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gelegt, daß die Schüler erst etwa eine halbe Stunde vor Hnterrichtsbeginn hier ankommen

und alsbald nach Schulschluß wieder

heimfahren

ic kullert,

von i rgendwoher hallen

Schülerzugverkehrs nach und ein; er wünschte die Züge auf allen

von Gießen Strecken so

werde. In

FahrplcmKonferenz in Gieren.

Anerkennenswerte Zugeständnisse der Reichsbahn.

der anschließenden

Aussprache

srch der Gewaltige zu ganzer Gröhe auf. das Schrelauge kullert, von i rgendwoher hallen Donnerschläge.Maul halten! Umziehen! Marsch!"

können. Ferner bat er um Ausbau des Ra h- Verkehrs durch Triebwagen, evtl, auch für die Schülerbeförderung, und erweiterte Geltung der Sonntagskarten. Das wären die wichtigsten Eisenbahnwünsche der Stadt Gießen, für deren Erfüllung man dankbar sein

der Eindruck aller Sachverständigen unter den Zuschauern und der Pressevertreter, denen von der 5. Division in dankenswerter Weise während der Manöver Gelegenheit zur Verfolgung aller Einzelheiten der Hebungen geboten wurde. Auch die Zuschauer wurden an allen Tagen in liebens­würdigster Weise an die besten Hebersichtspunkte geführt und waren auch immer in großer Zahl herbeigeeilt. Der letzte Divisions-Manövertag er­hielt ein besonderes Gepräge durch die An­wesenheit des Oberbefehlshabers der Gruppe 2, Generals der Infanterie Rein­hardt, der seine alte 5. Division, wohin er kam, in seiner frischen, echt soldatischen Art begrüßte. General Reinhardt wird nun die Manöver der 5. südwestdeutschen gegen die 7. bayrische Division leiten, die sich zwischen Mergentheim und Würzburg abspielen werden.

bindung von Fränkfurt nach Gießen auf 10,23 Hhr abends vorrückt. Der Theater­besuch in Frankfurt wird dadurch für Gießener Interessenten unterbunden, weil nunmehr das Erreichen des letzten Zuges in Frankfurt durch die viertelstündige Vorverlegung der Abfahrt noch viel schwieriger wird, als bisher, ja sogar unmög­lich, wenn man die Aufführungen bis zum Schluß genießen will. Es wäre zu prüfen, ob die Ab- fahrt des letzten Zuges von Frankfurt nicht doch später stattfinden kann. Sollte das mit Rücksicht auf Anschlüsse nicht möglich sein, so wäre zu ver­anlassen, daß der Personenzug 7 0 9, der jetzt um 11.05 Hhr abends in Frankfurt abfährt, aber nur bis Friedberg geht (dort an 12.18 Hhr) b is Gießen durchgeführt wird, evtl, aus Ersparnisgründen ab Friedberg als beschleunigter Personenzug mit Halt in Dad- Rauheim, Butzbach und Gießen (Endpunkt). Wünschenswert ist auch, dem P z. 70 4 (werktags) a b Gießen 4,0 0 Hhr früh in Frankfurt Anschluß an den beschleunigten Personenzug ab Frankfurt 6,23 Hhr vorm. zu verschaffen. Der Redner trat weiter für D e r b e f s e r u n g des

Redakteur Blumschein. Gießen, bezeich­nete die von Regierungsrat Dr. A o e s n e r. Darmstadt, vorgeschlagene Hmlegung des O-Zug- paares HanauBebra über Gießen-^Kassel als nicht empfehlenswert. Die Städte an jener Strecke würden dadurch stark benachteiligt, und sie wür­den sich kräftig wehren. Man solle lieber die Züge auf der Strecke FrankfurtGießen beibehal- ten, die jetzt schon gut eingeführt sind. Man wisse, was man habe, es sei aber unbekannt, was man Wiedererhalte, wenn eine eventuelle Hmlegung später wieder rückgängig gemacht werde.

Ministerialrat G e i b e l, Darmstadt, erklärte, daß nach der Auffassung des Hessischen Finanz­ministeriums die Schädigung der Provinz Ober- Hessen durch die geplante Zugeinschränkung grö­ßer sei, als die von der Reichsbahn erzielten Ersparnisse. Die Reichsbahn müsse unbedingt Rücksicht nehmen auf die Verhältnisse, und sie müsse zu Kompromissen geneigt sein. Das OZugpaar 191/192 müsse auch im Winter in Dad-Rauheim halten. Die von Dr. R o e s n e r, Darmstadt, vorgefchlogene Hmlegung des V-Zug- paares HanauDebra über GießenKassel sei sehr schwierig.

