asiatisch Der die Welt verbessern wollte, hätte lms rief inferiore Litauen dem kulturell wcir überlegenen Mcmeltande ausliefern müssen, ftatt daß es umgelehrt gemacht wurde. 3n Deutschland und im Memelgebiet trägt natürlich fein Mensch Begehr, ßi tauen zu gewinnen, aber ? al"; das Memelgebiet wieder zu Deutschland uinidlommi, zum wenigsten, bah es eine restlose Selb st ändig leit ohne jeden Schuh Herrn erhält, das muh im Flamen jenes Rlannes erneut verlangt werden, der mit seinen 14 Punkten seinerzeit die Welt wie ein Messias nicht verschlechtern sondern verbessern wollte. Es unrh um so nachdrücklicher verlangt werden, je mehr dort oben die Dinge drunter und drüber gehen und die versehentlich geschaffene Schuhherrschaft sich als Zwingherrschaft entfaltet.- Das Memelgebiet hat bei Litauen so wenig zu suchen, wie eS etwa bei den Jugoslawen etwas zu suchen hätte, denn im Memel-- gebiet ist keine Spur von litauischem Volkstum und -wesen zu finden gewesen, bis erst die Mächte die Litauer hineinriefen. Das Memelgebiet ist deutsch und war deutsch und gehört zu Deutschland zurück.
Oberhessen.
Landkreis (ließen.
00 Ä l e i n - L 1 n d e n . 20. Dez. Unsere k l e i n= kinderschule hielt gestern in der Kirche ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Gin Mädchenchor leitete mit einem mehrstimmigen Deihnachtslied die Feier ein. Dann trugen unter Leitung von Schwester Lydia die Kleinen Teile der Weihnachtsgeschichte vor. Pfarrer Schultheis von Grvßen-Linden dankte der Leiterin der Kinderschule, Schwester Lydia, für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit. Die am Schlüsse vorgenommene Kollekte kam her Kleinkinderschule zugute. Jedes der Kinder konnte mit einer -Sitte Gebäck und einem Weihnachtsgeschenk den Weg nach Sjaufe antreten.
5ö GroßenLinden, 20. Dez. Unserer Einwohnerschaft steht in den Weihnachtsfeiertagen ein besonderer musikalischer Genuß bevor. Der hiesige Evangelische Kirche n gesang- nerein veranstaltet unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Römer, und unter Mitwirkung eines Orchesters ein Kirchenkonzert. Im Mittelpunkt steht eine Weihnachtskantate „Die heilige Macht" von Karl Seiffert.
)( G r oßen- Linden, 20. Dez. Heule muht wurden einer hiesigen Wirtin etwa 2 00 Mk. gestohlen. Mach dein Tater wird gesucht.
s. Trohe, 21. Dez. Am Sonntagmorgen trieb sich ein fremder Mann mit einem kleinen. Iungen an her Wie seck herum. Eine Frau tonnte schließlich beobachten, daß ec es auf die Enten abgesehen hatte, die in dem Bache lvaren. Als er in der Richtung nach Gießen verschwunden war, eilten ihm zwei junge Leute von hier mit dem Rade nach und stellten ihn am Flugplatz. Sie benachrichtigten sofort die Polizei, und ihr gelang es, den inzwischen flüchtig Gegangenen im Philosophenwald festzuneh- m en. In seinem Rucksack halte er z w e l Enten. Eine dritte hatte er nur angeschossen. — Seither wurde unser Dorf täglich von 70 bis 100 Leuten aus Alten-Busecl durchschritten, die nach Rödgen zum Bahnhof gingen. Seit die Alten- Busecker ihr Auto haben, ist diese Zahl st a r k gesunken. Für die Dahn bedeutet dies eine starke Einbuße.
t I r e i s a. b. Uba., 20. Dez. Zu dem Bericht des „Gieß.Anz." über das dahier zu errichtende G e fallencnbentmal ist noch nachzutragen, daß auf Veranlassung des hiesigen Kriegern creins bereits durch das Kreisbauamt Gießen mehrere Entwürfe für ein Ehrenmal auf dem Kirchhof angefertigt worden find, über die aber aus Mangel an Mitteln noch nichts beschlossen werden konnte.
