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Menschen unb Kinder darlegten. Der Streit aber, ob Nachahmung oder nicht, ist in ganz leichter Weise zu beheben. Das Kind ist insofern nach­ahmend, als es sich oft von dem Tun anderer zu eigenem Tun anreizen läßt. Die Leistung, die cs vollbringt, ist ober meist eigener Qlatur. Nachahmung im Sinne Erwachsener (z. D. bei Malern, Musikern, Dichtern) seht voraus: eine grohe Beherrschung von Mitteln und die hat das Kind nicht. Das Kind kennt keine literarischen Formen, ober wo es in seiner Sprache echt ist, da klingt sie auch sch^ man muh nur genauer hinhören. Wo seine Sprache unecht ist, da ist das Kind schon unter dem Einfluß von Erwachsenenver-bildet".

Studentenspiegel.

2(115 alten Kalendern gekramt von M. Jung Nickel.

Ein grober Gesell verachtete das Studieren, sagend: Es bleibe doch bei dem Sprichwort: Je ge­lehrter, je verkehrter. Ein Verständiger aber sagte: dah dieses von dem Mißbrauch der' Studien wahr sei. Wer sich aber solcher rechtmäßig bedient, der erweist, daß es heiße: Je gelehrter, je geehrter, und je ungelehrter, je verkehrter.

Als ein junger Edelmann sich rühmte: er hätte viele tausend Kronen verstudiert, sprach ein ver­ständiger Mann zu ihm: Wann er einen finde, der ihm für all sein Studieren nur hundert Kronen wiedergeoen wollte, sollte er es für wohl verkauft halten.

Es wollte ein Kantor von einem unstudierten Studenten reden und sagte:Seine Studien sind wie die Noten im Choral: wenig und grob."

Etliche studieren wie die Ameisen, die nur Zu­sammentragen und niemand damit nützen als ihnen. Etliche wie die Spinnen, die von sich viel Unnützes erfinden. Etliche wie die Bienen, welche aus vielen Blumen f)onig zu Wachs und Süßigkeit machen, sich davon nähren und auch anderen damit dienen.

Die Unwissenheit ist eine Ungestalt oder Häßlich­keit des Gemütes, welche mit der äußerlichen Schön­heit keine Verwandtschaft hat.

Wirtschaft.

*ZusammenschlußVereinigteStahl- werke-Demag. Wie der DHD. zuverlässig er­fährt, schweben zwischen den beiden Gesellschaften Verhandlungen über einen engeren Anschluß der Demag an die Vereinigten Stahlwerke. Die Ver­einigten Stahlwerke A. G. hatten als Entgelt für die in die Deutsche Maschinenfabrik eingebrachten Werke der früheren Thyssenschen Maschinenfabrik Mülheim a. d. Nuhr Genußscheine der neuen De- mag-Gesellschast erhalten, und zwar mit der Maß­gabe einer späteren Verwertung. Infolge der neuen wirtschaftlichen Konjunktur will man jedoch eine solche Verwertung unterlassen, beabsichtigt im Gegen­teil, die Beziehungen der Vereinigten Stahlwerke- Demag bedeutend enger zu gestalten, als dies der bisherige Freundschaftsvertrag beider Gesellschaften vorsieht. Im Zusammenhang mit diesen Erhebun­gen steht wohl auch der im Ruhrgebiet vielfach kri­tisierte Rücktritt Dr. Haerles wegen Differenzen mit Fritz Thyssen als Bestätigung für eine Wiederannäherung der Demag an Die Vereinigten Stahlwerke. Im übrigen werden die Vereinigten Stahlwerke von ihrem Prinzip, keine weiterver­arbeitenden Betriebe neu anzugliedern, durch diesen Zusammensl'luß nicht abgehen.

* Reorganisation der russischen chemischen Industrie unter Führung der I. G. F a r b e n i n d u st r i e A. G. Zur Durchführung des mit der deutsch-russischen Han­delsgesellschaftRußgertorg" abgeschlossenen drei­jährigen Lieferungsvertrages wird die I. G. Far­benindustrie 2l. G. Konsignationslager in Moskau, Leningrad, Charkow und einigen anderen Plätzen einrichten. Ferner wird die I. G. Farbenindustrie die Leitung bei der Reorganisation der russischen chemischen Industrie übernehmen und den Chimugol und andere russische Betriebe mit Facharbeitern versorgen. Russische Ingenieure sollen eine Ausbil­dung in Deutschland erfahren.

