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ciapfunben. Die Erinnerungen an Daä Jahr des Bürgerkrieges. da die finnischen Roten sich mit Sowjetrus.en verbanden, sina noch wach. Roch Ende 1925 waren die int Jahre 1918 verhafteten finnischen Konununisten im Kerler und wurden trotz der Intervention der finnischen Sozcal- Lenwkratie nicht enttasjen. Im Mai 1525 iputce die Kommunistische Partei Finnlands aufgelöst und deren ParlamentZvertreter verhaftet wegen des Verdachts. daß sie ihre Immunität zu Pro- raganda^weclen benutzen, liederholt wurden auch grhci.ne Agitattons.entr.n des Kommunis­mus im Lande aufgeweckt. Andererseits wurden auch bi Leningrad Spezialkurse militärischen und agitatorischem Charaltcrs für die sich dort aus­haltenden roten Finnländer eingerichtet. Unter tiefen Umständen wurden die Llbrüsiungsoestre- Bungen der finnischen Sozialdemokratie von der Mehrzahl der Volksvertreter abgelehnt (lU Sozirldemolratie mit ihren 63 Wgeor .neten steht im" Reichstag dem Zentrum und der Reckten gegenüber, di- je 61 Vertreter haben). Finnland unterhält eine reguläre Armes von etwa 20 000 Mann, aber auch eine freiwillige Wehr nach militärischem Muster (etwa 100 COO Mann), die schnell mobilisiert werden kann. Da die Grenzen Finnlands nach Osten hin aber kaum ausreichend befestigt sind, ist ein freiwilliger Flottenverein an der Arbeit, um die Marine auszubauen, die heute mit ihren 3000 Tonnen selbst hinter der estnischen Flotte (55000 Tonnen) zurückbleibt.

Diese Wehrbestrebunaen im Zusammenhang mit den geschilderten Mißerfolgen der Dündnis- politik in Finnland lassen erkennen, daß das gegenwärtige Finnland vor allem auf die eigene Kraft sich stützen will.Finlandia fara da se, mit dieser Parole könnte man die heutige Außenpolitik Finnlands überschreiben. Es fragt sich aber, gerade weil der Ausgleich mit der Sowjetunion so oft und auch zuletzt gescheitert ist, ob diese Politik der splendid Isolation sich auf die Dauer aufrechterhalten läßt. Schon spricht man in eingeweihten Kreisen von einem mili­tärischen Bündnis Finnlands mit Estland. Jedenfalls liegt ein solches Bündnis mit Est­land und Lettland (warum nicht mit Polen und Litauen, geht aus dem oben Gesagten her­vor) zunächst auf der Linie der finnischen Außen- politi'. Freilich, der nach den jüngsten Zeitungs­nachrichten offenbar bevorstehende ilebergang des Kabinetts in die Hände der finnischen Sozial­demokraten kann zu einer gewissen Besserung der Beziehungen zur Union beitragen. Doch können dauernde außenpolitische Aufgaben na­türlich nicht von einer vorübergehenden parla­mentarischen Konstellation abhängig gemacht werden.

Oberhessen.

Landkreis Gics;ctt.

CO Klein.Linden, 18.Dez. Aus der jüng­sten Gemeinderats sihung ist als be­merkenswert zu berichten: Für das laufende Rechnungsjahr sollen auf je 100 Mark Steuer­wert erhoben werden an Sondergebäude- steuer 58,7 Pfennig, an Grundsteuer, und zwar auf Gebäude und Bauplätze 25,4 Pfennig, auf land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz 82 Pfennig. Die Gewerbesteuer beträgt auf 100 Mark Steuerwert des landwirtschaftlichen und gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals 70 Pfennig, auf 1 Mark staatlichen Gewerbe- steuerertragssolls für 1925 sollen für das lau­fende Rechnungsjahr 70 Pfennig erhoben werden. Zum Punkt Wasserleitungs - undKana- ltsationsanlage wurde beschlossen, vorerst beim Kulturbauamt Auskunft einzuholen über die Höhe der Kosten, die entstehen durch Aus­stellung eines Voranschlages für die geplanten Anlagen. In Sachen des Kriegerdenkmals soll durch den Gemeinderat und den geschäftsfüh- renden Denkmalauschuh vorerst eine Be chtssi- gung deS in Frage kommenden Geländes vor­genommen werdem Die Hundesteuer wird für das Jahr 1927 in derselben Höhe erhoben wie für 1926, nämlich für den ersten Hund 6 Mark, für den zweiten 12 Mark und für den dritten 18 Mark. Der Gemeinderat ertlärt sich einverstanden mit den Aufwertungs­ansprüchen der Dezirkssparkasse Gießen, die eine Aufwertung ihrer Darlehen von 12'/» Prozent fordert. Die Tilgung der Schuld soll in drei Jahresraten erfolgen, und zwar In den Jahren 1927, 1928 und 1929. Den

