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QI < b 6 n, jetzt Sonntags ab Schstten 7 abends, auch für den Winter auf dieselbe Zeit wünschenswert, um den Wintersportlern die Mög­lichkeit zu geben, später als im Entwurf vor­gesehen, von Schotten zurückfahren zu können. Auch die Einführung von beschleunigten Persvnenzügen sei auf den Strecken GießenFulda und GiebenGelnhausen wün­schenswert.

Regierungsrat Tr. Roesener-Darm- st a d t ist der Auffassung, dab die Einschränkung des Sonntagsverkehrs die Verbindung zwischen Stadt und Land stark gefährdet. Er brachte noch einige andere Wünsche bezüglich Oberhessens vor.

Landlagsabgeordneter Dr. Keller (D ü - dingen) wies besonders auf die schlechte Ver­bindung auf der Strecke GießenGelnhausen im Büdinger Vezirk hin, die es nicht ermögliche, einen v.Zug nach Frankfurt zu benutzen.

Bürgermeister Dr. Völsing (Alsfeld) betonte mit Vachdruck, daß der Sonntagszug 3.36 Tlhr ab Gießen über Alsfeld nach Fulda nicht nur für sportliche, sondern in hohem Maße auch für wirtschaftliche Belange der Städte und Dörfer an dieser Strecke notwendig sei. Die Verbindung A lsf el dH ers f el d sei auch sehr trostlos und dringend verbesserungsbedürftig.

Dr. Weimer (Büdingen) ergänzte die Ausführungen Dr. Kellers bezüglich der Wünsche von Büdingen.

Beigeordneter Kromm (Schotten) er- wartet, von der Reichsbahn weitgehendes Ent- gegenkonnnen bezüglich der Wünsche in Ober- Hessen.

Oberbaurat P i tz wies auf die Schwierigkeit der Erfüllung der geäußerten Wünsche hin, und betonte, daß der Verkehr in Oberhessen begreif­licherweise geringer sei, als in der dichter be­siedelten Jndustriegegend. Der Zugverkehr müsse nach den Bedürfnissen eingestellt werden. Die Sonnlagszüge werden nach Möglichkeit ver­bessert.

Hieran schloß sich ein ausgedehntes, etwa zwei Stunden währendes rednerisches Ringen mit dem Reichsbahnvertreter über die Beibe­haltung des Zuges 5 5 7 nach Alsfeld Fulda, ab Gießen 3.36 Mr, auch an Sonn­tagen, der im Winterfahrplan nur für Werktags vorgesehen war. Bürgermeister Dr. Völsing (Alsfeld), KreiLdirektor Dr. Michel (Lau­terbach). Redakteur Blum schein (Gie­ßen), Bürgermeister Walz (Lauterbach), Kaufmann Stemmer (Darmstadt), Dr. R o e° Tenet (Darmstadt), Kommerzienrat Schirmer (Gießen) und andere traten wiederholt nach­drücklich für die Beibehaltung dieses Zuges an 'Sonntagen ein. Auch Ministerialrat (Seibel (Darmstadt) sprach sich dafür aus. Vach starker Selbstüberwindung seiner Bedenken sagte Ober­baurat P i h dann auch zu, daß dieser Zug auch für den Winter als Versuch im Fahr­plan verbleiben solle.

Die Wünsche hinsichtlich des Verkehrs V i d d a © ießen waren durch einen neueren Erlaß der Reichsbahndirektion in bet Haupt­sache bereits erfüllt; hinsichtlich des Pz. 513 konnte nicht eickgegengekommen werden.

Das Ergebnis der Bemühungen um Verbesserungen des Fahrplans für Oberhessen gegenüber dem Entwurf ist nun wie folgt zusammenzufassen:

Die v-Züge 275/276 Frankfurt-GießenDort­mund werden nicht gestrichen, sie bleiben erhalten. Damit ist Gießen die gute Mittagsschnellzugverbin- dvng 1.06 Uhr nach Frankfurt, ebenso die vorteil­hafte Rückfahrverbindung 5.12 Uhr ab Frankfurt weiter geftd)ert.

Der Nachmittagszug 3.36 Uhr ab Gießen über Alsfeld nach Fulda wird, entgegen dem Entwurf, auch im Winterfahrplan an den Sonntagen ge­fahren. Für werktags war er schon vorgesehen.