Berliner Börse.

03 e r I i n 20. Olt. Die Aufwärtsbewe- t flung der Kurse setzte sich heute nicht fort. Die Spekulation schritt vielmehr zu (5>ett>rnnmit= I nahmen, da sie sich bei der jetzigen hohen Basis des Kursniveaus unsicher suhlt, und zeigte das » Bestreben, ihre Engagements freiwillig leicht abzubauen. Aus diesen börsentechnischen Grün­den, die wohl auch Vorbereitungen zum Ultimo bedeuten, gelangte reichlich Material an den Markt, das auf die T e n d e n z drückte. Die Kursrückgänge betrugen 1 bis 2 Prozent, bei den besonders stark gesteigerten Werten 3 bis 4 Prozent. Eine Ausnahmestellung nahmen die Aktien der Darmstadter Bank ein, die infolge starker Nachfrage bei der ersten Kursfestsetzung um weitere 3 Prozent anziehen konnten. Ferner waren einige Spezialwerte, wie Daimler-

Motoren. gut befestigt. Unter den ausländi­schen Renten zeigte sich für Russen Begehr, die ihre Steigerungen fortsehen konnten. Am Geldmarkt hat sich die Nachfrage etwas ver­stärkt, die Sähe erfuhren aber keine Veränderung. Tagesgeld war zu 3,5 bis 5 Prozent und darunter angeboten. Im Devisen verkehr trat ein empfindlicher Rückschlag für das eng­lische Pfund ein. London gab gegen Kabel auf 4,8480 nach. Die lateinischen Valuten zeigten freundliche Haltung. Auch Oslo behauptet seinen höheren Stand der letzten Tage.

Dörlenkurle.

Frankfurt a-M.

Berlin

Sd)luu- Kurs

1-Uhr- fiure

Schlich-»Anfang

fint»

1'".

Datum:

11). 10.

20. 10.

19. 10.

20 10

5% Deutsche RcichSanleihe .

G.70

0 6975

0.7007

<% Deutsche RcichSanleihe

0.6805

0.67

BV9% Deutsche Neichsanleibe

0,(18

0,6705

0.66

3% Deutsche RcichSanleihe

0.83

_

0.87

0,87

Deutsche Svarprämienanleihe

0 43

-

0.435

4°/o Preußische KoniolS . .

0.08

>,6707

0.6675

<% Hellen ........

3/i°/n Hegen..........

0.62

_

0 654

3% Hellen...........

Deutsche Wertd. Dollar-An l. dto- Doll -Schatz-Anweiing.')

95

0.645 99

-

<% »jolllürken.........

16.8

18.25

1 16,3

5% Goldmerikaner ... .

45

-

_

Berliner Handelsgesellschaft. Lommerz- and Prtvat-Bank

234

159.7a

160.5

234.75

159.9

230.25

160 5'

Dannst. und Naiionalbank .

240

46'

239

241'

Deutsche Bank.........

187

188'

186.5

187.5'

Deutsche BereinSbank ....

Ito

DiSconto Commandit . . .

174.5

175,5'

173.9

174.25

Metallbank..........

165

163

164

Mitteldeutsche Kreditbank . .

150

149 5

150 5

Oestcrreichische Kreditanstalt

8.35

8,62

8.3

Weltbank .........

70

Bochumer «Äutz .......

180

178

177,4

179

BuderuS ..........

116

113,75

114/9

114,5

Caro ............

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke.

_

176

176.5

176

177

180,75

180

179

180.1'

Harvcncr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

18..5

17',5

180.5

178'

150

151

148

152.5'

Kaliwerk Wcltcregclu.....

160,25

166

157,95

165 5

Laurahütte..........

90

87,5

91.75

88.12

Oberbedarf..........

85,5

85.25

84.5

88,5

Phönix Bergbau.......

139.75

139

139.75

138'

Rheiuilahl .......