Der Fahrplandezernent Oberbauvat Pitz dankte den Rednern für die sachliche Behandlung der einzelnen Fragen. Er ging dann eingehend auf das Referat von Redakteur Blum schein ein und betonte, daß die Reitbahn durch den anhaltenden Verkehrsrückgang leider gezwungen sei, Derkehrsbeschränkungen eintreten zu lassen. Cs sei nicht böser Wille, wenn nicht aille Wünsche erfüllt werden könnten. Die Reichsbahndirektion stelle genaue Erhebungen über die Benutzung der Personen- und Schnell- AÜge an, und sie müsse alle Züge, bei denen infolge ungenügender Inanspruchnahme die Kosten nicht gedeckt würden, ausscheiden. Prinzip sei, mit wenig Zügen viele Wünsche zu erfüllen. Die Reichsbahn sei jedoch be­reit, die O-Züge 2 75/276 (ab Frankfurt 5.12 Hhr nachm., an Gießen 6.42, bzw. ab Gießen 1.06 Hhr mittags) entgegen dem Entwurf int Winterfahrplan fort besteh en zu lassen. Die sog. Bäderzüge mühten leider im Winter fvrtfallen, da sie über Kassel hinaus nicht ausreichend besetzt seien. Einige andere V-Züge nach Hamburg bzw. Berlin mühten not­gedrungen ebenfalls wegen mangelnder Besetzung jedes einzelnen Zuges bis Kreiensen zusammen« gelegt werden, jedoch würden direkte Wagen nach Berlin eingestellt, damit das Hmsteigen er­spart bleibe. Die Weiterführung des Spät- abend-Pz. 709 von Friedberg nach Gießen werde wohlwollend geprüft werden. Hinsichtlich des Schülerverkehrs lasse sich im Augenblick leider nichts anderes machen, die Züge seien aber meist schon günstig gelegt. Triebwageneinstellung sei nicht möglich, da solche Wagen hier nicht vorhanden seien. Hinsichtlich der Sonntagskarten seien neue Anordnungen getroffen.

Beigeordneter Kling-Bad-Rauheim wies darauf hin. daß das Däderzugpaar nicht nur wegen der Badegäste, sondern auch im allgemeinen Interesse notwendig sei und daher auch im Winter geführt werden müsse.

Oberbaurat Pitz hält die Erfüllung dieses Wunsches zur Zeit für unmöglich.

Hieraus sprach Redakteur Blumschein- Gießen in Fortsetzung feines Referats über den Verkehr in dec Provinz Oberhessen.

wobei er nur die Hauptstrecken behandelte, im übrigen aber den örtlichen Vertretern als sach­kundiger den Vorrang bei der Vertretung ihrer Forderungen liefe. Ter Redner trat zunächst da­für ein, daß der Pz. 557 Gießen- Als­feld Fulda ((ab Gießen 3.36 Hhr nachm.), der ab 3. Oktober nur noch an Werktagen gehen solle, auch im Sonntagsverkehr bei­behalten werde, ebenso auch der Zug 562 Fulda Alsfeld Giefeen (ab Fulda 1.20 Hhr mittags). Weiter sei notwendig, daß ein späterer Zug von Fulda nach Gießen durchgeführt werde. Redner^ schlug vor, den Pz. 560, der jetzt von Fulda 7.20 Hhr abends nach Alsfeld gehe und dort 8 Hhr 40 Min. ankomme, bis Gießen durchzuführen. Ferner empfahl der Referent, die Pz. 505 und 513 aus der Strecke Giefeen Gelnhausen, entgegen dem Fahrplanentwurf, fernerhin auch Sonntags zwischenRidda und Gießen durchzuführen. desgl. den L. 516, der 10 Hhr 43 abends ab Gießen bis Hungen fährt, bis R i L d a verkehren zu lassen. Ebenso sei der Pz. 4188 der Strecke Schotten

lichen Verhältnisse bedingt. Diesen Hmständen müsse man wohl auch durch Ermäßigung der Fahrpreise Rechnung tragen.