Auf der Strecke GießenNidda wird der Pz. 505 auch an Sonntagen bis Gießen durchgeführt, ab Nidda 2.07 Uhr, an Gießen 3.10 Uhr. Ferner wird der um 10.43 Uhr abends ab Gießen fahrende T 516 nicht nur bis Hungen, sondern bis uad) Nidda geführt, an Nidda 11.21 Uhr,

Die Weiterführung des Pz. 709 Frankfurt Friedberg spätabends bis Gießen wird von der Reichsbahndirektion wohlwollend erwogen werden, hoffentlich mit gutem Resultat.

Mitteilungen über D 191/192 müssen jetzt der öffentlichen Erörterung noch vorenthalten werden.

Kom.-Rat Schirmer -Gießen nahm am Schluffe der etwa vierstündigen Sitzung wohlbegründeten An­laß, dem Vertreter der Reichsbahndirektion Frank-

Sturm in Schmalebeck

Roman von Sophie Kloerss.

Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. $)., Berlin.

26. Fortsetzung. Nachdruck verboten

Siehst du," sagte Ilse am andern Tag,er wird schon warm. Ach, Riekchen, ich hab' ja so gefroren. Das war wirklich ein Freundschaftsdienst, daß ich durchaus nach Luft schöpfen mußte."

Du bist so gut, Ilse. Aber sag' doch, ist Olaf Hammersmid wirklich abgereist?"

Wirklich."

Und wird er dir schreiben? Hat er dir nicht ein bindendes Wort beim Abschied gesagt?"

Davon reden wir, wenn es Frühling ist. Vergnügtes Fest, Riekchen."

Und das Fest ging vorüber und brachte Ilse viele und kostbare Geschenke, aber das, was sie erwartete, einen Brief von Olof, brachte es nicht. Doch daran konnte viel schuld sein. Man munkelte ja auch, daß hie Grenze schon gesperrt sei für alle Post. Nichts ginge herüber und hinüber, was nicht von dänischen Beamten genau visitiert worden. Wenn man das weiß, ist man sehr vorsichtig mit seinen Briefen.

Neujahr kam, und Krogs erschienen zum Gratu­lieren im Doktorhaus, und Frau von Krog sagte sich für einen Nachmittag zum Kaffee bei Hanse an, und Ilse hatte solch heimliches Gefühl, daß diese Ansage aus einem ganz bestimmten Grund erfolgte.

Darum richtete sie den Kaffeetisch besonders hübsch, stellte einen Strauß von Stechpalme und Christrosen in die Mitte, zog das violette Taftkleid­chen an, das so hübsch zu ihrer bräunlichen Haut stand, und setzte ihr süßestes Lächeln auf. Hanse be- trachtete sie und fragte:Was machst du dich so hübsch, für Frau von Krog oder für Olaf Harnrner- smids Tante?" '

Eine Frage, die ohne Antwort blieb.

Frau von Krog hatte aber gar nichts. Absicht­liches, als sie nun an dem hübschen Tisch saß. Sie redete von allerlei Dingen, nur nicht von ihrem Heben Neffen, und erst, als es bald Zeit wurde zum Heimfahren, sagte sie so nebenbei:Wir hätten Olaf so gern noch big zum Sommer bei uns be­halten. Aber meine Schwester gehört zu den Müt­tern, die ihren Sohn verheiraten wollen. Obgleich

furt, Oberbaurat Pitz, den herzlichen Dank der Versammlung für sein verständnisvolles Entgegen- kommen gegen die oberhesfischen Verkehrswünsche zum Ausdruck zu bringen.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen.

