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sicht, nach den Delhnachtsferien lm Senat darauf w drängen, bah der Betrag von 50 000 Dollar kur diese Untersuchung bewilligt wird. Schahsekre.ar UI e l l o n betonte dagegen, daß der Bericht Mac Carls keine Beweise für die Verschleuderung von Eigentum bringe. Die gefabelten Methoden seien jon der gegenwärtigen Verwaltung aufgegeben wor­ben. Die Regierung beabsichtige fein Vorgehen auf Grund des Berichtes.

Die Zusammenkunft Strefemann-Musiolini.

Voreilige Besorgnisse in Paris.

Eigene Information des Gießener Anzeigers.

Berlin. 20. De;. Die angeblich geplante Zu- fam nenkunft Strefemann-Mufsolini. die anläßlich der bevorstehenden Aegyptenreise Dr. Strefe- manns ftaftfinben solle, verseht die französische Bresse schon seht In Aufregung. Dabei taucht in den pariser Blättern u. a. der verdacht aus, dah es sich um geheime Abmachungen zwischen den bei­den S'«iatsmännern handele, ja sogar um ein Mi­litärbündnis.

Die Unwahrscheinlichkeit derartiger Vermutungen liegt auf der Hand, so dah sie nicht besonders demen­tiert zu werden brauchen. Außerdem kann aber von einer Zusammenkunft Stresemcmn-Mussolini. wie wir von. zuständiger Berliner Stelle erfahren, i m Augenblick noch gar keine Rede sein. Irgendwelche Verabredungen sind noch nicht ge­trogen, und werden auch wenigstens so lange kaum getroffen werden können, als Dr. Sfrcfemann einem nur geschästssührenden Kabinett als Außenminister angehört.

Eng and zur deutschen Regierungskrisis.

London, 20. Dez. (Wolff.) Der diplomw- tische Dor'.chlcrstatter des n5>ailt) Telegraph" schreibt, die britischen Kreise teilten nicht die Besorgnisse, die in einigen europäischen Haupt­städten wegen der deutschen Krise empfunden oder vorgegeben werden. Es werde mit gutem Grunde angenommen, dah in dem neuen Kabl» nett Etresemann die Lomrnopol tir weiter fortführen werde, und weite Kreise glaubten, daß Hindenburg gcgmühet jedem Kanzler seinen mächtigen Einfluh zugunsten Stresemanns ge­brauchen würde, äleberdies sei der ständige Staatssekretär des deutschen Auswärtigen Amtes v. Schubert von Anfang an mit der Locarno­politik besaht worden, so dah diese unverändert bleiben werde. Die Rückkehr Dr. LutherS als Kanzler würde ebenfalls keine Beun­ruhigung Hervorrufen, denn obwohl er nomi­nell Nationalist sei, so gelte er doch in einem beträchtlichen Mähe als ein kluger Patriot und ein verständiger Sachverwalter. Er sei kein aus­gesprochener Parteimann, sondern ein großer Patriot wie Hindenburg. Der eiitzige Rachieil der Hinauszögerung der deutschen Mi­nisterkrise werde vielleicht in der Llnfähigkert der deutschen Regierung liegen, in irgendwelche wichtigere außenpolitisch» Verhandlungen vor der zweiten Hälfte des Januar eintreten zu können.

kritische Lage in hankau.

Neue Propaganda gegen die Engländer.

