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der Rettungswache verbracht. 2m evangeli­schen Pfarrhaus in Bergen-Enkheim wurde nachts ein Einbruch verübt, wobei den Dieben Wäschestücke, Schmucksachen, Silberzeug usw. im Werte von etwa 4000 Mark in die Hände fielen. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden.

Wirtschaft.

* Russisches Kreditabkommen mit O t t o W o l f f. Von unterrichteter Seite erfährt der DHD.: Die Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland hat einen Kreditvertrag auf 30 Millio­nen Reichsmark mit den Firmen Eisenausfuhr Otto Wolff & Co., Köln, und Maschinen- und Baugeräte­fabrik Alfred Wirth, Erkelenz, abgeschlossen. Der Kredit wird für Bestellungen in der Hauptsache von Rohren, Blechen und Bohrgeräten ausgenutzt. Die Bestellungen erfolgen auf Grund besonderer Liefe­rungsverträge, die innerhalb von sechs Monaten von Firmen der Handelsgesellschaft abgeschlossen werden sollen. Die Kreditfrist beträgt vier 2ahre. Dieser Vertrag ist der erste in einer Reihe von Borträgen, über die gegenwärtig zwischen verschiedenen deut­schen Fndustriefirmen und der Handelsvertretung verhandelt wird.

5 Betriebsstillegung bei Krupp. Wie and Essen gemeldet wird, beabsichtigt die Kruppsche Zechenverwaltung die Zeche Hani- 6dl II in Eitel wegen Absatzmangels stillzulegen. Don der Stillegung werden 1000 Arbeiter und 42 Beamte betroffen. Bach Mitteilung der Kruppschen Zechenverwaltung ist infolge Be­triebsstillegung bzw. -einschränkung die Gesamt- arbeiterzayl der Firma Krupp von 42 000 auf 20 000 zurückgegangen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. OIL. 22. Febr. Tendenz: Schwächer. Die Börse eröffnete die neue Woche in ausgesprochen lustloser Hal­tung. Das Fehlen des Publikums sowie der Mangel an Auslandkaufaufträgen machten sich fühlbar und drückten auf die Stimmung der Börse. Anregende Momente lagen nicht vor. so daß die Verkaufsneigung, der gegenüber es an Auf­nahmelust fehlte, stärker hervortrat. Die Ver- anlagung des 2Narktes war zunächst nur gering­fügig schwächer, wirkte sich aber nach Beginn des offiziellen Verkehrs etwas empfindlicher aus. be­sonders an den Aktienmärkten, die bei weiterer Vernachlässigung neue Einbußen von 1 bis 2 Proz. zu verzeichnen hatten. Vereinzelt waren aber auch Besserungen festzustellen, s onamentlich für Schiffahrtswerte, die auf etwas stärkere Nachfrage etwa 2,5 Proz. anziehen konnten, im weiteren Verlaufe aber gleichfalls eine schwächere Haltung einnahmen. so daß diese Kursgewinne nicht völlig aufrechterhalren blieben. Die schwere Erkran­kung des amerikanischen Präsidenten C o o l i d g e, von der man schwächere amerikanische Börsen befürchtet, sowie die neuerliche Abschwä­chungdesfranzösischen Frankens för­derten die Verkaufsneimrng, zumal die Speku­lation in Anbetracht dieser ungünstigen Aussichten starke Zurückhaltung übte. Die Ämsatztätigkeit war infolgedessen sehr gering und nahm nur am Auslandsrentenmarkt einen etwas gröberen Tlmfang an. Am Montan markt waren Mannesmann um 2,75 Prozent gedrückt. F a r tz- werte gaben 0,75 Prozent nach. Goldschmidt minus 1.75 Prozent. Elektroaktien waren ziemlich gehalten. Bankaktien bröckelten ab. Zellstoffaktien eröffneten auf dem Stande vom Samstag. Auch Autvaktien waren be­hauptet. Von Baustoffaktien wurden Waiy ' & Frehtag 0,2 Prozent höher. Für Zucker- aktien zeigte sich Angebot infolge des mih- lungenen Versuches eines Zusammenschlusses der süddeutschen Zuckerfabriken. Badische minus 1,75 Prozent, Frankenthaler minus 2 Pro­zent, Heilbronner minus 2,13 Prozent. Auch der deutsche Bentenmarkt er- öfsnete in schwächerer Stimmung. Kriegs-

Das Rätsel des Vogelzuges

Von Karl Rudolf Fischer, Laubach.