£ Wieseck, 18. Sept. 3n seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Oemeinbcrat mit der Wahl von fünf Mitgliedern zum Ver - bandsausschuß des Zweckverbandes W i e se ck/A l t en -B u se ck, dem die Einrich­tung und Unterhaltung einer Kraftwagen­linie zwischen Wiese ck/A lten-Buseck und Gießen zwecks Beförderung von Personen und Gütern obliegt. 3n einer früher in Alten-Buseck stattgehabten gemeinsamen Sitzung der Gemeinde­räte Wiesecks und Alten-Busecks waren die Sta­tuten dieses Zweckverbandes, nachdem man sich über dessen Grundzüge schon früher geeinigt hatte, einstimmig beschlossen worden. Die zutage ge­tretene Einstimmigkeit ist um so erfreulicher, als damit die ganze Angelegenheit auf eine ge­sunde Basis gestellt wird. Vach den beschlossenen Statuten hat über alle Angelegenheiten des Zweckverbandes ein Verbandsausschuh von acht Personen zu bestimmen, zu dem Wieseck fünf, Alten-Buseck drei Mitglieder entsendet. Aus der Milte des Ausschusses wird dann der Verbands« Vorsteher und der Rechner gewählt. Zunächst liegt dem Ausschuß die Erwirkung der ministe­riellen Genehmigung des Zweckverbandes und damit gleichzeitig die Einholung der Kon­zessionserweiterung der schon bestehen­den Autolinie WieseckGießen bis nach Alten- Buseck ob. Vach Erhalt der Konzession, an deren Erteilung wohl nicht zu zweifeln ist, wird der bestehende Wagenpark um einen weite­ren Wagen, zu dem eventuell noch ein An­hänger zu treten hat, vermehrt. Die Einrichtung eines neuen Fahrplanes, die Festsetzung der Fahrpreise auf der neuen Strecke, find weitere vorbereitende Arbeiten des Ausschusses. Das Verhältnis der beiden Bertragsgemeinden zuein­ander ist völlig gleichberechtigt gestaltet. Das Betriebsvermögen wird zu drei Viertel von Wieseck, zu ein Viertel von Alten-Buseck aufgebracht. Daneben hat Wieseck eine Halle für zwei Autos, Alten-Buseck eine solche für ein Auto zu gefteilen. Für eventuelle Streitig­keiten ist ein Schiedsgericht vorgesehen, zu dem jede Gemeinde ein Mitglied, das Amtsgericht Gießen den Vorsitzenden stellt. Die eventuellen Ueberschüsse oder Fehlbeträge gehen im gleichen Verhältnis 3:1, wie die Aufbringung des Be­triebsvermögens. 3m Falle der Auflösung des Verbandes vollzieht sich die Liquidatton im gleichen Verhältnis. Treten keine unvorher­gesehenen Schwierigkeiten ein, so ist zu hoffen, daß mit Eintritt des Winters der Betrieb aufgenvmmen werden kann. Da­mit ist dann für Alten-Buseck, dessen Bevölke­rung in wirtschaftlicher Beziehung restlos nach Gießen orientiert ist, einem lang empfundenen Mangel abgeholfen. Seither war die Erreichung der Arbeitsstelle oder der Besuch der Stadt aus sonstigen Gründen mit einem besonders bei schlechtem Wetter recht beschwerlichen Weg ver­bunden. Mit lebhaftem Interesse wird daher ge­rade von Alten-Buseck der weitere Verlauf der einzuleitenden Verhandlungen verfolgt und deren glückliche Erledigung erwünscht. Die nach einer recht ausgedehnten Aussprache vorgenommene Wahl der von Wieseck zu stellenden fünf Ver­bandsvorstandsmitglieder hatte folgendes Ergeb­nis: Bürgermeister Schomber, die Gemeinde» ratsmitglieder Benner. Bremer, Werner und als fünfter Adolf Seibert, der außerhalb des Gemeinderats steht. Bis zur Eröffnung des neuen Betriebs läuft der bereits bestehende Be­trieb WieseckGießen unter seiner seitherigen Leitung weiter. 3m weiteren Verlauf der Sitzung wurde einer ministeriellen Anregung, die Gewerbeertragssteuer von 1,20 Mk. auf 1 Mk. pro 100 Mk. herabzusehen, debattelos zugestimmt. Die Befestigung des durch Hochwasser beschädigten L a h n u f e r s bei der Badenburg hat schon frühere Sitzungen beschäf­tigt. Vunmehr einigte man sich auf einen Vor­schlag der Baukommission, die Befestigung durch Flechtwerk vorzunehmen. Eine ausgedehntere Aussprache erforderte der nächste Punkt: V o t « standsarbeiten. Hierzu lag ebenfalls ein Vorschlag der Baukommission vor, wonach der

er doch noch so jung ist. So mußten wir ihn schon wieder hergeben."

Das klingt, als hätten mir bald eine Ver­lobungsanzeige zu erwarten."

Es scheint fast so. Da ist eine junge Gräfin Schimmelmann, sie haben Kronsborg, das Nachbar­gut meines Schwagers, aber sie haben auch noch auf Seeland große Güter, nun, die junge Gräfin hat ein wenig zuviel getanzt im letzten Winter in Kopenhagen und soll sich in der Stille erholen. Das scheint der Anlaß zu seiner Rückberufung gewesen zu sein."