Al len do rf ad. Lumda, 20. Dez. Zur Feier seines 35jährigen Bestehens ver- -anstaltete der G e s l üg e l z u ch t v e r e i n A l - lendorf und Umgebung in diesen Tagen eine Bezirksgeflügelschau im Saale der Gastwirtschaft zum Bahnhof dahier, die am Samstag morgen vom Vorsitzenden, Wilhelm R a ch t i g a l l mit einer Ansprache eröffnet wurde. Die Schau war mit über 200 Stück Ruh-Geflügel aller Art: Tauben, Hühner, Enten und Gänse beschickt^ die ausgestellten Tiere waren meift gutes Material, so daß die beiden Preisrichter rechte Mühe hatten, vom vielen ®uien das
OerFroschmitderMaske
Roman von Edgar Wallace.
21. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Wir müssen durch die Hintertür?, Jungens", sagte Elk.
Diesmal stand das Gartentor offen. Elk zog leine Stiesel aus und in Strümpfen schlüpfte er den linstern Gang entlang und klinkte leise die Tur zu Maitlands Zimmer aus. Es war dunkel und leer. Elk kam in den Abwaschraum zurück.
,Lu ebener Erde ist nichts", sagte er „Wir müssen oben nachschauen."
Er hatte fast die Treppe erstiegen, als er Licht durch den Turjpalt jenes Raumes schimmern sah, den Maitlands Wirtschafterin bewohnt hatte. Er nahm die Stufen in drei Sprüngen, flog den Treppenabsatz entlang und warf sich gegen die Türe. Sie brach erst beim dritten Anprall ein. Das Zimmer lag völlig finster.
„Hande hoch, jeder Mann!" schrie er ins plötzliche Dunkel.
Vollkommene Stille herrschte. Er duckte sich und ließ den Schimmer seiner elektrischen Lampe in dem Raum spielen. Er war leer. Seine Beamten kamen nachgestürmt, die Lampe auf dem Tische wurde wieder entzündet, der Glaszylinder war noch heiß. Das Zimmer wurde durchsucht, es war aber zu klein, als daß es hatte viele Menschen verbergen können. Ein Blick aus dem Fenster zeigte Eik, daß es für die Insassen unmöglich gewesen wäre, auf diese Weise zu entkommen.
Am andern Ende des Zimmers stand ein Gar- derobekaften, mit vielen alten Kleidungsstücken an- gefüllt, die an Haken hingen.
„Werfen Sie die Sachen heraus!" befahl Elk. , Es muß da eine Türe ins nächste Haus fuhren."
Die Kleider wurden auf den Boden gehäuft und die Polizeimannschaft hieb die hölzerne Ruckenwand des Kastens ein. Dick durchsuchte hastig die Papiere, die ben Tisch bedeckten.
„Mills Geständnis", sagte er höchst erstaunt. .Und es sind doch nur zwei Abschriften gemacht .oorden, von denen ich eine habe und die andere in 3hrcm Bureau liegt, Elk."
Beste zu prämiieren. Es konnten außer mehreren Ehrenpreisen viele erste, zweite und dritte Preise zuerkannt werden. Unter den Ausstellern waren auch Züchter aus Gießen. Mit der Ausstellung war eine Verlosung von Geflügel und Gebrauchsgcgenständen verbunden, die heute nachmittag stattfand.
ton. Weickartshain, 20. Dez. Der ä L - teste Einwohner unseres Dorfes, Konrad Opper im Alter von 8 3 Iahren, ist bei einem Artsgang aus Ieinem Haule bei etwas Glatteis so unglücklich gefallen, daß er einen Schenkelbruch erlitt. Der Mann wurde nach der Klinik in Gießen überführt.
rt Lich 20. Dez. Gestern fand hier die Weihnachtsfeier der Kleintinder- schule statt. Im Ehorraurn der alten Marien- stiitslirche prangte der Ehristbaum. Davor lagen auf weißgedeckten Tischen die Weihnachtsgaben, und vor ihnen lagen die Kleinsten unserer Stadt. Die Feier, der auch Vürgerrneistcr Völker als Vorsitzender des städtischen Wohlfahrtsausschusses beiwohnte, wurde von Stiftspfarrer Schor« lemmer gehalten. Stistsdechant Lenz spielte die Orgel. Die Kinder tagten unter der Leitung der Kinderschwester Lina R e b e l i n g ihre Vers- lein, Lieder und Sprüche auf. Iung und alt zusammen sangen unter Orgel begleit ung zum Beginn und Schluß der Feier die alten lieben Weihnachtslieder.