Bei der Behandlung des massenhaften Bogel-, insbesondere Wildganszuges vom 8. Oktober 1925, dessen äußeren Verlauf auf die von unserer Gieße­ner Tierpsychologischen Beobachtungsstelle unter­nommene Umfrage hin Geheimrat Sommer ) eingehend klargelegt hat, stellte der bekannte Gie­ßener Gelehrte drei große Grundfragen auf, deren objektive Erforschung er forderte:

1. Welche Ursachen und Empfindungen den »rieb zum Fortfliegen in bestimmten Jahreszeiten auslösen, 2. welche Momente dabei die Richtung be- stimmen, 3. ob außer Empfindungen und Antrieben auch Erinnerungen und Vorstellungen bei dem Fin­den des richtigen Weges beteiligt sind**).

Wir wollen die letzte Frage vorausnehmen, da sie am leichtesten zu beantworten und für den vor­liegenden Fall sogar zu bejahen ist. Denn es ist hin­reichend bekannt, daß gerade Gänse in freier Natur ein hohes Alter erreichen, und ihre Züge stets von den stärksten und älteren Tieren geführt werden. Es steht weiter auch für unsere Gegend fest, daß Wild­gans flöge im Binnenland zu den selteneren Beobachtungen gehören, da diese Tiere ihre Haupt­flugbahnen seit alters her den in der Zugrichtung (im vorliegenden Falle also hauptsächlich Westsüd­west) liegenden größeren Flugtälern anpassen, wäh­rend das Volk auch die Kranichgeschwader, die keine so charakteristischen, festliegenden Zugstrecken haben, zu denSchneegänsen" rechnet. Und deshalb sind wir berechtigt, weil stets die alten und starken Tiere die Führung haben, von Erinnerung, und weil für die W'ildgänse in erster Linie die großen Fluß- täler »ls Zugstraßen in Frage kommen, von Vor- st e l l u n g e n zu reden.

Nicht ganz so einfach laßt sich die zweite Frage lösen, am schwierigsten aber die erste. Deshalb soll von ihr am Schluß die Rede sein. Welche Momente bestimmen die Richtung? Man muß sagen, daß die Wissenschaft bis jetzt noch keine einschlagende Erklärung für diesen Fall gegeben hat, und der Versuch, auf den auch Geheimrat Sommer hlnge- wiesen hat, irgendwelche magnetischen Mo- t i v e zum richtungbestimmenden Faktor werden zu lasten, ist bl seiner Wertschätzung bis jetzt noch eine unbeweisbare Hypothese geblieben. Wesentlich ein­leuchtender ist dagegen die Annahme, die die Orni- Mogie augenblicklich für die günstigste hält, näm- lid) daß der Bogel, wie überhaupt alle wildlebenden

* Dgl. R. Sommer, Die Flugbahnen der Wild flänfc am 8. Oktober 1925, in den Fam.-Bl. Nr. 90 dWlZ. A." vom 10. Nov. 1925.

*) Lgl. R. Sommer, Tierpsychologie, Verlag on OtkUe & Meyer, 1925, Seite 171174.

anleihe gingen auf 0,370 zurück. Schutzgebiet von 7,5 aut 6,9. Ausländische Renten waren zwar noch lebhaft im Ge­schäft. doch muhten auch sie sich Rückschläge gefal­len lassen. Der Freiverkehr war etwas angeregt, es waren aber auch hier Rückgänge zu beobachten. Api 0,4, Benz 39,5 Proz., Brown» Boveri 71 Proz., Entreprise 10 Proz., Growag 51 Proz., Krügershall 90 Pro-., Kabel Rheydt 105 Proz., Ufa 57 Proz. 3m weiteren Ver­laufe wurden durch Glattstellungen und Ver­käufe die Verluste noch vergrößert. Am Geld­markt ist die £age unverändert flüssig. Mo- natsgeld 6 bis 8 Pro,., je nach Adresse. Indu­strie-Akzepte 6,5 bis 6,75 Proz. Privatdiskonten ermäßigten sich auf 5,75 Proz. 3m Devisen- verkehr notierte Paris gegen London erneut schwächer mit 136.40. Marl und Pfund sind un­verändert.

Börsenkurse.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtberichr des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 22. Febr. Während der heutigen Dor­mittagsstunden schien es, als wenn sich nach der schwächeren Haltung der letzten Tage wieder eine leichte Erholung geltend machen wollte. Bei Beginn

Frankfurt a.M.