London, 20. Dez. (WTD.) Der Bericht­orstat ter derTimes" in Hankau meldet vom 19. Dezember: Trotz der Zusagen der kantonesi­schen Regierung ist am Fre tag eine große An­zahl bewaffneter Truppen in die britische Konzession eingedrungen. As Mar ne» abteilungen gelandet wurden, verließen sie de Konzession wieder. Heute nachm.ttag hat der japanische Gesandte Saburi. der gegenwärtig die Lage in Ehi'-r untersucht, Bespreuungen mit der Äantonregierung begonnen. Der Militärattachä der Sowjetbotschaft in Peking, Leutnant Longva, T traf am Samstag in Hernk ru als Gast der süd- 7 chinesischen Reg eräug ein. A s Dorbcreituna für Kurd, e ung.n g gen eine Abha tung des Weih- nach1ses.es ist heute nachnit.az ein Bund zur Bekämpfung chri st kicher Vereini­gungen undKirchen geg.ü ite; v ordcn. Gin» antibritische Massenversammlung, die ebenfalls heute abg.halten werden sollte, ist auf den 26. Dezember verschoben worden. Weil fläJe.e Kälte und Schneefälle einaetreten sind. Es Wird erwartet, dah in der nächsten Woche e ne sehr eifrige Propaganda betr.eben werden w rd. In Hanhang gegenüber Hankau wurde an Sams­tag eine Versammlung von Vertretern von 150 O g n sationen abgehacken, um Vropaganda- abteil ungen gegen die Engländer und gegen Tschrng Tsolin zu bilden. 3m ganzen Bezirk werden Flugzettel angeschlagen, in denen zur Vertreibung der Engländer aufge­fordert wird. 3n einer Mitteilung über ihre finanzielle Pol t k gaben die Rationalisten be­kannt. dah sie Banknoten in Höhr von 35 Millio­nen Dollar (4 375 000 Pfund) in der Provinz Hupeh ausgeben und alles bestehende Papiergeld zum 1. Januar «inziehen werden.

TerivestfälifcheSchulstreitbeendet

Das Reichsgericht

zur Entscheidung angcrufeu.

Berlin, 20. Dez. (WB.) Um den Schul­konflikt In Westfalen im gemeinsamen Interesse von Schule, Eltern und Staat einer sachlichen Lösung entgegenzuführen, hat der Verstand des Evangelischen R.iHS lte.nbuudeS d e ® , tschei- bung des Obersten Gerichtshofes über die Frage angerufen, ob die Auslegung Les preu- hischen SchulaufsichtSgesehes von 18.2, auf das sich der preuhische Kultusminister bei der Der» setung des diisi'ventischen DchulrateS Mischalke berufen hat, mit Artikel 174 der Reichsversassung vereinbar ist. Der Reichsminister des Innern hat sich bereit erklärt, di« Angelegenheit vor dem Reichsgericht anhängig zu machen. Im Hm- blick auf die dadurch eingeleitete Eröffnung des Rechtsweges hat der Evangelische El- ternbund Westsalens beschlossen, den Streik zu beenden.

Wie der Amtliche Preuhische Pre sedienst dazu erfährt, steht der preuhische Kultusminister Dr. Becker nach wie vor auf dem Standpunkt, dah die beanstandete Auslegung deS Gesetzes mit der Reichsverfassung im Einklang steht. Er be­grübt es aber, daß der Konflikt durch die An­rufung deS Reichsgerichts in die Sphäre rechtlicher Auseinandersetzung em» porgehoben wird.

Aus aller Welt.

Städtische Hilfe für die Universität Heidelberg.

Auf einem für Geheimrat Pros. Dr. Alfred Weber veranstalteten Ehrenabend sprach Bürger­meister Amberger dem Professor den Dank der Stadt Heidelberg für lein Berblerben rn Heidelberg aus. 3m Anschluß daran teilte er mit, dah die Stadtverwaltung einhellig zu dem Schluß gekommen sei, dah das Gedeihen der Llniversität Heidelberg unbedingte Voraussetzung für weiteres Ge­deihen der Stadt Heidelberg fet 5>ie Stadt werde deshalb künftig mehr als bisher auch materiell für die Universität einzu- springen bereit sein. Räheres werde demnächst ve- kanntgegeben werden.

Lchiffskatastrophe auf dem Hudson.

In Reuyork wurde auf dem Hudson von trei­benden Eismaffen ein Perfonendampfer fo heftig getroffen, daß er kenterte. Ungefähr 100 Passagiere wurden ins Wasser geschleudert. 3n der iNoiic befindliche Fahrzeuge eilten sofort zu Hilfe und retteten eine Anzahl der ins Wasser Gefallenen. Bis seht sind 33 lote sestgcstelll worden. Das Boot war von Leuten beseht, die durch das Inserat einer Fabrik in Dem Jersey veranlaßt worden waren, sich dort ah Arbeitskrä'te anzubieien. Sie sollen angesichts der Aussicht, Beschäftigung zu fin­den, vor der Anfahrt an der Anlegestelle gesungen haben. Das Singen hat dazu beigetragen, daß die Rettungsversuche nur langsam elnfe'Uen» Leute am Ufer, die die Schreie der Ertrinkenden Härten, schenkten ihnen zunächst keine besondere Beachtung, da sie annabmen, daß die Leute ihren Gesang aus dem Boote sortsehten.

