Kreis Offenbach (ohne Stabt): Stimmberechtigt 60 655, 43 663 (Za, 1596 Rein, 2159 ungültig.
Kreis Dens heim: Stimmberechtigt 44 422, 17 346 3a, 971 Olein.
Kreis Dieburg: Stimmberechtigt 41 037, 15 888 3a, 754 Olein.
Kreis Erbach: Stimmberechtigt 30 323, 9457 3a, 499 Olein.
Kreis Heppenheim: Stimmberechtigt 32 097, 13 852 3a, 653 Olein.
EinzeLergebnisse aus hessischen Städten.
sf. Friedberg. Dei der Olbstimmung über den Vottsentscheid wurden hier abgegeben: 2521 Stimmen mit 3a, 104 Stimmen mit Olein (Zahl der Stimmberechtigten 6985). Gegen das Volks- begehr wurden ungefähr 500 Stimmen mehr abgegeben.
• Darmstadt, 20. Suni. Der heutige Tag des Volksentscheides über die entschädigungslose Fürstenenteignttng ist (bis in die Rachmittags- stunden) g^iie jeden Zwis chenf a ll verlaufen. Die Straßen waren morgens im allgemeinen noch rrchiger als es sonst an Sonntagen üblich ist. Vor den Wahllokalen standen Reichsbannerleute, aber von starkem OZerkchr oder Andrang war nichts zu merken. Der Plakatkampf der Parteien an den AnschlagssLulen, der in den letzten Tagen sehr rege war, brachte seit Samstag nichts Reues mehr. Auf einigen Strahen der 3nnenstadt waren Zettelverteiler tätig, auch veranstaltet das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Umzüge mit Musik.
Stadt Darmstadt: Stimmberechtigt: 63 939, 18 162 3a, 957 Rein. 500 ungültig.
Mainz: Stimmberechtigt: 76 005, 36 239 3a, 1329 Rein, 5048 ungültig, Wahlbeteiligung 48 Prozent.
Worms: Stimmberechtigt: 31 317, 13051 3a, 460 Rein, 353 ungültig.
Offenbach: Stimmberechtigt 53 320, 33 804 3a, 1504 Rein, 1325 ungültig.
Groh-Gerau Stadt: 3876 Stimmberechtigte, 1859 3a, 135 Rein, 74 ungültig.
Dingen. Stimmberechtigt: 6663, 1546 3a, 89 Rein, 17 Ungültig.
WSN. Oppenheim. Stimmberechtigt 31 087; Ja 6834; Nein 312; ungültig 91 Stimmen.
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Griesheim b. Darmstadt: 4405 Stimmberechtigte, 2710 3a, 202 Rein, 75 Stimmen ungültig.
Eberstadt: 5131 Stinnnberechtigte, 2467 3a, 167 Olein, ungültig 78 Stimmen.
Rüsselsheim: Rund 4800 Wahlberechtigte, 2786 3a, 151 nein, 16 ungültig.
Arheilgen: 4686 Wahlberechtigte, 2781 3a, 214 Olein, ungültig 170 Stimmen.
Einzelergebnisse aus Hessen-Nassau.
WSR. Frankfurt a. M, 20. Suni. Der heutige Abstttnmungstag um das Volksbegehren in der Frage der Fürstenabfindung ist ruhig und ohne Zwischenfalle verlaufen. Der Vor- und Rachmittag brachte noch zahlreiche Umzüge der beiden Parteien des Volksbegehrens und des Reichsbanners, in denen zur Wahlbeteiligung, vielfach auch mittels Sprachrohrs, aufgefordert wurde. Soweit bis jetzt feststeht, scheinen die Demokraten ziemlich erheblich zur Wahlurne gegangen zu fein. Auch zahlreiche Anhänger des Zentrums haben sich an der • Olbstimmung beteiligt. 3n den Oüchenvierteln haben sich schätzungsweise rund 60 Prozent, in l den 3nnenvierteln rund 50 Prozent der Ab- _ stimmungsberechtigten an der Olbstimmung be- 1 teiligt.
Frankfurt a. M. Vorläufiges Gesamtergebnis: Mit Sa haben gestimmt 176 840; mit Nein 6675; ungültig 5874. Die Zahl der Stimmberechtigten beträgt 342 865.
Kreis Höchst a. M. Amtliches Ergebnis. Mit Sa 30 662; mit Nein 1802; ungültig 1173. Wahlberechtigte 56 429. Wahlbeteiligung über 50 Proz.
