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- «• Wow, Siegen, 214 P ler'Stassel: 1. Sport-
1 47,4 Sek., 2. 6p. $nn M Spv. Montabaur 48,4 tzek.
1 B Jahrgang 1011).
laus: 1. Glöckner, Tin- ,8 Sef., 2. Dretzler, Eintracht
Hartung, Borussia Fulda,
1. Hartung, Borussia Fulda, enschnüder, Siegen, 5I Meter, a, 5,25 Meter.
n: 1. Müller-., Siegen 1900, inh, Montabaur, M Meter, 37,60 Meter.
ll: 1. Sorj, Siegen, 31,11 ltracht Frankfurt, 29,90 Meter, n 1900,29,56 Meter.
100 Meter, Weitlprung, Speer): eßen 1900, 244 P, 2. Wartung, Wer L, Sieben 1900, 222 $. tter*6taffelt 1. Glntraty 2. Sp. freunbe Siegen, 53 6„ ßen 53,1 Sek.
C Jahrgang 1213).
u): Schrorirfurth, Sie« len, Stegen, 1,1 Set., 3. Schütz,
: l.Tchweirfurth.Sieaen, che, Siegen, 4,78 Meter, 3. has- anksurt, 4,74 Meter.
. 1 Becker M, GießenM ien, Siegen, 7,69 Meter, 3.Bree, eter-Staffel^ l-Sport' .VÄ’SS MÄS- KsHD ■«ÄS
Große Staffel (Sßanberpreis): 1. Sp. Freunde Siegen, 2. Gießen 1900, 3. Gießen KOO.
Hessischer vaterländischer Block, Bezirksverband (Stehen.
Das Sportfest des Hessischen vaterländischen Blocks, B e »r r k » 0 e r b a n d Gießen, am Sonntag aus dem Unioersitätssportplatz wuchs sich durch seine sportlichen Leistungen zu einem Ereignis ersten Ranges aus. Besonders hervorgehoben ist, daß auch die ländliche Bevölkerung sicb rege daran beteiligte und z. I. recht gute Er- folge erzielte.
Von morgens 9 Uhr ab fand das Schießen der Aletnkaliber-Schützenoeretne statt. Don 25 gemeldeten Gruppen traten 22 an. Auf die- fen; Sportgebiet waren die Fortschritte seit dem Herbst vorigen Jahres ganz gewaltig. Nicht nur die Handhabung der Sportwaffe, oder das Verhalten der Leute beim Schießen selbst zeigte bedeu- lende Fortschritte, sondern, hierauf fußend, vor allem die Leistungen. Während im vorigen Herbst die beste Gruppe den Sieg mit einer Durchschnitts- ringzahl von 5,1 errang, zählten Gruppen mit bleiern Ergebnis am Sonntag zu den schlechtesten. Dem Sieger, Gruppe 2. Stahlhelm Marburg, fiel der 1. Preis mit 9,2 Rinydurchschnitt zu, während der Kleinkaliberschlltzenver- ein Atzenhain mit 8,2 Ringdurchschnitt den 2. Preis erhielt. 3. wurde der K l e i n k a l ijb_c r * schützenvereim Holzheim mit 7,86 Ringen. Ein-großer Teil der Bewerber erreichte einen Durchschnitt von über 7 Ringen, was man als sehr gute Leistungen anerkennen muh.
Heroorzuheben ist die Marschleistung des Sie- aers im Geländemarsch, 1. Gruppe des Stahlhelm Gießen unter Führung von Jng. Dunkel, die die 23 Kilometer lange Strecke in der Zeit von 2 Stunden 21 Minuten zurücklegte, und so die glänzende Durchschnittszeit von 6,17 Minuten je Kilometer erreichte. Die Gruppe kam trotz- dem in gutem Zustande am Ziel an.