DerJuwclcnraub aus demLchloß Chantilly.

lieber die Festnahme der beiden Diebe, die im Schlosse von Chantilly in der Rächt vom 12. auf den 13. Oktober Juwelen und historische Kostbarkeiten gestohlen haben, bringt d.e Pariser Presse weitere Aufklärungen. Die beiden Fest- genommenen sind der 21 Jahre alte Chauffeur Emil Suter aus Schirmek und der 29 Jahre alte Leon K a u f f e r aus Zubern. Kausfer hatte in dem Hotel, wo er seit einiger Zeit wohnte, einen unverschlossenen Koffer stehen, in dem sich u. a. ein 21 pf e [ befand. Kausfer verlies) vor einiger Zeit sein Zimmer, um zu verreisen. Wäh­rend dieser Zeit nahm das Zimmermäd­chen den Apfel, bis) hinein, stieß aber dabei mit den Zähnen auf etwas Hartes. Das Mäd­chen begab sich mit seinem Fände auf das Poli­zeikommissariat am R:rdbahnhof, das seinerseits Die Sicherheitspolizei in Kenntnis setzte, nachdem man festgestellt hatte, daß der harte Gegenstand, auf den das Mädchen gebissen hatte, ein Dia­mant von rosa Farbe war. Kausfer geriet, von seiner Reise zurückgekehrt, toegen des Fehlens des kostbaren Apfels in große Erregung, gestand, als die Polizeibeamten, die unter dem Dorwand, feine Papiere au prüfen, in sein Zimmer gekom­men waren und ihm den Diebstahl auf den Kopf zusagten, diesen ein und gab als seinen Kom­plizen Emil Suter an, der ebenfalls in eine Falle gelockt und verhaftet wurde. Eine Qlufflävung über den Verbleib der übrigen Kostbarkeiten haben die beiden Diebe noch nicht zugegeben. Einen Teil wollen sie, da er ihnen unverkäuflich erschien, in die Seine geworfen haben. Die bei­den Verhafteten sind offenbar Berufsdiebe, da bei ihnen eine Liste von Schlössern vorgefunden wurde, die sie anscheinend auch Heimsuchen too:lten.

Tod eines englischen krebsforfchers.

Der bekannte enalifche Krebsforscher Hugh Camp­bell Roß ist auf oer Heimreise nach England In der Nähe von Aden auf hoher See an Lungenent­zündung gestorben.

Lin großes russisches Kraftwerk.

In Leningrad fand m Anwesenheit des Volkskommissars A y k o w und anderer Regie- rungsmitgl eder sowie von Vertretern des Le­ningrader Konsulatskorps und öffentlicher ge­werkschaftlicher Organisationen die feierliche Er­öffnung des Wolchow-Werkes ftatt; eines neu erbauten riesigem Elektrizitätswerkes, das täglich 56 000 K.lowatt erzeugt und die Lenin­grader Industrie versorgen soll. Der Bau des Werkes hat 90 Millionen Rubel gekostet.

Der Aktendiebstahl in Moabit.

In Der Moadi.er Altenaf.äre Und noch wei­tere Derhastunge.i erfolgt. In al e.t Fällen sind Akten beiseite geschafft worden, um die Vollstreckung rechtskräftiger Ur­teile z u verhindern. Auch diese neuen Fälle gruppieren sich um die beiden verhafte.en Veam en, Iustizinspeltor Pahlke und Justiz» obe.sekre är Rossel, t a.rend hebe" Rechts­anwalt Dr. Meyer und Gerichtsasiessor a.D. Dr. Walter Schott nicht beteiligt sind.

Explosionsunglück in Eharlottenburg.

In Dem Laboratorium einer Seifen- und Parfümeriesäbrik in Eharlottenburg er­eignete sich eins schwere Explosion, hervorge­rufen durch A e t h e r st i ch f l a m m e n , die auf einige dort lagernde Spiritusfäfssr Übergriffen. Feuerwehr gelang es nach längerer Tätigkeit den Brand zu lischen. Der Inhaber der Fabrik erlitt schwere Brandwunden. Der entstandene Sach­schaden ist erheblich.