Gemeinderat ist jedoch mit der Anforderung der Bezirkssparkasse nur einverstanden, wenn diese auf eine eventuelle spätere wertere Auf­wertung verzichtet.

X Klein-Linden. 18. Dez. In den letzten mondhellen Nächten ließen zwei Hausfrauen die frischgewaschene Wäsche über Nacht im Gar- ten hängen. Am andern Morgen mußten sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß Spitzbuben in der Nachl einen großen Teil der Wäschestücke f o r t g e) d) l e p p t hatten. Von den Langfingern» hat man noch keine Spur. Der Schaden der Be­stohlenen ist erheblich. Die Fälle mögen andere Hausfrauen zur Vorsicht mahnen.

T Altendorf a. v. Lahn, 18. Dez. Die Feldbereinigungs - Arbeiten schreiten rüstig weiter. Gegenwärtig wird der Feldweg nach Dutenhofen in Stan) gesetzt, jedoch wird noch einige Zeit vergehen, bis t'e Arbeit be­endet ist. Längs der Siraße nach der Mittel- Sorgermühle werden gegenwärtig, tiefe Gräben ausgehoben zum Abzug des Wassers. An der Verlegung und Grablegung des Kleebach- bettel wird immer noch gearbeitet. Die im Herbst übergebenen Aeä:,' konnten vor Eintritt der kalten Witterung noch ausgestellt werden. Jedcch sind heute noch viele Landwirte mit der Zuteilung ter Grundstücke nicht einverstanden, so daß das Schiedsgericht Entscheidungen treffen muß. Der Verkauf der Massegrunditücke wird in nächster Zeit vor sich gehen. Ob infolge der Geldknappheit unserer Landwirte der zu erwar­tende Erlös für diese Grundstücke die älntosten der Feldbereinigung decken wird, bezweifeln viele Einwohner. Sie befürchten, daß noch größere Beträge von den Landbesi' :rn aufgebracht wer­den müssen. Hoffentlich b:l.)rt sie die Zukunft eines besseren. Auch die Schwarzseher und ewig Anzufriedenen werden sicher nach Jahren zu der äleberzeugung kommen, daß die gtlbBereini­gung doch große Vorteile mitgebrackt hat.

X Allendorf (Lahn), 18. Dez. Gestern nach­mittag v e r u n g l ü a t e ocr bejahrte Emwohner 3. Lenz beim Baumfällen im Waldrevier Hopfenstein. Als der Mann in Gemeinschaft mit seinen Arbeitskollegen einen Daum fällen wollte, stürzte unversehens ein anderer, eben-, falls angehauener Stamm mit um, der Lenz so unglücklich traf, daß er einen älnterschentel- bruch, Kopfverletzungen und eine Quetschung der Brust davontrug. Der Bedauernswerte wurde der chirurgischen Klinik in Gießen zugesü^tt.

[T] Lollar, 19. Dez. In der elektrischen Lichtoersorgung unserer Geeminde treten in j letzter Zeit wiederhost Mängel auf, die zu leb­haften tagen der Einwohnerschaft Anlaß geben. Neben Zerstörungen der Glühbirnen in den Haus­haltungen und bei der Straßenbeleuchtung versagte in der vergangenen Woche zweimal die Stromver­sorgung während der Nacht- und Morgenstunden vollständig. Gründliche Abhilfe tut hier drin­gend not.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 18. Dez. Die Handels­kammer Friedberg besttmmte in ihrer ge­strigen Sitzung den Rechtsanwalt und Rotar Stahl, Dad-Rauheim, zum Vertreter der Kam­mer im Vorstand des Derkehrbundes Ober Hessen.