Lich, 20. Dez. Der Gesangverein Cacilia. einer der ältesten Mannergesangvereine Oberhessenv, plant für den Sommer 1923, anläßlich seines 90jährigen Bestehens, einen großen Gesangswettstreit. Mehr als 500 Vereine der näheren und weiteren .Umgebung werden schon jetzt durch Voranzeigen auf den geplanten Wettstreit aufmerlfam gemacht. Da in unserer Stadt mehrere große Säle mit guter At'kustik zur Verfügung stehen, so kann mit einer großen Beteiligung am Wettstreit gerechnet werden. — Bei der am zweiten Weihnachtsfeiertag in unserer neuerweiterten Turnhalle stattfindenden Abendunterhaltung des „Gesangvereins Eäcilia" wird ein Ehrenquartett auf» treten, dessen 12 Mitglieder zusammen gerade 900 Lebensjahre zählen. Der älteste dieser Sänger ist 33 Iahre nit, der jüngste zählt auch schon 61 Lenze. Die alten Herren werden, unter Leitung ihres Dirigenten, Lehrer Stein, Ehorlioder von Silcher und Heim vortragen.
Kreis Friedberg.
y. Wölfersheim, 20. Dez. Am Samstag wurde von unferm Iagdpachter mit zwanzig Sägern aus dem etwa 800 Morgen großen „Winterfeld" in unserer Gemarkung eine Treibjagd veranstaltet, wobei 110 Hasen erlegt wurden. Dieses Resultat darf im Vergleich mit manchen anderen heurigen Iagdergebnissen als günstig bezeichnet werden.
00 N te b e r - F l o r st a d t, 20. Dez. In seiner jüngsten Sitzung setzte der Gcmeinderar die Hundeste ue r für 1927 neu fest. Es werden von der Gemeinde erhoben für einen Hund vier Mart, für jeden weiteren Hund sechs Mark. Die alten Sätze bleiben damit bestehen. — Die Abrechnung für den Straßenbau nachReich e l s h e i m wurde genehmigt. Die Gesamtkosten betragen 67 585,68 Mark. Sie wurden aufgebracht durch ein Darlehen von 39 140,64 Mark, einem verlorenen Zuschuß von 9785,16 Mark. Zuschüsse der Gemeinden Riederflorstadt von 8722,20 Mark und Reichelsheim von 8515,20 Mk. Der Restbetrag wurde genehmigt. — Der Einspruch der Lehrer gegen eine Erhöhung der Wohnungsmiete um 50 Prozent wurde mit der Begründung abgewiesen, daß die Mieten für Lehrerwohnungen noch niedriger seien wie die anderer Gemeindewohnungen. — Die Winterbeihilfe für Erwerbslose und Rentner wurde bewiltigt. Die einzelnen Sätze werden in der nächsten Sitzung geregelt. Ein Antrag auf Zuweisung einer Winterbeihilfe für Gemeindebedienstete, mindestens bis Gruppe 6, lag nicht vor. — Die Finanzlage der Gemeinde wurde nach einem Bericht des Bürgermeisters ausführlich besprochen und Vorschläge zur Besserung gemacht. — Die Straße n a ch Reichelsheim, die in diesem Iahre fertiggestellt wurde, ist für den Autoverkehr gesperrt.
Kreis Büd rügen.
ab. Nidda, 20. Dez. Gestern abend führte ber hiesige Kirchenchor unter Leitung von Reg.-Rat Kicberger und unter Mitwirkung von ftrduleu
In diesem Augenblick wurde die Rückcnwanb des Kleiderkastens eingelchlagen und die Detektive strömten durch sie hindurch in bas nächste Haus.
Es ergab sich die höchst interessante Tatsache, daß ein Verbinbungsgang durch einen Block von etwa zehn Häusern lief und es wurde bald klar, daß in allen Häusern bis zum Ende der Straße Frösche wohnten. Da jeder von ihnen Nr. 7 sein konnte, wurden sie insgesamt arretiert. Außer jener Türe in Maitlands Haus, war bei keiner der Versuch gemacht worden, die Verbinbungsiüre zu ma-stieren. In den andern Häusern gab es bloß rohe, in die Ziogelwänbe gebrochene Deffnungcn.
..Ich zweifle daran, daß wir ihn haben", fagte Elk, her atemlos zu Dick zuriicktehrle „Ich habe keinen einzigen gesehen, der nach ein bißchen Hirn ausschauen würde."