Die Ergebnisse der anderen Wettkämpfe die durchweg als gut, z. T. als sehr gut zu bezeichnen sind, waren folgende:
400-Meter-Hindernislauf (A. über 18 Jahre): 1. Seipp, Wicking Gießen, 1,2, 2. Weber, Adelphia, 1,9. B. unter 18 Jahren: 1. Delle, Jungdo Lich, 1,18, 2. Bratz, Jungdo Hungen, 1,19 Sek.
Keulenweitwurf: 1. Detter, Adelphia, 60,70 Meter, 2. Lanalotz, Frankonia, 58,30 Meter, 3. Becker, Jungdo Mainzlar, 57 Meter.
4 m a I lOO-Meter-Staffel : 1. Burschen- schäft Frankonia 50,8 Sek.
Mannschaftskeulenzielwurf: 1. Klein- kaliberfchützenverein Mainzlar 86 P., 2. Gießener S. C. 86 P-, 3. Wicking Hungen 83 P.
Tauziehen: 1. Kleinkalibecschützenverein Atzenhain.
Gemischte Staffel: (Läufer, Radfahrer, Schwimmer): 1. Frankonia Gießen 41 Minuten, 2. Wicking Gießen 42,21 Min.
Gießener Ruder-Gesellschaft 1877
Einen vollen Erfolg hatte die Gießener R u d e r - G e s e l l s ch a f t 1 8 7 7 auf der am Sonntag in K a s s e l stattgefundenen Regatta des N o r d - we st deutschen Regattaverbandes zu verzeichnen. Sie gewann mit ihrer ersten Mannschaft im Großen Vierer den Kaiser- Preis und schlug hierbei die von der letztjährigen Meisterschafts-Regatta rühmlichst bekannte Mann- schäft des Offenbacher Rudervereins mit einer halben Bootslänge. Die ferner in diesem Rennen gestarteten Vereine von Hannover, Münster und Marburg konnten den außerordentlich har- ten Kampf nicht durchhalten und schieden unterwegs aus.
Dritte 24-SLundenfahrt für Automobile.
Frankfurt a. M. 20. 3uni. (WB.) Den Auftakt zur Süddeutschen Tvurenfahrt bildete die vom 19. -um 20. Juni veranstaltete Dritte 24-Stuntze,nf<r^rt deS Frankfurter Aut omobilc'lnrbs, die auf der Strecke über Anspach, Reu- und Altweilnau, Weilmünster. Weilburg, Grävenwiesbach, Ufingen, Wehr-Heim—Saalburg zum Aus trag gelangte. Rur wer die 83 Kilometer lange, an gefährlichen Kurven, Gefällen und Steigungen reiche Strecke mit einem Rennwagen durchfahren hat, kann sich ein Bild machen von den Anforderungen, die an
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Ole S t e f a n i.
18. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Auf einmal hob Kramer den Kopf.
„Schulz!" flüsterte er. „Horchen Sie mal einen Moment! Hören Sie nichts?"
Dor dem Fenster raschelte es.
Gespannt fragte Kramer: „Ist jemand da?"
„Herr Rechtsanwalt!" rief eine leise helle Stimme von draußen.
„Ja — ich bin hier!"
„Das ist gut!"
Dor dem Fenster erschien ein bleiches Gesicht, das sie im Schein der trüben Kerze nicht erkannten.
Jemand schwang sich ins Zimmer, da sahen sie: Molinski.
„Slnd Sie verletzt, Herr Rechtsanwalt?"
„Nein, gar nicht! — Gott sei Dank, daß Sie da sind! — Haben Sie ein Messer? Schnell, schnell — machen Sie uns frei!"
„Sie sind aber ganz blutig im Gesicht!" sagte Roman Molinski entsetzt.
„Ach so — das ist bloß vom Nasenbluten. — Der Himmel sei bedankt!" sagte er innig und reckte seine Arme. Dann half er Schulz befreien, der spuckte, sofort zum Fenster stürzte und in die Finsternis hinaussah, wobei er sich die Schläfen rieb.