Ihre Augen glitten wie zufällig über Ilse hin. Die saß und stickte an einem Pointlacedeckchen, setzte einen Still) genau an den andern und verzog keine Miene. ---

Ich weiß nicht, ob meine Schwester Glück haben wird mit ihren Projekten", fuhr Frau von Krog fort.Olaf ist ein verwöhnter Prinz und hat bisher von den Eltern nie Widerstand erfahren. Ob er sich durchsetzen kann, wenn das einmal ein­tritt --- wer will es sagen?"

Warum sollte er auch gegen den Wunsch der Mutter handeln?" fragte Hanse liebenswürdig un­befangen.Ihre Frau Schwester wird ihm gewiß etwas Liebes und Hübsches ausgewählt haben."

Sie sah Ilse an, und Ilse hob ein wenig nur den Kopf, als sei sie ganz in ihrer Arbeit versunken gewesen, und setzte beistimmend hinzu:Das denke ich mir auch."

Als Frau von Krog gegangen war, blickten Mut­ter und Tochter einander nachdenklich an.Das war Absicht", sagte Hanse.Diese verschlossenen Aristo­kratinnen erzählen werdende Familienereignisse nicht ohne besonderen Grund."

Ilse machte ein Hochmutsgesicht.Grund? Sie mag gedacht haben, da wär' ein Grund, aber sie hat sich wirklich ganz getäuscht." Langsam und ordentlich legte sie die Handarbeit zusammen, fragte: Kann ich wohl noch einen Augenblick zu Riekchen herumgehen?" und verließ das Zimmer.

Haltung! Haltung!" sagte sie sich innerlich, wie sie das Haus verließ, wie sie nebenan eintrat, die Tante begrüßte und mit Riekchen in deren Zimmer .ging-

Es ist aber gar nicht warm bei mir, Ilse.

Das ist ganz gleich. Ich muß nur einen Augenblick mal allein sein. Zu Hause kommen gleich

Eichenroder Weg bis zur Grabenstraße mit Wasserleitung unö Kanalisation versehen und chaussiert werden soll. Ebenso soll der Verbin­dungsweg nach der Alten-Busecker Straße in gleicher Weise ausgebaut werden. Dabei stellte sich die Votwendigkeit heraus, dem bisher namen­losen Weg einen Hamen zu geben. Gr soll nun­mehr in ZukunftG a r t e n st r a tz e" heißen. Zum Schluß wurde noch die Gossenpflasterung der Philosophenstraße vorgeschlagen. Die Vot- standsarbeiten wurden genehmigt. Gemeindcrats- mitglied Benner legte einen weitergehenden Plan vor, der Votstandsarbeiten auf lange Sicht vorsieht. Davon sind besonders zu nennen die Errichtung von sechs Zweifamilienhäusern, der Dau einer dringend notwendigen Turnhalle, die Herrichtung einer geeigneten Badegelegenheit mit Schwimmbad und die vollständige Renovierung einiger Strahenzüge. Zu einer Beschlußfassung über diese weittragenden Pläne kam es nicht, in einer besonderen Sitzung soll sich näher damit befaßt werden. Die Vergebung der Wege­bauarbeiten im Reuen Weg erfolgte an den Wenigstnehmenden, für die hiergegen geltend gemachten Einsprüche hielt sich der Gemeinderat nicht für zuständig. Die Llebernahme der Bürgschaft für eine Reihe staatlicher Baudarlehen wurde beschlossen, ebenso die Beihilfe seitens der Gemeinde für einen Bau­herrn, falls die erforderlichen Vorbedingungen erfüllt werden. An der hiesigen Volks­schule ist eine Lehrerinnen- und eine Lehrer- stelle definitiv zu besehen. Hierzu hat der Schul­vorstand und der Gemeinderat ein Vorschlags­recht. Die Beschlußfassung im Schulvorstand er­folgte einstimmig. Der Gemeinderat einigte sich in gleicher Einstimmigkeit auf die gleichen Be­werber.

t. Aus dem Dusecker Tal, 20. Sept. Die Kartoffelernte ist in unterem Tal in vollem Gange. Gegenüber den Vorjahren werden die Kartoffeln fast einen Monat früher geerntet. Die älrsache zu dieser frühen Ernte ist der Umstand, daß die Grummeternte sehr früh­zeitig beendet war. Die Emte farm als gut be­zeichnet werden. Vor allem sind die Kartoffeln gesund. Sie fallen sauber, als wenn sie gewaschen wären, aus der Erde. Zumeist werden sie aus­geackert, und so geht auch diese Ernte, die nach jeder Richtung hin als sehr gut bezeichnet werden kann, einem raschen Ende entgegen.