Dad-Rauheim, 18. Dez. Die Stadt-- verordneten-Dersammlung beschloß in ihrer gestri­gen Sitzung den Beitritt unserer Stadt zum Derkehrsbund Oberhessen.

y. Wölfersheim, 18. Sex. Aus der G e - meinderatssitzung- Der Antrag der Bahn­meisterei Hungen auf Stellung von Gelände zur Erweiterung des hiesigen Bahnhofs wurde der erheblichen Kosten wegen a b g e l e h n t, zumal auch die Gemeinde kein besonderes Interesse au der Vergrößerung des Bahnhofs hat. Die Gemeindehunde ft euer wurde für das Jahr 1927 in derselben Höhe festgesetzt wie in 1926; zu der staatlichen Steuer von 12 Mk. tritt eine solche der Gemeinde von 4 Mk. Zur Verminde­rung der Spatzenplage sollen diese Schäd- linae während des Winters zum Abschuß gegen ein Schußgcld von 10 Pf. freigegeben werden. Schieß­erlaubnisscheine werden von der Bürgermeisterei an zuverlässige Personen über 20 Jahre abgegeben.

WSN. Södel, 18. Dez. Im hiesigen Jagd­bezirk wurden bei der gestrigen Treibjagd 216 Hasen zur Strecke gebracht. Im Gegensatz zu ande­ren Jagdbezirken scheint Meister Lampe hier mit Vorliebe seine Hasenseele zu opfern, da bei der vor­letzten Jagd im Bezirk Södel 47 Hasen und vier nwrMmwiiawr<*?i-awtfiaEiei a

Füchsen, und im Melbacher Gebiet 156 Hasen das Lebenslicht ausgepustet wurde.

CO Nieder-Florstadt, 18. Dez. Die diesjährige Treibjagd in unserer Gemarkung halte ein verhältnismäßig günstiges Ergebnis. Es wurden 15 2 Hasen zur Strecke gebracht. Die Beute ist also wesentlich hoher wie im vorigen Jahre mit etwa 60 Hasen. Die Zahl der Erwerbs­losen ist hier wieder stark angewachsen, wenn auch die Ziffern des vorigen Jahres nicht ganz erreicht find. Die Höchstzahl im Dezember ist 106, von denen aber wieder 40 Mann beim Holzfällen im Wald auf drei bis vier Wochen Beschäftigung .haben. Wenn die Holzarbeiten in dem benachbarten Wick- stödtcr Wald beginnen, wird die Zahl weiter fallen, wenn nicht inzwischen wieder Entlassungen erfolgen. Lis jetzt sind Weißbinder, Schlosser und Schreiner am meisten betroffen.

Kreis Büdingen.

Qj Nidda, 18. Dez. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung ist u. a. zu vrricht«,: Von den Wohn Jem Los.m tutö Knorr bis zur Einmü'.dnng der Straße in dir Salzhäuser Straße soll ein Rohrlanal zur Aol.itung der Abwasser hergeste.lt w.rdrn, wenn die An­lieger sich d-r Leistung eines B.ilragrs in Höhe von lz4 der aus die Grundstücke nach Maßgabe der Frontlänge entfallenden Kosten übernehmen. Der Gemeinderat nah.n Ke.ntris daaon, daß die DrandversicherungSkammer z , den auherordentlichm Anschaffungen für de Aus­rüstung der Feuerwehr nu: 330 Mk. bei­getragen hat, uno ersuchte, demnächst Schritte zu unternehmen, daß aus Mitteln für 1927 nochmals ein Z. schuß gewährt wird. Für die S o z i a l - und Kleinrentner wurde eine W i n t er­be i Hilfe in Höhe von zusammen 830 Mk. be­willigt, die je zur Hälfte vom Kreis und der Gemeinde zu tragen sind. Die S.adt Aid da tritt den Derkehrsbund Oberhess en ais Mitglied bei.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 18. Dez. Der Stadtvor - stand beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der Prüfuna der Rechnung der Stadt sowie des st ä d t. Elektrizitäts­werkes für Rj. 1925. Die Rechnung der Stadt für 1925 schließt mit einem lleberschuß von rund 58 000 Mark ab. In dieser Summe smd jedoch die Rech- nungsrefte der vorausgegangenen Jahre enthalten. Die Gesamteinnahmen der Stadt betragen rd. 380 311 des städtischen Elektrizitätswerkes schließt mit einem lleberschuß von 17 368 Mk. ab. In diesem Betrag ist ebenfalls der Rechnungsrest der vorausgegangenen Jahre enthalten. Die Gesamteinnahmen des Werkes betragen 115 862 Ml., denen rund 98 493 Mk. in Ausgabe gegenüberstehen. Beide Rechnungen wurden genehmigt. Nach den Ausführungen des Bürger­meisters steht zu erwarten, daß die 1926er Rechnung nicht so günstig abschließt, jedoch ist aus seinen wei­teren Mitteilungen zu schließen, daß der Voran­schlag 1926 nicht überschritten wird. Sodann stimmte man dem Beitritt der Stadt $ u m Verkehrsbund Oberhessen zu. Als jähr­licher Beitrag wird auf den Kopf der Einwohner- S'' 1 Pf. erhoben, so daß Lauterbach etwa 48 Mk.