..Ist niemand ans dein Häuserblock entkommen'!'"
Elk schüttelte den Kopf. „Meins Leute sind in bei Pasfage und auf der Straße. Es ist auch eine Menge uniformierte Polizei hier. Haben Cie nicht die Pfeifen gehört?"
Elks Assistent tarn, um Rapport zu erstatten. „Ein Mann ist in einem der Hinterhöfe gefunden worden. Ick) habe mir erlaubt, ihn dem Schutzmann abzunehmen und ihn hierherzubringen. Wollen Sie ihn sehen?"
„Bringen Sie ihn nur herauf", sagte Elk.
Wenige Minuten spater wurde ein gefesselter Mann in das Zimmer gestoßen. Er war über Mittelgröße und fein Haar lang und blond. Den blonden Bart trug er spitz. Einen Moment lang sah ihn Dick verwundert an, dann brach er aus: „Das ist a Carlo!" „Ich bin sogar sicher, daß es Hagn ist!" agte Elk. „Nimm einmal den Bart ab. du Frosch, )ul Wir werden uns einmal über Zahlen untere halten, von sieben angesangen."
Selbst Dick vermochte feinen Augen kaum zu trauen. Die Perücke war so täuschend, der Bart so geschickt befestigt, daß er kaum zu glauben vermochte, es sei dies wahrhaftig der Direktor von Herons Klub. Aber als er die Summe hörte, wußte er, baß Elk recht hatte. „Nr. 7?" näselte Hagn. „Ich glaube eher, baß Nr. 7 durch Ihren Kordon gelangen wird, ohne im mindesten belästigt zu werden. Er steht lehr gut mit Ihrer Polizei. Wozu brauchen Sie mich eigentlich. Her Elk?"
Schach-Ecke.
B e a : l c i I e i 'on W
O r d a ch.
Alle für die Redaktion bestimmten Mittei- 1. Iungen, Lösungen usw. sind zu richten an die 1. Dchachredaktion des ..Gießener Anzeigers". 1.
» T23-g6-;- 2. Lb3-e6 matt. Kb5-b6 2. Lb3-c2 matt, beliebig 2. De7-b7 malt
Problem Nr. 92. Don Samuel Loyd.
2
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6
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4
3
Schwarz.
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d e > Weiß.
Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Ke4; Db2; Sa4; Bc5. Schwarz: 2 Steine Kc4; Bb7.
Eine äußerst lehrreiche Zugzwangstellung.
Endspiel Nr. 26. Don A. Troitzky.
Weiß am Zuge erzwingt das Remis.
Weiß: 3 Steine Kg3; Td5; Sc5.
Schwarz: 5 Steine Kel; Ba2: c4; g4; g5.
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Schwarz, d e
Lösung des Problems Rr. 90. Don G. Anderson.
1. Kc7-d6!, Tg3-d3+ 2. Lb3-d5 malt.
1.....Kb5- b4 2. Kdöxcö matt.
Richtige Lösungen zum Problem Rr. 90 erhielten wir von den Herren. Lehrer Breidecker. Diplomvolkswirt G. Weber, K. W. Dersch lSchü- Icr) hier: Dr. in G . D. O. Schm.
Eine richtige Lösung zum Endspiel Rr. 25 sandte ein Herr Dr. in G.. deSgl. zum Problem Rr. 89 V L^os (Schülers, hier.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonSttfch.
Bibi.
Bibi, der Hund, heulte wie eine Sirene.
Ein Auto hatte Bibi erwifchl. Es stand sofort, unö dec Besitzer stieg aus. Er trat an Bibis Herrn heran.
Dcr hatte Bibi aus den Arm genommen und rebete ihm gut zu. war ja nichts weiter passiert, nur der Schwanz war weg. Bibis schöner Schwanz.
„Das kostet 'ne Kleinigkeit".. fagte Bibis Herr zu dem Attentäter.
„Ra also, was verlangen Sie?*" --
„Sagen wir fünfzig Mark."
Der Herr bezahlte. Brummig bemerkte er im Gehen:
»Wie kann man bloß einen Hund mit so einem langen Schwanz über den Damm laufen lassen?"
„Ola, ich wollt' ihn ja auch sowieso grabe kupieren lassen", erwiderte Bibis Herr.
(Lust. Dl.)
Einmal und nicht wieder.