Berlin

5d)lus-

i.Ubr.

Schlich-!

Anfang

fints

Kur,

Kvr,

Datum:

0. 2.

22.4.

20. 2.

22. 2

5% Deutsche RcichSanleihe

4% Deutsche Reichsanleihe

1.390

O.i.70

0.885

0 40

0,37 0,36

)Ve% Deutsche Rcichsanlethe

0.380

0 38

0,345

Deutsch« Reichsanlerhe .

U.46J

0,515

1,4575

Deutsche Sparprämienanleihe

0 23

4°/0 Preußische Konsols . . .

' ,365

0 375

0,36

<% Hessen ... ......

0,4

0,34

3Va°/o Hessen..........

0,37

3% Hessen.........

0,31

Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll-Schav-Suweisug.')

90.25

92

-

99,li5

99

48/, Zoll türken.........

ß°/e Äoldmerikaner.....

11 575

11,5

>

Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bauk

145,> 1(18,5*

108'

146*

108,5*

145.5' 168'

Tarmst. und Rationaldank .

12?,7'

127,5*

126.6'

Deutsche Bank.........

125,2*

125 5*

126,7*

185*

Deutsche BereinSbank ....

Disconto Commandir

120.2-

120

120,7'

119,5

Metallbank..........

85

85.5

Mitteldeutsche Kreditbank. .

Oefterreichische Creditanstalt.

100'

99,75*

100'

100,2*

t ,9

6,9

6,75

6,75

Weltbank .........

0 033

0,033

Bochumer Suß ........

84,5'

83*

82'

BuderuS...........

42,1

43

42

42.4

Caro ........ ...

De ursch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke . .

43

43

43*

85'

85,5'

86.75*

86'

86.25'

86.5'

86.25*

Haroener Bergbau......

.Kaliwerke AscherSleben....

105,2*

-

105 2'

103*

114

113,2*

Kaliwerk Westeregeln.....

117

116

Laurahütte..........

35

34.75

34

Oberbedars. .........

44,5-

43'

43.5'

Phönix Bergbau ....... Roeinftahl...........

74 25'

76 25*

74,5'

74,75*

76 4

74.4*

75,62*

Riebeck Montan........

82

81,5

82.25

Tcllus Bergbau. ......

55

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovd . . .

126 6- 128*

130'

128,7*

127,6'

130,5'

129.5*

Lheramlsche Werke Albin . .

-

Zementwerk Heidelberg . . .

77 25

77

Phllivv Holzmann ....

66,75

nG,25

66,25

-

Anglo-Cont.-Guano.....

84

Chemische Mayer Alapin . .

9f. G. Farbenindustric, A.-G. Goldschmidt..........

124,7-

121*

124,6*

124'

66

64 25

66.5

65,5

Holzverkohlung........

54

RütgerSwerkc.........

70,1

91,75

75

70,4

Scheideanstalt.........

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

94.4*

85'

95,»'

95'

Bergmann ..........

Mamkraftwrrke ........

80,5'

82*

82*

86.25

Schlickert............

Siemens 4 Halske ......

78*

79,5*

98,25*

78,12*

88 25*

97.25'

Adlerwerke Lleyer ......

39.9

59,4

39

Daimler Motoren. ......

34

34

34

*

Heyligenstaedt.........

Meguin.............

23

29

30

Motorenwerks Mannheim .

34 75

Frankfurter Armaturen - .

Konservenfabrik Braun . . .

4t

-

Metallgefellicksaft Frankfurt.

96

63

85,5

63

Schuhfabrik Herz......

28

29,5

-

5.25

-

6

Zellstoff Waldhof......

Zuckerfabrik Araokenthak . .

104

102,5

103

42

40

>

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

42

40.25

43,5

Tiere, ein Orientierungsvermögen besitzt, das uns Kulturmenschen vollständig fehlt, verloren ge­gangen und darum unbegreiflich ist, von dessen Exi­stenz wir uns aber einen Schimmer von Vorstel­lung machen können, wenn wir etwa an den Rich­tungssinn der wildlebenden Naturvölker denken.