166

167.25

165,25

166.75

Ricbeck Montan.......

168

166

167

166

Tellus Bergbau......

92

Bereinigte Stahlwerke A.-G-

-

157.25

157,5

155,5

tbanidurg.Amcrtka Paket. . .

Norddeutscher Llovd . ...

180.5

173,75

181

171,5

179.9

173

180,25

171,75

Lheranitschc Werke Albin . .

75

Zementwerk Heidelberg . .

135

135

_

Philivv HoUmann......

114,5

144,75

144

145

Anglo-Cont-Gnano.....

103,9

104,25

Chemische Mäher Alapin . .

--

9- G- Farbeniudustric, A.-G.

U31

330'

832

329'

Goldschmidt.........

Holzverkohlung........

Rütgerswerlc........

144.75

145,75

136

144,5

50

136.5

51

134

135,9

135,75

Scheideanstalt ........

184

184

«llg. ElckkrtzttätS-Gesellschast

169.25

168

168.4

167.75

Bergmann .........

Mainkxaftwerke........

H>8.25

168.25

165,5

167

109.9

Schuckert..........

147

(45,25

146.25

Siemens A Halske ......

209.5

206,13

207

203,75

Adlcrwcrle Klener ......

101

105

101.75

>04

Daimler Motoren. ......

95

99

93,5

99,5

Hehligenllaed«.........

Meguin............

28.25

56,25

56,5

_

Motorenwerke Mannbeim

--

Frankfurter Armaturen . .

Konservenfabrik Braun . .

17,5

-

45

Metallgescll choft Frankfurt .

Pct. Union Ä.-G......

Schuhtadrik Herz . . ....

177

108.7

63,25

176

i äw 1

1 11

Sirbel - . .........

6 5

Zellstoff Waldhof......

205

207

206

205.25

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Gaghauiel . . .

87.6

108

90

109,75

88

109,25

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 20. Ott. Tendenz: äln- ficher und überwiegend schwächer. Die Börse eröffnete an den Aktienmärkten in un­sicherer und ausgeprägt lustloser Haltung. Die Kurssteigerungen der letzten Tage gaben der Spekulation Anlaß zu Gewinnsidjerungen und Realisationen, wodurch teilweise ein empfind­licher Kursdruck hervorgerufen wurde, be­sonders die führenden Werte fanden nur zu stark ermäßigten Kursen Aufnahme. Nach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Tendenz zuversicht­licher, und unter Führung des Dankaktien­marktes, dem die Spekulation stärkeres Inter­esse zuwandte, entwickelte sich ein lebhafteres Geschäft. Am Montanmarkte waren ein­zelne Werte stark gedrückt, so Bochumer minus 2,5 Prozent, Deutsch-Lux minus 2 Prozent, Rie­bet! minus 3,5 Prozent, Gelsenkirchen. Phönix und Stahlvereinigung minus je 1 Prozent, Har- pener minus 1,5 Prozent. Höher wurden Rhei­nische Braunkohlen plus 1,75 Prozent und Klöck­ner plus 0,75 Proz. K a l i a k t i e n waren be­festigt: Aschersleben plus 1, Westeregeln plus 3,5 Proz. Laurahütte büßten 3 Proz. ein. Die übrigen Werte des Montanmarktcs hatten nur geringe Einbußen aufzuweiseir. Am Chemie markte gingen I. G.-Farben um 2,5 Proz. auf 330 Proz. zurück. Scheideanstalt minus 2 Proz., dagegen konnten sich Galdschmidt befestigen. Am Elek­

Banknoten.