Folgende kleine Anekdote hat ben Vorzug, buchstäblich wahr zu fein.
Kaiser Wilhelm I. hielt einmal in Bonn Empfang. Einer der Offiziere, welche bic Ehre hatten, vorgestellt zu werden, war dem alten Kaiser unbekannt, und der Flügeladjutant, der sich vorher unterrichtet hatte, flüsterte dem hohen Herrn zu: „Ist soeben zum Rittmeister befördert worben."
Der alte Kaiser sprach ben Betreffenden huldvoll an und beglückwünschte ihn zur 'Beförderung zum Rittmeister. Der also Angeredete, der noch gar nicht an der Reihe war, Rittmeister zu werben, eilte hocherfreut zu seinem Kommanbeur. unb meldete feine Deförberung. Der Kommandeur eilte zum Flugelabjutanten unb nun stellte sich heraus, baß der Adjutant ben Offizier mit dessen älterem Bruder verwechselt hatte.
Reumütig berichtete der Adjutant sein Versehen. dem Kaiser. Dieser lächelte.
„Da ich dem Herrn zum Rittmeister gratuliert habe, muß er's wohl bleiben." —
Rach einiger Zeit war Eour bei Hofe. Ein soeben zum Major beförderter, aber noch mit Hauptmanns - Epauletten erschienener Ofsizier wurde dem Kaiser vorgestellt. Der Adjutant flüsterte:
„Soeben zum Major befördert."
Lächelnd drehte sich der alte Kaiser um unb tagte im echten Berlinisch:
„Ree, mein Lieber, herauf falle ick nich mehr rinn!"
Haubach hier (Sopran), Frau Dr. Balser, Bad Salzhausen (Violine), Oskar S t e m m I e r, Nierstein (Bariton) unb Pfarrer Lic. Dr. Stumpf, Eschenrod (Orgel) in d-r Kirche die volkstümliche Weihnachtskantate von Seiisert auf. Die Aufführung machte einen starken Eindruck aus die sehr zahreichen Zuhörer und zeigte, daß nicht nur die Solisten, sondern auch der Chor der schwierigen Ausgabe völlig gewachsen waren. Häufiger tns früher hat der K i r ch e n ch o r im letzten Jahre zur Der- herrlichnng unserer kirchlichen Feiern beigetragen unb sich dadurch viele neue Freunde erworben. Davon sind in den letzten Wochen einige als aktive Sänger, die meisten aber als passive Mitglieder dem Verein beigetreten, um seine edlen Bestrebungen nach Kräften zu unterstützen.
x Stockheim, 20. Dez. Dec ! andw i r t-- schastliche Bezirksverein Büdingen
„Ich brauche Sie der Rolle wegen, die Sie in der Nacht des vierzehnten Mai bei der Ermordung des Hauptinspektors Genter gespielt haben." Hagn schürzte die Lippen.
„Warum fragen Sie nicht lieber Broad? Der war auch habet. Vielleicht wird er als Zeuge für mich aussagen. Schauen Sie einmal aus dem Fenster, da unten steht er."
Dick schob das Fenster hinauf und lehnte sich hinaus. Eine Menge Volkes in Tüchern unb lieber« rocken stand unten und sah dem Abtransport der Inhaftierten zu.
Der Reflex eines Zylinders zog Dicks Blicke auf sich und eine unverkennbare Stimme rief ihn an: „Guten Morgen, Hauptmann Gordon. Die Froschaktien sind wohl sehr gefallen? Apropos, haben Sie das Baby gesehen'?"
XIV.
Alle Ochsen, hört
Elk ging auf die Straße hinunier, um den Amerikaner zu begrüßen. Herr Broad mar im Frack lind die Scheinwerfer seines Autos erhellten die schmutzige Straße.
„Sie haben roirflid) eine gute Spürnase", meinte Elk respektvoll.
„Als ich zwanzig Schutzleute aus Herons Klub stürzen und in rafenöem Tempo fortfahren sah, durfte ich bod) wohl vermuten, daß ihre Elle nicht dem Bestreben galt, noch vor zwei Uhr ins Beltchen zu kommen", sagte Broad. ,Hch besuche den Klub gewöhnlich in den Morgenstunden. Seine Mitglieder iinb ja vielleicht eine noch minder wünschenswerte Bekanntschaft als bie übrige Rasse her Frösd-e. Aber sie amüsieren mich. — Ich wiebcrholc meine Frage: haben Sie bas liebe kleine JTinbdjen schon gesehen, bas bas Wort 'M—A—U—S buchstabieren lernt?"