Hierauf referierte Redakteur Blumschein vom Gießener Anzeiger", stellv. Vorsitzender des ver- kehrspolitischen Ausschusses des Gießener Verkehrs« vereine, im Namen der Stadt Gießen über die

Beschwerden und Dünsche zum Dlnlerfahrplan 1926/27.

Der Redner betonte zunächst, daß er volles Ver­ständnis für die finanzielle Lage der Reichsbahn habe, er forderte aber andererseits eine gleichmäßige Verteilung der Einschränkungen und eine gerechte Berücksichtigung der ®ünfd)e Oberhessens, die nicht ohne weiteres unter ben £ifcfe fallen dürften, hier­auf wandte er sich im einzelnen zuerst den geplanten

Zugeinschränkungen auf der Hauptstrecke FrankfurtGießen

zu, worüber er u. a. bemerkte: Es ist notwendig, daß das v.Zugspaar 191/192 Hamburg- FrankfurtBafel, ab Frankfurt 11.29 abends bzw. ab Kastel 2.33 Uhr nachts, das jetzt Gießen durch­fährt, HaltinGießen bekommt, damit die ober- hessische Provinzialhauptstadt, der Eisenbahnknoten« punkt Gießen an diesen Dienst mit wichtigen Aus« landanschlüssen in Nord und Süd angeschlossen wird. Bedauerlich ist der Fortfall des F r u h m o r g e n - v.Zuges 78 aus Hamburg, ab Gießen 5.42 Uhr nach Frankfurt: man wird sich damit aber ab» finden. Schmerzlicher ist, daß der v - Z u g 1 8 0 v o n Berlin, ab Gießen 7.31 Uhr früh nach Frank­furt, durch Zusammenlegung mit D 7 6 von Hamburg ebenfalls fortfällt. Wenn keine andere Entscheidung mehr möglich ist, möge wenigstens dafür gesorgt werden, daß man mit dem D 76 in Frankfurt guten und sicheren Anschluß noch Mainz erhalte. Gänzlich unverständlich ist die im neuen Fahrplan-Entmurf vorgesehene Streichung des O-Zugpaares 2 7 5/276 FrankfurtGießen HagenDortmund, D 2 75 ab 5.12 Ufer nach, mittags Frankfurt, an Gießen 6.42 Uhr, D 2 7 6 ab Gießen 1.06 Ufer mittags. Beide Züge weifen stets eine sehr gute Besetzung auf, sie sind also rentabel, für Gießen aber von höchster Wichtigkeit. Im Hinblick auf diese Tatsachen bat der Redner die Reichsbahn dringend, von einer Strei­chung dieses V-Zugpaares unter allen Umständen abjufefeen und Gießen und Dberfeeffen diese wich- tige Verbindung zu erhallen. Unverständlich findet man auch den vorgesehenen Fortfall des D - Zugpaares 27 / 28 (sogenannte Bäderzüge), ab Frankfurt 11.53 Hhr, ab Gießen 1.25 Hhr mittags nach Derlln, bzw. an Dießen (von Berlin) 5.28 Hhr nachm., ab nach Frankfurt 5.37 Hhr nachm. Auch dieses Zugpaar ist stets gut beseht es rentiert also. Es sollte deshalb beibehalten werden. Den Fortfall nachstehender Züge wird man bedauern, man muß sich aber angesichts der Lage der Reichsbahn damit absinden: D 8 2 (von Hagen) ab Dießen 9.58 Hhr abends nach Frankfurt, D 128 ab Gießen 5.4 4 H fe r nachm. nach Koblenz, D 81 (von Frankfurt) ab Gießen 8.40 nach Hagen D 75 (von Frankfurt) ab Gießen 10.18 Hhr abends nach Hamburg. Zu bedauern ist, daß durch die Zusammenlegung des D 77 und des D 179, ab Frankfurt 10.23 bzw. 10.36 Hhr abends, über Gießen nach Hamburg bzw. Berlin der Zug 10.3 6 Hhr abends ab Frank- furt fortfällt, wodurch die letzte Der-

wieder, aber gerade an dem Tage seiner An- kunft Zufall! verließ die Harfe als Gattin eines amerikanischen Steuermanns die Stadt Rewcastle vn Hunter. Der schwer Enttäuschte heiratete aus Verzweiflung die Inhaberin eines Limonadeladens. Er wäscht dort heute noch die Gläser.