„Wie sind Sie hergekommen? Aber sprechen Sie leise. Dielleicht sind sie noch da!"
„Nein, sie sind vor einer halben Stunde fort- gerudert."
„Sie haben sie gesehen? Wie viele waren es?"
„Zwei Männer! *
„Kannten Sie sie?" /
„Nein — es war zu dunkel. Ich sah nur drüben, wie sie landeten, machte gleich ein Boot los, zum Glück war eins da, und ruderte langsam herüber."
„Und wie kamen Sie her? Wo sind die anderen?" ,La, das ist eine komische Geschichte. Wir fuhren etwas vor zehn Uhr von Godesberg ab. Es war schon dunkel, und wir waren auf halbem Wege, als auf einmal auf einem der vielen Landungsstege ein Mann stand, der uns fortwährend schrill zupfikf und winkte. — Der Wachtmeister Dietzenschmidl wollte aber nicht halten lassen, weil wir keine Zeit hätten. Uttd wir waren schon fast vorbei, da sagte einer von
die Führer gestellt wurden. Obwohl es tagelang vorher in Strömen geregnet hatte, war doch die Strecke infolge des am Renntage ein- s eh enden warmen trockenen Wetters, bat auch die beiden Tage über anhielt, in bester Der- fassung. Die Rächt verlief ohne größere Sreig- nisse. Leichter Rebel in den höheren Lagen beeinträchtigte allerdings in den Morgenstunden die Sicht. Um 10 Uhr abendS waren von 61 gestarteten Wagen noch 52 ftrafpunktfrer. Schon in den ersten Runden hatten die meisten Wagen die ihnen von der Fahrtleitung vorgeschriedene Runden^eit weit überholt, so daß di« Veranstaltung fast den Eharalter eines „Rennens' statt einer Zuverlässigkeitsfahrt annahm. Kurz nach 11 Uhr abendS ereignete sich der erste Unfall, der glücklicherweise sehr gut abging. A K ö l l - ner (Frankfurt a. M) überschlug sich in der Kurve bei Grävenwiesbach mit seinem Steigerwogen. ®r wurde auS dem Wagen geschleudert, erlitt jedoch keinerlei Schaden. Einige Wagen mußten tm Lause der Rächt nvch ausgeben. Um 5 Uhr morgend lagen noch 50 Wagen im Rennen. Diese Zahl hielt sich unverändert bis 9 Uhr vormittags. 3m Verlauf des ganzen Tages sind von den 61 gestarteten Wagen 22 auSge- schieden: 25 Wogen gingen strafpunktfrei durchs Ziel.
Oberhessen.
Landkreis Gicftcn.
- Lollar. 21. Juni. Mit Wirkung vom heutigen Tage ist auf dem Vuderus'schen Eisenwerk, Abteilung Lollar, eine zweite Feierschicht eingelegt worden. Sie ist auf die beiden Montage des laufenden, sowie auf ebensolche zwei Tage tm kommenden Monat Juli bestimmt worden. Mit den bereit- eingelegten vier Feierschichten gibt es nun zusammen sechs Arbeitstage im Monat, an denen die Arbeit ruht. Es werden von der Arbeits- einschrünkung aber nicht sämtliche Arbeiter, sondern nur solche in verschiedenen Spezialfabrikationen betroffen.
:—: Veuern, 21. Juni. In unserem KrebSbach, einem rechten Rebenflühchen der Wieseck, war am Samstaanachmittag ein großes Fisch st erben zu beobachten. Ungezählte Forellen trieben in totem oder halbtotem Zustand in dem Wasser. Es wird angenommen, daß durch den anhaltenden Regen der letzten Woche aus den Feldern die künstlichen Düngemittel auS- f:ewaschen und dem Krebsbach zugeführt worden ind, die dann eine Vergiftung des Fischbestandes herbeiführten. Ob diese Mutmaßung recht ist, oder eine andere Ursache anzunehmen ist, konnte nicht nachgewiesen werden.