Wiesbaden-Stadl (amtL): Stimmbe- - rechtigt 76 790, 27167 3a, 1202 Olein, 604 Ungültig.
Kassel-Stadt: Stimmberechtigt 119 990, 52 094 3a, 1854 Olein, 3912 Ungültig.
Marburg: Stimmberechtigt 9000, 2123 3a, 86 Olein, 49 Ungültig.
Limburg-Stadt: Stimmberechtigt 7834, 1396 3a, 44 Olein, 34 Ungültig.
Limburg-Kreis: Stimmberecht. 37545, 12013 3a, 500 Olein, 256 Ungültig.
WSN. Hanau-Stadt. Stimmberechtigt 26 513; Sa 13 275; Nein 1207. Zum Volksbegehren hatten sich 1129 Personen eingeschrieben.
WSN. Hanau-Land. Stimmberechtigt 40 376; Sa 25 207; Nein 1990. Zum Volksbegeyren . hatten sich 24 944 Personen eingeschrieben.
'/ Fulda-Stadt. Don 15 875 Wahlberechtigten haben 5351 mit Sa, 10^ mit Nein gestimmt. Ungültig waren 99 Stimmen. Zum Volksbegehren hatten sich 4591 Personen eingetragen.
Kreis Gersfeld. Vorläufiges amtliches Ergebnis: Von 13 075 Wahlberechtigten haben 3208 mit Sa, 121 mit Nein gestimmt. 72 Stimmen waren ungültig.
Die Abstimmung in Berlin.
Derlin, 20. 3uni. (TU.) Der Volksentscheid hat sich in Derlin ohne größere! Zwischenfälle abgewickelt. 3m Osten und im Rorden durchzogen am OZormittag mehrere Reichsbanner- und Rvtfrontzüge mit Musik und Fahnen die Straßen. Die Stimmbeteiligung war daher in diesen Dezirken schon in den frühen Morgenstunden am regsten. Zu Mittag flaute sie wieder erheblich ab, zumal ein feinen Strühregen einsehte. .3n den Geschäftsvierteln und im Westen Berlins merkte man von dem Volksentscheid sehr wenig. Am Rachmittag minderte ein anhaltender Regen die Stimms reudig- keit merklich ab. Hin und wieder sah man Propagandaautos mit Uniformierten der Reichsverbände durch die Straßen fahren. Die Plakatträger drückten sich an den Mauern vorbei und hielten ihre Plakate als Oiegenschutz über den Kopf. 3n den Stimmlvkctten war selbst gegen Ende der Stimmzeit ein besonderer Aw drang nicht zu verzeichnen. Rach allgemeine» Ansicht war die Stimmbeteiligung »elbst im Norden und Osten DerlinS nicht übermäßig groß. 3m Laufe des Vormittags war es hier und da zu Reibereien gekommen. Gegen 9 Uhr und dann noch einmal zu Mittag ereigneten sich in Char l o t ten bur g Schlägereien zwischen Kommunisten und Passanten, wobei ein Passant ver-
Die französische Regierungsbildung.
Herriol verzichtet aus die Kabinettsbildung. Briand erneut beauftragt.
Paris, 20. Suni. (TU.) Die Kabinettskrise hat eine sensationelle Wendung genommen. Während heute morgen um 4 Uhr Malvy beim Verlassen der Kammer den Sour- naliften erklärte, daß die Bildung des Kabinetts gute Fortschritte mache und seine Zusammensetzung offiziell gegen Mittag bekannt gegeben wurde, ist im Laufe des Vormittags offiziell mitgeteilt worden, daß H e - r i o t a u f die Kabinettsbildung verzichtet und seinen Auftrag in die Hände des Präsidenten der Republik zurückgelegt habe. Um 7.30 Uhr morgens wurde Her - r i o t vom Präsidenten der Republik empfangen, den er von dem Fehlschlagen seines Austra g e s ,in Kenntnis setzte. Um 9 Uhr morgens hat Doumergue unverzüglich die Besprechungen zur Lösung der Kabinettskrise wieder ausgenommen und um 10 Uhr Briand empfangen. Kurz vor 12 Uhr wurde in einem offiziellen Kommunique mitgeteilt, daß Briand e r - n e u t den Auftrag zur Kabinettsbildung angenommen habe. Briand hat im Laufe des Nachmittags die Besprechung zur Bildung des Kabinetts ausgenommen und wird entweder heute abend oder morgen vormittag den Präsidenten der Republik von dem Ergebnis seiner Bemühungen unterrichten.