Den Kopf voll von Erwägungen, ob es wohl das Richtige gewesen fei. der Tante Marie zu opponieren, kriecht man in die englische Leder- - blaue Flanellhemb. in den Troyer,

zieht sich die Pudelmütze über die Ohren, gürtet bas breite Scheidemesserum die Lenden". Der- wandlungsschauspieler. Oder bist du nun See- mant>L a l°n§L lonx way to Tipperary...

Ich bin der Erste an Bord. Die anderen Jungens (es kommen noch sieben) feiern ver- A- .Pauli Abschied. Mutterseelenallein an Deck. Einige Matrosen vollbringen in der 'Takelage em geheimnisvolles Weck. Soll ich zu dem Mann in blauem Jackett gehen, ihn fragen... Da kommt er schon. Schwer und wiegend ist sein Gang. Er gibt mir ein Gewirr von Manilahanf, befiehlt. Bändsel daraus zu schneiden. Bändsel? O Cicero und Tacitus! Was sind Bändsel? Ich habe das Schlachtmesser in der H^nd, von der Stirne heiß... trotz der Dezemberkalte, ich weiß nicht, was ich anfangen fall, und ziehe es einstweilen vor, ehe ich eine Dummyeit begehe, mit martialischen Gebärden in dem Manilaknäuel zu wühlen.

Der Koch, ein alter grauer Knabe mit lustig Plinkernden Augen, schlampt übers Deck. Bleibt N^.,,Junge- bring dich nicht um", sagt er. vsch lüfte höflich meine Pudelmütze, frage, was ein Bändsel ist. Der Koch schmeißt sich in die . V>ird zwei Zentimeter größer dieser

lange Mann, bekennt er still bei sich, weiß wenig- stens was sich gehört, und dann seht er mir herablassend auseinander, was ein Bändsel ist 5Mtig schneidet das Messer draus los Aber nicht wahr, man kann solch einen Käsedolch nicht banbfeaben toenn man bisher nur Obst geschält unb Jkiftiffe gefplfet hat. Mit Grandezza saus die scharfe Klinge in den Daumen. M

blick' ich zur Seite, wickle das rote Taschentuch um den gottsjämmerlich blutenden

~ 6amiel 'N der Wolssschlucht! « btt ©teuennann aus dem Kabelgatt heraus ich? Wahrscheinlich.

Der Steuermann, er ist doch ein guter Kerl.

verhöttnlsmähia geringen Verlusten bann doch noch den geschickt verschleierten Rückzug antreten kann.

So war es dem Badischen I. R. 14 z. B. lange verborgen geblieben, daß das 3. Bat. I. R. 15 die Höhe 390 geräumt hatte, weil einzelne Ma­schinengewehre. bis zuletzt aus zahlreichen Wechselstellungen schießend, aushielten, während die Masse dos Feindes längst zurückgegangen war. Die Beweglichkeit des Vertei­digers. der wiederholt seine Kräfte verschob, erschwerte dem Angreifer die Arbeit außerordent­lich. Der Enderfolg wurde nur unter Einsatz aller Kraft errungen und die Truppe wäre wohl zur Fortsetzung der Verfolgung an diesem Tage nicht mehr fähig gewesen.

Wie die vorhergehenden, so zeigte auch der letzte Tag der Divisions-Manöver Führer und Truppe auf der Höhe ihrer Aufgabe. Dies ist

Die Viermastbark lag am Kirchenpauerkai. ®tn Riesenkasten. Damals eins der größten Segel­schiffe, die unter deutscher Flagge fuhren. Ich stand davor, ganz klein und häßlich, und starrte hinauf zur Royalraa. Hatte meine Tante Marie mÄt recht, die. als sie hörte, ich wolle zur See gehen, rund heraus erftärte: .Er ist wahnsinnig!" Hatte sie nicht recht? Meine Zensur im Turnen war stets eine Fünf mit Stern gewesen. Es gab ' nn5, grauenhaftere Angelegenheit als etnen Riesenschwung am hohen Reck. Und nun follte ich freihändig, auf schaukelndem Kahn, zu dieser Kirchturmhöhe emporllimmen und da oben womöglich auch noch arbeiten? Alle guten Geister loben Gott den Herrn. Vielleicht konnte man sich drücken. Beim Riesenschwung hatte ich das auch immer getan.

