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ein Unglücksfall, der leicht noch schlimmere Folgen Kitte haben können. Der dortige Bürger- meister Spihnagel, der das Wagnergeschäft betreibt, war mit Holzaufschneiden mittelst der elektrisch betriebenen Sägevorrichtung beschäftigt, als ein etwa handlanges und etwa zwei Zenti­meter dickes Holz stück absprang und mit voller Wucht dem Bedauernswerten sich in die Kiefernhöhle einbohrte, wodurch rm Mund erhebliche Derlehungen entstanden. Der sofort herbeigerufene Arzt vernähte die Wun­den. Der Verletzte soll sich jetzt wieder auf dem Wege der Besserung befinden.

)( Orten berg. 19. Okt. Zu Ehren des Försters a. D. H art mann - Lißbergund des Gerichtsvollziehers a. D. Meyer, d:e gestern ihr 80. bzw. 70. Lebensjahr vollendeten, fand auf Veranlassung von Staatsrat Dr. Web er-Kon- radsdorf unter Teilnahme von vielen Ungern der Umgegend eine Ehrenjagd statt, die aber vom Wetter nicht sehr begünstigt war. Abends schloß sich im Gasthaus »Zur Post ein Festessen an das zugleich auch dem als Forstmerster nach Höchst im Odenwald versetzten Oberförster Dr. Schwalb und seinem Rachfolger, Oberförster Dr Siepmonn. galt. Dersch'edene Ansprachen von Dr. Weber, Dr. Fuhr, Meyer u. n.. fotoic musikalische und gesangliche Darbietungen des Männerquartetts trugen wesentlich zur Er- hchung der festlichen Stimmung bei. Das Männc-rquartett ernannte Gerichtsvollzieher a. D. Meyer zu seinem Ehrenmitglied. Auch der Kirchengcsangverein, dem Herr Meyer seit seinem Bestehrm (1892) als aktiver Sänger an­gehört und dessen stellv. Vorsitzender er in den letzten Jahren war, veranstaltete am Sonntag nach dem Gottesdienst in der Kinderschule eine kleine Feier und ernannte den alten Herrn in Anbetracht seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrendräsidenten.

y. Wallernhausen, 19. Okt. Die Feld- bcreinigung in unserer Gemarkung ist soweit vollendet, daß kürzlich die Uebergabe der neuen Grundstücke an die Besitzer erfolgen konnte. Wenn auch mit einer größeren Anzahl von Reklama­tionen zu rechnen ist, kann doch die allgemeine Stimmung über die Feldbereinigung als be­friedigend bezeichnet werden. Die Pfarrgrund­stücke sind bereits verpachtet. Um auch den Ar­beitern und kleinen Landwirten die Möglichkeit zu bieten, ein Grundstück zu pachten, war das Kir­chengut in kleinere Teile von je 1000 Quadratmeter geteilt worden. Dafür wurden kaum glaublich hohe Pachtpreise geboten. Eine Abteilung kam durch­schnittlich so yoch, wie früher ein ganzer Normal­morgen, nämlich auf 45 bis 50 Mk., demnach der Normalmargen aus über 100 Mk. Für die dem- nächstige Versteigerung von etwa 80 Morgen Massengrundstücke, sowie für die Verpachtungen von Gemeinde- und Vrivatgrundbesitz vermutet man auch jetzt schon hohe Preise, weil hier viele Steig- bzw. Pachtliebhabcr vorhanden sind.

X. Borsdorf, 19. Okt. Um der hier herr­schenden Wohnungsnot zu steuern, läßt die Gemeinde ein V i e r f a m i l i e n h a u s erbauen, wozu die erforderlichen Bauarbeiten noch in diesem Monat vergeben werden sollen.

Kreis Schotten.

-s- Schotten, 19. Okt. Die seit einigen Jahren bestehende Schuhmacher - Zwangsinnung des Kreises hat mit Zweidrittelmehrheit die Auflösung beschlossen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß noch andere in der Nachkriegs­zeit beschlossene Innungen diesem Beispiel folgen werden.