Eisenbahnunglück bei Aachen.

Bei den Cisenbahnverwaltungsbauten zwischen den Bahnhöfen Aachen-West und Laurrnsburg ereignete sich ein schweres Unglück. Ein Bauzug mit zwei Lokomotiven lauste dabei in die Tiefe. Der ganze Zug wurde zertrümmert. Drei Arbeiter wurden gelötet. Ein vierter wurde verletzt. Sein Zustand ist bedenklich. Ein Toter ist Vater von sechs Kindern.

3m Hochofen verbrannt

Auf dem Hochofen der Hütte Kraft in S 1 e t» tin waren mehrere A.beiker mit dem Auffüllen beschäftigt. Dabei lehnte sich ein Arbeiter 2u weit über bie Feuerung, stürzte in den glühenden Ofen und verbrannte.

Schreckenstat eines Geisteskranken.

In Reichenau lm Semmeringgebiet zeigte ein dort zur Erholung weilender ägyptischer Arzt plötzlich Zeichen von G.i'icsstörung. Nach­dem er seine aus englischen Pfundnsten be­stehende Barschaft in kleine Stücke zer­rissen hatte, stürzte er sich auf ssiar Gattin und brachte dieser mit einem Dachzieg l mehrere Verletzungen am Kopf bei, Daraul stürzte er sich aus dem Fenster. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach seiner Einliefe­rung inS Krankenhaus starb,

Aus der provinzialhauprstadt.

Gießen, den 21. Dezember 1926.

Die För'-Ierlaufbahn in Hessen.

Im Hinblick auf die bevorstehende Schulentlas- ung dürfte es von Interesse sein, die grundlegenden Bestimmungen für die Försterlaufbahn in Hessen kennen zu lernen. Von unterrichteter Seite erfahren wir darüber folgendes:

1 Wer die st a a t l i ch e F ö r st e r. I a u s b a h n im Vollsstaate Hessen einschlagen will, muß sich einer Zulassungsprüfung unterziehen, in der die Kenntnisse einer lOklassigen Volksschule mit Ausnahme der Fremdsprache nachzuweisen md. In einem mit Stempelmorke im Betrage von 1,50 Mk versehenen Gesuch ist in der ersten Hälfte des Monats Januar bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameral- verwaltung (obere Forstbehörde) um Teilnahme an der Zulassungsprüfung einzukommen. Dem Gesuche sind beizuschließen: Ein Geburtsschein, aus dem hcrvorgehen muß, daß der Gesuchsteller vor dem 1. Oktober des vor der Meldezeit liegenden Jahres das 17. Lebensjahr vollendet und das 18. noch nicht überschritten hat, ferner Schulzeugnisse, Leumunds­zeugnisse der Behörden des Heimats- und Aufent- hallsortes, ein selbstgeschriebener Lebenslauf in deutscher Schrift und ein kreisärztliches Zeugnis über die körperliche Tauglichkeit zum Forstdienst.

Die Aufnahme in die staatliche Försterlaufbahn gründet sich auf bas Ergebnis der Zulassungsprü­fung und richtet sich nach dem Bedarf.

Die staa11 ichen Forstlehrlinge werden nach erfolgreicher Zjähriger Beschäftigung in den von der Staatssorstverwaltung bewirtschafteten Waldun­gen der Försterschule Schotten t. H. überwiesen.

2. Die Forstlehrlinge der hessischen Privatfor st Verwaltungen müssen von den Privatforstoerwattungen, in deren Dienst sie stehen, mit stempelpflichtiger Eingabe unter Beischluß eines Nachweises über die Ableistung einer 3jährigen Lehr­zeit zum Besuche der Försterschule bei der oberen Forstbehörde angemeldet werden. Sie haben eine bet der Försterschule Schotten obzulegende Auf­nahmeprüfung wie die erwähnte Zulassungs- prüfung entsprechend den Vorschriften des § 2 der Verordnung vom 6. Oktober 1923 betreffend die Vor­bereitung und Ausbildung für den Försterdienft im Volksstaate Hessen zu bestehen.