# Oppen r ob, 21. Juni. Der Eoange - l i s ch e Bund hielt am gestrigen Sonntag im Wald, nahe der Ganseburg, ein Wald fest ab. Aus den Nachbarortschaften waren viele Gäste erschienen. Es mögen etwa 1000 Zuhörer gewesen fein, die zum Fest herbeigeeilt waren. Die vereinigten Posaunenchöre von Oppenrod und Bersrod, geleitet von dem hiesigen Lehrer S ch l a u d r a f, eröffneten die Feier mit einem Musikstück. Hierauf begrüßte Pfarrer Haupt von Gießen, der Generalsekretär des Evangelischen Bundes für Hessen, die Gäste. Auf einem sehr schönen Platze, inmitten eines Tannenwaldes, wurde das die deutsche Treue verherrlichende Volksstück „Andreas Ho/cr", ein Schauspiel in 4 Akten von Felix IRentcr, aufgeführt. Das Stück wurde vorzüglich gespielt und übte eine große Wirkung auf die Zuhörer aus. Die Hauptrollen lagen in den Händen der beiden Berufsschauspieler Pechstein und B a n d i s. Die übrigen Rollen wurden von Mitgliedern des Evangelischen Bundes gespielt. Der Kirchengesangverein von Burkhardsfelden trug unter Leitung seines Dirigenten. Bürgermeister A l b a ch von Burthardsselden, zwei Chöre vor. Die Festrede hielt Pfarrer Haupt von Gießen. Nach zwei weiteren gemeinschaftlichen Liedern, begleitet von den Posaunenchören, fand die schöne Feier ihr Ende.
t Grünberg. 21. Juni. Ein hiesiger Geschäftsmann stürzte an einem Neubau in (Döbeln r ob infolge Brechens einer Leitersprosse aus 7 Meter Höhe Jo unglücklich ab, daß er zwei Rippen brach und einen Bluterguß im linken Arm davontrug.
Kreis Friedberg.
Sf. Friedberg, 21. Juni. In der Hauptversammlung deS Ortsge- unferen Leuten: Der Mann Ijättc^ ja Ihren — des Rechtsanwalts Kramer — hellen Sommermantel an. Wir stutzten, blickten scharf hinüber und glaubten, Sie zu erkennen. Der Wachtmeister ließ sofort wenden, wir fuhren im Bogen zurück und legten bei der Landungsbrücke an."
„Wo war das?"
„Das weiß ich nicht. Ich kenne die Gegend nicht. Drüben am Ostufer eine gute Stunde Weges von hier. — Also, der Mann, den wir nun für den Rechtsanwalt Kramer hielten, nahm den Wacht- meister Dietzenschmidl beiseite und sprach mit ihm. Dann kam Dietzenschmidt wieder zu uns und gab den Befehl, daß acht Mann sofort zu Fuß nach Ue^büttel aufbrethen sollten, um ein Motorrad, das zwischen ein und vier Uhr nach Köln zu dort passieren sollte, aufzuhalten und den Mann, der Darauf sitzen würde, sejtzunehmen. — Die beiden andern Gendarmen sollten mit dem Motorkutter nach Königswinter und dort die Nacht über bleiben, bis der Rechtsanwalt Kramer gegen Morgen mit dem Auto kommen und ihnen weitere Order geben würde. .Schnell, schnell!' rief der Mann im Sommermantel, den wir in der Dunkelheit nur undeutlich sahen. .Dietzenschmidt, Sie haben keine Sekunde zu verlieren!' Sv Aogen die Leute eiligst ab, salu- tierten vor dem Mann, und der Motorkutter fuhr stromabwärts nach Königswinter. Ich hatte mich bei dem Wirrwarr gedrückt — was mir sehr lieb war".
„Warum?"
„Weil mir etwas auffiel. Der Mann mit dem Sommermantel ging nämlich in den Wald hinein, wo er fein Auto stehen hatte, und fuhr damit los. Bei einer Biegung der Landstraße kam er an einer Straßenlaterne vorbei — und da erkannte ich auf aufmal das graue Auto von gestern abend.