Briand
bei der Kabinettsbildung.
Paris, 21. Suni. (TU.) Das Zustandekommen des 10. Kabinettes Briand, dem diesmal nicht dieselben Hindernisse im Wege stehen wie vor der Berufung D r i a n d s, dürfte bereits heute eine vollendete Tatsache sein. Briand hat eine Erklärung abgegeben, wonach er diesmal fest entschlossen ist, die Kabinettsbildung glücklich zu Endezu führen. Dei der Bildung des neuen Kabinette- werde er darauf bedacht sein, sich auf die Kammermehrheit zu stützen, die sich bei den letzten Abstimmungen ergeben hat. Diese Aevßerun- gen Briands werden übereinstimmend dahin verstanden, daß er sich vor allem an die mittleren und rechtsstehenden Gruppen, vor allem an die Gruppe Marin anzulehnen beabsichtigt. Briand wird der Lage der Dinge nach eine ausreichende Mehrheit gegen Sozialisten und Radikale zustande- 6ringen, wobei nicht gesagt ist, daß die Radikalsozialisten systematische Oppositon betreiben werden. Heber die Wahl der Mitarbeiter verlautet, daß das neue Kabinett Briand sich von dem vorhergehenden nicht sehr unter- scheiden wird. Aks Finanzminister wird von einem Teil der Olbendpresse ® aillau? genannt. Auf alle Fälle wünscht Briand P o i n - c a r e für fein Kabinett zu gewinnen, wenn nicht als Finanzminister, so doch als Snhaber eines
letzt wurde. Gegen 1/311 Uhr gab es in Sanfte i h ehren Zusammenstoß zwischen den 3n- f aff en eines deutschnationalen und Denen eines kommunistischen Prvpa- ganda-Autvs, wobei der Führer des deutschnationalen Autos einen Schlüsselbernbruch erlitt. Gegen 12 Uhr wurde ein Zug von 2 0 Stahlhelmleuten in Schoneberg von Roten Frontkämpfern und Reichs- bannerleuten tätlich angegriffen. Ein Stahlhelmmann mußte sich ht ärztliche Behandlung begeben.
Blutige gusammenstötze bei Halle.
Halle, 20. Sunt (TU.) Sn Ammendorf kam es zu schweren blutigen Zusammen- stößen. Der Stahlhelm Halle hatte eine Propagandafahrt mit zahlreichen Lastwagen nach Arnmendorf unternommen. Dort wurden die Wagen von kommunistischen Abteilungen mit Steinwürfen und schließlich mit Karabiner- und Maschi- nengetoeßr feuer empfangen, das von Seiten der Stahlhelmleute mit Revolver schüssen beantwortet wurde. Soweit bisher bekannt ist, sollen auf kommunistischer Seite mehrere Tote zu verzeichnen sein. Die Stahlhelmautos wurden unter polizeilicher Deckung zur Sipokaserne gebracht, wo die Führer sich noch in Schutzhaft befinden.
Zu den Zusammenstößen in Ammendorf werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Werbeautos des Stahlhelms waren vor der Abfahrt von Schutzpolizisten nach Stocken und OB af f en du rchsucht worden. Auf der Rückfahrt wurden die Autos in einer engen Straße in Osendorf vor einem kommunistischen Agitativnslokal mit Steinwürfen empfangen. Mehrere hundert Personen, Männer, Frauen und Kinder, griffen aus Fenstern und Türen undhinter Gartenmauern verschanzt, die Autos an. Aus einem Gebüsch tourben schließlich Schüsf e abgegeben, die dann in der Rotwehr von den Stahlhelmleuten erwidert wurden. Die nach einiger Zett erscheinende Schutzpolizei in Stärke von acht Mann war nicht imstande, die Angreifer zurück» zuhalten. Die Zahl der Verletzten betrug bei den Stahlhelmleuten zunächst 16 Personen, darunter fünfSchwerverletzte. Zwei davon würden durch Querschläger verletzt, da die Kommunisten auf das Pflaster schossen. Die Zahl der Verletzten bei den K om muni ste-n wurde nicht bekannt. Die Schutzpolizei gekettete sodann die Autos zur Sch-upokaserne in Ammendorf, wo Amtliche Wagen sowie die 3w° fassen untersucht tourben. Es wurden zwei Revolver und drei leere Patronenhülsen gefunden. Aus der Rückfahrt nach Halle wurden die Autos ebenfalls überfallen, wo die Stahlhelmleute wieder zwei Verletzte hatten. Die ersten Angaben von Teilnehmern über die Verwendung von Maschinengewehren auf feiten der Kommunisten bestätigen sichnicht.
anderen Portefeuilles. Briand erklärte, daß er Montag mittag Angaben über die Zusammensetzung seines Kabinettes machen werde.