Laubach, 18. Okt. Gestern beging die hiesige Kasino-Gesellschaft die fünf­zigjährige Feier ihrer Aeubegrün- d u n g. Es sind jetzt 50 Jahre her, daß die Ge­sellschaft den Beschluß faßte, eigene Gesellschafts­räume herzurichten, und mit dem gräflichen Hause einen Vertrag schloß, wodurch die U n t e r m ü b I e ihr zu dem Zwecke eingeräumt wurde. D ese Aeugründung wurde vornehmlich durch die Gründung des Gymnasiums veranlaßt. Im Jahr 1877 wurden drei Räume (Herrenzim­mer, Billardzimmer, Tanziaal) nebst Kegelbahn und Wohnung für den Kasinvdiener hergerichtet und noch im Herbst dieses Jahres bezogen. Die Untermühle wurde im Jahr 1587 unter dem Grafen Hans Georg zu Solms erbaut, dessen in Sandstein schön ausgesührtes Ehe- wappen (seine Gemahlin war eine Gräfin z u Schömberg-Glauchau) die Westseite des Gebäudes schmückt. Am Samstag fand zur Feier der Aeugründung ein D a n k e t t statt. Bei dieser Gelegenheit gab der erste Vorsitzende der Kasino- Geseftschaft, Kammerdirektor D i r n b a u m, einen lleberbUcf über die Geschichte der Ge­sellschaft. Seit nunmehr 75 Jahren läßt sich eine Kasino-Gesellschaft in Laubach nachweisen. Sie

befand sich früher im Gasthof Hold in der Fried- richSstraße (jetzt Geschäftshaus S. Heinemann). Hier hatte sie einen besonderen Festsaal, ein Herrenzimmer und ein Billardzimmer. Im Gar­ten war eine Kegelbahn. Das Bankett verlief in anregender Stimmung. Es wurde belebt durch gute Musik und durch verschiedene humoristische Vorträge, insbesondere auch durch treffliche bild­liche Darstellungen des Kunstmalers Barnas, der sämtliche Mitglieder durch kennzeichnende Merkmale in wohlgelungenen Gestalten der Ver­sammlung vorsührte.

Ober-Schmitten, 19. Okt. In einer von Bürgermeister Mantel einberufenen Versamm­lung des Gemeinderats und der Vorstände der hie­sigen Vereine wurde die Errichtung eines Gefallenendenkmals beschlossen. Es soll in dem hochgelegenen Schulgarten seine Aufstellung fin­den. Die Gemeinde will in diesem Falle einen an­deren günstig gelegenen Garten der Schule zur Ver­fügung stellen. Gleichzeitig wurde angeregt, den etwa 250 Quadratmeter großen Platz gärtnerisch her­zurichten, Ruhebänke aufzustellen, um der Einwoh­nerschaft Gelegenheit zu geben, im Schatten uralter Bäume eine Stunde innerer Einkehr zu verleben. Da das Projekt in dieser Form die Aufführung starker Stützmauern notwendig macht, erhöhen sich die Kosten bedeutend. Aber man hofft, bei der ge­wohnten Hilfsbereitschaft der Einwohner einen großen Teil der Arbeiten im Wege der Freiwillig­keit zu verrichten, um so die finanzielle Klippe um­schiffen zu können.

= Groß-Eichen, 19. Okt. Um den Land­hungrigen Siedlungsland zur Verfügung stellen zu können, werden 2 4 Morgen des in unserer Gemarkung gelegenen Freiherrlich Riedeselschen WaldesBuchholz" ab­getrieben und angerodet. Die Gemeinde Groß- Eichen zahlt an die Freiherren von Riedesel 2000 Mark, die Landnehmer zahlen an jährlichem Pacht­preis 25 Mk. pro Morgen.

ld. Aus dem vorderen Vogelsberg, 19. Okt. Nachdem die Obsternte beendet ist, sind zahl­reiche Leute mit ihren Kindern mitA e p sei­st o p p e l n" beschäftigt. Mit Stangen schlagen sie beim Abmachen übersehene Früchte herunter,'die zu Hause in Winter- und Kelterobst sortiert werden. Der Arme-LeutekApfeswein" ist von ganz besonderem Wohlgeschmack, da er aus voll ausgereiften Aepfeln hergestellt wird. Obgleich dies eine allgemein be­kannte Tatsache ist, beginnen die meisten Obstzüchter aus Angst vor Fekddiebstählen vier Wochen zu früh mit der Obsternte und erhalten so nicht vollwertiges Tafel- und Kelterobft. Auch der Wald hat seinen Tisch für die ärmeren Leute gedeckt: Die Buch­eckern sind gut geraten! Auf Waldwegen und Waldwiesen sind viele fleißige Hände an der Arbeit, die wertvollen Früchte zu bergen, aus denen in den heimischen Schlagmühlen das bochgeschätzte Eckernfett" gewonnen wird, das im rauhen Vogels­bergwinter manch kärgliches Mahl zur köstlich mun­denden Speise wandelt.