tromarkt hatten nur AEG. eine ftärfere Ein­buße von 1,5 Proz. aufzuweisen, während d'e übrigen Werte dieser Gruppe gehalten blieben. Von Bankaktien hatten Darmstädter bei leb­hafter Nachfrage einen weiteren Kursgewinn von 5,5 Proz. zu verzeichnen. Deutsche und Metall­bank je plus 1 Proz., dagegen Reichsbank minus 2 Proz., Commerz minus 0,5 Proz. Don Schi f f - f a h r t a k t i e n konnten Hapag ein weiteres Prozent gewinnen, während Lloyd 1,25 schwächer notierten. Von Autoaktien gingen Daimler um 1 Prozent zurück: Kleher behaupteten ihren letzten Stand. Am Oliarlt der Zeil­st o f f a k t i e n zogen Waldhof um 0,5 Proz. an, dagegen hatten Aschaffenburger eine stärkere Abschwächung von 4 Prozent zu verbuchen. Stärker gedrückt waren auch O e l a k t i e n. Deutsche Erdöl minus 2,5 Prozent, Rütgerswerke minus 1,5 Prozent. Baustoff- aktien strebten weiter leicht nach oben, des­gleichen Zuckeraktien. Deutsche An­leihen lagen lustlos und neigten weiter zum Nachgeben. Don ausländischen Renten fanden Russen stärkeres Interesse bei steigenden Kursen. Der weitere Verlauf brachte eine leb­haftere 41msahtätigkeit aus nahezu allen QlTärEten. Die Tendenz neigte wieder stärker nach oben, so daß teilweise gute Erholungen eintraten. Der Geldmarkt ist etwas leichter geworden. Tages­geld 5,5 Prozent, Nkoncttsgeld 5,75 bis 7,5 Pro­zent. Privatdiskonten 4,62 bis 4,87 Prozent, Industrieakzepte 5,5 Prozent. Im Devisen- verkebr konnten die lateinischen Valuten ihre letzte Defestigung behaupten. Paris 165.25, Brüssel 171,50, Mailand 114,25. Das englische Pfund war dagegen stärker abgeschwächt und gab gegen Kabel auf 4,8490 (gegen gestern 4,8505) nach. Die übrigen Valuten zeigten keine wefent- lichen Veränderungen.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt <l M.

Telegraphische Aus, a b I u n q.

Frankfurter äeLreiScbörfe.

Frankfurt a. M., 20. Oft. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 3030,25 Mark; Roggen, inländischer, 24; Sommergerste für Brau­zwecke 2429; Hafer, inländischer, 19,7520,25; Mais (gelb) 19,7520; WAzenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,7543,50 ;Roggemnehl 3536; Wei­zenkleie 10,25; Rvggenkleie 10,50 Mark. Ten­denz: fest.

berliner Produktenbörse.

Berlin, 19. Okt. Die Vortagshausse macht im Berliner Produktengeschäft weitere kräftige Fort­schritte. Die inländischen Erzeuger ziehen sich mit ihren Verkaufsofferten mehr und mehr zurück, so daß angesichts der ziemlich kräftigen Frage die Käufer steigende Preise bewilligen müssen. Die Märkte erfahren schon dadurch eine Veränderung, als die Müller infolge des lebhaften Mehlgeschäfts vermehrt als Käufer für Rohmaterial auftreten Auch die Kauflust seitens des Auslandes für deut­sches Getreide hat sich merklich gehoben. Weizen ging im Zeitgeschäft durchweg 3 Mark in die Höhe, nur Mai 1,50 Mk. befestigt. Roggen gleichfalls bis

19 Oklbr.

20 Mbr.

Amtliche Noti rung

Ärmliche Noticruna

mclb

Briet

'Held

Brief

Amn.-Roli

167.84

168,26

167.84

168,26

Bucn-AireS

1.798

1.712

1.710

1,714

Brss.-Antw

11.82

11.86

11.94

11.98

Christiania

100.62

100.88

103.15

103,41

Kopenhagen

111.61

111.92

111,66

111,91

Stockholm .

112.16

112.44

112.21

112.49

Hclsingfors

10.546

10.586

10,545

10.58)

Italien. .

17.83

17.87

17,98

18,02

London. .

20.344

20.391

20,342

20,392

Wcunort .

4.1955

4.2055

4,1965

4,206 >

Paris. . .

12,27

12,31

12.425

12.465

Schweiz . .

81,00

81,20

81,01

61,21

Spanien .

63,64

63,80

63.67

63,83

Japan - . .

2,052

2.056

2,050

2,054

Rio de Jan

0.559

0.561

0,574

0.576

Wien in D- Ccft. abgest

59,19

59,33

59,21

69,35

Prag ...

12,422

12,462

7,438

12,425

12,465

Belgrad . .

7,418

7,418

7,438

Budapest. .