resbeitrag zu zahlen hat. Die E i n z e l - Händler Lauterbachs sind an die Stadt herangetreten mit dem Ersuchen um Neurege­lung der Sonntagsruhe im Handels­gewerbe. Sie wünschen zwei Der'kaufsstunden Sonn­tags sowie Verlängerung der Verkaufszeit Sams­tags abends bis 8 Uhr. Bürgermeister Walz weist darauf hin, daß der Stadtvorftand zur Erledigung dieser Gesuche nicht zuständig sei. Es wurde be­schlossen, die Gesuche ohne Stellungnahme an die Einsender zurückzugeben mit dem Hinweis, sich in dieser Angelegenheit an die zuständige Behörde zu wenden. In einer früheren Sitzung war be­schlossen worden, dem Umbau des st ä d t. Elek­trizitätswerkes auf Dieselmotoren näherzutreten, da die Ttajdpncn des Werkes nicht mehr der Neuzeit entsprechen, seit etwa 27 Jahren im Gebrauch stehen und somit kaum noch in der Lage sind, hauptsächlich in den Wintermonaten den erforderlichen Strom zu erzeugen. Nach den Ausfüh­rungen des Bürgermeisters ist das Ueberland- werk in den letzten Tagen wiederum an die Stabt herangetreten und regt den Anschluß an dieses Werk an. Der Stadtvorftand hat demnächst darüber Be­schluß zu fassen, ob man sich dem Uederlandwerk anschließen oder auf Dieselmotoren umstellen will. IIm diese Frage zu klären, soll der staatliche Gut­achter Gudernatsch in der nächsten Sitzung an Ha"d von Rentabilitätsberechnungen und Kosten­

vorschlägen einen Vortrag halten. Auch Direktor von Stadler soll in dieser Angelegenheit gehört werden.

Starkenburg.

=.'== Offenbad), 18. Dez. Eine be­schränkte W e i h n a ch l s b e i h i l f e an die Be­amten und Angestellten hat die hiesige S t a D t d e r orbnetenoerfammlung beschlossen. Nur die Beamten und Angestellten in den Besoldungsgrup­pen 1 bis 5 erhalten die gleichen einmaligen Zu« lagen, wie sie für die Reichsbeamten vorgesehen sind, mit der Maßgabe, daß diejenigen Beamten der Gruppen 6 und 7, deren Grundgehalt das End- gehalt der Gruppe 5 (171 Mk.) nicht übcrftelgt, eine angleichende Zulage bis zur Erreichung der für die Endstufe 5 sich errechnenden Bezüge erhalten. Die städtischen Arbeiter erhalten: Ledige 20 Mk., Ver- heiratete 25 Mk., für jedes Kind 5 Mk., nicht Voll­beschäftigte, soweit sie über 24 Stunden tätig sind, im übrigen j dieser Beträge. Die Arbeiterinnen erhalten ; dieser Bezüge. Ruhegehalts- und Hinter- bliebenenfürsorgeempsänger erhalten f der Dezem­berbezüge. Die Erwerbslosen und Empfänger von Wohlsahrtsunterstützung bekommen: Ledige (im elterlichen Haushalt) Mk., Alleinstehende und Fa­milien bis zu 3 Köpfen 15 Mk., Familien bis zu 5 Köpfen 20 Mk., mit mehr als 5 Köpfen 25 Mk. Die Stadtverwaltung rechtfertigt diesen Beschluß gegenüber der bekannten Entschließung des Hessi- scheu Landtags damit, daß die Stadt Offenbach den Erwerbslosen und Wohlfahrtsunterstützungsempfän­gern bereits eine Winterbeihilfe Tmt-d) Brennstoff- belieferung, Gaspreisermäßigung, Brotoerbilligung, Mietbeihilfen u. dgl. in. gewährt.