3. Anwärter anderer Forstoerwal- t u n g e n können in die Försterschule Schotten soweit Platz vorhanden ist aufgenommen wer­den, wenn von den betreffenden Forstoerwaltungen unter Beischluß eines Nachweises über die Ab­leistung einer ordnungsmäßigen Lehrzeit ihrer An­wärter bei der oberen Forstbehörde hierum nachge­sucht wird. Die Anwärter haben eine bei der För- sterschule Schotten abzulegende Aufnahmeprüfung zu bestehen, wie sie im vorstehenden für die Forst­lehrlinge der hessischen Prioatforstverwältungen vorgeschrieben ist.

Gieszcncr Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 180 bis 190, Matte 35 bis 40. Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 10. Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlvabi 5 bis 8, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 80 bis 120, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 35 bis 50, Kartoffeln 6, Aepsel 15 bis 30, B rnen 10 bis 15, Dörrobst 30, Honig 50, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 140, Rässe 60 bis 90 Pf. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.! Tauben 50 bis 70, Eier 17 bis 20, Blumenkohl 80 bis 150, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 15, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 40 Pf. das Stück.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: V/t älhrIuarez und Maximi­lian" (Ende gegen IOV2 älhr). Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Ser Geiger von Florenz". Astoria-Lichtspiele:Das Reh des Schicksals".

Aus dem S t a d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Es sei auf die morgige erste Wietzerho.ung des Weihnachtsmärchens Frau Holle", das bei der .Erstaufführung jubelnden Dei'all gefunden hat, auch an dieser Stelle hingewiesen.

.vcttcrvorantzsaqe.

Rördliche Winde, stellenweise dunstig, sonst wollig bis ausllarend, Temperaturen fallend, Rachtfrost, vereinzelt Schneeschauer, im allge­meinen trvuen.

* Von der L andes-älniversität. Dem Verleger derWormser Zeitung" und Se­niorchef der F.nna Eugen Kranzbühler in Worms, Duchdruckereibcsitzer Hermann E n y r i m, ist vom Gesamtsenat der Landes-Llniversität Gießen in Anerkennung der vaterländischen Haltung der Wormser Zeitung" auf einem wichtigen Vor­posten in der deutschen Westmark die Würde und das Abzeichen eines Ehrensenators ver­liehen worben. Gleichzeitig hat die Universität ihrem Dank für eine ansehnliche Stiftung der Herren Hermann und Paul Cnyrim Ausdruck verliehen, durch Die dem klassisch-philologischen Seminar eine bedeutende Vergrößerung der von Pros. Kalbfleisch begründen Sammlung der Ianda-Paphri durch glückliche Ankäufe in Aegyp­ten ermöglicht wurde.

Gießen im Derkehrsbund Ober- Hessen. Die Sladt^ervrdiete .v rsamml: ng hat am Schluß ihrer jüngsten Sitzung dem Be.tritt der ©tibi Gießen zum Verkehrsbund Oberhessen zr,gestimmt. Der I.ihr:sne'.trag beziffert sich auf 1 Pf. pro Kopf der De'cb.k.kung.

" Die Sonderrate der Winter­beihilfe, für die daS Sladtparlament in s iner Sitzung vom vorigen Donnerstag 18 000 Mark bewilligte, wird heute, morgen und evtl, noch am Donnerstag an die Fürsorgeempsängrr des Wohlfahrtsamtes und des Arbeitsamtes ausge­zahlt. Insgesamt kommen hierfür rund 2100 Per­sonen in Betracht.

* * Das Bureau des Verkehrs­vereins ist gestern in das neuhergerichtete Tor Haus am Ee tersweg neben der Pianohand» hmg von Rudolph verlegt worden. In diesem Bureau soll u. a. eine öffentliche Fernsprech­stelle dem Publik-un zur Verfügung stehen.

* Richtigstellung. In unsrer gestrigen Mitteilung über die Ehrung des Geh. Me hinab rates Pros. Dr. phil. et med. vet. h, c. Mar - t i n ist eine i urtümliche Angabe enthalten. In der Zeile 12 muß es richtig heißen':Die Beterinär-medizinische Fakultät der Unluerfibal Zürich hat Martin zum Dr. med. vet. h. c. ernannt.

" Personalien. Ernannt wurde der Forsbamtaspirant Rudolf Göbel aud Laubach

zum Förster der Försterei Kirtorf. In den Ruhe- tand tritt auf fein Aachsuchen vom 1. Januar 1927 an der Bademeister Louis M ö b u s bei der Dz^direktion D:d Salzhausrn.