0,875

5,895

6.878

5,898

Bulgarien

-.037

3,047

3,036

3,046

Lissabon

21.475

21,525

21,425

-1,475

Danzig. .

Konstantin.

81.37

81.57

81,38

81,58

2.167

2.177

2,157

2,167

Athen

5,24

5,26

5,24

5,2b

Canada. . .

4,196

4,206

4,198

4,208

Uruguav .

4.195

4.205

4.20

4.21

Berlin, 19 Oklbr

Geld

Brief

Amerikanische Note» .....

4,192

4,212

Belgische Noten .......

11,795

11.852

Dänische Noten .......

Englische Noten........

111,42

111,98

20,315

20.415

Französische Noten ......

12,29

12,35

holländische Noten ......

167.48

168.32

Italienische Noten ,

17.86

17,91

Norwegische Noten......

102,41

103,01

Deulsch-Oesterr., ä ioo Kronen

69.05

69,35

Rumänische Noten......

w

Schwedische Noten......

111,87

112,43

Schwei,er Noten ......

80,75

81,10

Spanische Noten.......

63,49

63,81

UrÄfS'SJ? 91otcn *'

12,397 5.842

12,457 5.882

2 Mk. fester. Auch in Gerste und Hafer zeigte sich eine Haussetendenz. In Mais und sonstigen Futter­artikeln ist vereinzelte Umsatzbelebung festzustellen. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 265 bis 268 Mk.; Roggen, märkischer, 221 bis 226; Sommergerste 220 bis 266; Wintergerste 182 bis 192; Hafer, märkischer, 176 bis 192; Mais, loko Berlin, 195 bis 200; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36 bis 38,75; Rogaenmchl 32 bis 33,25; Weizenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 10,50; Viktoriaerbsen 51 bis 58; kleine Speiseerbsen 35 bis 38; Futter­erbsen 21 bis 24; Ackerbohncn 21 bis 22,50; Raps­kuchen 15; Leinkuchen 20;. Trockenschnitzel 9,30 IX,

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 25. Okt. Ein schon zwölfmal wegen Betrugs vorbestrafter Inge­nieur aus Schlesien sitzt heute auf der Anklage- bank. Er hat einem hiesigen Kaufmann vorgeschwm- beit, er habe einen Benzwagen an der Hand, den er kaufen könne, es fehlten ihm nur noch 1000 Mk. dazu. Er wolle den Wagen weiter veräußern und das Geschäft gemeinschaftlich mit ihm machen. Der Kaufmann schenkte seinen Angaben Glauben und übergab ihm 3 Wechsel über zusammen 1000 Mk., die der Angeklagte sofort zu anderen Zwecken, Zah­lung einer Schuld in Frankfurt und Ankauf eines Rades, verwandte. Den dritten Wechsel suchte er ebenfalls zu versilbern, was ihm jedoch mißlang. Sodann entlieh er sich bei einem Fahrrudhändler ein gebrauchtes Rad gegen das Versprechen als­baldiger Rückgabe, versetzte es aber sofort bei einem Wirt für 20 Mk. Schließlich schloß er mit einem hie­sigen Kaufmann einen Vertrag ab, wonach er Reklameneuheiten für diesen vertreib«! und zur Geldeinnahme berechtigt sein sollte. Er schloß in Köln, Bonn, Koblenz, Siegen, Limburg, Saar-, brücken usw. auch eine ganze Reihe von Verträgen ab unb vereinnahmte als Anzahlungen über 1100 Mark, ließ aber nichts mehr von sich hören. Wegen dieser Betrügereien^ wurde der Angeklagte unter Einbeziehung einer Frankfurter Strafe wegen Rück­fallsbetrugs zu einer Gesamtgefängnts- strafe von 1 Jahr unter Aufrechnung von acht Wochen Untersuchungshaft verurteilt. Auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab­erkannt.

Rundfunk-Arogramm.

Donnerstag, 21. Oktober:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Franz Liszt. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Schuinann-Brahrns-Zyklus des Arnar- Quartetts. Zweiter Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Opern-Abend Anschließend bis 12.30 Uhr: lieber- tragung von Berlin: Tanzmusik.

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