Elk hatte das Gefühl, baß ber liebenswürdige Amerikaner ihn verspotte. „Stammen Sie lieber her ein unb sprechen Sie mit dem Chef."
Broab folgte bem Inipekkor in bas Schlafzimmer von Maitlanbs Wirtschafterin, wo Dick bie, bei bem eiligen Aufbruch von Nr. 7 zurückgelassenen Papiere prüfte.
Außer ber Kopie bes Geheimberichtes über Mills hatte er ein Bünbel von Zetteln gefunben, von denen viele unleserlich und unverständlich schie-
hielt hier im Weitzelschen Saale seine Hauptversammlung ab, zu der sich die Mitglieder zahlreich eingefunden hatten. Der Vorsitzende. Kreisdireltor Dr. G a ß n e r. begrüßte hie Versammlung in herzlicher Ansprache. Die Rechnung für 1925 unb ber Voranschlag für 1926 würben alsdann vorgetragen bzw. festgeftellt. Hierauf fanb ein Film vortrag des Lanbtoirlschafts- referenbars Di> Pebler aus Bübingen statt. Die Zuschauer konnten eine große Weideland- schweinezucht, eine twrbbeutsche Zubereitung bes Ackerbodens zur Saatzucht, Prachttiere von Pferden unb Rindvieh, die auf der Breslauer Ausstellung vorgeführt waren, die Bekämpfung eines unserer gefährlichsten Schädlinge, der Ratte, unb schließlich oie Verwendung unb Wirkungen des Kalkstickftvffs, durch gute Lichtbilder kennen lernen. Der Vorführende gab bei den Bildern lehr-
nen. Sie waren maschinengeschrieben und glichen auffällig Armeebefehlen. Es waren tatsächlich des Frosches Befehle, vorn Oberhaupt seines Stabes her- ausgegeben und trugen die Unterschrift Nr. 7.
Auf einem Zettel stand: „Es muß rascher gehen mit Raymond Bennett! L. muß ihm sagen, baß er ein Frosch ist. Was immer mit ihm auch geschehen wirb, es muß von einem ausgeführt werben, ber als Frosch unbekannt ist."
Auf einem anbern Zettel: „Gorbon hat eine Ein- labung für Donnerstag zum Diner ber amerikani- schen Gesandtschaft. Ein Enbe machen. Elk hat eine neue Alarmglocke unter ber vierten Stiege anbrtn» gen lassen. Er geht morgen um 4.15 nach W., um M. zu verhören."
Cs gab ba noch anbere Zettel, bie von Leuten hanbelten, von denen Dick nie gehört hatte. Er lächelte eben über bie lakonische Instruktion, ein Ende mit ihm zu machen, als ber Amerikaner eintrat.
„Setzen Sie sich, Herr Broab. Elks trauriger Blick sagt mir, daß Sie Ihre Anwesenheit hier hinreichend erklären konnten."
Broab nickic lächeknb. „Unb Herr EU nimmt sich solch riesige Mühe", sagte er. Seine Blicke fielen auf bic Papiere. „Ware es indiskret, zu fragen, ob dies hier Froschaklen sind?" fragte er.
„Sehr", sagte Dick. „Jede Ihrer Bemerkungen i'dcr bic Frösche bebeutci ben Höhepunkt ber Inbis- tretion, sofern Sie nicht gewillt finb, etwas zu unserer Aufklärung beizuiragen."
„Ich kann Ihnen, ohne mich ganz zu eröffnen, mitteilen, baß Ihr Frosch Nr. 7 burchgebrannt ist", jagte ber Amerikaner kühl. „Ich hörte bie Frösche jubeln, als sie unter Bewachung bic Straße hin- untergeführt würben. Die Berfleibung von Nr. 7 war vollendet. Er trug bie Uniform eines Polizisten."
Elk fluchte lei je. aber gründlich. „Also bas war er', sagte er. „Er war ber Polizeimann, ber Hagn. unter bem Vorwande ihn zu arretieren, abführte. Und wenn nicht einer meiner Leute zufällig ihm den (Befangenen weggcnommen hätte, so wären sie beide entwischt. Bitte, warten Sic."
Elk suchte den Detektiv auf. der Hagn hcrcinge» führt hatte.
(Fortsetzung folgt )