, rf jedenfalls gab es kein Zurück. Sich auslachen lassen bei Apfelkuchen mit Schlagsahne? Danke! Allt einem Heldenmut, der Gelassenheit vor- spiegeln soll, balanciere ich über den Landungs­sieg. Ein Mann in blauem Jackett. Zwirbelbart und mit fürchterlich schielendem Auge, brüllt- Was wollen Sie hier?!" Sanftes Einknicken in öle Kniekehlen, dann freundlich lächelnd.- Ich bin der neue ...Weiter geht's nicht Der Mann mit öem schielenden Auge grinst übers ganze Gesicht teuflisch, würde es in einem Roman feeifeen und betrachtet das Häuflein Hnglück von oben herab. Mensch, willst du den Stillen Ozean unsicher machen!?" Du, hat er gesagt. In Ober- sekunda wurde manSie" angeredet. Aurea prima.... Zu einer Antwort langt's nicht Der Steuermann denn der ist's, tritt einen Schritt nafeer bejufelt sachkundig meinen Bizeps oder oirimebr das, was an Stelle des Bizeps (Fünf E xtern) ein beschauliches Dasein führt. Er *än IWt man uns

an yorö! -Verzeihen Sie," wage ich einzu­wenden.ich werde mit der Zeit .Da richtet

gibt mir lächelnd ein Endchen Leukoplast, und vergnügt schneid' ich weiter, bis der Koch zu» Essen ruft.

2lm Abend hat sich die ganze Korona im Mittschiffslogis versammelt. Wir sind acht Jun­gens und vier Leichtmatrosen, darunter de» MieSmacher aus dem Eisenbahnabteil. Die Leichti matrosen hallen sich würdig zurück und bilde» einen Verein für sich, denn mit so grüne» Bengels, wie wir sind, können die nicht bet« lehren. Das Logis ist eine Qualmhölle. Alle schmoken, selbstverständlich aus kurzen Pfeifen wie es einem Seemann ziemt. Einer nach denk anderen wird bleich und erflärt: dieser Tabat tauge nichts. Schließlich stellt sich heraus, daß überhaupt kein rauchbarer Tabak an Bord ist

Cs werden Lieder gesungen, Lieder von bei, Reeperbahn, die sie vor ein paar Stunden zuw erstenmal gesehen haben. Alle sind furchtbar wilde Gesellen. Der eine war Rechtsanwalts^ fchreiber, der andere hat Kaffeebohnen abgc* ü>t>gen, der dritte lammt aus Obersekunda, der vierte... wie gesagt : alles wilde Gesellen. Hub X orullen den Refrain, und sie schlagen mit den Fausten auf den Tisch, bis die Kehlen raufe werden. Da nimmt einer von den Leichtmatrosen die Mundharmonika und bläst:Behüt dich Gott, es wär fo. schön gewesen..." Ganz still ist cs rundum, die 'Bänke vor den glatten Holztifchen werden leer, die wilden Gesellen haben sich in wre Kojen verkrochen, zuweilen geht ein leises Schluchzen durch den Raum.

Dann wird das Licht ausgemacht, und einer erzählt im Dunkeln haarsträubende Geschichten von Sturmwetter in Schnee und Eis drunten beim Kap Horn, von der Faust des Steuermanns, von Erbsen und Dohnen ohne Fleisch, vom Löschen der Kohlenladung in der Wüsteuglut des chilenischen Rordens.

Der Kerl ist ein Barbar.

Hnd wie geht die Geschichte nun weiter? Auf den ersten folgten viele Hunderte von Tagen. Ein paar der wilden Gesellen hat der O^ean ver­schluckt. Schadet Nichts, werden sie im Himmel sagen, lieber so gestorben, als Rechtsanwalts- schreiber bleiben sein Leben lang, und wie schön war es im Passat!

dankte zunächst Beigeordneter Dr. Frey als Ver­treter der Stadt Gießen der Reichsbadndirektion für die Möglichkeit der Besprechung dieser Ver- kehrssragen. Er bezog sich im übrigen auf die fach- kundigen Ausführungen des referierenden Vorred- ners und äußerte noch einige Wünsche bezüglich besserer Anschlußuerbindung mit Mainz sowie hin­sichtlich des Schülerverkehrs.