Watzenborn-Steinberg, 17.Sept. Aus der letzten Gemeinderatssihung ist zu berichten: Einem Ersuchen der Stadt Gießen auf Verlegung der am 19. d. Mts. stattfindenden Kirchwethe wird nicht entsprochen. Seitens eines Privatunternehmers ist die Er­öffnung einer Autoliniezwischen Gießen Watzenborn Steinberg Grü- ningenundHolzheim geplant. Das Unter­nehmen wird von hier begrüßt, die Gemeinde ist auch grundsätzlich zur Leistung eines monatlichen Zuschusses bereit, jedoch erscheint der von dem Unternehmer geforderte monatliche Betrag von 40 Mk. zu hoch. Der Ausdrusch des Getreides ist hier seit etwa 2 Wochen voll­ständig beendigt. Der Ernteertrag kann als be­friedigend bezeichnet werden, wenn auch durch die teilweise ausgetretene Lagerfrucht das Ernte­ergebnis sehr beeinträchtigt wurde. Einen durch- schnittltch reichen Ertrag brachte die ebenfalls schon beendete Grummeternte. Der Ob st behäng läßt im allgemeinen zu wünschen übrig. Der Er­trag an Zwetschen wird nur sehr gering fein. Auch die Aepfelbäume zeigen im Durchschnitt geringen Behang. Dagegen haben die Birnbäume durchschnittlich einen guten Ertrag geliefert. Aus all'diesen Gründen erbrachte auch die letzte Ver­steigerung des Gemeindeobstes den für unsere Verhältnisse außerordentlich hohen Betrag von rund 2600 Mk. Die Kartoffelernte hat vor einigen Tagen ihren Anfang genommen.

Lich, '16. Sept. 3n der gestrigen Sitzung beschäftigte sich der S t a d t v o r st a n d zu Punkts der Tagesordnung mit einem sehr wich- tigen Gegenstand, der Ablösung der städti­sch e n A n l e i h e n. Es muh gesagt werden, daß hier ein Weg gesunden wurde, der für andere Gemeinden vorbildlich sein kann und der über das was gesetzlich vorgeschrieben ist, bedeutend hin­ausgeht. Vach den Ausführungen des Vor­sitzenden handelt es sich um folgende Anleihen, die im Wege der Ausgabe von Schuldverschrei­bungen auf den 3nhaber aufgenommen sind. Erste Anleihe vom 1. April 1882 mit einer Rest- schuld von 71 900 Mk. Zweite Anleihe vom

die Kinder in meine Stube. Nein, du störst mich nicht, Riekchen. Ich setz' mich an das Fenster--",

sie legte den Kops auf die Fensterbank, aber meinen tat sie nicht. Nur einen Augenblick nichts sehen und nichts hören.

Wie das fraß. Wie das drinnen riß im Herzen.

Das ihr! Und sie hatte sich küssen lassen! Und sie hatte sich als Braut gefiihlt! Und sie wartete geduldig, daß seine Eltern geruhen sollten, die bürgerliche deutsche Braut anzuerkennen. Und die hatten eine schöne, reiche, junge Gräfin für ihn an der Hand.

Was tat da so weh? Das Herz ober der Stolz? Fast schien es, als sei der Stolz noch viel tiefer gekränkt als die Liebe.

Ein bitteres Stöhnen.

Bon hinten legte Riekchen den Arm um sie. Liebe, Liebste. Mein Ilfebitt, wer hat dir was getan?"

Frag' nicht. Frag' nicht."

So gern möcht' ich dir helfen."

Ich Helf mir schon allein. Nur ein bißchen Zeit. Nur erst das runterwürgen. Riekchen--

ach Riekchen" und nach einem tiefen Aufatmen: Du sagtest mal, Georg ist nicht gewandt und nicht schön, ober er ist so ehrenhaft und gut. Das ist mehr. 2)ii hast recht, Riekchen, das ist mehr als Witz und Laune."

Da ahnte das gute Riekchen, was die Freundin bedrückte, setzte sich still neben sie, sprach nichts mehr, strich ihr nur von Zeit zu Zeit leise über die Hand.

