im letzten Sommer beim Anstreichen eines anderen Hauses durch Leute desselben Geschäfts ein Schornstein des Hauses des Gastwirts beschädigt worden war und der Inhaber des Geschäfts die Zahlung der Herstellungskosten abgelehnt hatte, weigerte sich der Gastwirt, die Erlaubnis zum Aufschlagen des Gerüstes zu erteilen. Er bemerkte dabei, er wolle mit der „Lumpenfirma" nichts zu tun haben, und gebrauchte noch einen viel schärferen Ausdruck. Auf die Privatklage des Weißbinder- meisters hin wurde heute der Gastwirt zu einer Geldstrafe von 20 M k. und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt.
Ein Landwirt aus Leihgestern, der unter dem Gespött der Jugend viel zu leiden hat, ließ sich dazu hinreißen, einen 10jährigen Jungen, der ihm angeblich ein Kinderpistolchen in das Gesicht hielt und damit knipste, mehrere Schläge auf den Kopf und in das Gesicht zu versetzen. Daß der Junge sich tatsächlich so verhalten hätte, wie der Landwirt behauptete, konnte nicht bewiesen werden. Letzterer übernahm daher vergleichsweise die Kosten der gegen ihn erhobenen Privatklage einschließlich des Sonderhonorars des Vertreters des Privatklägers.
Gerichtsfaai.
WSN. Darmstadt, 21. Juni. Das Bezirksschöffengericht verurteilte gestern den 27jährigen verheirateten Lehrer Seibert aus Worfelden, der sich an vier verschiedenen Schülerinnen im Alter von 14 Jahren sittlich vergangen hatte, zu einem Jahr a ch t Monaten Gefängnis. Ferner wurde der 31jährige Privat- lehrer Paul Heller aus Salzwedel, der an einer Schule in Alsbach tätig war und sich an verschiedenen Knaben vergangen hatte, zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Berlin
Schluß» Anfang
22 6
Weltmarkt zeigt sich nicht nur in den Preisen, sondern vor allem auch in der Art der Methoden des Kampfes. Vornehmlich ist hier zu erwähnen die Zunahme staatlicher Eingriffe. Aehn- lich wie bisher der englische Staat für die englische Kohlenausfuhr Subventionen geschaffen hat, werden seit kurzem von einigen überseeischen Ländern unverhüllt auch Eisen-Unterstützungen gezahlt. Diese Methode löst natürlich Gegenmaßnahmen aus; so wird z. B. das amerikanische Alttidumpinggesetz schon seit längerer Zeit gegen subventioniertes indisches Roheisen angewandt. Für uns ist besonders bedenllich, daß die Vereinigten Staaten unter recht fadenscheinigen Vorwänden auch gegen die deutsche Cisenausfuhr vor kurzem ähnliche Maßnahmen getroffen haben. Es scheint so, als ob auch von Seiten Englands, das schon früher sich recht unfreundlich gegen Deutschland benommen hat, ähnliche Dinge be- vorständen. Jedenfalls verlangt die englische Eisenindustrie immer lauter nicht nur Erhöhung des Zollschuhes gegen ausländisches (namentlich deutsches) Eisen, sondern sogar schon ausgesprochene Sperrmaßnahmen.
Die Lage auf dem Welteisenmarkt fängt also allmählich an kritisch zu werden, ein Umstand, der auf die internationalen Eisenverhand- lungen womöglich nicht ohne Rückwirkungen bleiben wird.
93örfentnr1e.
5% Deutsche Reichsanlethe • 4% Deutsche RctchSanleihe . 3V,°/o Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Reichsanleibe • Deutsche Sparprämienanleihe 4°/o Preußische KousolS > . . 4% öeffejj..........
3V2% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll.-Schatz» Anweisug.*)
4% Zolltürkcn 5°/o Goldmerikaner ....
Berliner Handelsgesellschaft ■ Commerz- and Privat-Bank Darmst. und Nationalbank ■ Deutsche Bank.........
Deutsche Bereinsbank ■ • . • DiSconto Commandtl . . . Metallbank..........
Mitteldeutsche Credttbank . . Oestrrreichische Creditanstalt. Westbank...........
Bochumer Guß ....... Buderus ........
Caro .........
Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte....... . . .
Oberbedars.....
Phönix Bergbau ...... Roeinstahl...........
Rrebeck Montau ....... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu......
Anglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G- Farbenindustrie, A.-E. Goldschmidt..........
Holzverkohlung Nütgerswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizität-.Gesellschaft Bergmann ..........
Matnkraftwerke Schuckert
Siemens & Halske .••••«
Ädlerwerke Äleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Meguin. ...... . . . .
Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Meta llgeselllck, ast Frankfurt. Schuhfabrik Herz . . . . ,
Sichel..............
Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankeuthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Kur»
21. 6.
0,4055
0,405
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1 —-
21 Juni.
22. Juni.
Amtliche Meld
Kotierung Brief
Amtliche Notierung
Geld Brief
Amst^ritou. Buell--Aires Brfs.-Antw Christianla. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. - . Neuyork . . Paris. . . Schweiz . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien tn 2)-= Oest. abgest. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien .
Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen- . - Canada. . - Urnguav
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D
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15,11
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68,16 1,963 0,664
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3,025 21,375
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n.
168,90 1.698 11,81
93,02 111,57 112,89
10,60
15,15
20,466
4,205
11,75
j 81,41
68.34
1,967 0,666
1 59,47
12,457
7,455
6,89
3,035 21,425
81,16
2,247
5,21
4,209 | 4,235
Berlin, 21. Juni
Geld
Brief
Amerikanische Note» ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........
Fraozöilsche Noten ...... Holländische Noten......
Italienische Noten ...... Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr.,4100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noteu .. Ungarische Noteu.......
4,182 12,01 110,09 20,375
12,01 168,08
15,33 92,77
59,40
1,77 112,31 81,22 68,48 12,395
5,835
4,203
12,07
111,65
20,475
12,07
168,94
15,41
93,23
59,70
1,81
112,87
81,62
68,62
12,455
5.875