Der Vorsitzende des Hessischen Verkehrs- verbandes, Kaufmann Stemmer (Darm­stadt) gab der Ansicht Ausdruck, daß die Reichs- bahnoerwaltimg mit den im Winterfahrplan vor­gesehenen Streichungen von Zügen nicht durch- bringe. Er hält die Lebens Möglichkeit Ob er Hessens bei einem derartigen Fahrplan für ausgeschlossen. Die Streichungen im Winterfahr­plan 1926 hätten zur Folge, daß einzelne Orte zehn Stunden ohne jede Zugver­bindung seien.

Der Geschäftsführer des Hessischen Verkefersver- bandes, Regierungsrat Dr. R o e f e n e r (Darrn- ftobt), bezeichnete es als dringend notwendig, daß auf der Strecke FrankfurtGießen ein drittes Schnellzugpaar eingelegt wird. Dies sei ohne besondere Schwierigkeit in der Weise möglich, daß das bestehende Ü-Zug-Paar HanauBebra Hamburg über FrankfurtGießen Kassel umgelegt werde.

Kommerzienrat Langsdorf (Friedberg), Präsident der Handelskammer Friedberg, wies dar­auf hin, daß kaufmännischer Geist sich nicht durch übermäßige Verkehrseinschränkung bemerkbar machen dürfe. Redner hält Butzbach bezüglich der Zugoerbindung besonders schlecht gestellt, ja, noch schlechter als ein Dorf in Ostpreußen. Er sprach die Befürchtung aus, daß durch die ungünstigen Derkehrsverhältnisse der Autoverkehr zukünftig der Reichsbahn schwere Schädigungen zufügen werde.

Bürgermeister Dr. Völsing (Alsfeld) wünschte kerne Früherlegung des 7.58 Ufer vormittags ab Gießen nach Frankfurt gehenden O-Zuges, weil dann die Reisenden der Strecke FuldaGießen den Anschluß nicht mehr erreichen könnten.

Oberregtcrung8rat Dr. Heß. Gießen, als Vertreter der Provinzialdirektion Oberhessen wies daraus hin, daß nur derjenige Kaufmann Erfolg habe, der am besten und billigsten liefere. Rach diesem Grundsatz müsse auch die Reichsbahn ver­fahren. Sie dürfe sich den Klagen des Publi­kums nicht verschließen.

Kommerzienrat Schirmer, Gießen, emp- fahl, den Schülerverkehr durch Einlegung von Triebwagen zu verbessern.

Landtagsabgeordnete Frl. Birnbaum, Gießen, bat, die kulturellen und wirtschaftlichen DerkehrSbelange zu berücksichtigen, und riet, sich eventuell auf die vom Hessischen Derkehrsverband vorgctragenen Wünsche zu einigen.

f. Auf Einladung der Reichsbahndirek- tio n Frankfurt a. TR. fand am Samstag- vvrmlltag im Stadtverordneten-Sitzungssaale in Gießen eine Konferenz zur Erörterung der Ein­schränkungen im Winterfahrplan der Reichsbahn statt. An der Zusammenkunft nahmen teil Oberbaurat Pitz, der Fahrplan­dezernat der Reichsbahndirektion Franifurt a. M.. als Verhandlungsleiter, Ministerialrat G e i b e l als Referent für Verkehrswesen im Hessischen Finanzministerium, die Landtagsabgeordneten Frl. Birnbaum, Dr. Keller und Mann, Oberregierungsrat Dr. Heß (Gießen) als Ver­treter der Provinzialdirektivn und des Kreis- amtes Giefeen, Vertreter der oberhessischen Kreisämter, Beigeordneter Dr. Frey als Der- tteter der Stadt Gießen, die Bürgermeister bzw. Beigeordneten einer Reihe oberhessischer Städte, die Präsidenten der Handelskammern Hetzen und Friedberg, Kommerzienräte Schirmer (Gießen) und Langsdorf (Friedberg), der Hessische Verkehrsverband Darmstadt, der Ver- kehrsverein Gießen und eine Reihe sachverstän­diger Herren.

Oberbaurat Pitz von der Reichsbahndirek- tion Frankfurt begrüßte zunächst die Erschiene- neu. erläuterte dann kurz den Zweck der Sitzung und wies daraus hin, daß die Reichsbahndirektion sich nur schwer zu den im Winterfahrplan vor­gesehenen Einschränkungen habe entschließen kön­nen. die lediglich durch die ungünstigen wirt­schaftlichen Verhältnisse bedingt seien.