Mir war die Sache verdächtig und ich lief über eine Stunde bis zur Wirtschaft Rheinblick. Und da erfuhr ich etwas, was ich im ersten Moment gar nicht begriff, das nämlich Sie zu genau derselben Zeit wo wir Sie ein gutes Stück weiter unten gesprochen hatten, sich hier im Restaurant aufgehalten haben sollten. Ihr Auto, nicht das graue, stand noch da. Da sah ich gerade das Doot kommen, sah, daß nicht Sie darin waren, versteckte mich, bis die beiden an Land waren, dann fuhr ich vorsichtig zu Ihnen hinüber!"
Werbevereins machte der Vorsitzende. Schlossermeister Heß, Mitteilung über die Einrichtung einer Handwerkskammerneben- stelle, die sich bis jetzt sehr gut bewährt habe und sich auf die Kreise Friedberg. Büdingen und Schotten erstreckt. Die Zahl der Mitglieder des hiesigen Vereins beträgt zurzeit 149. Der Syndikus der Kammer. Dr. Reif, hielt einen Vortrag über .das Vorgunwesen", welche- bei dem hohen Stande des Bankkredites für viele Ge- schäfte von einschneidender Bedeutung sei. Er gab Mittel und Wege zur Bekämpfung desselben und zur Beitreibung der Außenstände an. Rach Erledigung des geschäftlichen Telles (Rechnungs- ablage. Dorstandswahl ulw.) fand noch eine rege Aussprache über Mittel und Wege zur Hebung der Bautätigkeit statt.
< Bad-Nauheim. 21. Juni. Der Kreis- Hebammenverein Friedberg hiett hier eine Mitgliederversammlung ab, an der 68 Hebammen teilnabmen. Prof. Dr. Walther (Gießen) hielt einen sehr belehrenden Vortrag, der für die Praxis mancherlei Anregung bot. Frau Kern (Offenbach), die Vorsitzende des Hessischen Landesverbandes, erstattete ausführlichen Bericht über den Derbandstag, der vor kurzem in Bensheim stattfand. Angeregt wurde, alle Vierteljahr eine Mitgliederversammlung abzuhalten.
tjt; Ober-Florstadt. 21. Juni. Am Samstag fand auf dem hiesigen Rathaus die Heugras- oerfleigerung der Gemeindewielen statt. Der Preis pro Morgen beträgt im Durchschnitt 25 Mk.
pb. Butzbach. 21. Juni. Die jüngste Stadt- verordnetensiyung nahm einen ziemlich raschen Verlauf. Es wurden genehmigt ohne weitere Debatte die vom Forstamt ausgestellten Wirt- f d) a f 18 p l ä n e des Stadtwaldes und des Hofpitalftraucho für das Wirtschaftsjahr 1927. — Der Anfall an Eichenlohe aus dem Hofoital- ftrauch mit etwa 140 Zentner wurde zum Preise von 4,20 Mk. für den Zentner an Bernh. Grünt n g e r IV. verkauft. — Zur Belebung der Wohnungsbautätigkeit wurde folgendes beschlossen: Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1926 begonnen werden, bleiben für das laufende und für die nächstfolgenden fünf Jahre auf A n - trag grundsteuerfrei: entsprechendes gilt für den verhältnismäßigen Teil der Grundsteuer von solchen Neubauten, die nur zum Teil Wohnungs- zwecken dienen. Die Heranziehung des Hofreiie- grundbesitzes zur Grundsteuer bleibt unberührt. Ein Bau gilt in diesem Sinne als begonnen, wenn mit der Ausführung des Mauerwerks begonnen wurde. — Weiter wurde der Beschluß gefaßt, dem hessischen Waldbesitzeroerband beizutreten. — Die Gebührenordnung für den Fried- h o f wurde mit den vom Ausschuß vorgeschlagenen Aenderungen genehmigt. Ebenso genehmigte die Versammlung den Entwurf einer Ortssatzung über die Erhebung einer Kanalbenutzungsge- bühr und die Regelung der Müllabfuhr. — Ferner ermächtigte die Stadtverordnetenversammlung den Finanzausschuß, über alle Aufwertungsfor- berungen der Stadt und des Armenfonds selbständig zu entscheiden, und Vergleiche abzufchlie- ßen, sofern der gesetzliche Aufwertungsbetrag 5000 Mark nicht übersteigt. An der Landgras-Vhilipp- Strahe hat die Stadt noch verschiedene Geländestreifen liegen, die ohne Zukauf benachbarter Grund- stücke nicht zu verwerten sind. Es wurde beschlossen, zur Arrondierung von Fischer Erben 1324 Quadratmeter zum Preise von 2,50 Mk. für den Quadratmeter anzukaufen und den Betrag von 3320 Mark zu bewilligen. Das Gelände soll für Woh - nungsbauten zur Verfügung gestellt werden.