Fiete hatte einen schweren Stand. Er kam mit Malergerätschaften, Leiter, Farbtopf und Pinsel- korb über den Markt und sofort sausten ihm drei Schneebälle um' die Ohren. Zwei gingen vorbei, der dritte saß vorn auf der Brust. Die Dreizahl der Angreifer verriet die Doktorskinder. Hinter der Kirche sahen sie vor, griffen wieder in die dicken Schneehaufen und jagten ihm neue Geschosse ent­gegen.

Wenn er nicht ein ohrenbetäubendes Hohngeschrei entfesseln wollte, mußte er sich zur Wehr setzen. Leiter, Topf und Korb standen im Schnee, Fiete griff hinein in die weiße Masse und sandte einen faust­großen Klumpen zurück. Aber gellendes Gelächter überzeugte ihn, daß er doch zu sehr im Nachteil mar.

1. 3uli 1904 mit einer Restschuld von 32 500 Mk., zusammen also 104 400 Mk. DorkriegSanleihen und dritte Anleihe vom 22. Dezember 1922 über 2 Millionen Papiermark (Goldwert 1268 Mk.). Vach kurzer Debatte trat der Stadtvorstand einem Vorschlag der Finanzkommission bei, eine Bar­ak, l ö s u n g stattfinden zu lassen, um auch den vielen kleinen Anleihebesihern, die nicht unter die Ablösungsvvrschriften fallen würden, Rech­nung zu tragen. Die Barablösung soll in der Weise erfolgen, daß bei Dorkriegsanleihen für 100 Mark Vennwert 12,50 Reichsmark und bei der Papiermarkanleihe für Anleihestücke zu 5000 Mark je 0,80 Reichsmark bzw. für 10 000 Mark je 1,60 Reichsmark vergütet werden. 3n diesen Ablösungsbeträgen sollen auch die seit 1.3anuar 1926 zu vergütenden Zinsen enthalten fein. Die Einlösungsfrist soll drei Monate betragen und der Tag des Beginns durch die Bürgermeisterei festgesetzt werden. Die zur Barablösung not­wendigen Mittel sollen mit 5000 Mk. dem be­stehenden Aufwertungsfonds entnommen und im übrigen durch Kapitalaufnahme gedeckt werden. Sodann wurde über die Verbesserung der Druck­verhältnisse der Wasserleitung in der Bahnhofstraße und Hungener Straße beraten. Hier ist infolge starker Verkrustung der Leitungs­rohre eine erhebliche Verminderung des Wasser­druckes eingetreten. Dieser Zustand hat zu fort­währenden Klagen seitens der Wasserabnehmer' Anlaß gegeben, und ist bei Brandgefahr unhalt­bar. Cs mußte unbedingt etwas geschehen, sei es durch Auswechselung ter bestehenden Leitungs­rohre oder eine geeignete Rohrreinigung. Der Bürgermeister empfahl vom finanziellen Standpunkt aus die letztere Maßnahme als die weitaus billiger ins Auge zu fassen. Unter mehreren Angeboten auf eine gründliche Rohr­reinigung fei dasjenige des 3ngenieurs Kurt Müller in Dernburg mit einem Kostenaufwand von ca. 1000 Mark, das empfehlenswerteste. Der Stadtvorstand stimmte der Vorlage zu und be­schloß, die Arbeit so schnell als nur irgend mög­lich ausführen zu lassen. Aus der Mitte des Stadtvorstandes wurde bei dieser Gelegenheit der Antrag auf Bildung eines Wasserlei- tungsfonds, der zur Durchführung der Hauptleitung durch die Ringstraße dienen soll, gestellt. Der Antrag fand Annahme. Als 3. Punkt der Tagesordnung beschäftigte den Stadtvorstand die Einführung einer 3nfla* tivnswertzu wachs st euer. Vachdem die Einführung dieser Steuer in der letzten Sitzung abgelehnt worden war, sah sich der Bürger­meister unter Berufung auf Artikel 97 der Land­gemeindeordnung veranlaßt, eine nochmalige Be­schlußfassung herbeizuführen. Den Gemeinden ist die Erhebung einer Steuer vom Wertzuwachs bei der Veräußerung von Grundstücken, deren Ver­äußerer das Eigentum an den Grundstücken in der Zeit vom 1. 3anuar 1919 bis 31. Dezember 1924 erworben haben, zur Pflicht gemacht worden. Die Einführung hat ttn Wege der Orts- sahung zu erfolgen. Vach einer lebhaften De­batte beschloß der Stadtvorstand, seine ableh­nende Haltung aufzugeben und die Vorgelege Mustersatzung als gültige Steuerordnung für die Stadt Lich zu erlassen. Diese Steuerordnung soll mit der Beschlußfassung in Kraft treten. Sei­tens des Vereins für Handel und Gewerbe be­steht die Absicht, im Spätherbst dieses 3ahres eine Heimatausstellung für Handel, Gewerbe und Ortskunde zu veranstalten Er hat sich dieserhalb an den Stadtvorstand um UnterftMung gewandt, da ihm aller Voraussicht nach größere Unkosten erwachsen und von dem Verein allein nicht bestritten werden tarnten. 3m 3nteresse der Geschäftswelt stimmte der Stadt­vorstand einem von der Finanzkommission ge­stellten Antrag, die Stadt möge sich an der Auf­bringung eines Garantiefonds in Höhe von 400 Maä beteiligen, zu. Als weiteren Punkt sah die Tagesordnung die Schaffung von Vot- wohnunaen vor. Einer ganzen Reihe von Wohnungssuchenden kann nur schnell geholfen werden, wenn sie in Notwohnungen unter ge­bracht werden. Unter Berücksichtigung dieses Um» standes sah sich die Wohnungsdeputation ver­anlaßt, dent Stadtvorstand den dringenden An­trag zu unterbreiten, die Stadt möge durch Umbau gebrauchter EisenbahnPerso­nenwagen mindestens 4 Votwohnungen schaf­fen. Vach den Ausführungen des Bürgermeisters stellt sich nach den von der Firma Ferrobahn in Darmstadt eingeholten Angeboten der Preis für eine komplette Wohnung auf 800 bis 1000 Mk.