Und nun kommen wir zu den Ursachen des großen Vogelzuges und seinem Wesen. Gerade dieses Kapitel enthält das schwierigste Problem der ganzen Vogelkunde, über das fick die größten Ge­lehrten den Kopf zerbrocken Haven, und das un­dankbarste, weil sie hierüver am meisten in Streit geraten sind. Und trotzdem bildet es für mich das reizvollste: vielleicht schon deshalb, weil bis jetzt nur wenig aus dem Dunkel heraus ins Licht gerückt wurde. Denn dieses uns märchenhaft anmutenbe Mysterium, dem mehr Geheimnisvolles anhaftet, als irgendeinem anderen Phänomen des Tierlebens, das es uns erleben läßt, wie Theorien und Hypo­thesen kommen und vergehen, hat mich um so mehr gefesselt, als es mir öfters vergönnt war, mich in Gegenden aufzuhalten, die den Vogelzug in seiner ganzen Größe und Gewalt an unseren Augen vor­überführen (Mellum, Memert, Friesland, Helgo­land).

Heute steht soviel fest, daß der Trieb zum Wan­dern, der so selbstverständlich wie der ozeanische Pulsschlag von Ebbe und Flut in regelmäßigen Zeitabschnitten und auf bestimmten Bahnen ein ewiges Hinundherfluten zwischen dem warmen und gemäßigten Gürtel auslöst, sich darstellt als eine instinktive Handlung aus jahrtausendelanger Ver­erbung, der der Vogel willenlos gehorcht als der Folge einer Einwirkung, die einst dem Zweckmäßig- keitsbewuhtsein seiner Ahnen eingeprägt wurde, und die so stark ist, daß er seine mächtigsten Gefühle niederzwingen muß, selbst das der Elternliebe; z. B. die Schwalben, die ihre verspätete Brut einfach im Stiche lasten, wenn die Zeit zum Aufbruch kommt. Etwas entschieden Rätselhaftes liegt ferner in der Tatsache, daß hervorstechendste Charakterzüge, wie die Erbfeindschaft zwischen Raubvögeln und dem kleinen Singvogelvolk vorübergehend aufgehoben werden unter dem Machtgebote des Zugphänomens. Denn man hat beobachtet, daß sich Raubvögel als anstandslos geduldete Begleiter den Reisegesellschaf­ten der Singvögel anschlossen.

lieber die Entstehung des Wandertriebes, feine letzten Ursachen, sind die Meinungen der For­scher sehr verschieden. Wenn schließlich auch alle die Entstehung, also für diesen Fall die letzten Fragen, Verleiten von der Ansicht, nur die durch gewaltige, geologische und klimatologische Einflüsse hervor- gcrufenen Veränderungen auf der Erdoberfläche tarnen für ihr Zustandekommen in Betracht, so ist man sich doch über die Beziehungen, die zwischen Ursache und Wirkung bestehen, noch durchaus im Unklaren. Wir wissen, der Vogel zieht zu einer Zeit,

des Verkehrs stellte sich jedoch heraus, daß der O» öerseingang kaum bedeutender war als an den letzten füllen Tagen. Unter diesen Umständen hielten sich die Umsätze wieder in sehr eng gezoge - nen Grenzen. Die Spekulation verhielt sich ebenfalls äußerst reserviert, so daß bei der auf allen Seiten herrschenden Interesselosigkeit nur eine unbe­deutende Kursbewegung eintrat. Die ungünstige

Kauft in Giessen!

Stimmung wurde auch durch einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft nicht ausgeglichen, zumal der Ultimo vor der Tür steht und die Börse zur Zurückhaltung mahnt. Die Tendenz war all­gemein abbröckelnd, in Kriegsanleihe sogar matt. Kriegsanleihe eröffnete nach 0,392 mit 0,367K Schutzgebieisanleihen gingen ebenfalls stärker zu­rück. Auch Hochbahnaktien waren stark gedrückt, da sich bei der Stadt Berlin gegen die Entschädigungs­forderungen der Deutschen Bank starker Widerstand bemerkbar macht. Freundlicher lagen heute nur Hypotheken-Pfandbriefe. Am Geld­markt war die Lage unverändert flüssig. Täg­liches Geld 4,5 bis 6 Prozent.Im Devisenver­kehr behauptet sich Paris gegen London auf 135, dagegen zeigte die polnische Währung eine matte Haltung.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

20 Febr.

22. Febr.

Amtliche Noti rung

Geld 1 Brief

Amtliche 9 Geld

Dotierung Brief

Amst.-Ron.