Ccullaux über die Finanz- Krise.
Paris, 20. Suni. (WTB.) Caillaux hat heute nachmittag in feinem Wahlkreis in Fres- nay eine Rede gehalten, worin er die Finanzlage Frankreichs als sehr ernst bezeichnete, und warf die Frage auf: „Müssen toir uns darauf vordereiten, dasselbe durchzu machen wieDeutschland, wo der Wert Der Mark bis auf Rull gesunken war, und wo erst auf den Ruinen der alten Währung ein neues Währungsge- bäudc errichtet werden konnte? Die Hauptfrage", so fuhr Caillaux fort, „ist die Währungs- sanierung. Es gibt ein einziges Mittel, die Stabilisierung Der Währung durchzuführen; aber man kann sie nicht über Rächt durchführen, obwohl es so bald wie möglich geschehen muß. Das einzige Mittel ist Die H eranziehung ausländischer Kredite und Die Verständigung der europäischen Länder auf finanziellem wirtschaftlichem Gebiete, ähnlich wie man sie auf politischem Gebiet versuchte, außerdem muß jederStaatsbürger versuchen, in feinem Wirkungskreis an der Hebung der Produktion und Der Einschränkung der Ausgaben mitzuarbeiten."
„Ausschließlich Finanzfragen".
Paris, 20. Suni. (WTD.) Briand hat heute nachmittag feine Beratungen Damit begonnen, Daß er mit Dem Gouverneur Der Bank von Frankreich, R o b i n o t, Dem Vorsitzenden des Sachverständigenausschusses, Sergent, und mit Dem MitglieD Des Ausschusses, S i r t, verhandelte. Darauf empfing er Den Abgeordneten La Trocquet. Poincare wird erst heute abend 10 Uhr aus seinem Wahlkreis nach Paris zurückkehren. Er wird morgen vormittag mit Briand eine Unterredung haben. Rach Havas darf man daraus schließen, Daß Briand Poincare Das Finanzministerium anbie- t e n will.
B r ia n d erklärte heute abend den Vertretern Der Presse, Daß er sich bei seinen heutigen Besprechungen ausschließlich über Finanz sra- gen unterhalten habe. Mit der Zusammensetzung seines Ministeriums werde er erst morgen beginnen. Briand erklärte, daß er ein Kabinett der nationalen Eini- g u n g nicht bilden könne, nachdem gewisse Fraktionen ihre 'Beteiligung verweigert hätten. Das schließe aber nicht aus, Daß einige Politiker, Denen ihre Franktion eine gewisse Bewegungsfreiheit ließ, in das Kabinett eintreten konnten. Weitere Auskunft lehnte Briand ab, bestätigte jedoch. Daß er mit P oincar6 morgen verhandeln werde. Er glaube nicht, daß er sich mit seinem neuen Kabinett Der Kammer vor Dienstag werde vorstellen föimen.
Die französisch-spanische Marokko-Konferenz.
Paris, 19. Suni. (TU.) Die französisch- spanische Marokko-Konferenz hat gestern nachmittag ihre erste Vollsitzung abgeßalten. Das französische Außenministerium hat über die Sitzung ein Kommunique herausgegeben, in dem es heißt, daß in der Sitzung die Lage in den beiden Zonen der Gegenstand eingehender Auseinandersetzung gewesen sei. Eine objektive Prüfung habe zu Der Feststellung geführt, daß die beiden Delegationen in der Auffassung über die gegenwärtige Lage und über Die zu erreichenden Ziele vollständig einig seien. Die beiden Delegationen beschlossen, die Arbeiten über die verschißenen Fragen unter den Mitgliedern zu verteilen. Die Berichte der Arbeiterkommission werden einer Vollsitzung unterbreitet werden, die in Der nächsten Woche stattfindet.