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Die drei sahen versteckt hinter Pfeilern und Ecken und ließen sich nicht erwischen. Ihm aber flogen die nassen Ballen sausend um den Kops und die Brust. Jetzt traf ihn einer an der Kehle und stäubte seine-Feuchtigkeit tief hinein in das Hemd.

Wütend griff der lange Junge nach feinen Ge­rätschaften. Kaum war er wieder in Bewegung, jagte das Kleeblatt hervor und umtanzte ihn mit spottenden Zurufen.Fiete, Fiete. Warum kommst du nicht mehr? Fiete, du gehst ja gar nicht mehr auf Eiern. Erlaubt Meister Kobe das nicht?"

Heulend vor Wut kam Fiete bei der Mutter an. Alles hätte er ertragen, aber daß sie sein tiefstes Ge­heimnis über den ganzen Markt ausschrien, das er­trug er nicht.

Wart' nur, mein Fiete," sagte Madam Eagers und stand von ihrer Näherei auf,das will ich doch sehen und daß du dein Recht kriegen sollst."

Du gehst nicht zu Rottmanns. Ich will es nicht. Die frechen Gören machen mich da nur noch lächer­licher."

Laß du mich man gehen. Ich weiß schon wohin." Sie ging in das Pastorat und gleich in die Studier­stube von Johannes Jessen.

Nun, Madam Eggers, was bringen Sie mir? Sie wollen wohl meine Frau sprechen."

Nee, Herr Pastor, ich komm' zu Ihnen. Dann warum? Sie sind gesetzt, daß Sie ein Helfer fein füllen in der Not und ein Berater für die Armen," Dann sprechen Sie sich aus." Johannes Jessen hatte eine rührende Geduld. Sie wurde deshalb oft mißbraucht.

Ich komm wegen mein Fiete. Das kann so nicht gehen. Dabei geht er mir zugrunde. Er muß da wieder weg von Maler Kolbe und muß nach Heide, und muß auf die gelehrte Schule und muß fein Examen machen für die Universität. Das hot mich man zuerst so benommen, als wie Herr Pastor Rott mann--ja, und sagt mir so bautz vor den Kopf,

daß ich en dummen Jungen hab'. Nee, so geht das nicht."

Ja, aber das ist eine teure Sache, Madam Eggers. 'Auf eine auswärtige Schule--so leicht

geht das nicht."

Muß aber gehen, Herr Pastor Ich hab' da nu meinen Kopf aufgesetzt, und denn so soll das raoll werden. Aber Herr Pastor muß mir Beistand tun. Herr Pastor kann das." (, -".twtzung folgt.)