Kreis Alsfeld.

= Ober-Ohmen, 19. Okt. Dieser Tage and im Bürgersaale unseres Rathauses eine Ver- ammlung der hiesigen Siedlungsgefell- ch a f t statt, in der üöer den Pachtvreis für das Siedlungsland, das die Gemeinde als Landlieferer zur Verfügung stellte, beraten wurde. Der seitherige Pachtpreis betrug 80 Pfund Roggen pro Morgen Land: der Geldbetrag regelte sich nach dem Durchschnittswerte der Produktenbörsennokie- rungen von September bis Dezember. Diese Kalku­lation erwies sich, nachdem stabile Währungsver- hältnisie eingetreten waren, als unpraktisch. Nun gingen die Freiherren von Riedesel als der andere Landlieferer daran, einen anderen Pachtpreis vorzu­schlagen, der jedoch erst voriges Jahr von den Landnehmern anerkannt wurde. Man einigte sich auf 18 Mark für den Morgen. Dieser Preis wurde jetzt auch von der Gemeinde zugrunde­gelegt und fand die Billigung der beteiligten Kreise.

c? Lehrbach, 19. Okt Unsere Bürger- m e i st e r w a h l wurde auf den 7. November festgesetzt. Nur zwei Bewerber sind in den Wahl­kampf getreten: der Beigeordnete Heinrich Pim­per, Sohn des Kaufmanns (9g. Pimper, und der Landwirt Heinrich Stroh, Sohn des verstor­benen langjährigen Bürgermeisters Iohs. Stroh.

V Grebenau, 19 Oft. Der demnächst beginnende Holzschlag im Bereiche unseres Forst­amts durfte diesmal recht umfangreich fein. Er umfaßt etwa 10 000 Fm. Rutz- und Brenn­holz, sowie Durchforstungen von größerem Um­fang. Bei den Holzschlägen sind auch zwei Ab­triebe. in den Forstbezirken Udenhausen und Dieben die durch die Feldbereini- q u n g verursacht werden, da das betreffende Gelände in die Feldbereinigung einbezogen bzw. ausgetauscht wird. Im Hinblick auf die auch

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hier noch immer spürbare Arbeitsnot ist der ausgedehnte Arbeitsplan der Forstbehörde sehr zu begrüben, denn er verheißt den zahl­reichen Holzhauern desGründchens" für die­sen Winter anhaltende Beschäftigung. Lehrer Rieger zu Udenhausen siedelt am I. Rod. nach Darmstadt über. Er wirkte nahezu 20 Jahre in dem kleinen, abgelegenen Dörfchen Die mangelnde Ausbildungsmöglichkeit für seine Heranwachsenden Kinder veranlaßte ihn, sich Weg­zumelden. Die Stelle in Darmstadt wurde ihm schon Ostern 1925 übertragen. Allein die Un­möglichkeit, dort eine Wohnung zu beschaffen, verhinderte seither die Hcberfiebelung.

Kreis Lauterbach.