Der „Petit Parisi en" glaubt zu wissen und versichern zu können, daß Die französisch- spanische Konferenz heute oder am kommenden Montag eine Entscheidung über die Verwaltung des Rifs und über Die Maßnahmen fällen werde, die die beiden Regierungen zur Aufrechterhaltung ber Sicherheit in den beiden Zonen für notmenDig halten. *
Dom englischen Streik.
London, 20. Suni. (WB) Die Bergarbeiterführer Smith und Look erklärten sich in Wochenendreden kategorisch gegen die Verlängerung der Arbeitszeit. Beide Führer betonten jedoch die Möglichkeit einer eventuellen Regelung, die eine Verminderung der Löhne enthalte. Der erstere sagte, wenn man zwischen Verminderung der Löhne oder Verlängerung der Arbeitszeit zu wählen habe, so würde er das erstere empfehlen.
Wie „D a i 1 y Mai l" meldet, hat die englische Regierung entschieden, die Periode, während der das A ch't st u n d e n t a g g e s e tz für den englischen Bergbau Gültigkeit haben soll, auf fünf Sahre festzusetzen und nicht, wie bisher angenommen wurde, auf drei Sahre.
Die deutsch-französischen Verhandlungen.
Berlin, 20. Suni. (TA.) Wie die Oltorgen- blätter aus Paris melden, haben Die deutschen Handelsdelegierten am Sonntag vormittag die Zustimmung des Reichskabinettes zu den Vorschlägen Der französischen Regierung über den Abschluß eines Teilab» kommens übermittelt, das sich auf gewisse landwirtschaftliche und industrielle Erzeugnisse erstrecken soll. Angesichts der Tatsache, daß Die Parlamentsferien in Deutschland und in Frankreich nicht mehr fern liegen, füllen die HandelsvertragsverhanDlungen beschleunigt weitergefüh rt werden.
Standrecht in Lissabon.
Madrid, 19. Suni. (TU.) Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat General Gomez d e C o st a das Standrecht verhängt, wett die Arbeiterverbände den Generalstreik zu organisieren versuchten. Obwohl alle höheren Aemter mit Monarchisten beseht sind, erklärten die Generäle, daß sie Die repub 1 i- kanische Staats form wahren wollten. Die republikanischen Truppen Der Lissaboner Garnison haben sich am späten Abend General Costa unterworfen. Als P r i m o De Rivera von Den Vorgängen in Portugal erfuhr, Drang er auf Das Gelingen der OK i I i * tärDiktatur im Rachbarreich.
Aus aller Mett.
Kommunistischer Ueberfall.
Aus Bremen wird gemeldet: Am Bahnhof Crohn-Vegesack wurden Die Arbeiter SchmiDt und Lange, Die Dem WickingbunD angehören, von 18 Kommunisten überfalle p.. Die Kommunisten fielen über SchmiDt her, bearbeiteten ihn mit Fäusten, fließen ihn mit Dem Kopf auf das Straßenpflaster unD traten ihn mit Füßen. QIußerDem wurDe ihm feine Brieftasche mit Papieren gestohlen. Hierauf sottte Schmidt in die Aue geworfen werden. Schmidt hatte noch soviel Geistesgegenwart, sich an Der Uferböschung fest- zuhalten, so Daß er schwer verletzt gerettet werden konnte. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange.
Blutige Zusammenstöße in Ohligs.
Am Sonntag kam es in Ohligs zwischen Angehörigen des Sungdeutschen Ordens und Kommunisten zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem vier Mitglieder des Sungdeutschen Ordens schwer verletzt wurden. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Unter Den Teilnehmern an Der Schlägerei befand sich auch ein kommunistischer StaDtverordneter.
Eisenbahnunglück in Frankreich.
Der Schnellzug Paris-Bordeaux ist bet Douvray in Der Rähe von Tours entgleist. Zwei Personenwagen stürzten den mehrere Meter hohen Bahndamm hinunter, während ein weiterer Personenwagen mit dem Packwagen ineinander; geschoben wurde. Fünf Personen wurden getötet und mehrere verletzt, Darunter Z Personen schwer.
Zwei Flugunfälle.
Heber Adlershof bei Berlin stürzte das Flugzeug D 650 aus geringer Höhe ab. Der Führer, Diplomingenieur Hartmann, erlitt leichtere Verletzungen und fand im Krankenhaus Ausnahme.