Kreis Büdingen.
„?" Aus dem Ridbatal, 21. Juni. Die Heuernte hat Heute begonnen. Roch ist sie nicht allgemein. Wer mit seinen Hackfrüchten nicht fertig ist, geht erst noch diesen Arbeiten nach. Sollte aber das Wetter wie heute günstig bleiben, dann kann man in der zweiten Wcchenhälste mit der allgemeinen Heuernte red>ncn. Die an die Dörfer angrenzenden Wieseir tixrbcn zuerst gemäht. — Der Weizen hat sich von dem Rost gut erholt und fängt an. in die Höhe zu schießen. Man glaubt jetzt nicht mehr, daß der Körner- crtrag durch die im Abflauen begriffene Krankheit ungünstig beeinflußt wird.
* älnter-Widdersheim, 21. Juni. Unsere einklassige Schule war in den letzten Jahren einem öfteren Lehrerwechsel unterworfen. Rachdem unser langjähriger Lehrer B r a m m, der über 40 Jahre ununterbrochen hier
gewirkt Hane, kurz vor Weihnachten 1923 durch den Tod unserer Schule entriisen worden war. versah zunächst Schulverwalter Müller und nach dessen definitiver Versetzung nach Bergheim Schulverwalter R e i b« r t die hiesige Lehrerstelle. Durch den zu Ostern diese- Jahres erfolgten Abbau wurde letzterer von seiner Stelle abbe- tufen. Die hieligc Schulstelle, welche inzwischen bereits zur definitiven Besetzung ausgeschrieben worden war, wurde nun Lehrer Hassingev übertragen. Gs ist der Wunsch der Gemeinde, daß der Lehrerwechsel, worunter die Schule doch zu leiden hat, nun auf längere Zeit hinaus beseitigt sein möge.
KrciS Schotten.
Schotten. 21. Juni. Die Pachter des proben Düntherodeschen Wiesengel a n d e S. meistens kleine Bauern der benachbarten Orte, können auch in diesem ihrem letzten Pachtjahre nicht auf ihre Rechnung kommen. 1924 wurde der Morgen auf 3 Jahre mit 75 bis 1OO Mark gesteigert. Im Vorjahre unternommene Versuche, eine Senkung der Pachtpreise zu erwirken, verliefen ergebnislos. Der diesjährige Erlös für einen Morgen liegt unter der Hälfte der vorgenannten Preise. Eine Wiederverpachtung im nächsten Jahre wird die Pachtsumme stark ermäßigen.