168.09

168,51

168,01

168,43

Buen.-Aires

1,711

1.715

19,11

1,71t

1,715

19,115

Brff.-Antw.

19.07

19 075

Christiania.

87,71

87.93

90.49

90,71

Kopenhagen

108,86

109.14

108,26

109.44

Stockholm -

112,25

112,53

112,43

112,51

He'ksingfors.

10,551

10,591

10.551

10.591

Italien. . .

16,87

16,91

16.86

16.40

London. .

20,40!

20,431

20,400

20,454

Olcuhort . .

4,195

4,235

4,195

4,20'

Paris....

11.915

14.955

15,115

15,155

Schweiz . .

80,75

80.95

80 74

80.94

Spanien. .

59,12

59.25

59.11

59,25

Japan .. . Bio ds Jan Wien in D--

l ,938

1,942

1,947

1,951

0.522

0,624

0 «18

-.620

Oest. abgest.

59,05

59,19

59,06

59,20

Prag ....

12,415

12,455

12,419

12,459

7,39

Belgrad . .

7.3!»

7.41

7,37

Budapest. .

5.875

5.895

5,869

5,889

Bulgarien

3,05

3.06

3,035

3,045

Lissabon

21,245

21.295

21 24.

21,295

Danzig. . .

80.90

81.10

80 88

81.08

Konstantin.

2.1 5

2,195

2,14

2,19

Athen

599

601

5 99

6.01

Canada. . .

4.178

4.188

4.178

4,188

Uruguay .

4.325

4,335

4.325

4.335

Banknoten.

Berlin, 20 Febr

Geld

Brief

Amerikanische.Roten . . . .. Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......

Demsch-Oestcrr.,Sioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten ...... Schweizer Noten.......

Spanische Notru.......

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ... ...

1.188 19.025 108,75 20,367

14.99 107,74

16 86 88,88

58,97

111,94

80,62 59,03

13.392

5,85

4,201

19.125

109,29

20,467

15.07

168,58

16,91

89.32

69,27

112,50

81,02

59 33

13.452

5,89

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 22. Febr. Austrieb: 1382 Rinder, darunter 423 Ochsen, 34 Bullen, 925 Färsen und Kühe; 400 Kälber; 143 Schafe; 3654 Schweine. Es muroen bezahlt für: Ochsen: vollfleischige aus­gewachsene höchsten Schlachtwerts 45 bis 51 Mk.; junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere aus­gemästete 38 bis 44; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 32 bis 37. Bullen: voll- fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlacht­werts 44 bis 48; vollfleischige jüngere 38 bis 43. Färsen und Kühe: oollfleischige ausgemästete

Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 51; voll- fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 39 bis 44; wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 44; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 38; mäßig genährte Kühe und Färsen 21 bis 30; gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. K ä l b e r: feinste Mastkälber 64 bis 68; mittlere Mast- und beste Saugkälber 55 bis 63; geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 54; geringe Saugkälber 40 bis 45. Schafe: Mastlämmer und Masthärnrnel 45 bis 50; geringere Masthärnrnel und Schafe 38 bis 44; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz- schofe) 25 bis 30. Schweine: oollfleischige von 80 bis 100 Kilogr. 78 bis 80; unter 80 Kilogr. 72 bis 77; von 100 bis 120 Kilogramm 79 bis 81; von 120 bis 150 Kilogramm 78 bis 80; unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 75 Mk. Marktver­lauf: Sperrmarkt. Schleppender Handel. Bei Rin­dern und Schweinen verbleibt voraussichtlich etwas lleberftanb, Kleinvieh wird ausoerkauft.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 22. Febr. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 2626,25 Mk.: Roggen, inländischer, 17; Sommergerste für Drauzwecke 2022; Hafer, inländischer, 18,50 bis 21,50; Mais (gelb) 18,50; Weizenmehl, in­ländisches. Spezial 0, 4040,50; Roggenmehl 25,2525,75; Weizenkleie 9,509,75; Roggenkleie 9,75-10; Erbsen 2834; Linsen 40-70; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 8,509,10; Weizen- und Roggenstroh 4,505; Treber, getrocknet, 17 Mk. Tendenz ruhig.

Büchertisch.