*» Aus dem Gießener Standesamts- r e g i |'t e r. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 2. Dezember: Therese Reiß, geb. Spier, Witwe, 77 I. alt, Mäusburg 12. 5.: Georg Hoß, ohne Beruf, 82 9. alt, Neustadt 55. 7.: Chri- tiane König, geb. Blank, Witwe, 69 9- alt, Kaplancigasse 2; Heinrich Ludwig Allendörfer, Schreinermeister, 78 9- alt, Frankfurter Straße 88. 8.: 9rma Grönoy, geb. Feheroän;, ohne Beruf, 70 9. alt, Goethestraße 40. 9.: 9da Stein, geb. Brücher, Witwe, 68 9- alt, Sicher Straße 74. 11.: Margarete Katharine 9unker, geb. Weber, 35 9. alt, Frankfurter Straße 36. 12.: Elisabeth Fnda Margarete Stern, geb. Semper, 48 9 alt, (Barten- kraße 13. 13.: Karl Louis Walther, Zugführer i. 9t, 65 9- alt, Hillebrandstraße 3; Dr. Friedrich Alexan­der Wyneken, Kaufmann, 60 9. alt, Ostanlage 29. 14.: 9ohann Georg Kraft, Gastwirt, 57 I. alt. Frankfurter Straße 83: Anno Gertrude Therese Staubach, ohne Beruf, 30 9. alt, Setters weg 46; Friedrich 9uüus 9eschke, Fuhrmann, 59 9- alt, Neu­stadt 15.

(5 Fünfziger-Feier in der Stadt- k i r ch e. Der Verein der Fünfziger 18761926 hielt seine 9ahresschluhfoier mit einem gemeinsamen Gat- tesdi.'nst am Sonntag in der Stadtkirche ab Die Kirche war von dem Atterskollegen Moser aufs schönste geschmückt Der Bauersche Gesangverein fang zur Eröffnung:Die Himmel rühmen", wäh- den der Liturgie .Heilig ist der Herr7^und am SchlüsseWohin soll ich mich roenben". Die Fest­predigt hielt Pfarrer Mahr.

* Sie Gießener Fahrschule für Kraftfahrzeuge von Hemrich Appel. Seltersueg 73, bittet uns mikzuieilen, daß sie mit dem Fahrlehrer A., von dem in unserer Sams:ägau^gaoe in dem Bericht übet eine Ver­handlung vor dem erwei.ecten Schöffengericht Gießen dir Rede war, nicht identisch ist. Wiv bestä.igen, daß diese Firma mit dem in Betracht, kommenden Vorfall nichts zu tun hat.

** Zur Kündigung von Geschäfts­räumen wird hem Preußischen Pressedienst aus dem preußischen Wohlfahrtsministerium geschrieben: Die Aufhebung des Mieterschutzes und des Reichs­mietengesetzes für Geschäftsräume, die auf Grund der Verordnung über die Lockerung der Wohnungs- zwangswirtfchast im wesentlichen erst zum 1. April nächsten 9ahres wirksam wird, Hai in den hiervon betroffenen Kreisen eine mit Rücksicht auf die wirt­schaftliche Bedeutung der Rückkehr zur Dertragsfrel- heil auf diesem Gebiete des Wohnungswesens ver­ständliche Beunruhigung hervorgerufen. Demgegen­über fei darauf hingewiesen, daß in der Ausübung des Kündigungsrechtes ein Mißbrauch der den Ver­mietern wiedergegebenen freien Derfügungsbefug- nis ohne weiteres nicht erblickt werden kann. Aller­dings müssen Kündigungen, die lediglich zum Zwecke einer unangemessenen Mietssteigerung, womöglich sogar unter Ausnutzung einer Zwangslage des Mie­ters erfolgen, ernstlich mißbilligt werden. Ganz an­ders sind dagegen solche Kündigungen zu werten, die lediglich in Der vorsorglichen Absicht ergehen, die Vermieter zwangswirtschaftsfreier Geschäftsräume nicht schlechter zu stellen, als etwa die Vermieter zwangsbewirtschafteter Wohnräume. Denn Ge­schäftsräume, die dem Reichsmietcngesetz nicht mehr unterliegen, nehmen natürlich auch in Zukunft an etwaigen Erhöhungen der gesetzlichen Miete nicht mehr ohne weiteres teil. Da solche Erhöhungen in absehbarer Zeit erwartet werden können, bleibt den Vermietern von Geschäjtsröumen nur die Mög­lichkeit, durch Kündigung der bestehenden Mietver­hältnisse zum Abschluß neuer Verträge zu gelangen, die zum mindesten die Anpassung an Wohnraum- mieten, insbesondere die Berücksichtigung etwaiger zukünftiger steuerlicher Belastungen bei der Höhe des Mietpreises sichern.