□ Laubach, 21. Juni. Gestern nachmittag hielt Oberlandesgerichtspräsident Dr. B e st im „Solmser Hof" einen mehrstündigen Vortrag über die Aufwertungsfrage. An den Vortrag schlosien sich verschiedene Anfragen von Zuhörern. Der Vortraa war aus Stadt und Umgegend gut besucht und fand starken Beifall. — Der Mangel an Wärme hat hier dem Weizen nicht unbeträcht- liw geschadet. Er ist teilweise stark von Rost befallen. Besser steht der Roggen, obgleich er sich stellenweise infolge der Regengüsse gelangen hatte. Die feuchte Witterung hat den Kartoffeln und den Dickwurzpflanzen sehr genutzt. Auch der G r a s w u ch s ist durch den Regen sehr gefördert worden, die wertvollen Bodengräser konnten sich gedeihlich entwickeln. — In diesem Jahre treten die Herbstzeitlosen, die sog. „Monen" stark auf und schädigen teilweise in hohem Maße den Gras- wuchs.
Kreis AlsseW.
Mücke, 21. Juni. Der Förster in Ober- Ob men hatte ein seltene- Jagdglück. Als er auf dem Anstand saß, erschienen unerwartet zwei sich bekämpfende Reh- b ö ck e. Mit zwei wohlgezielten schnellen Schüssen streckte der Schütze die beiden Tiere nieder.
Rieder-Ofleiden, 21. Juni. Das hiesige Bafaltwerk der Mitteldeutschen H a r t st e i n i n d u st r i e ist wegen des berichteten Streikes der Arbeiter bis auf weiteres sttilge l e g t worden. Die streikenden Arbeiter wurden entlassen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
0 Wißmar, 22. Juni. Gestern nachmittag gegen 6 Uhr verunglückte der 45)ährige Heinrich F o r d a ch beim Heueinfahren. Die Kühe versuchten, mit dem beladenen Wagen durchzugehen. Bei dem Versuch, die Tiere zum Stehen zu bringen, kam Forbach zu Fall, wobei ein Rad des Wagens über ihn hinwegging. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen brachte den Verletzten, der einen Beckenbruch erlitten hat, nach der Chirurgischen Klinik in Gießen.
Dutenhofen, 20. Juni. Sein Fahnen- w e i h f e st beging heute unter starker 'Beteiligung der Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Vereine der hiesige Gesangverein „H a r m o n i e". Gegen 2 älhr nachmittags bewegte sich «in stattlicher Festzug, an dem sich 15 auswärtige Gesangvereine und sämtliche Ortsvereine beteiligten, durch die festlich geschmückten Straßen unseres Dorfes nach dem Festplatzc. Während des älmzuges legte der 1. Vorsitzende des Festvereins am Kriegerdenkmal zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen einen Kranz nieder. Aus dem Zestplatz nahm Lehrer Gaß die Weihe her neuen Fahne vor und übergab sie dem 1. Vorsitzenden Gilbert. Ramens der Sängerinnen des Vereins übergab Frl. Knorz eine prachtvolle Fahnenschleife. Alsdann folgte ein Be- grühungSchor des feftgebenöen Vereins, dem sich die Gesangsvorträge der Gastvereine anschlofsen.
XX Aus dem Kreise Wetzlar, 21. Juni. Die Heuernte Haie mit dem Eintritt
„Und erschienen wie der Engel in der Weih- nachtskomödle!" sagte Schulz, der zehn Kniebeugen machte, um sein Blut wieder in Bewegung zu Dringen.
VI.
Einen Augenblick später fuhren alle drei zusarn- men. Dorn Ufer her ertönte der tiefe, stöhnende Ton der Autohupe, den sie kannten.
„Das Boschhorn des grauen Autos!" flüsterte MoNnski erscyrocken. „Sie sind noch da!"
„Auf, ins Boot!" kommandierte Kramer mit unterstickter Stimme. „Wir wollen zusehen, was noch zu machen ist!"
Lautlos eilten sie hinunter und bestiegen das Boot. Sich vorsichtig im Schatten haltend, bewegten sie sich im Bogen schnell dem Ufer zu.
Schulz fluchte leise, weil Molinski ihm zu langsam ruderte. Kurz vor der Landung verlor er sogar ein Ruder.