Kommerzienrat Schirmer (Gießen), als Sprecher der Handelskammern Gießen und Fried­berg. gab dem Danke der Kammern für die Einberufung dieser Sitzung und der Hoffnung Ausdruck, daß die berechtigten Wünsche Ober- Hessens bei bet Reichsbahndirektion Gehör fin­den, um so mehr als Oberhessen seither im Gifenbahnverkehrswesen recht stiefmütterlich be­handelt worden fei.

Oberbaurat P i tz legte dann an Hand der Derkehrsstatistik dar, daß

der Eisenbahnverkehr im Sommer 1926 gegen 1925 wesentlich zurückgegangen

ist. Im Sommer 1925 wurden im Bezirk der Reichsbahndirektivn Frankfurt a. TR. in Schnell- und Eilzügen rund 16 000 Fahrgäste befördert, gegenüber 13 600 im Sommer 1926. Die Zahl der in Persvnenzügen beförderten Fahrgäste be­trug im August 1925 ----- 94 000. im Mai 1926 . dagegen nur 84 000. Der hierdurch entstandene Rückgang der Einnahmen hätte auS Rücklagen L der Vorjahre gedeckt werden müssen, was aber auf die Dauer unmöglich sei. Die Reichsbahn < müsse, wie jedes kaufmännische Hnternehimen, die Ausgaben mit den Einnahmen in Einklang bringen, was nur dadurch möglich sei. daß Züge, die eine Rentabilität nicht aufweisen, ausfallen. Weitere Einschränkung sei notwendig, zumal der Ausflüglerverkehr im Winter sich wesentlich ver­mindere.

Kommerzienrat Schirmer, Präsident der Handelskammer Giefeen. betonte, es sei selbstver­ständlich, dafe aus finanziellen Gründen Ein­schränkungen erfolgen mühten, er wies aber auf die hierdurch eintretende Schädigung des Kauf- mamiSstandes hin. Die schlechten Verkehrsvev- haltnisse seien durch die ungünstigen wirtschaft-

Mein erster TaganBörd.

Von Waldemar Keller.

Es ist schon lange her, aber eS haftet in der Erinnerung. Auf meinen ersten Schultag kann ich mich durchaus nicht besinnen, wohl deshalb, weil ich mir nie viel aus der Schule gemacht habe. Mein erster Tag an Bord ruft sich so leicht ins Gedächtnis zurück, als ob selldem nur eine Rächt vergangen wäre.

Die Obersekundanermütze hatte ausgelitten unter den wütenden Stichen eines schartigen Küchenmessers. Kurz vor Weihnachten war's. Der Zug nach Hamburg ging in aller Herrgottsfrühe, durch den finsteren Dezembermorgen tastete ein Sechzehnjähriger nach dem Bahnhof, sah an den Hausern empor, von trüben Gaslaternen feier und da angehaucht, und stets von neuem sagte er sich. Dies alles wirst du vielleicht, vielleicht nie toieöer schauen. Abschiedsschmerz? Aber nein! Ein übermütiges Spielen mit dem Gedanken, daß am Ende dieser Sprung in die Weite... Ra ja! Wenn schon.

In der dritten Klasse des Personenzuges saß außer mir nur ein junger blonder Mensch müde in der Ecke. Hinter Helzen wachte er auf. wir kamen rns Gespräch, und es ergab sich, daß er auf demselben Schiff angemuftert hatte. Zufall, sagt man. aber ich glaube nicht daran. Dies war ein letzter Versuch des Schicksals, mir ein Dein zu stellen. Denn der junge Mann hatte bereits eine große Reise hinter sich und erzählte haarsträu­bende Geschichten. Von Sturmwetter in Schnee und Eis. drunten beim Kap Horn, von der Faust des Steuermanns, von Erbsen und Dohnen ohne Fleisch, vom Löschen der Kohlenladung in der Wüstenglut des chilenischen Rordens, und hätte ich nicht dies alles und tausend schrecklichere Dinge seit Jahren aus den Büchern gekannt, mir wäre schließlich dabei schlecht geworden. S,) aber Bestätigung aus erster Hand, sagte ich mir. Fein! Das gibt^s also.

Der andere, der die Seefahrt schondick" hatte und eine neue Reise nur deshalb antrat, toeit er sonst nichts zu beginnen wußte, erklärte mich für einen Idioten. In Australien versiebte er sich später in eine Rurse, versprach, wiederzu- rammen und sie zu heiraten. Er kam auch