Meisternovellen deutscher Frauen. Francois: Der Posten der Frau. Gbner-Eschenbach: 3hr Traum. Isolde Kurz: Genesung. Ricarda Huch: Weltuntergang. Clara Viebig: Der Fuhrmann. Herausgegeben von Elisabeth Schick-Abels. 212 S. Verlag G. Braun, G. m. b. Sy, Karlsruhe 1925. Der schmale, schlichte Band vereinigt fünf Ramen, die nicht mehr zu den letzten und jüngsten in unserem Schrifttum gehören, die aber einen so guten Klang in der deutschen Frauendichtung haben, daß eine Diskussion über Wert und Be­deutung offene Türen einrennen würde. Der Reiz der Anthologie beruht in der qualitätvollen Knappheit, die sich auf sichere Auslese gründet, und in der abgrenzenden Verschiedenheit der künstlerischen Temperamente und ihrer Ausstrah­lungen in den fünf Rovellen, die man hier nebeneinander findet. Elisabeth Schick-Abels hat dem Ganzen eine allgemeiner gehaltene, über­blickende Einleitung gegeben, den einzelnen Ro­vellen jeweils einen gutgefaßten Ämriß von Persönlichkeit und künstlerischer Besonderheit der Verfasserin. Die Francois gibt sich ganz preußisch, sehr schlicht, mit ftrengem, ethischem Postulat an das Allgemeinmenschliche in der Frau. Daneben die vornehme Gelassenheit der Ebner und die weiche, südliche Formschonheit der Isolde Kurz. Sehr ebenmäßig vereinigen sich Kellerscher Humor und reifer, weltweiter Blick einer starken Persönlichkeit in der Rovelle von Ricarda Huch. Clara Viebig endlich macht mit einer derbkraftigen, kleinen Eifelerzählung, die an ihre glücklichsten Schöpfungen erinnert, den Beschluß. Das Buch kann zu Geschenk­zwecken nur empfohlen werden. 60

für Fänger, Hportöleute, Raucher

Einmal und nicht wieder habe ich mich verleiten lassen, etwas anderes als Lavaren Aum Haarwaschen zu nehmen! Tagelang stand mein Haar darnach wie Stacheln. Es war zum Verzweifeln. Mir geht nichts über Lavaren, denn so wonnig weicheund glänzendeHaarewie nach einer Lavaren-Kopswäsche gibt es einfach nicht wieder, n91c

der mit eherner Regelmäßigkeit des Naturgesetzes eine Periode herber Nahrungsnot und klimatischer Unbill folgt. Nichts liegt also näher als die Erklä­rung des Vogelzuges mit der These:Wenn es kalt wird und der Nahrungsmangel beginnt, zieht der Vogel weg." Wenn man will, kann man sich mit dieser Erklärung zufrieden geben. Denkt man aber schärfer nach, so wird das Falsche dieser Erklärung sofort auffallen. Zwei Tatsachen zeigen jedenfalls sofort, daß hier die Dinge keineswegs so einfach liegen, wie klar sie nach jener bequem-naiven Denk­weise erscheinen mochten: erstens zieht der Vogel durchweg mit einem Vorsprung von mehreren Wochen oft sogar Monaten fort, also bereits zu einer Zeit, wo weder Nahrungsmangel noch Nachtfrost einsetzt. Zweitens und das ist das Kronzeugnis befällt der Trieb auch die jungen Vogel, denen nicht eine über ein volles Jahr sich erstreckende Lebenserfahrung zu Gebote steht, die also individuell vom Winter nichts Selbsterlebtes wissen. Drittens konnten wir noch sagen, daß auch der gefangene Käfigoogel zur Zugzeit unruhig wird, obwohl für ihn die Faktoren des Nahrungsmangels und der Kälte gar nicht in Frage kommen. So steht man nun vor der Aufgabe, entweder die in Betracht kommende treibende Kraft in jener Aeußerung phy- siopfychifcher Organifationshöhe zu erblicken, für die man das WortVernunft" geprägt hat, oder wir muffen zu dem heihumstrittenen BegriffInstinkt" unsere Zuflucht nehmen. Ersteres ist jedenfalls glatt abzulehnen, da wir dieses Wort nur im mensch­lichen Sinne gebrauchen. Unglücklich gewählt ist das WortI n ft i n f t", weil damit ein unglaub­licher Kultus getrieben wird. Außerdem hat auch Geheimrat Sommer in feiner auch an dieser Stelle von mir besprochenenTierpsychologie" nach­gewiesen, daß der Begriff Instinkt eine Reihe Aus­wirkungen in sich umschließt. Und mir können ihn nur dann für unsere Untersuchungen ins Feld füh­ren, wenn wir ihm eine eindeutig bestimmende Definition geben: Der Vogelzuginstinkt stellt ein Erbgut dar. dessen Entstehung zwar historisch weit zurückliegt, aber das zweckmäßige Handeln auch ohne die vorausgegangene Erfahrung und das dar­auf sich gründende Zweckmäßigkeitsbewußtsein wei­tervermittelt hat. Auf dieser Ansicht ist die Grä - serlche Theorie aufgebaut, die von Flo er icke für die relativ beste gehalten wird. Soviel Wahr­scheinlichkeit nun diese Theorie für sich beanspruchen darf, so halte ich meiner persönlichen Ueberzeugung nach doch die Meidenbauer sche Erklärung für die einleuchtendere, die dieser mindestens die Wag­schale hält. Gräser geht in seinem Erklärungsver­such davon aus, daß das Antlitz unserer Erde zu Beginn des Vogellebens anders war als es heute ist, daß die unabsehbare Steppe- und Wasserfläche längst nicht dem Vogel den reichen Nahrungsschatz der heutigen Kulturlandschaft bot (?). Aus diesem