„Man möchte meinen, Sie haben Angst, ans Ufer zu kommen!" sagte Schulz wütend. In fünf Minuten waren sie trotz des fehlenden Ruders ans Ufer gelangt. Sie fliegen aus und schlichen sich, nach jedem Schritt oorsichttg horchend, in der Dunkelheit vorwärts.
K erscholl in ihrer unmittelbaren Nähe heulende Ton der j)upe.
Kramer sah durch die Zweige eines Busches das graue Auto mit abgeblendeten Lichtern stehen, vor dem Wagen den Ehauffeur Paul, her über die Felder nach der Landstraße ausspähte.
Er zog feine beiden Begleiter eilig mit sich und schlich mit ihnen ein Stück durch den Wald, an dessen Rande er Haltmachte — an einer Stelle mit weiter Aussicht. Er glaubte hier außer Hörweite des Wagens zu sein.
„Was ist los? Sind sie noch da?"
„Ja, Schulz! Ich glaube, wir haben ungeheures Glück gehabt. Sie warten wohl noch auf Stübner. — Nicht mehr lange!" setzte er hastig hinzu — mit einem Bück auf den nördlichen Horizont. „Wenn ich nicht irre, kommt er da!"
Ganz weit hinten, wo sich die Landstraße in der Ferne verlor, tauchten zwei Lichter auf.
„Er muß über die Bonner Rheinbrücke gefahren sein! — Ihm entgegen — leise, aber so schnell ihr könnt!"
Zuerst geduckt laufend, bann in vollem Galopp rasten sie die Landstraße hinauf. Molinski blieb ihnen getreulich auf den Fersen.
Schon hörten sie das Surren des Wagens durch die schweigende Nacht. Stübner schien sich mit dem Weg nicht recht auszukennen und fuhr Verhältnis- mäßig langsam.
„Sehen Sie zu, ob Sie auf den Wagen kommen, damit wir ihn unbeschädigt kriegen!' flüsterte Kramer. „Wir werden ihn vielleicht brauchen können!"
Sie blieben keuchend stehen, Kromer in der Mitte des Weges, Schulz 30 Meter weiter vorauf, seitlich im Schatten. Das Auto wurde immer größer. Das grelle Strahlenbündel der Laterne berührte Kramer.
Nun stand er mitten im Scheinwerfer.
Erschrocken bremste der Führer des Autos — zwei, drei Sekunden lang. Dann machte er einen Bog'en und wollte rechts an Kramer vorbei.
Aber diese drei Sekunden genügten Schulz. Mit einem kühnen Satz war er auf den Führersitz gesprungen, packte mit der rechten Hand die Kehle des Mannes und brachte mit der linken den Wagen zum Halten.
Es war unnötig, daß der Anwalt zu Hilfe kam. Der Mann war vor Schrecken so gelähmt, daß er keinen Widerstand versuchte. Er gab zu, Stübner zu sein. Schulz fesselte ihn mit mit den Stahlfesseln, die er stets bei sich trug, und knebelte ihn mit Hilfe zweier Taschentücher. Dann verstauten sie ihn in das Innere des Wagens. Das alles hatte kaum eine halbe Minute gedauert. Schulz gab sofort wieder Gas, Molinski, Der die Szene erstarrt mitangesehen hatte, wurde zu Stübner in den Wagen geschoben, und schon fuhr der Wagen unter Schulz' Steuerung weiter. Kramer saß neben ihm.
„Wir haben Glück gehabt, daß Stübner allein war!" flüsterte der Anwalt, scharf nach den Bäumen spähend. Die ihm den Standort des grauen Autos bezeichneten. „Gebe (Bott, daß die Drüben nichts von dem Manöver gemerkt haben und uns ruhig herankommen lassen.
Aber kaum hatte er den Satz ausgesprochen, als das Knattern eines Motors von drüben her auf- schoß und das graue Auto, eine Wolke Staub auf- rotrbelnb, sich durch die Bäume davonmachte.
(Fortsetzung folgt.)