WSN. Groß-Gerau, 18. Dez. Bei Neu- bauten im hiesigen G a s w e r k kam es gestern nach­mittag bei Schweißardeiien an einem Leitungsrohr zu einer Explosion, wobei ein T c i l d e s Ge­bäudes in die Lust flog. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen.

Rheinhessen.

WSA. Worms, 13. Dez. Gestern nach­mittag spielten ein sechsjähriges Mäd­chen und ein gleichaltriger Knabe in einer Anlage mit Streichhölzern. Durch ein Streichholz, das der Knabe anzündete, gerieten dabei die Kleider des Mädchens in Brand. Aus die Hilferu'e des Kindes eilten Pafsanten herbei und löschten die Flammen. Jedoch waren die Brandwunden des KindcS derart schwer, daß ei' kurz nach seiner Ein- lieserung ins Krankenhaus verstarb. Gestern mittag wurde ein kleiner Junge in der Röhe d s Mai rzer Toras von e.nem Motorradfahrer überfahren, ten er in das Ra) hineingelaufen war. Der Junge wurde in erheblich verletztem Zustand ins städl. Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr soll nicht bestehen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 18. Dez. Gestern de rft a r b hier der Seniorchef der bekanntenHerkules-Werke", Fabrikant Otto C o e r s , der seit mehreren Jahr­zehnten in dem industriellen Leben unserer engeren und weiteren Heimat mit an führender Stelle ge­standen hat. Das von ihm begründete Werk war durch seine Werkzeugmaschinenfabrikation weithin bekannt. Der Verstorbene bekleidete mehrere Ehren­ämter und erfreute sich hohen Ansehens.

WSA. K r o f o o t f, 18. Dez. Elektro­monteur Richard Treuth von hier, der bei den Siemens-Schuckertwerlen in Wetzcar bedien­stet war, wurde bei Montagearbeiten auf der Eibelshäuser Hütte vom elektrischen Stark ström getötet.

ö 2lus dem Kleebachtal, 18. Dez. In den Gemarkungen unserer Gegend ist in den letzten Wochen eine starke Maulwurfsplage zu beobachten. Auch die A ck e r s ch n e ck e . die sich in­folge der milden Spätherbstwitterung ungehindert ausbreiten konnte, ist stellenweise in großen Men­gen vorhanden und richtet auf den jungen Winter­saaten, namentlich beim Weizen, große Schäden an.

<> Hochelheim, 18. Dez. Unter dem Vieh­bestände zweier hiesiger Landwirte ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Einem Land­wirt sind bereits zwei Kälber an der Seuche ver­endet.

a6» Hochelhe i m , 18. Dez. Um die Schäden zu beheben, die alljährlich das Versumpfen von Wiesenflächen mit zu hohem Grund-

OerFrosch mii derMaske

Roman von Edgar Wallace.

20 Fortsetzung Nachdruck verboten

Die Musik begann schmetternd, dudelnd, quiet­schend von neuem, und Lew Brady holte Ray an den Tisch zurück, wo er reglos, den Kopf in die Hand gestützt, sitzen blieb.

Lola bestellte Champagner.

Es gibt Zeiten," sagte Elk,wo der verlorene Sohn und das gemästete Kalb sich so ähnlich sehen, daß man sie nicht voneinander unterscheiden kann."

Dick schwieg, aber sein Herz blutete um den ge­heimnisvollen Mann aus Horsham, denn er hatte in Bennetts Blick die Verzweiflung eines Verdammten gesehen.

XIII.

Ein Ueberfall in der Eldorstraße.

Während der ganzen Szene war Ezra Maitland vollkommen ruhig dagesessen, und es hatte den An- chein, als bringe er den Geschehnissen nicht das zeringste Interesse entgegen, ja, als kämen sie einem zerstreuten Geiste gar nicht zum Bewußt­em. Endlich stand der alte Mann schwerfällig auf und verlieh den Saal.

Jetzt geht er und hat feine Rechnung nicht be­zahlt", flüsterte Ett.