Sn Cherbourg stieß bei einem Uebungsflug ein Wasserflugzeug Der Marine gegen Den Mast Des amerikanischen TorpeDokreuzers „Lamson" unD zertrümmerte den. Dieses Flugzeug stürzte zunächst auf das Deck des Schiffes und sodann ins OKeer. Der Führer wurde getötet.
Zwei Kinder vom Vater ermordet.
Sn Waltersdorf hat der 39 Sahre alte Musterzeichner Arthur Arlt seinen beiden Kindern, einem vierjährigen Knaben und einem sechsjährigen Mädchen, die Kehlen durchgeschnitten und sich dann selbst in gleicher Weise getötet. Arlt lebte in glücklicher Ehe, war aber zur Zeit stellungslos.
Steigen des Hochwassers im Reich.
Der Oberrhein steigt weiter. Bei Waldshut betrug der Wasserstand 4,64 Meter. Bei Breisach ist der Wasserspiegel um 40 Zentimeter gestiegen. Bisher konnten die Wassermassen überall natürlichen Abfluß finden. Am Bodensee nahmen dagegen die Ueberschwemmungen zu. Sn Staadt und in Er- mattingen sind Keller, Stuben und Treppen der Häuser am See unter Wasser. Sn Berlingen stehen etwa 15 Häuser unter Wasser und können nur auf Notstegen erreicht werden. Der Seespiegel hat die Höhe des Hochwassers von 1924 erreicht. Wie die B. Z. aus Liebenwerda meldet, ist der Damm der Röder bei Würdenhaim gebrochen, das Land ist kilometerweit überflutet. Würdenhaim ist geräumt. Schutzpolizei aus Torgau, die Reichswehr aus Dresden, sowie freiwillige Organisationen und die Feuerwehren der ganzen Umgegend versuchten, die zwanzig Meter breite Bruchstelle zu verstopfen. Bisher ist dies noch nicht gelungen. Die E 1 ster ist in der Nacht erneut gestiegen.»Weitere fruchtbare Landstrecken zwischen Elster und Pält- nitz stehen unter Wasser. Die Ernte im Kreise Liebenwerda ist größtenteils vernichtet.
26 000 Mark Erwerbslosengelder gestohlen.
3n Barmen wurden mit einem Kraftwagen; 26 000 Marl, die zur Auszahlung an Erwerbslose bestimmt waren, nach einer Zweigstelle gebracht. Entgegen Den Vorschriften setzte sich der Begleittnann nicht in Den Wagen, sondern zum Führer. Diese Leichtsinnigkeit nutzten verwegene Diebe aus, indem sie unterwegs hinten aufsprangen, den Wagen mit einem Schlüssel öffneten und die im Wagen befindlichen 26000 Mark, hauptsächlich 5- und 10°Markfcheine, stahlen und damit flüchteten. Erst beim Eintreffen an Der Zahlstelle wurde der Diebstahl entdeckt. Die Untersuchung verlief ergebnislos. Rur ein geringer Bettag an Hartgeld, Den Die Diebe wegen Der Schwere der Münzen weggeworfen hatten, wurde aufgefunden.
vom elektrischen Strom verbrannt.
Beim Ueberlandwerk in Robern wurde der zweite Dttektor der Badenwerkstelle in Tauber- bischofsheim, Stark, in bewußtlosem SufianDe schwer verletzt aufgefunden. Beide Hände waren vollständig verbrannt und zerfleischt und auch am Hinterkopfe zeigten sich schwere 03er* letzungen. Man nimmt an, daß er der Starkstromleitung zu nahe gekommen ist.
Dampserzusammenstoß.
Aus Sapan wird gemeldet, daß Der deutsche Dampfer „Rheinland", Der von OZokohama nach Hamburg unterwegs war, mit einem japanischen Dampfer zusammengestoßen ist. Die „Rheinland" wurde backbord mittschiffs schwer beschädigt. Der Maschinenraum steht unter Wasser. Das Schiff mußte 40 Meilen von Land auif Strand gesetzt werden. Die Lage gilt als kritisch.
Zwei Brüder ertrunken.
Wie die QlbenDblätter melden, er tran ken bei einer Fahrt in einem selbstgebauten kleinen Segelboot infolge starken Sturmes auf dem Frischen Haff die beiden Brüder Pehan, von denen einer ein bekannter Segelflieger war. Das leere Doot ist angetrieben worden.