£ Modernes A uto-Dremsver fah­re n. Auf Einladung der Bezirksverwaltung Gießen des Reichsverbandes deutscher Berufskraftfahrer fand am Samstagabend im Gewerkschaftshaus Gießen ein Lichtbilderoortrag des Dipl.»9ng. Fischer- Berlin über dieKnorr-Luftdruck-Vierradbremse" statt. Der Vortragende wies zunächst auf die schnelle Entwicklung im Krastwagenbau hin und betonte Dann, es habe bisher uns eine wirksame Möglichkeit Des schnellen und sicheren Abbremsens der hohen Geschwindigkeiten der Wagen gefehlt Die alle, nur auf die Hinterachse wirkende Bremse habe sich bald als unbrauchbar erwiesen, und auch die spätere me­chanische Vierradbremse sei den Anforderungen nicht gewachsen. Durch die nunmehrige Einführung des Eisenbahnbremsverfahrens, der Kunze-Knorr-Lust- druckbremse, sei man allen Schwierigkeiten begegnet Hierbei handele es sich nicht um eine an sich neue Erfindung, sondern um jahrzehntelange Erfahrun­gen bei Der Eisenbahn. Bei Der Luftdruck-Vierrad­bremse bediene der Fahrer vom Führersitz aus nicht allein die Bremse des Motorwagens, sondern auch der beliebig zahlreichen Anhänger, also genau wie bei der Eisenbahn. Eine große Reihe belehrender Lichtbilder gab em Bild von der technischen Einrich- tung der Vierradbremse am Automobil. Hierbei war ucr allem die Tatsache ins Auaö sprinaend daß da, komplizierte Gestänge mit seinen zahlreichen Ge- lenken des bisherigen Bremsoerfahrens in Wegfall kommt. Für jedes Rad ist ein besonderer Brems- ^linder vorhanden, je zwei werden von einem Druckluftbehätter gespeist, die wiederum einen ge­meinsamen Druckregler haben. Zwischen dem Mo, iorwagen und den Anhängern vollzieht sich das Bremsen wechselseilig, dadurch bleibt der Lastzug aestreckt und das Mitnehmen von Beifah'-ern auf Anhängern kann eingespart werden. Das Bremsen geschieht wie bei der bisherigen mechanischen Bremse durch Niedertreten eines Pedals. Die Einrichtung einer Notbremsstellung ermöglicht ein Halten in kürzester Zeil. Um bei Glatteis das gefährliche Schleudern der Wagen zu verhindern, kann durch einfache Bedienung eines Hahnes die Vorderrad- bremse ausgeschaltet werden. Die Verbindung von Wagen zu Wagen erfolgt durch Schlaucbkuppelun- gen. Reiht eine solche, |o strömt aus der Anhanger­leitung Druckluft aus und der abgerissene Woge^ kommt sofort zum Halten. Beim Vorderwagen schließt sich sofort ein Rückschlogsventif und verhin­dert den Verlust an Druckluft. Die Druckluftbremse sei in ihrer Einfachheit und absoluten Betriebssicher­heit ein nichtzuübertreffendes Hilfsmittel Im Kraft­wagenverkehr der Neuzeit. Durch einen besonderen Anschluß könne die für die Bremse erzeugte Dri'ck- lüft auch noch zum Auffüllen der Schläuche, zur Be­tätigung der Hupe, der Sandstreuer, Bei-gstützen, zum selbsttätigen Ausrücken der Kuppelung usw. be- nutzt werden. Die Hauptsache aber sei und bleibe die bedeutend erhöhte Sicherheit für Fahrer, Passa­gier und Straßenpublikum. Lebhafter Beisall der zahlreichen 9nteressenten dankte dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag, der durch die große Zahl von Lichtbildern besonders instruktiv gestaltet war.

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