Trotz dieses Versäumnisses begleitete der Ober­kellner Den bejahrten Millionär zur Tür, Ueberrotf, Zylinder und Stock wurden ihm gebracht, und er war den Blicken entschwunden, bevor die sich ver­beugenden Diener sich wieder ausgerichtet hatten. Es schien, als hätte das Publikum nach der viel dis­kutierten Störung seine gute Laune wiedergewon- nen.' Es ward allgemein getanzt, und die Heiterkeit erstieg ihren Höhepunkt. Dick sah auf die Uhr und gab Elk ein unmerkliches Zeichen. Sie erhoben sich und schlenderten ohne Hast zur Tür. Ein Kellner kam ihnen eilenbs nach.Die Herren wünschen zu zahlen?"

Später, in drei Minuten", sagte Dick.

In dem Moment zeigten die Zeiger der Uhr auf ein. Genau drei Minuten später war der Klub in den Händen der Polizei. Um ein Uhr fünfzehn war

er bis auf die diensthabenden Detektive und das Personal geleert.

Wo ist Hagn?" verhörte Dick den Oberkellner.

Er ist nach Hause gegangen, sagte der Mann mürrisch.Er geht immer zeitig nach Hause."

Das ist eine Erfindung, mein Sohn", sagte Elk.Führen Sie mich in sein Zimmer."

Sie kamen in ein großes, fensterloses, gemütlich eingerichtetes Gemach, das im Erdgeschoß lag, in einem Teile der alten Missionshalle, den man unberührt gelassen hatte. Während die Unterbeam­ten die Bücher Blatt für Blatt untersuchten, durch­forschte Elk das Zimmer. In einer Ecke stand ein kleines Safe, auf welches er das Polizeisiegel klebte. Auf einem Safe lag in ziemlicher Unordnung ein Anzug, der anscheinend in aller Eile abgestreift wor­den war. Elk trug ihn unter das Lampenlicht und betrachtete ihn genau. Es war der Frack, den Hagn getragen hatte, als er sie zu ihren Sitzen geleitete.

Führen Sie den Oberkellner her." Der Ober­kellner wollte oder konnte keine Auskunft geben. Herr Hagn wechselt immer die Kleider, bevor er nach Hause geht", sagte er.

Warum ist er fortgegangen, bevor der Klub geschlossen wurde?" Der Mann zuckte die Achseln.

Ich kenne seine Privatangelegenheiten nicht", sagte er und Elk entließ ihn.

An der Wand stand ein Toilettetisch und ein Spiegel. Zu beiden Seiten des Spiegels waren kleine Lampen angebracht, die keinen Lampenschirm hatten. Elk drehte auf und in dem grellen Licht prüfte er den Tisch. Sofort fand er zwei Haar­büschel und hielt sie an Den Aermel seines schwarzen Rockes. In der Schublade fand er eine kleine Flasche mit Alkoholgummi und prüfte daraus die Bürste sorafältig.

Dann hob er den Papierkorb auf und schüttelte dessen Jnahlt auf den Tisch. Er fand ein paar zer­rissene Rechnungen, Geschäftsbriefe, die Ankündi- gung eines Geschäftsmannes, drei zerbröselte Zi- garettenftummel und verschiedentliche Papierschnitzel. Einer davon war mit Gummi bedeckt und klebte zu­sammen,

,Hch möchte wetten, daß er damit seine Bürste abgewischt hat", sagte Elk.

Mit einer Schwierigkeit zog er den Zettel aus­einander. Er war mit der Maschine geschrieben und bestand aus drei Zeilen

Dringend. Besucht Sieben in E. S. 2.

Kein UeberfaU. Versichert Euch 2)1.s Aussage.

Dringend! F. 1."

Dick nahm das Papier aus Elks Hand und las es,

Darin, daß es keinen Ueberfall geben wird, irrt er jid)", sagte er.E. S. bedeutet Eldorstraße. Und 2 i]t entweder die Nummer zwei oder zwei Uhr."

Aber wer ist M.?" fragte Elk stirnrunzelnd.

Anscheinend Mills, der Mann, den wir in Wandsworth gefangen haben. Er hat feine Aus­sage schriftlich niedergelegt, nicht?"

Er hat sie zumindest unterzeichnet", sagte Elk nachdenklich.