Grunde gab es keine Standvögel, denn der be­schränkte Futtervorrat, den das Land aufwies, war bald verbraucht und zwang den Vogel zum Weiter­wandern; die Vögel dieser Zeit waren also regel­rechte Zigeunervögel, getreu dem Grundsatz:U b i bene, ibipatri a", d. h.Wo mir's gut geht, da ist mein Vaterland." Nur während des Brut- geschaftes wurde das unstete Wanderleben vorüber­gehend aufgegeben. Diese Wanderflüge nahmen nun im Laufe äonenlanger Zeiträume unter dem Ein­fluß der durch die Eiszeiten bedingten geologischen und klimatologischen Veränderungen insofern regel­mäßigen Charakter an, als die nach Norden genu­teten Flüge im Herbst und die nach Süden gerich­teten im Frühjahr, dem Zweckmäßigkeitsgesetz der Natur unterworfen, als dauernd schädlich ausge­schieden wurden, während nur die Flüge, die noch heute festliegen, in Uebung blieben. Diese an- fänglid) bewußt zweckmäßige Hand­lung wird durch die jahrtausende­lange Vererbung zur unbewußten Willenshandlung, zum3 u g t n ft i n E t".

Soweit Gräser. Meidenbauer geht von ganz anderen Gesichtspunkten aus. Seine logische Sentenz läßt sich folgendermaßen festlegen: Wir dürfen nicht fragen, warum zieht der Vogel weg, sondern, warum kommt er wieder? Seine Ansicht ruht in der klaren Erkenntnis, daß der Aequatorialaiirtel mit seinem Zwöifstundentaa den Insektenfressern (und das sind alle Zugvogel) als den die meiste Nahrung beanspruchenden Ge­schöpfen nicht die Gelegenheit bietet, genügend Futter zur Aufzucht der Jungen herbeizubringen wie der Sechzeynstundentaa der gemäßigten Zone. Er stellt also Zweck und Ziel des Vogelzuges, die günstigere Gelegenheit zum Brutgeschäft, in Ab­hängigkeit von der durch den Sonnenstand beding­ten Tagesdauer. Daß nicht gut ein anderer Anlaß Dodiegen kann, wird man einfehen, wenn man fol­gendes bedenkt: In einer Landschaft, die im Winter hinreichende Nahrungsquellen für die Tierwelt auf- weist, werden diese auch im Sommer nicht ver­siegen, und der Vogel ist der letzte, der sich grundlos von ihr trennt.Ubi bene, ibi patria! Vielleicht werden die Gelehrten der Ornithologie nicht allzu lange mehr Gelegenheit haben, fachmännische Offen­siven in ihren Kampfblättern loszulassen, denn wir können die Entdeckung machen, daß unter dem Ein­fluß unseres allmählich milder werdenden Klimas die Erscheinung des Vogelzuges immer mehr zurück­tritt, um sich schließlich aufzulösen. Denn die Vögel, die unsere Großväter in dem Liede feierten:Amsel, Drossel, Fink und Star", find schon längst zu Stand­vögeln in unserem Landschaftsbild geworden. Diese Entwicklung, die sich heute noch vollzieht, wird auch weiter anhalten, und es wird die Z^t kommen, da auch das geheimnisvolle Phänomen des Vogelzuges oorübergerauscht sein wird.