hml. Lauterbach, 19. Olt. Einen schwe­ren Verlust hat das Schul- und Musikleben unserer Stadt durch den Tod des Lehrers Georg Kalbfleisch erlitten, der am Sams­tag unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe ge­bracht wurde. Don seiner langen Dienstzeit hatte er 18 Jahre an der hiesigen Stadtschule ge­wirkt. Seine reichen Gaben als Lehrer und Er­zieher der Jugend haben ihn während dieser Zeit in großem Segen wirken lassen. Das Mu­sikleben in unserer Stadt lag in den letzten Jahren zumeist in seiner Hand. Er verstand es, immer wieder Künstler zu gewinnen, und wirklich gute Musik den Bewohnern unserer Stadt zugängig zu m"chen. Selbst ein begna­deter Musiker war er Organist an unserer (Stabt- kirche, deren gewaltige Orgel er meisterhaft zu spielen verstand. Auch die Leitung des hiesigen Kirchengesangvereines lag feit Jahren in feinen Händen. Das letzte Konzert dieses Vereines im Frühjahr d. Js. brachte ausschließlich Kom­positionen von Levrer Kalbfleisch's Lieblings- meister Johann Sebastian Dach. Cs sollte auch das letzte Konzert fein, das der Verstorbene leitete. Wie der Kreisschulkommission, so ge­hörte der Entschlafene auch Image Jahre der hiesigen Kirchengenaeindevertretung, sowie zuletzt dem Kirchenvorstande an. Der der Trauerfeier, bei der die Schüler der ersten Volksschulklasse die Männergesangvereine von Landenhausen und Lauterbach, sowie der hiesige Kirchengesangverein mitwirften, hielt Dekan Schlösser die Grab­rede über das Schriftwort:Wo ich bin, da soll mein Diener auch fein." Unter Worten der Anerkemrung und Dankbarkeit wurden zahlreiche Kränze von der Schulbehörde, den Kollegen des Verstorbenen, sowie den Körperschaften, denen er nahestand, am Grabe niedergelegt. DieTrauer um den Heimgang dieses Mannes und die große Teilnahme an feiner Beerdigung zeugten von der hohen Wertschätzung und Liebe, deren er sich in allen Kreisen der Bevölkerung, bei alt w.rd jung erfreute. Sein Gedächtnis wird in Ehren weiter leben bei allen, die ihn schätzen lernten.

tz Grebenhain, 19. Olt. Auf einen Vortrag des Kreisftucrwehri'ispeftors hin wurde hier eine Freiwillige Feuerwehr ge­gründet, der alsbald 40 Mitglieder bei­traten. Weitere Ansprachen des Kreisseuer- wehrinspettors und gemeinsame Liedervorträge gestalteten den Abend zu einer inrposanten Kund­gebung für die Sache der Freiwilligen Feuer­wehren.

Starkenburg.

* Darmstadt, 19. Ott. In der Zeit vom 18. bis 23. Oktober findet hier eine Gaswerbc- woche der städtischen Betriebe statt, die mit der Eröffnung einer Ausstellung von Kochherden und Gasapparaten der verschiedensten Art eingeleitet wurde. Der Eröffnungsfeier wohnten zahlreiche Vertreter der Stadtverwaltung, der Stadtverord­netenversammlung und viele geladene Gaste bei.

= != Offenbach, 19. Okt. Oftenbach hak gegenwärtig einen Cinheitsgaspreis von 18 Pf. je Kubikmeter. Run beabsichtigt die Stadt­verwaltung, diejenigen GaSmengen, die in den Wrntermonaten den Durchschnitts­verbrauch in den Sommermonaten über ft eigen, nur zu 12 P s. jeKbm. zu be­rechnen. Aehnlich auch bei Automatengas. Das städtische Gaswerk hat festgestellt, daß mit diesem Preise gerade noch die Konkurrenz mit festen Brennstoffen gehalten werden kann, unter Berücksichtigung der Bequemlichkeit und Sauberkeit bei Raumheizung mit Gas. Die Reue- nmg soll also dazu anreizen, mehr als bis­her Gasheiz einricht ungen zu verwen­den, und tatsächlich hat sich ün Erwartung dieser Verbilligung bereits bei den Jnstaftationsgeschäf- len eine verstärkte Rachfrage nach solchen Heiz­körpern bemerkbar gemacht. Auch das I n d li­st r leg as soft von dem Grundpreis von 17 Pf. bis zu 13 Pf. je noch Abnahme gestaffelt wer­den. Dadl'.rch soft dem Gas auch bei der

Industrie vermehrter Eingang ver­schafft werden. Die Stadtverordnetcn-Verlamm- Lung hat nächsten Donnerstag über diese Anträge zu beschließen.

Strafkammer Gießen.