Er wendete die Papiere um und um und nach einer Weile fand er, wonach er gesucht hatte. Einen kleinen Briefumschlag, der in Maschinenschrift an ,,G. D. Hagn" adressiert war und auf der Rückseite Den Stempel Des Bezirks-Botendienstes trug.

Elk schickte nach dem Portier.Um welche Zeit wurde dies hier abgegeben?" fragte er.

Der Mann war ein ausgedienter Soldat, der einzige der Verhafteten, der seine Lage zu empfin­den schien.

Der Brief kam ungefähr gegen neun Uhr, Herr Inspektor", sagte er bereitwillig und brachte zur Bestätigung sein Postbuch.Er wurde von einem Messengerboy gebracht."

Bekommt Herr Hagn viele solche Nachrichten?"

Sehr wenige, Herr Inspektor", sagte der Por- tier und fügte eine ängstliche Frage bei, was man mit ihm vorhabe.

Sie können nach Hause gehen, aber unter Be­deckung. Sie dürfen hier mit niemandem sprechen und niemandem jagen, daß ich mich nad; diesem Briefe erkundigt yaoe. Haben Sie verstanden?"

Jawohl, Herr Inspektor."

Elk rief die Telephonzentrale an und liefe für eine Stunde alle telephonischen Verbindungen un­terbrechen. Es war jetzt dreioiertel zwei Uhr.

Ec hieß achtzehn Detektive zurückbleiben, um Den Klub zu beaufsichtigen und fuhr, von Dick und Der übrigen Polizeimann(chaft begleitet, mit Der größtmöglichen GeschwinDigkeit nach Tottenham. Etwa hundert Meter, ehe sie Die Eldorstraße cr- reichten, hielt das Auto an und alle fliegen aus. Dick liefe seine Leute Die Nebenstraßen nehmen und ging allein mit Elk weiter.

An der Ecke der Eldorstraße sah dieser, Daß die Vorsicht seines Chefs wohl begründet gewesen war. Ein Mann lehnte an einem Laternenpfahl und Elk verwickelte Dick jofort in ein lebhaftes und lautes Gespräch über einen harmlosen Gegenstand.

Der Mann unter dem Kandelaber zögerte einen kleinen Augenblick zu lange. Als sie neben ihm waren, wendete sich Elk in ihn. ,/).ibcn Sie viel- leicht Feuer?" fragte er.

Nein", brummte der andere.

Im nächsten Augenblick lag er aus dem Boden. Elk kniete auf feiner Brust und hielt mit feinen langen knochigen Fingern seine Kehle umklammert.

Wenn ou schreist, Frosch, erdroßle ich dich", zischte der Detektiv. Der Mann war in den Händen der herbeieilenden Detektive, er war geknebelt, ge­fesselt und auf dem Wege zum Polizelauto, ehe er begriff, was für ein Tornado ihn niebergemorfen habe.

..Alles hängt jetzt davon ab, ob derjenige Gent­leman, der in der Passage zwischen den Gärten patrouillieren dürste, diese umziemliche Balgerei mit angesehen hat?" sagte Elk und staubte sich ab. .Hat er es gesehen, Dann Dürften sich nette Dinge ereignen."

Aber anscheinenD war er Die Wache in dem kleinen Gange selbst gewesen. Elk stand am Eingang still, lauschte und horte sogleich gedämpfte Schritte. Er schlüpfte in Den Gang und trat selbst nicht allzu leise auf.

Wer ist da?" fragte Der Wächter.

,Hch!" flüsterte Elk.Mach nicht so viel Lärm." Was hast du hier zu fud;en ?" fragte der andere in gebieterischem Tone.Ich habe dir gesagt, Daß Du bei Der Laterne stehen bleiben sollst.

Elks Augen hatten sich bereits an Das Dunkel gewohnt und er schätzte die Distanz ab.

Es kommen zwei komische Leute die Strafet hinauf. Ich wollte nur, daß Du sie siehst", flüsterte er. In seiner Jugend hatte Elk Fufedall ge|pieü und nun (tiefe er zu. Der Mann stürzte mit einem An« prall zu Boden, daß es ihm Den Atem verschlug und cr nur das unwillkürliche Keuchen ausftiefe. Das einem Knock Out folgt. Der NieDergeichlagene war unfähig zu schreien und noch immer atemlos, al# ihn schon bereitwillige Hände in den Patrouillen- wagen warfen.

(Fortsetzung folgt)

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