(Sieben, 15. Okt. Sin Kaufmann Hatto mit einem von ihm gesteuerten Kraftwagen auf dem Marktplatz einen älteren Mann angefahren, so daß dieser am Kopfe und an der linken Hand Verletzungen nicht erheblicher Art davontrug. Der Kraftwagen war unmittelbar hinter einer Elektrischen her gefahren und war barm an der Stelle, wo die Elektrische nach links etwa- ab­biegt. rechts herausgefahren, wobei sich der Un­fall ereignete. Wegen fahrlässiger Körperver­letzung war der betr. Kaufmann durch das Amts­gericht Gießen zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt) worden. Gegen d'?eses Urteil verfolgte sowohl die Staatsanwaltschaft, wie der Angeklagte Berufung. Bei dem heute eingenommenen Augenschein konnte sich das ©erlebt davon überzeugen, daß dec Ailge- ftagte die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen hatte, da auf einem so belebten, verkehrsreichen Platz unbed ngt gefordert werden muh. daß der Kraftwagenführer die Geschwindig­keit des Wagens so einrich^et. da.ß der Wagen auf der Stelle haften kann. Das Gericht hob dos erstinstanzliche Urteil, was die Strafhöhe anlangt, auf und verurteilte den Angeklagten, dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend, zu einer Geldstrafe von 75 M k., die im Ur.ein- bringlichke'tssafte mit 15 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind, und legte ihm außer den übrigen, nicht unerheblichen Kosten auch die Kosten des Rebenklägers auf.

Ein wiederholt vorbestrafter Arbeiter hatte sich vor einigen Jahren wegen schweren Dieb­stahls vor dem Amtsgericht Butzbach zu ver­antworten. Weif er a.lch wegen anderer Straf­taten "on verschiedenen Seiten gesucht wurde und schon vorbestraft war, ließ er sich unter einem falschen Raman, und zwar unter dem eines wirftich lebenden jungen Mannes, ver­urteilen und verbüßw auck unter diesem falschen Namen die gegen ihn crlamüe Gefängnisstrafe. Erch im vergangenen Jahre tun der wahre Sach­verhalt on das Tageslicht. Wegen inteftektuefter Urkundenfälschung erhielt er vom Amtsgericht Butzbach 6 M o n a t e G e f ä n gn is. Sune gegen dieses Urteil zwecks Herabsetzung der Strafe ein­gelegte Berufung b/Ut? fernen Erfolg. In An­betracht der Schwierigkeiten, in die unter Um­ständen der wirklich? RammStrager hätte geraten formen, hielt das Gericht die erkannte Strafe von 6 Monai-m Gefängnis für durchaus ange­messen und bestätigte das amtsgerichtliche Urteil.

Wegen eines vor mehreren Jahren began­genen Diebstahls e Niger Flaschen Weinbrand war ein junger Mann durch das Amtsgericht Dießen an Stelle von 5 Tagen Gefängnis zu einer Geldstrafe von 40 Mk. verurteilt wor­den. Da das Gericht sich aber heute nicht ein­wandfrei von seiner Täterschaft überzeugen konnte, erzielte er auf d e von ihm eingelegte Berufung hin Freisprechung.

Ein wiederholt vorbestrafter Pferdehändler war wegen Betrugs durch das Amtsgericht Fried­berg zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Da er in der heutigen Verhandlung ausgeblwben war, w-.rde d'e von ihm gegen dieses Urteil eingelegte Berufung kostenfäftig ver­worfen.

W'ft er sich einem Pfandmeister, der im Auf­trag des hiesigen Finanzamts wegen rückständiger Steuern die Zwangsvollstreckung durchfühlen sollte. Widersekte, mußte sich ein Kaufmann von hier wegen Widerstands genm die Staatsgewalt verantworten. Durch das Amtsgericht G'eßen war er zu 45 Mk. Geldstrafe evtl. 9 Sage Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde zurückgewieten. da das Gericht sich auch heute nicht von der Erheblichkeit seiner Angaben überzeugen konnte, vielmehr den Angaben des Zeugen vollen Glauben schenkte.

Wegen Körperverletzung eines Mitgesange- nen war ein Strafgefangener durch das Amts­gericht Butzbach zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden. Se ne Berufung begründete er damit, daß er sich in Rotwehr befunden habe. Doch stellte das Gericht auch heute das Gegenteil fest und bestätigte das erstinstanzliche Urteil.

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